Archiv der Kategorie: COMIC

Die neusten Comicalben auf dem Markt!

Superman vs. Muhammad Ali

Der Boxpromoter Don King setzte Muhammad Ali bereits bei dessen Kämpfen gegen George Foreman in Zaire (Rumble in the Jungle) und Joe Frazier auf den Philippinen (Thrilla in Manila) bestens in Szene. Als er vom Erfolg eines großformatigen Comics erfuhr in dem DCs Superman gegen Marvels Spider-Man antrat (bevor beide gemeinsam die Schurken Lex Luthor und Doctor Octopus bekämpften), kam er auf die Idee Ali gegen den Stählernen in den Ring zu schicken.

Superman vs. Muhammad Ali
Cover der Panini-Ausgabe

Bei DC rannte King mit dieser Idee offene Türen ein, zumal Superman in Comicheften bereits Präsident Kennedy oder Jerry Lewis getroffen hatte und gegen den Wrestler Antonino Rocca angetreten war. Auch Muhammad Ali war begeistert und – bescheiden wie er ist – stellte er die Bedingung, dass er er in der Comic-Geschichte nur mitwirkt, wenn er Superman besiegen würde. Die Aufgabe aus dieser eher hirnrissigen Grundidee einen packenden Comic zu machen landete beim Team Denny O’ Neil und Neal Adams, denen es Anfang der Siebziger Jahre gelang soziale Botschaften in ihre Geschichten um Green Lantern und Green Arrow zu packen.

Superman vs. Muhammad Ali

Dem Autoren O’ Neil, der nach einer Weile als Texter vom Zeichner Adams abgelöst wurde, gelang das Wunder eine erstaunlich unblöde spannende Geschichte zu erzählen. Diese handelte nicht nur von einem Boxkampf zwischen Ali und Superman vor dem Hintergrund einer außerirdischen Bedrohung, sondern spielte ganz offensichtlich in einer Welt in der die Gleichberechtigung aller Menschen noch lange nicht vollzogen ist.

Superman vs. Muhammad Ali

Den “Realismus“ der Geschichte unterstrich ein sich über Vorder- und Rückseite ziehendes monumentales Cover, das Ali und Superman bei ihrem Boxkampf vor einem höchst prominenten Publikum zeigte. Rund um den Ring verteilt waren als Zuschauer neben DC-Charakteren und Comiczeichnern auch Promis wie Andy Warhol, Woody Allen oder Frank Sinatra zu sehen, deren Zustimmung von DC einzeln eingeholt werden musste.

Superman vs. Muhammad Ali
Neal Adams

Ehapa brachte den Band bereits 1978 heraus. Die Kolorierung war damals nicht besonders und auch die Reproduktion der Seiten ließ zu wünschen übrig. Panini legt diesen wahrhaft monumentalen Comic als großformatige Hardcover-Edition zum fairen Preis vor. Im Gegensatz zur US-Ausgabe (dort gibt es Bonusmaterial nur im Anhang einer kleinformatigen Edition) enthält der unter der Aufsicht von Neal Adams überarbeitete und neukolorierte Band auch noch einige Seiten mit Skizzen. Neal Adams hält Superman vs. Muhammad Ali für den besten Comic aller Zeiten, ein Stück sehr lebendige Comic-Geschichte ist er auf alle Fälle.

Diesen Comic bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Superman vs. Muhammad Ali“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Bilder vom Comic Café vom 04.10.2015

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 04. Oktober 2015 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 04.10.2015

Okin Cznupolowsky ließ es sich auch diesmal nicht nehmen ein wohlfeiles Intro zu performen!

Bilder vom Comic Café vom 04.10.2015

Zu Gast war der Karikaturist Dieter Hanitzsch.

Bilder vom Comic Café vom 04.10.2015

Ich sprach mit ihm u. a. über einen von der Bayern SPD-Landtagsfraktion ausgeschriebenen Karikaturenwettbewerb. Dieter Hanitzsch ist hier der Jury-Präsident und meint zu diesem Thema: “Viele der derzeit in den Medien präsenten Karikaturisten sind ja längst im Rentenalter – oder schon weit darüber! Wir müssen den Nachwuchs besser fördern und eine Plattform bieten, sich zu präsentieren. Dazu soll und kann dieser Wettbewerb beitragen.“

Informationen zum Wettbewerb gibt es hier

Bilder vom Comic Café vom 04.10.2015

Passend zum Ende der diesjährigen Wiesn zeigt der Animations-Experte Matthias Schäfer mit THE BEER PARADE (1933) einen US-Cartoon-Klassiker aus der Prohibitions-Ära.

00001

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht. Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt mit dem Comicexperten Igor Barkan (Zombiac), Rainer Schneider (Comicaze) und dem Comiczeichner Robert Platzgummer (MingaManga) über aktuelle Comics.

Bilder vom Comic Café vom 04.10.2015

Diese Comics stehen zur Debatte:

Der britische Science-Fiction-Klassiker TRIGAN von Don Lawrence und Mike Butterworth kommt als Neuausgabe bei Panini heraus.

0000

dem Comicexperten Igor Barkan (Zombiac)
DAS VOTUM

Isabel Kreitz erzählt in ROHRKREPIERER (Carlsen) von einer Jugend auf St. Pauli.

Isabel Kreiz: Rohrkrepierer – Eine Jugend auf San Pauli

dem Comicexperten Igor Barkan (Zombiac)
DAS VOTUM

 

ERKENNEN SIE DIE MELODIE?

dem Comicexperten Igor Barkan (Zombiac)

Zusammen mit Okin Cznupolowsky an der Trompete präsentierte ich recht erfolgreich unser neues Musik-Quiz. Zu gewinnen gab es relativ wertvolle Sachpreise.

00001

Weitere Infos bei

Heiner Lünstedt, Papinstr. 39, D-81249 München, Tel: 089 / 87 04 67

Mail: luenstedt@highlightzone.de

Bei AMAZON Comics bestellen, hier anklicken

Bei ebay Comics kaufen, hier anklicken

Derib: Buddy Longway

1974 startet der Schweizer Claude de Ribaupierre alias Derib (Yakari, Go West!) seine Serie Buddy Longway. Die Titelfigur ist ein Trapper, der sich in die Indianerin Chinook verliebt und mit ihr eine Familie gründet, allen Widerständen zum Trotz (und lange vor dem Kinofilm Der mit dem Wolf tanzt). In insgesamt 20 Bänden wird vom Überwinden von Vorurteilen erzählt, aber auch die Schönheit der Natur gefeiert. Derib, der noch nie die USA bereist hat, diente dabei seine Schweizer Heimat als Vorlage für seine Bilder vom Wilden Westen.

Derib: Buddy Longway

Zeichnerisch wandelte sich der Comic vom Semi-Funny zur realistisch gezeichneten Abenteuerserie. Bei uns startete Buddy Longway 1976 im Gimmick-Magazin YPS, in den achtziger Jahren brachte Carlsen die ersten sechs Alben der Serie heraus. In den neunziger Jahren ging es zunächst bei Feest und dann bei Kult Editionen weiter bis kurz vor der Zielgerade, also bis hin zum vorletzten 19. Band. Der Finix Verlag brachte schließlich 2010 das letzte Album Legende in einem schönen Hardcover-Band mit umfangreichen Bonusmaterial heraus.

Budy Longway
© Derib / Egmont Comic Collection

Doch jetzt ist es endlich möglich den kompletten Buddy Longway in einer ansprechend aufgemachten Gesamtausgabe zu lesen. Dies ist um so erfreulicher, da es kaum eine andere klassische Comicserie gibt, die es wert ist in dicken Sammelbänden (die jeweils 4 Alben enthalten) neu aufgelegt zu werden. Die immer wieder das klassische Seitenaufteilung des frankobelgischen Comics sprengenden Seitenlayouts von Derib beeindrucken immer wieder (und immer noch!), ohne dabei wie das angeberische Experiment eines egomanischen Zeichners zu wirken. Die Bilder, so gelungen sie auch sind, werden immer der Geschichte untergeordnet und diese ist es auch wirklich wert erzählt zu werden.

