Archiv der Kategorie: Buch

Lesenswerte Bücher

PAUL GAUGUIN: METAMORPHOSEN

Eine neue Paul-Gauguin-Ausstellung war im Museum of Modern Art (MOMA) in New York zu sehen. Schon wieder Gauguin, nach den großen, wichtigen Ausstellungen 1998/99 in Essen und Berlin und 2009/10 in Cleveland und Amsterdam (Hatje Cantz Katalog: Durchbruch der Moderne). Warum?

Paul Gauguin Metamorphosen

Diese beiden Werkschauen haben überwiegend seine wundervollen Ölbilder in den Vordergrund gestellt. Ganz anders widmet sich die MOMA-Ausstellung “Metamorphosen“ seinen Papierarbeiten wie Aquarellen, Zeichnungen, Holzschnitten, Lithografien und seinen Skulpturen. Diese meist lichtempfindlichen Werke werden nicht so häufig in den Museen gezeigt und sind daher allein deshalb besonders interessant.

Eine Reise in die USA ist allein das MOMA auf jeden Fall wert, umso mehr, wenn dort auch noch solch eine Ausstellung zu bewundern ist. Wem dies nicht möglich ist, sei der Katalog zur Ausstellung von Hatje Cantz empfohlen. Anschaulich wird dargestellt, wie einige von Gauguins Hauptwerken (z. B. „Der Mond und die Erde“) in Beziehung zu seinen Holzschnitten, Zeichnungen und Skulpturen stehen. Diese bisher so wenig beachteten Arbeiten sind hier hervorragend erklärt und beschrieben, so dass dieser Band nicht nur ein Ausstellungsbegleiter ist, sondern auch ein eindrucksvolles Kunstbuch, dass mit seinen 222 Farbabbildungen auf 248 Seiten in keiner Kunstbibliothek fehlen sollte.

Jason Schramm

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CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Norbert Aping schilderte in seinem “Das Dick und Doof Buch“ bereits sehr ausführlich wie die Filme von Laurel & Hardy in die deutschen Kinos kamen und in der Presse besprochen wurden. Anschließend wollte er ein ähnliches Werk auch über Charlie Chaplin schreiben. Doch ein derartiges Projekt würde nicht zwischen zwei Buchdeckel passen, denn Aping musste feststellen, dass “nur noch über die Bibel mehr geschrieben worden ist, als über diesen weltbekannten Künstler.“ Daher schränkte er das Spektrum zunächst ein und konzentrierte sich im Buch „Liberty – Shtunk! Die Freiheit wird abgeschafft“ darauf, zu dokumentieren, wie die Nationalsozialisten in Deutschland auf die Werke Chaplins reagierten. Dabei wurde natürlich ein besonderes Augenmerk auf dessen Hitler-Satire “Der große Diktator“ gerichtet.

CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Jetzt folgt eine Fortsetzung bzw. die Vorgeschichte. Aping beschreibt in “Charlie Chaplin in Deutschland“ wie der Tramp im deutschsprachigen Raum mit etlicher Verspätung in die Kinos kam. Erst am 30. August 1921 wurde im Berliner Ufa-Palast am Zoo im Beiprogramm zum längst vergessenen Spielfilm “Die Geliebte Roswolskys“ als erster Chaplin Film in Deutschland dessen bereits fünf Jahre zuvor gedrehter 37. Streifen “The Rink“ gezeigt. Der 24-minütige Kurzfilm bekam den deutschen Titel “Chaplin läuft Rollschuh“, wurde zu einem gewaltigen Hit, löste Lachstürme aus und fand auch in der Presse sehr viel mehr Aufmerksamkeit als der Hauptfilm. Danach folgte „The Cure“ unter dem deutschen Titel „Die Chaplin-Quelle“ und viele weitere Filme. Darunter befanden sich auch Chaplins sehr viel ältere Streifen, die dem Publikum als das Allerneuste angedreht wurden. Zugleich wurden aber auch sehr viele Filme mit dreisten Chaplin-Plagiatoren gezeigt, über die Aping amüsante Informationen zusammengetragen hat.

CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Das Kernstück des Buches sind jedoch die zahlreichen Kritiken aus deutschen Zeitungen, die Aping in diversen Archiven gefunden hat. Neben der immer wieder geäußerten völligen Begeisterung von Autoren wie Kurt Tucholsky oder auch Bert Brecht ist hier auch Neid darüber zu spüren, dass die heimische Filmlandschaft nichts Vergleichbares zu bieten hat sowie Angst davor, dass Hollywood das deutsche Kino übernehmen könnte. Diese Kino-Zeitreise liest sich sehr spannend und endet (zunächst) bei Chaplins ersten großen Hit “The Kid“ der Ende 1923 in Berlin mit (nur noch!) zweijähriger Verspätung seine glanzvolle deutsche Premiere erlebte.

CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND: 1915-1924: DER TRAMP KOMMT INS KINO

Aping plant als Bindeglied zwischen seinen beiden Chaplin-Büchern noch ein weiteres Werk, das sich mit der spannenden Zeit von 1925 bis 1933 beschäftigt und auf das sich schon sehr gefreut werden darf.

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JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Ian Flemings zwölfter und letzter 007-Roman erschien acht Monate nach dem Tode des Autors. Er beginnt wieder als Fortsetzung des vorherigen Buches. Am Ende von “Man lebt nur zweimal“ hatte James Bond in Folge eines gefährlichen Einsatzes in Japan gegen seinen Erzfeind Blofeld das Gedächtnis verloren. Da er sich noch erinnert, dass er irgendetwas mit Russland zu tun hatte, begab er sich dorthin.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Der KGB wäscht dem Agenten das Gehirn und als 007 nach London zurückkehrt, versucht er seinen Chef M mit einer Giftpistole zu töten. Doch der Anschlag misslingt und nach einer intensiven Elektroschock-Behandlung ist Bond fast wieder ganz der Alte. Zur völligen Wiederherstellung fehlt nur noch eine nahezu unmögliche Mission. Daher wird 007 damit beauftragt den gefährlichsten Hitman Francisco “Pistol“ Scaramanga zu töten. Auf Jamaika kommt es zum Showdown, doch zuvor gelingt es Bond noch zu verhindern, dass die Mafia gemeinsam mit den Russen die westliche Welt ins Chaos stürzt.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT
Erstausgabe von 1965

Für die 1974 entstandene Verfilmung wurde recht wenig aus dem Roman übernommen. Doch Christopher Lee – ein entfernter Verwandter von Ian Fleming – kommt dem im Buch beschriebenen „Mann mit dem goldenen Colt“ recht nahe. Der Roman erzählt eine etwas weniger spektakuläre Geschichte, ist jedoch mindestens ebenso spannend und auch als Zeitdokument interessant. So vergisst James Bond seine Sorgen, wenn er in John F. Kennedys Buch “Zivilcourage“ über die „große Bestrebungen“ des gerade ermordeten USA-Präsidenten (und bekennenden 007-Fans) liest. Ian Fleming, der seinen Roman quasi direkt vor Ort in seinem Haus “Goldeneye“ auf Jamaika schrieb, spekuliert wenig weitsichtig darüber, dass sich Fidel Castro ganz sicher nicht mehr lange halten wird.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Auch dieses Taschenbuch von Cross Cult gefällt wieder durch die neue originalgeteue Übersetzung inklusive lustiger Kapitelüberschriften wie “Reichen Sie die Kanapees herum“ oder “Hört die Zugpfeife!“, sowie natürlich durch das stylische Retro-Cover vom amerikanischen Illustrator Michael Gillette. Es ist ein großes Vergnügen die James Bond Romane in dieser Form in ihrer korrekten Reihenfolge zu lesen.

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WAYNE OF GOTHAM

Wer schon immer etwas mehr über die Hintergründe der Person Bruce Wayne erfahren wollte und dabei nicht nur auf Comics fokussiert ist, wird am Batman-Roman “Wayne of Gotham“ von Tracy Hickman seine Freude haben.

Wayne of Gotham

In diesem für Batman-Jünger vermutlich etwas Action-armen Werk bekommen zunächst Bruce Wayne und alle weiteren Einwohner Gothams eine Einladung zu einer geheimnisvollen Veranstaltung. Zur selben Zeit werden sowohl Verbündete des dunklen Ritters wie Commissioner Gordon als auch Gegenspieler wie der Joker oder Harley Quinn so manipuliert, dass sie Batman geheimnisvolle Botschaften überbringen die mit der Vergangenheit seiner Eltern in Verbindung stehen.

Zwischenzeitlich tauchen seltsame Dokumente auf, die andeuten, dass Bruce’ ermordeter Vater in bizarre Machenschaften verstrickt gewesen sein könnte, die sein damaliger Butler Jarvis Pennyworth gedeckt hat. Diese auf zwei Zeitebenen (50er Jahre und Gegenwart) stattfindende Geschichte bietet sogar einen besonders interessanten Schluss, der einen neuen Blickwinkel auf die Ermordung der Waynes wirft und vielleicht auch in die „New52“ Einzug halten könnte.

Zusammengefasst handelt es sich hierbei natürlich um extrem leichte Kost, die einen aber durchgängig unterhält und insbesondere Fans des DC-Aushängeschilds ans Herz gelegt werden kann.

Was den Autor anbelangt, kennt man Tracy Hickman vor allem durch die „Dragonlance“-Reihe, die für Rollenspieler Kult zu sein scheint. Generell ist er eher im Gefilde populärer Brett- und PC-Games zu verorten. „Wayne of Gotham“ ist diesbezüglich sein erster Roman über eine Comic-Figur. Nach dem offenen Schluss seines „Erstlings“ zu urteilen wird es nicht sein letzter Ausflug in Batmans Stadt gewesen sein.

