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Lesenswerte Bücher

Die besten Alben, die Sie nie besitzen werden

Unter dem Titel “Die besten Filme, die Sie nie sehen werden“ erschien bei der Edition Olms ein Buch, das Filmprojekte vorstellte die nicht gedreht wurden. Natürlich existierten zu Alfred Hitchcocks “Kaleidoscope“, Federico Fellinis “Il Viaggio di G. Mastorna“, Sergio Leones “Leningrad“, David Lynchs “Ronnie Rocket“ oder “Pippi Langstrumpf“ von Hayao Miyazaki keine Fotos. Daher wurden 16 Künstler gebeten unter der Berücksichtigung der “Nichterscheinungsjahre“ fiktive aber dem jeweiligen Zeitgeist angepasste Plakatmotive zu den nicht existenten Filmen zu gestalten. Das gleiche Konzept liegt nun diesem Buch über nicht realisierten Alben zugrunde.

Die besten Alben, die sie nie besitzen werden

In gut recherchierten Texten ist zu erfahren, warum die Beatles 1969 keine LP namens “Get Back“ fertigstellten, wieso kein Album zur “American Tour ‘72“ der Rolling Stones zustande kam oder weshalb Pink Floyd 1974 nicht die nur mit Haushaltgeräten und Gummibändern eingespielte Platte “Household Objects“ herausbrachte und 1982 auch auf die Veröffentlichung eines Soundtracks zu ihrem Kinofilm “The Wall“ verzichtete. Interessant ist auch, warum die erste (und einzige) Platte der Sex Pistols nicht “Sprunk“ sondern “Never Mind the Bollocks“ hieß oder wieso Kraftwerk 1983 doch kein Album namens “Technopop“ herausbrachten.

Sex Pistols Spunk

Auch für dieses Buch, das sich als „schmerzhafter Reiseführer“ versteht wurden fiktive Designs entwickelt. Künstler wie John Pasche, für die Rolling Stones das unverwechselbare “Tongue and Lip“ Symbol entwickelte, Gedanken darüber gemacht, wie die Cover zu den verworfenen Scheiben wohl ausgesehen hätten.Auf den letzten Seiten gibt es zudem noch Kurzbeschreibungen von Platten wie “The Black Album“ von Prince oder “Diana“ von Diana Ross bei denen 8 oder sogar 24 Jahre vergingen bis diese endlich veröffentlicht wurden sind. Doch in erster Linie lässt das Buch darüber staunen, wie viele Platten es gibt, die es gar nicht gibt.

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Die besten Filme, die Sie nie sehen werden

Bei der Edition Olms erschien bereits in zahlreichen Neuauflagen das Buch “1001 Filme: die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist“. Quasi als Gegenmodell stellt ein im selben Verlag verlegtes Buch zahlreiche Filme vor, die man vielleicht auch gesehen haben sollte, doch leider waren diese Projekte bereits gestorben, bevor sie ihren Kinostart erlebten.

Die besten Filme, die Sie nie sehen werden

Einzige Ausnahme dürfte “The Day the Clown cried“ von und mit Jerry Lewis sein. Dieser nie gezeigte Film um einen Clown, der in Nazi-Deutschland wegen einer Hitler-Parodie im KZ landet und dort Kindern aufheitert, wurde angeblich 1972 in Schweden tatsächlich fertig gestellt. Das Werk kam jedoch wegen rechtlicher Probleme – die Drehbuchautoren wurden nicht bezahlt – nie ins Kino. Dies soll laut einiger weniger Augenzeugen, die “The Day the Clown cried“ tatsächlich gesehen haben, auch gut so sein, denn Humor und Pathos des Films hätten “hochgradig falsch“ gewirkt.

Superman lives

Die restlichen Filme, die in diesem Buch vorgestellt werden, existieren nur als Projekte zu denen es allenfalls Entwurfszeichnungen und Probeaufnahmen gibt. Doch gerade die Vorstellung wie weitere Filme von Alfred Hitchcock (“Kaleidoscope“ oder “No Bail for the Judge“ mit Audrey Hepburn), Federico Fellini (“Il Viaggio di G. Mastorna“), Sergio Leone (“Leningrad“), David Lynch (“Ronnie Rocket“) oder “Pippi Langstrumpf“ von Hayao Miyazaki wohl ausgesehen hätten, macht die Lektüre dieses Buches zu einem so großen Vergnügen.

