Archiv der Kategorie: Buch

Lesenswerte Bücher

THE GODFATHER FAMILY ALBUM

Als Anfang der Siebziger Jahre – basierend auf einem Bestseller von Mario Puzo – der Mafia-Familienfilm “Der Pate“ entstehen sollte, war Francis Ford Coppola, der zuvor erst zwei Filme inszeniert hatte, nicht gerade die erste Wahl. Dennoch gelang es ihm nicht nur den Regie-Job zu bekommen, sondern gegen den Widerstand des Studios auch noch den in Hollywood verhassten Marlon Brando sowie den unbekannten Al Pacino für die Titelrollen durchzuboxen. Der Erfolg der ebenso meisterlich in Szene gesetzten wie exzellent gespielten Mischung aus Soap and Crime war so gewaltig, dass eine (gleichwertige!) Fortsetzung und ein schwächerer dritter Teil nicht ausblieben.

The Godfather Family Album

Der Taschen Verlag veröffentlichte 2008 in zwei sehr aufwändigen Editionen, die mit 1.250,- und 2.500 Euro zu Buche schlugen, ein Familienalbum, das zahlreiche von Steve Schapiro während der Dreharbeiten aufgenommenen Setfotos enthält. Die ebenfalls sehr interessant zusammengestellten Textbeiträgen enthalten als Highlight Mario Puzos launige Schilderung über die Entstehung des Romanes und seiner anschließenden Zeit in Hollywood inklusive einer Schimpfkanonade von Frank Sinatra, der sich – wohl nicht grundlos – in Buch und Film als nicht sonderlich vorteilhaft porträtiert wiedererkannte.

Ähnlich wie schon beim Prachtband “Billy Wilder´s: Some Like It Hot” liegt nun auch eine zwar etwas kleinere aber dafür auch deutlich günstigere Volksausgabe des Familienalbums vor. Das ist ein Angebot, das man nicht ablehnen sollte!

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Lexikon des internationalen Films – Filmjahr 2013

Aus den von 1951 bis 1989 erscheinenden „Handbücher der katholischen Filmkritik“ ging das „Lexikon des internationalen Films“ hervor. Dieses erschien erstmals 1987 in zehn Bänden beim Rowohlt Verlag und 1995 folgte eine komplett überarbeitete Neuauflage, der jährlich ein Ergänzungsband folgte. Basis der Besprechungen sind die im „film-dienst“ veröffentlichten Langkritiken, die sich (wie im damaligen Vorwort vermerkt) um eine „differenzierte Bewertung aus christlicher Werthaltung“ bemühen.

Lexikon des internationalen Films - Filmjahr 2013

In die Erstauflage des Lexikons wurde noch so manche etwas harsche Abkanzelung eines zum Zeitpunkt der Besprechung freizügig wirkenden Filmes übernommen und auch sehr eindeutige Empfehlungen ausgesprochen wurden. Die zweite Neuauflage die bei Zweitausendeins erschien hingegen bemüht sich um eine stärkere Neutralität und kann auch von Atheisten problemlos und sogar mit Gewinn benutzt werden. Die Kritiken fallen zwar insgesamt etwas knapper aus als z. B. im Heyne-Filmjahrbuch. Doch dafür ist auch wirklich zu jedem Film eine Wertung und nicht nur eine Inhaltsangabe enthalten.

Lexikon des internationalen Films - Filmjahr 2013

Mit diesem Ergänzungsband kümmert sich zum zwölften Mal der Schüren Verlag um die Fortführung des Lexikons. Etwas willkürlich ausgewählt und auch überflüssig erscheinen die vielen mit aufgenommenen Fernsehfilme. Nicht sonderlich geschickt ist es die englischsprachige Titel die mit “The“ beginnen unter “T“ einzuordnen.

