Archiv der Kategorie: COMIC

Die neusten Comicalben auf dem Markt!

Terry Moore: Motor Girl

Während er noch an seiner Erfolgsserie Strangers in Paradise arbeitete, zeichnete Terry Moore eine junge Frau mit Schweißermaske und Knarre. Er plante einen Comic über “eine Frau, einen Gorilla, Elektrowerkzeug und Ufos“. Doch dann kamen ihm seine Serien Echo und Rachel Rising dazwischen, bevor ihn der Gorilla in seinem Kopf dazu brachte, endlich mit Motor Girl zu beginnen.

Terry Moore: Motor Girl

Im interessant zusammengestellten Anhang dieser Gesamtausgabe ist zu erfahren, dass alle Geschichten Terry Moore im“Terryversum“ spielen. Bei Motor Girl macht sich dies dadurch bemerkbar, dass eine recht souverän auftretende ältere Dame mitspielt, die bereits in Stranger in Paradise als Tante Libby der Hauptfigur Francines dabei war.

Terry Moore: Motor Girl

Im Zentrum von Motor Girl steht jedoch die junge Samantha Locklear, die im Südwesten der USA am Rande der Wüste einen Autofriedhof betreibt. Sie langweilt sich kein bisschen, denn sie kann sich ja mit dem Gorilla Mike unterhalten. Für diese merkwürdige Beziehung zwischen Mensch und Tier liefert Terry Moore eine ebenso nachvollziehbare wie menschlich anrührende Erklärung.

Terry Moore: Motor Girl

Wie Samanthas unheimliche Begegnung der dritten Art hingegen einzuordnen ist, darüber muss sich der Leser seine eigenen Gedanken machen. Terry Moore erweist sich einmal mehr als souveräner Erzähler und großartiger Zeichner, der es nicht nötig hat seine mit sicherem Strich zu Papier gebrachten Bilder auch noch einzufärben. Motor Girl erschien in den USA ab November 2016 zunächst in zehn schwarzweißen Comicheften, die Schreiber und Leser freundlicherweise in einer schönen Gesamtausgabe zusammengefasst hat.

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Timo Wuerz: Der letzte Henker

Timo Wuerz ist im Comicbereich eher durch seine realistisch gestalteten und äußerst aufwändig kolorierten Arbeiten aufgefallen. In seiner Serie Black Metal trat 2001 eine Nebenfigur auf, die sich wie der letzte Henker benahm und auch schon zahlreiche Auftritte in Form von Internet-Strips hatte. 2006 erschienen die Erlebnisse dieses unangenehmen Zeitgenossen auch gedruckt und gebündelt.

Timo Wuerz: Der letzte Henker

Das Covermotiv von Der letzte Henker vor der Autobahn ist vielleicht etwas unglücklich gewählt, denn die lässig runter gezeichneten Gags im Buch sind allesamt sehr viel witziger. Wir bekommen faszinierende Einblicke in das Leben eines Menschen um den wir ansonsten garantiert einen großen Bogen machen würden. Es sei denn wir wären Tankwagenfahrer einer Whiskeyfirma und müssten den fetten Kerl wöchentlich beliefern (und auch noch mit ihm Mühle spielen).

Timo Wuerz: Der letzte Henker

Das Frauenbild der Hauptfigur ist erschütternd, Mädchen die noch den Schokoriegel “Raider“ kennen sind ihm zu jung und zum Model-Shooting benutzt er seine Knarre. Auch politisch geht es nicht allzu korrekt zu, etwa wenn ein Araber seinen Teppich ausklopft und der letzte Henker fragt: “Na, springt er nicht an?“

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Timo Wuerz: Black Metal

Vom Mai bis Oktober 2001 veröffentlichte der Infinity Verlag zunächst in vier Heften und dann als Sammelband den Comic Black Metal. Hierbei handelte es sich um die Vorgeschichte zur vier Jahre zuvor bei Carlsen erschienenen Geschichte XCT. In beiden Fälle überzeugt schon auf den ersten Blick das plastisch colorierte Artwork von Timo Wuerz, das zwar fotorealistisch aber nie steril wirkt.

Timo Wuerz: Black Metal

Doch ebenso wichtig sind ist die fesselnden Stories von Niki Koop. Black Metal zieht den Leser mit der detailreichen Schilderung einer WG im damaligen Berlin sofort in den Bann. Drei zusammenlebende Mädchen bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Webcams, die sie heimlich in der Wohnung ihres total versifften Nachbarn untergebracht haben.