Batman Year One
Damit es nicht bei gut recherchierten aber oftmals dennoch spekulativen Texten bleibt, hat Herausgeber Simon Braund zusätzlich noch 16 Künstler gebeten unter der Berücksichtigung der “Nichterscheinungsjahre“ fiktive aber dem jeweiligen Zeitgeist angepasste Plakatmotive zu den nicht existenten Filmen zu gestalten. Diese originelle Idee hilft dabei sich vorzustellen, was uns alles entgangen ist.

Ein ähnliches Konzept verfolgt ein ebenfalls bei der Edition Olms erschienener „schmerzhafte Reiseführer“, der „Die besten Alben, die Sie nie besitzen werden“ vorstellt.

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Norman Mailer: JFK – Superman kommt in den Supermarkt

Am 13. Juli 1960 wurde nach einem mehrtägigen Parteitag in Los Angeles John F. Kennedy zum Präsidentschafts-Kandidaten der Demokratischen Partei gekürt. Der Schriftsteller Norman Mailer (Die Nackten und die Toten) war die ganze Zeit anwesend und schrieb unter dem Titel Superman kommt in den Supermarkt einen äußerst scharfzüngigen Artikel über den Parteitag, der am 18. Oktober im Magazin Esquire erschien.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Norman Mailer kritisierte in seinem Bericht ebenso wortreich wie deutlich das politische Verständnis seiner Landsleute sowie die daraus resultierende nicht eben sehr reformfreudige Parteien-Landschaft. Er zeigte sich jedoch äußerst begeistert von der professionellen Selbstinszenierung des „großen Schauspielstars“ JFK und war ganz besonders angetan von dessen Frau Jackie, die zur „schönsten First Lady in unserer Geschichte“ werden könnte.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Am 20. Januar 1961 wurde JFK durch eine großen Einführungszeremonie mit viel Hollywood-Prominenz als 35. Präsidenten der USA gefeiert. Zuvor hatte er die Wahl gegen Richard Nixon nur sehr knapp mit einem Vorsprung von nicht einmal 100.000 Stimmen gewonnen. Norman Mailer meinte daher zu Superman kommt in den Supermarkt: „Dieser Text hatte eine größere Wirkung als jedes andere meiner Werke“, denn „eine Million Menschen mochten meinen Artikel gelesen und manche von ihnen mit anderen darüber gesprochen haben.“

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Vielleicht hatte Mailer ja recht damit, dass sein kurzer Text das Zünglein an der Waage war und noch einige politikverdrossene Wähler mobilisierte. Diese Spekulation inspirierte den Taschen Verlag – hier erschienen bereits prächtige Bildbände zu Mailers Texten über die Mondlandung und Marilyn Monroe – zu einem weiteren spektakulären Buch-Projekt. Mailers knapp 30-seitiger immer noch äußerst lesenswerter Artikel kommt im Umfeld von zahllreichen sehr aussagekräftigen Fotos vom Parteitag in Los Angeles und vom JFK-Wahlkampf zum Abdruck. Hinzu kommen noch Zeittafeln, Auszügen aus Kennedy-Reden und ein weiterer sehr amüsanter Text, in dem Mailer seine etwas misslungene Begegnung mit Jackie Kennedy schildert.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Das Buch erschien 2014 zunächst zum Preis von 99,- Euro im Großformat (30 x 40 cm) in englischer Sprache. Es wurde mit einem beiliegenden deutschen Übersetzungsheft in einem Pappkoffer ausgeliefert (ist also ideal um es auf Parteitage mitzunehmen).

Norman Mailer: JFK - Superman kommt in den Supermarkt

Drei Jahre folgte zum 100. Geburtstag von John F. Kennedy eine etwas kleinere Ausgabe im Format 23,1 x 31,5 cm zum Preis von 29,- Euro. Das jetzt komplett in deutscher Sprache vorliegende Buch verdeutlich noch einmal was für ein Umschwung der Wahlsieg von Kennedy für die USA bedeutete und wie viel Hoffnungen danach bereits im November 1963 zu Grabe getragen wurden.

