Archiv der Kategorie: Buch

Lesenswerte Bücher

Paul Gauguin

Gemeinsam mit Paul Cezánne und Vincent van Gogh gilt Paul Gauguin als Vaterfigur der modernen Kunst. Zu den wichtigsten Events dieses Jahres zählt die große Gauguin Ausstellung in der Fondation Beyeler in Basel.

Paul Gauguin

Die Realisierung einer derart anspruchsvollen Ausstellung war nur möglich durch die Unterstützung von Privatsammlern und den renommiertesten Kunstmuseen, die ihre wichtigsten Gauguin Werke hierfür zur Verfügung gestellt haben. Es ist fraglich ob in der Zukunft noch einmal eine Ausstellung in dieser Fülle und Qualität möglich sein wird, da die Museen sich, auch zeitlich begrenzt, nicht gerne von ihren wichtigen Werken trennen wollen und können. Zu sehen ist in Basel auch, vielleicht zum letzten Mal, das kürzlich an einen Scheich für 300 Millionen US-Dollar versteigerte Gauguin Gemälde “Nafea faa ipoipo – Wann heiratest du“.

Paul Gauguin

Zu dieser Gauguin-Ausstellung ist beim Verlag Hatje Cantz ein Katalog erschienen. Ein Katalog, nein es ist schon etwas mehr. Es ist ein Standartwerk, versehen mit ausgezeichneten Artikeln und einer sehr umfangreichen, bebilderten Biografie. Die ausgestellten Werke sind nach den Lebensstationen des Künstlers geordnet: Bretagne – Tahiti – Paris und Tahiti – sowie sein Spätwerk von dem Marquesainseln. Es ist ein reines Vergnügen sich an diesen großformatigen Abbildungen zu erfreuen.

Jason Schramm

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Brian Keene: Tief begraben

“Brian Keene sollte in einem Atemzug mit Stephen King, Dean R. Koontz und Clive Barker genannt werden“ steht im Klappentext des beim Festa Verlag erschienenen Zombie-Romans “Tief begraben“. Brian Keene hat sich in den letzten Jahren in Deutschland einen Ruf als solider Horrorautor mit Werken wie “Am Ende der Straße“, “Totes Meer“ oder “Leichenfresser“ erworben.

Brian Keene

Wie bei “Der Nebel“, dem legendären Frühwerk von Stephen King, geht es auch in Keenes Werken oft um die Isolation einer Gruppe von Menschen, wobei diese Grundidee von Buch zu Buch variiert wird . War die Ursache dieser Isolation in Keenes “Am Ende der Straße“ noch eine undurchdringliche Dunkelheit, die eine amerikanische Kleinstadt umgebende so ist es bei “Tief begraben“ wie auch bei “Totes Meer“ eine Seuche, die Menschen und Tiere in Zombies verwandelt.

Keene steigt sofort mitten in das Geschehen ein: 25 Angestellte eines Luxushotels verbarrikadieren sich in einem Militärbunker gegen die lebende Tote, die von draußen gegen die Sicherheitstüren hämmern. Dabei stellt sich schon bald heraus, dass der Horror nicht nur vor den Türen lauert, sondern auch inmitten der Eingesperrten herrscht. Diese werden aus Mangel an Nahrungsmitteln zu Bestien und fallen schließlich übereinander her. So macht der Leser zusammen mit dem Protagonisten, der sich- ähnlich wie der typische Stephen-King-sche Einzelgänger- gegen die Autorität der Gruppe stellt, im Laufe des Buches aber selbst zur Bestie wird, eine unangenehme Wandlung durch. Es ist eine nihilistische Weltsicht, die keine Aussicht auf Hoffnung übrig lässt, die der Autor da präsentiert.

Das Buch geizt nicht mit deftigen Gewaltszenen, die aber nahezu ausschließlich von lebenden Menschen gegen ebenfalls noch lebende Artgenossen auf vielerlei (originell gemeinte) Arten ausgeübt werden. Ein kurzweiliges, tadelloses aber im Gegensatz zu “Der Nebel“ von King nicht sehr einfallsreiches Buch: Brian Keene hat besseres geschrieben.

