Archiv der Kategorie: Buch

Lesenswerte Bücher

The James Bond Archiv

Zum 50. Jubiläum der James-Bond-Filmserie ist allerlei erschienen. Erstmals liegt unter dem “Best Of Bond… James Bond“ eine CD mit allen Titelsongs aus den offiziellen Filmen vor. Cross Cult verlegt eine vorbildlich editierte Reihe von Ian Flemings 007-Romanen, Sir Roger Moore schreibt als “Bond über Bond“ und Dorling Kindersley feiert großformatig “50 Jahre James Bond Filmplakate“. Den Vogel schießt jedoch (erwartungsgemäß) der Taschen Verlag ab, denn das 600-seitige Buch “The James Bond Archiv“ lässt keine Wünsche offen.

Unbenannt5Das 600-seitige Buch ist in englischer Sprache verfasst, es liegt aber ein 128-seitiges Büchlein mit den deutschen Übersetzungen der Texte bei. Beginnend mit markanten Momenten aus den jeweiligen Vorspann-Sequenzen wird die Entstehungsgeschichte jedes Bond-Filmes ausführlich dokumentiert.

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Tatsächlich wird hier wirklich jeder Kinofilm (daher nicht die frühe TV-Version von “Casino Royale“) berücksichtigt, auch das Connery-Comeback “Sag niemals nie“, die Klamauk-Version von “Casino Royale“ aus dem Jahre 1967 sowie der brandaktuelle 007-Film “Skyfall“.

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Zu jedem Film wurden interessante Statements der an den Produktionen Beteiligten zusammengetragen, wobei Kommentare von Sean Connery Mangelware sind. Noch beeindruckender ist jedoch die phantastische Bebilderung, die nicht nur aus Film-Standfotos besteht, sondern oftmals interessante Impressionen von den Dreharbeiten vermittelt.

The James Bond Archiv

Faszinierend ist auch der komplett reproduzierte Drehplan von “Liebesgrüße aus Moskau“. Abgerundet wird das Buch durch ein Playboy-Interview mit Ian Fleming von 1964 und der ersten Auflage liegt noch ein Filmstreifen aus “James Bond jagt Dr. No“ bei. Wem das noch nicht genug ist, der kann auch noch für 750 Euro (!) eine ledergebundene güldene Golden Edition des Buches im Riesenformat 42 x 80 cm (!!) erwerben, das vom Bond-Kulissenplaner Sir Ken Adam und von 007 höchstpersönlich Daniel Craig (!!!) signiert wurde!

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Die besten TV-Serien

Beim Betrachten dieses Buchs stellt sich die Frage, wie lange der Begriff „TV-Serie“ noch zutreffend ist. Fans von Serien lassen sich schon lange nicht mehr von TV-Sendern diktieren, wann sie sich “Die Simpsons“ oder “Game of Thrones“ ansehen sollen. Nur Amateure ärgern sich über Werbespots oder die noch ätzenderen Einblendungen mit Programmhinweisen.

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© Taschen

TV-Serien sind auch Jahrzehnte nach ihrer Erstausstrahlung immer noch verfügbar. Auf DVD, Blu-ray oder im Internet können die Episoden in der korrekten Reihenfolge, wahlweise in der Originalfassung und vor allem losgelöst von den chaotischen Programmplanungen der Sender jederzeit geguckt werden. Das sich durch DVD-Boxen oder Downloads von Serien gutes Geld verdienen lässt, hat zweifelsohne mit der gestiegenen Qualität zu tun. Während Fernsehen früher sehr viel billiger als Kino aussah, funktionieren die einzelnen Folgen von “Desperate Housewives“, “24“ oder “The Walking Dead“ auch bestens daheim auf den Riesenbildschirmen.

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© Taschen

Jürgen Müller, der für Taschen bereits die Dekaden-Filmbuchreihe zusammenstellte, verfolgt bei “Die besten TV-Serien“ ein ähnliches Konzept. In seinem Vorwort weist er auf einen herausragenden Moment der jüngeren TV-Geschichte hin. In den seltsam surreal anmutenden Eingangssequenzen in der zweiten Staffel von “Breaking Bad“ war immer wieder ein ramponierter rosa Plüschbär zu sehen. Des Rätsels Lösung liefert erst die letzte Folge von Season 2. Derart komplexe und rätselhafte Strukturen wären undenkbar gewesen, zu Zeiten als es den TV-Zuschauern jederzeit möglich sein sollte in eine Serie einzusteigen und als Fernsehen wenig mehr als lieblos bebildertes Radio war.

