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Batman: Schwarz – Weiss Collection 1 (von 2)

Batman ist in den Augen seiner vielen Fans der vielschichtigste Comiccharakter, der je das Licht der Welt erblickt hat. Und dafür, dass Künstler und Autoren aus aller Welt sich geradezu darum reißen diesem Helden immer wieder neue Aspekte abzugewinnen und Nuancen geben zu können, ist dieses Werk der beste Beweis.

Hier geben sich die besten des Comic-Biz ein Stelldichein und liefern sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch kleine Meisterwerke rund um den Mitternachtsdetektiv ab.

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Die Geschichten sind losgelöst von der monatlichen Kontinuität und durchleuchten Batman mit allen seinen Facetten. Diese Minimierung auf das Wesentliche ist ein Lesegenuss – ein besonderes Highlight in dem Zyklus ist sicherlich direkt die erste Geschichte „Der Werdegang“ von Warren Ellis und Jim Lee. Hier wird beschrieben, wie akribisch sich Bruce Wayne auf seine Aufgabe vorbereitet hat und wie zielstrebig er seine Bestimmung verfolgt. Keine Mittel sind ihm zu abwegig und zu absurd: So sieht man den jungen Bruce, wie er in einer Leichenhalle mit einem Revolver steht und die Wunden im menschlichen Fleisch untersucht, die er selbst mit verschiedenen Schusswaffen verursacht hat. Dieses Wissen muss er haben in seinem immerwährenden Kampf für die Gerechtigkeit.

Diese Darbietungen in s/w lassen eben viel Platz für unkonventionelle aber gute Ideen, sowohl vom Inhalt, als auch beim manchmal experimentellen Zeichenstil – und das ist zweifelsohne eine Bereicherung, sowohl für die Comic-Schaffenden, als auch für uns, die Leser.

Wieder einmal können wir erleben, was man mit Batman so alles machen kann. Dieser Charakter ist vielseitig verwendbar. Die Kost reicht von einfach bis gehaltvoll, aber nie dünn oder gar schlecht. Hier wird Batman von allen Seiten beleuchtet und man kann ihm sogar neue Nuancen abgewinnen. Was nicht ganz einfach ist, da dieser Charakter nächstes Jahr schon 70 Jahre besteht.

Hier kommt jeder auf seine Kosten: Wer realistische Zeichnungen mag, dem wird „Der Ruf“ – illustriert von Claudio Castellini – gefallen, jene Geschichte von Mark Schultz über die bedingungslose Freundschaft zwischen dem Mitternachtsdetektiven und dem Mann aus Stahl. Wem es eher schräg gefällt, für den wird „Fette Stadt“ von Mick McMahon was sein: Die fetteste Frau von Gotham City muss die Stadt retten, wo Batman allein nichts ausrichten kann.

Und wer wissen möchte, wie Poison Ivy ihren Farn wässert, wenn sie ganz alleine in ihrer Zelle im Arkham Asylum so einsitzt, der erfährt es in der Geschichte „Die Wette“ von keinem geringeren als Paul Dini. Und dass selbst Batman doch Sinn für Humor hat, das lernen wir in „Falschgeld“ von Harlan Ellison. Schweizer stehen sehr auf Melodram – eine Schwäche, die Batman gekonnt ausnutzt, um das zu bekommen von Kaes Poppinger, was er möchte. Böse Buben haben jede Menge Originalpapier zum Erstellen von US-Banknoten geklaut und brauchen jetzt nur noch diese perfekt zu bedrucken und schon haben sie jede Menge echtes Geld. Dazu brauchen sie die Fähigkeiten eines Graveurs – und Poppinger ist der beste in seinem Metier. Eigens hierfür wird er eingeflogen, aber durch einen Tipp von Interpol schon am Flughafen abgefangen und in Gewahrsam genommen. Und damit das Versteck der Fälscher auch noch ausgehoben werden kann und diese keinen Verdacht schöpfen, wenn Poppinger am vereinbarten Treffpunkt nicht erscheint, muss sich Batman dieses Falles auf Drängen der Bundesschatzbehörde annehmen. Und er spielt alle seine detektivischen und psychologischen Trümpfe aus, die er zu bieten hat und erweist sogar am Ende noch eine gehörige Portion Humor! Die Dialoge vom Altmeister Ellison sind pointiert und geschliffen, die Illustration von Gene Ha gekonnt und sein Seitenlayout trickreich und mitunter so filigran, wie die Striche auf Geldscheinen – echten oder falschen.

Abgerundet wird das Werk durch einige sehenswerte pin-ups, u.a. von Marc Silvestri. Von den 27 vorliegenden Geschichten erscheinen sechs in deutscher Erstveröffentlichung: US-Batman: Gotham Knights #21 und fünf Geschichten aus US-Batman: Black and White, Volume Two. Die anderen waren schon einmal bei Panini in den beiden (verlagsvergriffenen) Softcover-Ausgaben „Batman: Schwarz und Weiß“ erschienen. US-Batman: Black and White, Volume One enthält die Geschichten aus der US-Miniserie Batman: Black & White von 1996, die 1997 bei CARLSEN im Batman-Album 30 erschienen waren.

