Archiv der Kategorie: COMIC

Die neusten Comicalben auf dem Markt!

Injustice – Das zweite Jahr

Hier also ist die epische Fortsetzung des großen Erfolges von „Injustice: Götter unter uns„, welche nahtlos an die Ereignisse des ersten Jahres anknüpft. Die Wächter des Universums können dem Handeln von Superman auf Erden nicht länger zusehen.

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So entstehen noch mehr Fronten: Superman mit seinen Verbündeten der Justice League und auch den beiden Green Lantern Hal Jordan und John Stewart gegen Batman mit seinen Streitern und dem Gotham City Police Department. Dann sind da noch die Wächter mit dem Green Lantern Corps, die Superman Einhalt gebieten wollen – dazwischen versuchen Sinestro und auch Lex Luthor ihre ganz eigenen Pläne zu verwirklichen und spielen die verschiedenen Parteien gegeneinander aus.

Die rechtsstaatliche Ordnung der Menschen ist so gut wie außer Kraft gesetzt – was können auch schon Politiker, Kongressabgeordnete und einfache Polizisten gegen Wesen mit Superkräften ausrichten. Aber zum Glück (oder zu allem Übel?) war es ja Batman gelungen, die Formel der Superpillen zu synthetisieren, die aus einfachen Menschen ebenfalls Wesen mit Superkräften macht.

So ganz losgelöst von der „normalen“ DC Continuity versteht es der Autor eine spannende und intelligente Story zu präsentieren, voller Intrigen, Machkämpfen und nur allzu menschlichen Schwächen. Leider sind auch diesmal wieder Tote zu beklagen.

Wieder schafft es Taylor ein wahres Inferno von Ideen abzufackeln. Aufgrund des großen Erfolges des Spieles und der ersten 12-teiligen Miniserie wurde noch der zweite Storybogen „Year Two“ und sogar noch ein „Year Three“ nachgeschoben. Das Spiel „Injustice: Gods Among Us“ war im Erscheinungsmonat April 2013 das meistverkaufte Spiel in den USA und bis heute wurden ca. 430.000 Stück davon verkauft.

Norbert Elbers

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Texas Cowboys 2

Das ehemalige Greenhorn Harvey Drinkwater verschlägt es im zweiten Band von „Texas Cowboys“ wieder nach Fort Worth, Texas. Erneut will der Reporter aus Boston den großstädtischen Lesern wilde Geschichten aus dem Westen liefern und wird einmal mehr fündig. Gemeinsam mit seinem rauhbeinigen Kumpel Ivy Forest erlebt er Geschichten, die Stoff genug für zehn Western-Filme gewesen wären. Unter anderem ist in immer abstruser werdenden Varianten zu erfahren, wie der Kriegs-Veteran Thomas Woodham angeblich seinen Arm verloren hat.

Texas Cowboys

Lewis Trondheim (“A.L.I.E.E.N.“, “Donjon“), der Mann mit dem unglaublichen Output von schnell hingekritzelten Comics, und der eher akribisch im Bereich des realistischen Abenteuer-Comics arbeitende Matthieu Bonhomme (“Der Marquis von Anaon“) scheinen nicht so recht zusammen zu passen. Doch vor “Texas Cowboys“ arbeitete das Duo bereits bei der ebenfalls bei Salleck im “Graphic Novel Format“ erschienenen Comicgeschichte “Omni-Visibilis“ zusammen.

Texas Cowboys 2

„Texas Cowboys 2“ erzählt wieder nicht nur eine durchgehende Story, sondern die einzelnen Kapitel – ja oft sogar die einzelnen Seiten – sind abgefahrene Kurzgeschichten am Rande des Surrealen. Zu Papier gebracht hat Bonhomme diese in einem unglaublich lässigen Zeichenstil, der fast ein wenig so wirkt als wenn Moebius und nicht Jean Giraud den “Leutnant Blueberry“ gezeichnet hätte. Dies brachte ihm den Auftrag den Hommage-Band “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ zu zeichnen und zu schreiben.