Entschädigt wird der Leser allerdings durch die beiden Bonusgeschichten “Im Tal der verrückten Bären“ und “Die vergessene Schlucht der Verdammten“. Letztere dreht sich um die Auswirkungen derselben Zombie-Seuche, ist jedoch eine kunterbunte Mischung zwischen Western, Fantasy und Horror und kann sogar mit einem Zombie-Saurier aufwarten!

Fazit: Wer ein Meisterwerk sucht, sollte lieber was anderes lesen aber gut unterhalten wird der Leser hier allemal.

Matthias Schäfer

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Rudi Hurzlmeier: Meisterwerke der goldigen Periode

Auf der Highlightzone wurden immer wieder interessante Bücher über bildende Künstler vorgestellt, doch mir hat noch niemand so präzise das Mysterium der Malerei nahegebracht.

Rudi Hurzlmeier Meisterwerke der goldigen Periode

In seinem kurzen einleitenden Text “Der wohltemperierte Pinsel und die nackte Leinwand“ erklärt Rudi Hurzlmeier plausibel, warum es der Maler sehr viel schwerer hat als seine in anderen Spaten agierenden Kunst-Kollegen. Während die Musik im Piano und die Skulptur im Marmorblock ja bereits enthalten sind, steht der Maler vor dem schieren Nichts bzw. der nackten Leinwand. Zudem muss der Maler, wenn er gut ankommen möchte, bestimmte Genres bedienen. Hurzlmeier bringt dies auf den Punkt: “Besonders gerne gesehen sind Obst, Frauen, Pferde und Gebirge.“ Warum dies so ist erklärt Hurzlmeier genauso präzise wie die Tatsache, dass Renaissance und Moderne maßlos überschätzt werden.

Rudi Hurzlmeier Robert Crumb

Allein dieser erleuchtende Text rechtfertigt schon den Kauf des Buchs. Doch darüber hinaus gibt es auch noch hochwertige Reproduktionen von Rudi Hurzlmeiers “Meisterwerken der goldigen Periode“. Wobei es in diesem Fall sehr begrüßenswert ist, dass der Künstler seine Angst vor der nackigen Leinwand überwinden konnte, voll auf die Tube drückte und im altmeisterlichen Stil nicht nur die Bedürfnisse seiner Kundschaft nach Obst, Frauen, Pferden oder/und Gebirgen abdeckte. Rudi Hurzlmeier garnierte seine Bilder zudem auch noch mit der Abbildung von nur auf den ersten Blick völlig unpassenden Dingen wie massierenden Gorillas, fahrradfahren Tauchern, Bären mit runtergelassener Fellhose oder einem riesigen Kürbis. Letzteres ist besonders gewagt, weil es sich dabei um kein Obst handelt. Mehr Maler-Mut ist kaum möglich!

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The Treasures of Bruce Lee

Dadurch dass Bruce Lee 1965 in einer kurzlebigen TV-Serie Kato, den Hausdiener und Chauffeur des maskierten Helden “The Green Hornet“, spielte, wurde er in den USA halbwegs bekannt und in Fernost zum absoluten Star.

Bruce Lee Treasure

1971 kehrte Lee nach Hongkong zurück. Dort drehte er für den Produzenten Raymond Chow drei Kinofilme, die in Asien alle Kassenrekorde brachen und ihn weltweit zur Kampfsport-Ikone machten. Sowohl in “Die Todesfaust des Cheng Li“ als auch in “Todesgrüße aus Shanghai“ und in seinem wohl besten Film “Die Todeskralle schlägt wieder zu“ spielte Bruce Lee einen eigentlich friedfertigen Menschen, der sich in feindseliger Umgebung behaupten muss. Anschließend folgten noch der für Warner Brothers entstandene “Der Mann mit der Todeskralle“ sowie der posthum fertiggestellte „Bruce Lee – Mein letzter Kampf“ und auch heute noch lebt die Legende weiter.

