Alle Beiträge von Heiner Lünstedt

Roger Moore: Live And Let Die

Als Jane Seymour, eine ausgebildete Balletttänzerin, während der Dreharbeiten zu Leben und Sterben lassen herumalberte und Roger Moore darauf hinwies, dass sie ihre Beine weiter auseinanderspreizen könne als er, entgegnete dieser: “Ich muss das auch nicht, um ins Filmgeschäft zu kommen, mein Entlein.“

Roger Moore: Live And Let Die

Wer nun erwartete, dass es in Moores Film-Tagebuch vor sexistischen Knallschoten nur so wimmelt, dürfte enttäuscht sein. Der Schauspieler absolvierte die Dreharbeiten zu seinem ersten James-Bond-Film fast komplett an der Seite seiner italienischen Gattin Luisa und auch die beiden Kinder waren oft in der Nähe. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, über fremdgehende Crew-Mitglieder zu spotten.

Leben und sterben lassen

Bemerkenswerter ist aber, dass Roger Moore, der eng mit Harry Belafonte und Sidney Poitier befreundet war, auch Rassismus thematisiert, zumal die Romanvorlage von Ian Fleming nicht frei davon ist. So hätte er es eigentlich für angebracht gehalten, wenn in Leben und Sterben lassen nicht nur der von Yaphet Kotto verkörperte Schurke von einem schwarzen Darsteller verkörpert wird, sondern auch das Bond-Girl. Mit großer Verwunderung (und wohl auch mit unterdrückter Wut) reagiert er auf die Äußerungen von Landsleuten, denen es sauer aufstieß, dass an seiner Seite – also neben einem britischen National-Heiligtum – in einer Nebenrolle die schwarze Darstellerin Gloria Hendry zu sehen ist.

Leben und Sterben lassen
© United Artists / Twentieth Century Fox

Doch in erster Linie wird hier ein sehr lebendig geschriebener Einblick in die Produktion eines Filmes geboten, der in New Orleans, auf Jamaika, in New York und natürlich den Pinewood Studios in London entstanden ist. Leben und Sterben lassen unterhält auch nach 45 Jahren immer noch bestens, das gilt auch für Roger Moores oft sehr pointierte Einträge in sein Film-Tagebuch.

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Lulu – Die nackte Frau

Étienne Davodeau (Die Ignoranten – Wenn Wein und Comic sich begegnen) feiert mit Lulu – Die nackte Frau seine deutsche Premiere. Seine Geschichte handelt von der recht unscheinbaren unglücklich verheirateten Lulu, die trotz ihrer Verantwortung für drei noch lange nicht volljährige Kinder eines Tages einfach aus dem Familienleben ausbricht.

Lulu – Die nackte Frau

Eigentlich wollte Lulu nur ein Vorstellungsgespräch in einer anderen Stadt führen, was ziemlich daneben ging. Spontan entschloss sie sich für einige Tage auszusteigen. Fast ganz ohne Bargeld gelingt es ihr eine gehörige Portion Lebenslust zu tanken. Sie beginnt eine Affäre mit einem Mann, der ebenso nett und unauffällig wie sie ist.

Lulu – Die nackte Frau

Als Lulu nach einer ganzen Weile immer noch nicht zurückgekehrt ist, fragen sich ihre älteste Tochter und einige Freude, ob es Lulu überhaupt noch möglich ist in den Alltag zurückzukehren. Sie machen sich auf die Suche nach Lulu…

Lulu – Die nackte Frau

Étienne Davodeau ist zweifelsohne ein sehr viel besserer Autor als Zeichner. Trotz seiner unspektakulären und nur sehr selten atmosphärischen Bebilderung fesselt die aus mehreren Blickwinkeln erzählte Geschichte, die mittlerweile auch verfilmt wurde.

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Sonnenfinsternis

Sechs mehr oder weniger lose verbandelte mehr oder weniger junge Menschen (von jeder Sorte drei) verbringen vier Tage und vier Nächte in einem abgelegenen Haus in Südfrankreich um eine Sonnenfinsternis zu erleben. Auf engstem Raum geraten Freund- und Liebschaften auf den Prüfstand, alte Wunden reißen auf und zur Abwechslung gibt es auch noch allerlei völlig neue Problematiken.

