Archiv der Kategorie: COMIC

Die neusten Comicalben auf dem Markt!

Ant-Man Comics

Wer sich rechtzeitig zum neuen Marvel-Kinofilm “Ant-Man“ über den wohl kleinsten Superhelden informieren möchte, wird bei Panini sehr gut bedient.

Ant-Man

Als “Die offizielle Vorgeschichte zum Film“ erzählt ein Comicheft von einem Einsatz, den der im Kino von Michael Douglas verkörperte Hank Pym im Ostberlin zu Zeiten des kalten Kriegs absolvieren muss. Auch hier spielen Howard Stark, der Vater von Tony “Iron Man“ Stark, sowie Peggy Carter, die Freundin von “Captain America“ eine gewisse Rolle. Die zumeist in sehr großen Panels erzählte Geschichte ist schnell gelesen und endet schließlich mit jener Szene mit der der Kinofilm startet und die beeindruckend zeigt, wie gut es mittlerweile möglich ist per Computeranimation Schauspieler wie Michael Douglas sehr viel jünger erscheinen zu lassen.

ANT-MAN

Sehr viel mehr Lesestoff bieten zwei weitere „Ant-Man“-Comics aus dem Hause Panini. Das Paperback “Kleine und große Schwierigkeiten“ enthält drei aktuelle US-Hefte aus dem Jahre 2015, in denen Autor Nick Spencer und Zeichner Ramon Rosanas neue Abenteuer mit dem zweiten „Ant-Man“ Scott Lang erzählen. Diese Figur mit krimineller Vergangenheit steht auch im Zentrum des Kinofilms und wird dort von Paul Rudd verkörpert. Als Zugabe enthält Paninis Paperback noch zwei Hefte von 1979 aus der Reihe “Marvel Premiere“ in denen erstmals Scott Lang als Ant-Man auftaucht. Gezeichnet hat diese Klassiker John Byrne.

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Von diesem Comic gibt es auch noch eine auf 333 Exemplare limitierte Ausgabe mit einem Cover von Skottie Young.

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Die wohl interessanteste Veröffentlichung im Zusammenhang mit „Ant-Man“ ist der 280 Seiten dicke Megaband “Einfach unverbesserlich“, der von einem weiteren „Ant-Man“ namens Eric O’Grady erzählt. Dieser denkt gar nicht daran seine Fähigkeiten als Ameisenmann in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Vielmehr baggert er hilflose Frauen, die er in dunklen Gassen vor Ganoven rettet gnadenlos an. Die stark auf Schwarztöne setzenden Zeichnungen von Phil Hester erinnern etwas an Mike Mignola und erzählt hat die recht amüsanten Geschichten kein Geringerer als Robert Kirkman. Der Autor von “The Walking Dead“ hat zuvor auch schon nahezu alle Marvel-Figuren in Zombies verwandelt und spielt auch bei “Der unverbesserliche Ant Man“ mit den Konventionen und Möglichkeiten des Superhelden-Genres.

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Paco Roca: Die Heimatlosen

Paco Roca („La Casa„, “Kopf in den Wolken“) beschrieb in “Der Winter des Zeichners“ vor dem Hintergrund der Comicszene das Leben im Spanien Ende der Fünfziger Jahre unter Franco. Seinerzeit ließ es sich materiell gar nicht so schlecht leben, persönliche oder künstlerische Freiheit hingegen war Mangelware. Rocas “Die Heimatlosen“ ist eine interessante Ergänzung zu “Der Winter des Zeichners“, denn hier geht es um jene Spanier, die durch Franco entwurzelt wurden.