Der Mann, der Lucky Luke erschoss
Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Abgerundet wird dieser schöne Comic noch durch die als Titelbilder des fiktiven Magazins „Texas Cowboys – The Best Wild West Stories Published“ gestalteten Einleitungen zu den einzelnen Kapitel, sowie durch einem Anhang, der erzählt wie das weitere Leben der einzelnen Figuren verlief. So will die Legende wissen, dass Thomas Woodham ein einziges Mal doch tatsächlich die Wahrheit darüber erzählte, wie er seinen Arm verloren hat.

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Justice League of America: Crisis 4

Das sehr beliebte Konzept mit neuen Parallel-Welten wird hier weitergeführt. Wir erleben die aberwitzige Idee, wie die Kreativen von DC selbst (alles Bewohner der Erde Prime!) in den Geschichten auftauchen und die Handlungen beeinflussen!

Justice League of America

In Justice League of America (vol.1) #123-124 werden die Autoren Cary Bates und Elliot S! Maggin vom Redakteur Julius Schwartz gedrängt, endlich eine Geschichte abzuliefern und plötzlich werden sie Akteure auf Erde1 bzw. Erde-2. Als Superbösewicht droht Bates alle Helden von Erde-2 auszulöschen (was ihm als Autor ja ein Leichtes wäre!)

Aber zum Glück sind da auch noch andere Helden mit scheinbar noch größeren Kräften.Die beiden Hefte erscheinen als deutsche Erstveröffentlichung. Sehr wahrscheinlich war den Verantwortlichen bei Ehapa die Geschichte zu schräg – und hätte die jugendlichen Leser mehr verwirrt als unterhalten

Im nächsten Dreiteiler erleben wir die Einführung der Erde-S in die DC-Continuity. Mit Hilfe von rotem Kryptonit bringt King Kull (von Erde-S) Superman dazu gegen Captain Marvel/Shazam zu kämpfen.

Die letzte Story erzählt von einer gigantischen Krise im 30.ten Jahrhundert! Dies ist das erste JLA/JSA/Legion of Super-Heroes-Crossover in der Geschichte des DC-Universums. Übrigens: Die 5-teilige Story „The Lightning Saga“ von 2007 erschien 30 Jahre nach diesem historischen Zusammentreffen dieser drei Teams. Man merkt dem Autor (von „The Lightning Saga“) Geoff Johns an, dass er diese Geschichte gut kennt und mag.

In jeder dieser Geschichten gibt es Momente, deren Auswirkungen bis heute im DC Universum anhalten. So kann man ohne Übertreibung sagen, dass das Herausbringen von alten Geschichten ein wahrer Fundus für Alt- und Neuleser ist.

Wer noch einmal den Geist vergangener Tage atmen möchte, wer sein Wissen über die Zusammenhänge alter Handlungsstränge erweitern möchte, dem sei dieses Serie wärmstens empfohlen.

Zum Glück erscheinen in dieser Serie noch zwei Bände.

Norbert Elbers

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Émile Bravo: Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen

Kurz zuvor überraschte Émile Bravo mit einem ungewöhnlichen Spirou-Album – hier erzählt er aus der Jugend des traditionellen frankobelgischen Comichelden, den er vor dem Hintergrund des aufziehenden Zweiten Weltkrieges als nichtsahnenden Toren porträtierte – und der nächste Geniestreich folgte zugleich.

Émile Bravo: Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen

Auch in “Meine Mutter…“ wird wieder aus der Jugendzeit erzählt, die auch hier nicht nur eine tolle Zeit war, sondern durchaus ihre düsteren Seiten hatte. Diesmal stammt die Story nicht von Bravo sondern von Jean Regnard mit dem der Zeichner bereits bei weiteren Comics zusammenarbeitete. Hauptfigur ist der kleine Jean, der gerade eingeschult wird. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Paul wird er hauptsächlich vom Kindermädchen Yvette großgezogen. Der Vater ist ein vielbeschäftigter Unternehmer und wo eigentlich seine Mutter ist, das traut sich Jean nicht zu fragen. Stattdessen erfindet er Geschichten wie die Sache mit Buffalo Bill…

