Archiv der Kategorie: COMIC

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Matthias Schultheiss: Die Haie von Lagos

Matthias Schultheiss war einst völlig zu Recht die größte Hoffnung des deutschen Comics. Für „Zack“ gestaltete er eine Trucker-Comicserie, die nach der Einstellung des Comicmagazins erst sehr viel später erschien. Viel Aufsehen erregte er mit Comicadaptionen der Short Stories von Charles Bukowski und so richtig hob er dann mit „Die Wahrheit über Shelby“ und „Die Haie von Lagos“ ab. Diese Serien erschienen auch in Frankreich. Nachdem er sich auf dem US-Markt mit „Propellerman“ bei Dark Horse eine blutige Nase geholt hatte, konzentriert sich Schultheiss auf das Verfassen von Drehbüchern für TV-Serien bis er schließlich 2010 mit „Die Reise mit Bill“ zum Comic zurückkehrte.

Matthias Schultheiss: Die Haie von Lagos

Die drei Alben „Die Haie von Lagos“ erschienen zwischen 1987 und 1990 unter den Titeln „Schwarze Seelen“, „Lamberts Beute“ und „Die Spur“ erstmals beim Carlsen Verlag. Die Serie spielt im damaligen Nigeria und schildert die ziemlich abschreckenden Erlebnisse des weißen Abenteurers Patrick Lambert, der sich als Pirat versucht. Schultheiss erzählte diese Geschichte in beeindruckenden direkt kolorierten Comicseiten.

Matthias Schultheiss: Die Haie von Lagos

2001 veröffentlichte comicplus+ eine „überarbeitete Neuauflage“ der Serie. Schon auf den Titelbildern fiel sofort der sattere Grünton auf, der das Bild sehr viel plastischer wirken lässt als bei der Carlsen-Ausgabe. Dieser positive Eindruck setzte sich auch in den Alben fort. Die Farben wirkten sehr viel schillernder und auch das Computerlettering wurde sorgfältiger in die Sprechblasen platziert als dies beim alten (nicht von Schultheiss ausgeführten) teilweise recht ungelenken Handlettering bei Carlsen der Fall war.

Matthias Schultheiss: Die Haie von Lagos

2014 überraschte Splitter nicht nur durch eine gebundene Hardcover-Gesamtausgabe, sondern auch dadurch dass auf dieser auch noch „Erster Zyklus“ zu lesen war. Noch vor der Gesamtausgabe brachte Splitter den Schultheiss-Comic „Die Haie von Lagos: Die Geister des Meeres“ heraus, der einen zweibändigen zweiten Zyklus startete und weitere Abenteuer von Patrick Lambert erzählt.

Matthias Schultheiss: Die Haie von Lagos

Wie bei oft bei seinen neuen Comics setzt Schultheiss auch hier häufig auf große Einzelpanels. In Sachen plastischer schillernder Farbigkeit ist er weiterhin einzigartig. Auch die Gesamtausgabe des „Ersten Zyklus“ sieht in der neuen Splitter-Edition besser aus denn je. Schultheiss hat dafür ein neues Titelbild gestaltet und das klassische Cover des ersten Bandes liegt als Druck bei. So machen Neuauflagen wirklich Spaß!

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Dieter Lumpen Gesamtausgabe

Zwar eskortiert er gleich in seinem ersten Abenteuer “Der Dolch aus Istanbul“ ein älteres Fräulein aus München, doch trotz seines Namens Dieter Lumpen hat der meist einen an Indiana Jones erinnernden Hut tragende Abenteurer so gar nichts “Deutsches“ an sich. Doch ein „Latino“ scheint er auch nicht zu sein, obwohl er eine Schöpfung des in Argentinien geborenen Autors Jorge Zentner und des spanischen Zeichners Ruben Pellejero ist.