Lexikon des internationalen Films - Filmjahr 2013

Sehr stark wird weiterhin das Medium DVD bzw. Blu-ray berücksichtigt. Bei vielen Filmen wird auch das Bonusmaterial der Heimkino-Veröffentlichung aufgelistet und bewertet. Dies ist naturgemäß etwas schwierig, da noch längst nicht alle der besprochenen Filme auf DVD oder Blu-ray vorliegen. Eine sinnvolle Ergänzung ist daher ein Anhang, der ausführlich auf „herausragende DVD und Blu-ray Editionen“ eingeht. Zusätzlichen werden auch noch „die besten Kinofilme des Jahres 2013“ gewürdigt, wobei sich über Geschmack natürlich streiten läßt (ist „Ich einfach unverbesserlich 2 “ wirklich ein empfehlenswerter Film und Disneys „Die Eiskönigin“ nicht?). Eine “Art Jahreschronik“ spießt Highlights des Kinojahres 2013 auf, während sich die einleitenden Texte diesmal sehr vielschichtig mit den Thema “Animationsfilm“ beschäftigen. Aufbau und Zusammenstellung überzeugen einmal mehr und das “Lexikon des internationalen Films“ ist somit auch diesmal wieder das beste – aber mittlerweile leider auch einzige – deutschsprachige Filmjahrbuch.

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100 Klassiker des Film Noir

Es waren die Franzosen, die in der Nachkriegszeit von jenen US-Filmen fasziniert waren, die weder nach Schema F funktionierten noch sich darauf beschränkten simple Moralvorstellungen zu bebildern. Filme wie Billy Wilders “Frau ohne Gewissen“, Fritz Langs “Die Frau am Fenster“ oder Alfred Hitchcocks „Vertigo“ verunsichern den Betrachter durch den düsteren Blick auf menschliche Abgründe sowie häufig auch noch durch den Verzicht auf Happy Ends. Da die Schauplätze der Filme meist bedrohliche und nächtliche Großstädte waren, erfanden französische Kritiker für diese Werke den Begriff “Film noir“, der mit einiger Verspätung auch ab Anfang der Siebziger Jahre in den USA Verwendung fand. Bei uns wird auch gerne von “Hollywoods schwarzer Serie“ gesprochen.

100 KLASSIKER DES FILM NOIR

Für viele Filmexperten startete die große Zeit des Film noir 1941 mit John Hustons “Die Spur des Falken“. Das Ende läutete Orson Welles 17 Jahre später mit seinem seinerzeit völlig unterschätzen Meisterwerk “Im Zeichen des Bösen“ ein. Doch die Tradition lebt weiter und aktuelle Werke mit Film noir-Elementen wie Quentin Tarantinos “Pulp Fiction“, Christopher Nolans “Memento“ oder die Verfilmung von Frank Millers Comic “Sin City“, bekommen heute das Etikett “Neo-Noir“ verpasst.

100 KLASSIKER DES FILM NOIRDer Taschen Verlag hat in den 10 Bänden seiner “Filme des Jahrzehnts“-Serie -Reihe Highlights der Kinogeschichte in markanten Bildern und Texten vorgestellt. Unter den hier besprochenen Klassikern befinden sich schon zwangsläufig auch viele Vertreter des Film noir. Daher war es für Taschen ein Leichtes aus seinen Jahrzehnte-Kanons einen opulenten Bildband über den Film noir zusammenzustellen. Enthalten sind Informationen zu 100 herausragenden Vertretern der Genres Film noir und Neo-Noir sowie einiger Vorläufer wie “Das Cabinet des Dr. Caligari“ oder “M – Eine Stadt sucht einen Mörder“. Es wurde die bereits vorhandenen Texte, die oft sehr großformatigen Bilder sowie das jeweilige Seitenlayout aus der “Filme des Jahrzehnts“-Reihe übernommen. Ergänzt wurden Abbildungen der Kinoplakate, sowie einführende Texte. Das Highlight ist hier zweifelsohne der Artikel “Notes on Film Noir“ von Paul Schrader dem Drehbuchautor des Neo-Noir-Klassikers “Taxi Driver“.