Timo Wuerz: Black Metal

Diesen Mann, der auch schon einmal die Briefträgerin ohne Unterhose empfängt, verarbeitete Timo Würz auch zur in einem komplett anderern Stil gezeichneten, schreiend komischen Funny-Serie Der letzte Henker.

Timo Wuerz: Black Metal

Ansonsten sind die Mädchen der WG auch noch ständig auf der Jagd nach den neusten Trends. Corky, Asako und Nina wechseln Musikstile, Outfits sowie ihren kompletten Bekanntenkreis häufiger als ihr Nachbar seine Unterwäsche. Daher besuchen sie ein Black Metal-Konzert und werden von etwas sehr Seltsamen infiziert, was verhängnisvolle Folgen hat. Timo Wuerz gelang es tatsächlich auf atemberaubend gestalteten Seiten eine Art Comic-Konzert zu zelebrieren und den Rausch des Mädchen-Trios absolut nachvollziehbar zu machen.

Timo Wuerz: Black Metal

Es ist sehr erfreulich, dass POPCOM diesen Comic zum fairen Preis neu aufgelegt hat. Obwohl die gebundene Gesamtausgabe großformatiger ist als die Edition von Infinity kommen die Bilder von Wuerz diesmal etwas kleine zum Abdruck. Doch dafür gibt es Bonusmaterial ohne Ende und es ist toll, dass Black Metal neu aufgelegt wurde!

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Deutsche Comicforschung 2019

Auch der 15. Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe Deutsche Comicforschung enthält in gewohnter Qualität wieder elf Artikel über höchst unterschiedliche Aspekte der hiesigen Comic-Historie. Mit Ausnahme von Helmut Kronthalers Kunst-Comics im Schatten der Pop Art stammen alle Berichte aus der Feder von Eckart Sackmann (wobei einmal Hinrich Schröder als Co-Autor genannt wird).

Deutsche Comicforschung 2019

Dem auch als Herausgeber fungierenden Sackmann scheinen zwei Themen besonders wichtig zu sein. In faktenreich recherchierten und interessant bebilderten Artikeln versucht er zwei weit verbreitete Thesen zur deutschen Comicgeschichte zu wiederlegen. Seiner Meinung nach wurde der Einfluss Wilhelm Buschs auf die Entwicklung der Comics in den USA maßlos überschätzt und speziell Rudolph Dirks‘ The Katzenjammer Kids haben wenig Gemeinsamkeiten mit Buschs 30 Jahre zuvor erschienenen Lausbubengeschichten über Max und Moritz.

Deutsche Comicforschung 2019

Noch ausführlicher beschäftigt sich Sackmann mit der Behauptung, dass es an der Ideologie der Nationalsozialisten lag, dass sich in den Dreißiger Jahren keine Comic-Kultur in Deutschland entwickelt hat. Auf knapp 40 Seiten präsentiert Sackmann sehr viele Bild-Beispiele von Comics (die teilweise auch über Sprechblasen verfügten), die trotz der angeblichen nationalsozialistischen Comic-Feindlichkeit in Deutschland erschienen sind. So wurden in den Dreißiger Jahren Hal Fosters Prinz Eisenherz unter dem Titel Prinz Waldemar und auch Disney-Comics veröffentlicht. Es entsteht der Eindruck, dass die Comics seinerzeit eher mit dem Desinteresse der Leser, als mit Zensurmaßnahmen zu kämpfen hatten.

Deutsche Comicforschung 2019

Sehr lesenswert sind auch die restlichen Berichte, die etwa das 1472 entstandene Zittauer Fastentuch als Ur-Ahne deutscher Comics deuten, da hierauf die Passion Christi als Bildgeschichte erzählt wird. Ebenfalls wie ein Blick in die Comic-Steinzeit wirkt ein Bericht über die aus heutiger Sicht primitiv anmutenden Arbeitsmethoden, mit denen Michael Goetze Ende der 90er Jahren den ersten deutschen Computer-Comic  Das Robot Imperium mit Schere und Klebstoff realisierte.

Deutsche Comicforschung 2019

Das Buch präsentiert auch eine interessante Theorie, wie die deutsche Disney-Übersetzerin auf die Idee gekommen sein könnte, der Heimatstadt der Familie Duck den Namen Entenhausen zu geben.  Einmal mehr gelang Eckart Sackmann eine spannende und aufschlussreiche Zeitreise durch ein halbes Jahrtausend deutscher Comicgeschichte.

