Bridge of Spies

Steven Spielberg ist zweifelsohne ein meisterlicher Regisseur. Doch einmal mehr entsteht bei ihm der Eindruck, dass weniger mehr gewesen wäre. Das fängt schon damit an, dass er in “Bridge of Spies“ gleich zwei Filme liefert. Zuerst einen ziemlich guten und danach noch einen ziemlich vorhersehbaren.

0000

Der im New York des Jahres 1957 angesiedelte Auftakt ist ein fesselndes und äußerst intelligentes Stück Kino. Der eigentlich auf Versicherungsfälle spezialisierte Anwalt James Donovan (Tom Hanks) erhält von seiner Kanzlei den Auftrag den für die Sowjetunion spionierenden Rudolf Abel (brillant: Mark Rylance) vor Gericht zu verteidigen.

Bridge of Spies
Mark Rylance

Donovan nimmt den Auftrag zunächst nur sehr widerwillig an, doch dann macht  er seinen Job besser als es seinen Auftraggebern lieb ist. Er weist nach, dass schlampig ermittelt wurde und bekommt dadurch massiv Ärger. Donovan wird bezichtigt ein Kommunisten-Freund zu sein und auch seine Familie wird von aufgebrachten Bürgern bedroht. Doch trotzdem gelingt es ihm zu verhindern, dass Abel zum Tode verurteilt wird. Donavans schlagendes (und prophetisches) Argument ist, dass sein Klient vielleicht eines Tages benötigt werden könnte, um ihn gegen einen US-amerikanischen Spion auszutauschen…

Bridge of Spies

So weit, so gut. Spielberg fängt sehr gut die Angst vor den Russen und der Atombombe ein, die in den 50er und 60er Jahren in den USA vorherrschte. Bevor es jedoch zu unangenehm wird, drückt er zwar auf die Bremse, doch dieser erste Teil des Films kann voll überzeugen. Ganz schön albern wird es wenn Donovan kurz nach dem Mauerbau nach Ost-Berlin geschickt wird, um einen Agenten-Austausch einzufädeln. Obwohl teilweise vor Ort in Berlin gedreht wurde, wirken die Atmosphäre sowie die Art, wie versucht wird Spannung aufzubauen, künstlich.

Bridge of Spies

Zum Schluss hin ist sich Spielberg scheinbar nicht sicher, wie er „Bridge of Spies“ zu Ende bringen will und er erzählt noch allerlei unnötiges Zeug. Wenn der Film hier noch einmal auf eine Szene zurückgreift, in der junge DDR-Bürger beim Klettern über die Mauer von Grenztruppen brutal zusammengeschossen werden, um abschließend als Kontrast zu zeigen, dass für junge US-Bürger keine Lebensgefahr besteht, wenn sie über Gartenzäune klettern, dann ist dies an Dämlichkeit kaum noch zu überbieten.

„Bridge of Spies“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Bridge of Spies“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Bridge of Spies“ bei ebay kaufen, hier anklicken