Alle Beiträge von Heiner Lünstedt

After Life – Staffel 3

In der auf Netflix laufenden dritten Staffel von After Life heißt es Abschied nehmen vom Kleinstadt-Journalisten Tony Johnson. Dass die aktuelle Serie von und mit Ricky Gervais (Extras) nicht ewig laufen würde, war abzusehen. Sein Erfolgsformat The Office beendete er nach nur 14 Episoden, während die US-Version mit Steve Carrell es auf über 200 Folgen brachte.

After Life – Staffel 3

After Life erzählt von Tony Johnson, der nicht aufhören kann (und will?) um seine an Brustkrebs gestorbene Frau Lisa zu trauern. Es hilft ihm auch nicht dauerhaft, dass er den Stinkstiefel spielt und über die zahlreichen Schwächen seiner ebenfalls beim Gratisblatt Tambury Gazette arbeitenden Kollegen spottet…

After Life – Staffel 3

Das Konzept von After Life ist simpel aber großartig. Am Anfang und am Ende von fast jeder Episode schaut sich Tony meistens alte Videos mit Aufnahmen von Anne an. Er interviewt Kleinstädter und versucht aus banalen Ereignissen Schlagzeilen herauszuholen. Täglich besucht er Lisas Grab, plaudert und trauert dort mit Anne (Penelope Wilton), außerdem weiß Tony nicht so recht, ob er mit der Altenpflegerin Anne (Ashley Jensen) zusammen sein will.

After Life – Staffel 3

Schon recht bald fühlt sich der Zuschauer wohl in der kleinen Welt von Tambury und gewinnt die meisten der dort lebenden Menschen lieb. Gervais produziert zwar nicht ständig Schenkelklopfer, doch er gewinnt dem ernsten Thema seiner Serie allerlei komische aber nie alberne Aspekte ab. Für das Ende der 18. und letzten Episode fand Ricky Gervais zwar ein großartiges Schlussbild, doch es ist schade, dass es wohl zu keiner weiteren Begegnung mit Tony Johnson kommen wird.

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Ein Wigwam steht in Babelsberg

1965 beschloss die ostdeutsche DEFA 1965 beschloss in Jugoslawien einen eigenen Indianerfilm zu drehen. Der 1940 in Serbien geborene Gojko Mitić war schon in kleineren Rollen in den westdeutschen Karl-May-Filmenwestdeutschen Karl-May-Filmen Old Shatterhand, Winnetou 2 und Unter Geiern aufgetreten, Daher war er die ideale Wahl für die Hauptrolle in Die Söhne der Großen Bärin.  Der Film erreichte in der DDR 11 Millionen Zuschauer,  bei 17 MillionenEinwohnern! Insgesamt entstanden mit Mitic zehn DEFA-Indianerfilme.

Ein Wigwam steht in Babelsberg

Genau wie bei Winnetou gab es auch einen Kult um die Musik zu den Filmen, die von Komponisten wie Günther Fischer, Karl Ernst-Sasse und Wilhelm Neef stammte und einige Anleihen bei Martin Böttcher aber auch bei Ennio Morricone (Das Severino-Thema klaut ausgiebig bei Spiel mir das Lied vom Tod) machte. Die CD Ein Wigwam steht in Babelsberg enthält auch einige Auszüge aus diesen DEFA-Soundtracks.

Genau wie “Winnetou“ Pierre Brice, der längst vergessene Songs wie Ich steh allein oder Keiner weiß den Tag aufnahm, wurde auch Gojko Mitić ins Tonstudio gebeten. Er nahm ebenfalls mit dünner Stimme einige Liedchen wie Löscht das Feuer oder Liebe Du das Meer auf, die ebenfalls auf dieser CD enthalten sind.

