Archiv der Kategorie: COMIC

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Hellboy – Die ersten 20 Jahre

Hellboy ist schon etwas älter als 20 Jahre. Mike Mignolas erste Zeichnung der beliebten Rothaut mit den abgeschliffenen Hörnern stammt von 1991 und ist natürlich in diesem schönen Buch enthalten. Doch erst zwei Jahre später erschien erstmals eine Comicgeschichte mit Hellboy und 1994 schließlich startete die Serie mit der Story Die Saat der Zerstörung, bei der Mignola beim Texten vom erfahrenen Comic-Künstler John Byrne unterstützt wurde.

Hellboy - Die ersten 20 Jahre

Der Bildband Hellboy – Die ersten 20 Jahre feiert das Jubiläum und enthält ausschließlich Illustrationen von Mike Mignola. Dieser dankt jedoch im Vorwort ausdrücklich den Zeichnern Duncan Fegredo und Richard Corben, die „viel getan haben, um Hellboy am Leben zu erhalten“ (über die beiden Kinofilme verliert er hingegen kein Wort). Das Buch enthält nur wenige Comicseiten und erst recht keine kompletten Geschichten, was jedoch nicht weiter schlimm ist, denn an der Serie fasziniert das Artwork stärker als die nicht immer nachvollziehbaren aber sehr atmosphärischen Stories.

Hellboy - Die ersten 20 Jahre

Hellboy – Die ersten 20 Jahre präsentiert im A4-Format hauptsächlich ganzseitige Illustrationen, oft Titelbilder ohne störende Texte und immer mal wieder auch die zugehörigen Skizzen oder auch Mignolas schwarzweiße Zeichnungen, deren Detailreichtum manchmal durch Dave Stewards Kolorierung etwas gelitten hat. Die Illustrationen sind chronologisch angeordnet und es fasziniert zu sehen, dass Mignola seinem Stil treu blieb, diesen zugleich aber auch verfeinerte.

Hellboy - Die ersten 20 Jahre

Der Illustrator und Charakter-Designer Peter de Sevès (Ice Age) bringt dies in seiner Einleitung sehr gut auf den Punkt: „Wo er früher fünfzig parallele Linien über ein muskulöses Körperteil zog, genügen (jetzt) vier oder fünf schnelle Striche (…) Je mehr Details Mignola beiseite schiebt, desto mehr nehmen seine Zeichnungen eine markante Gestalt an, als ob all die Bestandteile, einschließlich Hellboys narbigem Gesicht in Stein gemeißelt sind.“

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Mawil: Kinderland

Im Ostberlin des Jahre 1989 gerät das sonst so geregelte Leben des kleinen Mirco Watzke völlig aus den Fugen. Dies hat jedoch nichts mit der politischen Großwetterlage zu tun, sondern damit, dass es ihm nicht erlaubt wird an seiner Schule ein Tischtennis-Turnier zu organisieren. Doch der sonst so angepasste Mirco lässt sich dies nicht gefallen. Gemeinsam mit seinem zweifelhaften neuen Freund Torsten muckt er gegen die Lehrerschaft und die FDJ-Gruppenratsvorsitzende Angela Werkel auf…

Mawil: Kinderland

Mit Kinderland gelang Mawil (Wir können ja Freunde bleiben) ein 300-seitiges Meisterwerk, das aus kindlicher (aber niemals kindischer) Sicht einen ziemlich umfassenden Einblick in den DDR-Alltag bietet. Unaufdringlich werden Themen wie Mangelwirtschaft, Religion und am Ende der Geschichte schließlich auch der Mauerfall in eine menschlich sehr gut geerdete Geschichte eingebettet. Erfrischend ist, dass „große“ Themen wie Montagsdemos, Fluch oder Ausreise in den Westen nur am Rande der Geschichte stattfinden und vom ganz normalen Leben im anderen Deutschland erzählt wird.