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Planet der Affen – Archiv 2

Der erste Band dieser schönen Hardcover-Reihe enthielt die komplette Saga Terror on the Planet of the Apes. Der einflussreiche Batman-Autor Doug Moench erzählt hierin die Abenteuer des Menschen Jason und seines Schimpansen-Freundes Alexander, die versuchen in einer Welt voller Rassenhass zusammenzuhalten.

Planet der Affen – Archiv 2

Erst in Band 2 kommen jene Marvel-Comics zum Abdruck, die den Inhalt der beliebten Planet der Affen-Kinofilme ins Medium Comic übertragen haben. Enthalten sind Adaptionen der beiden ersten Kinofilme, die ebenfalls von Doug Moench verfasst wurden.

Planet der Affen – Archiv 2
Cross Cult

In den Zeichnungen von George Tuska, Mike Esposito und Alfredo P. Alcala haben die menschlichen Figuren keinerlei Ähnlichkeit mit den Hauptdarstellern Charlton Heston und James Franciscus. Doch das dürfte hauptsächlich daran gelegen haben, dass Marvel nur die Lizenz an der Story und dem Erscheinungsbild der Affen hatte.

Planet der Affen – Archiv 2
Deutsche Kolorierung

Als bei uns 1975 der Williams Verlag eine Veröffentlichung der Comic-Reihe startete, wurden die Seiten mit den Film-Adaptionen extra für die deutsche Ausgabe koloriert. Diese zusätzliche Mühe wäre nicht nötig gewesen, denn im selben Jahr ließ auch Marvel diese Seiten einfärben. Die Zweitstorys wie Terror on the Planet of the Apes wurden jedoch auch in der aus 13 Ausgaben bestehenden deutschen Ausgabe in Schwarzweiß belassen.

Planet der Affen – Archiv 2
Marvel-Kolorierung

Der zweite Band des Planet der Affen Archivs enthält neben den beiden Filmadaptionen, die auch ohne Farbe bei der Wucht der Vorlage mithalten können, zusätzlich noch die Saga um Derek Zane. Diese Geschichte war für mich seinerzeit der Höhepunkte der Comic-Heftreihe. Angelehnt an Mark Twains Ein Yankee aus Connecticut am Hofe König Arthus erzählt Doug Moench hier von einem idealistischen Erfinder, der aus der damaligen Gegenwart der 70er-Jahre in die Zukunft reist, also in die Zeit als die Erde zum Planet der Affen geworden ist.

Planet der Affen – Archiv 2

Anders als der Astronaut Taylor trifft Derek Zane dort jedoch nicht nur auf Affen, die primitive Menschen versklaven, sondern in einer Burg orientieren sich die zu beiden Rassen gehörenden Bewohner an mittelalterlichen Tugenden und leben ritterlich zusammen. Doch natürlich gibt es auch Konflikte und Derek Zane gerät mitten hinein.

Planet der Affen – Archiv 2

Kingdom on an Island of the Apes, die erste Geschichte mit Derek Zane hat Doug Moench mit großer Fabulierfreude erzählt und Rico Rival fand genau den richtigen lässigen aber durchaus detailfreudigen Zeichenstil dafür. Die recht kurze Fortsetzung Beast on the Planet of the Apes ist hingegen nicht nur wegen der schludrigen Zeichnungen von Herb Trimpe, Dan Adkins und Sal Trapani eine große Enttäuschung.

Planet der Affen – Archiv

Doch auf alle Fälle ist es großartig diese Comics in einer optimal aufgemachten vierbändigen Gesamtausgabe zu lesen, die neben interessanten Textbeiträgen auch noch einige der großartigen Comic-Titelbilder von Bob Larkin enthält.