100 KLASSIKER DES FILM NOIR

Einmal mehr gelang Taschen ein Bildband, der auch der Tatsache Rechnung trägt, dass Film in erster Linie ein visuelles Medium ist. Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang auch das sehr stylische Lesebändchen im Filmstreifen-Look.

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Grant Morrison: SUPERHELDEN – Was wir Menschen von Superman, Batman, Wonder Woman & Co lernen können

Der Schotte Grant Morrison (“Batman: Arkham Asylum“) ist nicht nur einer der erfolgreichsten US-Comicautoren sondern auch ein Experte auf dem Gebiet der Superhelden. Eine lebenslange Liebe verbindet ihn mit der Figur des Supermans, der er in der 12-teiligen Miniserie “All Star Superman“ ein Denkmal setzte und im Neustart der klassischen Serie “Action Comics“ die Über-Unterhose wegrationalisierte.

Grant Morrison: SUPERHELDEN - Was wir Menschen von Superman, Batman, Wonder Woman & Co lernen können

Im Buch “Superhelden“ erzählt Morisson sowohl die Geschichte der Superhelden-Comics als auch seine eigene Biographie. Das funktioniert zunächst sehr gut. Informativ und gelegentlich auch pointiert analysiert Morrison die ersten Auftritte von Superman und Batman, die zahllose weitere Superhelden-Comics nach sich zogen. Hier wäre eine etwas großzügigere, nicht nur DC-Comics zeigende, Bebilderung wünschenswert gewesen, während es etwas fraglich ist, ob “Panel“ mit “Panele“ wirklich optimal ins Deutsche bzw. Österreichische übersetzt wurde.

Grant Morrison: SUPERHELDEN - Was wir Menschen von Superman, Batman, Wonder Woman & Co lernen können

Doch ansonsten ist Morrisons “Superhelden“ in der ersten Hälfte sowohl für Neueinsteigern aber auch für Experten ein spannend zu lesendes Comic-Sachbuch. Interessant ist die Schilderung jener Zeit in den Fünfziger Jahren als sich die Superman-Comics bedingt durch den Erfolg einer spießigen TV-Serie mit George Reeves aber auch unter dem Zensur-Druck des Comics Code mehr mit alltäglichen Problemen als mit galaktischen oder gar kapitalistischen Bedrohungen beschäftigten. Im Kapitel “Superman auf der Couch“ erzählt Morrison davon, wie sich DC-Herausgeber Mort Weisinger einer Psychotherapie unterzog und “seine Schreiber mit dem in den jeweiligen Sitzungen anfallenden Material“ versorgte. Das Resultat waren dann Hefte mit Clark Kents Kollegen Jimmy Olsen als Transvestiten oder einer gegen Superman die Peitsche schwingenden Lois Lane.

Grant Morrison: SUPERHELDEN - Was wir Menschen von Superman, Batman, Wonder Woman & Co lernen können

Während Morrison anfangs nur sehr gelegentlich davon erzählt, wie er die beschriebenen Comics als jugendlicher Leser empfunden hat, gerät das Buch auf den letzten 250 Seiten merklich aus dem Gleichgewicht. Hier betritt Morrison auch als Comicschaffender die Bühne und nutzt diese zunächst ausgiebig um Spitzen gegen seinen noch etwas prominenteren Kollegen Alan Moore abzufeuern. Dessen anerkannten Meilenstein “Watchmen“ findet Morrison gar nicht so bedeutend und seine Argumentation liest sich recht amüsant. Während er sich für einen verständnisvollen “Anthropologen“ der US-Comics hält, bezeichnet er Alan Moore als rücksichtslosen “Missionar“, der Superhelden-Lesern seine “eigenen Wertvorstellungen und Vorurteile“ aufzwingen möchten. Laut Morrison sieht Moore Superhelden als primitive Eingeborene über deren “farbenprächtige Trachten“ er sich nicht nur lustig macht, sondern diese dazu zwingt “lederne Trenchcoats zu tragen“ und zudem auch noch bis zum “Nervenzusammenbruch drangsaliert“.