Buddy Longway
© Derib / Egmont Comic Collection

Ohne jede Prüderie (aber auch ohne jeglichen Voyeurismus) lässt Derib den Leser daran teilhaben, wie Buddy und Chinook erstmals miteinander schlafen. Wir sind dabei, wenn ihr Sohn Jeremiah heranwächst und mit seinem Vater auf die Jagd geht. Ohne das Klischee vom edlen Wilden überzustrapazieren, wird in Buddy Longway ganz unaufdringlich davon erzählt, wie die “Zivilisation“ des weißen Mannes den im Einklang mit der Wildnis lebenden Menschen nur sehr selten wirklichen Fortschritt bringt.

Buddy Longway
© Derib / Egmont Comic Collection

Auch in Sachen Bonusmaterial bereitet Egmonts Gesamtausgabe  Comicfreunden viel Freude. Derib himself erzählt auf reich mit Skizzen bebilderten Seiten von den Anfängen der Serie. Cosey (Auf der Suche nach Peter Pan), der ehemalige Lehrling bzw. Meisterschüler von Derib, der danach selbst ein brillanter Comicerzähler wurde, berichtet von der gemeinsamen Zeit und auch die deutsche Veröffentlichungsgeschichte von Buddy Longway wird dokumentiert.

„Buddy Longway – Gesamtausgabe 1: Chinook“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Buddy Longway“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Buddy Longway – Gesamtausgabe 2: Kathleen und Jeremiah“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Buddy Longway – Gesamtausgabe 3: Der Wahn des Menschen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Buddy Longway – Gesamtausgabe 4: Ein beschwerlicher Weg“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Buddy Longway – Gesamtausgabe 5: Für immer“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Buddy Longway – Band 20: Legende“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Batman: Year One

1987 kurz nachdem Comic-Meilenstein “The Dark Knight Returns“ erschien, folgte eine weiterer Batman-Klassiker aus der Feder von Frank Miller. Bei “Batman: Year One“ stammen die Zeichnungen jedoch nicht von Miller, sondern von David Mazzucchelli. Mit diesem arbeitete Miller bereits ein Jahr zuvor bei der fast ebenso eindrucksvollen Marvel-Story “Daredevil: Born Again“ zusammen.

Batman: Year One
© DC / Warner Bros. Entertainment

“Batman: Year One“ stand immer etwas im Schatten von “The Dark Knight Returns“ und Mazzucchellis grobe Zeichnungen beeindrucken im Gegensatz zu den effektvollen Bildern von “The Dark Knight Returns“ erst auf den zweiten Blick. Die Geschichte jedoch wurde zur Grundlage von Christopher Nolans “Dark Knight“-Trilogie und beeinflusste auch die TV-Serie “Gotham“.

Batman: Year One
© DC / Warner Bros. Entertainment

Miller erzählt davon, wie der 25-jährige Bruce Wayne nach 12 Jahren in seine Heimatstadt Gotham City zurückkehrt und sich fit macht für seine Tätigkeit als maskierter Rächer. Dabei erlebt er zunächst einige Rückschläge, bevor er schließlich langsam seinen Stil findet. Die Hauptfigur der Geschichte ist jedoch der Polizist Jim Gordon, der mit seiner Frau Barbara aus Chicago nach Gotham zieht. Gordon tritt seinen neuen Job beim Gotham City Police Department an und wird dort mit bei Kollegen und Vorgesetzten mit Korruption konfrontiert.

Batman: Year One
© DC / Warner Bros. Entertainment

Miller und Mazzucchelli gelang eine hochspannende Geschichte, die zunächst innerhalb der regulären Batman-Comic-Reihe in den Heften 404 bis 407 veröffentlicht wurde.  Später kolorierte Mazzucchellis Gattin Richmond Lewis den Comic noch einmal neu koloriert und dieser wurde immer wieder als “Graphic Novel“ neu aufgelegt. 2011 schließlich wurde “Batman: Year One“ innerhalb der Reihe “DC Universe Animated Original Movies“ sehr werkgetreu als Zeichentrickfilm umgesetzt. Für mich ist „Year One“ der beste Batman-Comic ever!

Batman: Year One
© DC / Warner Bros. Entertainment

Daher ist es sehr erfreulich, dass Panini eine großformatige gebundene Ausgabe des Batman-Klassikers herausgebracht hat. Sehr überzeugend ist auch das 48-seitige “Bonus-Material“. Hier sind vier Comic-Seiten enthalten, auf denen Mazzucchelli allerlei Aspekte rund um Batman erklärt. Zum Abdruck kommt auch sein erster im Alter von sechs Jahren entstandener Batman-Comic. Sehr interessant sind auch Entwürfe, Skizzen und Seiten aus den Comicheften, die zeigen wie unterschiedlich unkonventionell Richmond Lewis ihre alte und neue Kolorierung angelegt hat. Viel schöner kann ein Klassiker nicht neu veröffentlicht werden!

Den Comic „Batman: Year One“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Den Comic „Batman: Year One“ als DeLuxe-Edition bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Batman: Year One“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Batman: Year One“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Batman: Year One“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Before Watchmen

So richtig erfreut war wohl kaum ein Comicfreund als zu erfahren war, dass DC ganz ohne Beteiligung von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons eine Prequel-Reihe zu Watchmen in Auftrag gab. Darf man das, nur weil man die Rechte an DEM Comicklassiker der 80er Jahre hat?

Before Watchmen

Alan Moore meinte eher nicht, denn schließlich gibt es ja auch keine literarische Fortsetzung zu Melvilles Moby Dick (jedoch zu Doktor Schiwago und zu Vom Winde verweht). Peter Osteried hingegen meinte in Alfonz – Der Comic-Reporter, dass sich Alan Moore nicht so anstellen solle, da er in Liga der extraordinären Gentlemen und in Lost Girls auch recht ungeniert eigene Geschichten mit von anderen Autoren geschaffenen Figuren erzählte.

Before Watchmen

Dennoch waren die Erwartungen nicht allzu hoch, auch wenn bei den insgesamt zehn Before Watchmen-Miniserien eine ganze Reihe von prominenten – abgesehen vom argentinischen Zeichner Eduardo Risso (100 Bullets) – allesamt aus den USA stammenden – Kreativkräften eingesetzt wurden. Bei uns erscheinen diese Serien bei Panini gebündelt in insgesamt acht Sammelbänden, die es wahlweise als Softcover- oder limitierte Hardcover-Edition gibt. Den Anfang bilden die vierteilige Miniserie Rorschach von Brian Azzarello und Lee Bermejo, die eine halbwegs spannende Crime-Story mit dem wohl beliebtesten Watchman sowie einem Gastauftritt von Taxidriver Travis Bickle alias Robert De Niro erzählt, sowie Darwyn Cookes überraschend gut gelungene Geschichte der Minutemen.

Before Watchmen
In seinem feinen klaren Retro-Stil erzählt der auch als Autor fungierende Cooke (Parker, Neue Horizonte, The Spirit) vom komplizierten Beziehungsgeflecht der Vorgänger der Watchmen. Die Minutemen formierten sich aus den unterschiedlichsten Motiven Ende der 30er Jahre in New York. Sie bildeten eine nur bedingt funktionierende hauptsächlich aus kommerziellen Gründen zusammengeschweißte Heldentruppe, die langsam aber sicher auseinander bricht. Hauptfigur der Geschichte ist Hollis Mason, die erste Nite Owl, der von seiner vergeblichen Liebe zu Ursula Zendt alias Silhouette aber auch vom wohl wohl seltsamsten Minuteman dem finsteren Hooded Justice erzählt.

Before WatchmenCooke ist weniger daran interessiert erzählerische Lücken zu schließen, wie dies z. B. Don Rosa bei seinen Versionen von Carl Barks’ Enten-Comics recht penetrant praktizierte. Vielmehr nutzt Cooke respektvoll das von Alan Moore geschaffene faszinierend detailfreudig ausgestaltete Watchmen-Universum um darin einzutauchen und eine eigene Geschichte zu erzählen.

Before Watchmen

Cooke trifft den Geist des Originals findet aber auch durch den sehr eigenständigen Zeichenstil einen interessanten Zugang zum Comic-Meilenstein. In diesem Stile wäre auch eine Fortsetzung zu Moby Dick wünschenswert.

Before Watchmen

Insgesamt muss festgestellt werden, dass das Niveau dieser Reihe in Sachen Optik aber auch Inhalt sehr viel höher ausgefallen ist als zu erwarten war. Mir persönlich hat eigentlich nur die Ozymandias-Reihe von Len Wein und Jae Lee überhaupt nicht gefallen.