Mawil: Kinderland
Cover der Vorzugsausgabe

Bemerkenswert ist Mawil aber nicht nur als Erzähler, sondern auch seine lockeren Zeichnungen und die schöne stimmige Kolorierung sind außergewöhnlich. Einmal mehr gelingt es Mawil Frauen und Mädchen zu zeichnen, die auf eine höchst ungewöhnliche Art attraktiv wirken. Das zeichnerische Highlights des Comics ist jedoch zweifelsohne ein auf über 30 Seiten in Szene gesetztes, immer mehr aus den Fugen geratenes Tischtennis-Match, bei dem Mirco und Torsten gegen zwei ältere sehr fiese FDJler antreten. Es ist schier unglaublich wie Mawil hier mit Perspektiven und Seitenlayouts arbeitet.

Kinderland“ ist Mawils bisher bester Comic. Das Buch liegt bei Reprodukt auch als auf 777 Exemplare limitierte Hardcover-Vorzugsausgabe mit signiertem Druck vor. Mittlerweile gibt es auch eine preiswerte Taschenbuch-Edition.

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Volker Reiche: Snirks Café – Das Voodoohuhn von Curaçao

Die Produktivität von Volker Reiche bleibt erstaunlich. Zwanzig Jahre hat er die Traditionsserie Mecki für die Hörzu gezeichnet und acht Jahre (davon sechs Jahre lang werktäglich!) garnierte er die F.A.Z. mit seinen Strizz-Strips. Danach überraschte er mit dem voluminösen autobiographischen Comic Kiesgrubennacht, in dem er seine nicht nur glückliche Jugend im Nachkriegsdeutschland schilderte.

Volker Reiche: Snirks Café - Das Voodoohuhn von Curaçao

Snirks Café: Das Voodoohuhn von Curaçao weist genau wie Kiesgrubennacht Schnittstellen zu Strizz auf, ist jedoch wieder ausschließlich im komischen Bereich angesiedelt. Hauptfigur ist der 28-jährige Kilian Fischer, der sich jedoch „Snirk“ nennt, weil er eine noch nicht genau definierte Firma namens Snirks Café gründen möchte. Er hofft das Startkapital von seinem Opa zu bekommen, doch dieser will davon nichts wissen, sondern schickt Kilian auf einen Trip in die Karibik. Dort soll dieser seinen verschollenen Vater ausfindig machen. Mit auf die Reise geht Opas bester Kumpel Kurti, der keine große Lust hat zu reden und stattdessen lieber zeichnet. Der rundliche Kurti ist der heimliche Held der Serie und eine Figur von rührender Naivität und beneidenswerter Ehrlichkeit. Ein unvergesslicher Moment des Comics erzählt ganz ohne Worte wie Kurti seine Perücke einem nicht zum Nestbau talentierten Vogel als Brutstätte stiftet.

Volker Reiche: Snirks Café - Das Voodoohuhn von Curaçao

Auf sehr lustigen farbigen 77 Seiten, die vom 11. Februar bis zum 11. Juli 2014 in der F.A.Z. abgedruckt wurden (und gegen Ende innerhalb der Geschichte die Spiele der Fußball-WM kommentierten), erzählt Volker Reiche wie sich die Familie Fischer mit Hilfe des Voodoohuhns Martina wiederfindet. Dabei bleibt noch einiges im Argen, doch dies könnte in der folgenden Serie Snirk & Strizz aufgeklärt werden, in der Kilian Fischer in der Firma Leo & Co mit seinem alten Schulfreund Strizz zusammenarbeiten muss. Doch ob es diese noch geben wird erscheint nach der Einstellung des regelmäßigen Comic-Strips in der F. A. Z. mehr als fraglich.

Hier ist Snirks FAZ-Auftritt online zu finden

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Vita Obscura

Auf dem Comic Salon Erlangen 2012 wurde „Packeis“ von Simon Schwartz völlig zu Recht als „bester deutschsprachiger Comic“ ausgezeichnet. Schwartz erzählt die unglaubliche aber wahre Geschichte des Afroamerikaners Henson, der 1909 möglicherweise als erster Mensch gemeinsam mit dem Forscher Robert Peary den Nordpol erreicht hatte, jedoch um seinen Ruhm betrogen wurde.