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BREAKING BAD © Sony Pictures Television / AMC

Für Jürgen Müller begann die Revolution 1989 mit dem Start der respektlosen Trickfilm-Serie “Die Simpsons“ und ein Jahr später mit David Lynchs wunderbar versponnener Mystery-Reihe “Twin Peaks“. Gemeinsam mit 29 weiteren Autoren hat Müller insgesamt 68 Serien der letzten 25 Jahre ausgewählt. Diese werden auf den knapp 750 Seiten des Breitwand-Buches durch – wie bei Taschen immer üblich – hervorragende oft großformatige Fotos vorgestellt.

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© Taschen

Die Texte sind weniger an Faktenhuberei oder Klatsch und Tratsch interessiert, sondern liefern interessante Analysen der einzelnen Serien-Konzepte. Bezüglich der Auswahl lässt sich natürlich streiten. Abgesehen von “The Office“ und “Downton Abbey“ wird das britische TV nicht weiter berücksichtigt. Dänemark ist immerhin mit Lars von Triers “Hospital der Geister“ und “Borgen“ vertreten, im Falle von “Die Brücke“ wurde das US-Remake bevorzugt und für besser befunden. Darüber lässt sich streiten und das soll es auch. Auf alle Fälle bietet das Buch reichlich Hinweise darauf, welche Serien vielleicht doch noch im Heimkino, am PC oder am Smartphone angetestet werden sollten.

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Sex to Sexty

Cartoons auf denen ein Cowboy seiner Frau ein Brandzeichen verpasst oder ein Dorftrottel von einem vollbusigen Weib träumt, die ebenso viel Zitzen wie seine Lieblingskuh hat, wären heute wahrscheinlich selbst für die “Praline“ oder die “St. Pauli Nachrichten“ zu frauenfeindlich. Doch in den Sechziger Jahren zierten derartige Obszönitäten die Titelseiten des Witzblattes “Sex to Sexty“. Die Bilder wurden immerhin recht kunstvoll in Öl gemalt von Pierre Davis, der heute unter seinem richtigen Namen Lowell Davis kitschige Landidyllen für eine Porzellanfirma gestaltet.

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© Taschen

Das Herrenblatt wurde zwar 1983 eingestellt, lebte jedoch in einigen 2002 entstandenen Kunstwerken von Mike Kelley weiter. Dieser hatte auf seinem riesigen Bild “Missing Time Color Exercise“ die Titelbilder einiger Sex to Sexty“-Ausgaben chronologische nebeneinander aufgeklebt und dazwischen anstelle der ihm fehlenden Ausgaben monochrome Farbflächen platziert, was der Sache einen Hauch von Mondrian verleiht. Dies wiederum brachte Benedikt Taschen auf den Plan, der sich – auch als Verleger – sowohl für Kunst wie für Sex interessiert.

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© Pierre Davis

Für die Recherche zu diesem prachtvollen Bildband reiste die Autorin Dian Hanson nach Airlington, Texas und was sie dort über die Geschichte von “Sex to Sexty“ herausfand, ist sehr viel lustiger als die darin enthaltenen zottigen Cartoons. John Newton, der Herausgeber des Heftes, betrieb eine erfolgreiche Firma, die Werbesprüche auf Aschenbecher, Kugelschreiber, Kaffeebecher und dergleichen druckte. Er interessiert sich jedoch auch für schlüpfrige Cartoons und kaufte für 10.000 Dollar eine Privatsammlung von gezeichneten Witzen, die jemand in Aktenschränken thematisch nach Begriffen wie “einsame Insel“ oder “betrogene Ehefrau“ geordnet hatte. Newton ließ einige dieser Cartoons von seinen Werbegraphikern noch einmal neu zeichnen und druckte auf eigene Kosten die erste Ausgabe von “Sex to Sexty“. Danach schickte er an angeblich jeden Zeitungshändler der USA eine Kiste mit 50 Exemplaren und dem Text “Ich bitte Sie diese Hefte zum Verkauf anzubieten, und wenn Sie verkauft haben, meine Rechnung zu bezahlen. Wenn nicht betrachten Sie sie als Geschenk.“ Dies Konzept funktionierte. Von dem zunächst mit psychedelischen Covern und dann mit den Gemälden von Pierre Davis garnierten Heft wurden monatlich 250.000 Exemplare verkauft, bevor schließlich Magazine mit eindeutigen Hochglanzfotos beliebter wurden als die zweideutigen gezeichneten Witze in “Sex to Sexty“.