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Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär

1999 bewies Walter Moers mit diesem reich bebilderten Roman (und in einem etwas geringeren Maße mit Käpt’n Blaubär – Der Film), dass er nicht nur überzeugt, wenn er (wie etwa bei Das kleine Arschloch oder bei Adolf) hart und gemein ist. Mindestens genauso lesenswert ist er als Erzähler planvoll durchgeknallter Fantasy-Geschichten. Mit diesem Buch wollte Moers, dem die gewaltige Präsens seiner Figur (etwa in der Sendung mit der Maus oder als Werbeträger der Post) langsam schon etwas unheimlich wurde, seinen Käpt’n Blaubär zurückerobern und neu erfinden.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Dies gelang ihm aufs vortrefflichste und Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär wurde auch international ein Erfolg. Im deutschsprachigen Raum ist das Buch wohl das phantasievollste Werk seit langer, langer Zeit und lässt sogar Michael Endes ähnlich fabulierfreudige Unendliche Geschichte ganz schön alt aussehen. Dies liegt sicherlich hauptsächlich daran, dass Moers kein hochmoralisches Gleichnis auftischt, sondern uns einfach teilhaben lässt an seiner unberechenbaren Phantasie mit der er die Welt von Zamonien mit immer neuen Bewohnern und Örtlichkeiten garniert. Mit Ensel und Krete und Rumo & Die Wunder im Dunkeln startete danach ein ganzer Reigen weiterer zamonischer Werke.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Aktuell realisierte Walter Moers gemeinsam mit dem Illustrator Florian Biege eine Comic-Version von Die Stadt der Träumenden Bücher.

Die Stadt der Träumenden Bücher

Da die Rechte von Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär an ihn zurückgefallen sind, beschloss Moers beim Knaus Verlag eine von Florian Biege kolorierte Neuauflage herauszubringen. Neben der jetzt viel detaillierteren Zamonien-Landkarte am Anfang des Buches wurde lediglich eine Illustration der später durch ein eigenes Buch zu Ruhm gekommenen Nebenfigur Rumo neu erstellt. Ansonsten hat Moers jeglichen Versuchungen nachzubessern wiederstanden, weil er mit der ursprünglichen Fassung „immer noch sehr zufrieden“ ist. Mir persönlich gefällt allerdings die farbige Neuausgabe noch besser!

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James Bond: Colonel Sun

In 14 Bänden veröffentlichte Cross Cult in der Reihenfolge ihrer Entstehung alle Short Stories und Romane mit James Bond, die Ian Fleming von 1953 bis zu seinem Todesjahr 1964 schrieb. Doch damit ist die Chronologie der 007-Reihe noch lange nicht beendet. Mit „Colonel Sun“ erscheint jetzt der erste 007-Roman, der nicht aus der Feder von Ian Fleming stammt.

James Bond Colonel Sun

Verfasst hat das Buch ein gewisser „Robert Markham“, wobei es sich um das Pseudonym des Autors Kingsley Amis handelt. Dieser qualifizierte sich für den Job nicht etwa durch sein Standartwerk „Richtig trinken„, denn dieses wurde erst 1972 veröffentlicht, sondern durch sein bei uns unter dem Titel „Geheimakte 007 James Bond“ erschienenes Sachbuch „The James Bond Files“ von 1965. Amis‘ Roman „Colonel Sun“ kam 1968 heraus, nachdem mit Flemings posthum veröffentlichten Büchern „Der Mann mit dem goldenen Colt“ und „Octopussy“ Bedarf für weitere Romane mit 007 herrschte.