Émile Bravo: Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen

Jean ist nicht nur die Hauptfigur sondern zugleich auch der Erzähler. Die Geschichte setzt weniger auf Dialoge in Sprechblasen, sondern sehr stark auf die niedergeschriebenen Beobachtungen des kleinen Jungens. Dessen wacher Geist kapiert manche Dinge erstaunlich schnell, wenn es aber um den Weihnachtsmann oder eben um seine Mutter geht, dann ist er doch noch ein sehr kleines Kind. Durch die einfühlsame Beschreibung einer nicht nur (aber auch!) lustigen Jugend und Bravos schlichten aber sehr effizienten Zeichenstil erinnert “Meine Mutter…“ an die “Peanuts“, ist in erster Linie jedoch etwas ganz Eigenes.

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Die Weltenbummler – Band 2: Karneval

Schon nach kurzer Zeit folgte die lang und heiß ersehnte Fortsetzung. Heiner Lünstedt (Text) und Alfred Neuwald (Zeichnung), das deutsche Comics-Duo mit vielversprechender Zukunft, schickt „Die Weltenbummler“ wieder ins Rennen – und überrascht mit einem genialen Trick! Die Hauptdarsteller sind nicht nur Monate, sondern gleich ein paar Jährchen gereift, was sich vor allem natürlich bei dem ehemaligen Gör Vic sehr vorteilhaft und ansehnlich bemerkbar macht.

Die Weltenbummler - Band 2: Karneval

Auch im zweiten Abenteuer der Weltenbummler liefern Lünstedt und Neuwald wieder die probate Mischung aus spannender Unterhaltung und informativem Einstieg in die Geschichte. Diesmal bietet die Lagunenstadt Venedig, die Serenissima, die Krone der Adria, viel Flair, Ambiente und Historie. Ja, so bekommen die Leser richtig Appetit auf Geschichtsunterricht. Comic und Infotainment at it’s best! Wer diesen Karneval in Venedig liest, der hat Lust, sofort selbst auf den Spuren der Weltenbummler in der Lagunenstadt Venedig, der Serenissima, der Krone der Adria, einherzu- und zu lustwandeln. So wie „Die Weltenbummler“ könnten und sollten übrigens Comics aussehen, die als sogenannte „Städte-Comics“ für PR-Zwecke eingesetzt werden.

Die Weltenbummler - Band 2: Karneval

Die Charaktere aus dem ersten Band spielen sich nun auch im „Karneval“ noch besser und routinierter die Bälle zu. Zum Brüllen komisch sind diesmal die Fiasko-Brothers, wenn sie eine Busladung Senioren auf Bildungsurlaub zu Quartalsäufern umschulen. Allerdings empfiehlt sich hier ein mahnender Hinweis: Ein Comic mit einem (Bildungs-) Anspruch wie „Die Weltenbummler“, der sich so sehr für den Einsatz im Schulunterricht eignet, sollte künftig die Wirkung alkoholischer Getränke nicht zu sehr verharmlosen, auch wenn es für die Story und für die Zeichnung der Charaktere ‚leicht was hergibt‘. Wie schon im ersten Band „Leinen los!“, ist auch diesmal Hauptfigur Hakan ganz deutlich das coole Alter Ego von Autor Heiner Lünstedt. Wir hoffen natürlich, dass er in den nächsten Abenteuern der Weltenbummler eine gewisse Distanziertheit gegenüber Girls wie Vic oder Lucia ablegt.

Die Weltenbummler - Band 2: Karneval

Ja, Lünstedt und Neuwald haben mit ihren Figuren ein nunmehr eingespieltes Ensemble geschaffen, das hoffentlich noch viele Abenteuer bestehen wird. Wir freuen uns darauf, dass jede Story – wie auch diesmal – wie einem tollen Bang endet.