Hat man also das Album von Carlsen und die beiden Bände der Schwarz-Weiss-Collection von Panini, so hat man alle s/w-Geschichten von Batman, die bisher erschienen sind: Die aus der 4-teiligen Mini-Serie (1996), die 49 Zweitstorys aus US-BATMAN: Gotham Knights und die fünf neuen s/w-Geschichten aus US-Batman: Black and White, Volume Two, die exklusiv hierfür geschrieben waren.

Norbert Elbers


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Batman Sonderband #7: Schnee

Batman steht noch am Anfang seiner Karriere als Verbrechensbekämpfer. Er ist wild entschlossen, hart gegen sich selbst, aber noch sehr unerfahren. Und so muss er schnell erkennen, dass die vielen selbst auferlegten Aufgaben nur sehr schwer alleine zu bewältigen sind. Und so kommt er auf die Idee, eine Hilfsgruppe von Spezialisten um sich zu scharen: Jemand, der sich mit Waffen auskennt, eine Psychologin, einen Computerhacker, eine Gerichtsmedizinerin und noch einen Ex-Knacki als weiteren Helfer. So erinnern diese sehr stark an die „Berühmten Fünf“ von Doc Savage, dem Mann aus Bronze.

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Diese Idee von dem Autoren-Team J.H. „Jim“ Williams III und Dan Curtis Johnson ist neu und wurde bisher noch nie für Batman durchdacht. Aber die beiden ersinnen sich eine schlüssige Geschichte und am Ende muss der Dunkle Ritter einsehen, dass er so teamfähig (zu diesem Zeitpunkt??) wiederum auch nicht ist. Aber bis dahin muss die Gruppe viele Erfahrungen machen; eine ist leider, dass es Gegner gibt, die weitaus gefährlicher sind als gedacht und skrupellos genug, um zu töten.

Dieser Gegner ist Mr. Freeze. Die ganze Geschichte erzählt nicht nur vom Scheitern dieses ersten Batman-Teams, sondern auch die für Superhelden und Superbösewichte so wichtige Entstehungsgeschichte – die Origin – für den Eismann neu. Man könnte auch sagen, dies ist „Mr. Freeze: Year One“. Seine tragische Entstehungsgeschichte ist hinlänglich bekannt; die Autoren fügen hierzu auch keine großartig neuen Details hinzu – neu ist die Interaktion zwischen Batman-Team aus normalen Menschen und Verbrecher mit übernatürlichem Ursprung.

Am Ende steht Batman wieder allein da. In der Schlussszene sieht man Bruce Wayne, wie er am Frühstückstisch sitzt und in der Zeitung liest, dass der Haly-Circus nach Gotham City kommt: Die Hauptattraktion sind die Flying Graysons. Die Geschichte macht Spaß beim Lesen und die Bilder von Seth Fisher machen Spaß beim Betrachten. Fisher ist bekannt durch seinen klaren – fast europäischen Stil z.B. „Fantastic Four/Iron Man: Big in Japan“ für Marvel und für DC seine Arbeiten „Green Lantern: Willworld“ und „Flash: Time Flies“ (beide auch erschienen bei Panini). Seth Fisher wurde am 22. Juli 1972 geboren und verstarb leider schon in diesem Jahr (2006) am 30. Januar. Er fiel vom Dach eines Hotels in Japan.

Norbert Elbers


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Batman – Legenden des Dunklen Ritters: Der Schamane

 

Die zweite Hälfte der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts waren für Batman eine gute Zeit. Frank Miller revolutionierte 1986 mit „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“ nicht nur ein ganzes Genre, sondern belebte auf unglaubliche Art und Weise den Mythos des Fledermausmannes völlig neu. Es folgte – ebenfalls von Miller – ein Jahr später „Batman: Year One“. Und 1989 kam der Batman-Film von Regisseur Tim Burton und Michael Keaton in der Hauptrolle in die Kinos. Das Phänomen BATMAN hatte einen neuen Hype erlebt und Batman war wieder „in“.

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Softcover

Ganz auf dieser Erfolgswelle schwimmend kam in die Comicläden wieder ein monatlicher Batman-Titel mit der Nummer #1: Batman: Legends oft he Dark Knight!

Den ersten Storybogen lieferte Denny O’Neil selbst ab – er hatte zwei Jahre zuvor Frank Miller damit beauftragt, dem in die Jahre gekommenen Mitternachtsdetektiven eine neue Origin in Batman: Year One zu verpassen.

Im Vordergrund der neu aus der Taufe gehobenen Serie sollten Geschichten stehen, die ganz am Anfang des Werdeganges von Bruce Wayne zu Batman stehen – neue, noch nicht erzählte Geschichten, sollten die ersten Abenteuerjahre des noch allein agierenden Helden und Vigilanten beleuchten.

So macht Denny O’Neil auch gleich den Anfang und erzählt eine Kriminalgeschichte mit Anlehnungen an Mystery-and-Crime Elemente.