James Bond: Colonel Sun

Das Buch erschien bei uns zunächst unter dem Titel „James Bond auf der griechischen Spur„. Es war ein Erfolg und ebnete den Weg für mittlerweile bereits knapp dreißig 007-Romane, die nicht von Fleming stammen, aber bisher auch nicht für Verfilmungen in Frage kamen. „Colonel Sun“ enthält ein Vorwort, das Amis 1991 verfasste und in dem er seinen Ärger über den ohne Rücksicht auf Ian Flemings Romanvorlage entstandenen Kinofilm „Der Spion, der mich liebte“ zum Ausdruck bringt. Dies kann auch daran liegen, dass in diesem Film 007 erstmals mit einer russischen Spionin zusammen arbeitet. Diese Idee hatte Kingsley Amis bereits in „Colonel Sun„, denn kämpft hier James Bond gemeinsam mit einer im Solde des KGBs stehenden Griechin namens Ariadne Alexandrou gegen einen Chinesen, der seinen Chef Vice Admiral Sir Miles Messervy alias M entführt hat.

James Bond: Colonel Sun

Halbwegs spannend ist das Buch schon, es macht aber auch schmerzhaft bewusst, was für ein guter Autor Ian Fleming doch war. Während James Bond bei Kingsley Amis in Diskussionen nach Argumenten für die Überlegenheit der westlichen Welt suchen muss, steht dies bei Ian Fleming von Anfang an schon dadurch fest, da 007 einfach über viel mehr Livestyle, Geschmack und Lebensfreude verfügt als seine Gegner.

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Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

So mancher Comic-Freund wird sich gefragt haben, warum es beim Taschen Verlag nach dem Erscheinen von The Golden Age und The Silver Age mit den Prachtbänden über den Superheldenverlag DC nicht weitergeht. Doch jetzt gibt es eine schwerwiegende Antwort. Bevor The Bronze Age of DC Comics, The Dark Age of DC Comics sowie The Modern Age of DC Comics erscheinen, muss erst noch der 75. Geburtstag von Marvel, der verlegerischen Heimat von den Fantastic Four, Spider-Man und den Avengers, gefeiert werden. Diese geschieht mit einem riesigen Buch, das keine Wünsche offen lässt.

Marvel 75Roy Thomas, der von 1972 bis 1974 Chefredakteur bei Marvel war und danach Star Wars als Comic adaptierte erzählt die Geschichte der mittlerweile wohl erfolgreichsten Superhelden-Schmiede, die 1939 – im Windschatten des Erfolges der Superman-Comics – als Timely Publications das Heft Marvel Comics herausbrachte. Das erste Kapitel des Buches trug die Überschrift Fire Vs. Water, denn es wurden die ungewöhnlichen noch heute aktiven Figuren Human Torch (die ein Android war und noch wenig mit dem späteren leicht entflammbaren Mitglied der Fantastic Four gemein hatte) und der dem Meer entsteigende die Menschheit hassende Namor the Submariner vorgestellt. Diese beiden Charaktere waren tatsächlich wie Feuer und Wasser, auch weil sie sich bekämpften.

75 Jahre Marvel

Bemerkenswert ist auch, dass hier Figuren entwickelt wurden, die abgesehen davon, dass sie über besondere Fähigkeiten verfügten, nichts mit Superman gemein hatten. 1941 kam schließlich noch Captain America hinzu und wurde bereits drei Jahre später in Form eines Serials verfilm (noch vor Superman!) In diesem Zusammenhang ist es auch erstaunlich durch dieses Buch zu erfahren, was damals neben den Superhelden-Comics bei Timely noch so alles veröffentlicht wurde. So gestaltete der spätere MAD-Zeichner Al Jaffee Funny Animal Comics im Stile von Warners Looney Tunes, der MAD-Gründer Harvey Kurtzman lieferte zum Auffüllen frei gebliebener Seiten den experimentellen Strip Hey Look, während das Heft It´s A Duck´s Live versuchte vom Erfolg der Enten-Comics von Carl Barks zu profitieren.

Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

1951 nannten sich die Hefte Atlas Comics, bevor schließlich Anfang der Sechziger Jahre der endgültige Name Marvel Comics gefunden wurde und die Welt der Superhelden entscheidende neue Impulse erhielt. Das entsprechende Kapitel wird dann auch mit The World would never be the Same betitelt und genau hier ist bei der großformatigen Abbildung des Covers von Fantastic Four # 1 von 1961 das in der Kostüm-Farbe der Fantastischen Vier gestaltete blaue Lesebändchen platziert.