DIETER LUMPEN GESAMTAUSGABE

So schrecklich viel erfährt der Leser gar nicht über diesen Dieter Lumpen, der in allen Ecken der Welt exotische Abenteuer erlebt und schöne Frauen trifft. Das Ambiente der Geschichten ist nostalgisch, die Farben sind knallig und dennoch ist “Dieter Lumpen“ kein Abenteuer-Comic wie so viele andere. Dies liegt sicher auch an Zentners Geschichten, die trotz der oftmals aus Hollywood bekannten Ausgangssituationen Klischees weiträumig umschiffen. Doch mehr noch faszinieren Pellejeros stark auf Schwarzflächen setzende Zeichnungen. Tim Sale (“Superman for all Seasons“) bringt das Faszinierende an den Bildern in seinem Vorwort dieser Gesamtausgabe auf den Punkt, wenn er die “wohldosierte Verteilung von Schwarz- und Weißflächen“ lobt, die zu einer “Klarheit und Ausgeglichenheit“ in Pellejeros Stil führt.

DIETER LUMPEN GESAMTAUSGABE

Anfang der 90erJahre veröffentlichte der Carlsen Verlag in drei Alben alle acht Kurzgeschichten und zwei längere Erzählungen von “Dieter Lumpen“. Der Finix Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht Serien wie Deribs “Buddy Longway“ oder „Die Pioniere der neuen Welt“, die bei anderen deutschen Verlagen eingestellt wurden, zu Ende zu führen. Doch im Falle von “Dieter Lumpen“ wird nicht nur einfach das bisher noch nicht auf deutsch erschienene letzte Album „Der Fahrpreis des Charon“ nachgeschoben, sondern Finix verlegt eine wunderschöne Hardcover-Gesamtausgabe.

DIETER LUMPEN GESAMTAUSGABE

Diese enthält als Einleitung zu jeder Geschichte ebenso lässige wie passende Aquarelle von Ruben Pellejero, während im Anhang die kunstvollen Cover der Einzelbände ohne störende Schriftzüge zu bewundern sind. Abgerundet wird das schöne Buch noch durch Skizzen sowie Interviews mit Zentner und Pellejero. Während sich bei etlichen der in letzter Zeit veröffentlichten Comic-Gesamtausgaben die Frage stellt ob diese auch noch unbedingt in die Bücherregale gehören, ist dieser Prachtband Pflichtprogramm für alle Freunde von kunstvoll erzählten Abenteuergeschichten.

Corto Maltese von Ruben Pellejero
Corto Maltese von Ruben Pellejero

Ruben Pellejero ist übrigens auch der Zeichner beim von Juan Diaz Canales (“Blacksad“) getexteten Neustart von Hugo Pratts Comic-Klassiker “Corto Maltese“, der mittlerweile bei Schreiber & Leser unter dem Titel „Unter der Mitternachtssonne“ erschienen ist.

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DER KLUGE FISCHER

Eigentlich ist die Kurzgeschichte von Heinrich Böll, auf die dieses Comic-Bilderbuch basiert, eher ein Witz. Jedoch weniger ein Schenkelklopfer sondern vielmehr einer von der Sorte, die nachdenklich machen. Die “Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ schrieb Böll 1961 für eine NDR-Rundfunksendung zum “Tag der Arbeit“. In den Zeiten des immer noch boomenden westdeutschen Wirtschaftswunders wollte er hinterfragen ob Wohlstand wirklich alles ist.

Der kluge Fischer

Böll erzählt von einem Touristen, der “in einem Hafen an der westlichen Küste“ auf einen ärmlich gekleideten Mann stößt, der in seinem Fischerboot liegt und döst. Obwohl der Tourist dieses Motiv malerisch findet und den Fischer mehrmals fotografiert, versteht er die Motivation des Mannes nicht. Da er ihn durch die Klick-Geräusche seines Apparates ohnehin schon aufgeweckt hat, kann der Tourist dem Fischer ja auch gleich noch eine Lektion in Sachen Geschäftstüchtigkeit erteilen. Doch dem Fischer leuchten die Karriereplanungen nicht ein, denn er ist bereits genau dort wo er sein möchte.