Ein Wigwam steht in Babelsberg

Außerdem enthält dieser abwechslungsreiche Sampler noch höchst kuriose Songs von Frank Schöbel (Heißer Sommer), Dean Reed und Ruth Hohmann. Der Höhepunkt ist, neben Ein Wigwam steht in Babelsberg (Hey, Goijko, Goijko) von Express, jedoch MTS mit Ein Pferd wie Du und ich, ein Song, in dem der Hengst von Gojko Mitić sein Schicksal besingt.

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20,000 Leagues Under the Sea – Soundtrack

Mit Walt Disneys Realfilm-Klassiker 20.000 Meilen unter dem Meer entstand 1954 ein großartiges Gesamtkunstwerk. Nicht nur die Star-Besetzung mit Kirk Douglas, James Mason, Paul Lukas und Peter Lorre oder das von Harper Goff so unvergesslich designte Unterseeboot Nautilus bleiben angenehm in Erinnerung, auch musikalisch hat der Film einiges zu bieten.

20,000 Leagues Under the Sea - Soundtrack

Den dramatisch orchestrierten Soundtrack komponierte Paul J. Smith, dessen Karriere eng mit den Disney Studios verbunden war. Smith betreute unzählige Trickfilme des Studios musikalisch und war als einer der Violinisten in den Realszenen von Fantasia zu sehen. Gemeinsam mit Leigh Harline und Ned Washington erhielt er 1940 einen Oscar für den unvergesslichen Soundtrack von Pinocchio. Später wurde er auch für die Realfilme des Studios eingesetzt und übernahm hier manche seiner Cartoon-Musik-Erfahrungen. 1994 wurde der neun Jahre zuvor verstorbene Smith zur Disney-Legende gekürt, genau Julie Andrews oder Carl Barks.

20.000 Meilen unter dem Meer

Das absolute musikalische Highlight des Films stammt jedoch nicht von Smith. Den von Kirk Douglas so unvergesslich interpretierten Song A Whale of a Tale schrieben Norman Gimbel und Al Hoffman. Als Bonustracks enthält der Soundtrack noch einige zusätzliche sehr viel routinierter aber auch langweiliger interpretierte Versionen des gleichen Musikstücks, gesungen von The Wellingtons und von Bill Kanady. Außerdem ist noch ein weiterer ebenfalls von Kirk Douglas geschmetterter Song zu hören. And The Moon Grew Brighter stammt aus dem Power-Western Mit stahlharter Faust und wurde als B-Seite auf die Single von A Whale of a Tale gepresst.

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Marvel Comics Library – Spider-Man

Der Taschen Verlag hat in den letzten Jahren mit 75 Years of Marvel Comics und The Stan Lee Story ebenso großformatige wie großartige Bildbände herausgebracht, die optisch und durch die Texte von Roy Thomas voll überzeugen konnten. Jetzt wird dort auch noch eine Marvel Comic Library gestartet, in der die klassischen Hefte aus den 60er-Jahren so originalgetreu wie möglich zum Abdruck kommen.

Marvel Comics Library - Spider-Man

Den Auftakt machen die ersten 21 Spider-Man–Comichefte, also die Hälfte der von Steve Ditko zu Papier gebrachten Abenteuer des netzschwingenden Peter Parkers.

Neukolorierung bei Panini

Während diese Hefte für Neuauflagen meist neu koloriert wurden, hat Taschen alles drangesetzt, um die Rasterpunkte der alten Farbgebung so originalgetreu wie möglich wiederzugeben.

Originalkolorierung bei Taschen

Dieses Bestreben ging sogar so weit, dass für die Reproduktionen der Cover und Backcover Hochglanzpapier und für die Innenseiten Offsetpapier mit matter Oberfläche verwendet wurde. Auf diese Weise kommen die Comics (inklusive Leserbriefe und Werbeanzeigen) in einem knapp 700-seitigen Hardcoverband in englischer Sprache im Format von 28 x 39,5 cm zum Abdruck, also doppelt so groß wie einst die Originale.