75 Years Marvel

Das gewaltige Buches trägt den schönen Untertitel From the Golden Age to the Silver Screen, doch wer nun vermutetet den erfolgreichen Marvel-Kinofilmen der letzten Jahre wird besonders viel Raum eingeräumt, der täuscht sich. Natürlich wird über Blockbuster wie Iron Man oder The Avengers berichtet, aber auch nicht ausführlicher als über andere Nebenprodukte wie Kaugummi-Klebebilder, Lunch-Boxen oder preiswert produzierte Marvel-TV-Serien aus den Siebziger Jahren.

Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

Im Zentrum des Buches stehen die Comics, was durch die Abbildung einer Unmenge von Titelbildern, markanten Seiten, Originalzeichnungen, sowie durch eine wundervolle Klapptafel mit dem immer noch unglaublich spektakulären Artwork von Jim Sterankos Nick Fury unterstrichen wird. Abgerundet wird das Werk noch durch einen Anhang mit einigen Hundert Kurzporträts von Comickünstlern die für Marvel gearbeitet haben.

Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

Da das Buch komplett in englischer Sprache ist, liegt neben einer über 1,20 m langen illustrierten beidseitig bedruckten Zeitleiste in Leporellofaltung auch noch eine 132-seitige Broschüre mit deutscher Übersetzung bei. Diese ist wie ein Comicheft aufgemacht und enthält auch die Abbildungen einiger deutscher Marvel-Veröffentlichungen. Das riesige Buch wird in einem für reiselustige Comicfreunde sehr praktischen Pappkoffer geliefert. Mehr Marvel ist nicht möglich.

Das Marvel Zeitalter der Comics

Unter dem Titel Das Marvel Zeitalter der Comics hat Taschen eine sinnvoll abgespeckte Version des Buchs herausgebracht. Dieses ist nur halb so umfangreich und deutlich kleinformatiger, aber immer noch ein Prachtband. Das Buch konzentriert sich auf die entscheidenden Jahre und beginnt im Jahre 1961 als Fantastic Four # 1 die Comicwelt veränderte. Diese Marvel-Chronik von Roy Thomas endet im Jahre 1978 als der Verlag mit seiner Comic-Adaption und Fortsetzung von Star Wars voll auf der Höhe der Zeit war. Ein zusätzliches ähnlich aufgemachtes Buch, das sich dem weiteren Verlauf der Marvel-Geschichte widmet erscheint somit nicht nur möglich, sondern sogar sehr wünschenswert.

Das Marvel Zeitalter der Comics

Auch für Besitzer von 75 Years of Marvel Comics lohnt sich eine Anschaffung von Das Marvel Zeitalter der Comics, da dieser Bildband kompakter und somit lesefreundlicher ist, auch weil er komplett ins Deutsche übersetzt wurde.

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Wurmparade auf dem Zombiehof

Christian Kessler begeisterte mich schon in seiner regelmäßigen Filmrubrik in der mittlerweile leider nur noch online erscheinenden Zeitschrift „Splatting Image„. Hier beschäftigte er sich mit Genrefilmen, besonders gerne mit solchen, die in den 70er Jahren in Italien entstanden sind. Dieses Buch spannt den Bogen etwas weiter und Kessler stellt 40 seiner Lieblingsfilme vor.

Wurmparade auf dem Zombiehof

Während es ansonsten meistens wenig Spaß macht Inhaltsangaben von Filmen zu lesen, sind Kesslers Trashfilm-Beschreibungen oft sehr viel unterhaltsamer als das Betrachten des besprochenen Filmes. Geschult durch die legendären Synchronisationen von Rainer Brandt geht er dabei keinem Kalauer aus dem Weg und zaubert Kapitelüberschriften wie „Wenn Druiden die Schiffsschaukel anschubsen“ oder „Die Kraft des Heroins im Streichelzoo“.

Besprochen werden in diesem Büchlein allerlei unglaubliche Filme wie der nur mit kleinwüchsigen Darstellern besetzte Western „The Terror of Tiny Town“ (1938), der als Horrorschocker geplante „The Giant Claw“ (1957) mit dem wohl lächerlichsten Monster der Filmgeschichte oder der ganz schlechte Softsex-Western „Brand of Shame“ (1968), der durch eine sensationelle deutsche Synchronisation unter dem Titel „Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill“ zu einem Partykracher wurde. Einziger Kritikpunkt ist, dass dieses äußerst empfehlenswerte Buch ein schöneres Titelbild verdient hätte.