Before Watchmen

Im Zentrum von Crimson Cosair, dem letzten Band der Serie stehen zwar nicht die Superhelden aus Watchmen, dennoch enthält er einige Perlen, wobei die Titelstory nicht gerade das absolute Highlight ist. In der Originalserie Watchmen spielten Piraten-Comics eine große Rolle, weil Alan Moore der Meinung war, dass in einer Welt in der Superhelden tatsächlich existieren, Comics über maskierte Räche nicht der Hit wären. Daher entschieden sich er und Gibbons dafür, dass im Watchmen-Universum Piraten-Comics sehr beliebt sind und ließen immer wieder kleine Häppchen aus dem Freibeuter-Comic Tales of the Black Freighter in ihre Geschichte mit einfließen.

Before Watchmen

Auch die meisten Hefte der Before Watchmen Reihe enthielten am Ende als Zugabe zwei Seiten des Piratencomics The Curse of the Crimson Corsair. Diese wurden von John Higgins gezeichnet und gemeinsam mit Len Wein erdacht. Higgins fungierte seinerzeit bei Watchmen als Kolorist. Die atmosphärisch gestaltete Seiten mit der Piraten-Geschichte mag in kleinen Häppchen zum Erzeugen von einem gewissen Watchmen-Feeling in den Heften vielleicht noch ganz gut funktionieren. Geballt gelesen ergibt sich jedoch kein Piraten-Epos sondern allenfalls eine Schatztruhe voller Fluch der Karibik-Klischees.

Before Watchmen
Sehr viel interessanter sind die ebenfalls in diesem Band enthaltenen Geschichten über zwei absolute Watchmen-Nebenfiguren. Während sich J. Michael Stracynski und der begnadete argentinische Zeichner Eduardo Risso in zwei US-Heften dem tragischen Leben des schurkischen Magiers Moloch widmen, brauchen Len Wein und Steve Rude noch weniger Seiten um die ebenfalls recht traurige Geschichte des Minuteman Dollar Bill  zu erzählen. Wie alle Panini-Bände, die es auch als limitierte und mittlerweile schon hoch gehandelte Hardcover-Ausgaben gibt, enthält auch dieses Buch neben knappen aber sehr informativen Texten noch alle Variantcover zu Crimson Corsair, Moloch und Dollar Bill.

Before Watchmen THE BUTTON

In Doomsday Clock kommt es zu einer Art Crossover zwischen den Watchmen und dem “regulären“ DC-Universum. In den US-Heften 21 und 22 der Reihen Batman und The Flash wird der Vierteiler The Button erzählt. All das ist sehr viel peinlicher als Before Watchmen.

„Before Watchmen 01: Minutemen“ als Softcover bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Before Watchmen 02: Rorschach“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 03: Comedian“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 04: Nite Owl“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 05: Ozymandias“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 06: Silk Spectre“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 07: Dr. Manhattan“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 08: Crimson Corsair“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die deutsche Panini-Ausgabe von „Watchmen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Die deutsche Panini-Ausgabe der „Watchmen Absolute Edition“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die deutsche Panini-Ausgabe von „Watching The Watchmen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die US-Ausgabe von „Watchmen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als Einzel-DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als Doppel-DVD im Steelbook bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als „Limitierte Rorschach Edition – exklusiv bei Amazon“- Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen – Tales Of The Black Freighter“ als deutsche DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen – Tales Of The Black Freighter“ als britische DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen – Tales Of The Black Freighter“ als britische Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Doomsday Clock # 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Doomsday Clock“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Doomsday Clock # 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Doomsday Clock # 3“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Doomsday Clock # 4“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Watchmen

Ende der Achtziger Jahre revolutionierte Frank Miller mit seiner Batman-Version Der dunkle Ritter kehrt zurück, die er auch gezeichnet hatte, die (US-) Comicwelt. Doch ein noch größeres Meisterwerk schuf der Engländer Alan Moore (From HellV wie Vendetta) mit seinem Superhelden-Epos um die Watchmen.

Watchmen

Alan Moore stellt in seiner 12-teiligen Miniserie die berechtigte Frage, wer denn die Wächter überwacht und die noch berechtigtere Frage, ob unsere Welt tatsächlich besser wäre, wenn es Superhelden gäbe. Die Antwort ist ernüchternd, denn Moores kostümierte Helden, die eigens für diese Serie erfunden wurden und etliche Jahre niemals wieder auftauchten, scheitern auf mannigfaltige Art. Die teilweise wirklich berührenden Einzelschicksale schildert Moore unglaublich filigran verzahnt und liefert immer wieder Dokumente über die Hintergründe seiner sorgfältig durchdachten Parallelwelt. Moore gelang ein Meisterwerk, das immer wieder mit Gewinn gelesen werden kann und sollte!

Watchmen
Während Frank Millers Der dunkle Ritter kehrt zurück seinerzeit im US-Heftformat als deutsches Tradepaperback sogar die Spiegel-Bestsellerliste erklomm, wurde Watchmen zeitgleich bei Carlsen in sechs viel zu großformatigen Comicalben unter dem Titel Die Wächter veröffentlicht. Diese waren auch noch mit den bonbonbunten Covern versehen, die für die französische Ausgabe entstanden sind und so gar nichts mit Dave Gibbons‘ ansonsten verlässlich präzisen Zeichnungen gemein hatten.

WatchmenDoch Schwamm drüber, danach gab es bei Carlsen zum Glück einen angemessenen gestalteten Hardcoverband, der das gesamte Epos enthielt und mittlerweile vergriffen ist. Noch eine Ecke gelungener ist die neu übersetzte Ausgabe von Panini. Hier sind in einem 20-seitigen Anhang auch noch zusätzlich diverse Cover (auch jene bonbonfarbenen) abgebildet und ferner gibt es zu jedem Kapitel einige recht aufschlussreiche Anmerkungen.

Watchmen Absolute Edition
Watchmen Absolute Edition

Pünktlich zum Start von Zack Snyders erstaunlich werkgetreuer Watchmen-Verfilmung legt Panini noch einmal kräftig nach. Neben dem atemberaubend schönen Artbook Watching The Watchmen: Entstehung einer Graphic Novel erscheint auch noch eine “Watchmen Absolute Edition“ als überformatige (33 x 22 cm) 468-seitige Hardcover-Edition im Schuber. Jede Seite des Comics wurde vom damaligen Koloristen John Higgins digital und in Abstimmung mit Dave Gibbons noch einmal neu koloriert. Außerdem sind Skizzen, Entwürfe und Auszüge aus Alan Moores Originalskript enthalten.

Before Watchmen

2013 erschien unter dem Titel Before Watchmen eine umstrittene Prequel-Serie zum Klassiker.

Die deutsche Panini-Ausgabe von „Watchmen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Die deutsche Panini-Ausgabe der „Watchmen Absolute Edition“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die deutsche Panini-Ausgabe von „Watching The Watchmen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Die US-Ausgabe von „Watchmen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als Einzel-DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als Doppel-DVD im Steelbook bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen“ als „Limitierte Rorschach Edition – exklusiv bei Amazon“- Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen – Tales Of The Black Freighter“ als deutsche DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen – Tales Of The Black Freighter“ als britische DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Watchmen – Tales Of The Black Freighter“ als britische Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 01: Minutemen“ als Softcover bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Before Watchmen 02: Rorschach“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 03: Comedian“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 04: Nite Owl“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 05: Ozymandias“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 06: Silk Spectre“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 07: Dr. Manhattan“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Before Watchmen 08: Crimson Corsair“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Luz: Katharsis

Am 7. Januar 2015 kam Renald Luzier alias Luz zu spät in die Redaktionssitzung der französischen Satire-Zeitung Charlie Hebdo. Er hatte morgens zusammen mit seiner Ehefrau Camille noch etwas seinen 43. Geburtstag gefeiert und als er in der Rue Nicola Appert ankam, sah er wie die Brüder Kouachi schwerbewaffnet aus den Redaktionsräumen stürmten. Luz zeichnete für die eine Woche später erscheinende Ausgabe von Charlie Hebdo das grüne Titelbild mit Mohammed, der ein Schild mit der Aufschrift “Je suis Charlie“ in der Hand hält.Luz: KatharsisVon dieser Ausgabe wurden über 3 Millionen Exemplare verkauft. Im Mai 2015 kündigte Luz nach über 20 Jahren bei Charlie Hebdo, da es ihm nach dem Attentat belanglos erschien weiterhin politische Karikaturen zu zeichnen. Überhaupt war ihm eines Tages “das Zeichnen abhanden gekommen. Am selben Tag wie auch eine Handvoll teurer Freunde“, schreibt Luz im Vorwort zu diesem Buch. Im Gegensatz zu Cabu, Carb oder Wolinski kehrte jedoch das Bedürfnis zu Zeichnen bei Luz zurück, “zugleich dunkler und leichter.“

Luz: KatharsisEs sind großteils sehr persönliche Geschichten und Beobachtungen, die Luz in seinem Buch Katharsis der Öffentlichkeit zugänglich macht. Mit seinen Zeichnungen versuchte er innere Dämonen zu besiegen und zugleich seiner Frau zu vermitteln, was in ihm vorgeht. Eine ganze Seite hat Luz, der zuvor fast nur schwarzweiß zeichnete, mit einer roten Fläche gefüllt, nur am unteren rechten Rand ist ein kleiner blauer Farbklecks zu sehen. Dies steht für den blauen Mantel, den Luz‘ Ehefrau Camille trug, als sie am 7. Januar 2015 ihren Mann am Tatort traf.