Reinhold Reitberger

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Die Weltenbummler Band 1: Leinen Los

So könnten und sollten Comics aussehen, die von Schülern begeistert und dazu noch mit dem Segen der Pädagogen verschlungen werden! Ja, „Die Weltenbummler“ liefern beste und spannende Unterhaltung und dazu fließt noch wie nebenbei und ganz unverkrampft genau die richtige Dosis Geschichtsinfos in die Story ein, so dass der Leser so richtig Appetit auf ‚mehr‘ bekommt – mehr „Weltenbummler“ und mehr Geschichtsmaterial.

Die Weltenbummler Band 1: Leinen Los

Im ersten Band der „Weltenbummler“ zeigt Autor Heiner Lünstedt, wie so ein vorbildlicher Comic für die jüngere Leserschaft heute aussehen muss. Er nimmt ganz einfach und locker Material in dem er sich auskennt – hier die Lokalität seiner Heimat Hamburg und dazu die Geschichte vom Piraten Klaus Störtebeker, der ja im Norden der Republik wohl so eine Art Nationalheiligen abgibt. Dazu mixt der in seiner Jugend bereits ausgezeichnete (im Sinne von mit Preisen bedachte) Autor geschickt die jüngere Vergangenheit – hier die Nachfolgelasten des Bombardements der englischen Flieger auf Helgoland nach dem II. Weltkrieg und serviert uns so ganz easy einen spannenden Storybogen: Die jugendlichen Helden suchen Störtebekers Schatz.

Die Weltenbummler Band 1: Leinen Los

Zwei Freunde, ein naseweises Gör, ein alter Kapitän, Schurken und ein paar Trottel (‚Die drei Fiaskos‘) für Comic Relief zum Ablachen, das alles ist klug gemixt und liest sich wie Butter auf einer Butterfahrt nach Helgoland (haha, der musste an der Stelle sein). Wenn man den Fotos trauen darf, die vorne im Album die Infos zu den Schöpfern ergänzen, ist Hakan, der sympathisch coole Held der Geschichte, nicht nur optisch das Alter Ego von Autor Heiner Lünstedt.

Die Weltenbummler Band 1: Leinen Los

Soviel darf noch verraten werden: Die Story endet mit einem schönen großen Knall. Ja, das macht Lust auf mehr – auf mehr Story, mehr Geschichtsinfo, mehr Abenteuer mit den Weltenbummlern.

Reinhold Reitberger

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Bryan Talbot: Grandville

Bryan Talbots Comic „Grandville“ funktioniert auf erstaunlich vielen Ebenen erstaunlich gut. Am wichtigsten dürfte sein, dass hier spannende Kriminalfälle mit ebenso viel Action wie Humor erzählt werden und dass die Hauptfiguren dem Leser von Album zu Album immer mehr ans Herz wachsen.

Bryan Talbot: Grandville

Die Serie spielt in einer von bekleideten Tieren beherrschten Welt in der Menschen „Teiggesichter“ genannt werden und Bürger zweiter Klasse sind. Dennoch hat dieses Universum auch Bezugspunkte zu unserer Realität, denn der Löwe Napoleon hat hier vor 200 Jahren die Schlacht bei Waterloo gewonnen und Frankreich ist seitdem die alles dominierende Macht in Europa.

Bryan Talbot: Grandville

Die Hauptstadt Paris heißt bei Bryan Talbot Grandville, benannt nach dem Zeichner Jean Ignace Isidore Gérard, der unter dem Pseudonym J. J. Grandville veröffentlichte. Hauptfigur der Comic-Geschichten ist der englische Polizist Archibald „Archie“ LeBrock, ein Dachs mit einer bewegten Vergangenheit. Sein Assistent ist die Ratte Ratzi und das Duo muss immer wieder nach Grandville über die Kanalbrücke von Großbritannien reisen um Mordfälle zu klären, die in Verbindung mit Verschwörungen in höchsten Kreisen stehen.