Vita Obscura

Das neue Buch von Simon Schwartz ist rein äußerlich komplett anders ausgefallen. Statt eines Softcoveralbums mit durchgehender Story und einer blauen Schmuckfarbe, kommt „Vita Obscura“ als gebundenes querformatiges Hardcoverbuch daher und erzählt werden in unterschiedlichen Zeichenstilen gleich 33 Geschichten. Genau wie bei „Packeis“ sind diese aber ebenfalls unglaublich und dennoch wahr.

So geht es etwa um einen Landstreicher, der zum einzigen Kaiser der USA wurde, um den Dieb des Gehirns von Albert Einstein oder um Insulaner, die Frachtflugzeuge anbeten. Nebenbei ist auch noch zu erfahren, dass Hollywood-Star Hedy Lamarr das WLAN und der DDR-Irrenhausinsasse Karl Hans Jahnke das GPS erfanden.

Für jede dieser unglaublichen Geschichten hat sich Simon Schwartz andere Zeichenstile und Seitenlayouts ausgedacht. Er orientierte sich dabei an den Sonntags-Seiten der US-Zeitungen auf denen Anfang des letzten Jahrhunderts beeindruckende farbige Comics wie „Little Nemo“ von Winsor McCay oder „The Kin-der-Kids“ von Lyonel Feininger erschienen sind. In dieser Tradition steht „Vita Obscura“ auch dadurch, dass die einzelnen Folgen zunächst in der Wochenzeitung „Der Freitag“ erscheinen und wir uns auf weitere skurille Episoden freuen dürfen.

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X-Men: Der letzte Mensch

Mit „Avengers: Der endlose Krieg“ veröffentlichte Panini die erste „Original Hardcover Graphic Novel“ von Marvel. Der Comic erfreute durch die schöne Aufmachung und den günstigen Preis, aber auch dadurch, dass Warren Ellis‘ Story selbst für jene Leser halbwegs verständlich war, die Marvel-Superhelden nur aus dem Kino kennen. Die Aufmachung bei „X-Men: Der letzte Mensch“ ist ebenso gelungen, die wieder von einem Briten stammende Geschichte fällt jedoch etwas wirrer aus.

X-Men Der letzte Mensch

Die Grundidee von Mike Carey ist durchaus originell. Der 1959 in Liverpool geborenen vielbeschäftigten Autor erzählt davon, dass plötzlich alle Menschen (mit einer Ausnahme) von der Erde verschwunden sind, stattdessen tut sich direkt vor „Jean-Grey-Schule für höhere Bildung“, wie die Mutanten-Lehranstalt der X-Menschen jetzt heißt, ein Dimensions-Tor auf. Durch dieses strömen aus allen Ecken der Galaxis Mutanten, die auf ihren Heimatwelten unerwünscht sind. Die X-Men versuchen dies Problem in den Griff zu bekommen, haben aber auch noch reichlich eigene Probleme, da sich eine Gruppe um Cyclops von Wolverine, Beast, Storm & Co. abgespalten hat.

X-Men: Der letzte Mensch

Eine „Graphic Novel“ sollte eigentlich eine Geschichte erzählen, die auf eigenen Füßen steht. Mike Careys Story hingegen erschließt sich nur jenen Lesern vollständig, die den neusten Stand des Marvel-Universums sowie die X-Men-Klassiker (Stichwort: Dark Phoenix Saga) kennen. Wer in dieser Hinsicht nicht sattelfest ist, kann sich immerhin an der schönen Grafik des Spaniers Salvador Larroca und dem interessanten Making-of-Bonusmaterial des Buches erfreuen.

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Herr Lehmann

2001 erschien mit „Herr Lehmann“ das erste Buch des zuvor hauptsächlich als Musiker tätigen Sven Regener. Eine Geschichte wird eher nicht erzählt. Die Titelfigur driftet planlos aber durchaus glücklich durch die Kneipenszene West-Berlins und wundert sich, dass ihn alle „Herr Lehmann“ nennen aber duzen. Am 9. November 1989 merkt Frank Lehmann kaum, dass er 30 wird und die Mauer fällt.