Bruce Lee

Mittlerweile liegen die Filme von Bruce Lee alle in guten DVD- oder Blu-ray-Editionen vor. Schon daher muss sich jemand der ein Buch über Bruce Lee herausbringt schon einiges einfallen. Die Edition Olms veröffentlicht die englische Originalausgabe eines 96-seitigen Buchs mit der “Official Story“, 150 Fotos und einem Vorwort von Bruce Lees Tochter Shannon. Doch zusätzlich enthält das Werk auch noch 22 “Faksimile-Beilagen zum Herausnehmen“. Dabei handelt es sich um liebevoll aufgemachte Reproduktionen von herrlich farbigen asiatischen Filmplakaten, Kinoaushang-Fotos, Stickern oder von Kuriositäten wie einer von Steve McQueen unterschriebenen kleinen Karte mit den besten Genesungs-Wünschen.

Bruce Lee Items

Falsche Erwartungen erweckt jedoch das Foto auf der Rückseite des Schubers, in dem das schön aufgemachte Buch steckt. Hier ist neben den Filmplakaten und weiteren Reproduktionen auch noch eine Bronze-Statue von Bruce Lee abgebildet, die nicht als “Faksimile-Beilage“ beigelegt wurde.

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Sophie Scholl, Fritz Hartnagel: Damit wir uns nicht verlieren: Briefwechsel 1937-1943

1937 lernte der 20-jährige Offiziersanwärter Fritz Hartnagel die vier Jahre jüngere Sophie Scholl kennen. Dies geschah auf einer Tanzveranstaltung und beide verliebten sich. Sie konnten jedoch in den nächsten Jahren nur sehr wenig Zeit miteinander verbringen, da Hartnagel als Soldat immer wieder an andere Örtlichkeiten versetzt wurde. Doch der Kontakt konnte durch einen regen Briefwechsel aufrecht erhalten werden. Hierin kommt die Sehnsucht zum Ausdruck, die die beiden jungen Menschen auf ein baldiges Wiedersehen hoffen lässt. Der tragische Ausgang nicht nur dieser Beziehung dürfte bekannt sein, Sophie Scholl und ihr Bruder Hans wurden wegen ihrer Beteiligung am Widerstand der Gruppe “Die weiße Rose“ am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.

Sophie Scholl Fritz Hartnagel Briefwechsel

Fritz Hartnagel schien bisher nur eine Randfigur innerhalb dieser tragischen Geschichte zu sein, doch sein sehr reger Briefwechsel mit Sophie Scholl zeigt, wie stark sein Leben von deren klaren moralischen Vorstellungen geprägt wurde. Hartnagel ist aus einer Mischung aus Abenteuerfreude und naiven Nationalismus Soldat geworden. Im Briefwechsel lässt es Sophie ihm nicht durchgehen, wenn er die angeblichen soldatischen Tugenden innerhalb der Wehrmacht losgelöst vom Nationalsozialismus sieht. Argumentativ steht der vier Jahre ältere Hartnagel hier auf sehr schwachen Füßen, was ihn jedoch nicht von Sophie Scholl entfremdet, auch wenn seine Brief-Anrede “Meine liebe Sophie!“ gelegentlich auf ein “Liebe Sophie!“ zurückfällt. Vielmehr ist Sophie Scholl für Hartnagel ein moralischer Anker an dem er sich zeitlebens gebunden fühlt. Nach Kriegsende engagierte sich Hartnagel, der Sophies ein Jahr ältere Schwester Elisabeth heiratete, gegen die Wiederbewaffnung, für Kriegsdienstverweigerer und in der Friedensbewegung.

Eigentlich ist es ja etwas indiskret den oftmals auch sehr intimen Briefwechsel zu lesen, wie er zum noch erhaltenen Großteil in einem von Hartnagels Sohn Thomas herausgegebenen Buch enthalten ist. Doch die Erkenntnisse, die spätere Generationen daraus gewinnen können, lassen alle Bedenken recht bald verblassen. Der Leser enthält einen direkten ungefilterten Eindruck davon, was es bedeutet in einer Diktatur zu leben und für diese auch noch seinen Leben in Kriegseinsätzen zu riskieren. Bei der Lektüre scheint der Leser direkt dabei zu sein, hofft dass es Fritz und Sophie durch ein gelegentliches persönliches Wiedersehen gelingt ihre kleinen Glücksinseln innerhalb des für sie so tragisch verlaufenden Weltgeschehens zu finden und empfindet große Wut darüber, dass so vielen Menschen ihre Jugend geraubt wurde.

