Archiv der Kategorie: COMIC

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Die Geschichte des Marvel-Universums

Der hyperrealistische Comic-Künstler Alex Ross brachte 1994 mit Marvels eine faszinierende Geschichte von Kurt Busiek (Astro City) in großartigen Gemälden zu Papier. Er verknüpfte dabei die Historie der Marvel-Comics mit der tatsächlichen Zeitgeschichte. Zwei Jahre später nahm sich Ross in Kingdom Come im selben Stile die kostümierten Helden aus dem Hause DC vor. Die etwas überambitionierte Geschichte über die Zukunft von Superman, Batman & Co stammte aus der Feder von Mark Waid und erreichte nicht den selben Klassiker-Status wie Marvels.

Die Geschichte des Marvel-Universums

Vielleicht war dies ein Grund für Waid sich in einer sechsteiligen Reihe der Geschichte des Marvel-Universums zu widmen. Dabei holt er sehr weit aus und das erste Kapitel liest sich ein wenig so, als wenn L. Ron Hubbert im Auftrag der Zeugen Jehovas die Geschichte der Schöpfung neu geschrieben hätte: “Materie reicherte sich an und der M’Kraan-Kristall formte den ersten Planeten.“ Seltsam, aber so erzählt es – laut Waid – der große Weltenverschlinger Galactus Franklin Richards, dem Sohn der phantastischen Zwei Mr. Fantastic und der Unsichtbaren.

Die Geschichte des Marvel-Universums

In Szene gesetzt wurde das Marvel-Silmarillion vom Spanier Javier Rodríguez in durchaus faszinierenden Kollagen aus großformatigen Panels, die sich meist über Doppelseiten hinziehen. Noch beeindruckender sind jedoch die von Steve McNiven gezeichneten Wimmelbild-Cover. Der Auftakt der Universums-Geschichte macht einen arg esoterischen Eindruck, doch in einem ausführlichen ansprechend bebilderten Anhang – der alleine schon den Kauf des Bands rechtfertigt – werden die Fakten (mit Marvel-Literaturangaben) für Waids Geschichtsschreibung geliefert.

Die Geschichte des Marvel-Universums

Nicht berücksichtigt wurde hierbei Neil Gaimans Marvel 1602, in dem sich bereits im Elisabethanischen Zeitalter die Superhelden tummelt. Doch bereits am Ende des ersten Kapitels taucht der junge Wolverine aus Origin auf. Von da an entwickelt sich der nur im Prolog und im Epilog Sprechblasen einsetzende Comic zu einer faszinierenden Zeitreise durch die Geschichten und Geschichte des Marvel-Universums.

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Omni-Visibilis

Genau wie beim nicht völlig ernst gemeintem Western Texas Cowboys arbeiteten der schräge Comickünstler Lewis Trondheim (A.L.I.E.E.N., Donjon) und der eher straighte realistische Zeichner Matthieu Bonhomme (Der Marquis von Anaon, Der Mann, der Lucky Luke erschoss) auch bei Omni-Visibilis zusammen. Sie erzählen wie die ganz normale Alltagswelt des kleinen Pariser Angestellten Hervé plötzlich zum weltweiten Allgemeingut wird.

Omni-Visibilis

Eines Tages muss Hervé feststellen, dass die gesamte Menschheit die Welt auch durch seine Augen sieht und alle seine Erlebnisse mit ihm teilt. Dies hat höchst seltsame Folgen. Seine Freundin Chloé nutzt einen gemeinsamen Restaurantbesuch mit Hervé als weltweiten Casting-Termin um potentielle Produzenten auf ihr schauspielerisches Talent aufmerksam zu machen. Auch der Besitzer des Bistros betreibt während des Servieren Schleichwerbung in eigener Sache und preist seine “besten Croques von Paris“ an. Die Situation eskaliert als Polizei, Kriminelle und fremde Mächte ins Spiel kommen…

Omni-Visibilis
Omni-Visibilis besticht durch den lockeren Zeichenstil von Bonhomme, dessen mit der Schmuckfarbe Blau kolorierten Bilder geschickt Karikatur und Realismus vereinen. Trondheims Geschichte ist am Rande auch eine bissige Satire auf unser immer mehr am Computer als miteinander stattfindendes Leben. Stärker noch zeigen sich er und Bonhomme jedoch sich an seltsamen Situationen und skurrilen Ideen interessiert.