Sonnenfinsternis

Diese eher an einen französischen Quasselfilm erinnernde Grundsituation verwandelten Jim (der als Théhy u. a. Der Engel und der Drache zeichnete) und Fane (Joe Bar Team) in einen der mitreißendsten Comic-Trips der letzten Jahren. Beide fungierten zugleich als Zeichner und Autor, wobei jeder drei der Hauptfiguren entwarf (und dann auch zeichnete). Diese äußerst lebendigen Schöpfungen ließen sie dann nach allen Regeln der Tragikomödie fast 300 Seiten lang aufeinander los.

Sonnenfinsternis

Selten fühlte sich ein Comic so lebensnah nah an, was am ebenso ausgereift wie skizzenhaft wirkenden Schwarzweißstil liegt, dem niemals anzumerken ist, dass hier zwei Zeichner zugange waren. Auch die Panel-Bildausschnitte sind oft äußerst originell ausgewählt und setzen innerhalb der Geschichte interessante zusätzliche Akzente. Mit diesem fetten Album ist Splitter – fernab der Fantasy-Schiene und ganz ohne Graphic-Novel-Mogelaufkleber – ein ganz großer Wurf gelungen.

Sonnenfinsternis

(Zum auf dem Klappentext angekündigten “Eklat“ kommt es allerdings nicht, was auch gut so ist, denn das Personal dieses Comics wächst dem Leser sehr schnell ans Herz.)

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Avengers: Der endlose Krieg

Die Comics des Briten Warren Ellis zeichnen sich zumeist nicht gerade dadurch aus, dass sie leichte Kost sind. Manche mögen Werke wie Transmetropolitan oder Global Frequenzy als “anspruchsvoll“ bezeichnen, andere als “unlesbar“. Wenn Ellis jetzt einen Comic geschrieben hat, den Panini als „Graphic Novel mit den Helden aus Joss Whedons Avengers“ bewirbt, ist dies dennoch keine Trittbrettfahrerei, denn Warren Ellis ist nicht ganz unschuldig an dem Erfolg der Kinofilme mit den Marvel-Superhelden.

Avengers: Der endlose Krieg

Die von ihm geschriebene Mini-Serie Iron Man: Extremis inspirierte den ersten Kinofilm mit dem Eisenmann, in dem Robert Downey jr. brillierte und die Ära der Marvel-Blockbuster einleitete. Doch höchstwahrscheinlich waren die Filmemacher weniger von Ellis‘ gewohnt wirrer Story beeindruckt, sondern sehr viel stärker durch die hyperrealistischen Zeichnungen von Adi Granov, der auch Storyboards und Entwürfe für die Rüstungen zum ersten Iron Man-Kinofilms anfertigte.

Avengers: Der endlose Krieg

Mit Der endlose Krieg gelang Ellis überraschenderweise eine Avengers-Geschichte, die auch jenen Lesern viel Vergnügen bereiten dürfte, die noch nie einen Superhelden-Comic in der Hand hatten und die Marvel-Charaktere nur aus dem Kino kennen. Das Etikett “Graphic Novel“ erhielt der Comic bereits in den USA, da er nicht wie sonst bei Marvel üblich zuerst als Fortsetzung in Heftform, sondern sofort komplett als Hardcover veröffentlicht wurde.

Avengers: Der endlose Krieg

Avengers: Der endlose Krieg ist der erste Band einer Marvel-Reihe mit “Original Hardcover Graphic Novels“. Ellis gelingt hier eine spannende Superhelden-Geschichte in der die Avengers eine große Mission zu erfüllen haben, die sowohl mit der Zweite-Weltkriegs-Vergangenheit von Captain America als auch mit Thors nordischer Götterwelt und zudem auch noch mit den real existierenden “endlosen Kriegen“ im Großraum Afghanistan zusammenhängt. Dabei wurde mit “Slorenia“ ein seit 1994 nur auf dem Marvel-Globus existierendes fiktives Land als Krisenherd gewählt wurde.

Avengers: Der endlose Krieg

Was im Kino (noch) nicht möglich ist, klappt in Der endlose Krieg problemlos: Wolverine kämpft an der Seite der Rächer. Abgerundet wird der schön aufgemachte Hardcover-Band noch durch ein Vorwort von Clark Gregg, der in den Marvel-Kinofilmen und in der leider unter Superhelden-Mangel leidenden TV-Serie Agents of S.H.I.E.L.D. den Agenten Coulson spielt. Dieser outet sich als totaler Marvel-Fan. Einziges Manko am Comic sind die oftmals etwas leeren Bilder von Mike McKone. Was hätte ein genialer Zeichner wie Bryan Hitch (The Ultimates) aus einer Geschichte wie dieser gemacht, die auch perfekt als Vorlage für einen Kinofilm wäre!