Grant Morrison: SUPERHELDEN - Was wir Menschen von Superman, Batman, Wonder Woman & Co lernen können

In den letzten Kapiteln versucht Morrison den Eindruck zu erwecken, dass fast jeder bedeutende Comic der letzten 20 Jahre aus seiner Feder stammte. Statt über die Werke anderer Comicschaffender zu berichten, ist der Autor hier stärker daran interessiert seine Erfahrungen mit mystischem Hokuspokus oder die Vorteile einer rasierten Glatze zu schildern. Das trübt zwar ein wenig den positiven Eindruck der ersten Hälfte des Buches, hat aber durchaus Unterhaltungswert.

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PAUL GAUGUIN: METAMORPHOSEN

Eine neue Paul-Gauguin-Ausstellung war im Museum of Modern Art (MOMA) in New York zu sehen. Schon wieder Gauguin, nach den großen, wichtigen Ausstellungen 1998/99 in Essen und Berlin und 2009/10 in Cleveland und Amsterdam (Hatje Cantz Katalog: Durchbruch der Moderne). Warum?

Paul Gauguin Metamorphosen

Diese beiden Werkschauen haben überwiegend seine wundervollen Ölbilder in den Vordergrund gestellt. Ganz anders widmet sich die MOMA-Ausstellung “Metamorphosen“ seinen Papierarbeiten wie Aquarellen, Zeichnungen, Holzschnitten, Lithografien und seinen Skulpturen. Diese meist lichtempfindlichen Werke werden nicht so häufig in den Museen gezeigt und sind daher allein deshalb besonders interessant.

Eine Reise in die USA ist allein das MOMA auf jeden Fall wert, umso mehr, wenn dort auch noch solch eine Ausstellung zu bewundern ist. Wem dies nicht möglich ist, sei der Katalog zur Ausstellung von Hatje Cantz empfohlen. Anschaulich wird dargestellt, wie einige von Gauguins Hauptwerken (z. B. „Der Mond und die Erde“) in Beziehung zu seinen Holzschnitten, Zeichnungen und Skulpturen stehen. Diese bisher so wenig beachteten Arbeiten sind hier hervorragend erklärt und beschrieben, so dass dieser Band nicht nur ein Ausstellungsbegleiter ist, sondern auch ein eindrucksvolles Kunstbuch, dass mit seinen 222 Farbabbildungen auf 248 Seiten in keiner Kunstbibliothek fehlen sollte.

Jason Schramm

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CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Norbert Aping schilderte in seinem “Das Dick und Doof Buch“ bereits sehr ausführlich wie die Filme von Laurel & Hardy in die deutschen Kinos kamen und in der Presse besprochen wurden. Anschließend wollte er ein ähnliches Werk auch über Charlie Chaplin schreiben. Doch ein derartiges Projekt würde nicht zwischen zwei Buchdeckel passen, denn Aping musste feststellen, dass “nur noch über die Bibel mehr geschrieben worden ist, als über diesen weltbekannten Künstler.“ Daher schränkte er das Spektrum zunächst ein und konzentrierte sich im Buch „Liberty – Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft“ darauf, zu dokumentieren, wie die Nationalsozialisten in Deutschland auf die Werke Chaplins reagierten. Dabei wurde natürlich ein besonderes Augenmerk auf dessen Hitler-Satire “Der große Diktator“ gerichtet.

CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Jetzt folgt eine Fortsetzung bzw. die Vorgeschichte. Aping beschreibt in “Charlie Chaplin in Deutschland“ wie der Tramp im deutschsprachigen Raum mit etlicher Verspätung in die Kinos kam. Erst am 30. August 1921 wurde im Berliner Ufa-Palast am Zoo im Beiprogramm zum längst vergessenen Spielfilm “Die Geliebte Roswolskys“ als erster Chaplin Film in Deutschland dessen bereits fünf Jahre zuvor gedrehter 37. Streifen “The Rink“ gezeigt. Der 24-minütige Kurzfilm bekam den deutschen Titel “Chaplin läuft Rollschuh“, wurde zu einem gewaltigen Hit, löste Lachstürme aus und fand auch in der Presse sehr viel mehr Aufmerksamkeit als der Hauptfilm. Danach folgte „The Cure“ unter dem deutschen Titel „Die Chaplin-Quelle“ und viele weitere Filme. Darunter befanden sich auch Chaplins sehr viel ältere Streifen, die dem Publikum als das Allerneuste angedreht wurden. Zugleich wurden aber auch sehr viele Filme mit dreisten Chaplin-Plagiatoren gezeigt, über die Aping amüsante Informationen zusammengetragen hat.

CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Das Kernstück des Buches sind jedoch die zahlreichen Kritiken aus deutschen Zeitungen, die Aping in diversen Archiven gefunden hat. Neben der immer wieder geäußerten völligen Begeisterung von Autoren wie Kurt Tucholsky oder auch Bert Brecht ist hier auch Neid darüber zu spüren, dass die heimische Filmlandschaft nichts Vergleichbares zu bieten hat sowie Angst davor, dass Hollywood das deutsche Kino übernehmen könnte. Diese Kino-Zeitreise liest sich sehr spannend und endet (zunächst) bei Chaplins ersten großen Hit “The Kid“ der Ende 1923 in Berlin mit (nur noch!) zweijähriger Verspätung seine glanzvolle deutsche Premiere erlebte.

CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Aping plant als Bindeglied zwischen seinen beiden Chaplin-Büchern noch ein weiteres Werk, das sich mit der spannenden Zeit von 1925 bis 1933 beschäftigt und auf das sich schon sehr gefreut werden darf.

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JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Ian Flemings zwölfter und letzter 007-Roman erschien acht Monate nach dem Tode des Autors. Er beginnt wieder als Fortsetzung des vorherigen Buches. Am Ende von “Man lebt nur zweimal“ hatte James Bond in Folge eines gefährlichen Einsatzes in Japan gegen seinen Erzfeind Blofeld das Gedächtnis verloren. Da er sich noch erinnert, dass er irgendetwas mit Russland zu tun hatte, begab er sich dorthin.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Der KGB wäscht dem Agenten das Gehirn und als 007 nach London zurückkehrt, versucht er seinen Chef M mit einer Giftpistole zu töten. Doch der Anschlag misslingt und nach einer intensiven Elektroschock-Behandlung ist Bond fast wieder ganz der Alte. Zur völligen Wiederherstellung fehlt nur noch eine nahezu unmögliche Mission. Daher wird 007 damit beauftragt den gefährlichsten Hitman Francisco “Pistol“ Scaramanga zu töten. Auf Jamaika kommt es zum Showdown, doch zuvor gelingt es Bond noch zu verhindern, dass die Mafia gemeinsam mit den Russen die westliche Welt ins Chaos stürzt.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT
Erstausgabe von 1965