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Der Marquis von Anaon

Jean-Baptiste Poulain tritt auf der kroatischen Insel Brac eine Stellung als Hauslehrer an. Er soll Nolven, den Sohn des Barons Gwenolé von Brac, unterrichten. Doch der Junge wird tot aufgefunden.

Der Marquis von Anaon

Auf der Insel treibt angeblich ein grausamer “Oger“ sein Unwesen und auch Poulain sieht eine bleiche Erscheinung, die der Geist von Nolven zu sein scheint. Die Geschichte geht noch tragischer aus als sie begonnen hat. Als Poulain die Insel verlässt erhält er seinen Spitznamen “Der Marquis von Anaon“ – Der Marquis der geschundenen Seelen.

Der Marquis von Anaon

Die nur auf dem ersten Blick etwas steif wirkende Zeichnungen von  Matthieu Bonhomme (Der Mann, der Lucky Luke erschoss, Texas Cowboys) sparen nicht mit Schwarzflächen und wurden von Delf mit strahlenden Farben koloriert. Auch die klar durchgestalteten gelegentlich ganz ohne Worte auskommenden Seiten lassen gelegentlich an Mike Mignolas Hellboy denken.

Der Marquis von Anaon
Doch obwohl ebenfalls ein Dämonenjäger im Zentrum der Handlung steht, setzt Fabien Vehlmann (Green Manor, Allein)  inhaltlich andere Schwerpunkte. Vor nicht exakt datiertem historischem Hintergrund erzählt er eher vom Aberglauben und von menschlichen Abgründen als von der Begegnung mit dem Übersinnlichen.

Der Marquis von Anaon

In dieser Tradition stehen auch die drei weiteren ebenfalls bei Salleck veröffentlichten Abenteuer der Reihe. Sowohl in Die schwarze Madonna, in Das Geisterschiff, Die Bestie als auch in Die Kammer des Cheops gerät “Der Marquis von Anaon“ in lebensbedrohliche Situationen, wenn er versucht seine gefährlich leichtgläubigen Mitmenschen zur Vernunft zu bringen.

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Cyril Pedrosa: Drei Schatten

Der kleine Joachim lebt glücklich mit seinen Eltern Louis und Lise auf einem einsamen Bauernhof inmitten von Hügeln und Wäldern. Doch plötzlich tauchen bedrohliche schattenhafte Gestalten auf, die anscheinend gekommen sind um Joachim zu holen. Louis verlässt gemeinsam mit seinem Sohn die nicht mehr vorhandene Idylle und versucht den Schatten zu entkommen.

Cyril Pedrosa: Drei Schatten

Der Comiczeichner Cyril Pedrosa (Ring Circus, Auto-Bio) hat als Animator an den Disney-Filmen Der Glöckner von Notre-Dame  und Hercules mitgearbeitet. Dabei hat er sicher einiges über den Aufbau einer Geschichte gelernt. Seinen Comic Drei Schatten erzählt Pedrosa weniger durch Texte, sondern sehr viel stärker durch klare Bilder und oft wählt er äußerst interessante Perspektiven.

Cyril Pedrosa: Drei Schatten

Mit stimmungsvoller Schwarzweißgrafik wird auf den ersten Seiten eine derart schöne ländliche Idylle skizziert, dass es richtig traurig macht, wenn die Familie dann getrennt wird. Doch auch die bedrohlichen Fantasy-Elemente setzt Pedrosa mit großer Wucht in Szene. Drei Schatten wurde 2008 auf dem Comicfestival in Angoulême als “Bestes Album“ prämiert und Cyril Pedrosa gelang in der Tat ein allerbester Comic.

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Vasmers Bruder

Lange hat es gedauert. Bereits 2010 erschien in Ausgabe 6 und 7 der Monats-Zeitung COMIX die ersten 20 Seiten von Vasmers Bruder. Doch David von Bassewitz war mit seinen Zeichnungen nicht zufrieden und hat sie noch einmal komplett neu gezeichnet. Das Resultat gibt ihm absolut recht. Während die in COMIX abgedruckten schwarzweißen Seiten auf ihre rohe Art durchaus überzeugen konnten, sind die im fast vier Jahre später erschienenen Hardcover-Album veröffentlichten Zeichnungen sehr viel mehr als die ersten Fingerübungen eines talentierten Newcomers.