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Nieder mit Hitler

Jochen Voit fiel immer wieder ein älterer Mann auf, der die von ihm geleitete Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt aufsuchte. Bei dem Besucher des ehemaligen Stasi-Gefängnisses handelte es sich um Karl Metzner, und dieser hatte eine mehr als interessante Geschichte zu erzählen.

Nieder mit Hitler

Gemeinsam mit Jochen Bock und drei weiteren Mitschülern aus der Handelsschule gründete Metzner 1943 die Erfurter “Zelle des Nationalkomitees Freies Deutschland“. Die Jungs hörten ausländische Sender, was strengverboten war. Sie schrieben Anti-Hitler-Parolen an Hauswände und auf seiner Reiseschreibmaschine tippte Metzner Flugblätter, die er zusammen mit der Gruppe verteilte.

Nieder mit Hitler

Die Schüler wurden von der Gestapo gefasst und wegen „Rundfunkverbrechen“ sowie “Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zu Haftstrafen verurteilt. Nach dem Krieg wurde Metzner Pfarrer. Die mit dieser Berufswahl angeblich verbundene „falsche Einstellung“ verhinderte, dass Metzner in der DDR dauerhaft als Widerstandskämpfer anerkannt wurde.

Nieder mit Hitler

Jochen Voit machte aus dem Leben von Metzner einen Comic in dem er einen Stasi-Mitarbeiter sagen lässt: “Es ist wichtig, dass wir in der DDR sorgsam unterscheiden zwischen einem Lausbubenstreich und echtem Antifaschismus.“ Letzterer wurde nur kommunistischen Widerständlern zugestanden.

Nieder mit Hitler

Der von Voit geschriebene und von Hamed Eshrat (Venustransit) gezeichnete Comic macht sehr deutlich, dass es sich bei den Aktionen von Metzners Gruppe keineswegs um harmlose Streiche handelte. Die Erzählung erzählt, wie aus jungen Menschen, die dem nationalsozialistischen Regime unterschiedlich nahe standen Widerständler wurden. Der Comic wechselt zwischen zwei Zeitebenen und schildert in einer schwarzweißen Rahmenhandlung wie Metzner 1960 von der Stasi verhört wird und sich (in farbigen Rückblenden) an seine Jugendjahre erinnert.

Nieder mit Hitler

Die Geschichte gehorcht keiner konventionellen Dramaturgie, vermeidet Klischees in der Handlungsführung und orientiert sich sehr nah an tatsächlichen Ereignissen. Dem Autoren und dem Zeichner gelang es Karl Metzner “das Medium Comic schmackhaft zu machen“. Der alte Mann beantwortete geduldig Fragen und ihm gefiel was Voit und Eshrat daraus machten. Metzner ist am 23. August 2018 im Alter von 90 Jahren verstorben. Durch diesen sehr lesenswerten Comic lebt er weiter.

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Mein Name ist Modesty

Ein Film über die Comicheldin Modesty Blaise und auch noch von Quentin Tarantino produziert, das klingt wahrhaft spannend. In 95 Comicgeschichten (die besten davon hat Jim Holdaway gezeichnet) und vor allem in seinen 12 Romanen schuf der englische Autor Peter O’Donnell ein faszinierendes Universum rund um die ehemalige Verbrecherin Modesty Blaise, die wenn es ihr gerade gelegen kommt beim britischen Geheimdienst aushilft.

Mein Name ist Modesty

Bereits 1966 drehte Joseph Losey mit Monica Vitti eine recht aufwändige Verfilmung, die jedoch ihr Thema völlig verfehlte und alle Qualitäten von Peter O’Donnells Schöpfung völlig ignorierte. Ein ähnlicher Eindruck entsteht auch beim ersten Sichten von Mein Name ist Modesty. Da die Gebrüder Weinstein die Rechte an der Figur hatten und kein großes Filmprojekt in Gange kam, ließen sie Scott Spiegel (From Dusk till Dawn 2) in 19 Tagen in Rumänien einen Billigfilm drehen. Erzählt wird ein sehr frühes Abenteuer von Modesty Blaise, was den Nachteil hat, dass die ganz speziellen Vorzüge der Serie kaum zum Tragen kommen, weil z. B. Modestys Kompagnon Willie Garvin noch gar nicht dabei ist.