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© Mike Kelley / christies.com

Das Buch des Taschen Verlags enthält neben thematisch gegliederten Cartoons auch hervorragend reproduzierte Abbildungen einiger nicht verwendeter Bilder von Davis und als Gimmick noch einen Schutzumschlag, der zugleich auch noch ein Poster ist auf dem – im Gegensatz zu den Werken von Mike Kelley – sämtliche Cover von “Sex to Sexty“ abgebildet sind.

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Die Kunst des Comic-Sammelns

Das sehr schlichte Cover, auf dem wenig mehr als eine Unterschrift des legendären Enten-Zeichners und Onkel-Dagobert-Erfinders Carl Barks zu sehen ist, stimmt nicht wirklich auf die Pracht ein, die dann zwischen den beiden Buchdeckeln enthalten ist.

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Beim ersten Blättern sind es die großformatigen aber auch großartigen Fotos von Sandra Mann, die sofort zu gefallen wissen. Zu sehen sind Porträts von Menschen, die jedem der schon einmal eine größere Comicveranstaltung besucht hat, bekannt vorkommen dürften. Umgeben sind diese Sammler von ihren Schätzen, also von Comics, von Originalzeichnungen, von Figuren und sonstigen Merchandise-Objekten. Sandra Mann fängt diese Menschen und ihre Beuteobjekte aus interessanten Perspektiven ein. Dabei arbeitet sie mit Unschärfen und Detailvergrößerungen. Sie schreckt aber auch vor schrillen Farbkontrasten nicht zurück.

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Heinz Fürst von Sayn-Wittgenstein und Gattin fotografiert von Sandra Mann

Doch auch die Texte von Alex Jakubowski sprechen für diesen Prachtband. Der Autor und Comic-Freund hat 15 verschiedene Menschen ausgewählt, die sich auf unterschiedliche Art überdurchschnittlich für Comics interessieren und deren Wohnungen oder Lagerräume regelrechte Museen sind. Herausragend ist dabei sicherlich Heinz Fürst von Sayn-Wittgenstein, der in einem Palast auf Mallorca residiert und dort seine Vorliebe für Gold, Onkel Dagobert und Original-Kunstwerken von Carl Barks ausleben kann. Der Adlige plant für seine etwas kitschig präsentierte Sammlung sogar ein öffentliches Museum irgendwo auf dem Kontinent, natürlich in Form eines Geldspeichers.

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Günther Polland fotografiert von Sandra Mann

Bemerkenswert sind aber auch Michael Gref und Günther Polland. Es gibt nur wenige namhafte Comickünstler von denen diese beiden Sammler nicht mindestens eine Originalzeichnung besitzen.

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Heiner Jahnke fotografiert von Sandra Mann

Nicht fehlen, darf in diesem Buch natürlich Deutschlands Comicsammler Nummer Eins. Der hünenhafte Zottel Heiner Jahnke hortet seit fast 50 Jahren nicht nur Comics, sondern auch Sammelalben, Filmprogramme oder Adventskalender. Er stand zwar für ein umfangreiches Interview, aber – im Gegensatz zu den anderen in diesem Buch präsentierten Sammlern – nicht für eine Fotosession inmitten seiner Schätze, zur Verfügung. Da Jahnke Unmengen von Sammelobjekte zusammengetragen hat, war in seiner Wohnung kein Platz mehr um Jakubowski und Mann zu empfangen…

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Der Böse steht noch einmal auf…

Die Tatsache, dass Filme noch längst nicht zu Ende sind, wenn der Schurke oder das Monster mit kiloweise Blei oder Silberkugeln vollgepumpt wurden, ist allgemein bekannt und gab dem Buch “Der Böse steht noch einmal auf“ seinen Titel. Doch Christian Georg Salis hat noch zahlreiche weitere Klischees aus Hollywood-Filmen zusammengetragen, die oft sehr viel weniger offensichtlich sind.