Bryan Talbot: Grandville

Mit der Serie „Grandville“ zollt der Brite Talbot auch der sehr vitalen frankobelgischen Comic-Szene Tribut. Gleich im ersten Album kommt es zu einer Begegnung mit einem Hund namens Snowy Milou. Diese tragische in einer Opiumhöhle vor sich hindämmernde Figur ist zweifelsohne eine Hommage an Tims treuen Begleiter Struppi, der im Original Milou und im Englischen Snowy heißt. Zudem gibt es auch noch Anspielungen auf Sherlock Holmes, James Bond, Künstler wie Auguste Rodin oder Gustave Dore und vor allem auf die Figuren aus Kenneth Grahams Klassiker „Der Wind in den Weiden„.

Bryan Talbot: Grandville

Gleich im ersten „Grandville„-Abenteuer wird LeBrock mit einer tragische Liebesgeschichte und einen perfiden Plan zum Herbeiführen eines Krieges zwischen Frankreich und England konfrontiert. Anspielungen auf 9/11 sind hier unübersehbar, aber auch der Page Spirou taucht auf. In Band 2 „Mon Amour“ kann der psychopathische Mörder Bad Dog Mastock kurz vor seiner Hinrichtung aus einem britischen Knast fliehen, natürlich nach Grandville. Auf der Jagd trifft LeBrock auf zwei Prügelknaben, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit „Gaston“ von André Franquin und „Lucien“ von Frank Margerin haben. In Band 3 „De Luxe“ begeben sich LeBrock und Ratzi in den Louvre um den mörderischen Plan einer aufgeblasenen Kröte zu vereiteln. Gastauftritte gibt es hier u. a. von Mortimer aus „Blake & Mortimer„, den Bären Paddington, Little Lulu und den Schlümpfen.

Bryan Talbot: Grandville

Bryan Talbot ist wohl der vielseitigste Künstler der britischen Comic-Szene. Er wird völlig zu Recht als der „David Bowie der Comics“ bezeichnet, da er sich bei jedem Album neu erfindet. Er hat mit Neil Gaiman an „The Sandman“ gearbeitet, mit dem Zweiteiler „Mask“ (erschienen in Legends of the Dark Knight # 39 und # 40) einen verstörenden Batman-Comic abgeliefert und in dem auch bei uns veröffentlichten Album „Die Geschichte einer bösen Ratte“ eine sehr vielschichtige Biografie der Illustratorin Beatrix Potter in Szene gesetzt. Es ist eine Schande, dass aktuelle Comic-Meisterwerke wie Comics wie „Dotter of Her Father’s Eyes„, bei dem Talbot mit seiner Gattin Mary zusammenarbeitete, keinen deutschen Verleger finden.

Bryan Talbot: Grandville

Dies hat sich etwas geändert, nachdem Mary und Bryan Talbot 2015 zum Comicfestival München kamen und Egmont anschließendVotes for Women – Der Marsch der Suffragetten“  herausbrachte.

Bryan Talbot: Grandville

Es bleibt zu hoffen, dass bei uns auch das Mitte 2016 erscheinende neueste Werk der Talbots herausakommt. In “The Red Virgin and the Vision of Utopia“ erzählen sie aus dem spannenden Leben der französischen Anarchistin, Feministin und Revolutionärin Louise Michel.

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Willy Brandt: Sein Leben als Comic

Wer war Willy Brandt? Und was bedeutet er uns heute noch? Das fragen sich zum 100. Geburtstag nicht nur nostalgische Sozialdemokraten und historisch Interessierte, sondern auch eine kürzlich erschienene Graphic Novel. „Willy Brandt: Sein Leben als Comic“ von Heiner Lünstedt (Szenarist) und Ingrid Sabisch (Illustratorin) nähert sich der Ikone Brandt mit Grundsympathie und doch erfreulich unprätentiös.

Willy Brandt: Sein Leben als Comic

Durch die notwendige erzählerische Verdichtung liest sich das Leben des Lübecker Arbeiterjungen wie ein Schnelldurchlauf durch das 20. Jahrhundert. Der Mensch Willy Brandt wird dabei ein gutes Stück fassbarer. Der Leser bekommt eine Ahnung von seinen Motiven und seiner Gefühlswelt. Doch wie alle wirklich großen Männer bleibt auch Willy Brandt nach der Lektüre dieser grafischen Erzählung eine Projektionsfläche. Einen besonderen Reiz stellen dabei die inzwischen ikonisch gewordenen Bilder wie etwa der Kniefall zu Warschau dar. Gezeichnet und damit aus der historischen Fotooptik herausgelöst, glauben wir die Bilder wieder neu zu sehen.