Igor Barkan

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Lex Barker – Unsterblicher Old Shatterhand: Bilder seines Lebens

Der Franzose Pierre Brice war einst ein beeindruckender Apachen-Häuptling der in hauptsächlich mit westdeutschen Geldern produzierten Euro-Western über die jugoslawische Prärie galoppierte. Später dann hat er einiges seiner Winnetou-Würde eingebüßt, etwa als er 1998 im albernen ZDF-Zweiteiler „Winnetous Rückkehr“ Karl Mays legendären Indianer unsynchronisiert mit französischer Zunge sprechen ließ. Heute ist er in erster Linie dafür bekannt, zu den wenigen Menschen zu gehören, die nicht über Bullys “Der Schuh des Manitu“ lachen konnten.

LEX BARKER - UNSTERBLICHER OLD SHATTERHAND

Lex Barker hingegen wird für immer Old Shatterhand bleiben, auch wenn er zuvor bereits Tarzan war oder in Fellinis “La Dolce Vita“ auftrat. Der US-Amerikaner kam durch die westdeutschen Karl-May-Filme zu jenem Ruhm und den damit verbundenen Gagen von denen er in Hollywood nur träumen konnte. Nachdem die Karl-May-Reihe 1968 mit “Winnetou und Shatterhand im Tal des Todes“ beendet war, stagnierte auch die Karriere von Lex Barker.

LEX BARKER - UNSTERBLICHER OLD SHATTERHAND

Als dieser dann kurz nach seinem 54. Geburtstag am 11. Mai 1973 mitten in New York an einem Herzinfarkt starb, war dies für Michael Petzel ein ähnlicher Moment wie etwa die Ermordung Kennedys, also ein Ereignis bei dem man sich sein Leben lang noch genau daran erinnert, wo man war als es sich zutrug. Petzel hat schon einige beachtliche nicht nur für absolute Fans interessante Sachbücher über die Karl-May-Filme geschrieben, wie etwa “Karl-May-Stars“, “Das große Karl-May-Lexikon“ oder „50 Jahre Winnetou-Film“.

LEX BARKER - UNSTERBLICHER OLD SHATTERHAND

Pretzels “Lex Barker – Unsterblicher Old Shatterhand“ orientiert sich von der Aufmachung her an jenen breitformatigen textarmen Film-Bildbücher, die es den Fans lange vor der Erfindung des Video-Recorders erlaubte, daheim in den farbprächtigen Welten der Winnetou-Filme zu schwelgen. Der Karl May Verlag hatte bereits einige seinerzeit nicht erschienene Film-Bildbücher etwa zu “Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ oder zu “Old Shatterhand“ aber auch zu „Der Schatz im Silbersee“ nachgelegt. Zu dieser Reihe passt auch Petzels prägnant geschriebener, sinnvoll gegliederter und mit viel exklusiven Fotos versehene Bildband zu Lex Barker.

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Die Tunisreise 1914: Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet

“Studienreise nach Tunesien“ so überschrieb Paul Klee jenen Teil seiner Tagebücher der später so legendär gewordenen Reise, die er mit seinen Malerfreunden August Macke und Louis Moilliet im April 1914 unternommen hat. Sie verbrachten dort zwei sorglose Wochen, in der sie aber auch sehr intensiv zeichneten und aquarellierten. Gleich nach der Anreise, über Marseille und der überwundenen Seekrankheit von Klee, stellten sie fest, dass sie dort gut arbeiten konnten.

Die Tunisreise 1914: Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet

„Den Kopf voll von den nächtlichen Eindrücken… Kunst – Natur – Ich… Man hat hier tausende Motive“ schrieb Klee. Später: „Die Farbe hat mich, ich brauche nicht mehr danach zu haschen.. Ich bin Maler.“ Anlässlich des 100. Jubiläums dieses Ereignisses ist jetzt in dem Paul-Klee-Zentrum in Bern eine sehr wichtige und großartige Ausstellung zu bewundern, die auf der Reise entstandene oder von ihr inspirierte Werke wieder vereint zeigen kann.

Die Tunisreise 1914: Paul Klee, August Macke, Louis Moilliet

Die dazu gehörige Publikation ist bei dem Verlag Hatje Cantz erschienen. Liebevoll sind die Aquarelle, Ölbilder und Zeichnungen abgebildet und dokumentiert. Ergänzt durch die Tagebuchseiten von Klee und Postkarten an Familie und Freunden. Das Fotoalbum von Macke zeigt uns die Maler und deren Motive. So das man ihren künstlerischen Weg gut nach verfolgen kann. Sorglos war diese Reise im April 1914, denn schon im August sollte der Erste Weltkrieg ausbrechen und schon im September fiel Macke in der Champagne. So gehören Mackes hier beschriebene Arbeiten heute zu seinem „Spätwerk“. Sie lassen erahnen, gerade im Vergleich mit Klee, wie er sich wohl hätte weiter entwickeln können.

Jason Schramm

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