Der eifrig in alle Richtungen arbeitende Comickünstler Émile Bravo (“Die sieben Zwergbären“, Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen, Spirou: Porträt eines Helden als junger Tor“, „Pauls fantastische Abenteuer„) hat die kurze Erzählung von Heinrich Böll kongenial adaptiert. Er hat nur eine wenige erklärende Passagen weggelassen, darunter auch den etwas arg moralischen Schlusssatz. Bravos zumeist großformatige wunderschön kolorierten Bilder erinnern an ein Kinderbuch, wodurch es Jung und Alt ermöglicht wird über ihre Arbeitsmoral nachzudenken.

Erhältlich im Buchhandel vor Ort.

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Tarzan Sonntagsseiten, Band 4, 1937 – 1938

Am 7. Januar 1929 erschienen mit den Zeitungsstrips zu Tarzan und Buck Rogers, bei beiden handelt es sich um Adaptionen von literarischen Vorlagen, erstmals Comics die nicht komisch gemeint waren, sondern mehr oder weniger realistische Abenteuergeschichten erzählten. Ein nicht minder wichtiges Datum in der Comicgeschichte dürfte der 9. Mai 1937 sein, denn an diesem Tag übernahm der 25-jährige Burne Hogarth den Job des Zeichners der Tarzan-Sonntagsseiten.

Tarzan

Sein Vorgänger Hal Foster hatte seit 1929 das Erscheinungsbild des Herren des Dschungels maßgeblich geprägt, wollte jedoch lieber eine eigene Serie zeichnen. Daher startete er am 13. Februar 1937 den von ihm getexteten und gezeichneten wöchentlich erscheinenden Comic Prinz Eisenherz, den der Bocola Verlag in einer weltweit einzigartigen, teilweise in der zweiten Auflage noch optimierten, Gesamtausgabe veröffentlicht. In einer noch etwas großformatigerer Form verlegt Bocola auch die Tarzan-Sonntagsseiten, wobei es im vierten Band dieser Edition zum Wechsel von Foster zu Hogarth kommt, was auch in einem informativen Vorwort ausführlich gewürdigt wird.

Tarzan Sonntagsseiten, Band 4, 1937 - 1938

Burne Hogarth stieg mitten in einem von Foster konzipierten Abenteuer um eine exotische goldene Stadt bei Tarzan ein. Wenn beide Künstler ihre Seiten nicht signiert hätten, wäre der Wechsel wohl überhaupt nicht aufgefallen. Hogarth, für den Hal Foster ein “Gott der Comicszene“ war, wollte unbedingt die Tarzan-Nachfolge antreten. Inhaltlich sorgte er für neue Impulse und brachte in die Serie mit einer Geschichte um Buren-Siedler in Tarzans Dschungel Western-Elemente ein. Als Zeichner folgte er zunächst fast noch sklavisch den Vorgaben Fosters. Doch schon recht bald schwamm er sich frei und schuf den trotz Johnny Weissmuller, Alexander Skarsgård, Russ Manning oder Disney-Trickfilm immer noch definitiven Tarzan. Davon wie die Serie ihre Blüte erlebte, erzählen die nächsten Ausgaben von Bocolas Tarzan Sonntagsseiten.

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Lurchi – Besuch aus der Steinzeit – Das lustige Salamanderheft 152

So etwas hat es ja noch nie gegeben! Wer hätte das gedacht: Alle sechs Lurchi-Freunde waren schon in der Steinzeit die besten Kumpels! Damals hießen sie: „Mutiger Lurchi“, „Gelbe Unke“, Piepsende Maus“, „Hopsender Frosch und „Schlauer Igel“ – nur Zwerg Pipings Pendant hat keinen eigenen Namen, schade.