Herr Lehmann

Das Buch wurde zu einem großen Erfolg und daher von Leander Haußmann verfilmt sowie von Regner durch die Bücher „Neue Vahr Süd“ und „Der kleine Bruder“ zur Trilogie erweitert. Da „Herr Lehmann“ seinerzeit bei Eichborn veröffentlicht wurde, liegt dort jetzt auch eine Comic-Adaption des Buches vor.

Tim Dinter hat (mit Unterbrechungen) drei Jahre an dem Comic gearbeitet. Während Leander Haußmann in seiner Verfilmung von „Herr Lehmann“ mit allerlei inszenatorischen Mätzchen arbeitete und markante Darsteller wie Christian Ulmen (in der Titelrolle) oder Detlef Buck sich die Charaktere vielleicht ein wenig zu sehr aneigneten, erfreut Dinters Comic durch seine schwarzweiße Schlichtheit.

Die Figuren sind simpel aber jederzeit wiedererkennbar zu Papier gebracht und sehr gelegentlich gibt es auch leicht verwaschen wirkende Bildhintergründe zu sehen. Diese zurückhaltende Grafik ermöglicht einen unverbauten Blick auf Regeners Geschichte. Wichtiger noch ist, dass dessen eigenwillige Merksätze über Schweinebraten („Kruste wird sowieso überschätzt“), Frühstücker in Kneipen („Der Feind an sich“) oder die subtilen Unterschiede zwischen Liebe und Verliebtheit im Comic noch stärker funkeln als im Kinofilm.

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Derib: Go West

Noch bevor er mit seinen Indianer- bzw. Western-Serien Yakari und Buddy Longway große Erfolge feierte, startete Derib 1971 im Magazin tintin seine Reihe Go West. Nach einem Script von Greg erzählte er vom arbeitslosen Diplombuchhalter Barnaby Bumper, der im New York des Jahres 1866 beim illegalen Glücksspiel einen Planwagen mit zwei Pferden gewinnt. Gemeinsam mit seinen Kindern Barbara und Percy sowie seinem Vetter Homer bricht er gen Westen auf…

Derib: Go West

In zehn in sich abgeschlossenen, aber aufeinander aufbauenden Episoden wird geschildert, wie die Familie Bumper sich einem langsam anwachsenden Wagen-Treck anschließt und allerlei Abenteuer erlebt. 1978 schließlich beendeten Derib und Greg ihre ebenso spannende wie humorvolle Serie. Bei der Lektüre kann festgestellt werden, wie Deribs Zeichnungen während seiner siebenjährigen Arbeit an Go West immer lockerer zugleich aber auch detailreicher wurden.

Derib: Go West

1979 erschien in Frankreich eine Gesamtausgabe. Bei uns wurde der Comic bereits ein Jahr zuvor bei Carlsen in einem Album unter dem Titel Go West: Die Abenteuer des Barnaby Bumper veröffentlicht. Seinerzeit fehlte in der deutschen Ausgabe allerdings die 18-seitige Abschlussepisode Das andere Ufer, die schildert wie Familie Bumper unter dramatischen Umständen schließlich Kalifornien erreichte. Doch Salleck Publications präsentiert in einer schönen Hardcover-Ausgabe endlich die komplette Go West-Saga und außerdem noch einen interessant bebilderten Anhang mit Hintergrundinfos.

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Olivia Vieweg: Endzeit

Die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg dürfte Comicfreunden durch ihre Alben Huck Finn, Antoinette kehrt zurück und Schwere See, mein Herz bereits ein Begriff sein. Ihre Vielseitigkeit unterstreicht das mit Comicelementen spielende für Kinder und Jugendliche konzipierte Schneiderbuch Bin ich blöd, oder was?: Klassenfahrt des Grauens.

Olivia Vieweg: Endzeit

Nicht übersehen werden sollte auf keinen Fall Olivia Viewegs (zunächst) 80-seitiger Zombie-Comic Endzeit, der nicht nur durch die weiblichen Hauptfiguren und den moderaten Umfang eine angenehme Alternative zur US-Endlosserie The Walking Dead ist. In einem lockeren unverwechselbaren Zeichenstil erzählt Vieweg aus einer Welt, die seit drei Jahren von Zombies beherrscht wird.

Olivia Vieweg: Endzeit

Vivi und Eva versuchen als einzige Passagiere mit einem automatisch ohne Lokführer fahrenden DB-Nahverkehrszug von Weimar nach Jena zu reisen. Es kommt zu einem Halt auf freier Strecke und die jungen Frauen versuchen sich zu Fuß durchzuschlagen. Dabei haben sie schreckliche aber auch seltsame Erlebnissen, etwa wenn sie auf zwei Giraffen treffen, die durch die menschenleere Landschaft traben. Bei der Lektüre von Endzeit drängt sich die Frage auf, warum eigentlich keine deutschen Zombie-Filme gedreht werden.

Doch das ändert sich gerade. Das ZDF verfilmt Endzeit gemeinsam mit arte. Passend dazu hat sich Olivia Vieweg ihren Comic noch einmal vorgenommen, alles neu gezeichnet und ein fast schon episches 280-seitiges Werk daraus gemacht, das bei Carlsen im größeren Format erschienen ist.

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The Star Wars – Die Urfassung

Mit diesem Comic geht eine Ära zu Ende. 1977 erschien der erste „Star Wars“-Comic bei Marvel . Es war eine Adaption jenes Filmes, der heute den Titel „Episode IV – Eine neue Hoffnung“ trägt. Der Comic wurde von Howard Chaykin gezeichnet als der Film noch gar nicht im Kino lief. Marvel veröffentlichte bis 1986 mehr als 100 Star Wars Comics. Ab 1991 übernahm der Verlag Dark Horse und machte insgesamt einen sehr guten Job. Trotzdem landen durch den Disney-Marvel-Lucasfilm-Deal die Rechte für Star Wars Comics ab 2015 (siehe auch „Das Erwachen der Macht„) wieder bei Marvel.

The Star Wars - Die Urfassung

„The Star Wars“ ist eine der letzten Dark Horse Veröffentlichungen und hier konnte der Verlag noch einmal zeigen, mit welchem Ideenreichtum und in welcher Qualität dort Comics zur demnächst wieder auf die große Leinwand zurückkehrenden Space Opera verlegt wurden. Auf der Basis der ersten Drehbuchentwürfe und der zugehörigen Entwurfszeichnungen wird gezeigt wie der Film eventuell ausgesehen hätte, wenn George Lucas 1974 gleich nach dem Ende der Dreharbeiten von „American Graffiti“ grünes Licht zur Realisierung bekommen hätte. Ein möglicher Titel des damaligen Films wäre „Adventures oft the Starkiller, Episode I: The Star Wars“ gewesen.

The Star Wars - Die Urfassung

Im Zentrum der Geschichte gestanden hätte dann möglicherweise Annakin Starkiller, dessen Vater Kane ein Jedi-Bendu-Ritter ist, von dem nur noch der Kopf und der rechte Arm organisch sind. Der Cyborg bittet seinen alten Kumpel, den legendären General Luke Skywalker, Annakin als Padawanschüler in seine Dienste zu nehmen. Der grauhaarige bärtige Luke hat in dieser Star-Wars-Version eine erstaunliche Ähnlichkeit mit George Lucas, während Darth Vader ein zwar finsterer aber unmaskierter Schurke und Han Solo ein grünhäutiges Monstrum ist.

The Star Wars - Die Urfassung

In „Das Kino des George Lucas“ schreibt Marcus Hearn, dass die Star Wars Urfassung ein „verwirrendes Durcheinander von Charakteren und Technik“ war. Diesen Eindruck vermittelt der Comic durchaus. Doch die ausgereiften und plastisch kolorierten Zeichnungen des Dark Horse Teams sowie das generelle Bemühen darum, etwas Vertrautes anders, aber „ohne den Wiedererkennungseffekt vollständig zu verlieren“, darzustellen, trägt interessante Früchte. Auch durch das umfangreiche Bonusmaterial, mit Variant-Covern und Entwurfszeichnungen, ist dieser schön aufgemachten Hardcover-Band ein Must-have für jeden Star Wars Fan.