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Hans Christiansen: Die Retrospektive

Wer ist Hans Christiansen? Er war ein Gesamtkunstwerker des Jugendstils, schon zu Lebenszeit hoch gerühmt und international bekannt, geriet aber schon vor seinem Tod in Vergessenheit. Christiansen war kein bequemer Künstler, den man in einer Schublade stecken konnte, nein für ihn benötigte man schon einen ganzen Schrank.

Hans Christiansen

Christiansen brillierte auf unterschiedlichen Gebieten als Architekt, Raumausstatter, entwarf Textilien, Tapeten, Kunstverglasungen, Teppiche, Schmuck und Plakate, blieb aber doch weitgehend im Schatten von Peter Behrens und Josef Maria Olbricht. Einem besonders glücklichen Umstand verdanken wir es, dass sein Nachlass von dem Flensburger Kunstverein aufgekauft werden konnte. Zusammen mit den Beständen aus dem Darmstädter Museum konnte diese Wanderausstellung zustande kommen. Zu sehen war sie auf der Mathildenhöhe in Darmstadt, im Bröhan-Museum in Berlin, in der Villa Stuck in München und in Flensburg am Museumsberg .

Hans Christiansen: Die Retrospektive

Es ist zu hoffen, dass die Lebensleistung von Hans Christiansen als Pionier der Zeitschrift “Jugend“ und des Jugendstils künftig entsprechend wahrgenommen wird. Sein Ausspruch “Meine Zeit wird schon noch kommen…“ ist vielleicht durch diese Wanderausstellung wahr gemacht worden. Ein hervorragender Katalog ist bei dem Verlag Hatje Cantz erschienen und er dient nicht nur als Begleiter durch die Ausstellung, sondern führt uns wegen seiner üppigen Ausstattung mit seinen vielen Abbildungen und Artikeln durch das Leben von Hans Christiansen.

Jason Schramm

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Die besten Alben, die Sie nie besitzen werden

Unter dem Titel “Die besten Filme, die Sie nie sehen werden“ erschien bei der Edition Olms ein Buch, das Filmprojekte vorstellte die nicht gedreht wurden. Natürlich existierten zu Alfred Hitchcocks “Kaleidoscope“, Federico Fellinis “Il Viaggio di G. Mastorna“, Sergio Leones “Leningrad“, David Lynchs “Ronnie Rocket“ oder “Pippi Langstrumpf“ von Hayao Miyazaki keine Fotos. Daher wurden 16 Künstler gebeten unter der Berücksichtigung der “Nichterscheinungsjahre“ fiktive aber dem jeweiligen Zeitgeist angepasste Plakatmotive zu den nicht existenten Filmen zu gestalten. Das gleiche Konzept liegt nun diesem Buch über nicht realisierten Alben zugrunde.

Die besten Alben, die sie nie besitzen werden

In gut recherchierten Texten ist zu erfahren, warum die Beatles 1969 keine LP namens “Get Back“ fertigstellten, wieso kein Album zur “American Tour ‘72“ der Rolling Stones zustande kam oder weshalb Pink Floyd 1974 nicht die nur mit Haushaltgeräten und Gummibändern eingespielte Platte “Household Objects“ herausbrachte und 1982 auch auf die Veröffentlichung eines Soundtracks zu ihrem Kinofilm “The Wall“ verzichtete. Interessant ist auch, warum die erste (und einzige) Platte der Sex Pistols nicht “Sprunk“ sondern “Never Mind the Bollocks“ hieß oder wieso Kraftwerk 1983 doch kein Album namens “Technopop“ herausbrachten.

Sex Pistols Spunk

Auch für dieses Buch, das sich als „schmerzhafter Reiseführer“ versteht wurden fiktive Designs entwickelt. Künstler wie John Pasche, für die Rolling Stones das unverwechselbare “Tongue and Lip“ Symbol entwickelte, Gedanken darüber gemacht, wie die Cover zu den verworfenen Scheiben wohl ausgesehen hätten.Auf den letzten Seiten gibt es zudem noch Kurzbeschreibungen von Platten wie “The Black Album“ von Prince oder “Diana“ von Diana Ross bei denen 8 oder sogar 24 Jahre vergingen bis diese endlich veröffentlicht wurden sind. Doch in erster Linie lässt das Buch darüber staunen, wie viele Platten es gibt, die es gar nicht gibt.