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Und jetzt laufen die Sechs aus der Steinzeit im Zoo von Molchhausen herum und möchten Mammuts jagen. Und das kam so: Lurchi und seine Freunde (also die aus der Jetztzeit) haben einen riesigen Eisblock gefunden – und in ihm waren die Ururur….Vorfahren von ihnen eingeschlossen. Als das Eis weggetaut war, waren sie (also die aus der Steinzeit) wieder plötzlich quicklebendig und sorgen nun für allerlei Aufregung im Ort. Lurchi – der erste aller Superhelden – erblickte im Jahre 1937 das Licht der Welt. Er ist seitdem die Werbe-Ikone mit einem hohen Bekanntheitsgrad und seine Beliebtheit bei Groß und Klein ist ungebrochen.

Lurchi - Besuch aus der Steinzeit – Das lustige Salamanderheft 152

Lurchis Abenteuer werden von Dietwald Doblies seit der Folge 115 („Lurchi und die Zaubersteine“; März 1995), gezeichnet. Und nun erscheint ein Heft mit der laufenden Nummerierung 152! Was Doblies’ Hefte besonders auszeichnet sind ihre kindgerechten und lehrreichen Inhalte – ein Umstand, der es auch Erwachsenen leicht möglich macht, sie gerne zu lesen und zu genießen. Seine Geschichten faszinieren Alt und Jung.Wer Lurchi erst neu entdeckt hat und wissen möchte, welche Abenteuer er früher so alle erlebt hat, dem sind die Nachdrucke aus dem Esslinger Verlag wärmstens ans Herz gelegt. Mittlerweile liegen alle Hefte bis einschließlich der Nummer 145 in acht Sammelbänden beim Esslinger-Verlag vor.

Lurchi - Besuch aus der Steinzeit – Das lustige Salamanderheft 152

Vielleicht ist uns ein Wiedersehen mit den neuen Steinzeit-Freunden ja vergönnt? Gemeinsame Abenteuer mit allen zwölf Freunden wären wünschenswert! Im nächsten Jahr feiert Dietwald Doblies sein 10-jähriges Lurchijubiläum, eine gute Gelegenheit etwas ganz Besonderes zu präsentieren?!

Aber bis dahin schallt es aus der Höhle im Neandertal lange noch: “Salamander lebe hoch!

Norbert Elbers

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©Tom: 6500 Touché

Der Berliner Zeichner ©Tom („Zee Tom“ bzw. Thomas Körner) liefert seit Dezember 1991 zuverlässig täglichen einen dreibildrigen Strip bei der TAZ ab. Die Gags erscheinen danach auch in weiteren Publikationen. Auf dem Comicsalon in Erlangen 2000 erhielt ©Tom für seine Serie „Touché“ nicht nur den Preis für den besten deutschsprachigen Strip, sondern seine Ausstellung „Die Welt in drei Bildern“ reizte die Besucher immer wieder zu spontanen Lachkrämpfen.

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Der schräge Berliner Verlag „Jochen Enterprises“ veröffentlichte die ersten 2000 Touché-Strips in zwei dicken Bänden, die an Ziegelsteine erinnerten und eine ganze Weile das ansonsten sehr gewöhnungsbedürftige Verlagsprogramm stützten. Nachdem Jochen Enterprises leider dicht machen musste, ist ©Tom beim „Achterbahn“-Verlag gelandet.

Hier konnte anscheinend nicht abgewartet werden, bis der fleißige ©Tom weitere 1000 Strips gezeichnet hatte, sondern es wurden (zum exakt halben Preis der beiden vorherigen Ziegelsteine) die ersten Strips nohmals in 500er Portionen veröffentlicht. Hier hat auch der Nicht-TAZ-Leser die Möglichkeit über die wartende Oma am Postschalter (die sich nachdem sie einmal prompt bedient wurde fragt, was sie jetzt mit dem angebrochenen Vormittag anfangen soll) sowie über Tod und Teufel abzulachen.