Marvel Comics Library - Spider-Man

Das in einer Auflage von 5.000 nummerierten Exemplaren produzierte Resultat revitalisiert durch akribische Rekonstruktion den Charme der Original-Comichefte. Als Beigabe gibt es ein ausführliches Vorwort des Marvel-Herausgebers Ralph Macchio, sowie ausführliche Credits mit Inhaltsangabe zu jedem der enthaltenen Hefte.

Marvel Comics Library - Spider-Man

Die Interessenten für mit 150 Euro nicht ganz billige – weil aufwändig produzierte – Sammler-Ausgaben dürften durch das beständig expandierende Marvel Cinematic Universe nicht weniger werden. Daher ist zu vermuten, dass Taschen wie angekündigt demnächst seine Marvel Comics Library mit Bänden zu Avengers. Vol. 1. 1963 – 1965, Fantastic Four. Vol. 1. 1961 – 1963, Captain America und natürlich Spider-Man fortsetzen wird.

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Terry Moore: Spider-Man liebt Mary Jane

Genauso wichtig wie die Action-Sequenzen waren in den ab 1962 von Stan Lee konzipierten und von Steve Ditko, sowie seinem Nachfolger John Romita, gezeichneten klassischen Spider-Man-Comics die “Herz-Schmerz-Momente“. Die durchgehend in Hunderten von Heften erzählte Saga, handelte nicht nur von großer Macht und ebenso großer Verantwortung, sondern war auch eine Aneinanderreihung von Liebesgeschichten.

Terry Moore: Spider-Man liebt Mary Jane
Cover von Terry Moore

Doch die Saga wurde langsam aber sicher langweilig als Spidey alias Peter Parker immer erwachsener wurde und 1987 schließlich seine geliebte Mary Jane schließlich heiratete, mehr als zwei Jahrzehnte nachdem er sie erstmals erblickt hatte. Zur Auffrischung des Mythos startete Brian Michael Bendis 2000 mit Ultimate Spider-Man 2000 eine entschleunigte Version von Peter Parkers Lehr- und Wanderjahren.

Spider-Man liebt Mary Jane
Cover von Terry Moore

Fast ganz auf Action verzichtete Sean McKeever (Teen Titans) in seinem 2005 gestarteten Update Spider-Man Loves Mary Jane. Er konzentrierte sich auf die weiblichen Charaktere der Serie, wie Gwen Stacy oder Liz Allan. Während es Ultimate Spider-Man in 18 Jahren auf 111 Comichefte brachte, war aus Spider-Man Loves Mary Jane bereits nach 20 Ausgaben die Luft heraus.

Terry Moore: Spider-Man liebt Mary Jane
Artwork von Craig Rousseau

Doch nach einer einjährigen Pause folgte 2008 noch ein kleiner Nachschlag, der es in sich hatte. Mit Terry Moore konnte für eine “Season 2“ ein neuer Autor gewonnen werden. Diesem war es gelungen aus seine Serien Strangers in Paradise, Rachel Rising, Echo und Motor Girl zu einem “Terryverse“ voller glaubhafter weiblicher Charaktere zusammenzufügen.

Cover von Terry Moore
Cover von Terry Moore

In fünf Heften erzählt Moore sehr sensibel von Mary Janes Selbstzweifeln, die noch verstärkt werden, nachdem sie im Internet gemobbt wird. Moore findet auch passende Bilder für die Faszination, die der Netzschwinger auf das junge Mädchen ausübt und lässt Mary Jane von Spider-Man als King Kong träumen.

Terry Moore: Spider-Man liebt Mary Jane
Cover von Adrian Alphona

Die in sich abgeschlossene Geschichte findet eine glaubhafte Auflösung. Die zugehörigen Zeichnungen sind zwar bei Craig Rousseau (Batman ’66) in guten Händen, dennoch ist es schade, dass hier nicht Terry Moore höchstpersönlich zum Griffel gegriffen hat. Doch immerhin enthält der Panini-Sammelband alle fünf von Moore großartig zu Papier gebrachten Titelbilder, sowie sehr zwei schöne Variant-Cover von Adrian Alphona (Ms. Marvel).