Bruce Wayne ist noch unterwegs in seinen Lehr-und Wanderjahren. So lernt er gerade Spurenlesen von Willy Doggett – sie verfolgen im Hochgebirge von Alaska den Schwerverbrecher Thomas Woodley. Der Böse erschießt den Fährtenleser und bei einem Zweikampf verliert Bruce Wayne all seine Ausrüstung und droht in der Eiseskälte zu erfrieren. Was er auch sicher getan hätte, wenn er nicht von amerikanischen Ureinwohnern gefunden worden wäre. Ohne moderne Medizin und Medikamente – nur durch die Kraft der Vorstellung und von uralten Geschichten gelingt es dem Schamanen, Bruce Wayne das Leben zu retten. Er erzählt ihm die Geschichte, wie die Fledermaus zu ihren Flügeln kam: Der Freund der Fledermaus – der Rabe – war krank und die Fledermaus streckte ihre Finger bis sie länger wurden und damit konnte sie die Krankheit wegwehen. Und als Dank durfte sie die Flügel behalten und ist seitdem das einzige Säugetier das fliegen kann.

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Hardcover

Wieder genesen wird Bruce Wayne von der Enkelin des Schamanen gebeten, niemandem diese Geschichte zu erzählen, denn sonst würden sie ihre Kraft verlieren. Wieder in Gotham City beschließt Bruce Wayne, endlich anzufangen mit seinem Kreuzzug gegen das Böse. Hier baut O’Neil die Szenen aus Millers Year One nahtlos ein. Nach bekanntem Misserfolg seines ersten Streifzuges kommt es zu der immer wieder bemühten und berühmten Schlüsselszene, in der eine Fledermaus den halb verbluteten Bruce Wayne erschrickt und er die Glocke betätigt und Alfred Pennyworth ihn findet und rettet.

Eine Sekte, die Ritualmorde begeht und den Drogenmarkt in Gotham beherrscht, nimmt die Stadt in ihre Fänge. Jetzt ist O’Neil ganz in seinem Element – er entwickelt eine spannende Kriminal- und Detektivstory mit vielen Wendungen und unerwarteten Elementen. Und am Ende passt alles intelligent zusammen. Eine sehr kluge und weit in die Zukunft gedachte Anspielung für den Ursprungsort der Drogen ist Santa Prisca – jene Insel, auf der Bane geboren wurde. Denny O’Neil wurde im Mai 1939 geboren – zufälligerweise in demselben Monat, in dem Batman in Detective Comics #27 das Licht der Welt erblickte. Denny O’Neil hat für viele Jahre das Bild des Dunklen Ritters geprägt, er hat unzählige Geschichten geschrieben und war viele Jahre als Editor (1986 bis 2000) verantwortlich für das Erscheinungsbild und die Storybögen des Dunklen Ritters.

Die Reihe „Batman – Legenden des Dunklen Ritters“ wird fortgesetzt im Sommer mit Morrisons Batman-Früh-Werk „Gothic“ (dt. bei Carlsen „Der Mann ohne Schatten“), im Herbst kommt das Meisterwerk von Doug Moench und Paul Gulacy „Prey“ (dt. bei Carlsen „Die Intrigen des Dr. Strange“) und für Frühjahr 2015 ist „Venom“ – ebenfalls von Denny O’Neil – (dt. bei Carlsen „Wahre Freunde“) vorgesehen. Venom ist das Präludium zu Knightfall.

Norbert Elbers


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DC Premium Softcover #73: Batman – Die Rückkehr von Bruce Wayne

Eingefleischten Batman-Fans verrate ich sicher keine Neuigkeiten, wenn ich hier vermelde, dass Robin bzw. Dick Grayson mittlerweile Batman ist. Bruce Wayne hingegen wurde vom schurkischen Darkseid als “Omega-Strafe“ in die Steinzeit katapultiert. Auch dort bewohnt er in der Tat eine Art Bathöhle und findet einen jungen Steinzeitmenschen, der ihm genau wie einst Robin, der jetzt ja Batman ist, im Kampfe gegen schurkische Höhlenmenschen beisteht.

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Doch keine Angst dieses Konzept – obwohl mitreißend gezeichnet von Chris Sprouse, der einst Alan Moores “Tom Strong“ sehr ansprechend bebilderte – geht nicht in Serie. Vielmehr reist Bruce Wayne in einer sechsteiligen Miniserie – mit Zwischenstationen im Mittelalter (wo er versucht Hexenverbrennungen zu verhindern), bei dem karibischen Piraten Blackbeard, im Wilden Westen und im von Gangsterbanden beherrschten Gotham City der Dreißiger Jahre – zurück in der Gegenwart des DC-Universums. Dies “Konzept“ erinnert an den TV-Klassiker “Time Tunnel“.

Optisch ist diese von sieben verschiedenen Zeichnern gestaltete Miniserie eine feine Sache und zu jedem Heft gibt es zwei verschiedene sehr ansprechend gestaltete Cover (jeweils einmal der Batman des jeweiligen Zeitalters voll in Action und einmal mit Maske in Großaufnahme), die Panini zum Glück in voller Größe mit in diesen Sammelband gepackt hat. Der hochgelobte Texter Grant Morrison (“All Star Superman“) ist jedoch leider weniger an stimmungsvollen Storys um einem Batman für alle Jahrtausende interessiert, sonder spinnt sich (im wahrsten Sinne des Wortes) eine Storyline zusammen, die DC-Allesfresser beglücken mag, Gelegenheitsleser jedoch – abgesehen von tollen Bildern und Covern – außen vor lässt.