Vasmers Bruder

Beim ersten Durchblättern ist auf den düsteren Seiten des Albums kaum etwas zu erkennen, doch bei der Lektüre des Buches ist dann plötzlich doch alles da. Es braucht schon sehr viel Talent um mit derart reduzierten finsteren Bildern auf denen nur sehr selten Licht ins Dunkle kommt, so viel auszudrücken, wie es David von Bassewitz in Vasmers Bruder gelingt. Doch vor allem braucht es auch eine Geschichte, die es wirklich wert ist erzählt zu werden. Einmal mehr – nach seinen Mörder-Balladen Gift und Haarmann sowie dem etwas leichtfüßigeren Nachkriegs-Jugend-Drama Böse Geister – erweist sich Peer Meter als begnadeter Comic-Autor.

Vasmers Bruder

Aufhänger der Geschichte ist wieder ein Serienmörder aus längst vergangenen Zeiten, doch Meter siedelt seine Geschichte hauptsächlich im heutigen Polen an. Dort im Städtchen Ziebice, das einst als Münsterberg zum Deutschen Reich gehörte, trieb Karl Denke sein Unwesen. Der von seinen Nachbarn für einen harmlosen Kauz gehaltene Denke ermordete zwischen 1903 und 1924 mindestens 30 Menschen. Er verarbeitete deren Haut zu Schnürsenkeln oder Hosenträger und verkaufte ihr Fleisch angeblich auf dem Wochenmarkt. Da Denke nach seiner Ergreifung Selbstmord beging und auch um zu vertuschen, dass die örtlichen Stellen jahrzehntelang nichts bemerkt hatten, wurde in dem Fall danach nur noch sehr halbherzig weiter ermittelt.

Vasmers Bruder

Der Comic erzählt von einem gewissen Martin Vasmer, der versucht seinen Bruder Hans-Georg aufzuspüren, der in Polen für einen privaten TV-Sender Recherchen in Sachen Karl Denke anstellte. Martin erhielt seltsame SMS von seinem Bruder, konnte ihn aber telefonisch nicht erreichen. Daher bricht er auf ins verschneite Ziebice. Dort trifft er einen gewissen Sadowski, der Karl Denke für einen “in jeder Hinsicht faszinierenden Menschen“ hält und sich jeden Tag auf Spurensuche in dessen Haus begibt. Martin Vasmer ist ebenfalls nicht unempfänglich für Serial-Killer-Begeisterung und es erscheint ihm so als wenn in Ziebice der Geist von Denke noch sehr lebendig ist. Meter und von Bassewitz gelang eine ebenso spannende wie atmosphärisch düstere Geschichte, die auch davon erzählt, dass ganz schlimme Untaten nie wirklich verjähren.

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Böse Geister

Nach Gift und Haarmann und noch vor dem Erscheinen von Vasmers Bruder erzählte Peer Meter ausnahmsweise einmal keine Mörder-Ballade. Hauptfigur in Böse Geister ist der 60-jährige Harry Wallmann, der jenes Stadtviertel in dem er groß geworden ist, noch einmal aufsucht, bevor es abgerissen wird. Dabei kommen Erinnerungen auf, die meistens alles andere als angenehm sind.

Böse Geister

Harry Wallmann erinnert sich daran, wie er als kleiner Junge durch seine Vorliebe für Grusel-Romanhefte nicht nur den Spitznamen “Gespenster-Harry“, sondern auch immer wieder Ärger mit seinem gestrengen Schuldirektor Herrn Müller-Naujoks bekam. Dieser hatte im Krieg eine Hand verloren und ist auch für sein Lehrerkollegium alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse.

Böse Geister

Gute Erinnerungen hat Harry hingegen an den Ladenbesitzer Herrn Geffe, der ihn mit “Geschichten des Grauens“ versorgte und mit dem es ein halbes Jahrhundert später zu einem seltsamen Wiedersehen kommt…

Böse Geister

Gezeichnet wurde Böse Geister von Gerda Raidt, die bisher hauptsächlich als Illustratorin von Kinderbüchern aufgefallen ist. Ihr Bilderbuch Die Straße erzählt auf großformatigen Doppelseiten davon, wie sich ein Stadtteil und seine Bewohner im Laufe der letzten 100 Jahre verändert haben.

Böse Geister

Daher ist sie eine gute Wahl um Peer Meters immer wieder die Zeitebene wechselnde Geschichte in klare aber auch atmosphärische Bilder umzusetzen. Der einzige Nachteil ist, dass das Buch sehr schnell durchgelesen ist. Doch die Bösen Geister spuken danach noch eine ganze Weile im Kopf des Lesers herum.