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Grant Morrison & Frank Quitely: WE3

Als diese aus drei US-Heften bestehende Miniserie 2004 bei Vertigo erschienen ist, waren auf den Titelbildern auch rührend gestaltete Handzettel abgebildet. Hierbei handelte es sich um Suchanzeigen für drei von ihren Besitzern verzweifelt gesuchte niedliche Haustiere, die auf die Namen Bandit, Tinker und Pirate hören.

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3
Softcover von 2022

Doch mittlerweile sind diese kaum noch als Hund, Katze und Kaninchen zu erkennen. Durch modernste Kybernetik sind sie zu nahezu unbesiegbaren Kampfmaschinen geworden und werden vom US-Militär als Killerkommando eingesetzt werden. Doch kurz bevor sie von ihrem Hersteller, dem ein noch tödliches Update gelang, eliminiert werden sollen gelingt Weapon 3 die Flucht…

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3

WE3 besticht durch die kunstvoll hyperrealistischen – gelegentlich an Richard Corben erinnernden – Bilder von Frank Quitely, die die Geschichte ganz ohne erklärende Texte erzählen. Dabei gelingen ihm innovative Layouts und spektakuläre Action-Sequenzen, die sich oft auf Doppelseiten im Breitwand-Format abspielen.

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3

WE3 wurde inspiriert Richard Adams´Romane Watership Down und Die Hunde sind los. Der Autor Grant Morrison arbeite bereits häufiger, etwa bei All-Star Superman mit seinem schottischen Landsmann Frank Quitely zusammen. Morrison erzählt fast immer aus der Tierperspektive. Frank Quitely zeigt die Gesichter der menschlichen Protagonisten nur selten, vermittelt aber eindringlich die Höllenqualen, die Bandit, Tinker und Pirate erlitten haben.

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3
Softcover von 2008

Für die überfällige Neuauflage dieses modernen Klassikers ergänzten Morrison und Quitely ihren Comic um zehn Story-Seiten, durch die einzelne Sequenzen noch etwas vertieft werden. Panini hat Hardcover, Großformat und einen knapp 30-seitigen Making-Of-Anhang spendiert. Diese Edition ist ein Must-have für Comic- und Tierfreunde.

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Robin: Das erste Jahr

Robin ist wohl der berühmteste Sidekick eines Superhelden – gut, dass es ihn gibt, denn mit ihm ist der Batman-Mythos um noch eine Facette reicher. Aber auch ohne seinen Mentor ist Robin als Charakter eine vollwertige Figur. Sehr wenig ist aus dem ersten Jahr des jungen Robin Dick Grayson bekannt. Wir wissen nur, dass er zusammen mit seinen Eltern die Zirkustruppe The Flying Graysons bildete, und, dass seine Eltern ebenfalls – genauso wie die Eltern von Bruce Wayne – ermordet wurden.

Robin: Das erste Jahr

Sehr gekonnt verstehen es die Autoren Chuck Dixon und Scott Beatty mehrere Geschichten über das erste Jahr zu erzählen. Dabei gibt es geschliffene Dialoge und Wortspiele der Extraklasse. Ein solch tiefes Ausleuchten der Beziehung Bruce Wayne/Dick Grayson hat man selten gelesen. Der Jugendliche Dick Grayson steht aber in jeder Situation im Vordergrund: Er ist die Hauptperson. Seine Achterbahnfahrt der Gefühle und Ereignisse in seinem ersten Jahr in diesem “Geschäft“ wird zugleich rasant, aber auch mit nachdenklichen Zügen dargestellt. Und wieder gilt: Was als lebenslange Übung zur Bewältigung von Kummer und Rachedurst begann, wurde zu weit mehr.