Luz: Katharsis

Der Sinn von mancher Bildergeschichte in Katharsis erschließt sich nur schwer, andere wiederum sind verdammt komisch oder manchmal auch sehr sinnlich. Es ist faszinierend mitzuerleben, wie ein begabter Bilderzähler versucht, sich selbst zu therapieren.

001Dieses Bestreben scheint erfolgreich zu verlaufen, denn nachdem Luz zunächst nur herumstehende starrende Männchen zu Papier brachte, gelangen ihm später bereits laufende Männchen. Auch der Versuch ein laufendes Männchen zur Welt zu bringen, ist von Erfolg gekrönt, denn Ende 2015 wurden Luz und Camille Eltern!

Wir waren Charlie

In seinem beeindruckenden Comic Wir waren Charlie erzählte Luz anschließend ohne Trauer seiner Zeit beim Satiremagazin. Dabei beeindruckt, was Luz mit seinen ständig wechselnden krakeligen Stilen alles zum Ausdruck bringt und der hohe kollektive Anspruch im Satire-Alltag bei Charlie Hebdo!

“Luz: Katharsis” bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Luz: Katharsis” bei ebay kaufen, hier anklicken

“Luz: Wir waren Charlie” bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Luz: Wir waren Charlie” bei ebay kaufen, hier anklicken

Star Wars Classic Comics

Der erste Comic zu Star Wars erschien bei uns 1978 beim Williams Verlag noch unter dem damaligen Filmtitel Krieg der Sterne. und war eine Adaption jenes Filmes, der heute den Titel Episode IV – Eine neue Hoffnung trägt. Dieser Comics entstand bei Marvel und wurde gezeichnet und veröffentlicht bevor der Film in die Kinos kam. Dem Autor Roy Thomas (75 Years of Marvel Comics) diente das Drehbuch von George Lucas als Vorlage, da der Film noch gar nicht in den Kinos lief, als er bereits an der Comic-Adaption arbeitete. Daher ließ Thomas den Zeichner Howard Chaykin Situationen in Szene setzen, die im Film gar nicht zu sehen sind (obwohl sie teilweise gedreht wurden).

Star Wars Classic Comics

So gab es im Comic (aber auch im Roman zum Film) einige zusätzliche Szenen in denen Luke Skywalker mit seinem Jugendfreund Biggs zusammentrifft, der ebenfalls als Kampfpilot dabei war als der Todesstern angegriffen wurde, dies aber nicht überlebte. Howard Chaykin war für den Comic-Fan George Lucas der Wunschkandidat für die Comic-Adaption von Star Wars. Der Zeichner fertigte 1976 für den San Diego Comic Con auch ein Plakat an, das neugierig auf den Film machen sollte (und machte!).

Star Wars Classic Comics

Als George Lucas 1997 eine überarbeitete Version von Star Wars- Episode IV in die Kinos brachte, entstand auch eine neue Comicversion des Filmes. Hier war der begnadete Al Williamson als Tuscher beteiligt, der die definitiven Comicversionen zu Episode V und Episode VI aber auch zu Dino de Laurentiis´ Flash Gordon zeichnete. Diese neue Adaption wirkt sehr viel glatter, geleckter und gleichgeschalteter als die wild und frei anmutende 70er-Version von Chaykin, der es danach noch doller treiben durfte als Star Wars bei Marvel  einfach frisch, fröhlich und ohne Oberaufsicht von George Lucas fortgesetzt wurde. Was Luke, Han und Leia hier erleben hat nichts mit den Ereignissen aus Das Imperium schlägt zurück oder Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu tun“. Es wird z. B. eine galaktische Variante zum Westernklassiker Die glorreichen Sieben erzählt, in der Han Solo an der Seite eines 1,80 m großen grünen Hasen namens Jaxxon kämpft.

Star Wars Classics, Bd. 1: Doomsworld
Band 1 von Paninis Reihe Star Wars Classics enthält die ersten 10 Star Wars-Comichefte (und somit sämtliche Arbeiten von Howard Chaykin für diese Reihe), wobei in Band 1 bis 6 die bekannte Filmstory erzählt wird. Da im Gegensatz zu den frühren Ausgaben bei Carlsen und Ehapa diesmal auch noch alle sehr schön gestalteten Cover enthalten sind, ist dieser Sammelband unverzichtbar für alle Fans der klassischen Star Wars-Filme.

Star Wars: The Original Marvel Years Omnibus

In den USA hat durch den Deal des Mutter-Konzerns Disney, der Episode VII Das Erwachen der Macht in die Kinos brachte, mittlerweile Marvel wieder die Rechte an den Star Wars Comics und veröffentlicht die klassischen Ausgaben in voluminösen Omnibus-Editionen. Es ist erstaunlich wie viele verschiedene Comic-Versionen bereits zu Star Wars erschienen sind!

Star Wars Comic-Kollektion

Im zweiten Band der Star Wars Comic-Kollektion von Panini ist eine von Chris Sotomayo neu kolorierte Version von Howard Chaykins klassischem Comic enthalten.

„Star Wars Classics # 1: Acht gegen eine Welt“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 2: Eine neue Hoffnung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 2: Das Imperium schlägt zurück“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 3: Der Schatten des dunklen Lords“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 4: Das Bauernopfer des dunklen Lords“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 5: Die Wiedergeburt des Bösen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 6: Die Wiedergeburt des Bösen II“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 7: Schreie im Nichts – Teil I“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 8: Schreie im Nichts – Teil II“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 9: Kopfgeld – Teil I“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 10: Kopfgeld – Teil II“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 11: Die Rückkehr“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 12: Eine neue Ordnung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 13: Die Entscheidung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 14: Weit, weit weg“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Classics # 15: Weit, weit entfernt“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars: The Original Marvel Years Omnibus – Volume 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars: The Original Marvel Years Omnibus – Volume 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars: The Complete Saga I-VI“ als Blu-ray-Box bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars – Trilogie: Der Anfang, Episode I-III“ auf 3 DVDs bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars – Trilogie, Episode IV-VI“ auf 3 DVDs bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 1: Im Schatten Yavins“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 2: Eine neue Hoffnung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 3: Darth Vader und das Geistergefängnis“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 4: Luke Skywalker, der Rebell“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 5: Säuberung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 6: Dark Times“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 7: Das Imperium schlägt zurück“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 8: Obi-Wan & Anakin“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 9: Darth Vader und das verlorene Kommando“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 10: Dark Times: Blutige Erde“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 11: Darth Maul – Todesurteil“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 12: Boba Fett – Feind des Imperiums“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 13: Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 14: Chewbacca“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 15: Imperium: Darklighter“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 16: Imperium: Das Herz der Rebellion“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 17: The Star Wars – Die Urfassung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 18: Darth Maul: Sohn Dathomirs“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 19: Imperium: Im Schatten des Vaters“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 20: Episode I: Die dunkle Bedrohung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 21: Die Rebellenbraut“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 22: Hochverrat“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 23: General Grievous“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 24: Blutsbande – Jango und Boba Fett“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 25: Episode II: Angriff der Klonkrieger“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 26: Darth Vader und der neunte Attentäter“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 27: Aus den den Trümmern Alderaans“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 28: Blutsbande II – Boba Fett ist tot“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 29: Im Visier des Bösen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 30: Auf der falschen Seite des Krieges“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 31: Jabba der Hutt“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 32: Episode III: Die Rache der Sith“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 33: Crimson Empire I“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 34: Jedi – Die dunkle Seite“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 35: Crimson Empire II“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 36: Legacy – Skywalkers Erbe“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 37: Legacy – Marie Jade“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 38: Boba Fett: Tod, Lügen und Verrat“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 39: Legacy – Neue Allianzen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 40: Schatten des Imperiums“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 41: Schlachtfelder“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 42: Legacy – Die Klauen des Drachen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 43: Schatten des Imperiums – Evolution“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 44: Legacy – Die Erben des Imperiums“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 45: Legacy – Unbezwingbar“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 46: Besessen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 47: Die dunkle Seite der Macht“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 48: Darth Vader und der Schrei der Schatten“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 49: Infinities: Eine neue Hoffnung“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 50: Dark Times: Parallelen“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 51: Vector I: Der Muur-Talisman “ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 52: Vector II: Plage der Vergangenheit“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 53: Die Droiden“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 54: Das letzte Kommando“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 55: Legacy: Visionen der dunklen Seite“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 56: Infinities: Das Imperium schlägt zurück“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 57: Crimson II: Das verlorene Imperium“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 58: Legacy: Tatooine“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Star Wars Comic-Kollektion: Bd. 59: Infinities: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

