Archiv der Kategorie: Allgemein

Die Ducks in den Alpen

Die in der am 24. August 2012 erschienenen Ausgabe der Micky Maus gestartete 8-teilige Serie “Die Ducks in Deutschland“ entwickelte sich zu einem kapitalen Erfolg. Die Auflage des Traditionsmagazins stieg an, die Preise der bei ebay angebotenen Micky Maus Hefte mit den vom ZeichnerJan Gulbransson und Autor Michael Kompa konzipierten Episoden hoben ab und der 2013 erschienene Sammelband mit der kompletten exklusiv für die deutschsprachige Micky Maus produzierten Geschichte sowie interessanten Bonusmaterial verkaufte sich ebenfalls sehr gut.

Die Ducks in den Alpen
Softcover-Cover

Jetzt folgt der zweite Streich. Obwohl bei “Die Ducks in den Alpen“ mit der Schweiz und Österreich gleich zwei Länder bereist werden, ist die Serie diesmal nur vierteilig und erscheint 2013 in den Micky Maus Heften 45 bis 48. Im April 2014 folgt dann der Sammelband. Der Aufhänger der Geschichte ist ein Elefant, der direkt aus jenem Geschlecht stammt, das einst mit Hannibal die Alpen überquerte und auf beiden Seiten ein sternförmiges Muttermal trägt. Aufgrund einer komplizierten sich dem Leser nicht wirklich erschließenden Rechtslage entscheidet der Besitz eines der Nachfahren dieses Dickhäuters darüber, wem das Vermögen von Dagobert Duck gehört. Dieser und Klaas Klever sind beide Nachfahren von Hannibal bzw. von dessen Halbbruder Hasdrubal und wer zuerst einen sternförmig gemusterten Elefanten findet, dem gehört der Inhalt von Dagoberts Geldspeicher.

Die Ducks in den Alpen
Hardcover-Cover

Diese etwas arg konstruierte Vorgeschichte ist dann der Vorwand um Dagobert, Donald und die Neffen durch die Alpenregion zu jagen. Dabei treffen sie in Städten wie Basel, Zürich, Genf, Bern, Innsbruck, Graz, Salzburg oder Wien auf Promis wie Emil Steinberger, Bruno Ganz, Nicki Lauda, DJ Ötzi, Senta Berger, „Mörtel“ Lugner aber auch auf Sissi. Eine Menge Holz für eine 44-seitige Geschichte, was sich in teilweise ganz schön überladenen Comicseiten niederschlägt. Doch dem Münchner Zeichner Jan Gulbransson und dem spanischen Inker Ferran Rodriguez gelangen Bilder im allerbesten am legendären Carl Barks orientierten Disney-Stil, die durch die akkurat abgebildeten europäischen Schauplätze zusätzlich an Reiz gewinnen. Es ist zu hoffen, dass die Micky Maus auch weiterhin selbst produzierte Geschichten wagt.

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Bilder vom Comic Café vom 05.07.2015

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 5. Juli 2015 ab 18 Uhr im Münchner Werkstattkino stattfand.

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Okin Cznupolowsky, der beste Solo-Musiker der Welt, blies zum Angriff. © Marcus Antritter

Zentrales Thema war das diesjährige COMICFESTIVAL MÜNCHEN.

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IN DER ALTEN KONGRESSHALLE © Marion Strencioch

Wir zeigten Impressionen von der Veranstaltung.

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PENG! PREIS VERLEIHUNG © Marion Strencioch

 

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!”. Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt mit Rainer Schneider (Comicaze), dem Comiczeichner Robert Platzgummer (“MingaManga“) und dem Comicexperten Igor Barkan über aktuelle Comics.

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© Marcus Antritter

 

Diesmal geht es um drei Comics, die zum Comicfestival München erschienen sind und zu denen es auch Ausstellungen gab.

Diese Comics stehen zur Debatte:

Tom Bunk: Comixzeichner in Berlin und New York (Comicplus+)

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MATTHIAS SCHÄFER UND TOM BUNK IN DER AUSSTELLUNG IM AMERIKAHAUS © Marcus Antritter
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© Marcus Antritter

 

LYDIE von Zidrou und Jordi Lafebre  (Salleck)

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ORIGINAL VON JORDI LAFEBRE IM INSTITUTO CERVANTES MÜNCHEN © Marcus Antritter
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© Marcus Antritter
Rudi Gesamtausgabe FETT & KOMPLETT von Peter Puck  (Egmont)

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RUDI AUSSTELLUNG IN DER ALTEN KONGRESSHALLE © Marion Strencioch
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© Marcus Antritter

 

Die Geschichte des Trickfilms

Der Animations-Experte Matthias Schäfer stellte diesmal Frühwerke der Gebrüder Fleischer vor.