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Batman Collection: Marshall Rogers

Nach der ersten Batman Collection mit Mike Mignola würdigt Panini nun mit der zweiten Batman Collection Marshall Rogers einen ganz besonderen Zeichner der langen Batman-Geschichte. Für viele Fans sind die Hefte der Zusammenarbeit aus der Feder von Steve Englehart und dem Zeichner Marshall Rogers die ultimative Interpretation des Dunklen Mitternachtsdetektivs. Ihre Zusammenarbeit beginnt in US-Detective Comics #471 (August 1977) und währte nur sechs Hefte.

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Normalausgabe

In US-Detective Comics #469 (Mai 1977) und #470 (Juni 1977) hatten drei Charaktere ihre ersten Auftritte, die bis heute jedem Batman-Leser ein Begriff sind: Dr. Phosphorus, „Boss“ Rupert Thorne und Silver St. Cloud. Letztere ist die schlohweiße Schönheit, die mit dem Dunklen Ritter eine tiefe Romanze verband. Erdacht wurden sie alle drei von Steve Englehart. Diese beiden Hefte sind leider bis heute nicht auf Deutsch erschienen. (Da sie von Walt Simonson gezeichnet sind fehlen sie natürlich in der “Batman Collection: Marshall Rogers“). Diese zwei Hefte bilden aber den Auftakt zu eben jenem Zyklus, der unter dem Namen „BATMAN: STRANGE APPARITIONS“ in die Geschichte der Comics eingegangen ist. Und als dann in Heft #471 der legendäre Zeichner Marshall Rogers hinzustieß, dauerte es nicht mehr lange, bis dieser Handlungsbogen endgültig Kult-Status erreichte.

„Batman: Strange Apparitions“ erstreckt sich von Detective Comics #469 bis #479 (ohne #477!); von diesen sind (bis auf einige Panels) die Nummern #471 bis #476 im Batman Taschenbuch Nr. 2 bei Ehapa im Jahre 1978 veröffentlicht worden. Die beiden Hefte #478 und #479 sind aus der Feder von Len Wein und ebenfalls gezeichnet von Marshall Rogers – veröffentlicht in Deutschland im Batman Taschenbuch Nr. 7 im Jahr 1983. Hier hat Clayface III seinen ersten Auftritt. US-Detective Comics #481 ist von Altmeister Denny O’Neil.

Unvergessen die Geschichte (TEC #475/476), in der Joker mit seinem Joker-Gift allen Fischen sein Grinsen aufdrückt und verlangt, dass für jeden Fisch, der verkauft wird, Lizenzgebühren an ihn zu entrichten seien. Als einzige deutsche Erstveröffentlichung in diesem Band ist die Origin-Story vom Golden-Age Batman aus dem US-Heft “Secret Origins“ von September 1986 – also einem Zeitpunkt, da dieser schon lange tot war (er starb in US-Adventure Comics #462 vom April 1979).

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Variant

Der Handlungsbogen um Silver St. Cloud stellt uns einen Batman vor, der auf so Vieles verzichten muss, weil er einen Schwur nach der Ermordung seiner Eltern tat – das Verbrechen zu bekämpfen. Diesem ordnet er alles unter – auch seine Liebe zu Silver. Silver erkannte, wer unter des Maske des Batman sich verbarg – und kann mit diesem Wissen keine Beziehung eingehen – aus Angst, Batman würde eines Nachts im Kampf für Gotham City nicht mehr zurückkommen?

Von dem Dreamteam Englehart/Rogers ist auch die 6-teilige Miniserie “Batman: Dark Detective“ (2005), die bei Panini als DC Premium 49 vorliegt. Am 25. März 2007 verstarb Rogers viel zu früh im Alter von 57 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.

Norbert Elbers


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Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Frank Millers “Der Dunkle Ritter kehrt zurück“ ist unbestritten ein Meilenstein der Comicgeschichte und die Hauptinspirationsquelle für Tim Burtons ersten “Batman“-Film. Jim Lees detailverliebten und dynamischen Zeichnungen, mit denen er Jeph Loebs manchmal etwas arg konstruierte Batman-Geschichte “Hush“ bebilderte, sorgten für einen der größten Comic-Bestseller der letzten Jahre. Wenn Miller und Lee bei “Batman & Robin – The Boy Wonder“ ihr beträchtliches Kreativpotential bündeln ist die Erwartung natürlich gewaltig.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Dies schlägt sich schon darin nieder, dass die Ausgabe der Startnummer mit dem Batman-Cover am Erscheinungstag auf dem Comic Con in San Diego mit bis zu 7 Dollar gehandelt wurde, während das alternative Titelbild mit Robin zum Coverpreis von 2,99 Dollar erhältlich war.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