Der Böse steht noch einmal auf.... und andere Klischees in Hollywood-Filmen
So ist ihm aufgefallen, dass es in Kinofilmen gar keine Einweg-Feuerzeuge gibt, weil man “Feuerzeuge immer mit einer lässigen Geste auf- und zuklappen muss“. Ferner wird es nie wirklich dunkel sondern nur bläulich, in billigen Hotels ist der blinkende Neonschriftzug aus allen Fenstern zu sehen und aus jeder Einkaufstüte aus Papier ragt oben ein Baguette heraus (bei einer zweiten Tüte ist zusätzlich noch Grünzeug zu sehen).

Der Böse steht noch einmal auf...

Alle diese Beobachtungen hat Salis fein säuberlich in Kapiteln wie “Gut und Böse“ (“Schurken hören genüsslich klassische Musik“) oder “Natur und Weltraum“ (“Hinter jedem Wasserfall befindet sich eine Höhle“) zusammengetragen und mit Beweisfotos aus diversen Hollywoodproduktionen garniert. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht und daher bietet diese mittlerweile in der dritten Auflage vorliegende Klischeeklopädie auch noch Raum zum niederschreiben von weiteren Klischees wie z. B.: “Der Zuschauer will es gar nicht anders.“

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Charles Bukowski

Mit “Das weingetränkte Notizbuch“ und “Held außer Betrieb“ legt der Fischer Verlag unter in seiner Klassik-Reihe gleich zwei Hardcover- Bände über den Meister der Schmuddelpoesie vor: Charles Bukowski.

Charles Bukowski Das weingetränkte Notizbuch

Beide Bände beinhalten Stories und Essays aus den Jahren 1944- 1992 (also so gut wie dem gesamten Schaffenszeitraum Bukowskis). Es sind Texte, die lange als verschollen galten und bisher noch nie in Buchform erschienen sind. Auftragsarbeiten, die den Autor über Wasser hielten und in Männermagazinen, Underground- oder Literaturzeitschriften veröffentlicht wurden. Was sich in dieser Sammlung für den echten Fan sehr deutlich abzeichnet, ist ebenso die schriftstellerische Entwicklung eines der einflussreichsten amerikanischen Autoren der Neuzeit, genauso wie dessen Vielseitigkeit. Bukowski hatte alles drauf: Autobiografisches, Lyrisches, Poesie, Spannungs-, Horror-, ja sogar Science Fiction- Literatur oder Groteske (erwähnt seien hier nur die Geschichten “Jesus mit Grillsoßse“ und “Der Eindringling“ aus Held außer Betrieb und “Wie es geschah“ aus Das weingetänkte Notizbuch).
“Jesus mit Grillsoße“ beispielswiese ist eine wegweisende Splattergeschichte, die in nur acht Buchseiten fast alles zum Thema Hippies und Horror sagt und dem legendären “Kettensägen-Massaker“- FIlm von 1974 um ganze vier Jahre zuvorkam.

Charles Bukowski Held ausser Betrieb

Natürlich sind da noch seine Schmuddelgeschichten, für die der Autor ja hinlänglich bekannt ist und die meist selbsterlebt sind.
Dabei geht es um Saufen, Sex und Wetten auf der Pferderennbahn. Manchmal jedoch mündet eine jener Schmuddelgeschichten in eines der oben genannten Gernres- oder andersrum: Eine Genregeschichte endet unvorhersehbar als Schmuddelgeschichte.
Bei Bukowski muss man eben auf alles gefasst sein!

Fazit: Beide Bücher zusammengenommen ergeben ein aufregendes Mosaik aus Fundstücken über einen Mann, der seiner Zeit voraus war. Nicht nur im Schreiben und Tabubrechen, sondern auch im Genregrenzen ausloten. Einzig ein Wunsch bleibt offen: Dass der geniale Comic-Zeichner Robert Crumb außer den Umschlagillustrationen noch ein paar weitere zum Inhalt hinzugefügt hätte. Gepasst hätte es wie die Faust aufs Auge!

Matthias Schäfer

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Paul Gauguin

Gemeinsam mit Paul Cezánne und Vincent van Gogh gilt Paul Gauguin als Vaterfigur der modernen Kunst. Zu den wichtigsten Events dieses Jahres zählt die große Gauguin Ausstellung in der Fondation Beyeler in Basel.