The Star Wars - Die Urfassung

Im Rahmen von Paninis Reihe Star Wars Comic-Kollektion ist eine etwas preiswertere gebundene Ausgabe erschienen, die allerdings auch kleinformatiger ist und über weniger Bonusmaterial verfügt.

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Mark Millar Collection 5: Kick-Ass Runde 2

Nach 8 Jahren und 28 Comicheften fand im Oktober 2014 eine der erfolgreichsten Superhelden-Serien der Neuzeit ihr Ende. Nachdem Autor Mark Millar und Zeichner John Romita Jr. zuvor bereits bei Marvels Wolverine – Staatsfeind zusammengearbeitet hatten, begannen sie 2006 eine eigene Serie zu konzipieren. Die Grundidee zu Kick-Ass, um einen Jungen, der sich zunächst ziemlich vergeblich als Superheld versucht, ist recht simpel. Umso erstaunlicher ist es, was Millar und Romita schließlich daraus machten.

Kick-Ass 3
Softcover-Cover

Der Comic-Fan Dave Lizewski bestellt sich bei ebay einen enganliegenden grünen Tauchanzug und versucht sich in New York als Kämpfer für das Gute. Das geht zunächst ganz schön schief und Dave landet nach seinem ersten Einsatz schwer verletzt im Krankenhaus. Doch er gibt nicht auf und als Kick-Ass wird er schließlich durch ein Video auf YouTube zum Volkshelden. Dies ruft allerlei Nachahmer, aber auch den Schurken Red Mist, auf den Plan. Schon sehr viel länger im Rächer-Business unterwegs ist allerdings die von ihrem Vater trainierte Mindy McCready alias Hit-Girl, der Millar und Romita sogar eine eigene Mini-Serie spendierten. Diese ist zeitlich zwischen Kick-Ass 1 und Kick-Ass 2 angesiedelt.

Kick-Ass 3

In Kick-Ass 3 schließlich heißt es Abschied nehmen von Dave Lizewski und Mindy McCready. Beide treten zum letzten Gefecht an, wobei sich das kleine Mädchen mal wieder sehr viel mehr zumutet als ihr fast schon erwachsener Kumpel. Dave hinterfragt mitten im Kampfgetümmel unter dem Motto „Ich habe meine Kindheit damit vergeudet“ sogar seine naive Liebe zu Superhelden-Geschichten.

Kick-Ass 3

Doch Millar beendet seine Erfolgsserie ebenso knalliges wie zufriedenstellend, während ein Epilog weitere Comics zumindest mit Hit Girl nicht gänzlich unwahrscheinlich erscheinen lässt.

Kick-Ass 3
Hardcover-Cover

Genau wie weitere von Mark Millar getextete Serien wie etwa Wanted, Kingsmen – The Secret Agent oder Jupiter’s Legacy erschien auch Kick-Ass unter dem Label Millarworld. Doch auch hier die Leistung des Zeichners ebenso wichtig wie die Ideen des Autors. Wohl noch nie sahen die (nicht nur im Superhelden-Genre) ohnehin schon unvergleichlichen Zeichnungen von John Romita Jr. so toll aus, wie bei Kick-Ass und Hit Girl, was aber auch am Inker Tom Palmer sowie an den Koloristen Dean White und Michael Kellener liegt. Es sei noch angemerkt, dass die Kick-Ass-Comics sehr viel besser sind als die beiden Kinofilme!

Mark Millar Collection 5: Kick-Ass Runde 2

Panini veröffentlichte die vier Miniserien zunächst in Form von unterschiedlichen Sammelbänden. Anschließend folgte dann im Rahmen der Mark Millar Collection eine zweibändige gebundene Gesamtausgabe im leichten Überformat, die keine Wünsche offen lässt.

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