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Die besten Filme, die Sie nie sehen werden

Bei der Edition Olms erschien bereits in zahlreichen Neuauflagen das Buch “1001 Filme: die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist“. Quasi als Gegenmodell stellt ein im selben Verlag verlegtes Buch zahlreiche Filme vor, die man vielleicht auch gesehen haben sollte, doch leider waren diese Projekte bereits gestorben, bevor sie ihren Kinostart erlebten.

Die besten Filme, die Sie nie sehen werden

Einzige Ausnahme dürfte “The Day the Clown cried“ von und mit Jerry Lewis sein. Dieser nie gezeigte Film um einen Clown, der in Nazi-Deutschland wegen einer Hitler-Parodie im KZ landet und dort Kindern aufheitert, wurde angeblich 1972 in Schweden tatsächlich fertig gestellt. Das Werk kam jedoch wegen rechtlicher Probleme – die Drehbuchautoren wurden nicht bezahlt – nie ins Kino. Dies soll laut einiger weniger Augenzeugen, die “The Day the Clown cried“ tatsächlich gesehen haben, auch gut so sein, denn Humor und Pathos des Films hätten “hochgradig falsch“ gewirkt.

Superman lives

Die restlichen Filme, die in diesem Buch vorgestellt werden, existieren nur als Projekte zu denen es allenfalls Entwurfszeichnungen und Probeaufnahmen gibt. Doch gerade die Vorstellung wie weitere Filme von Alfred Hitchcock (“Kaleidoscope“ oder “No Bail for the Judge“ mit Audrey Hepburn), Federico Fellini (“Il Viaggio di G. Mastorna“), Sergio Leone (“Leningrad“), David Lynch (“Ronnie Rocket“) oder “Pippi Langstrumpf“ von Hayao Miyazaki wohl ausgesehen hätten, macht die Lektüre dieses Buches zu einem so großen Vergnügen.

Batman Year One
Damit es nicht bei gut recherchierten aber oftmals dennoch spekulativen Texten bleibt, hat Herausgeber Simon Braund zusätzlich noch 16 Künstler gebeten unter der Berücksichtigung der “Nichterscheinungsjahre“ fiktive aber dem jeweiligen Zeitgeist angepasste Plakatmotive zu den nicht existenten Filmen zu gestalten. Diese originelle Idee hilft dabei sich vorzustellen, was uns alles entgangen ist.

Ein ähnliches Konzept verfolgt ein ebenfalls bei der Edition Olms erschienener „schmerzhafte Reiseführer“, der „Die besten Alben, die Sie nie besitzen werden“ vorstellt.

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Norman Mailer: JFK – Superman kommt in den Supermarkt

Am 13. Juli 1960 wurde nach einem mehrtägigen Parteitag in Los Angeles John F. Kennedy zum Präsidentschafts-Kandidaten der Demokratischen Partei gekürt. Der Schriftsteller Norman Mailer (Die Nackten und die Toten) war die ganze Zeit anwesend und schrieb unter dem Titel Superman kommt in den Supermarkt einen äußerst scharfzüngigen Artikel über den Parteitag, der am 18. Oktober im Magazin Esquire erschien.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Norman Mailer kritisierte in seinem Bericht ebenso wortreich wie deutlich das politische Verständnis seiner Landsleute sowie die daraus resultierende nicht eben sehr reformfreudige Parteien-Landschaft. Er zeigte sich jedoch äußerst begeistert von der professionellen Selbstinszenierung des „großen Schauspielstars“ JFK und war ganz besonders angetan von dessen Frau Jackie, die zur „schönsten First Lady in unserer Geschichte“ werden könnte.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Am 20. Januar 1961 wurde JFK durch eine großen Einführungszeremonie mit viel Hollywood-Prominenz als 35. Präsidenten der USA gefeiert. Zuvor hatte er die Wahl gegen Richard Nixon nur sehr knapp mit einem Vorsprung von nicht einmal 100.000 Stimmen gewonnen. Norman Mailer meinte daher zu Superman kommt in den Supermarkt: „Dieser Text hatte eine größere Wirkung als jedes andere meiner Werke“, denn „eine Million Menschen mochten meinen Artikel gelesen und manche von ihnen mit anderen darüber gesprochen haben.“