Robin: Das erste Jahr

Was die künstlerische Darstellung angeht: Klare Linien, treffend genaue Darstellung von Mimik und Gefühlen. Minimaler (scheinbar!) Aufwand bei maximaler Wirkung. Die Zeichnungen vom Spaniern Javier Pulido (Inker) und von Robert Campanella (Penciller) wissen in jeder Situation zu überzeugen. Sehr angenehm werden die schlichten, aber ausdrucksstarken Bilder durch die Farbgebung von Lee Loughridge in ihrer Wirkung verstärkt.

Das ist auch eine der ganz großen Leistungen dieser Miniserie um das erste Jahr des jungen Dick Grayson in seiner neuen Aufgabe als Robin: Mit wenig Mitteln – sowohl zeichnerisch/künstlerisch, als auch mit Worten – unendlich viel erzählen. So oder so ähnlich kann es also gewesen sein: Das erste Jahr von Robin!

Norbert Elbers

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Ministerium der Angst

England 1944. Stephen Neale wird aus der Irrenanstalt entlassen, in die er eingeliefert wurde, weil er angeblich seine todkranke Frau umbrachte. Bereits nach kurzer Zeit muss er feststellen, dass die Realität außerhalb der Anstalt surreal und verwirrend ist. Nachdem er auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung eine Torte gewonnen hat, die gar nicht für ihn vorgesehen war, gerät er in eine Spionage-Verschwörung der Nazis.

Ministerium der Angst

Fritz Lang verfilmte 1944 einen Roman von Graham Greene (Der dritte Mann), den er sehr schätzte. Vom Drehbuch war er jedoch weniger begeistert. Das Resultat kann sich dennoch sehen lassen, denn Ministerium der Angst erinnert in seiner Mischung aus Spionage- und Love-Story inhaltlich an Hitchcock-Filme wie Die 39 Stufen oder Der unsichtbare Dritte.

Graham Greene

Doch genau wie Fritz Langs  Noir-Thriller Gefährliche Begegnung ist Ministry of Fear trotz einiger humoriger Dialoge und Situationen geprägt von einer äußerst düsteren Grundstimmung. Dies liegt sicher auch daran liegt, dass Ray Milland in der Hauptrolle keinen Durchschnittsbürger spielt, sondern einen frisch entlassener Irrenhaus-Insassen, der mit seinem Leben hadert.

Das Verhalten der Nazi-Verschwörer entspricht zwar gängigen Kino-Klischees, doch Lang, der Deutschland 1933 gleich nach der Machtergreifung verließ, weiß aus eigener Erfahrung wovon er filmt. Sein Film spielt zwar in einer eher expressionistisch anmutenden Kulissenwelt, doch das Grauen des Zweiten Weltkriegs mit Bombenangriffen auf London und Menschen, die von heute auf morgen ihre Heimat verlassen mussten, sind integraler Bestandteil. Auch dadurch wird Ministerium der Angst zu mehr als einer weiteren Spionage-Phantasie aus Hollywood.

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Christian Keßler: Hollywood Blackout

„Die Arbeit an dem Buch hat mir ein wenig die seelentötende Zeit des ersten Corona-Jahres erleichtert, mit all seinen Widrigkeiten, seinen Entmutigungen und seiner lausigen Einsamkeit. Kunst ist niemals ein Allheilmittel, sie bläst das Böse nicht fort. Aber sie macht es erträglich, sie kleidet es ein in all das, was sein kann, wenn wir es zulassen. Und sie bleibt bei uns, sie wird ein machtvoller Teil von uns, wenn sie uns berührt. Deshalb – bleibt zuversichtlich, bleibt aufrecht, bleibt mutig. Und bleibt vor allen Dingen gesund. Wohlsein Euch allen!“

Christian Keßler: Hollywood Blackout

Es ist ganz gewiss kein Spoiler, wenn ich meine Rezension mit dem letzten wirklich zu Herzen gehenden Absatz aus Christian Keßlers neuen Buch beginne. Der gute Mann neigt ansonsten eher nicht zu Pathos und seine in Büchern wie Wurmparade auf dem Zombiehof nachzulesenden Filmanalysen sind oft amüsanter als die von ihm beschriebenen Trashfilme. Doch schon in Endstation Gänsehaut, seiner umfassenden Würdigung des Horror-Kinos, war Keßlers Liebe zum Genre-Kino überdeutlich zu spüren.