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Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Am 12. November 2018 starb Stan Lee im Alter von 95 Jahren. Bereits zuvor erschienen mit The Stan Lee Story (Taschen) und der Marvel Treasury Edition (Panini) zwei opulente aber auch recht hochpreisige Bücher über den prominentesten Schöpfer von Superhelden. Figuren wie die Fantastic Four, die Avengers, die X-Men oder Spider-Man wurden nicht im Alleingang von Stan Lee geschaffen, der an ihn gerichtete Lobeshymen meist auch an Zeichner wie Jack Kirby oder Steve Ditko weitergab.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Darin unterscheidet sich Stan Lee von Walt Disney, der nichts dagegen hatte, wenn das Publikum glaubte, dass er die unter seinem Namen präsentierten Animationsfilme und Comics im Alleingang realisiert hatte. Die Marvel-Comics wurden immer als Teamwork angekündigt. Es war nie ein Geheimnis, wer für die Zeichnungen verantwortlich war. Die Geschichten waren jedoch ebenfalls Gemeinschaftswerke, auch wenn Stan Lee nichts dagegen hatte als alleiniger Autor genannt zu werden.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Auch dieser Aspekt spielt eine Rolle bei Paninis sehr zeitnah zum Tode von Stan Lee veröffentlichten Band Helden, Götter und Mutanten. Fundierte Texte von Christian Endres bemühen sich darum, die Lebensleistung von Stan Lee ins rechte Licht zu rücken. Interessant ist auch die Auswahl der Comics. Natürlich sind die ersten Comic-Auftritte der Fantastic Four, von Spider-Man (hier war es übrigens nicht, wie in den Filmen Peter Parkers Onkel Ben, sondern Stan Lee als Autor, der den legendäre Satz über große Macht und große Verantwortung zum Besten gibt) und von den X-Men enthalten. Endes weist aber auch darauf hin, dass es Jack Kirby und nicht Stan Lee war, der 1961 die Idee hatte, die Fantastic Four zuerst in Action zu zeigen und erst danach als Rückblende ihre Entstehungsgeschichte zu erzählen.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Das Buch enthält aber ansonsten nicht nur die “üblichen Verdächtigen“, sondern auch drei kurze Beispiele aus Stan Lees Frühwerk als Autor von Horror-Geschichten oder romantischen Comics. Einen Schwerpunkt bilden auch die sozial engagierten Geschichten, die Marvel bereits in den 60er Jahren veröffentlichte. So kümmerte sich Daredevil in Take my Hand! um einen in Vietnam erblindeten Soldaten und eine Storyline der Serie Amazing Spider-Man, in der sich Peter Parker 1971 um seinen drogensüchtigen Freund Harry Osborn sorgte, kommt – ihrer Bedeutung angemessen – in der vollen Länge von 60 Seiten zum Abdruck.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Enthalten sind auch einige Kuriositäten wie eine Kurzgeschichte von Marie Severin, die 1968  – wahrscheinlich nur leicht überzeichnet – darstellte wie wild und irre es bei Marvel zuging. Recht hübsch ist auch ein Comic in dem Stan Lee auftritt und versucht einen frustrierten Spider-Man wieder aufzubauen. Der durchaus krönende Abschluss ist ein Comic mit Captain America von 2014, den der begnadete Zeichner Bruce Timm (Batman Animated) zum 75. Jubiläum von Marvel in Szene setzte. Hierbei handelt es sich um die erste Geschichte, die Stan Lee für Marvel schrieb. 1941 kam diese Story jedoch nur als zweiseitiger Prosatext zum Abdruck.

Stan Lee: Helden, Götter und Mutanten

Erfreulich an dem gebundenen Buch ist, dass mit 29,80 Euro für 320 Seiten auch das Preisleistungsverhältnis stimmt.

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Franquin – Meister des Humors

Der Carlsen Verlag hat sich in den letzten Jahren in Sachen André Franquin sehr verdient gemacht. Es erschienen Der ganze Gaston, eine chronologisch geordnete Spirou-Gesamtausgabe, ein Buch mit all seinen Mausi & Paul-Onepager und auch die Schwarzen Gedanken wurden in schönen Editionen neu aufgelegt. Da diese Bücher auch noch mit fachkundigen Hintergrundinformationen garniert wurden, stellt sich die Frage, ob ein weiterer voluminöser Band mit einer Franquin-Werkschau wirklich noch benötigt wird.

Franquin - Meister des Humors

Schon nach kurzem Blättern in Meister des Humors wird klar, dass hier die optimale Ergänzung, ja sogar ein wichtiges Bindeglied zu den bisherigen Franquin-Veröffentlichungen erschienen ist. Mit biographischen Details aus der Jugend des Künstlers halten sich die Autoren José-Louis Bocquet nicht weiter auf und kommen gleich zur Sache. Bereits das erste Kapitel beschreibt, wie Franquin schon 1946 seine erste Comic-Seite mit Spirou im gleichnamigen Magazin platzieren konnte. Sehr schnell schwamm er sich frei von den Arbeiten seiner Vorgänger Rob-Vel und Jijé und bereicherte bereits 1951 die Serie mit der Figur des Grafen bzw. Zauberers von Rummelsdorf.