MAD

MAD, das „vernünftigste Magazin der Welt“, hat unsere Kulturlandschaft nicht nur veralbert und kommentiert, sondern sie sogar stärker geprägt und auch verändert als jeder andere Comic. 

MAD Don Martin

Die Anfänge: Geschichten aus der Bibel und aus der Gruft

Es wird immer wieder gerne behauptet MAD wäre vom EC-Verlag herausgebracht worden, weil es durch drastische Zensurmaßnahmen in den USA nicht mehr möglich war Horrorheftchen wie Tales from the Crypt zu veröffentlichen. Doch genaugenommen ist MAD eher eine Fortsetzung des Horrors der EC-Comics mit komischen Mitteln.

Max Gaines
Max Gaines

Um dies zu belegen muss etwas weiter ausgeholt werden. Max Gaines, der Vater des MAD-Gründers, war, übrigens ähnlich wie der Duck-Master Carl Barks, ein Mensch der es in allen möglichen Bereichen versuchte, dort immer wieder scheiterte und schließlich in der Comic-Branche landete. Wobei in den depressiven dreißiger Jahren von einer “Comic-Branche“ noch gar nicht die Rede sein konnte. Comics gab es eigentlich nur als tägliche Strips in den Tageszeitungen und als farbige Beilage am Wochenende. Max Gaines fragte sich nun, ob es nicht auch möglich wäre diese Beilagen auch ohne die störende Zeitung direkt am Kiosk zu verkaufen.

Famous Funnies
Er kam mit einer Firma namens Eastern Color Printing ins Geschäft. Dort wurden Unmengen von Comicheften als Gratiswerbegeschenke für Firmen produziert. Doch seltsamerweise hatte bisher niemand daran gedacht diese Hefte zu verkaufen. Gaines überzeugte die Firma indem er auf einige dieser Gratis-Hefte einen Preisaufdruck von 10 Cents stempelte. Da sich die Hefte prima verkauften, erhielt Gaines den Auftrag für Eastern ein Serie neuer Comic-Hefte zusammenzustellen. Hierfür erfand Gaines auch noch ganz nebenbei das noch heute gültige Format für US-Comic-Hefte. Im Mai 1934 erschien die erste Ausgabe von Famous Funnies und diese 64-seitigen Farbhefte hatten sofort Erfolg. Gaines wurde für seine Bemühungen nicht gerade belohnt, denn eines Tages fand er ohne Angaben von Gründen seine Bürotür plötzlich verschlossen vor. Doch Gaines blieb in der Comicbranche und fand sofort wieder Arbeit. Er verlegte ein Heft namens Popular Comics, das ebenfalls Zeitungsstrips veröffentlichte und damit noch mehr Erfolg als Famous Funnies hatte.

Popular Comics

Max Gaines tätigte auch Geschäfte mit DC, angeblich ist die Idee ein Superman-Comicheft  herauszubringen auch mit auf seinem Mist gewachsen. Gemeinsam mit DC entstanden arbeitete er an den All American (AA) –Comics mit Helden wie Flash, Hawkman und später auch Wonder Woman. 1944 gründete Gaines schließlich als Tochter von DC und AA seinen eigenen Verlag namens EC. Dieses Kürzel stand für Educational Comics (also “Erzieherische Comics“), denn auch in den vierziger Jahren waren die Comics vielen Erziehern ein Dorn im Auge.

Picture Stories from the Bible

Daher verlegte Gaines Comics, die Wissen vermitteln sollten. Produkte wie diese trafen zwar nicht unbedingt den Geschmack der Zielgruppe, denn die Kinder benötigten mindestens 10 Ausgaben von Picture Stories from the Bible um diese bei ihren Freunden gegen ein einziges Batman-Heft einzutauschen. Für das Image des Medium Comics waren Produkte wie Picture Stories from Science jedoch ganz gewiss nicht schlecht und dem EC -Verlag ging es recht gut. Doch eine Katastrophe sollte alles ändern: 1947 kam Max Gaines bei einem Bootsunglück ums Leben und seine Witwe bat ihren damals 25-jährigen Sohn das Geschäft zu übernehmen.

Reddition
Empfehlenswert ist zum Thema auch die REDDITION 62

Im Gegensatz zu seinem Vater hatte es William M. Gaines nicht so mit Geschichten aus der Bibel. Er war eher ein Fan von spannenden und pointierten Radio-Hörspielen. Daher setzte er auf Kriminal-Comics. Gemeinsam mit dem gleichaltrigen Zeichner Al Feldstein, der eigentlich Teenie-Comics im Stile von Archie für EC zeichnen sollte, schuf er mit der Serie Crime Suspense Stories ein erstes Highlight des Verlages. Zeichner wie Jack Davies, Graham Ingels, Bernard Krigstein und Wallace Wood setzten die Geschichten von Gaines und Feldman in beeindruckendes Artwork um.

Crime Suspense Stories

Es ging dabei meist um Kriminalfälle, die sich nicht in einer ominösen Unterwelt sondern in der Familie oder am Arbeitsplatz abspielten, also in einer dem Leser vertrauten Umgebung. Ganz wichtig war hierbei auch die überraschende Wendung am Ende der Geschichte, die in der Tradition großer amerikanischer Short Story-Autoren wie O. Henry stand und zu ECs Markenzeichen wurde.

Tales from the Crypt

1950 versuchten sich Gaines und Feldstein an zwei Horror-Stories namens Crypt of Terror und Vault of Horror, die beide von einem gewissen modrigen Cryptkeeper anmoderiert wurden. Diese Geschichten wurden zunächst in zwei Ausgaben der EC-Krimi-Comic-Reihen Crime Patrol und War Against Crime versteckt. Doch Gaines und Feldstein waren so sehr vom Erfolg ihrer Stories überzeugt, dass sie gleich mit den Heftreihen The Crypt of Terror (später umbenannt in Tales from the Crypt) und The Vault of Horror starteten, ohne abzuwarten wie solche Sammlungen von Horror-Geschichten vom Publikum aufgenommen wurden. Der Erfolg sollte ihnen recht geben und Bill Gaines änderte den Verlagsnamen in Entertaining Comics.

Two-Fisted Tales
Schon bald mussten 10 andere Comic-Hefte geopfert werden um diese gegen ein EC-Horrorcomic einzutauschen und ein Schriftsteller wie Stephen King gibt unumwunden zu, dass diese Comic-Reihen der Hauptinspirationsquelle seiner ersten Schreibversuche waren. (Später sollte er mit dem Film Creepshow den EC-Comics Respekt erweisen). Gaines gelang es weitere talentierte Zeichner um sich zu versammeln und ermutigte diese dazu in ihrem eigenen Stil zu zeichnen. So entstanden neben den Horror-Heften auch Science Fiction-Comics, für die sogar eine anerkannte Genregröße wie Ray Bradbury schrieb (nachdem er sich zuvor darüber beschwert hatte, das Gaines einige seiner Stories plagiert hatte), und sehr realistische Kriegscomics. Diese Serien namens Two-Fisted Tales und Frontline Combat boten gut recherchierte Stories und glorifizierten den Krieg kein bisschen. Diese Hefte betreute ein gewisser Harvey Kurtzman.