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Vielleicht hatte Mailer ja recht damit, dass sein kurzer Text das Zünglein an der Waage war und noch einige politikverdrossene Wähler mobilisierte. Diese Spekulation inspirierte den Taschen Verlag – hier erschienen bereits prächtige Bildbände zu Mailers Texten über die Mondlandung und Marilyn Monroe – zu einem weiteren spektakulären Buch-Projekt. Mailers knapp 30-seitiger immer noch äußerst lesenswerter Artikel kommt im Umfeld von zahllreichen sehr aussagekräftigen Fotos vom Parteitag in Los Angeles und vom JFK-Wahlkampf zum Abdruck. Hinzu kommen noch Zeittafeln, Auszügen aus Kennedy-Reden und ein weiterer sehr amüsanter Text, in dem Mailer seine etwas misslungene Begegnung mit Jackie Kennedy schildert.

Norman Mailer: JFK - Superman comes to the Supermarket

Das Buch erschien 2014 zunächst zum Preis von 99,- Euro im Großformat (30 x 40 cm) in englischer Sprache. Es wurde mit einem beiliegenden deutschen Übersetzungsheft in einem Pappkoffer ausgeliefert (ist also ideal um es auf Parteitage mitzunehmen).

Norman Mailer: JFK - Superman kommt in den Supermarkt

Drei Jahre folgte zum 100. Geburtstag von John F. Kennedy eine etwas kleinere Ausgabe im Format 23,1 x 31,5 cm zum Preis von 29,- Euro. Das jetzt komplett in deutscher Sprache vorliegende Buch verdeutlich noch einmal was für ein Umschwung der Wahlsieg von Kennedy für die USA bedeutete und wie viel Hoffnungen danach bereits im November 1963 zu Grabe getragen wurden.

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Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär

1999 bewies Walter Moers mit diesem reich bebilderten Roman (und in einem etwas geringeren Maße mit Käpt’n Blaubär – Der Film), dass er nicht nur überzeugt, wenn er (wie etwa bei Das kleine Arschloch oder bei Adolf) hart und gemein ist. Mindestens genauso lesenswert ist er als Erzähler planvoll durchgeknallter Fantasy-Geschichten. Mit diesem Buch wollte Moers, dem die gewaltige Präsens seiner Figur (etwa in der Sendung mit der Maus oder als Werbeträger der Post) langsam schon etwas unheimlich wurde, seinen Käpt’n Blaubär zurückerobern und neu erfinden.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Dies gelang ihm aufs vortrefflichste und Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär wurde auch international ein Erfolg. Im deutschsprachigen Raum ist das Buch wohl das phantasievollste Werk seit langer, langer Zeit und lässt sogar Michael Endes ähnlich fabulierfreudige Unendliche Geschichte ganz schön alt aussehen. Dies liegt sicherlich hauptsächlich daran, dass Moers kein hochmoralisches Gleichnis auftischt, sondern uns einfach teilhaben lässt an seiner unberechenbaren Phantasie mit der er die Welt von Zamonien mit immer neuen Bewohnern und Örtlichkeiten garniert. Mit Ensel und Krete und Rumo & Die Wunder im Dunkeln startete danach ein ganzer Reigen weiterer zamonischer Werke.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Aktuell realisierte Walter Moers gemeinsam mit dem Illustrator Florian Biege eine Comic-Version von Die Stadt der Träumenden Bücher.

Die Stadt der Träumenden Bücher

Da die Rechte von Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär an ihn zurückgefallen sind, beschloss Moers beim Knaus Verlag eine von Florian Biege kolorierte Neuauflage herauszubringen. Neben der jetzt viel detaillierteren Zamonien-Landkarte am Anfang des Buches wurde lediglich eine Illustration der später durch ein eigenes Buch zu Ruhm gekommenen Nebenfigur Rumo neu erstellt. Ansonsten hat Moers jeglichen Versuchungen nachzubessern wiederstanden, weil er mit der ursprünglichen Fassung „immer noch sehr zufrieden“ ist. Mir persönlich gefällt allerdings die farbige Neuausgabe noch besser!

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