Paul Gauguin

Die Realisierung einer derart anspruchsvollen Ausstellung war nur möglich durch die Unterstützung von Privatsammlern und den renommiertesten Kunstmuseen, die ihre wichtigsten Gauguin Werke hierfür zur Verfügung gestellt haben. Es ist fraglich ob in der Zukunft noch einmal eine Ausstellung in dieser Fülle und Qualität möglich sein wird, da die Museen sich, auch zeitlich begrenzt, nicht gerne von ihren wichtigen Werken trennen wollen und können. Zu sehen ist in Basel auch, vielleicht zum letzten Mal, das kürzlich an einen Scheich für 300 Millionen US-Dollar versteigerte Gauguin Gemälde “Nafea faa ipoipo – Wann heiratest du“.

Paul Gauguin

Zu dieser Gauguin-Ausstellung ist beim Verlag Hatje Cantz ein Katalog erschienen. Ein Katalog, nein es ist schon etwas mehr. Es ist ein Standartwerk, versehen mit ausgezeichneten Artikeln und einer sehr umfangreichen, bebilderten Biografie. Die ausgestellten Werke sind nach den Lebensstationen des Künstlers geordnet: Bretagne – Tahiti – Paris und Tahiti – sowie sein Spätwerk von dem Marquesainseln. Es ist ein reines Vergnügen sich an diesen großformatigen Abbildungen zu erfreuen.

Jason Schramm

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Brian Keene: Tief begraben

“Brian Keene sollte in einem Atemzug mit Stephen King, Dean R. Koontz und Clive Barker genannt werden“ steht im Klappentext des beim Festa Verlag erschienenen Zombie-Romans “Tief begraben“. Brian Keene hat sich in den letzten Jahren in Deutschland einen Ruf als solider Horrorautor mit Werken wie “Am Ende der Straße“, “Totes Meer“ oder “Leichenfresser“ erworben.

Brian Keene

Wie bei “Der Nebel“, dem legendären Frühwerk von Stephen King, geht es auch in Keenes Werken oft um die Isolation einer Gruppe von Menschen, wobei diese Grundidee von Buch zu Buch variiert wird . War die Ursache dieser Isolation in Keenes “Am Ende der Straße“ noch eine undurchdringliche Dunkelheit, die eine amerikanische Kleinstadt umgebende so ist es bei “Tief begraben“ wie auch bei “Totes Meer“ eine Seuche, die Menschen und Tiere in Zombies verwandelt.

Keene steigt sofort mitten in das Geschehen ein: 25 Angestellte eines Luxushotels verbarrikadieren sich in einem Militärbunker gegen die lebende Tote, die von draußen gegen die Sicherheitstüren hämmern. Dabei stellt sich schon bald heraus, dass der Horror nicht nur vor den Türen lauert, sondern auch inmitten der Eingesperrten herrscht. Diese werden aus Mangel an Nahrungsmitteln zu Bestien und fallen schließlich übereinander her. So macht der Leser zusammen mit dem Protagonisten, der sich- ähnlich wie der typische Stephen-King-sche Einzelgänger- gegen die Autorität der Gruppe stellt, im Laufe des Buches aber selbst zur Bestie wird, eine unangenehme Wandlung durch. Es ist eine nihilistische Weltsicht, die keine Aussicht auf Hoffnung übrig lässt, die der Autor da präsentiert.

Das Buch geizt nicht mit deftigen Gewaltszenen, die aber nahezu ausschließlich von lebenden Menschen gegen ebenfalls noch lebende Artgenossen auf vielerlei (originell gemeinte) Arten ausgeübt werden. Ein kurzweiliges, tadelloses aber im Gegensatz zu “Der Nebel“ von King nicht sehr einfallsreiches Buch: Brian Keene hat besseres geschrieben.

Entschädigt wird der Leser allerdings durch die beiden Bonusgeschichten “Im Tal der verrückten Bären“ und “Die vergessene Schlucht der Verdammten“. Letztere dreht sich um die Auswirkungen derselben Zombie-Seuche, ist jedoch eine kunterbunte Mischung zwischen Western, Fantasy und Horror und kann sogar mit einem Zombie-Saurier aufwarten!

Fazit: Wer ein Meisterwerk sucht, sollte lieber was anderes lesen aber gut unterhalten wird der Leser hier allemal.

Matthias Schäfer

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Rudi Hurzlmeier: Meisterwerke der goldigen Periode

Auf der Highlightzone wurden immer wieder interessante Bücher über bildende Künstler vorgestellt, doch mir hat noch niemand so präzise das Mysterium der Malerei nahegebracht.