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Peer Meter & Rem Broo: Beethoven

Das Cover kündigt eine Biografie in Comicform über einen Künstler voller Schaffensrang an. Doch an genau so etwas hatte Peer Meter, der in Comics wie Haarmann, Gift oder Vasmers Bruder immer einen originellen Erzählansatz suchte, keinerlei Interesse.  Wie er im Nachwort dieses Buches erzählt hatte arte ihm angeboten “parallel zu einer Fernsehdokureihe über klassische Musiker eine kleine Graphic-Novel-Reihe“ zu produzieren.

Peer Meter & Rem Broo: Beethoven

Die Idee gefiel Meter auch nicht besser, nachdem ihm angeboten wurde ein Pseudonym zu verwenden. Die Sache kam nicht zustande, doch quasi als Abfallprodukt des gescheiterten Projekts erfuhr Meter einige amüsante Fakten über Ludwig van Beethoven und erzählt nun doch noch vom „unsterblichen Genie“. Allerdings geht es wenig um dessen Leben, sondern sehr viel mehr darum, was direkt nach seinem Tode geschah.

Peer Meter & Rem Broo: Beethoven

Als der Komponist 1827 in Wien starb, war es nicht unüblich, dass sich Bewunderer ein Scheibchen von ihrem Idol abschneiden wollten. So begann seinerzeit ein schwunghafter Handel mit Locken von verstorbenen Künstlern. Die Herkunft der Haarbüschel war zwar zweifelhaft, doch Beethoven wurde kahl beigesetzt und auch seine Gebeine inklusive Schädel waren begehrte Handelsware.

Peer Meter & Rem Broo: Beethoven

Neben dieser lukrativen Leichenfledderei beschreibt Meter auch, wie manche Menschen mit ziemlich dreisten Lügen versuchen, sich in die Biografie von verstorbenen Promis einzuschleichen, um etwas Ruhm abzugreifen. Die eigentliche Hauptfigur der Geschichte ist der (fiktive) französische Edelmann Louis Lefebvre, der eigentlich nach Wien reiste, um ein Autogramm von Beethoven zu bekommen. Zugleich erzählt er aber auch gerne, dass er angeblich höchstpersönlich verhindert hatte, dass Napoleon Bonaparte von Beethoven eine Symphonie gewidmet wurde.

Peer Meter & Rem Broo: Beethoven

Mit dem 1983 in Bukarest geborenen Rem Broo fand Meter den optimalen Zeichner für seine Geschichte. Diesem kommt seine Erfahrung als Architekt zugute, etwa wenn Louis Lefebvre die verschiedenen Orte aufsucht, an denen Beethoven (der angeblich in Wien fast achtzigmal umgezogen ist) gewohnt hat. Die stimmungsvoll von Broo eingefangenen Örtlichkeiten und seine treffsicher überzeichneten Figuren bringen die pointenreiche Erzählung zum Funkeln.

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Black Widow Anthologie

1964, zur Hochzeit des kalten Krieges, debütierte eine gewisse Natasha Romanoff in den Marvel-Comics. Diese wurde vom KGB zur Superagentin ausgebildet und dann in die USA geschickt. Doch durch ihre Liebe zum Superhelden Hawkeye (später hatte sie auch ein Verhältnis mit Daredevil) begann sie schließlich für Nick Furys Geheimorganisation S.H.I.E.L.D., also für die Gegenseite, zu arbeiten. Obwohl Black Widow über keinerlei Superkräfte verfügt, behauptet sich die Athletin und Ballerina auch bestens unter “Rächern“ wie Thor oder Hulk.

Black Widow Anthologie

Zu großer Popularität gelangte die schwarze Witwe aber auch durch die Filme des Marvel Cinematic Universe. In Iron Man 2 war erstmals Scarlett Johansson als Black Widow zu sehen und von da an bis hin zu Avengers: Endgame an fast allen wichtigen Kämpfen beteiligt. Aktuell steht zum Start von “Phase 4“ von Disneys Marvel-Filmreihe ein erster Solofilm mit Black Widow an, dessen Start auf November 2020 verschoben wurde.

Black Widow Anthologie

Dennoch hat Panini seinen gebundene Anthologie zu Black Widow pünktlich veröffentlicht. Geboten werden auf über 300 Seiten sechszehn Comic-Geschichten, die zeigen, wie sich Natalia Alianovna Romanova von der einer Sowjet-Agentin zur engagierten Kämpferin für “Truth, Justice and the American Way“ entwickelte.