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© Marcus Antritter

 

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Koko the Clown

Der in Österreich-Ungarn geborene Max und seine Bruder Dave sollten später aufwändig animierte Filme mit den Comicfiguren Popeye und Superman in die Kinos bringen.

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Betty Boop
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Okin Cznupolowsky sorgte für den krönenden Abschluss © Marcus Antritter

 

Das nächste Comic Café ist am 30. August 2015.

im Werkstattkino – Fraunhoferstr. 9 /Rgb. – 80469 München – Tel+Fax 2607250 – U 1/2/7 Fraunhoferstraße

mit Gästen aus der Comicszene, Impressionen von Comicfestivals aus aller Welt, filmischen Raritäten, der Expertenrunde “Comics lesen!“ als Prüfstand für Neuerscheinungen, Trailer zu aktuellen Comic-Filmen, fachmännisch kommentierten Cartoons, Comicmusik remixt, Liveacts,
und, und…

… und das alles – dank der Unterstützung des Kulturreferats München –

bei FREIEM EINTRITT!

Weitere Infos bei

Heiner Lünstedt, Papinstr. 39, D-81249 München, Tel: 089 / 87 04 67

Mail: luenstedt@highlightzone.de

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Schluss. Jetzt werde ich etwas tun: Die Lebensgeschichte der Sophie Scholl

Bücher über Sophie Scholl und die Weiße Rose gibt es zuhauf, doch in den letzten Jahren sind immer wieder neue Dokumente aufgetaucht, die die Ikone des Wiederstands im Dritten Reich in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Sophie Scholl Biographie

So überrascht es, wie lange Sophie Scholl und ihre Geschwister noch in der Hitler-Jugend aktiv gewesen sind. Auch ihre Beziehung zum vier Jahre älteren Wehrmachts-Soldaten Fritz Hartnagel erscheint nach der Veröffentlichung des zugehörigen äußerst regen Briefwechsels sehr viel prägender für den Verlauf des kurzen Lebens der Sophie Scholl zu sein.

Der Autorin Maren Gottschalk, die auch schon Nelson Mandela, Astrid Lindgren und Frida Kahlo porträtierte, geling das Kunststück auf nur 250 Seiten einen vielschichtigen Lebensbericht zu Papier zu bringen. Zugleich informiert sie aber auch fundiert und pointiert über den zeitgeschichtlichen Hintergrund. Das Buch ist spannend wie ein Roman, auch oder vor allen in den Passagen in denen Maren Gottschalk die Aussagen von Zeitzeugen analysiert und relativiert. So haben die Scholl-Geschwister die das Dritte Reich überlebten, immer wieder – teilweise sicher auch unbewusst – versucht sich Hans und Sophie Scholl in Büchern oder Statements in ihrem Sinne zurechtzurücken.

Maren Gottschalks Sophie Scholl hingegen ist zum Glück keine Heilige, sondern ein zunächst sehr wildes sich jungenhaft gebendes Mädchen, das voll im Bund Deutscher Mädel aufging. Doch sie wuchs zu einem nachdenklichen Menschen heran, der klare Moral-Vorstellungen hatte und diese auch deutlich zum Ausdruck brachte. Dadurch, dass uns Maren Gottschalk die Menschen um die Geschwister Scholl mit all ihren Schwächen nahebringt, erscheint deren selbstloser Einsatz noch beeindruckender.

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Süße Versuchung

Als 2009 „Sonnenfinsternis“ bei Splitter erschien, war dies eine echte Überraschung und das nicht nur, weil inmitten großformatiger farbiger Fantasy-Comics plötzlich eine schwarzweiße Beziehungs-Tragikomödie veröffentlicht wurde. Die von den beiden Franzosen Jim und Fane gemeinsam geschriebene und in einem wilden spontanen Stil zu Papier gebrachte Geschichte fesselte den Leser über ihre volle Länge von knapp 300 Seiten.

Süße Versuchung

Splitter veröffentlichte daraufhin weitere Comics von Jim alias Thierry Terrasson, wie etwa die zweibändige von ihm im Alleingang realisierte Geschichte „Eine Nacht in Rom„. Bei „Süße Versuchung“ hingegen fungierte Jim, genau wie schon bei „Die Einladung„, ausschließlich als Autor. Für die sehr dekorativen und aufwendig am Computer kolorierten Bilder sorgte der 1980 in Grenoble geborene Grelin. Dessen auch in einem Sketchbook bei „Comix Buro“ veröffentlichten Zeichnungen von Frauen, die „sexy aber auch etwas unnahbar“ wirken“, inspirierten Jim zu einer Geschichte über „Versuchung, Begehren und Besitzstreben“.