Rudi Hurzlmeier Meisterwerke der goldigen Periode

In seinem kurzen einleitenden Text “Der wohltemperierte Pinsel und die nackte Leinwand“ erklärt Rudi Hurzlmeier plausibel, warum es der Maler sehr viel schwerer hat als seine in anderen Spaten agierenden Kunst-Kollegen. Während die Musik im Piano und die Skulptur im Marmorblock ja bereits enthalten sind, steht der Maler vor dem schieren Nichts bzw. der nackten Leinwand. Zudem muss der Maler, wenn er gut ankommen möchte, bestimmte Genres bedienen. Hurzlmeier bringt dies auf den Punkt: “Besonders gerne gesehen sind Obst, Frauen, Pferde und Gebirge.“ Warum dies so ist erklärt Hurzlmeier genauso präzise wie die Tatsache, dass Renaissance und Moderne maßlos überschätzt werden.

Rudi Hurzlmeier Robert Crumb

Allein dieser erleuchtende Text rechtfertigt schon den Kauf des Buchs. Doch darüber hinaus gibt es auch noch hochwertige Reproduktionen von Rudi Hurzlmeiers “Meisterwerken der goldigen Periode“. Wobei es in diesem Fall sehr begrüßenswert ist, dass der Künstler seine Angst vor der nackigen Leinwand überwinden konnte, voll auf die Tube drückte und im altmeisterlichen Stil nicht nur die Bedürfnisse seiner Kundschaft nach Obst, Frauen, Pferden oder/und Gebirgen abdeckte. Rudi Hurzlmeier garnierte seine Bilder zudem auch noch mit der Abbildung von nur auf den ersten Blick völlig unpassenden Dingen wie massierenden Gorillas, fahrradfahren Tauchern, Bären mit runtergelassener Fellhose oder einem riesigen Kürbis. Letzteres ist besonders gewagt, weil es sich dabei um kein Obst handelt. Mehr Maler-Mut ist kaum möglich!

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The Treasures of Bruce Lee

Dadurch dass Bruce Lee 1965 in einer kurzlebigen TV-Serie Kato, den Hausdiener und Chauffeur des maskierten Helden “The Green Hornet“, spielte, wurde er in den USA halbwegs bekannt und in Fernost zum absoluten Star.

Bruce Lee Treasure

1971 kehrte Lee nach Hongkong zurück. Dort drehte er für den Produzenten Raymond Chow drei Kinofilme, die in Asien alle Kassenrekorde brachen und ihn weltweit zur Kampfsport-Ikone machten. Sowohl in “Die Todesfaust des Cheng Li“ als auch in “Todesgrüße aus Shanghai“ und in seinem wohl besten Film “Die Todeskralle schlägt wieder zu“ spielte Bruce Lee einen eigentlich friedfertigen Menschen, der sich in feindseliger Umgebung behaupten muss. Anschließend folgten noch der für Warner Brothers entstandene “Der Mann mit der Todeskralle“ sowie der posthum fertiggestellte „Bruce Lee – Mein letzter Kampf“ und auch heute noch lebt die Legende weiter.

Bruce Lee

Mittlerweile liegen die Filme von Bruce Lee alle in guten DVD- oder Blu-ray-Editionen vor. Schon daher muss sich jemand der ein Buch über Bruce Lee herausbringt schon einiges einfallen. Die Edition Olms veröffentlicht die englische Originalausgabe eines 96-seitigen Buchs mit der “Official Story“, 150 Fotos und einem Vorwort von Bruce Lees Tochter Shannon. Doch zusätzlich enthält das Werk auch noch 22 “Faksimile-Beilagen zum Herausnehmen“. Dabei handelt es sich um liebevoll aufgemachte Reproduktionen von herrlich farbigen asiatischen Filmplakaten, Kinoaushang-Fotos, Stickern oder von Kuriositäten wie einer von Steve McQueen unterschriebenen kleinen Karte mit den besten Genesungs-Wünschen.

Bruce Lee Items

Falsche Erwartungen erweckt jedoch das Foto auf der Rückseite des Schubers, in dem das schön aufgemachte Buch steckt. Hier ist neben den Filmplakaten und weiteren Reproduktionen auch noch eine Bronze-Statue von Bruce Lee abgebildet, die nicht als “Faksimile-Beilage“ beigelegt wurde.

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