Frontline Combat

Als sich Kurtzman eines Tages bei Gaines darüber beschwerte, das Al Feldstein mehr Gehalt bezieht als er, wies ihn Gaines darauf hin, dass Feldstein ja schließlich auch fünf Heftserien betreute, während Feldstein “nur“ für die beiden Serien mit Kriegs-Comics verantwortlich war. Zuvor war es Kurtzman bereits gelungen humoristische Comics u. a. inmitten von Marvels Superhelden-Heften unterzubringen und ähnliches hatte er auch schon bei EC geschafft. Gaines bot daher Kurtzman eine Gehaltserhöhung von 50% an, wenn dieser in kürzester Zeit ein wirklich komisches Comicheft zusammenstellen würde. Kurtzman schlug den Titel Tales calculated to drive you Mad vor.

MAD unter Kurtzman

Ab 1952 erschien MAD in Form eines Comic-Heftes. Die ersten 23 Hefte enthielten jeweils Stories, die alle von Harvey Kurtzman getextet und von Jack Davis, Wally Wood oder Bill Elder gezeichnet wurden.

MAD

Den Auftakt machte die Geschichte Hoohah! in der sich Kurtzman ausgiebig über den ECs Flaggschiff The Crypt of Terror lustig machen konnte, denn er hat sich immer nur sehr widerwillig für ECs Horrorheftchen gearbeitet. Auch viele der Geschichten in den ersten drei MAD-Heften parodierten andere EC-Comicreihen und der Erfolg hielt sich zunächst noch in Grenzen. Dies sollte sich ab der vierten Ausgabe ändern.

MAD

Hierfür zeichnete Wally Wood in beeindruckenden Wimmelbildern unter dem Titel Superduperman! die erste direkte Parodie auf eine populäre Comicreihe, die nicht aus dem Hause EC stammt (wenn die Tarzan-Verarsche Melvin! aus Heft 2 ignoriert wird). Gaines war zunächst skeptisch, denn er beschäftigte für seine Rechtsangelegenheiten den selben Anwalt wie DC, der Verlag bei dem Superman erscheint. Daher riet der Jurist Gaines in MAD auf eindeutige Parodien populärer Figuren zu verzichten, um sich dadurch lästige Schadensersatzklagen vom Hals zu halten. Kurtzman blieb jedoch stur, denn ohne die Möglichkeit sich auch über andere Comic-Reihen lustig machen zu dürfen, sah er keine Zukunft für MAD. Er fand einen Anwalt, der empfahl ganz einfach mit dem Parodieren weiterzumachen.

0000

Zum Glück für die gesamte westliche Kulturlandschaft haben sich Gaines (und die Rechtssprechung) im Sinne von Kurtzman entschieden und MAD verulkte in den nächsten Heften Comic-Reihen wie Prinz Eisenherz, Archie, Flash Gordon oder Little Orphan Annie, aber auch die Disney-Comics blieben nicht verschont. Der Maus-Zeichner Art Spiegelman sagte, das MAD die sechziger Jahre genauso stark geprägt hat “wie Gras und LSD“. Bewusstseinserweiternd war MAD ganz gewiss, denn der respektlose Umgang mit Autoritäten, Ikonen und Klischees machte Schule und es selbsternannten Meinungsmachern oder Moralaposteln nicht mehr so leicht Punkte bei der Bevölkerung zu machen. (Wenn man allerdings einmal den leidigen Rummel hierzulande um die Rechtmäßigkeit von Asterix-Parodien betrachtet, sieht es so aus, als wenn wir im Humor-Verständnis immer noch weit hinter den Amis der fünfziger Jahre herhinken).

Seduction of the Innocent
Doch ganz so weit waren auch die USA im April 1954 noch nicht. Zeitgleich mit der zehnten Ausgabe von MAD erschien Fredric Werthams Buch Seduction of the Innocent, das anhand von zahlreichen Illustrationen aus EC-Heften nachzuweisen versucht, dass Comics für die Verführung und Verrohung junger Menschen verantwortlich sind. Der “Erfolg“ des Buches war so gross, dass prompt Comic-Verbrennungen organisiert wurden. Etwas Öl in diese Feuer goss Gaines selber noch als er ebenso treffend wie verletzend ausführte: “Dr. Wertham das harmlose Vergnügen an einer Horror Story begreiflich zu machen, ist ebenso schwierig wie einer frigiden alten Jungfrau die Freuden der Liebe zu erklären.“

Comics Code

Auch Gaines Erklärungen, dass die Cover der EC-Comics durchaus noch schrecklicher und blutiger hätten ausfallen können, überzeugte nicht so recht. Nach und nach musste Gaines alle seine erfolgreichen Horror-Comics einstellen, da diese ohne den Siegel des neu formulierten Comics Code von den meisten Händlern nicht mehr verkauft wurden.

MAD 20

MAD hingegen war der Öffentlichkeit bisher nur einmal unangenehm aufgefallen (bzw. in den Klassenzimmern gar nicht aufgefallen), als der Umschlag der Nummer 20 genau wie ein Schulheft gestaltet war. Um Kurtzman, dem ein lukrativer Job bei einem anderen Verlag angeboten wurde, zu halten schlug Gaines vor MAD künftig im Magazinformat herauszubringen. Kurtzman war begeistert und begann sofort den Markt abzuchecken. Er fand heraus, dass bei einem Magazin farbige Seiten nicht unbedingt erforderlich waren und trotzdem der Preis von 10 Cents auf 25 Cents angehoben werden konnte. Außerdem musste ein Magazin sich überhaupt nicht mit dem Comics Code herumärgern. Ein weiterer Vorteil war, dass nachdem schon so ziemlich jede populäre Comic-Reihe ihr Fett abbekommen hatte, jetzt noch zusätzlich alle möglichen Unarten des American Way of Life verulkt werden konnten. Dafür war verzichtete MAD künftig auf Handlettering und setzte stattdessen Maschinensatz ein um den Magazin-Charakter und die Bedeutung des gedruckten Wortes zu betonen. Das MAD-Magazin entfernte sich also etwas vom Medium Comic und sprach dadurch ein größeres Publikum an.

MAD 24

So erschien im Sommer 1955 als Ausgabe 24 The new MAD und die Legende will wissen, dass bereits die Arbeiter in der Druckerei Tränen lachten. Trotz des großen Erfolges brauchte der qualitätsbewusste Kurtzman deutlich länger zum Zusammenstellen des Magazins und MAD erschien meist nicht wie geplant alle zwei Monate sondern nur vierteljährlich. Dies machte die weitere Zusammenarbeit mit Gaines, dessen Verlag immer mehr den Bach runterging, nicht gerade leichter. Mit einem Angebot vom Hugh Hefner, dem Herausgeber des Playboys, in der Hinterhand forderte Kurtzman auch noch volle Kontrolle über das von ihm gegründete MAD-Magazin. Für seine Weiterarbeit forderte er, dass MAD ihm künftig zu 51% gehören solle. Gaines war entsetzt. Er entschied sich Kurtzman gehen zu lassen und seinem loyalen Freund Al Feldstein zum MAD-Herausgeber zu machen.

Harvey Kurtzman

Kurtzman brachte kurz darauf für Hugh Hefner das Satire-Magazin Trump heraus. Trotz guter Resonanz und Verkaufszahlen stellte Hefner das Blatt bereits nach zwei Ausgaben wegen der hohen Produktionskosten wieder ein. Dies hinderte Kurtzman nicht daran gemeinsam mit Will Elder die prachtvoll gestaltete Serie Little Annie Fanny für den Playboy zu gestalten. Von 1960 bis 1965 produzierte Kurtzman gemeinsam mit dem späteren Monty Python-Mitglied Terry Gilliam das Magazin Help!. Hier wurden die ersten Werke der späteren Underground-Stars Robert Crumb (Fritz the Cat) und Gilbert Sheldon (Freak Brothers) veröffentlicht. Bis zu seinem Tode im Jahre 1993 lehrte Kurtzman als Dozent für graphische Kunst an der New York School of Visual Arts.

Die übrige Gang von Idioten

Viele der Künstler des alten Teams hatten das Magazin gemeinsam mit Kurtzman verlassen und Hugh Hefner promotete sein neues Satire-Blatt im Time Magazin sogar damit, dass er behauptete, für ihn arbeitete jetzt die gesamte Belegschaft von MAD, einem kurzlebigen “satirical Pulp“. Al Feldstein, dem der Humor von Harvey Kurtzman teilweise ein wenig zu elitär und abgehoben war, musste nun komplett neu beginnen.