Für die 1974 entstandene Verfilmung wurde recht wenig aus dem Roman übernommen. Doch Christopher Lee – ein entfernter Verwandter von Ian Fleming – kommt dem im Buch beschriebenen „Mann mit dem goldenen Colt“ recht nahe. Der Roman erzählt eine etwas weniger spektakuläre Geschichte, ist jedoch mindestens ebenso spannend und auch als Zeitdokument interessant. So vergisst James Bond seine Sorgen, wenn er in John F. Kennedys Buch “Zivilcourage“ über die „große Bestrebungen“ des gerade ermordeten USA-Präsidenten (und bekennenden 007-Fans) liest. Ian Fleming, der seinen Roman quasi direkt vor Ort in seinem Haus “Goldeneye“ auf Jamaika schrieb, spekuliert wenig weitsichtig darüber, dass sich Fidel Castro ganz sicher nicht mehr lange halten wird.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Auch dieses Taschenbuch von Cross Cult gefällt wieder durch die neue originalgeteue Übersetzung inklusive lustiger Kapitelüberschriften wie “Reichen Sie die Kanapees herum“ oder “Hört die Zugpfeife!“, sowie natürlich durch das stylische Retro-Cover vom amerikanischen Illustrator Michael Gillette. Es ist ein großes Vergnügen die James Bond Romane in dieser Form in ihrer korrekten Reihenfolge zu lesen.

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WAYNE OF GOTHAM

Wer schon immer etwas mehr über die Hintergründe der Person Bruce Wayne erfahren wollte und dabei nicht nur auf Comics fokussiert ist, wird am Batman-Roman “Wayne of Gotham“ von Tracy Hickman seine Freude haben.

Wayne of Gotham

In diesem für Batman-Jünger vermutlich etwas Action-armen Werk bekommen zunächst Bruce Wayne und alle weiteren Einwohner Gothams eine Einladung zu einer geheimnisvollen Veranstaltung. Zur selben Zeit werden sowohl Verbündete des dunklen Ritters wie Commissioner Gordon als auch Gegenspieler wie der Joker oder Harley Quinn so manipuliert, dass sie Batman geheimnisvolle Botschaften überbringen die mit der Vergangenheit seiner Eltern in Verbindung stehen.

Zwischenzeitlich tauchen seltsame Dokumente auf, die andeuten, dass Bruce’ ermordeter Vater in bizarre Machenschaften verstrickt gewesen sein könnte, die sein damaliger Butler Jarvis Pennyworth gedeckt hat. Diese auf zwei Zeitebenen (50er Jahre und Gegenwart) stattfindende Geschichte bietet sogar einen besonders interessanten Schluss, der einen neuen Blickwinkel auf die Ermordung der Waynes wirft und vielleicht auch in die „New52“ Einzug halten könnte.

Zusammengefasst handelt es sich hierbei natürlich um extrem leichte Kost, die einen aber durchgängig unterhält und insbesondere Fans des DC-Aushängeschilds ans Herz gelegt werden kann.

Was den Autor anbelangt, kennt man Tracy Hickman vor allem durch die „Dragonlance“-Reihe, die für Rollenspieler Kult zu sein scheint. Generell ist er eher im Gefilde populärer Brett- und PC-Games zu verorten. „Wayne of Gotham“ ist diesbezüglich sein erster Roman über eine Comic-Figur. Nach dem offenen Schluss seines „Erstlings“ zu urteilen wird es nicht sein letzter Ausflug in Batmans Stadt gewesen sein.

Igor Barkan

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Lex Barker – Unsterblicher Old Shatterhand: Bilder seines Lebens

Der Franzose Pierre Brice war einst ein beeindruckender Apachen-Häuptling der in hauptsächlich mit westdeutschen Geldern produzierten Euro-Western über die jugoslawische Prärie galoppierte. Später dann hat er einiges seiner Winnetou-Würde eingebüßt, etwa als er 1998 im albernen ZDF-Zweiteiler „Winnetous Rückkehr“ Karl Mays legendären Indianer unsynchronisiert mit französischer Zunge sprechen ließ. Heute ist er in erster Linie dafür bekannt, zu den wenigen Menschen zu gehören, die nicht über Bullys “Der Schuh des Manitu“ lachen konnten.