Mein Name ist Modesty

Doch ganz so schlimm ist der Film dann doch nicht und das Werk fand immerhin die Gnade von Peter O’Donnell , der ohnehin von Tarantino ziemlich angetan ist, seit dieser höflich anfragen ließ, ob eine von John Travolta gespielte Figur in Pulp Fiction einen Modesty Blaise-Roman lesen darf. Doch Tarantinos Beteiligung an Mein Name ist Modesty beschränkt sich anscheinend ohnehin nur darauf, dass er als großer Fan der Figur das Drehbuch gar nicht einmal so schlecht fand und auf der DVD für ein (immerhin recht launiges) Interview zur Verfügung stand.

Mein Name ist Modesty

Auch ansonsten versöhnen die Extras der DVD (darunter ein hochinteressantes Interview mit Peter O’Donnell ) etwas mit dem doch arg bescheiden geratenen Film. Schade an der ganzen Sache ist vor allem, dass die Rechnung nicht wirklich aufging und von einem aufwändigeren Fortsetzungsfilm über die spätere Modesty Blaise bisher leider nicht in Sicht ist.

Mein Name ist Modesty

Extras der DVD: Zwei Audio-Kommentare: 1. von den Drehbuchautoren Lee Batchler und Janet Scott Batchler und 2. vom Regisseur Scott Spiegel und dem Produzenten Ted Nicolaou, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Making Of (13:40 min); Interview mit Peter O’Donnell (52 min); Interview mit Quentin Tarantino und Scott Spiegel (42 min); Ein Rückblick auf die „Modesty Blaise Comics“: Englischsprachige Texttafeln zu allen 95 Comics

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Reddition # 68: Dossier Héctor Germán Oesterheld

Bereits vor 25 Jahren brachte Reddition, die “Fachzeitschrift für Graphische Literatur“, zwei Ausgaben heraus, die sich intensiv mit der vielfältigen argentinischen Comic-Szene beschäftigten. Seinerzeit wurden ausführliche Interviews mit den Zeichnern Alberto Breccia (Eternauta 1969) und José Antonio Muñoz (Joe’s Bar) geführt, die auch in dieser Ausgabe zu finden sind.

Reddition # 68: Dossier Héctor Germán Oesterheld

Spätestens nach der Veröffentlichung des argentinischen Comic-Klassikers Eternauta durch den avant-verlag, die von einer vielbeachteten Wanderausstellung begleitet wurde, ist der Name des Autoren Héctor Germán Oesterheld etwas bekannter geworden. Dessen tragisches Schicksal – er und drei seiner Töchter sind in den 70er Jahren während der Militärjunta verschwundenen – erinnert an seine wohl bekannteste Comic-Figur.

Eternauta

Der Eternauta Salvo versucht am Ende der Science-Fiction-Geschichte seine Familie wiederzufinden. Oesterheld steht im Zentrum der 68. Ausgabe der Reddition. Dieser hat nicht nur durch Eternauta Comic-Geschichte geschrieben, sondern in Zusammenarbeit mit ihm, konnte auch ein weiterer Großmeister der anspruchsvollen Comic-Erzählung wichtige erste Erfahrungen sammeln. Der Italiener Hugo Pratt lebte ab 1949 für zehn Jahre in Argentinien und arbeitete dort an von Oesterheld geschriebenen Serien wie Sgt. Kirk oder Ernie Pike, bevor er ab 1967 den Abenteuer-Klassiker Corto Maltese zeichnete und schrieb.

Reddition # 68: Dossier Héctor Germán Oesterheld

Reddition # 68 widmet sich dem Werk Oesterhelds, aber auch seinem von Militärdiktatur und Unterdrückung bestimmten Leben. Seine wichtigsten Wegbegleiter Hugo Pratt, Alberto Breccia, Francisco Solano López, Arturo Del Castillo, José-Antonio Muñoz und Enrique Breccia werden porträtiert und interviewt. Einmal mehr gelang hier eine gut zusammengestellte Materialsammlung zu einem sehr interessanten Thema.