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August Macke und Franz Marc: Eine Künstlerfreundschaft

In diesem Jahr wird mit vielen Ausstellungen an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert. Dieses einschneidendste Ereignis der jüngeren Geschichte hatte nicht nur für die europäischen Staaten eine Bedeutung, sondern war auch ein millionenfacher Aderlass der Jugend, der am Krieg beteiligten Länder. Zu den Opfern zählen auch zwei junge deutsche Maler. August Macke, der schon zu Kriegsbeginn im September 1914 in Frankreich fiel und sein Freund Franz Marc, der ihm im März 1916 in dem Tod folgte.

August Macke und Franz Marc

Die Ausstellung „Eine Künstlerfreundschaft“ wurde zunächst im Kunstmuseum Bonn und anschließend im Lehnbachhaus in München gezeigt. Mit über zweihundert Werken der beiden Maler ist diese Ausstellung hochkarätig bestückt und besonders empfehlenswert.

Ein Katalog hierzu ist beim Verlag Hatje Cantz erschienen. Er dokumentiert in verschiedenen Beiträgen die Freundschaft dieser recht unterschiedlichen Künstler. Von ihrer ersten Begegnung, der Zusammenarbeit an einem Wandbild, der gegenseitigen Besuche, der Freundschaft ihrer Frauen, bis zu dem Artikel „Man ist weg, eh man´s merkt – Macke und Marc und der Krieg“. Hier hat mich besonders erschüttert mit welcher Begeisterung und großer Freude Beide in den Krieg gezogen sind und das Marc, selbst nach dem Tod seines Freundes, diesen immer noch als reinigendes Element bezeichnet hat.

Mit dieser engen Freundschaft setzte für Marc ein neuer Lebensabschnitt ein, der zudem Beginn seiner schöpferischen Jahre wurde. Der Austausch mit Macke war ihm genau so wichtig, wie der mit Kandinsky. Es bleibt die große Frage, wie die so jungen Kriegsgefallenen sich künstlerisch wohl weiter entwickelt hätten. Mit einer umfangreichen bebilderten Biografie schließt die Publikation ab und man kann es kaum erwarten den nächsten Katalog von diesem Verlag zu lesen.

Jason Schramm

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Das kleine Dick und Doof Buch

Bei dem Titel “Das kleine Dick und Doof“-Buch schreckt jeder aufrechte Freund von Laurel & Hardy erst einmal heftig zusammen. Doch Norbert Aping schrieb kein Buch über die beiden großen Komiker, sondern darüber in welcher Form ihre Filme im Laufe der Jahre in Deutschland dem Publikum gezeigt wurden.

Das kleine Dick und Doof Buch

In den Stummfilmen wurde im deutschen Sprachraum bereits in den 20er Jahren der Name “Dick und Dof“ (kein Schreibfehler) für das Duo eingeführt. Bei ganz frühen Tonfilmen sprachen Stan Laurel und Oliver Hardy im Rahmen von zusätzlichen Dreharbeiten mit deutschsprachigen Nebendarstellern für kurze Zeit Anfang der 30er Jahre sogar phonetisch auswändig gelerntes Deutsch (was in etwa so klingt wie Phil Collins “deutscher“ Gesang in den Disney-Filmen “Tarzan“ oder “Bärenbrüder“). Mittlerweile ist auf der DVD “Dick & Doof sprechen deutsch: Spuk um Mitternacht“ ein Kurzfilm zu sehen in dem Stan & Ollie unsynchronisiert deutsch reden. Auch hierzu hat Asping in seinem Buch einiges zu erzählen.