LEX BARKER - UNSTERBLICHER OLD SHATTERHAND

Lex Barker hingegen wird für immer Old Shatterhand bleiben, auch wenn er zuvor bereits Tarzan war oder in Fellinis “La Dolce Vita“ auftrat. Der US-Amerikaner kam durch die westdeutschen Karl-May-Filme zu jenem Ruhm und den damit verbundenen Gagen von denen er in Hollywood nur träumen konnte. Nachdem die Karl-May-Reihe 1968 mit “Winnetou und Shatterhand im Tal des Todes“ beendet war, stagnierte auch die Karriere von Lex Barker.

LEX BARKER - UNSTERBLICHER OLD SHATTERHAND

Als dieser dann kurz nach seinem 54. Geburtstag am 11. Mai 1973 mitten in New York an einem Herzinfarkt starb, war dies für Michael Petzel ein ähnlicher Moment wie etwa die Ermordung Kennedys, also ein Ereignis bei dem man sich sein Leben lang noch genau daran erinnert, wo man war als es sich zutrug. Petzel hat schon einige beachtliche nicht nur für absolute Fans interessante Sachbücher über die Karl-May-Filme geschrieben, wie etwa “Karl-May-Stars“, “Das große Karl-May-Lexikon“ oder „50 Jahre Winnetou-Film“.

LEX BARKER - UNSTERBLICHER OLD SHATTERHAND

Pretzels “Lex Barker – Unsterblicher Old Shatterhand“ orientiert sich von der Aufmachung her an jenen breitformatigen textarmen Film-Bildbücher, die es den Fans lange vor der Erfindung des Video-Recorders erlaubte, daheim in den farbprächtigen Welten der Winnetou-Filme zu schwelgen. Der Karl May Verlag hatte bereits einige seinerzeit nicht erschienene Film-Bildbücher etwa zu “Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ oder zu “Old Shatterhand“ aber auch zu „Der Schatz im Silbersee“ nachgelegt. Zu dieser Reihe passt auch Petzels prägnant geschriebener, sinnvoll gegliederter und mit viel exklusiven Fotos versehene Bildband zu Lex Barker.

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Die Tunisreise 1914: Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet

“Studienreise nach Tunesien“ so überschrieb Paul Klee jenen Teil seiner Tagebücher der später so legendär gewordenen Reise, die er mit seinen Malerfreunden August Macke und Louis Moilliet im April 1914 unternommen hat. Sie verbrachten dort zwei sorglose Wochen, in der sie aber auch sehr intensiv zeichneten und aquarellierten. Gleich nach der Anreise, über Marseille und der überwundenen Seekrankheit von Klee, stellten sie fest, dass sie dort gut arbeiten konnten.

Die Tunisreise 1914: Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet

„Den Kopf voll von den nächtlichen Eindrücken… Kunst – Natur – Ich… Man hat hier tausende Motive“ schrieb Klee. Später: „Die Farbe hat mich, ich brauche nicht mehr danach zu haschen.. Ich bin Maler.“ Anlässlich des 100. Jubiläums dieses Ereignisses ist jetzt in dem Paul-Klee-Zentrum in Bern eine sehr wichtige und großartige Ausstellung zu bewundern, die auf der Reise entstandene oder von ihr inspirierte Werke wieder vereint zeigen kann.

Die Tunisreise 1914: Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet

Die dazu gehörige Publikation ist bei dem Verlag Hatje Cantz erschienen. Liebevoll sind die Aquarelle, Ölbilder und Zeichnungen abgebildet und dokumentiert. Ergänzt durch die Tagebuchseiten von Klee und Postkarten an Familie und Freunden. Das Fotoalbum von Macke zeigt uns die Maler und deren Motive. So das man ihren künstlerischen Weg gut nach verfolgen kann. Sorglos war diese Reise im April 1914, denn schon im August sollte der Erste Weltkrieg ausbrechen und schon im September fiel Macke in der Champagne. So gehören Mackes hier beschriebene Arbeiten heute zu seinem „Spätwerk“. Sie lassen erahnen, gerade im Vergleich mit Klee, wie er sich wohl hätte weiter entwickeln können.

Jason Schramm

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