Black Widow Anthologie

Zugleich wird aber auch gezeigt, wie stark sich die Marvel-Comics verändert haben. So fand der erste Auftritt von Black Widow noch als Gast-Star einer Iron-Man-Geschichte im Heft Tales of Suspence # 52 statt. Hier war Natasha noch eine schlichte aber eleganten gekleidete Spionin, während sie 1970 in Amazing Spider-Man # 86 bereits in ihren hautengen Catsuit schlüpfte.

Black Widow Anthologie

Chronologisch geordnet sind auch neuere Geschichten enthalten von engagierten Autoren wie Chris Claremont, Gerry Conway, Nathan Edmondson, Warren Ellis, Richard K. Morgan oder Devin Grayson, die – angepasst an die jeweilige politische Lage – davon erzählten wie Natasha  mit ihrer Vergangenheit hadert. Passend dazu ist exquisite Grafik zu bewundern, etwa von Gene Colan, John Romita Jr., J. G. Jones (Wanted), Bill Sienkiewicz oder Paul Gulacy, der auf klassisches Schwarzweiß setzt.

Black Widow Anthologie

Genug Lesefutter also, um Ende des Jahres gut vorbereitet ins Kino zu gehen. Empfohlen seien auch die weiteren Marvel-Anthologie-Bände zu Heroen wie Iron Man, Captain America oder Stan Lee.

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Tom Tiger

Vor etwas über zwei Jahren startete der Carlsen Verlag ein ambitioniertes Projekt, mit dem – zumindest in diesem Verlag- nicht unbedingt zu rechnen war: Die Neuauflage des spanischen Comic-Klassikers Clever & Smart von Francisco Ibáñez. Seitdem sind ein Dutzend Alben mit den kultigen Geheimagenten erschienen und ein Ende ist- dank des großen Erfolgs- nicht abzusehen.

Tom Tiger

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Carlsen das das Oeuvre des Vielzeichners um weitere Figuren und Serien unter dem Titel F. Ibáñez präsentiert erweitert. Den Startschuss der Reihe macht seine vielleicht zweitbekannteste Schöpfung: Der trottelige Zeitungsbürobote Tom Tiger (im Original: El Botones Sacarino). Diesem war jedoch kein langes Leben beschieden. Nur drei Jahre zeichnete Ibáñez die Serie, dann verlor er das Interesse daran und andere Zeichner führten die Reihe fort. In Deutschland erschien die Serie ab 1980 und beim selben Verlag wie Clever & Smart (Condor!) und erreichte einen Umfang von 22 Bänden sowie eine zweite Auflage.

Tom Tiger

Wer sich mit der Entstehungsgeschichte von Tom Tiger beschäftigt, wird nicht nur feststellen, dass es sich hierbei um einen Schnellschuss von Ibáñez handelt. Sein Verlag bat den Zeichner 1963 – trotz dessen Auslastung mit dem gerade durch die Decke gehenden Erfolg von Clever & Smart – parallel dazu schnell noch eine weitere Serie zu kreieren. Entstanden ist ein ziemlich dreistes und unverschleiertes Plagiat des frankobelgischen Comic-Klassikers Gaston. Das Äußere der beiden Figuren ist- bis auf den Harschnitt und die Kleidung- nahezu identisch und Tom Tigers Pagenuniform ist schlicht von Spirou ausgeliehen. Funktion und Charakter der Hautfigur sind ebenfalls identisch, wenn auch im Falle von Tom Tiger weniger vielschichtig.

Tom Tiger

Wirklich erstaunlich ist, wie Ibáñez anfangs seinem offensichtlichem zeichnerischen Idol André Franquin nacheifert: In den frühen Folgen übernimmt er praktisch komplette Nebenfiguren: Fräulein Trudel, Herr Bruchmüller (unter anderem Namen selbstverständlich), orientiert sich an Stil, Strich und Gesten des frankobelgischen Meisters.

Tom Tiger

Noch dreister wird es, wenn Ibáñez komplette Gag-Ideen nahezu identisch kopiert. Beispielsweise fragt Tom Tiger eine Kollegin, ob sie mit ihm zu einem Kostümfest gehen will, ohne ihr jedoch zu sagen, dass sie dabei das Hinterteil eines Zentauren-Kostüm füllen soll. Vergleicht man das Vorbild aus dem Gaston– Comic, wirkt die Zeichnung von Ibáñez beinahe wie durchgepaust, ohne jedoch die Qualität eines Franquin zu erreichen.

