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Die heißesten DVDs und Blu-rays

Der große Bluff

Mit “Der große Bluff“ präsentiert Koch Medias “Edition Western Legenden“ in der Tat einen Klassiker des Genres. Dieser im selben Jahr wie John Fords Western-Meilenstein “Stagecoach“ entstandene Film war aber auch wichtig für die weitere Karriere von zwei der größten Hollywood-Stars.

Der große Bluff

Marlene Dietrich, die zuvor meist aufgestylt mit Schlafzimmerblick durch schwülstige Melodramen stolzierte, spielt hier die gut geerdete Rolle einer moralisch nicht ganz einwandfreien Saloon-Sängerin. Zur Taktik des Neustarts von Marlenes Image gehörte vielleicht auch, dass die deutsche Diva hier den französisch anmutenden Namen “Frenchy“ trägt. Mit viel Ironie und sich ihrer Wirkung auf das männliche Publikum voll bewusst, schmettert La Dietrich zukünftige Evergreens wie „You’ve Got That Look“ oder „See What the Boys in the Back Room Will Have“. Die Jungs im Publikum haben dabei ganz sicher ihren Spaß, Mischa Auer (“Casablanca“) in der Rolle des Trottel vom Dienst reagiert auf Marlenes erotische Gesangs-Performance fast so wuschig wie Tex Averys Zeichentrick-Wölfe in den klassischen MGM-Cartoons.

Der große Bluff

Das zweite große Plus des Films ist James Steward in einer seiner besten frühen Rollen, der als scheinbar harmloser Bürger Thomas Jefferson Destry Jr. ins verruchte Örtchen Bottleneck kommt. Nicht einmal eine Knarre hat dieser Sohn einer Western-Legende dabei, er scheint es eher darauf angelegt zu haben seine Gegner durch Geschichten die immer mit “Ich kannte mal einen Mann, der…“ beginnen, zu Tode zu langweilen. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist auch Destry hart!

Der große Bluff

Koch Media hat sich bei der Blu-ray-Edition von “Der große Bluff“ besonders viel Mühe gegeben. Noch nie sah der Film so gestochen scharf aus, neben der Originalfassung sind auch noch gleich drei verschiedene deutsche Synchronisationen von 1947, 1987 und 2006 enthalten. Die Buchhülle ist auch sehr hübsch geworden und der leidige FSK-Aufkleber lässt sich problemlos rückstandsfrei entfernen.

Der große Bluff

Bonusmaterial: Eine live aufgenommene Radiohörspielfassung von “Der große Bluff“ aus dem Jahre 1945 in der James Steward wieder als Thomas Jefferson Destry Jr. zu hören ist und Joan Blondell die Rolle von Marlene Dietrich sprach (54:17, ohne deutsche Untertitel), Galerie mit Fotos, Plakaten und Werbematerial (12:23 min),Booklet mit einem Text von Hank Schraudolph

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The Return of the First Avenger

Der erste große Kinofilm mit dem Marvel-Superhelden Captain America (zuvor entstanden ein Serial und eine sympathische Billigproduktion) ließ sich angenehm viel Zeit damit zu erzählen wie der mutige aber wehrdienst-untaugliche Hänfling Steve Rogers mittels eines Serums zum Super-Soldaten des Zweiten Weltkriegs wird. Erst am Ende des Filmes wird kurz angedeutet, wie der Captain nach einer heldenhaften Mission im dann doch nicht so ewigen Eis und schließlich in unserer Gegenwart landet,

Captain America 2 - The Return of the First Avenger

Joss Whedons Superhelden-Ensemble-Spektakel “Avengers“ blieb wenig Zeit für Einzelschicksale, doch jetzt bietet ein weiterer Solo-Film die Möglichkeit zu zeigen, wie sich der Captain in unserer Welt zurechtgefunden hat. Anfangs sieht es so aus als wenn er sich halbwegs akklimatisiert hat und vor allem zu anderen Soldaten einen guten Zugang gefunden hat. Doch mit den politischen Verhältnissen in den aktuellen USA. insbesondere mit dem Zwang alles zu überwachen und aus der Ferne zerstören zu können, mag sich der Supersoldat nicht wirklich anfreunden.

Captain America 2 - The Return of the First Avenger

Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang Nick Fury der Boss des übermächtigen US-Geheimdienstes S.H.I.E.L.D., der anfangs als Kontrollfreak im Maoisten-Outfit rüberkommt, dann jedoch feststellen muss, dass er alles andere als der Herr im eigenen Haust ist. Hier kann Samuel L. Jackson, der den Nick Fury bereits in einigen Superhelden-Filmen verkörpert hat, erstmals das volle Potential dieser faszinierenden irgendwo zwischen Gut und Böse angesiedelten Marvel-Figur ausspielen.

Captain America 2 - The Return of the First Avenger

Einen optimalen Gegenpart findet Jacksons Fury in dem von Robert Redford verkörperten Polit-Profi Alexander Pierce. Redfords Verpflichtung adelt nicht nur den Comic-Film, sondern steht auch im Zusammenhang damit, dass er in den Siebziger Jahren Polit-Thriller wie “Die drei Tage des Condors“ und “Die Unbestechlichen“ drehte. In dieser Tradition sieht sich auch der neue Captain America Film, was dem Werke nicht schlecht zu Gesicht steht. Bei aller spektakulärer Action, die es zuhauf gibt, hält der Film – genau wie die Marvel-Comics in den 60er und 70er Jahren – der US-Gesellschaft einen Spiegel vor das nicht immer strahlend schöne Gesicht.