Alfred E. Neuman Postkarte
Alfred E. Neuman Postkarte

Den Übergang von Kurtzman zu Feldstein markierte auch ein gewisser Alfred E. Neuman. Kurtzman hatte eine Postkarte mit dem zahnlückigen Segelohrträger entdeckt, deren Bildunterschrift Me Worry? lautete. Spätere Streitigkeiten um die Rechte an der Figur ergaben, dass dieser sorglose Bengel bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts überall auftauchte, ohne dass sein Ursprung genau dingfest zu machen war. Kurtzman platzierte jedenfalls eine Reproduktion der What – Me Worry?-Postkarte  auf der Umschlagrückseite von MAD # 27. Die Leserschaft und auch Al Feldstein waren von dem putzigen Kerlchen recht angetan. Daher wurde Norman Mingo von Feldstein damit beauftragt aus dem Postkartenmotiv eine Identifikationsfigur für das Magazin zu machen. Seitdem Feldstein das MAD-Magazin übernommen hatte war Alfred E. Neuman auf den meisten Titelbildern zu sehen.

00001

Bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1984 gelang es Feldstein zahllose neue Talente anzuwerben, die alle eine eigene umfangreiche Würdigung verdient hätten: Etwa Don Martin, der ab Heft 29 Wesen mit ganz krummen Füssen durch das Magazin schlurfen ließ, Mort Drucker, der ab Heft 32 seine gefürchtete Film- und TV-Parodien platzierte, Dave Berg (ab Heft 34) mit seinen immer treffenden Alltagsbetrachtungen, Sergio Aragones (ab Heft 76) der schnellste Cartoonist der Welt und Al Jaffee (ab Heft 91) das Bastelgenie mit den dummen Fragen, das mit seinen Fold-Ins dem Playboy und dessen Fold-Outs erhebliche Konkurrenz machte. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll der Kubaner Antonio Prohias, der schon zu Zeiten des kalten Krieges seinen weißen und schwarzen Spion aufeinanderhetzte. Heute wird Spy vs. Spy von Peter Kuper gezeichnet.

0000
1962 verkaufte Bill Gaines MAD an Premier Industries, die es später an DC weiterveräußerten. Doch Gaines behielt volle Kontrolle über das Heft. Das Magazin florierte und Gaines konnte sich weiterhin locker erlauben auf Werbung zu verzichten und sein komplettes Team immer wieder zu ausgiebigen Reisen in alle Teile der Welt einzuladen. Nach Gaines Tod im Jahre 1992 übernahm im Aufrage von DC Joe Orlando den Job des Consultant Editor. Nach und nach gewann er das Vertrauen des MAD-Teams und die Gang von Idioten fällt immer weiterhin aktuell und treffend über den American Way of Life her.

MAD Batman
Auf eine etwas bedenkliche Tendenz muss jedoch noch hingewiesen werden: Zwar kommt MAD immer noch ohne Werbung aus, doch auch Satire kann eine Art von Werbung sein, denn schlimmer als jede schlechte Filmkritik ist es, wenn ein neuer Film nicht in MAD parodiert wird. Seitdem das eigentlich unabhängige Satiremagazin zum Warner-Medienkonzern gehört, der den DC-Verlag kaufte, gibt es einige Liebesdienereien in Richtung des Mutterkonzerns: So erschien die amerikanische MAD-Ausgabe mit der Parodie zu Batman & Robin gleich mit vier (!) Variantcovern zum Film, was sicher mehr mit Promotion als mit Satire zu tun hat und es kam auch ein Sammelband heraus, der nur Verarschungen von Filmen aus dem Hause Warner enthielt. Es bleibt abzuwarten, ob die MAD-Macher in Zukunft die Hand die sie füttert überhaupt noch beißen dürfen?

MAD in Deutschland

Ab 1967 brachte der Williams Verlag MAD auch in Deutschland heraus.

0000

Die Erscheinungsform war sehr stark an die amerikanische Ausgabe angelehnt. Chefredakteur war ab Ausgabe 32 Herbert Feuerstein, der 1971 einen Anruf erhielt, der sein Leben “komplett verändern“ sollte. Der Aachener Bildschriftenverlag suchte einen Übersetzter für das Feuerstein bestens bekannte Satire-Magazin MAD. Feuerstein war sofort begeistert und übernahm, zunächst noch gemeinsam mit Lutz Reinecke, der später den Verlag Zweitausendeins gründen sollte, ab Ausgabe 32 die Übersetzung und komplette Konzeption der deutschen Ausgabe von MAD.

MAD

Auch als mit Klaus Recht ein neuer Geschäftsführer das MAD-Ruder übernahm, konnte sich Feuerstein behaupten und handelte für sich sogar eine Gewinnbeteiligung heraus. Diese kam sehr gut zum Tragen, als in den 80er Jahren die Auflage auf 300.000 Exemplare gesteigert werden konnte. Feuerstein bemühte sich zunehmend darum auch eigene Beiträge zu produzieren. Dazu arbeitete er mit Zeichnern wie I. Astalos oder Dieter Stein zusammen.

 

0000

In diesem Zusammenhang möchte ich etwas persönlicher werden: In meiner Schulzeit war MAD eine Weile (so zwischen dem zwölften und fünfzehnten Lebensjahr) ganz schön wichtig. Wer das neuste Heft hatte, war einen ganzen Tag lang der Größte. Alle hechelten die Artikel durch, erfreuten sich an Namen wie Kaputnik, Feinbein oder Jeremias Kartoffelkäfer und amüsierten sich über Parodien von Filmen die damals noch kein Mensch kannte. (Ein Freund namens Alfred (E.) Neuwald litt allerdings etwas unter der allgemeinen MAD-Begeisterung).

MAD

Mitte der siebziger Jahre hörte ich zufällig, dass der Freund eines Freundes schon mehrmals für MAD getextet hatte und von Herbert Feuerstein zum Dank auch noch zum Essen ausgeführt wurde. Als Film- und MAD-Fan stellte ich prompt einige Einfälle zum Thema “Schade, dass es sowas nur im Kino gibt“ zusammen. Ich erhielt eine freundliche Antwort von Herbert Feuerstein, der darum bat die Texte für einen dreiseitigen Beitrag, der dann von I. Astalos illustriert werden sollte, noch etwas zu ergänzen.

img912

Nachdem ich dann u. a. noch textete: “In deutschen Sexfilmen sind Schulmädchen immer wohlgeformt wild und willig, aber in Wirklichkeit sind Schulmädchen meist wohlgenährt, wabblig, und würg.“, folgte recht schnell ein Brief mit einem Scheck über 150,- DM (damals ein Menge Geld, jaja) und damit war auch der “Leitspruch des Monats“ für MAD´s monatlichen Almanach (“Wo eine Villa ist auch ein Weg“) abgegolten.

MAD 125

Mein Betrag, der dann in Ausgabe 125 erschien, spornte mich gewaltig an. Ich fühlte mich dadurch auch noch zum Zeichner berufen und lieferte Arbeitsproben für eine Filmparodie auf den James-Bond-Film Moonraker mit der ich Mort Drucker Konkurrenz machen wollte. Außerdem hatte ich noch tolle Ideen für einen Beitrag über Kaffeekannen der Zukunft. Diesmal fiel die Reaktion Feuersteins schon etwas verhaltener aus und (leider?) ich wandte mich anderen Dingen zu.

I. Astalos

Nachdem ich I. Astalos persönlich kennenlernte, war dieser so freundlich einen Teil meines MAD-Beitrags noch einmal neu zu zeichnen, da die Originalzeichnungen nicht mehr auffindbar waren. Ich freute mich sehr, als der riesige Umschlag in meinem Briefkasten war…

0000

Doch auch ohne meine Mitarbeit hielt das deutsche MAD noch eine ganze Weile durch, wobei Herbert Feuerstein bereits 1991 von Bord ging und im Fernsehen eine lukrative Anstellung als Harald Schmidts nerviger Punchingball fand.  Zeitweilig verkaufte sich das deutsche MAD mit bis zu 300.000 Exemplaren sogar besser als zum selben Zeitpunkt das Mutterblatt  in den USA. Doch die Beiträge waren nicht mehr allzu zeitgemäß. Das ganze Heft wirkte zuletzt nur noch lustlos zusammengestellt und schien sich auf alten Erfolgen auszuruhen. Als sich nur noch knapp 30.000 Hefte absetzten ließen, stellte das deutsche MAD 1995 mit Ausgabe 300 (vorerst) sein Erscheinen ein.