Zu bestellen unter: www.reddition.de

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Das Tagebuch des Ricardo Castillo

2011 erschien in der FAZ. als Fortsetzung die Serie Das Tagebuch des Ricardo Castillo von Alexis Martinez und Gunther Brodhecker.  Spuren im Eis, das erste der drei Abenteuer kann hier online gelesen werden. Sofort fällt auf, dass nicht nur der Titel der Geschichte an das Comicalbum Tim in Tibet erinnert, das auf dem Cover Yeti-Spuren im Schnee zeigt, sondern auch Martinez’ Zeichenstil ist allerfeinste Ligne Claire in bester Hergé-Tradition.

Das Tagebuch des Ricardo Castillo

Dies setzt sich auch inhaltlich fort, denn Brodhecker gelingt das auch im francobelgischen Comic schon lange nicht mehr selbstverständliche Kunststück Geschichten zu erzählen, die sowohl spannend als auch – durch schrullige Nebenfiguren – schreiend komisch sind. Das von Trappern und Indianern bevölkerte schneebedeckte Kanadas erweist sich als ideale Kulisse für Abenteuerlichkeiten aller Art. Selbst die tragische Vergangenheit des Titelhelden bringt die Serie nicht aus dem Gleichgewicht. Der Jude Ricardo Castillo verließ um 1750 mit Frau und Sohn seine nicht eben tolerante Heimat Spanien in Richtung Neue Welt, doch in Neu-Frankreich kamen seine Angehörigen bei einem Brand ums Leben.

Das Tagebuch des Ricardo Castillo

Nicht nur den Comic sondern auch die Buchveröffentlichung realisierten Martinez und Brodhecker im Alleingang- Sie gründeten dafür eigens einen Verlag, da sie Das Tagebuch des Ricardo Castillo nicht als farbiges Album sondern in schwarzweiß (mit überarbeiteten Zeichnungen) in einem edlen Breitwand-Buch veröffentlichen wollten.

Das Tagebuch des Ricardo Castillo

Dass dies eine gute Idee war, belegt die Veröffentlichung der dritten Castillo-Story Die Nordwest-Passage in Ausgabe 173 des Comicmagazins Zack, die auch ein interessantes Interview mit Martinez und Brodheckerenthält. Hierfür wurde die in der FAZ. im Strip-Format veröffentliche dritte Castillo-Geschichte Die Nordwest-Passage hochkant ummontiert und zudem auch noch koloriert, was keine Verbesserung darstellt. Nur in schwarzweiß entfaltet der Comic seine volle Wirkung!

Das Tagebuch des Ricardo Castillo

Es bleibt zu hoffen, dass weitere Abenteuer von Ricardo Castillo folgen werden!

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Eternauta 1969

Von 1957 bis 1959 erschien im Comic-Magazin Hora Cero als Fortsetzung die Serie El Eternauta („Der ewig Reisende“). Nicht ohne Grund gilt sie als bedeutendster Comic Argentiniens. Dies liegt auch daran, dass die von Héctor Germán Oesterheld geschriebene und von Francisco Solano López in Szene gesetzte Science-Fiction-Geschichte ab den 70er Jahren – auch durch das tragische Schicksal Oesterhelds – als prophetisches politisches Gleichnis angesehen werden muss.

Eternauta 1969

Es ist schwierig, die oft sehr grausame Schilderung des durch eine Alien-Invasion ausgelösten Zusammenbruchs der Zivilisation in Argentinien nicht mit dem rücksichtslosen Vorgehen der dortigen Militärdiktatur in den 70er Jahren in Verbindung zu bringen. Wenn am Ende der Geschichte Salvo der Eternauta verzweifelt versucht seine Familie wieder zu finden, dann erinnert dies auf äußerst tragische Weise an Elsa Oesterheld, die nie erfahren hat, was mit ihrem in den 70er Jahren während der Militärjunta verschwundenen Mann Héctor, sowie mit den Töchtern Estela, Diana, Beatriz und Marina geschehen ist.

Eternauta 1969

Doch auch schon zu Lebzeiten Oesterhelds war El Eternauta ein Klassiker, an dessen Erfolg er anzuknüpfen versuchte. So schrieb er 1976 aus dem Untergrund eine Fortsetzung der Geschichte, die direkten Bezug auf die politischen Verhältnisse in Argentinien nahm und wieder von Solano López gezeichnet wurde. Eine Art Remake der Geschichte erschien 1969 als einziger Comic-Beitrag in der Illustrierten Gente. Der Text stammt wieder von Oesterheld und die sehr ungewöhnliche Grafik vom argentinischen Comic-Meister Alberto Breccia.

Eternauta 1969

Dieser hatte bereits mit Oesterheld u. a. bei der Serie Mort Cinder zusammengearbeitet. Für die Neufassung von El Eternauta wählte Breccia einen sehr experimentellen schwarzweißen Stil, über den sich einige Leser und auch die Redaktion von Cente sehr aufregten. Als Breccia sich weigerte “kommerzieller“ zu zeichnen, wurde die in kleinen Portionen von drei Seiten pro Ausgabe veröffentlichte Serie recht abrupt beendet. Die vorletzte Folge war sehr textlastig und das  Ende ist ähnlich “zirkulär“wie bereits 1959.

Eternauta 1969

Doch ansonsten hat Oesterheld einige Veränderungen an seiner Geschichte vorgenommen. So ist im Comic von 1969 der Zusammenhalt der Überlebenden sehr viel fragiler als 10 Jahre zuvor. Noch bemerkenswerter ist jedoch, dass die Alien-Invasion in Argentinien, ja in ganz Südamerika, mit der Zustimmung von USA, UdSSR und weiteren Großmächten geschah. Dies hat die Herausgeber von Cente, die sich bei ihrer Leserschaft für die Veröffentlichung des Comics entschuldigten, wahrscheinlich noch mehr verstört als Breccias Zeichnungen.

Eternauta 1969
Mit 50 Seiten ist diese Comic-Version von El Eternauta (die ursprüngliche Serie umfasste 350 Seiten) leider nur eine kleine Fußnote zum Klassiker geworden. Doch es ist sehr lobenswert, dass der Avant Verlag auch diesen Eternauta, der dank der kreativen Meisterschaft von Oesterheld und Breccia, sehr viel mehr als ein Fragment ist, in einer schönen Hardcover-Version veröffentlicht hat. Nicht unerwähnt bleiben soll auch das tolle Titelbild für das Thomas Gilke (Leroy & Dexter) die Grafik von Alberto Breccia sehr originell koloriert hat..

Reddition 68

Eine gute Ergänzung zum Comic ist die Reddition #68, Die “Fachzeitschrift für Graphische Literatur“ widmet sich dem Werk Oesterhelds, aber auch seinem von Militärdiktatur und Unterdrückung bestimmten Leben. Seine wichtigsten Wegbegleiter Hugo Pratt, Alberto Breccia, Francisco Solano López, Arturo Del Castillo, José-Antonio Muñoz und Enrique Breccia werden porträtiert und interviewt.

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Bodycheck

Bevor er in den Regiestuhl wechselte, spielte Peter Markle für die Eishockey-Nationalmannschaft der USA. Sein zweiter Kinofilm war die Ski-Komödie Hot Dog – Der Typ mit dem heißen Ski, die so erfolgreich lief, dass Markle 1986 sein Wunsch-Projekt realisieren konnte.

Bodycheck

Nach einem auf eigenen Erfahrungen basierenden Drehbuch erzählte Markle die Geschichte vom talentierten Eishockey-Spieler Youngblood (so auch der Originaltitel), der die heimische Farm verlässt um sich in Kanada als Profi-Spieler zu versuchen. Doch der Weg zum Erfolg ist dornig…

Bodycheck

Die nicht allzu originelle Geschichte lässt an Sportlerfilme wie Rocky oder Karate Kid denken, gewinnt jedoch durch die authentisch wirkende Atmosphäre und die rasant in Szene gesetzten Eishockey-Spiele.

Bodycheck

Auch die Besetzung ist großartig. Rob Lowe überzeugt als ehrgeiziger aber sympathischer Youngblood, Patrick Swayze gibt das Großmaul, das erst noch geläutert werden muss und Keanu Reeves, der noch ganz am Anfang seiner Karriere stand, ist in einer Nebenrolle zu sehen. Sehr gut ist auch der erfahrene Nebendarsteller Ed Lauter (Cujo, The Artist) als kerniger Trainer und auch Cynthia Gibb überzeugt als dessen Tochter.

Bodycheck

Der ganz große Erfolg an der Kinokasse war „Bodycheck“ nicht, doch auf Video lief er bestens und der Film hat sich sehr gut gehalten. Die neue Heimkino-Edition von Justbridge enthält die DVD und die Blu-ray. Als Bonus gibt es lediglich einen Trailer, doch da es sich um eine Mediabook-Edition handelt, sind noch zwanzig reich bebilderte Seiten mit einem gut recherchierten Text von Christoph N. Kellerbach enthalten.

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