Das kleine Dick und Doof Buch

Bevor die Werke von Laurel und Hardy schließlich synchronisiert wurden (und der begnadete Walter Bluhm als ideale Stimme von Stan Laurel gefunden wurde) liefen die Filme mit deutschen Untertiteln in den Kinos. Dann verbannten die Nazis Laurel & Hardy ganz. In der Nachkriegszeit feierte das Duo große Erfolge in den deutschen Kinos, bevor es in den Jugendvorstellungen (oftmals gekoppelt mit dem Ulk-Cowboy Fuzzy) und dann schließlich im Fernsehen landete. Auch zu den unterschiedlichen TV-Sendungen wie “Es darf gelacht werden“ mit dem Wanderschausteller Werner Schwier oder der von Theo Lingen anmoderierten Reihe “Lachen Sie mit Stan und Ollie“ oder den Präsentationsformen in der DDR oder auf DVD usw. usw. hat Norbert Aping recherchiert. Die Unmenge an alles andere als trocken servierten Fakten hat er in diesem reich bebilderten Buch zusammengetragen. Dem Autor gelang somit eine spannende Zeitreise durch die deutsche Mediengeschichte.

Das kleine Dick und Doof Buch

Mittlerweile schrieb Aping unter dem Titel „Laurel & Hardy auf dem Atoll“ ein weiteres ebenso interessantes Buch über “Atoll K“ verfasst, den in Frankreich gedrehten höchst umstrittenen letzten Film den Komikerduos. Außerdem verfaßte er zwei Bücher über die Chaplin-Filme in Deutschland und brachte 10 Jahre nach Veröffentlichung seines Dick & Doof Buches eine preiswerte Neuausgabe heraus. Das Paperback schreibt die Vermarktung von Laurel & Hardy auf den Stand von Juli 2014 fort und bietet zudem noch einen umfangreichen digitalen Anhang.

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Stephen King: Mr. Mercedes

Mit „Christine“ und „Der Buick“ – Stephen Kings anderen „Autobüchern – hat „Mr. Mercedes“ wenig gemeinsam, denn übersinnliche Elemente wie fluchbeladene Alltagsgegenstände sucht der Leser diesmal vergebens. King bemüht sich sein Buch fest in der Realität zu verankern. Dies zeigt sich bereits im ersten Kapitel, in dem King mit viel Einfühlungsvermögen einige Frühaufsteher beschreibt, die hoffen bei einer städtischen Jobbörse endlich wieder einen Job zu finden. Mitten hinein in diesen traurigen Haufen von Arbeitssuchenden fährt am Ende des Kapitels „Mr. Mercedes“ mit seinem Benz. Nachdem der Psychopath etliche Menschen überfahren hat, kann er dank deutscher Wertarbeit unerkannt in seiner gestohlenen wuchtigen Nobelkarosse entkommen.

Stephen King: Mr. Mercedes
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Die Hauptfigur des Buches ist der pensionierte Polizist Bill Hodges, dem es während seiner aktiven Zeit nicht gelang „Mr. Mercedes“ zu schnappen. Er wird jedoch vom Killer beobachtet und durch einen anonymen Brief provoziert. Eigentlich beabsichtigte Brady Hartsfield alias „Mr. Mercedes“ den immer depressiver werdenden Hodges durch Psycho-Tricks, wie manipulative Mails, in den Selbstmord zu treiben. Dies war ihm zuvor bereits bei der Besitzerin des Todes-Mercedes gelungen, die sich Vorwürfe machte, weil Hartsfield so einfach an die Schlüssel ihrer Wagens gekommen war. Doch bei Hodges erreicht „Mr. Mercedes“ genau das Gegenteil, denn dieser setzt alles dran um den Killer zu schnappen. Doch auch Hartsfield hat sich noch lange nicht zur Ruhe gesetzt.

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„Mr. Mercedes“ zeigt, dass Stephen King keine Fantasy- oder Horror-Gimmicks braucht um ein spannendes und mitreißendes Buch zu schreiben. Auch der Alltag und insbesondere das Internet bieten genügend Abgründe. Das Buch fesselt über die volle Länge von 600 Seiten. Einmal mehr gelangen King interessante Charaktere sowohl im guten wie auch im bösen, sowie diesmal sogar ein an Spannung kaum zu überbietendes Finale.

Stephen King: Mr. Mercedes

Bereits ein Jahr nach “Mr. Mercedes“ erschien mit “Finderlohn“ eine Art Fortsetzung und das Buch “Mind Control“ vollendet schließlich die Trilogie um Bill Hodges.

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