Franquin - Meister des Humors

In Kapitel, die sich an der Chronologie der Comic-Alben Franquins orientieren, ist mitzuerleben, wie das Marsupilami auftauchte, wie Storytelling und Grafik immer ausgereifter wurden. Zugleich setzte aber auch bei Franquin eine gewisse Frustration darüber ein, dass er die Hauptfiguren Spirou, Fantasio und das Eichhörnchen Fips nicht selbst erfunden hatte. Bei der nach Streit mit den Spirou-Herausgeber für das Konkurrenz-Magazin Tintin geschaffenen Serie Mausi & Paul gefiel Franquin die Form des kurzen Gag-Comics, was der Entwicklung seiner wohl schönsten Schöpfung sehr förderlich war.

Franquin - Meister des Humors

Während Franquin bei Spirou eine sehr lange Kunstpause einlegte, lieferte er weiterhin wöchentlich seine immer lustiger werdenden Onepager um den arbeitsscheuen Redaktions-Chaoten Gaston. Mit dieser Figur hat sich Franquin noch 1997 kurz vor seinem Tode beschäftigt. Meister des Humors enthält diese letzten Entwürfe für Gaston-Gags und auch ansonsten auf 380 Seiten sehr viele bestens reproduzierte Bild-Beispiele, die zeigen wie Franquin mit Bleistift, Tusche und Farben arbeitete. Das Buch, das sich auch mit eher unbekannten Arbeiten von Franquin wie seinen Entwürfen zu Isabella oder Ernst Schüreisen beschäftigt, dürfte jeden Freund des frankobelgischen Comics erfreuen.

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Donald’s Happiest Adventures

Lewis Trondheim und Nicolas Keramidas behaupteten bereits auf einem Flohmarkt eine nicht vollständige Sammlung der von 1962 bis 1969 erschienenen Comic-Reihe Mickey’s Quest erworben zu haben. Diese präsentierten sie im Album Mickey’s Craziest Adventures und das Resultat sah weniger wie ein US-Comic und viel mehr nach einer wild zurecht fabulierten Geschichte frankobelgischer Machart aus.

Donald's Happiest Adventures
© 2018 Disney Enterprises, Inc.

Mickey’s Craziest Adventures ist in Wirklichkeit einer jener offiziell abgesegneten Bände, in denen europäische Comic-Künstler, wie Cosey, Tébo und Régis Loisel, ihre höchst eigene Version von Micky-Maus-Geschichten veröffentlichen durften. Bei Donald‘s Happiest Adventures kommt das Team Trondheim & Keramidas das zweite Mal zum Zuge. Diesmal steht Donald Duck im Zentrum des Geschehens und die Geschichte ist kein Fragment wie Mickey’s Craziest Adventures.

Donald's Happiest Adventures
© 2018 Disney Enterprises, Inc.

Das liegt angeblich daran, dass Autor Trondheim und Zeichner Keramidas diesmal auf einem Flohmark zwischen “Magic-Karten und alten Bügeleisen“ einen vollständigen Satz des kaum bekannten Magazins Donald’s Quest gefunden haben. Daher wird diesmal eine komplette 40-seitige Geschichte präsentiert, wobei jede Seite mit einem meist wirklich sehr witzigen Gag endet.

Donald's Happiest Adventures
© 2018 Disney Enterprises, Inc.

In ebenso schrägen Episoden wie Bildern wird erzählt, wie Donald es ablehnt, von Onkel Dagobert auf eine Schatzsuche “ans Ende der Welt“ geschickt zu werden. Stattdessen bietet er an, sich auf die Suche nach dem Glück zu machen. Dabei erlebt er irrwitzige, aber manchmal auch durchaus philosophische Abenteuer. Entstanden ist auch diesmal ein Disney-Comic der ganz besonderen Art, dessen Titelbild zusammen mit dem Cover von Mickey’s Craziest Adventures ein Diptychon bildet.

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Bill Griffith: Nobody’s Fool – The Life and Times of Schlitzie the Pinhead

In seiner Comic-Biographie über den wohl berühmtesten „Pinhead“ aller Zeiten zeichnet Underground-Ikone Bill Griffith das Leben der Freakshow-Ikone „Schlitzie Surtees“ eindrucksvoll auf 243 Seiten nach. Detailreich in einen an Robert Crumb (Fritz the Cat) erinnernden Zeichenstil lässt er eine Welt auferstehen, in der Kuriositäten-Shows ein profitabler Teil des Showbusiness waren.