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Mittlerweile liegen bereits 6.500 “Touchés“ bei Lappan vor und F. W. Bernstein attestiert dem Zeichner im Vorwort zur 6000er-Ausgabe, dass er “kein schlechter Fechter“ sei. Tom hingegen meint: “Natürlich ist das schwer, jeden Tag einen Witz zu zeichnen. Aber nur bis zur ersten Million. Danach soll es leichter werden. Ich arbeite daran.“

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Neugebauers Neurosen

Das ebenfalls bei Lappan erschienene Buch “Finden Sie das etwa komisch?“ enthält über die durchgehend wirklich komischen aktuellen Stern-Cartoons von Gerhard Haderer, Til Mette, Tobias Schülert und Tetsche hinaus, auch interessante Informationen darüber, wie es dazu kam, dass Witzzeichnungen noch heute allwöchentlich ein integraler Teil im Nachrichtenmagazin sind. Im Vorwort zu diesem Buch erzählt Rolf Dieckmann, der Ressortleiter “Humor und Satire“, ebenfalls davon, dass der Stern-Gründer Henri Nannen häufig die Pointen seiner Zeichner nicht kapierte und daher die Frage stellte: “Finden Sie das etwa komisch?“

Neugebauers Neurosen
Im Zentrum des Werkes stehen jedoch die sehr plastisch in schwarzweiß angelegten, immer noch äußerst komischen und niemals plumpen Cartoons von Peter Neugebauer. Dieser erarbeitete sich seinen spontanen Zeichenstil gemeinsam mit Loriot und hat sein gesamtes Oeuvre dem Sommerpalais im Greizer Park in Thüringen übereignet, was dort mit einer Ausstellung sowie diesem Katalog gefeiert wird. Das Buch präsentiert ausgewählte Cartoons, die als “Neugebauers Neurosen“ vier Jahrzehnte lang bis 1995 im Stern erschienen sind, danach hat der Zeichner nie wieder einen Stift in die Hand genommen.

Neugebauers Neurosen

Auch weil Neugebauer von Anfang an in einem sehr ausgereiften Stil arbeitete und zumeist auch heute noch aktuelle Themen aufgriff, war es nicht erforderlich die Cartoons chronologisch aneinander zu reihen. Die Gliederung erfolgte thematisch, wodurch die Vorliebe des Zeichners für ungewöhnliche Themen außerhalb der Rubriken “Politik, “Umwelt“ oder “Eheleben“ dokumentiert wurde. Neugebauer beschäftigt sich in seinen Cartoons auch mit “Verbrechen“, dem “Filmgeschäft“ (insbesondere mit dem übermächtigen Disney-Konzern) sowie mit “Spionage“. Daher war es kein Wunder, dass er alles dran setzte Sean Connery während der Dreharbeiten zu “Sag niemals nie“ zu interviewen.

Neugebauers Neurosen

Stärker noch als für James Bond begeistert sich Neugebauer jedoch für Sherlock Holmes und hat daher auch einen Roman verfasst in dem dieser das Rätsel um den Tod des bayrischen Märchenkönigs Ludwig II löst. Dem Meisterdetektiv aus der Baker Street zollte er aber auch durch seine Figur des Zeus Weinstein Tribute, der von 1959 bis 1987 in kriminalistischen Bilderrätseln die stern-Leser zum Ermitteln einlud. Auch einige dieser Arbeiten sind in diesem sehr schön aufgemachten und editierten Cartoon-Katalog enthalten.

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Pauls fantastische Abenteuer

Auf dem Comic Salon in Erlangen 2014 zeigte die Ausstellung “Der Comic-Garten des Émile Bravo“ den Besuchern was für ein vielfältiger Künstler der 1964 als Kind spanischer Exilanten in Paris geborene Zeichner ist. Bravos Zeichenstil ist simpel, trotzdem jederzeit wieder erkennbar und eignet sich für die unterschiedlichsten Arten von Geschichten.

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In der Serie “Die sieben Zwergbären“ veralbert er Märchen, mit “Der kluge Fischer“ adaptierte er Heinrich Böll, den frankobelgischen Traditions-Helden Spirou porträtiert er vor dem Hintergrund des aufziehenden Zweiten Weltkrieges als “jungen Tor“ und in “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen“ erzählt Émile Bravo nach einem Szenarion von Jean Regnaud durchaus kindgerecht davon, wie einem kleinen Jungen vorgegaukelt wird, dass seine Mutter noch am Leben ist.