Das Titelbild von „Süße Versuchung“ zeigt eine junge Frau, die den Betrachter etwas unsicher anblickt und gerade ihre bequemen Turnschuhe gegen hochhackige Sandalen getauscht hat. Hierbei handelt es sich um die etwas schüchterne Studentin Calista, die im luxuriösen Appartement des gut situierten Ehepaars Jean und Ines als Babysitterin jobbt. Durch ihre leichtlebige Freundin Anna wird Calista auf die Idee gebracht Jean zu verführen um anstelle von Ines mit Jean in der Luxus-Bude zu wohnen. Calista lässt sich schließlich sogar auf eine Wette mit Anna ein, in der es darum geht, wer Jean zuerst verführt hat. Aus dem Spiel wird recht bald Ernst…

Jim erzählt eine Geschichte aus einer Welt in der Männer wenig mehr sind, als leicht manipulierbare Spielkameraden attraktiver Frauen. Zynisch ist die Story jedoch nicht, denn Jim trotz ihr noch ein hochmoralisches Ende ab. Grelins Zeichnungen sind ziemlich spektakulär, vor allem wenn bedacht wird, dass er hauptsächlich alltägliche Situationen abbildet, die jedoch häufig erotisch aufgeladen sind. „Süße Versuchung“ ist das Comic-Gegenstück zu einer gut besetzten und versiert in Szene gesetzten leicht gesellschaftskritischen französischen Filmkomödie.

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Nick Fury

Nick Fury debütierte 1963 als Zweiter-Weltkriegs-Held in der Serie Sgt. Fury and his Howling Comandos. Schon zwei Jahre später wurde er von Stan Lee und Jack Kirby zum Colonel befördert und als Konkurrent zu James Bond aufgebaut. Er leitete nun eine Geheimdienstorganisation namens S.H.I.E.L.D. (= Supreme Headquarters International Law-Enforcement Devision).

Nick Fury

Nick Fury feierte seine größten Comic-Erfolge Ende der sechziger Jahre als Jim Steranko der Serie ein atemberaubendes Aussehen verpasste. In den siebziger, achtziger und neunziger Jahren tat er sich etwas schwer. 2002 ließen der Autor Mark Millar und der Zeichner Bryan Hitch Nick Fury wie Samuel L. Jackson aussehen, ein Casting-Vorschlag, der danach dankend im Kino aufgegriffen wurde. Doch einige Jahre zuvor kam irgendjemand auf die zunächst ziemlich bescheuert anmutende Idee David Hasselhoff als augenbeklappten Nick Fury zu besetzen.

Nick Fury

Doch der Bademeister, der auch schon gerne mal sein Auto vollquatscht oder Halbwüchsigen den Elvis vorspielt, machte keine schlechte Figur in dieser überraschend gelungenen TV-Produktion des Fox-Networks. Neben einem seltsamerweise überhaupt nicht nervenden Hasselhoff gibt es einiges zu sehen, so z. B. die S.H.I.E.L.D.-Zentrale, einen hoch in den Lüften schwebenden Flugzeugträger, oder einige ziemlich verzweifelt mit deutschen Akzent sprechende Schurken, die Manhattan vergiften wollen. Hier dient übrigens genau wie in den Comics um Sgt. Fury and his Howling Comandos und später auch bei Nick Fury, Agent of S.H.I.E.L.D. ein gewisser Baron Wolfgang von Strucker als Gegner, der einer Organisation namens Hydra (Symbol: Ein Totenkopf mit Krakententakeln) vorsteht.

Nick Fury

Der von David Goyer (“Blade“, “The Dark Knight“) geschriebene TV-Film setzt – ganz im Gegensatz zur lahmarschigen Fernsehserie „Agents of S.H.I.E.L.D.“ – gleich von Anfang an auf Tempo, vermeidet jegliche fernseh-übliche Betulichkeit und lässt Hasselhoff/Fury auch noch reichlich Zigarren paffen, während bei Lucky Luke einige Jahre zuvor die Fluppe zwecks US-Kompatibilität durch einen Strohhalm ersetzt werden musste. Der Film lag bisher nur als US-DVD vor, die ausschließlich über die Videotheken-Kette Best Buy vertrieben wurde. Mittlerweile gibt es in Großbritannien eine preiswerte DVD-Edition.

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