Willy Brandt: Sein Leben als Comic

Heiner Lünstedt – unter anderem auch einer der beiden Leiter des Comicfestivals in München – und die Illustratorin Ingrid Sabisch zeichnen historische Gegebenheiten biographisch nach. Sie beobachten dabei glücklicherweise mehr als sie erklären und lassen so dem Leser die Freiheit, sich Willy Brandt selbst einmal – oder auch wieder einmal – anzueignen.

Willy Brandt: Sein Leben als Comic

Willy Brandt: Sein Leben als Comic“ ist ein faszinierendes Leseerlebnis. Für jüngere Leser mag es ein Stück Geschichtsunterricht in Bildern sein. Für Kenner von Willy Brandt und der Zeitgeschichte ist es ein Anlass, den wohl ungewöhnlichsten Menschen unter unseren Kanzlern noch einmal mit neuen Augen zu sehen. Beglückend ist dabei, dass der „Comic-Held“ in diesem Fall tatsächlich einer war. Selten habe ich einen Comicband stolzer zugeschlagen.

Gunther Brodhecker (neben Alexis Martinez – einer der Autoren von „Das Tagebuch des Ricardo Castillo„)

Hans-Jochen Vogel

Hans-Jochen Vogel schrieb ein Vorwort zum Willy-Brandt-Comic, hier ist er zusammen mit Autor Heiner Lünstedt zu sehen.

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Moby Dick

Herman Melvilles 1851 erstmals erschienener Roman „Moby Dick“ wurde bereits einige Male verfilmt. Als vom weißen Wal besessener Captain Ahab waren u. a. Gregory Peck, Patrick Stewart und William Hurt zu sehen. Im Comic-Bereich wurde das Buch noch häufiger adaptiert, was ganz sicher daran liegt, dass es hier ohne Budget-Begrenzung – je nach dem Talent des Zeichners – relativ problemlos möglich ist einen angemessen bedrohlichen weißen Wal aufs Papier zu zaubern.

Moby Dick

Natürlich gab es im Rahmen der Reihe Classics Illustrated (bei uns als Illustrierte Klassiker bekannt) bereits in den Vierziger Jahren eine Comic-Adaption, bei der wie meist das Cover beeindruckender als der Inhalt des Heftes war. Sehr viel opulenter geriet 1990 eine von Bill Sienkiewicz für einen nur kurz andauernd Neustart des selben Labels gezeichnete Version von „Moby Dick„. 1998 schließlich adaptierte Will Eisner den Roman von Melville. Doch der seinerzeit ansonsten eher episch erzählende Gründervater der Graphic Novel fertigte die 900-seitige Buchvorlage auf nur 30 Comicseiten ab. Genau dort liegt auch das Problem bei den meisten Comic-Adaptionen, da sie zu atemlos erzählt sind und von Highlight zu Highlight eilen.

Moby Dick

Dies gilt zum Glück nicht für die beim Splitter Verlag erschienene Comic-Version von „Moby Dick„. Diese mag vielleicht nicht ganz so stilsicher geraten sein wie Riff Reb’s‘ im selben Hause erschienene Comic-Version von Jack Londons „Der Seewolf. Doch auf 120 Comic-Seiten kann der Autor Olivier Jouvray („Fluchttunnel nach West-Berlin„) recht viele Aspekte von Melvilles iterarischer Vorlage unterbringen. So dauert es geschlagene 100 Seiten bis der weiße Wal im wahrsten Sinne des Wortes auftaucht. Bis dahin sind dem Leser der die Geschichte erzählende Matrose Ismael, der reich tätowierte Harpunier Queequeg, der aufrechte Erste Steuermann Starbuck und die ganze unter dem Regime von Captain Ahap leidende Mannschaft der „Pequod“ ans Herz gewachsen.