Christian Keßler: Endstation Gänsehaut

Dies ist bei Hollywood Blackout ebenfalls der Fall. Hier beschäftigt sich Keßler mit „Sternstunden des amerikanischen Noir-Kinos“ die zwischen 1941 und 1961 entstanden sind. Auch diesmal ist es ihm gelungen, neugierig auf Filme zu machen, die heute kaum noch bekannt sind und von vielen potentiellen Zuschauern gemieden werden, weil sie in Schwarzweiß gedreht wurden. Doch gerade der Einsatz von Licht und Schatten anstelle von pseudo-realistischer Technicolor-Farbigkeit macht den besonderen Reiz dieser von menschlichen Abgründen erzählenden Filme aus.

Frau ohne Gewissen

Keßler beschäftigt sich mit circa 300 Filmen der Schwarzen Serie. Darunter befinden sich natürlich auch anerkannte Meisterwerke wie Filme wie Billy Wilders Frau ohne Gewissen oder Fritz Langs Gefährliche Begegnung. Doch es ist zu spüren, dass der Autor mehr Spaß daran hat, sich mit vergessen Filmschätzen zu beschäftigen, anstatt zum x-ten Mal die Meisterschaft eines Alfred Hitchcock zu feiern, dessen Werke keine Aufnahme ins Buch fanden. Für Keßler sind die Helden des “Genies aus London“ zu puritanisch, denn sie atmen selten “den Abgrund der Schlangengrube“, den er mit dem Film Noir verbindet.

Frau ohne Gewissen

Da die Filme in chronologisch Reihenfolge besprochen werden, können auch historische Zusammenhänge vermittelt werden und gezeigt werden, wie Karrieren von Künstlern, die sozial engagierte Filme drehten, in den 50er-Jahren durch die Hexenjagd von Senator Joseph McCarthy tragisch endeten. Einmal mehr gelingt es Keßler, der für besonders abscheuliche Noir-Charaktere die schöne Bezeichnung “Schmierseppel“ erfunden hat, beim Leser Vorfreude auf Filme zu erwecken, von deren Existenz er zuvor nichts wusste.

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Edgar Wallace: Neues vom Hexer

1964 geriet die Reihe der Edgar Wallace-Verfilmungen von Horst Wendlandts Rialto ein wenig ins Stocken. Die letzten Filme brachten nicht mehr den gewohnten Kassenerfolg. Daher wurden für Der Hexer mit Heinz Drache und Joachim Fuchsberger gleich beide Chef-Kriminalisten der Serie in einer Produktion eingesetzt. So entstand ein temporeicher Film mit deutlichen Anleihen bei James Bond, dessen Erfolg die Serie wiederbelebte.

Bereits ein Jahr  folgte eine Fortsetzung, in der die Titelfigur wieder von Scotland Yard gejagt wird, gleichzeitig aber bei der Aufklärung eines verzwickten Kriminalfalls hilft. Diesmal ist allerdings nur der von Heinz Drache gespielte australischen Inspector Wesby dabei, weil sich Inspector Higgins alias Joachim Fuchsberger gerade in den Flitterwochen befindet.

Neues vom Hexer ist die einzige Fortsetzung innerhalb der Edgar Wallace-Reihe und sicherlich nicht das absolute Highlight der Serie. Der Film entstand zu einer Zeit als die bis vier Wallace-Filme pro Jahr in die Kinos kamen. Dank der guten Besetzung mit Eddi Arent und Klaus Kinski, sowie einiger auch heute noch beeindruckender Tierdressuren bietet der Film aber dennoch spannende Unterhaltung.

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