In seiner Geschichte leugnet Miller die heutige Realität des DC-Universums (oder reist ganz weit in der Zeit zurück). Die Reporterin Vicki Vale spielt wieder eine große Rolle im Leben von Bruce Wayne und wir werden Zeuge wie Dick Graysons Eltern ermordet werden. Diesmal stürzen die Trapezartisten allerdings nicht aus der Zirkuskuppel sondern werden ganz schlicht erschossen. Bruce Wayne hatte jedoch schon vor diesem tragischen Mord ein Auge auf den talentierten jungen Artisten geworfen und nimmt sich am Ende des ersten Heftes des jungen Dick an.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Nach “Hush“ ist es nicht mehr so prickelnd Jim Lees Batman-Visualisierung, bei der er wieder mit dem Inker Scott Williams und dem Koloristen Alex Sinclair zusammenarbeitete, zu betrachten und nach “Der Dunkle Ritter kehrt zurück“ ist es etwas enttäuschend, wenn Frank Miller wenig mehr als eine geringfügig modifizierte Robin-Origin mit einem leicht unberechenbaren Batman erzählt. Es bleibt zu hoffen, dass der weitere Verlauf der Serie zumindest die jetzt doch arg gebremsten Erwartungen erfüllen kann.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Die US-Hefte 3 und 4 bieten inhaltlich eher wenig. Am Anfang gibt es eine ausgiebige Kneipenschlägerei mit “Black Canary“, dann einige Witzchen über Superman und zum Schluss bekommt Batman noch Krach mit Alfred. Optisch ist der Comic aber ein echter Leckerbissen, denn er enthält ein über sechs Seiten gehendes ausklappbares Panorama-Poster der Bathöhle, dass recht treffend Robins Erstaunen visualisiert als er erstmals Batmans Geheimquartier betritt.

Frank Miller & Jim Lee: All-Star Batman Collection

Die Rückseite des Posters, das in der Gesamtausgabe leider nicht ausklappbar ist, zieren die äußerst gelungenen “All Star Batman“-Alternativcover von Frank Miller! Bereits 17 Monate später folgte dann die Fortsetzung!


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Batman R.I.P. – Nightwing

Der Bösewicht aus Batmans Rogues-Gallery, der auch zugleich ein Gegner von Dick Grayson ist, ist zweifelsohne Two-Face/Harvey Dent. Nicht selten hatte der unerfahrene Wunderknabe erleben müssen, dass Two-Face immer(!) ein doppeltes Spiel spielt – es aber leider öfters nicht oder erst viel zu spät erkannt.

Batman R.I.P. - Nightwing

So auch dieses Mal? Two-Face bittet Nightwing (Dick Grayson) auf eine alte Freundin aufzupassen, die vor Gericht aussagen möchte. Nightwing willigt ein und beschützt die fremde Frau, auf die auch prompt ein Anschlag verübt wird. Dabei wird Nightwing gar arg verletzt und der gute Alfred muss ihn in der Bathöhle wieder zusammenflicken. Es kommt wie es kommen muss – und im finalen Ende stehen sich Nightwing und Two-Face gegenüber.

Batman R.I.P. - Nightwing

Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt eindeutig auf der Charakterisierung der drei Hauptakteure: Nightwing, Alfred und Two-Face/Harvey Dent. Nightwing wird dunkel und doch schon arg besessen dargestellt. Ist hier eine (Weiter-)Entwicklung zu erkennen, die hin zu neuen Aufgaben/Herausforderungen deutet? Alfred wird als der starke Halt für die gesamte Bat-Family dargestellt – ohne ihn könnten ihre Mitglieder nicht so handeln, wie sie es eben zu tun pflegen. Harvey-Two-Face wird sehr stark als völlig gespaltene Persönlichkeit dargestellt, bei der die eine Persönlichkeit nicht weiß, was die andere tut. In dieser Konsequenz und Deutlichkeit wurde dies nicht oft sodargestellt.

Batman R.I.P. - Nightwing

Die Zeichnungen sind niveauvoll und akkurat. Saubere klare Bilder erleichtern das Lesen sehr und passen zur Story, die solide abgespult wird und sehr gute Unterhaltung bietet. Im Batman Sonderband #21 geht es dann im August weiter mit den Tie-Ins zu BATMAN R.I.P. mit der Veröffentlichung von US-Robin #183 und US-Nightwing #151-#153 .

Norbert Elbers


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Batman #26

Wohl kaum ein anderer Comic-Charakter ist so vielschichtig und hat in seinem langen Leben so viele Veränderungen und Verwandlungen durchgemacht wie Batman. Eine Heerschar von Autoren und Künstlern konnte und kann ihm immer wieder neue Facetten abgewinnen. Im September 2006 war es mal wieder soweit, als Grant Morrison die monatliche US-Serie „Batman“ mit der Nummer #655 übernahm. Die erste (4-teilige) Story hieß (auf dt.) “Batmans Sohn – Damian“ und führte Damian Wayne ein, Bruce Waynes Sohn aus einer Beziehung mit Talia al Ghul, der Tochter von Ra’s al Ghul.

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Schon ziemlich früh wurde seitens DC erklärt, dass das Ende und der Höhepunkt von Morrison Run “Batman R.I.P.“ heißen sollte. Alles schien möglich. Befassten sich doch die nun folgenden Geschichten von Morrison immer mehr mit dem Thema Tod und todesähnlichen Erfahrungen. Und nun beginnt der letzte (6-teilige) Zyklus von Morrison: „Batman R.I.P.“.