Moby Dick

Die stimmungsvoll in immer nur sehr wenigen Farben kolorierten Zeichnungen von Pierre Alary („SindBad„, „Belladonna„) können sich nicht nur sehen lassen, sondern vermitteln auch sehr gut die Atmosphäre der Erzählung. Insgesamt dürfte dies die bisher beste Comic-Adaption von „Moby Dick“ sein.

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Winsor McCays Little Nemo – Gesamtausgabe

Die bisher schönste Ausgabe von Winsor McCays Comic-Klassiker „Little Nemo“ um einen Jungen, der immer dann wenn es am spannendsten ist aus seinen Träumen gerissen wird, stammt aus dem Jahre 2000 und vom Taschen Verlag. Enthalten waren die Comics aus den Jahren 1905 bis 1914, also jene Zeitungsseiten, die unter dem Titel „Little Nemo in Slumberland“ im New York Herald und danach ab 1911 bei der Konkurrenz des Verlegers William Randolph Hearst als „In the Land of Wonderful Dreams“ erschienen sind.

Winsor McCays Little Nemo – Gesamtausgabe

2014 legte Taschen noch einen drauf und präsentierte im ziemlich genau doppelt so großen Format den kompletten „Little Nemo„. Diesmal sind auch noch jene 130 Seiten enthalten, die McCay von 1924 bis 1927 wieder unter dem Ursprungstitel „Little Nemo in Slumberland“ für die New York Herald Tribune zeichnete. Gegenüber der alten Taschen-Ausgabe wurde auch noch der „Little Nemo“ Comic vom 23. August 1914 ergänzt und zudem noch alle Seiten mit dem Erscheinungs-Datum versehen (wodurch es jetzt nicht mehr zu Verwechslungen in der Reihenfolge kommt).

Winsor McCays Little Nemo – Gesamtausgabe

Während die alte Ausgabe in deutscher Sprache veröffentlicht wurde, die Texte jedoch aufgrund des kleineren Formates kaum zu lesen waren, liegt die neue Edition in englischer Sprache vor. Dies ist nicht allzu schlimm, denn sehr viel stärker als die erzählte Geschichte  faszinieren bei „Little Nemo“ McCays atemberaubende Bilder. Diese kommen auf dem rauen Papier der Neuausgabe authentischer rüber, da der Leser jetzt eher den Eindruck hat, er würde in einer Zeitung blättern und nicht in einem Hochglanz-Comicalbum.

Winsor McCays Little Nemo – Gesamtausgabe

Als wäre dies noch nicht genug, hat Taschen auch noch eine besondere Zugabe zu bieten und der in einem Pappkoffer verpackten Edition im selben Großformat (aber als Softcover) noch Alexander Brauns fabelhaften schon lange vergriffenen deutschsprachigen Ausstellungskatalog „Winsor McCay – Comics, Filme, Träume“ beigelegt. Von so einer Ausgabe konnte Little Nemo bisher nur träumen!

Winsor McCays Little Nemo – Gesamtausgabe

150,- Euro für diese Gesamtausgabe sind jedoch eine Menge Holz und wie immer veröffentlicht Taschen einige Zeit nach der Erstveröffentlichung eine preiswerte Alternative. Diese ist jetzt für 59,90 Euro zu haben und erscheint gebunden im selben Großformat von 34,4 x 44 cm wie die Gesamtausgabe. Alexander Brauns komplettes 150-seitiges reich bebildertes Sachbuch über Winsor McCay ist in deutscher Sprache im Buch enthalten.

Winsor McCays Little Nemo – Gesamtausgabe

Hinzu kommen alle von 1905 bis 1919 erschienenen “Little Nemo“-Comics in der englischsprachigen Originalversion. Die nicht in diesem Buch enthaltenen knapp 350 “Little Nemo“-Seiten werden wahrscheinlich von Taschen in einem zweiten Band nachgeliefert. Als Einstieg ist dieses Buch auf alle Fälle optimal, auch weil es besser in der Hand liegt als die Gesamtausgabe.

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