Der erste Band von Bravos Serie “Pauls fantastische Abenteuer“ handelt von einem kleinen Jungen, der urplötzlich und ohne dass es nachvollziehbare Gründe dafür gibt, auf eine große Weltraum-Mission geschickt wird. Die Geschichte scheint auf den ersten Blick ein kindgerechtes Update der naiven Abenteuer-Comics von “Tim und Struppi“ oder “Spirou“ zu sein, was ja an sich schon prima ist. Doch Bravos in bewährter Lockerheit gezeichnetes Album entwickelt schon auf den ersten Seiten einen Charme und eine unbekümmerte Fabulierfreude, die in dieser Leichtigkeit auch im frankobelgischen Comic einzigartig ist.

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Batman: Dark Knight – Absolute Edition

Nach der ebenso kitschig-albernen wie erfolgreichen 60er-Jahre-Slapstick-TV-Serie mit Adam West trat der in den Comics wieder etwas ernsthafter und düsterer gewordene Batman ziemlich auf der Stelle. Ende 1984 tauchten jedoch erste Gerüchte auf, dass etwas im Busche wäre. Ein gewisser Frank Miller, der zuvor die Marvel-Comicserien Wolverine und Daredevil aufregend erneuert hatte, sollte nun DCs etwas abgehalftertes Zugpferd wieder aufpäppeln.

Batman: Dark Knight - Absolute Edition

Bereits in den siebziger Jahren erhielt der damals noch für Marvels Spider-Man arbeitende Miller ein erstes Angebot sich auch einmal an Batman zu versuchen. Doch damals fühlte sich Miller noch nicht reif für diese Aufgabe. Als dann aber im März 1986 schließlich unter dem Titel „Batman – The Dark Knight Returns“ ein Vierteiler auf den Markt kam, erregte der Comic viel Aufsehen. Millers Zeichnungen, die von seiner Frau Lynn Varley und von Klaus Janson getuscht wurden, sowie seine Story stellten bis dahin (aber auch bis heute) die respektloseste Bearbeitung dar, die je ein amerikanischer Comic-Konzern einem eigenen Superhelden zugemutet hatte. Ganz nebenbei bekam auch noch DCs zweiter Säulenheiliger Superman ordentlich eins auf die Schmalzlocke und wurde als angepasster Dumpfling dargestellt. Das amerikanische Comic-Magazin Wizard erklärte den Moment aus „Dark Knight“ in dem ein stark gealterter Batman den Stählernen zur Schnecke macht zum erinnerungswürdigsten Moment der Comic-Geschichte.

Batman: Dark Knight - Absolute Edition

In erster Linie erzählt Frank Miller jedoch von einem desillusionierten Verbrechensjäger, der sich schon seit zehn Jahren aus dem Geschäft zurückgezogen hatte. Mit fünfundfünfzig legt der frustrierte alte Bruce Wayne sein Kostüm wieder an und führt einen letzten verzweifelten Kampf gegen die unhaltbar kriminellen Zustände in seiner Heimatstadt Gotham. Miller verarbeitete dabei auf fast 200 Seiten den kompletten Batman-Kosmos sowie die wichtigsten DC-Figuren.

Gotham in Tim Burtons "Batman" (1989)
Gotham in Tim Burtons „Batman“ (1989)

Alles in allem war es jedoch wohl weniger die manchmal etwas konfuse Story, sondern viel eher die in düsteren Bildern sehr durchgestylte dargestellte Stadt Gotham (die Miller in späteren Werken “Sin City“ nennen sollte), die Batman für das Medium Film interessant machte. So übernahm Tim Burton 1989 in seinen ersten Batman-Film zwar viele visuelle aber kaum inhaltliche Momente aus Millers Dark Knight.