0000

Drei Jahre nachdem MAD in Deutschland eingestellt wurde, fragte Warner an, ob der Dino Verlag Interesse daran hätte einen Neustart mit MAD zu wagen. Ab Oktober 1998 erscheint MAD wieder monatlich und genau wie in den USA hat es auch hierzulande mit seiner sinkenden Auflage zu kämpfen.

MAD 185

Leider wurde das zuletzt nur noch vierteljährlich erscheinende deutsche MAD wurde im Dezember 2018 mit der Ausgabe 185 eingestellt.

MAD

Doch es ist erfreulich, dass Panini weiterhin die dicke MADs Meisterwerke Bücher zu Themen wie FilmeSuperhelden, Star Wars oder Spion & Spion herausbringt.

0001

Zuvor wurde auf dem Comicfestival München 2017 50 JAHRE DEUTSCHES MAD unter anderen mit einer Ausstellung im Valentin Karlstadt Musäum gefeiert. Zu Gast waren MAD-Zeichner wie Peter Kuper (Spion & Spion), I Astalos oder Tom Bunk.  In diesem Zusammenhang wurde auch Herbert Feuerstein, der ehemalige Chefredakteur des Satiremagazin MAD mit dem PENG!-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

Neustart in den USA

Im Juni 2018 kam es zu einem Neustart von MAD. Die Redaktion sitzt fortan nicht mehr in New York, sondern im kalifornischen Burbank unweit von Hollywood. Neuer Chefredakteur ist Bill Morrison, der zuvor Chef-Zeichner der Simpson Comics war und gemeinsam mit Matt Groening Bongo-Comics gegründet hatte.

MAD 1

Das erste von Morrison verantwortete Heft trägt die Nummer 1 und hat ein neues MAD-Logo, das stark angelehnt ist an jenen Schriftzug, den die ersten 23 von Harvey Kurtzman im Alleingang geschriebenen Ausgaben trugen. Dieses waren noch reine Comic-Hefte, die sich über bekannte Genres und Figuren lustig machten. Auch das neue MAD ist wieder comic-lastiger als das alten Magazin (dafür aber auch etwas unpolitischer).

POTRZEBIE

Es gibt eine Comic-Beilage namens POTRZEBIE (Kurtzman hat dieses polnisch-stämmige Wort gerne als Running-Gag verwendet), in der sich u. a. über Sidekicks von DC-Superhelden lustig gemacht wird. Recht witzig ist auch eine Parodie auf die Traditions-Serie Archie, die Tom Richmond zunächst klassisch und dann in seinem “realistischen“ Filmparodie-Stil fortgeführt hat. Auch MAD-Urgesteine wie Sergio Aragonés, Peter Kupper und (ab Nummer 2) auch Tom Bunk. Insgesamt macht der Neustart keinen schlechten Eindruck und könnte MAD vielleicht neue Leser erschließen. Dies war leider nicht der Fall, denn mittlerweile ist das Panini-MAD eingestellt und die US-Ausgabe soll künftig nur noch im Abonnement erhältlich sein.

MAD Special Tarantino Time Warp Issue

Ein letztes Aufbäumen könnte die Ausgabe vom Oktober 2019 sein, die eine “Special Tarantino Time Warp Issue“ ist.

MAD Special Tarantino Time Warp Issue

Im teilweise nostalgisch in Schwarzweiß gedruckten Heft, das auch kurz in Quentin Tarantinos Once Upon A Time in Hollywood zu sehen ist, wird nicht etwa dieser Film parodiert, sondern unter dem Titel Lousy Law die fiktive Western-Serie Bounty Law in der Rick Dalton alias Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielt.

MAD bei ebay kaufen, hier anklicken

“MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“MADs Meisterwerke: Superhelden″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„MADs Meisterwerke: Spion & Spion“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„MADs Meisterwerke: Star Wars“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Den Prachtband „The Completely Mad Don Martin“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“MADs große Meister: Don Martin, Bd. 1″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“MADs große Meister: Don Martin, Bd. 2″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“MADs große Meister: Don Martin, Bd. 3″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“MADs große Meister: Sergio Aragonés” bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„MAD Meisterwerke: Spion & Spion“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken


 

 

Don Martin

Don Martins seltsame Männchen mit den gekrümmten Füßen brachten ihm den Titel MAD’s Maddest Cartoonist ein. Genau wie heute allenfalls noch Sergio Arragonés hatte Don Martin, der seit 1956 ab Ausgabe 29 beständig für das Satiremagazin MAD arbeitete, eine ganz eigene Sicht der Dinge. Es war immer wieder prickelnd seine Versionen bekannten Mythen wie Batman, Superman oder King Kong zu sehen. Meist kam er dabei mit wenig oder gar keinem Text aus, denn seine eigenwilligen Zeichnungen sprachen Bände.

Don Martin

Als Don Martin am 6. Januar 2000 im Alter von 68 Jahren verstarb, schrieb Herbert Feuerstein, der von 1971 bis 1991 Chefredakteur des deutschen MAD war und Don Martin einige Male persönlich getroffen hatte, einem rührenden Nachruf in der Süddeutschen Zeitung. Er beschreibt diesen als “schweigsam, freundlich, geduldig, immer am Rand des Geschehens oder versteckt im Hintergrund“.

Don Martin
Im Gegensatz zu den meisten MAD-Mitarbeitern arbeitete Martin nicht im turbulenten New York, sondern erledigte seine Jobs lieber vom fernen Florida aus. Dabei stammt er eigentlich aus New Jersey, dem US-Bundesstaat der direkt an New York grenzt und sich auf der anderen Seite des Hudsons befindet. 1987 gab es Streit mit dem MAD-Herausgeber William Gaines. Es ging darum, dass Martin weder seine Originalzeichnungen behalten durfte, noch an den Einnahmen für Zweitverwertungen beteiligt wurde. Martin wechselte daraufhin zum Konkurrenzmagazin Cracked (bei uns kurzzeitig als Kaputt erschienen) und vermarktete dort erfolgreich seine von MAD abgelehnten Cartoons.

Don Martin
Es war die erfreulichste Neuigkeiten, die 2007 auf dem Comic Con in San Diego zu erfahren war. Ein Sammelband mit sämtlichen Arbeiten, die Don Martin für MAD schuf, erscheint in einer zweibändigen tausendseitigen 25 x 33 cm großen Prachtausgabe. Ich konnte den großformatigen Prospekt hierzu kaum aus der Hand legen. Die Freude war noch größer als ich die (ge)wichtigen Bände endlich in der Hand hielt. Schön chronologisch geordnet sind alle Strips und Cartoons (aber auch abgefahrene Gemälde wie die verkrampft lächelnde Mona Lisa) enthalten, die der unverwechselbare Zeichner von 1957 bis 1987 für MAD anfertigte, bevor er zu Cracked wechselte. Einziger Makel: Es fehlen die Arbeiten für die MAD-Taschenbücher.

Don MartinHier ist zu sehen, wie schnell Don Martin seinen Stil fand. Schon nach einigen wenigen noch etwas schwächeren und recht textlastigen (weil von fremden Autoren stammenden) Beiträgen, geht es los mit völlig wahnwitzigen Geschichten, die ihren eigenwilligen Humor ohne viel Worte treffsicher an den Leser bringen. Garniert wird der Band mit Vorworten von Gary Larson und dem damaligen MAD-Herausgeber Al Feldstein, zahlreichen Fotos, Entwurfsskizzen von Martin und seinem Mitarbeiter Duck Edwing (der auch sein Nachfolger wurde), sowie Würdigungen von MAD-Kollegen wie Jack Davis, Al Jaffee, Sergio Aragones und Comiczeichnern wie Jim Davis (Garfield).

Don Martin
Nachdem bei Panini bereits der sehr schön zusammengestellte Band MADs große Meister: Sergio Aragonés erschien, folgt eine deutsche Ausgabe von The Completely MAD Don Martin allerdings in drei Bänden und mit einem Vorwort von Hella von Sinnen.

„The Completely Mad Don Martin“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Don Martin“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„MADs große Meister: Don Martin, Bd. 1“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„MADs große Meister: Don Martin, Bd. 2“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„MADs große Meister: Don Martin, Bd. 3“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„MADs große Meister: Sergio Aragonés“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken