Archiv der Kategorie: COMIC

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In der Sekte: Mein Leben in Scientology

Marion strampelt sich vergeblich ab, um ihren Job in einer Werbeagentur zu stabilisieren, mit ihrem Freund nimmt sie LSD, doch allzu lange wird er nicht mehr ihr Freund sein… Der Alltag nimmt Marion also her, doch da ist Raphael, der sie mit Scientology in Verbindung bringt. Sie lernt neue Leute kennen, alles wirkt so freundlich. Vor allem tut ihr die Aufmerksamkeit gut, die man ihr entgegenbringt. Und schwupp… hängt sie schon am Haken der Sekte.

In der Sekte

Schließlich unterschreibt sie einen Mitarbeitervertrag über eine Milliarde Jahre und wird nach Kopenhagen in die europäische Zentrale geschickt, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten muss. Trotzdem ist Marion höchst motiviert und wird sogar als toughe Missionarin nach Paris geschickt, um den dortigen Geldfluss in Richtung Zentrale wieder in Schwung zu bringen. Nach ihrer Rückkehr schleicht sich allerdings eine Depression ein und plötzlich fragt sie sich: „Was mache ich hier bloß?“

Louis Alloing („Der Fall E. P. Jacobs„) und Pierre Guillon erzählen hier eine wahre Geschichte. Die Graphic Novel liest sich sehr flüssig und spannend, obwohl die Zustände, die sie beschreibt, durch Presseberichte und Bücher über die Sekte längst bekannt sind, doch das persönliche Schicksal der Frau, das authentisch und unaufgeregt erzählt wird, berührt.

Das Vorwort mit der frechen Überschrift „Scientology, der Star unter den Sekten“ verfasste der Schweizer Sektenexperte Hugo Stamm, das Nachwort durfte ich schreiben, da ich selbst in den 70ern in der Sekte tätig war. Was mich als Kenner der Materie wundert, ist, dass das sehr umfangreiche Scientologen- Kauderwelsch hier praktisch keine Rolle spielt – häufigdachte ich, Scientologen würden sich anders ausdrücken –, was einerseits daran liegen könnte, dass das Sektenopfer nicht selbst die Geschichte niederschrieb, andererseits an der Übersetzung. Vielleicht wollte man auch den Leser schonen. Mir fiel auch auf, dass Sektengründer L. Ron Hubbard, um den sich in Scientology alles dreht, mit keinem Wort erwähnt wird. An rechtlichen Gründen kann das nicht liegen, es dürfte eher ein Hinweis darauf sein, dass Marion keinerlei Sehnsucht nach einem Guru hatte, sondern Freunde und die Geborgenheit einer Gruppe suchte. Sektenmitglieder ticken eben nicht alle gleich, wie mancher zu glauben scheint.

Gerhard Förster

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Constantine: Der Funke und die Flamme

Im Rahmen des im September 2011 erfolgten “New 52“-Relaunch startete DC gleichzeitig 52 Comic-Serien neu und feierte dies mit Ausgaben, die alle die Nummer 1 auf dem Cover trugen. Hierzu musste teilweise ganz schön tief in die Mottenkiste gegriffen werden und Serientitel wie “Mister Terrific“, “Captain Atom“, “Blue Beetle“ oder “Resurrection Man“ wurden mittlerweile schon längst wieder eingestellt.

Constantine

Immer noch am Laufen (und auch bei Panini auf Deutsch lieferbar) ist die von Peter Milligan getextete Serie “Justice League Dark“. Hier formierten sich “düstere“ DC-Figuren mit einem Hang zu Zauberei und Magie wie Madame Xanadu, Deadman, Shade, the Changing Man, Zatanna aber auch Frankenstein zu einem Team. Mit dabei ist natürlich auch der britische Mystery-Detektiv John Constantin, der sich zuvor innerhalb der Serie “Hellblazer“ eher bei der für erwachsenere Comic-Geschichten zuständigen DC-Tochter Vertigo herumtrieb.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Nachdem “Hellblazer“ kurz zuvor mit Ausgaben 300 eingestellt wurde, bekam John Contantine ab Anfang 2013 eine eigene Serie im DC-Universum. “Constantine“ startete mit der vierten Welle der “New 52“-Comics und wird von den beiden auch als Zeichner tätigen Kanadiern Jeff Lemire (“Essex Country“, “Sweet Tooth“) und Ray Fawkes getextet. Beide haben auch schon für “Justice League Dark“ geschrieben. Ihr John Constantine reist innerhalb der fünfteiligen Eröffnungs-Serie “Der Funke und die Flame“, die Panini gebündelt veröffentlicht, über Norwegen und Myanmar (alias Birma oder Burma) zwar auch in seine Heimatstadt London, doch sein Hauptwohnsitz ist jetzt New York.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Gezeichnet wurden die Miniserie, in der es um einen magischen Kompass geht, recht ansprechend von den Brasilianern Renato Guedes und Fabiano Newes. Zwar fehlt der Geschichte ein wenig der gesellschaftskritische gegenwartsbezogene Touch den Autoren wie Garth Ennis immer wieder bei “Hellblazer“ einbrachten, doch als Mystery-Serie funktioniert „Constantine“ bestens.

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Ralf König: Konrad und Paul – Raumstation Sehnsucht

Ralf Königs langlebigsten Figuren sind der Schöngeist Konrad und der ewige Rammler Paul, wobei diese so etwas wie das Über-Ich und das Es des zeichnenden Autors sein könnten. König hat seit 1990 zahllose Kurzgeschichten mit dem ungleichen schwule Pärchen erzählt, viele davon sind im Ehapa-Sammelband “Ist der Ruf erst ruiniert…“ enthalten, doch mit dem Duo lassen sich auch längere Geschichten erzählen, siehe “Bullenklöten“ (Männerschwarm) oder “Sie dürfen sich jetzt küssen“ (Rowohlt).

Ralf König: Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht

Auch im Zentrum von “Raumstation Sehnsucht“ stehen Konrad und Paul. Die Comicgeschichte enthält einige Anspielungen auf das Werk von Tennessee Williams und besteht aus drei Teilen. Zum einen geht es um die schwärmerischen Gefühle, die Konrad für seinen jungen sensiblen rumänischen Klavierschüler Anton hegt, der eine ganze “Glasmenagerie“ von Likörgläsern besitzt. Antons Mutter möchte ihren Sohn am liebsten mit Konrad verkuppeln. Doch Konrad hat moralische Bedenken, genau wie der eigentlich sehr viel unbedenklichere Paul. Dieser soll eigentlich seiner hochschwangeren Schwester Edeltraut beistehen, fühlt sich aber zugleich zu seinem behaarten muskelbepackten Schwager Porky hingezogen, der an Stanley Kowalski aus “Endstation Sehnsucht“ erinnert, aber auch eine “tätowierte Rose“ am Oberarm trägt.

Ralf König: Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht

Als dritte Ebene der Geschichte gibt es noch schwarzweiß illustrierte Prosa-Auszüge aus einem Science-Fiction-Roman an dem Paul gerade arbeitet. Im Laufe der nur bedingt futuristischen Erzählung “Im Weltraum hört Dich keiner grunzen“ hat der von Barry Hoden, dem Piloten des Raumschiffs “Libido XL“, begehrte Monteur Brick immer mehr Ähnlichkeit mit Pauls Schwager Porky.

Ralf König: Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht

König erweist sich einmal mehr als souveräner Erzähler. Seine ansprechend kolorierten Zeichnungen sind scheinbar lässig hingehauene Skizzen und das Lettering wirkt fast schon geschmiert. Trotzdem wird der Leser stärker in Königs Welt hineingezogen als dies den Schöpfern von vielen optisch aufwändiger gestalteten Comics gelingt.

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DER VERGESSENE GARTEN VON ÉMILE BRAVO

In den letzten Jahren hat der Autor und Zeichner Émile Bravo durch eine Vielzahl interessanter Comic-Konzepte begeistert. In der Serie “Die sieben Zwergbären“ veralbert er Märchen, bei Pauls fantastische Abenteuer“ wandelt er auf den Spuren von Hergé, mit “Der kluge Fischer“ adaptierte er Heinrich Böll, den frankobelgischen Traditions-Helden Spirou porträtiert er vor dem Hintergrund des aufziehenden Zweiten Weltkrieges als “jungen Tor“ und in “Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen“ erzählt er kindgerecht davon, wie einem kleinen Jungen vorgegaukelt wird, dass seine Mutter noch am Leben ist.

Der vergessene Garten des Emile Bravo

Diese thematische aber auch stilistische Vielfältigkeit dokumentiert ganz besonders der Band “Der vergessene Garten von Émile Bravo“. Enthalten sind Arbeiten, die für diverse Magazine entstanden sind. Darunter befinden sich aber auch provokante Entwürfe zu Plakaten für Comicfestivals, die anscheinend nur konzipiert wurden um versehen mit dem fetten roten Aufdruck ABGELEHNT in diesem Buch abgedruckt zu werden. In dieser Hinsicht bemerkenswert ist auch ein Cartoon, der unterstellt, dass wenn Jules Verne und Gustave Doré den Comic-Klassiker “Schritte auf dem Mond“ anstelle von Hergé getextet und gezeichnet hätten, das Duo nicht gerade der Hit auf Comicfestivals gewesen wäre.

Nur bedingt zur Serienreife taugt Bravos Serie “Sonntags bei René, dem Freund von Michel vom Restaurant LA BRUNOISE“, die sich um allerlei Ecken herum denkend über die französische Küche lustig macht und komplett mit allen drei Episoden namens “Die Vorspeise“, “Das Hauptgericht“ und “Das Dessert“ in diesem Band enthalten ist. Sehr viel böser kommen andere Comics daher, die sich mit dem Holocaust beschäftigen. So ist der äußerst schwarzhumorige Zweiseiter “Die Abenteuer von Swartz und Totenheimer“ im Stil von E. P. Jacobs “Blake und Mortimer“ gehalten, im Titel ist jedoch zu lesen, dass der Comic “nach den Figuren von Adolf Hitler“ gestaltet wurde. Ganz ohne Worte kommt eine dreiseitige Geschichte aus, die sehr sensibel von den Schwierigkeiten eines befreiten KZ-Häftlings im Paris des Jahres 1945 erzählt und mit einer bitteren Pointe endet.

Auf 80 Seiten fackelt der Émile Bravo hier ein Comic-Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht.

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Reddition # 60: 30 Jahre deutschsprachige Comic-Szene

Die Initialzündung zum Entstehen einer bundesweiten deutschen Comic-Szene war ganz gewiss, der im Juni 1984 erstmal veranstaltete Comic Salon in Erlangen. Doch bereits Anfang 1984 kam es zu einem ebenfalls bedeutenden comic-historischen Ereignis. Mit einer Auflage von 32 Exemplaren erschien zum Nulltarif die Reddition # 0, die erste reguläre Ausgabe der Zeitschrift für Graphische Literatur kostete dann 1,50 DM.

Reddition 60

Um den 30. Geburtstag von Comic Salon und Reddition gebührend zu feiern, widmet sich die 60. Ausgabe der Zeitschrift dem Thema “30 Jahre deutschsprachige Comic-Szene“. Das Heft ziert ein Cover von Reinhard Kleist und es ist chronologisch gegliedert. Schwerpunkte der deutschen Comicgeschichte wie “Matthias Schultheiss veröffentlicht 1985 in Frankreich“, “Deutschsprachige Zeichner bei Carlsen“, “Aufstieg und Fall des Dino-Verlags“, “ZACK kehrt an den Kiosk zurück“ oder “Der Tod von Norbert Hethke“ werden in unterschiedlicher Form und Länge abgehandelt.

Den bunten Artikel-Reigen hält eine im unteren Seitenbereich angeordnete Timeline zusammen. Hier sind die Cover aller Ausgaben der Reddition abgebildet. Dazu wird aus der bewegten Geschichte des Magazins erzählt, die einen Rechtsstreit mit den Nachlass-Verwaltern von Hergé oder die Rückmeldung des fälschlicherweise in der Nummer 31 für tot erklärten niederländischen Zeichners Marten Toonder mit einschloss..

Zu bestellen unter: www.reddition.de/bestell.htm

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LAUTER LEBEN!

In ihrem Comic-Debüt schildern Autor Nicolas Wouters und Zeichner Mikael Ross wichtige Stationen aus dem Leben zweier höchst unterschiedlicher Freunde. Während der zumeist total unberechenbar agierende Thomas im Brüssel der 80er und im Berlin der 90er Jahre voll in der Punk-Bewegung aufgeht, kann sich der eher schüchterne Martin nicht zwischen “No Future“ und Karriere- bzw. Familienplanung entscheiden…

Lauter Leben

Anscheinend haben sich Wouters und Ross das Zitat von Jean-Luc Godard zu Herzen genommen, in dem es heißt dass jede Geschichte einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben sollte, “aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge“. Sie präsentieren völlig unchronologisch aneinandergereiht Schlüsselereignisse aus dem Leben zweier Freunde. Dabei fragt sich der Leser immer wieder, warum der scheinbar halbwegs “normale“ Martin so stark an dem sich total rücksichtslos verhaltenen Thomas hängt. Doch ein Epilog liefert eine mögliche Erklärung dafür.

LAUTER LEBEN!

Zeichnerisch kann “Lauter Leben!“ mit seinen wilden Zeichnungen und der kontrastreichen Aquarell-Kolorierung durchaus gefallen. Manchmal fällt es allerdings etwas schwer der Handlung innerhalb der einzelnen Episoden zu folgen, doch insgesamt funktioniert der Ansatz mit den scheinbar willkürlich aneinandergereihten Lebensabschnitten recht gut. Während der Lektüre des Comics werden die beiden Hauptfiguren plastischer und der Leser nimmt immer mehr Anteil am Schicksal der Hauptfiguren, welches stärker an den Regeln des wirklichen Lebens als an irgendwelchen Dramaturgien orientiert ist.

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ASTERIX: DIE GROSSE ÜBERFAHRT – UTIMATIVE EDITION

Mit “Die große Überfahrt“ traten Asterix und Obelix im Jahre 1977 n. Chr. ihre vielleicht spektakulärste Reise an. Schuld daran war der Fischhändler Verleihnix, der seine verderbliche Ware lieber aus dem fernen Lutetia kommen lässt, anstatt im nahen Meere zu fischen. Doch ein “einigermaßen frisches Stück Fisch“ ist eine unverzichtbare Zutat des Zaubertrankes und daher stechen unsere beiden Gallier in See.

ASTERIX: DIE GROSSE ÜBERFAHRT - UTIMATIVE EDITION

Dass Obelix auf Befehl von Asterix mitten im stärksten Sturm ordnungsgemäß das Netz auswirft ohne es jedoch zuvor am Boot zu vertäuen ist, noch das geringste Problem bei dieser Reise. Nach einer stürmischen Seefahrt bei der sie natürlich auf die Piraten treffen und eine merkwürdige nächtliche Begegnung haben (auf zwei Seiten dieses Comics ist wegen Nacht und Nebel gar nicht zu erkennen), landen sie auf einer seltsamen Insel. Hier treffen sie auf Truthähne, einen Bären und Eingeborene mit Federschmuck, die Obelix für getarnte Römer hält…

ASTERIX: DIE GROSSE ÜBERFAHRT - UTIMATIVE EDITION
“Die große Überfahrt“ ist zwar erschreckend schnell durchgelesen, da viele Sequenzen ohne große Worte auskommen, doch optisch ganz gewiß eins der schönsten Alben der Reihe. Goscinny und Uderzo versuchen so viele US-amerikanische Nationalsymbole wie möglich in ihrer Geschichte unterzubringen. So stellt sich Asterix als menschlicher Leuchtturm in der selben Pose (und möglicherweise sogar an der selben Stelle) wie später die Freiheitsstatue auf. Ein zu Boden gehender Indianer sieht weiße Sterne auf blauen Grund genau wie auf der US-Flagge und nachdem die Gallier die Neue Welt verlassen haben, werden sie durch einen wunderschönen Marterpfahl verewigt.

Asterix: Gallien in Gefahr

In der Ultimativen Edition kommt die Pracht von Uderzos Bildern erst richtig zur Geltung und langsam aber sicher liegen zum Glück alle Bände der Reihe in dieser optimalen Form vor.

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Moebius & Stan Lee: Silver Surfer – Parabel

Ende der Achtziger Jahre kam es zu einer höchst merkwürdigen Zusammenarbeit. Als sich Stan Lee und der französische Star-Zeichner Jean Giraud alias Moebius („Sternwanderer„) in den USA trafen, tauschten sie zunächst Komplimente aus, kamen jedoch schon recht bald auf ein gemeinsames Projekt zu sprechen. Nachdem Moebius erwähnte, dass er die Figur des Silver Surfers besonders schätzt, beschloss Stan Lee eine “poetische und philosophische“ Geschichte zu schreiben. Die 1966 erstmals innerhalb der Serie “Fantastic Four“ auftauchende Figur des Silver Surfers neigt zu Grübeleien und ist alles andere als begeistert davon wie die menschliche Zivilisation funktioniert bzw. nicht funktioniert.