Wir erfahren, wie die Beziehung zwischen Bruce Wayne und seiner neuen Freundin Jezebel Jet weitergeht und dass sie erkennt, dass er Batman ist. Wir erleben ein Wiedersehen mit dem Ten-Eyed-Man. Wer mit den Ehapa-Zeiten batmanmäßig sozialisiert wurde, für den ist dieser Gegner kein Unbekannter – wenn auch diese Version des Ten-Eyed-Man nur noch neun Finger hat…

Morrison versteht es alten Geschichten und Figuren neues Leben einzuhauchen. Auch wird mehrmals in der Story auf den Versuch in der Isolationskammer eingegangen – eine Geschichte aus dem Jahre 1963 “Robin Dies at Dawn“ („US-Batman“ #156), die erstmals in Deutschland in der Reihe “Klassiker der Comic-Literatur“ von der Frankfurter Allgemeinen erschienen war. Für den wissenschaftlichen Versuch mit der Isolationskammer war damals ein gewisser Dr. Simon Hurt verantwortlich. Er und eine Ansammlung von (von Morrison neu geschaffenen) Superverbrechern treffen sich an einem geheimen Ort. Auf Geheiß von The Black Glove planen sie einen makaberen Totentanz für Batman.

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Morrison zieht hier all seine Register seines Könnens – man merkt, dass er sich in der Historie der Figur Batman bestens auskennt und es ihm sichtlich Spaß macht, sie weiter voran zu treiben und zu entwickeln.

Da die Storyline in den USA ja schon vorbei ist, sei an dieser Stelle nur soviel schon verraten: So richtig tot scheint Bruce am Ende nicht zu sein (sein weiteres Schicksal wird im Mega-Event „Final Crisis“ gelüftet), wo er denn genau ist, das weiß man nicht. Tot zu sein scheint Batman nicht – es ist eher noch schlimmer.

Die sechs Hefte, die bei Panini zu der Reihe „Batman R.I.P.“ gehören, werden alle jeweils auch mit einem Variant-Cover erscheinen.

Norbert Elbers


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Batman R.I.P.

Batman besucht den Joker im Arkham Asylum. Der Clownprinz weiß einiges, was der Dunkle Ritter nicht weiß. Aber in seiner Unfähigkeit, sich auszudrücken – oder weil er es einfach nicht will – gelingt es Joker nur, in Rätseln Andeutungen zu machen. Und die verheißen nichts Gutes für Batman. Soweit der Prolog (aus DC Universe 0).

Batman R.I.P.

An einem nicht näher bekannten Ort treffen sich auf Einladung von Black Glove eine Reihe von internationalen Schwerverbrechern und Menschen mit äußerst bösen Veranlagungen. Diese geheime Organisation wird angeführt, von jemandem, der sich selbst Dr. Simon Hurt nennt und vor langer Zeit ein Experiment in einer Isolationskammer leitete. Damals ließ sich Batman für längere Zeit eben dort einsperren um herauszufinden, was so etwas mit dem menschlichen Verstand anstellt.

Batman R.I.P.

Diese grandiose Geschichte von Bill Finger ist aus dem Jahre 1963 (“Robin Dies at Dawn“; US-Batman #156), und erschien erstmals in Deutschland im Batman Band  der F. A. Z. Reihe Klassiker der Comic-Literatur. Diese Gruppe um Hurt also hat sich zum Ziel gesetzt, Batman endgültig zu zerstören: Er soll gequält, gebrochen und vernichtet werden.

Batman R.I.P.

Schaut man sich auf dem Comicmarkt in Amerika die Marktanteile von DC an, so stellt man fest, dass Marvel hier die Nase vorn hat und DC erst an zweiter Stelle kommt. Ein probates Mittel um den Umsatz zu steigern war in der Vergangenheit in solchen Fällen oft ein spektakulär in Szene gesetzter Tod eines Helden. Beispiele gibt es zuhauf – der mit dem größten finanziellen Erfolg war sicherlich der von Superman (Doomsday). Auch der Tod von Captain America im Jahr 2007 verfehlte seine Wirkung nicht und fand in Amerika ein beachtliches Medienecho. Und so scheint man bei DC auch wieder zu diesem Mittel zu greifen: Dies zu mindestens scheint der Titel. “BATMAN R. I. P.” suggerieren zu wollen.

Batman R.I.P.

Als im September 2006 von Grant Morrison die monatliche US-Serie Batman mit der Nummer #655 übernommen wurde, wurden auch gleichzeitig in der ersten (4-teiligen) Story ein neuer Charakter eingeführt: Damian Wayne – ein Sohn aus einer Beziehung von Batman mit Talia al Ghul, der Tochter von Ra’s al Ghul. Wie Ra’s al Ghul (geschaffen von Denny O’Neil) für eine komplett neue Ära des Meisterdetektives stand, so sollte wohl auch sein Enkel eine neue Ära einläuten?

Batman R.I.P.

Schon ziemlich früh wurde – seitens DC – erklärt, dass das Ende und der Höhepunkt von Grant Morrisons Run “Batman R.I.P.“ heißen sollte. Alles schien möglich. Befassten sich doch die nun folgenden Geschichten in Morrisons Run immer mehr mit dem Thema Tod und todesähnlichen Erfahrungen. Und nun beginnt der letzte (6-teilige) Zyklus von Morrison: Batman R.I.P..

Batman R.I.P.