Tom Tiger

Auch den Humor von Ibáñez und Franquin trennen Welten: Während die Gaston-Onepager kunstvoll und auf den Punkt komponierte Meisterwerke sind, die stets den humanistischen Ansatz Franquins durscheinen lassen, verliert sich der Humor bei Tom Tiger in routinierten den Zynismus feiernden, kalauernden Gagfeuerwerken. Wo bei Gaston letzten Endes immer ein gewisser menschlicher Zusammenhalt (selbst zwischen Gaston und seinen Vorgesetzten) besteht, da herrscht in Tom Tiger die unerbittliche hierarchische Hackordnung der kapitalistischen Arbeitswelt: Sir Winston vs. Harry Humbug vs. Tom Tiger. Und die einzige Waffe des Unterdrückten ist das Chaos.

Tom Tiger

Das soll allerdings keinesfalls bedeuten, dass die Comics von Ibáñez wertlos oder minderwertig sind. Die meistens zweiseitigen Stories dieses Best Of Tom Tiger– Albums bereiten durchaus Vergnügen. Die geschickte, chronologische Auswahl ermöglicht einen Blick auf einen anfangs noch unsicheren, suchenden Zeichner, der schließlich seinen unverwechselbaren Stil und Humor findet. Die Comicseiten sind (ebenso wie die der Clever & Smart– Reihe) neu eingescannt, ansprechend coloriert und neu getextet. Außerdem gibt es ein aufschlussreiches Nachwort von Steffen Haubner.

Tom TigerEs bleibt zu hoffen, dass wir im Fortbestand der Reihe F. Ibáñez präsentiert auch in den Genuss seiner zahlreichen anderen Schöpfungen, wie beispielsweise: Mein Gott, Walter! oder Fischstraße 13 kommen. Für Clever & Smart– Fans, 80er-Jahre-Nostalgiker und Verklärer der eigenen Kindheit ist dieser Band ein absolutes Muss!

Matthias Schäfer

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Greg Rucka: Whiteout

Carrie Stetko muss als US-Marshall in einem Mordfall ermitteln. Sie wird dabei nicht nur mit zahlreichen Verdächtigen konfrontiert, sondern auch noch mit Temperaturen von unter minus 30 Grad Celsius. Der Tote wurde gefunden in der Nähe von McMurdo, der größten Forschungsstation in der Antarktis. Gemeinsam mit der englischen Geheimagentin Lilly Sharpe versucht Carrie den Täter zu finden und gerät dabei in eine gefährliche Notlage im ewigen Eis.

Greg Rucka: Whiteout

Mit Whiteout gelang Greg Rucka (Gotham Central, Queen & Country) ein spannender Thriller, der weniger durch seine verzwickte Handlung sondern sehr viel stärker durch den interessanten Schauplätze am Südpol überzeugt. Rucka hat hierzu seine Hausaufgaben gemacht und liefert auch noch eine Übersichtskarte der Antarktis, die recht hilfreich bei der Lektüre ist.

Greg Rucka: Whiteout

Sehr gelungen ist auch das klare und realistisch ausgeführte Artwork von Steve Lieber, das an Jim Holdaways kontrastreich-elegante Zeichnungen zu Modesty Blaise erinnert. Im Nachwort dieses Bandes bedankt sich Lieber bei Rucka dafür, dass er sich durch dessen Story als Comiczeichner erstmals “endlich frei“ fühlte. Abgerundet wird das schöne Buch durch eine kleine aber feine Galerie mit Covern der Whiteout-Heftausgaben von Frank Miller (Sin City), Matt Wagner (Grendel), Mike Mignola (Hellboy) und Dave Gibbons (Watchmen).

Greg Rucka: Whiteout

Mittlerweile ist nicht nur die ebenso spannende Fortsetzung Whiteout – Melt erschienen, sondern auch Hollywood sind die Qualitäten des Comics nicht entgangen. Matrix-Produzent Joel Silver nahm für seine Dark Castle-Horrorfilmreihe eine Verfilmung in Angriff und konnte Kate Beckinsale (Underworld, Pearl Harbor) für die Rolle der Carrie Stetko gewinnen.

Greg Rucka: Whiteout

Bei uns erlebte dieser Film seine Premiere auf DVD und Blu-ray.

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