Bill Griffith: Nobody's Fool - The Life and Times of Schlitzie the Pinhead
Copyright © 2019 Bill Griffith

Bill Griffith outet sich darin als großer Schlitzie- Fan, den das Thema “Side Shows“ (amerik. für Kuriositätenkabinette) nicht mehr losgelassen hat. Anfang der 60er Jahre beeindruckte ihn in einer Wiederaufführung Tod Brownings Film Freaks von 1932, in dem Schlitzie eine wichtige Rolle spielte.

Bill Griffith: Nobody's Fool - The Life and Times of Schlitzie the Pinhead
Courtesy of Photofest

In Nobody’s Fool verarbeitet Griffith auch seine eigene Geschichte und zeigt sich als jungen Künstler, der versucht, mit dem Eindruck des im Kino Gesehenen künstlerisch umzugehen, anfänglich als Maler, später dann als Underground-Zeichner mit der an Schlitzie angelehnten Figur Zippy The Pinhead und schließlich durch sein Alters- (man ist hier versucht zu sagen: Lebens-) Werk Nobody´s Fool, das im März 2019 in den USA erhältlich sein wird.

Bill Griffith: ZIPPY
ZIPPY © Bill Griffith

Schlitzie wurde Anfang des letzten Jahrhunderts in der Bronx unter dem Namen Simon Metz mit der sogenannten „Mikrozephalie“ geboren. Bei dieser Behinderung, weist der der Kopf – und somit auch das Gehirn – ein erheblich geringes Volumen als allgemein üblich auf, was geistige Behinderung zur Folge hat und lebenslange Betreuung erforderlich macht. In jungen Jahren wurde Schlitzie von seinen überforderten Eltern an einen Zirkus verkauft. Es folgen Jahre auf der Bühne, in denen Schlitzie mal als Frau (Monkey Girl), Missing Link (Half Monkey, Half Human), Last Of The Aztecs oder schlichtweg als „Schlitzie The Pinhead“ angepriesen wurde.

Mit Freaks erlangte Schlitzie landesweite Berühmtheit. Im Film geht es um das Leben von Missgebildeten innerhalb eines Wanderzirkus. Regisseur Tod Browning drehte zuvor Dracula mit Bela Lugosi und sammelte in seiner Jugend Zirkuserfahrung. Bei Freaks verzichtete er fast völlig auf Masken- oder ähnliche Tricks und engagierte stattdessen echte „Freaks“ aus verschiedenen Shows. Das Ergebnis ist ein authentischer Horrorfilm, der die Zuschauer so sehr (über)forderte und schockierte, dass er kurz nach der Uraufführung von der Leinwand verschwand. In den 60er Jahren wurde er wieder ausgegraben und als Kultfilm gefeiert, obwohl der Freaks nur stark verstümmelt gezeigt werden konnte, da ein Drittel der ursprünglichen Fassung verschollen ist.

Das Herzstück von Bill Griffiths Comic ist die Darstellung der Arbeit am Film Freaks. Doch Griffith hat auch alles zusammengetragen, was von Schlitzies Leben vor und nach Freaks bekannt ist. Liebevoll zeichnet Griffith in zarten Schraffuren das Bild eines Mannes mit dem Intellekt eines Kleinkinds, aber eben auch einem solchen Herzen, dass dieser sich zeitlebens bewahrte.

Wie erfahren einiges über Schlitzies Lieblingsbeschäftigung (Geschirrspülen), seine Leibspeise (Frittiertes Hühnchen mit Kartoffelbrei und dazu ein Lager-Bier), seine Verehrung für den Trickfilm-Star Felix und sein ausgeprägtes Rhythmus- Bewusstsein. Schlitzies größte Leidenschaft waren die ausgiebigen Umarmungen, die er spontan jedem aufdrängten bei denen er die ein oder andere Träne verdrückte.

Schlitzies Leben war die Bühne. Ob als Zauberkünstler mit unausgereiften Kartentricks, clownesker Stichwortgeber oder schlichtweg als Kuriosität zum Angaffen, die Bühne war Schlitzies Leidenschaft. Dank seiner steigenden Bühnenpopularität konnte er auch in weiteren Filmen wie Island Of Lost Souls, Tomorrow´s Children oder Meet Boston Blackie als kuriose Nebenerscheinung punkten. Durch seine Filmtätigkeit kam Schlitzie auch mit Prominenten wie dem Autor F. Scott Fitzgerald in Kontakt.