Batman: Dark Knight - Absolute Edition

Nachdem “Watchmen“, der andere Comic-Meilenstein der Achtziger Jahre bei uns bereits als großformatige “Absolute Edition“ vorliegt, folgt jetzt endlich auch eine ebenso schön aufgemachte Veröffentlichung von Dark Knight. Anlass hierfür war der Besuch von Klaus Janson auf dem Comic Salon 2014 in Erlangen. Der Absolute Dark Knight Prachtband steckt in einem stylischen schwarzen Schuber. Ebenfalls enthalten ist die weniger gelungene Quasi-Fortsetzung “The Dark Knight Strikes Again“ von 2001, sowie die Kurzgeschichte „Wanted: Santa Claus — Dead or Alive!“ von 1980, die insofern bedeutend ist, weil Frank Miller hier erstmals Batman zeichnete. Da auch noch reichlich Bonusmaterial wie Skizzen, Entwürfe für Merchandise oder Millers kompletter (beim Zeichnen noch überarbeitete) Script zum ersten Kapitel von “The Dark Knight Returns“ enthalten ist, bleibt kein Wunsch offen.

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Gibrat: MATTÉO # 3 – AUGUST 1936

Mit “Mattéo“ ist Jean-Pierre Gibrat (“Der Aufschub“, “Von Dieben und Denunzianten“) eine Serie gelungen, die sich sehr überraschend entwickelt. Im ersten Band erzählt er, wie der Titelheld Mattéo im Jahre 1914 darunter leidet, dass er nicht mit den jungen Franzosen in den Krieg ziehen darf, da er gebürtiger Spanier ist. Die Bevölkerung des kleinen Dorfes in Süden Frankreichs schneidet den jungen Mann und die von ihm angehimmelte Juliette wendet sich einem gut betuchten Nebenbuhler zu, der als Offizier in den Krieg zieht. Obwohl sein Freund Paulin an der Front durch Senfgas erblindet ist, zieht es Mattéo in den Krieg.

Gibrat: MATTÉO # 3 - AUGUST 1936

Doch nicht allzu lange, denn im zweiten Band der Comicreihe stürzt Mattéo sich munter in ein neues Krisengebiet. Abenteuerlust und Idealismus lassen den etwas naiven Jüngling nach St. Petersburg reisen, denn “dort herrscht Revolution“. Er verliebt sich in die selbstbewusste pfeifenrauchende Revolutionärin Lea, es gibt aber auch ein Wiedersehen mit der Krankenschwester Amélie, die den verletzten Frontkämpfer Mattéo aufopfernd pflegte. Dieser Teil von Mattéos Abenteuer endet etwas abrupt und lässt den Titelhelden eine weitere Dummheit begehen. Er stellt sich den französischen Behörden freiwillig und wird als Deserteur zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Gibrat: MATTÉO # 3 - AUGUST 1936Dass Mattéo dann doch nicht ganz so lange eingesessen hat, davon erzählt der dritte Band der Serie. Im August des für Frankreich sehr hoffnungsfrohen Jahres 1936 besucht Mattéo gemeinsam mit seinem erblindeten Freund Paulin sowie mit Amélie und ihrem kommunistischen Ehemann Augustin sein Heimatdorf an der spanischen Grenze. Gibrat fängt hier sehr gut die Stimmung eines Frankreichs ein, dass sich einerseits durch die sozialistische Regierung von Leon Blum in einen Wohlfahrtstaat zu verwandeln schien, andererseits jedoch keine Position im spanischen Bürgerkrieg bezog und nichts unternahm um den dortigen Genossen gegen die Franco-Diktatur beizustehen. Davon wie sich diese politische Großwetterlage auch auf die privaten Beziehungen niederschlug, erzählt Gibrat äußerst mitreißend.

Gibrat: MATTÉO # 3 - AUGUST 1936Das konsequente Finale dieses Comics macht sehr gespannt auf die Fortsetzung. Obwohl es kaum möglich erscheint, hat Gibrat sich innerhalb der Serie künstlerisch sogar noch gesteigert. Selten waren seine Bilder so stimmungsvoll, seine Farben so flirrend und seine weiblichen Hauptfiguren so attraktiv.

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