Moebius & Stan Lee: Silver Surfer - Parabel

In der 1988 bei Marvels Label Epic erschienenen zweiteiligen Heftserie “The Silver Surfer“, die später denn Titel “Parabel“ bekam, kehrt der riesige Weltenverschlinger Galactus auf die Erde zurück und wird von der Menschheit als Gott verehrt. Doch dem Silver Surfer, der Galactus einst dienen mußte, ist sofort klar, dass der Planetenfresser nichts anderes im Sinn hat als seinen Hunger zu stillen…

Moebius & Stan Lee: Silver Surfer - Parabel
Stan Lees Geschichte handelt davon wie schnell Menschen bereits sind falschen Propheten zu folgen. Moebius liefert dazu höchst eigenständige Bilder der Marvel-Figuren Silver Surfer und Galactus. Das Umfeld in dem die Geschichte spielt erinnert dabei aber keineswegs an die realistisch dargestellte Erde des Marvel-Universums, sondern es scheint sich eher um die Welt des Incals oder der Hermetischen Garage zu handeln.

Moebius & Stan Lee: Silver Surfer - Parabel
“Silver Surfer – Parabel“ bekam 1989 einen Eisner Award als beste Miniserie. Bei uns erschien der Comic zunächst 1989 bei als Hardcover-Band bei Splitter und zwei Jahre später bei Carlsen als viertes Album innerhalb der Moebius-Reihe “Universum der Wunder“. Die neue Panini-Ausgabe ist zwar etwas kleinformatiger als die Splitter-Edition, hat aber sehr viel mehr Bonusmaterial zu bieten. Neben den bereits bekannten Vor- und Nachworten gibt es noch es noch Abbildungen von diversen Titelbildern der Miniserie sowie die Marvel Press Poster von Moebius, die ungewöhnliche Versionen von Figuren wie Wolverine, Iron Man oder dem Punisher zeigen.

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GUNG HO

Nachdem sie zuvor eine Comic-Biographie über Goethe in Szene setzten und danach in zwei Bänden Teile aus Wolfgang Hohlbeins “Die Chronik der Unsterblichen“ adaptierten, präsentieren Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg ihre erste komplett eigene Serie. Die auf fünf Bände angelegte Reihe “Gung Ho“ ist in Frankreich bereits erfolgreich auf dem Markt und spielt in einer Welt, die nicht mehr so ganz die Unsrige ist.

Unbenannt

Hauptfiguren sind die unterschiedlich temperierten Teenager-Brüder Archibald und Zacharias Goodwoody, die sich Archer und Zack nennen. Sie werden aus ihrem Waisenhaus entlassen und in die großteils von Jugendlichen bewohnte eingemauerte Siedlung Fort Apache gebracht. Das dortige Leben besteht hauptsächlich daraus, sich auf eventuelle Angriffe vorzubereiten. Worin genau die Gefahr besteht, erfährt der Leser erst am Ende des ersten Bandes. Ursprünglich hatte der Autor Benjamin von Eckartsberg einen Prolog vorgesehen, der erklären sollte wie es dazu kam, dass sich die menschliche Gesellschaft im “Gung Ho“-Universum so stark verändert hat. Doch in der jetzigen Form sorgte der erzählerische Kniff, die Art der Bedrohung erst einmal geheim zu halten, für große Spannung.

Auch vom Artwork her ist “Gung Ho“ ganz großes Kino. Dem großen Figuren-Ensemble wurde ein gut unterscheidbares und sehr stylisches Character Design verpasst. Die Perspektiven sind interessant gewählt und die Farben schimmern prächtig. Auch das Erzählen mit den imposanten Bildern und zumeist knappen Texten funktioniert besten. Hier zeigt sich die große Erfahrung im Umgang mit dem Medium Comic, die das Team bei seinen vorherigen Arbeiten sammeln konnte.

Unbenannt

Zum ersten Band von “Gung Ho“ ist auch eine auf 1444 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe erschienen. Diese enthält als Anlage noch eine Landkarte mit der Umgebung von “Fort Apache“, sowie auf knapp 50 Seiten zusätzlichen Seiten neben dem Comic noch Hintergrundinformationen über Story und Entstehung, eine nicht verwendete Szene sowie eine Unmenge von äußerst dekorativen Entwürfen, Illustrationen und Skizzen!