Morrison hat – wie immer – von langer Hand seine Story geplant, er stellt seine unzähligen Figuren sorgfältig auf um sie bei gegebenem Anlass ins Geschehen eingreifen zu lassen. Er zieht hier all seine Register seines Könnens – man merkt, dass er sich in der Historie der Figur Batman bestens auskennt und es ihm sichtlich Spaß macht, mit ihr zu arbeiten. Auf Geheiß von The Black Glove beginnt nun der makabere Totentanz für Batman. Aber was passiert, wenn das ultimative, unvorstellbare und unbekannte Böse es auf Batman abgesehen hat? Wie stellt man sich auf das völlig Unvorhersehbare ein? Hier liegt der tiefe Reiz von Morrisons Sicht auf den Mitternachtsdetektiven. Morrisons Batman hat für alles einen Plan – für jede noch so absurde Eventualität (physisch oder psychisch) hat er eine Fluchtmöglichkeit sich im Voraus erdacht.

Batman R.I.P.

Da die Storyline in USA ja schon vorbei ist, sei an dieser Stelle nur soviel schon verraten: So richtig tot scheint Bruce am Ende nicht zu sein (sein weiteres Schicksal wird im Mega-Event FINAL CRISIS gelüftet), wo (und wann) er denn genau ist, das weiß man nicht. Tot scheint er nicht – eher schlimmer. Wohl kaum ein anderer Comic-Charakter ist so beliebt und dabei so vielschichtig und hat in seinem langen Leben so viele Veränderungen und Verwandlungen durchgemacht wie Batman. Mit Batman ist so ziemlich alles möglich. Dieser Charakter ist so vielseitig verwendbar und es reizt immer wieder die Kreativen mit ihm zu arbeiten. Angefangen 1939, wurde Batman von seinen Erfindern Bob Kane und Bill Finger als Vigilant eingeführt, der mitunter einen sarkastischen Humor an den Tag legte, durchlebte die Figur viele Metamorphosen bis zum heutigen Tag. Heute erscheint er als “Der Dunkle Ritter“ – geprägt letztendlich durch Frank Millers “The Dark Knight Returns“ von 1986. Ist diese Ära nun eventuell vorbei – eingeleitet durch Grant Morrison? Sehr geschickt hat er es u.a. auch verstanden, eine Brücke zu schlagen von der Zeit, in der keine noch so bizarre Verwandlung zu albern war, über kosmische Ausflüge und Dimensionsreisen bis hin zu psychologisch ausgefeilten und spannenden Abenteuern.

Batman R.I.P.

Viele Fragen bleiben am Ende der Story offen. Wer oder was genau ist The Black Glove? Wer ist der Mann, der vorgibt mal Dr. Simon Hurt zu sein, mal behauptet Bruce Waynes Vater Dr. Thomas Wayne zu sein? Ist er eventuell der Teufel selbst – wie es viele Andeutungen sagen? Es wäre nicht die erste Story von Morrison, wo er auftaucht (vgl. u.a. Batman Album #7 “Der Mann ohne Schatten“; CARLSEN, 1991 aus US-Batman: Legends of the Dark Knight #6 – #10 “GOTHIC“; hier hatte der Mönch Manfred, der in Wirklichkeit der Kindermörder Mr. Whisper ist, einen Pakt mit dem leibhaftigen Satan geschlossen.). Welche Rolle genau spielt Jezebel Jet? Auch die scheint nicht die zu sein, die sie vorgibt zu sein. Wo genau ist Bruce Wayne? Wann und wie wird Bruce Wayne wiederkommten?

Batman R.I.P.

Nach R.I.P. schließt sich der Dreiteiler BATTLE FOR THE COWL an – mehrere Interessenten und Aspiranten kämpfen um die Nachfolge als Batman in Gotham City. Wer gewinnt, wer sich dann hinter den Masken von dem neuen Nachfolger-Batman bzw. dem neuen Robin versteckt – das ist freilich (für die deutschen Leser) zurzeit offen. Das Rätselraten der Fans gehört zum Kalkül und man bindet so seine Käuferschichten an sich. Eine Fastenzeit ohne Bruce Wayne scheint der Figur Batman jedenfalls gut zu tun. Wird sie erst mal vorbei sein, wird Bruce Wayne als Batman umso heller und wertvoller erscheinen.

Batman R.I.P.

Von Batman R.I.P. erschien zur Comic Action 2009 in Essen ein auf 222 Exemplare limitierter HC zu 39,00 Euro.

Norbert Elbers


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Batman: Red Hood

Zu den Meilensteinen des DC-Universums gehört zweifelsohne der Tod des zweiten Robins – Jason Todd – durch die Hand des Jokers. In der nunmehr über siebzig Jahre währenden Historie des Dunklen Ritters ist dieser Moment sicherlich einer der wichtigsten im Leben des Bruce Wayne. Dieses Ereignis liegt heuer dreiundzwanzig Jahre zurück – hat aber Auswirkungen bis heute. Geschrieben hat die Ereignisse von “Ein Tod in der Familie“ Jim Starlin und umgesetzt sind sie von Jim Aparo.