Wirklich traurig wird es gegen Ende des Comics, wenn Schlitzie von Staatsvertretern aus seinem gewohnten, vertrautem Umfeld der Side Shows herausgerissen und in die psychiatrische Anstalt von Los Angeles eingewiesen wird. Hier ist er auf einmal nichts Besonderes mehr, sondern nur eine Aneinanderreihung von Defiziten, die Maßnahmen erfordert. Doch glücklicherweise erkennt  einer der Putzkräfte des Hospitals, ein ehemaliger Schwertschlucker, den in Apathie versunkenen Pinhead. Er beantragt aus Mitleid dessen Vormundschaft und es gibt es doch noch ein Happy End für Schlitzie. Er kann noch einmal an seine Karriere als Sideshow-Bühnenstar anknüpfen und in einer sehr schönen letzten Sequenz sieht man ihn auf dem Hollywood-Boulevard zu Radiomusik tanzen.

Der Band schließt mit dem Bild seines Grabsteins ab, der vor ein paar Jahren durch eine Petition von Schlitzie-Verehrern zustande kam. Auf dem Grabstein steht ein Krug frisch gezapftes Bier. Schlitz-Bier möglicherweise mögen manche munkeln. Egal. Wichtig ist, dass hier jemand ruht, der, wie Jahrzehnte später Forrest Gump, Amerikas den Spiegel vorgehalten hat. Trotz seines Anderssein, seiner Naivität und absoluter Intellekt- Losigkeit vermittelte Schlitzie, worauf es wirklich ankommt im Leben: Nicht Bildung, nicht Klugheit, ja nicht einmal Reflexion, sondern pure Freude am Sein im Hier und Jetzt.

Das ist wohl der Schlussstrich, den diese außerordentlich stimmungsvolle, intime und großartig recherchierte Comic-Biographie zieht. Fazit: Großes Comickino und- um mit Schlitzies eigenen Worten zu schließen:„Boffo! You see? You See?“

Matthias Schäfer

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Die Disney-Anthologien

Die Egmont Comic Collection erfreut uns mit fünf schön aufgemachten Büchern zu den populärsten Figuren aus dem Hause Disney. Unter dem Motto “Kleiner Held – Comic-Gigant“ beschäftigt sich natürlich einer der Anthologie-Bände mit der Micky Maus.

Die Disney-Anthologien

Enthalten sind dreizehn Comic-Geschichten von meisterlichen Zeichnern. Floyd Gottfredsons immer noch sehr beeindruckende Strips aus den 30er Jahren wurden teilweise hochkant abgedruckt. Paul Murrys Adaption der Micky-Maus-Episode Der Zauberlehrling aus dem Disney-Film Fantasia ist etwas lustlos ausgefallen, sehr viel besser gelungen ist seine Geschichte, in der die Maus in das Kostüm des Superhelden Der rote Rächer schlüpft.

Die Disney-Anthologien
© 2018 Disney Enterprises, Inc.

Natürlich werden die italienischen Disney-Comics gebührend berücksichtigt. Romano Scarpa ist gleich mit zwei Geschichten vertreten, während in einer Geschichte von Giorgio Pezzin und Giampero Ubezio Micky Maus aber auch Goofy gleich zweimal vertreten sind.

Die Disney-Anthologien

Bei der Anthologie zu Donald Duck kann natürlich aus dem Vollen geschöpft werden. Doch es ist schwer nachvollziehbar, dass die Zusammenstellung nur einen sehr klein reproduzierten Onepager von Al Taliaferro enthält und gar nichts von Don Rosa, der aber in der Onkel-Dagobert-Anthologie zum Zuge kommt. Dafür wird Carl Barks mit den zwei 10-seitigen Geschichten Die fabelhafte Hasenpfote und Der Fluch des Albatros, sowie dem Abenteuer Der goldene Helm gebührend gewürdigt.

Die Disney-Anthologien
© 2018 Disney Enterprises, Inc.

Ansonsten sind noch Jack Bradbury, Tony Strobl, Romano Scarpa, Luciano Bottaro, Massimo De Vita, Maximino, Daan Jippes, Freddy Milton, Vicar, William Van Horn, Daniel Branca, Giorgio Cavazzano und Arild Midthun vertreten. Auch der deutsche Zeichner Volker Reiche (Strizz) ist mit der Story Ritterliche Zeiten dabei. Ein Höhepunkt ist die vom Finnen Kari Korhonen geschriebene Geschichte Das Bildnis des Donald Duck, die von 12 Zeichnern in Szene gesetzt wurde, die sich auch selbst karikiert haben!