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Im Zentrum von Paco Rocas nah an tatsächlichen Ereignissen orientierter Geschichte stehen spanische Soldaten, die den Bürgerkrieg gegen Franco verloren haben, aber dennoch weiter gegen den Faschismus kämpften. Die erste Brigade, die 1944 im von den Nazis befreiten Paris das Rathaus zurück eroberte, bestand überwiegend aus Spaniern. Auch ansonsten kämpften spanische Soldaten an vielen Fronten des Zweiten Weltkriegs gegen die Deutsche Wehrmacht. Doch für sie ging der Krieg 1945 nicht wirklich siegreich zu Ende, denn Franco sollte in Spanien noch bis zu seinem Tode im November 1975 herrschen.

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PACO ROCA AUF DEM COMICFESTIVAL MÜNCHEN 2015 © Marion Strencioch

Paco Roca hat mit einigen jener Soldaten gesprochen, die nach dem Ende des Krieges nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten und nicht wussten wo sie hingehören. Diese Gespräche haben ihn zur Geschichte seines Comics “Die Heimatlosen“ inspiriert, aber auch zur Rahmenhandlung, die in blassen Bildern davon erzählt, wie Paco Roca als Comicfigur einen verschlossenen alten Mann namens Miquel Ruiz in einem kleinen französischen Ort besucht.

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Nach und nach gewinnt Paco das Vertrauen von Ruiz. Dieser erzählt von seiner Odyssee, die ihn von Alicante nach Marokko, zur Ausbildung nach England und schließlich mitten hinein ins umkämpfte Frankreich führte.

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Diesen Teil seines Comics setzte Roca farbig in Szene und informiert zwischendrin in Form von Landkarten aber auch darüber, wohin es viele Spanier nach Ende des Bürgerkriegs verschlagen hat. Im Finale der Comicgeschichte kommt heraus, wieso Miquel Ruiz ausgerechnet in dem französischen Kaff hängen geblieben ist. Der Grund, warum Miquel Ruiz dort eine Ersatz-Heimat gefunden hat, ist traurig, aber menschlich genauso anrührend wie Paco Rocas gesamter Comic.

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Paco Roca: Der Winter des Zeichners

Paco Rocas („Die Heimatlosen„, „La Casa„) preisgekrönter und bereits als Zeichentrick verfilmter Comic “Arrugas“ (“Kopf in den Wolken“) über die Freundschaft zweier Bewohner eines Altersheims im Schatten einer Alzheimer-Erkrankung, kam bei uns erst sehr viel später heraus. Daher verwundert es, dass es sich bei der ersten deutschen Veröffentlichung des spanischen Comickünstlers um ein sehr stark regional geprägtes Werk handelt.

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Basierend auf tatsächlichen Ereignissen erzählt “Der Winter des Zeichners“ von fünf spanischen Lohn-Zeichnern, die im unfreien Franco-Spanien des Jahres 1957 den Schritt in die Freiheit wagten. Beim auf junge Leser spezialisierten Verlagshaus Bruguera hatte sie zwar ein gesichertes Einkommen, aber keinerlei Rechte an den von ihnen gezeichneten und getexteten Comics. Auch künstlerische Freiheit galt dort nichts, denn es herrschte Angst vor der Zensur. Daher gründete das Quintett ein eigenes Comicmagazin namens “Tio Vivo“, das sich an ein erwachsenes Publikum richtete. Das Projekt scheiterte, weil Brugera seine Beziehungen spielen ließ und Vertriebswege blockierte. Die Zeichner kehrten wieder an ihre ungeliebten Arbeitsplätze zurück oder veröffentlichten nur noch im Ausland. Eine kleine Rolle innerhalb der Geschichte spielt der junge Newcomer Francisco Ibáñez, dessen Serie “Mortadelo y Filemón“ in Deutschland als “Clever & Smart“ ein großer Erfolg wurde.

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Paco Rocas Bilder der Straßen und Bars von Barcelona sowie der Verlagsräumlichkeiten sind ebenso akkurat wie atmosphärisch ausgeführt. Die Figuren, die diese Szenerien bevölkern, wirken hingegen etwas steif und emotionslos. Doch diese Schwäche gleicht Roca durch einen originellen Einfall aus: Um zu verdeutlichen wie zwischen den ineinander verschachtelten Zeitebenen seiner Geschichte die Jahreszeiten wechseln, verwendet er verschiedenfarbiges Papier. Der hoffnungsvolle Frühling des Aufbruchs schimmert rötlich, der Winter in dem die Zeichner zurück in die Verlags-Knechtschaft kehren, ist mit einem kalten Blau unterlegt, während die Erlebnisse im Sommer und Herbst auf gelben bzw. brauen Papier gedruckt wurden.

PACO ROCA
PACO ROCA AUF DEM COMICFESTIVAL MÜNCHEN 2015 © Marion Strencioch

Der Winter des Zeichners“ richtet sich nicht nur an eingefleischte Comicfans. Die mit vielen Zwischentönen versehene Geschichte zeichnet gut nachvollziehbar das Bild eines Nachkriegs-Spaniens in dem relativer Wohlstand und das beständige Aufsuchen von Bars nicht wirklich helfen, damit klarzukommen in einer Diktatur zu leben. Zugleich erzählt Paco Roca wie wichtig es ist eine Sache gewagt zu haben, selbst wenn sie am Ende scheitern wird.

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Mathias erzählt 1: Die Zaubertrommel

Der 1933 geborene Marcel Uderzo ist der sechs Jahre jüngere Bruder des legendären Comickünstlers Albert Uderzo. Er assistierte diesem bei einigen Asterix-Alben, zeichnete aber auch Flugzeuge für die Comic-Serie Tanguy und Laverdure und setzte diese Arbeit auch fort, nachdem Albert Uderzo von Jijé als Hauptzeichner abgelöst wurde. Anfang der Achtziger Jahre startete Marcel Uderzo nach Texten von Michel Clatigny alias Moloch mit eine eigene Serie namens Mathias.

Mathias erzählt 1: Die Zaubertrommel

Diese wurde auch bei uns zeitnah veröffentlicht. Die beiden ersten Abenteuer erschienen bei Ehapa unter dem Titel Matti erzählt. Der erste Band Die Zaubertrommel kam 1982 an die Kioske und das zweite Album Die magische Maske folgte 1985. Den dritten und zunächst letzten Band veröffentlichte in Deutschland 1989 unter dem Titel Die Abenteuer von Matthias: Die Götter des Sees der holländische Verlag Arboris.

Mathias erzählt 1: Die Zaubertrommel

Der Titelheld der Serie ist ein junger Mann, der um 1750 Frankreich verlassen hat um nach Kanada aufzubrechen ist. Dort erlebte er zahlreiche Abenteuer mit Trappern, französischen Soldaten, Bären und Indianer-Mythen. Mathias kehrte jedoch in sein heimatliches Dorf in der Normandie zurück und erfreut dort die Kinder, indem er von seinen Erlebnissen erzählt.

Mathias erzählt 1: Die Zaubertrommel
Marcel Uderzo auf dem Comicfestival in Angoulême

Als Autor kann Moloch dem großen René Goscinny nicht das Wasser reichen, zu unübersichtlich sind seine Abenteuergeschichten erzählt und viel zu plump kommen die gar nicht so zahlreichen Gags daher. Marcel Uderzos Zeichnungen hingegen sind bei Mathias ähnlich gut gelungen wie die Arbeiten seines Bruders bei Asterix oder Umpah-Pah. Trotzdem hat Marcel Uderzo ab 2015 seine Mathias-Alben noch einmal komplett überarbeitet und etwas arg grell schimmernd am Computer neu kolorieren lassen.

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Das ursprünglich auf 44 Comicseiten erzählte erste Comic-Album Die Zaubertrommel hat jetzt einen Umfang von 54 Seiten. Salleck Publications hat die von Marcel Uderzo sehr liebevoll editierte Hardcover-Ausgabe übernommen und bringt auch die weiteren Alben heraus.

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Aus “Le Maître des bisons“ © Marcel Uderzo

Aktuell erscheint in dieser Form in Frankreich unter dem Titel “Le Maître des bisons“ sogar ein viertes Album mit Mathias, das bei uns ebenfalls von Salleck veröffentlicht wird.

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Das Küken, die Maus und das Bier

Auf der vorletzten Seite des Stadtmagazins IN MÜNCHEN tummeln sich seit 1998 regelmäßig zwei seltsame Gefährten. Ein kugelrundes gelbes Küken und eine auch als Maulwurf durchgehende Maus haben nur eins im Sinn: Das nächste Bier.

DAS KÜKEN, DIE MAUS UND DAS BIER: Bierselige Geschichten von Gunter Hansen & Steffen Haas

Sie wenden allerlei Tricks an um in den Genuss des Gerstensaftes zu kommen. Doch selbst wenn sie noch so phantasievoll sind und z. B. ein Trojanisches Pferd bauen, die gar nicht einmal so unfreundliche Bedingung entlarvt sie doch immer wieder als “Kindsköpf“. Bemerkenswert an den Strips um “Das Küken, die Maus und das Bier“ ist die konsequente Arbeitsteilung der beiden Schöpfer. Während Steffen Haas die Maus zeichnet, ist Gunter Hansen für das Küken zuständig und jeder Gag wurde beim Bier (bzw.  zunächst beim Kaffee, wie jetzt in Sabine Buchwalds Nachwort zum dritten Sammelband zu erfahren ist) in Teamwork erdacht und dann in Bilder umgesetzt.

DAS KÜKEN, DIE MAUS UND DAS BIER: Bierselige Geschichten von Gunter Hansen & Steffen Haas

Mittlerweile liegen bereits drei gebündelte Ausgabe der Strip-Serie vor, die genau wie die gesammelten Werke von ©Tom im Querformat daherkommen. Verantwortlich ist hierfür die die Münchner Sektion von Strapazin.  Der auf dem ersten Blick etwas chaotisch und krakelig wirkende Zeichenstil von Hansen & Haas entfaltet nach dem Genuss mehrerer Strips (oder mehrerer Biere) eine ganz eigene Wirkung und erschließt dem Leser neue Welten.

DAS KÜKEN, DIE MAUS UND DAS BIER: Bierselige Geschichten von Gunter Hansen & Steffen Haas

Der dritte Band mit den bierseligen Geschichten von Hansen und Haas zeigt, dass aus dem Konzept noch lange nicht die Luft heraus ist. Unter den im Büchlein enthaltenen Strips knapp 100 Strips befindet sich kein einziger, der nicht originel und lustig ist.

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Robert Crumb’s Sex Obsessions

2007 veröffentlichte der Taschen Verlag den auf 1000 Exemplare limitierten Band “Robert Crumb’s Sex Obsessions“. Die 20,3 x 27,4 cm große „Collector’s Edition“ steckte in einem Schuber und es lag noch eine von Crumb signierte Lithografie bei. Das 258-seitige Buch hatte allerdings seinen Preis und kostete seinerzeit 750,- Euro.

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© Robert Crumb / Taschen

Jetzt erscheint eine sehr viel günstigere “Compact Edition“, die zwar mit 17,3 x 23,3 cm etwas kleiner ist, aber auch nur 19,95 Euro kostet. Auch in diesem Hardcoverband mit Schutzumschlag sind 14 vollständige obsessive englischsprachige Comic-Geschichten enthalten, die Robert Crumb zwischen 1980 und 2006 zeichnete. Er hat die Stories wie „My Troubles With Women“, „If I Were a King“ und „How To Have Fun With a Strong Girl“ zudem auch noch selbst von Hand koloriert.

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© Robert Crumb / Taschen

Abgerundet wird das Buch noch durch 60 Illustrationen. Auf einer dieser Zeichnungen verewigte Crumb die Herausgeberin des Buches, die “Amazing Dian Hanson“. Die Dame, die bei Taschen für Sexy-Books wie „The Art of Pin-up“, „The Little Book of Big Penis“ oder den großartigen Bildband „Sex to Sexty“ zuständig ist, passt anscheinend genau in Crumbs Beute-Schema, denn sie hat einen kleinen Kopf und einen großen Körper.

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© Robert Crumb / Taschen

Schön an diesem Buch ist auch, dass der Taschen Verlag damit zu seinen Wurzeln zurückkehrt und wie einst Anno 1980 in seinen Gründertagen wieder Comics veröffentlicht.

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Gung Ho 2: Ohne Rücksicht auf Verluste

Unter dem Titel Schwarze Schafe gelang dem Zeichner Thomas von Kummant und dem Autor Benjamin von Eckartsberg der atemberaubende Auftakt ihre auf fünf Bände angelegten Serie Gung Ho. Angesiedelt auf einer von nicht mehr allzu viel Menschen bevölkerten Erde, erzählen sie vom Kampf der letzten Überlebenden gegen die gemeingefährlichen Reißer.

Gung Ho 2: Ohne Rücksicht auf Verluste

Hauptfiguren sind die beiden ungleichen Brüder Archibald und Zacharias Goodwoody alias Archer und Zack. Diese sind als ehemalige Waisenhaus-Insassen Neuankömmlinge in der abgeriegelten Siedlung Fort Apache. Dort haben sie große Schwierigkeiten sich den hierarchischen Strukturen anzupassen. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen verstossen sie immer wieder gegen die herrschenden Regeln. Doch die Mutproben, die oft auf Motorrädern außerhalb der Umzäunung zu bestehen sind, gehen immer wieder tödlich aus…

Gung Ho 2: Ohne Rücksicht auf Verluste

Der zweite Gung Ho-Band ist trotz seines Titels Ohne Rücksicht auf Verluste keine finstere Anti-Utopie, sondern (noch) überwiegen in der Erzählung Teenie-Soap-Elemente. Während Archer versucht in Fort Apache so viele Mädchen wie möglich zu vernaschen, verliebt sich Zack – sehr zum Ärger der attraktiven Pauline – ziemlich ernsthaft in einen Neuankömmling. Dabei handelt es sich um Yuki, die – zusammen mit ihrem aus Asia-Action-Filmen bekannten Vater Tanaka Hasegawa – die Jugend von Fort Apache im Nahkampf ausbilden soll.

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© Thomas von Kummant und Benjamin von Eckartsberg

Benjamin von Eckartsberg Geschichte mit Herz-Schmerz-Elementen vor dem Hintergrund einer großen Bedrohung bildet eine mehr als gute Vorlage für die atemberaubend komponierten und kolorierten Comicseiten von Thomas von Kummant. Wer noch mehr Gung Ho möchte, dem sei die limitierte Vorzugsausgabe empfohlen, die neben einem aufschlussreichen Interview mit den Machern sowie einem Poster auch noch zahlreiche Hommage-Bilder von namhaften Comickünstlern wie Juanjo Guarnido (Blacksad), Michel Plessix (Julian B.), Ingo Römling (Malcolm Max) oder Daniel Liske (Die Wormworld Saga) enthält.

Gung Ho 2: Ohne Rücksicht auf Verluste
© Peter Puck

Sehr schön ist in diesem Umfeld der Beitrag von Peter Puck, der nicht nur sehr lustig ist, sondern auch perfekt den Stil von von Kummant imitiert. Puck revanchiert sich damit auch für die Hommage-Zeichnungen, die die beiden Gung Ho-Schöpfer zu seinem Band Rudi – Fett & komplett beisteuerten.

Auf alle Fälle darf man gespannt auf den weiteren Verlauf der Serie sein.

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Daniel Lieske: Die Wormworld Saga

Viele Zeichner träumen davon ein eigenes Comicalbum zu veröffentlichen. Für Daniel Lieske ist es eher eine Nebensache, dass Tokyopop die ersten drei Kapitel seiner “Wormworld Saga“ in Form eines sehr schönen Hardcoveralbum veröffentlicht, wobei für das schillernde Prägemotiv auf dem Titelbild gleich drei (!) Druckereien zum Einsatz kamen. Als das Buch erschien, hatte Lieske bereits das vierte Kapitel seiner Fantasy-Saga online gestellt.

0000Auf www.wormworldsaga.com ist es möglich “Die Wormworld Saga“ in mehr als 20 Sprachen gratis zu lesen. Wobei der Leser hierzu den Bildschirm-Inhalt einfach herunterscrollen muss und die Geschichte dabei kapitelweise von oben nach unten lesen kann. Da die Story gleichzeitig auch gratis im Netz zu beziehen ist, erschien „Die Wormworld Saga“ für viele Verlage ein riskantes Geschäft zu sein. Doch Tokyopop ging das Wagnis ein, wobei der unermüdlich seine Saga weitererzählende Daniel Lieske nicht die Zeit fand sich um das Layout des Buches zu kümmern.

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Doch auch in gedruckter Form funktioniert die Geschichte vom kleinen Jonas, der auf dem Dachboden seiner Großmutter Zugang zu einer Fantasy-Welt findet, allerbestens. Gleich zu Beginn seiner Erzählung verrät Lieske dem Leser zwei seiner Inspirationsquellen: Jonas besucht die Michael-Ende-Grundschule und seine Lehrerin heißt Frau Rubens. Daniel Lieskes scheinbar handgemalte farbenfrohe Bilder sind sehr sinnlich ausgefallen und die verträumte Hauptfigur wird äußerst sensibel eingeführt. Auch dass am Anfang der Geschichte Lieskes etwas arg vertraut wirkende Fantasywelt weniger interessant ausfällt, als seine einfühlsame Schilderung von Alltäglichkeiten lässt an “Narnia“ von C. S. Lewis oder “Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende denken.

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Justice League of America: Crisis 5

Zum alljährlichen Zusammentreffen der JLA (von Erde-Eins) und JSA (Erde-Zwei) ließen sich die Autoren immer wieder die spannendsten Geschichten einfallen. Je gigantischer und galaktischer die Einfälle waren, desto besser. Und ganz getreu diesem Motto werden wieder die aberwitzigsten Ideenfeuerwerke gezündet.

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Softcover-Cover

Der Bösewicht Lord of Time hat in der Zukunft einen Computer erschaffen, der kurz davor ist, alle Zeit auszulöschen. Nichts kann das Programm aufhalten! In seiner übergroßen Not muss der Her der Zeit sich was einfallen lassen. Er beraubt die fünf Helden Viking Prince, Jonah Hex, Rittmeister Hans von Hammer, Miss Liberty und Black Pirate (was für eine Mischung!) ihrer Erinnerung, stattet sie mit neuen Kräften aus und schickt sie zum Jahrestreffen von JLA/JSA um diese aufzumischen und ihnen eine Niederlage zuzuführen – was auch gelingt. Aber die Helden erkennen den Ursprung der Attacke aus der Zukunft und machen sich auf den Weg. Die finale Konfrontation zwischen den willenlosen fünf Helden und JLA/JSA findet an einem historisch besonders wichtigen Ort statt: Valley Forge.

Valley Forge war der Name des Lagers, in dem George Washington mit seiner Armee im Winter 1777/78 während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kampierte. Nach diversen Niederlagen sammelten sich die Neu-Amerikaner hier um dann in der entscheidenden Schlacht zu gewinnen!

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Hardcover-Cover

So auch JLA/JSA: Eingedenk der Historie geben sie nicht auf und verfolgen die Spuren, die sie zum Lord of Time bringen. Sie stellen sich der Maschine, die durch nichts aufzuhalten (scheinbar) ist.

In JLA #171 (November 1979) gibt es einen sentimentalen Dialog zwischen Batman (von Erde-Eins) und Huntress (Helena Wayne von Erde-Zwei) in dem sie dem verstorbenen Vater von Helena – dem Batman von Erde-Zwei – gedenken, der nur ein paar Monate vorher in Adventure Comics #462 ermordet wurde.

Aber nicht nur er ist tot – auch ein anderer Held wird in diesem Heft noch sterben. Dieses Jahrestreffen findet auf dem Satelliten statt. Und als dann ein Mord geschieht, geraten alle Mitglieder von JLA und JSA unter Verdacht. Eine spannende Detektiv-Geschichte, bis endlich der wahre Mörder gefunden ist.

Auch ein anderer Toter macht wieder von sich reden: Darkseid. In Adventure Comics #459/460 (1978) war er in einer gigantischen Schlacht zwischen den New Gods (geschaffen von keinem geringeren als Jack Kirby) und Darkseids Schergen scheinbar gestorben. Jetzt kommt er wieder zurück nach Apokolips, um Erde-Zwei zu zerstören und dessen Platz im Universum einzunehmen. Nun sind die vereinten Kräfte der New Gods, der Justice League und der Justice Society gefordert, um ihn von seinem Plan abzuhalten.

Norbert Elbers

Justice League of America: Crisis 5 (von 6), enthält: US-Justice League of America (vol.1) #159-160, #171-172, #183-185 (Oktober 1978 bis Dezember 1980); Text: Gerry Conway; Zeichnungen: Dick Dillin, George Pérez; Tusche: Frank McLaughlin; aus dem Amerikanischen von Christian Heiß; Prestige; Softcover: € 19,99, auf 222 Exemplare limitierter Hardcover: € 39,00; 180 Seiten; farbig; Cover SC und HC: George Pérez; Panini/DC Comics

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Green Arrow: Das erste Jahr

Der schwerreiche Oliver Queen, weiß nicht so recht was er mit seinem Geld und seinem Leben anfangen soll. Eine seiner besseren Ideen ist noch, dass er für 150.000 Dollar den Flitzbogen von Howard Hill erworben hat. Dieser legendäre Bogenschützer half Errol Flynn 1938 dabei im Kino als Robin Hood halbwegs authentisch zu wirken. Oliver Queen hingegen hört nicht auf Ratschläge. Der rastlose Playboy bricht zu einer Kreuzfahrt auf, wird von seinem mitreisenden Assistenten ausgebootet und landet auf einer einsamen Insel. Dort findet Oliver zu sich und seine Berufung. Nach seiner Rückkehr nach Star City wird er zum maskierten Helden Green Arrow.

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Dieser Comic wurde von Jock alias Mark Simpson sehr locker zu Papier gebracht. Seitdem Tim Sale (“Batman – Das lange Halloween“) leider keine Comics mehr zeichnet, ist es keinem anderen Zeichner gelungen mit ähnlich simpel aber markant komponierten Bildern spannende Geschichten zu erzählen. Vor allem die effektvollen Titelbilder der einzelnen Hefte zeigen, was für ein begnadeter Comickünstler Jock ist. Dem Autor Andy Diggle gelang eine geschickt modernisierte Entstehungsgeschichte des legendären seit 1941 im DC-Universum tätigen Helden Green Arrow. Der Comic inspirierte auch die TV-Serie “Arrow“, was sich darin niederschlug, dass Andy Diggle sogar zum Namenspatron für eine der Hauptfiguren wurde. Arrows Partner der Kriegsveteranen und Bodyguard heißt John Diggle.

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Die sechsteilige Miniserie erschien 2007 in den USA. Panini veröffentlich sie komplett als Paperback oder als auf 444 Exemplare limitierte zum Comicfestival 2015 erschienene Hardcover-Ausgabe.

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