Batman: Red Hood

In der epochalen Geschichte “Hush“ (von Jeph Loeb und Jim Lee) sah es auf der letzten Seite von US-Batman #617 (September 2003) so aus, als ob er, Jason Todd tatsächlich von den Toten zurückgekommen war. Auch Batman schien das Unmögliche für einen Moment für möglich zu halten: Er und mit ihm die Fans hielten den Atem an und konnten es nicht glauben! Aber schon im nächsten Heft schien die Auflösung klar zu sein: Clayface hatte die Rolle des erwachsenen Jason Todd gemimt um Batman zu verwirren und Hush Vorteile zu verschaffen. Aber der Gedanke an eine Rückkehr von Jason Todd war nun in der Welt und schien ganz neue Möglichkeiten für die Autoren bereit zu halten.

Batman: Red Hood

Aber es dauerte noch bis 2005, als Autor Judd Winick mit der Story “Under the Hood” in US-Batman #638 die Rückkehr von Jason Todd offiziell in die DC-Kontinuität einführte und in US-Batman Annual 25 (2006) Näheres dazu erklärte. Mittlerweile wissen wir, dass Jason tatsächlich durch die Hand des Jokers gestorben ist, aber seine Rückkehr untrennbar mit den Vorkommnissen von “Infinite Crisis“ zusammenhängen. Superboy-Prime – der tragische Held aus “Crisis of Infinite Earths“ – war seit dieser Krise aus dem Jahr 1986 in der Paradies-Dimension gefangen. Bei seinem Ausbruch veränderte er die Realität und “nichts war mehr so wie vorher!“

Batman: Under the Red Hood

Zeitgleich mit dem Zeichentrickfilm “Batman: Under the Red Hood“ erschien nun im Amerika im Sommer letzten Jahres die nun vorliegende 6-teilige Miniserie “Red Hood: The Lost Days“. Hier erzählt der Autor Judd Winick was Jason Todd nach seinem Tod und seiner Wiederauferstehung alles erlebt hat, bevor er wieder nach Gotham City zurückkehrte.

Batman: Under the Red Hood

Ja, er war wirklich tot und nun lebt er wieder! Die erste, die davon erfährt ist Talia al Ghul. Sie nimmt sich seiner an – schon aus Liebe zu dem Meisterdetektiv. Jason ist ohne Gedächtnis und ohne Erinnerung – hat aber von seinen Kampfkünsten nichts eingebüßt. Nach Jahren ohne Rekonvaleszenz beschließt Talia, Jason in die Lazarus-Grube zu werfen. Die Kur hat die gewünschte Wirkung und er kann sich an sein altes Leben erinnern.

Batman: Red Hood

Böse über seinen alten Mentor, entscheidet er, nach Gotham zu gehen und Batman zu töten. Da er alle Geheimnisse Batmans kennt, fällt es ihm nicht schwer, ihm eine tödliche Falle zu stellen. Aber Sekunden, bevor Batman in sie hineintappt, beschließt Jason, es nicht so tun: Batman wäre tot, ohne zu wissen, durch wessen Hand! Er will Batman von Angesicht zu Angesicht töten mit seinen eigenen Händen. Talia wird ihm zur Mentorin und Geldgeberin für seine weiteren Ausbildungen.

Batman: Red Hood

Bei den besten Killern und Auftragsmördern geht er für Jahre in die Schule, um seine Fähigkeiten zu trainieren. Bereitwillig unterstützt Talia ihn, weil sie so hofft, Zeit zu gewinnen in der Jason eventuell es sich anders überlegen könnte, Batman zu töten. Und er lässt sich bereitwillig unterstützen, weil er so glaubt, seine Chancen zu erhöhen.

Batman: Red Hood

Auch kommt es zur Konfrontation mit seinem Mörder: Joker. Auch hier gelingt es Jason, sich in eine Situation zu bringen, in der er problemlos seinen verhassten Feind töten könnte, aber er lässt es, weil die Gesamtkonstellation ihm nicht genug war: “Er wäre tot gewesen. Ein schneller, qualvoller Tod. Und die Welt wäre jetzt ein sehr viel besserer Ort. Aber die Welt schert mich eigentlich ’nen Dreck. Und ich habe begriffen, dass es nicht um ihn geht. Nicht um Bruce oder mich. Es geht um uns drei.“

Batman: Red Hood

Auf seiner Reise und Ausbildung lernt er den Riddler und Hush kennen und geht mit ihnen einen Pakt ein. Diese Allianz gipfelte schließlich in den Ereignissen der Storyline “Hush“ und wir wissen auch, dass damals auf dem Friedhof er selbst tatsächlich den Batarang an Robins (Tim Drake) Kehle hielt (siehe oben) und es zum Zweikampf zwischen Batman und ihm kam. Aber während des Kampfes noch tauschte er mit Clayface die Rollen und so blieb Batman im Glauben, Jason wäre immer noch tot.

Batman: Red Hood

Wie es mit Jason weiterging, das wissen wir nur zur Genüge: Er ist ein neuer Gegenspieler von Batman und in dem Kampf um das Cape (“Battle fort he Cowl“) ist er ein für allemal und endgültig auf die dunkle Seite gewechselt….. Aber wir wissen ja, in Geschichten – und Comics sind ja nun mal solche – ist nichts unmöglich. Eine Hintertür lässt Winick ja offen: Die Lazarus Grube. Einmal in sie getaucht, wird man schuldlos wahnsinnig……..

Norbert Elbers


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