Die Disney-Anthologien

Eine schöne runde Sache ist das Buch zu Goofy. Enthalten sind unter dem Motto „Vom Sidekick zum Star“19 Comics aus 9 Jahrzehnten. Die Figur trat bereits in einem Zeichentrickfilm von 1932 auf und trug zunächst auch im Comic den Namen Dippy Dawg. Die ersten Comics zeichnete Floyd Gottfredson, von dem in der Anthologie zwei Geschichten enthalten sind, wobei die längere Story Ihr erster Fall in Schwarzweiß zum Abdruck kommt.

Die Disney-Anthologien
© 2018 Disney Enterprises, Inc.

Natürlich wird auch Supergoof gewürdigt, der mit zwei Geschichten vertreten ist und in den 60er Jahren parallel zur Hochzeit der Marvel Comics entstand. In seinem ersten von Paul Murry gezeichneten Auftritt ist Supergoof noch nicht mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, sondern Goofy zieht Cape und Longjohns (Ganzkörperunterwäsche) an, weil er sich für unbesiegbar hält. Erst nach und nach entwickelte sich ein eigener kleiner Superhelden-Kosmos mit Super-Erdnüssen, die Goofy in seiner Mütze versteckt, und dem superschlauen Neffen Alfons als jugendlichem Sidekick.

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Wenn es um das gesamte Disney-Universum geht, dann dürfte eher Minnie Maus die “First Lady“ sein. Doch den Bereich Comic dominiert die Entendame Daisy, die zunächst Donna Duck hieß und ihren ersten Auftritt 1937 im Zeichentrickfilm Don Donald hatte. Den Namen Daisy erhielt sie erst drei Jahre später im Cartoon Mr. Duck Steps Out. Bereits kurz danach – am 4. November 1940 – trat sie auch erstmals im Comic auf, in einem von Al Taliaferros Zeitungsstrips.

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Den Auftakt der Anthologie bilden dann auch einige von Taliaferros kunstvollen Short Stories aus dem Jahre 1940, die von den ersten Begegnungen zwischen Daisy und Donald erzählen. Natürlich sind auch Comics von Carl Barks enthalten, der einige schöne Storys über die Rivalität von Donald und Gustav Gans beim Wettbalzen um Daisy geschrieben hat. Bemerkenswert ist auch ein Auszug “Aus Daisy Ducks Tagebuch“. In dieser Reihe bemühte sich der US-Verlag Dell 1960 eher vergeblich darum, Comichefte auch für Mädchen interessant zu machen. Ein Jahrzehnt später versuchte sich Daisy als Superheldin Phantomime die Feministin und auch ansonsten enthält der Band einige schöne Beispiele dafür, wie die Disney-Comics sich an aktuellen Trends orientieren.

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Onkel Dagobert ist die einzige Figur dieser Anthologie-Reihe, die nicht im Kino debütierte. Daher beschäftigt sich auch einer der Texte des Buchs damit, wie Disney versuchte auch aus Dagobert Duck einen Filmstar zu machen, was nicht ganz einfach war. Der große Carl Barks erfand den geizigen Milliardär 1947 für die Geschichte Die Mutprobe. Da er sich anfangs noch gar nicht ähnlich sah, fehlt diese Story in der Anthologie.

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Stattdessen sind mit Der zählende Papagei, Die Kunst, Geld auszugeben und Der arme reiche Mann drei der schönsten Barks-Geschichten mit Dagobert enthalten. Bemerkenswert sind auch die Zeitungsstrips Eine Woche mit Onkel Dagobert von 1951, in denen Al Taliaferro entgegen seiner sonstigen Gewohnheit eine von einem Kollegen geschaffene Comic-Figur auftreten ließ. Natürlich darf in diesem Buch auch nicht Don Rosa fehlen, denn dieser hat mit Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden eine umfangreiche Biographie der reichsten Ente der Welt zu Papier gebracht.

Die Disney-AnthologienDie jeweils 430-seitigen Anthologien zu Micky, Donald, Goofy, Daisy und Onkel Dagobert sind eine interessant zusammengestellte Mischung aus Texten und Comic-Geschichten. Cover und Rückseiten gestaltete mit Ulrich Schröder einer der besten Disney-Zeichner. Für die Bände spricht auch, dass sie ein durchgehendes Motiv auf dem Buchrücken haben. Im Egmont Shop kann auch ein kompletter Satz mit allen fünf Anthologien im Schuber erworben und dabei sogar insgesamt 25 Euro gespart werden.

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