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Miracleman

Mit diesem Band startet Panini ein hochinteressantes Stück Comicgeschichte. Anfang der Fünfziger Jahre durfte die auch als “Shazam“ bekannte US-Serie Captain Marvel aufgrund eines Rechtsstreits mit DC Comics, die wegen Ähnlichkeiten mit Superman klagten, nicht mehr erscheinen. Daraufhin entschloss sich der britische Verlag L. Miller & Son, Ltd., der Captain Marvel herausbrachte, eine eigene Variante des Superhelden zu entwickeln. Ab 1954 erfreute eine sehr ähnlich gelagerte Figur namens Marvelman die englische Jugend mit seinen Abenteuern.

MIRACLEMAN

Der Autor Mick Anglo erfand den eher schmächtigen Reporter Michael Moran, der sich nachdem das Wort KIMOTA! (eine rückwärts leicht falsch geschriebene Variante von “atomic“) ausgesprochen hatte, in einen Superhelden verwandelt. Gemeinsam mit Young Marvelman und Kid Marvelman kämpfte er gegen das Böse. L. Miller & Son, Ltd. verlor jedoch in den frühen 60er Jahren den Kampf gegen die farbigen Comichefte der US-amerikanischen Konkurrenz, die in Großbritannien immer beliebter wurden.

MIRACLEMAN

Zu einer Wiederbelebung der Figur kam es 1982 im britischen in schwarzweiß veröffentlichten Monatsmagazin Warrior. Bis 1984 war hier Alan Moore (“Watchmen“) als Texter für den neuen Marvelman zuständig, zeitgleich erschien ebenfalls in Warrior die erste Version seiner später zum Klassiker gewordenen von David Lloyd gezeichneten Serie “V wie Vendetta“. Als 1985 die Marvelman-Storys aus Warrior in einer kolorierten Version neu erschienen, wurde die Figur aus Angst vor einem Rechtsstreit mit Marvel in Miracleman umbenannt. In den 90er Jahren fungierte hier auch Neil Gaiman als Autor und mittlerweile hat Marvel die Rechte an dem langlebigsten britischen Superhelden erworben.

MIRACLEMAN

Die auf vier Bänden angelegte Panini-Ausgabe enthält im ersten Band zur Vorstellung von Miracleman die kurze Geschichte „1956 – Die Invasoren aus der Zukunft“ von Mick Anglo. Der Erfinder der Figur erzählt davon, wie die Erde von durch die Zeit reisenden „Atomaren Sturmtruppen“ attackiert wird. Diese liebenswert nostalgische 10-seitige Geschichte hat Don Lawrence (“Trigan“) 1985 bewusst naiv gezeichnet und sie ist ein guter Einstieg, auch um nachzuvollziehen, warum Alan Moore ganz begierig darauf war den Neustart von Miracleman zu texten. Moore und Zeichner wie Garry Leach oder Steve Dillon (“Preacher“) schildern wie sich die Zeiten für den nach 20-jähriger Unterbrechung wieder als Superheld tätigen Michael Moran geändert haben. Statt der Schurken, „die nie etwas wirklich Böses getan“ hatten, mit denen Miracleman früher „ein Spiel spielte, dass keiner ganz ernst nahm“, hatte er es jetzt mit wirklich bedrohlichen Gestalten zu tun. Fast noch beängstigender ist jedoch, dass Michael Morans Freundin Liz, mit der er schon ewig zusammenlebte, plötzlich wider Erwarten schwanger wurde. Nachdem dies ewig nicht geklappt hatte, schien es so als wenn nicht Moran sondern Miracleman der Vater war.

MIRACLEMAN

“Der Traum vom Fliegen“, die in diesem mit viel Hintergrundinformationen garnierten Band enthaltene erste Miracleman-Geschichte von Alan Moore, ist sehr viel interessanter als die meisten Comics, die der Starautor in den letzten Jahren auf die Leserschaft losgelassen hat. Trotzdem hat Moore dafür gesorgt, dass sein Name in dieser Neuedition nicht genannt wird.

Miracleman

Der abschließende vierte Band schließlich enthält die von Neil Gaiman geschriebenen und von Mark Buckingham gezeichneten Abenteuer von Miracleman.

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