Captain America 2 - The Return of the First Avenger

Im Heimkino geht der Spaß dann noch weiter, vor allem auf Blu-ray. Hier gibt es als Extras einen wahlweise deutsch untertitelten Audiokommentar mit den Regisseuren Anthony Russo und Joe Russo sowie den Autoren Christopher Markus und Stephen McFeely. Außerdem noch „Hinter den Kulissen“-Berichte (insgesamt 14:27 min), zusätzliche und erweiterte Szenen (3:36 min, wahlweise mit Regie-Kommentar) Pannen vom Set (2:37 min). Leider wurde diesmal kein Kurzfilm aus der Reihe MARVEL ONE-SHOT für die Blu-ray produziert, dafür sind die Einblicke in Steve Rogers Notizbuch (2:26 min) recht witzig. Von diesem Büchlein in das der Captain Dinge einträgt, die er unbedingt noch checken möchte, gab es verschiedene Versionen für verschiedene Länder, so wurde in Deutschland noch “Currywurst“ und “Oktoberfest“ mit in die To-Do-Liste aufgenommen.

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Snowpiercer

Der koreanische Regisseur Bong Joon-ho dürfte international vor allem durch seinen Monsterfilm “The Host“ bekannt sein. Bereits 2006 während der Dreharbeiten entdeckte er in einem Comicladen in Seoul die 1983 gestartete schwarzweiße französischen Comicserie “La Transperceneige“, die bei uns mit einiger Verspätung unter dem Titel “Schneekreuzer“ als schön aufgemachte Gesamtausgabe bei Jacoby & Stuart erschienen ist.

Snowpiercer

Die Serie spielt in einem Hochgeschwindigkeits-Zug, der durch eine zur unbewohnbaren Eiswüste gewordene Erde braust. An Bord befinden sich die letzten Menschen, denen der Tod durch Erfrieren droht, wenn der Zug zum Stillstand kommt. Bong Joon-ho zeigte großes Interesse an dieser Ausgangssituation, jedoch nicht an dem Figuren-Ensemble des Comics. Gemeinsam mit dem US-Drehbuchautor Kelly Masterson dachte er sich eine völlig neue Geschichte aus.

Snowpiercer

Für den in den tschechischen Barrandov Studios entstandenen Film konnte eine interessante Besetzung verpflichtet werden. Die Hauptrolle übernahm der comicfilm-erfahrene Chris Evans (“Captain America“, “Fantastic Four“), ihm zur Seite stehen der koreanische Star “Mr. Vengeance“ Song Kang-ho sowie John Hurt und Jamie Bell. Tilda Swinton gibt Vollgas in einer Schurkenrolle, die an das von Lotte Lenya verkörperte Russen-Luder Rosa Kleb aus “Liebesgrüße aus Moskau“ denken lässt. Über allem thront Ed Harris als geheimnisvoller Lokführer Wilford.

Snowpiercer

Der Film braucht etwas bis er in Fahrt kommt, weshalb der US-Produzent Harvey Weinstein zunächst überlegte zur Schere zu greifen, dann jedoch den ungekürzten Film nur in die US-Kunstkinos brachte. Wenn “Snowpiercer“ nach den ersten etwas zähen 30 Minuten schließlich richtig in Schwung kommt, ist diese faszinierende Mischung aus frankobelgischer Comic-Fantasy und rasanter Eastern-Action kaum noch zu bremsen.

Snowpiercer

Bonusmaterial der Blu-ray: Making Of (15:09 min), wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Kurzer Bericht von den Dreharbeiten (1:03 min); Sehr schöne Bildergalerie (2:36 min); Animated Clip mit einem Prolog zum Film (1:02 min); Zwei deutsche Trailer (je 1:50 min); Englischsprachiger Trailer (1:04 min); Wendecover

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Marvel Classics

Unter dem Titel “Marvel Classics“ veröffentlich Koch Media drei Comic-Verfilmungen, die aus einer Zeit stammen als die Superhelden aus dem “Haus der Ideen“ noch nicht die Vorlage für Big-Budget-Blockbuster sondern eher im Fernsehen beheimatet waren. In einem Pappschuber mit problemos abstecken in schmalen Plastikhüllen mit bedingt stilsicheren Comic-Covern drei recht spaßige Comic-Filme, wobei zwei davon Neuauflagen von bereits erschienenen DVDs sind.

MARVEL CLASSICS

DER UNGLAUBLICHE HULK (1977)

Während 1977 nahezu zeitgleich eine “Spider-Man“-TV-Serie nach nur 13 Episoden eingestellt wurde, gelang es dem Produzenten und Regisseur Kenneth Johnson (“V – Die Außerirdischen kommen“, “Alien Nation“) die Marvel-Comicfigur Hulk in den Mittelpunkt einer 82-teiligen Erfolgsserie zu stellen. Johnson, der 1997 auch einen Film mit dem DC-Superhelden Steel drehte, nahm einige Veränderungen bzw. Vereinfachungen an der Figur vor, wozu auch das Umtaufen von Hulks menschlichem Alter Ego Bruce Banner in David Banner gehörte. Wichtiger war jedoch noch, dass die TV-Serie nicht im von Superhelden bevölkerten Marvel-Universum spielte, sondern fest in der Realität verankert war (erst in einigen später entstandenen Hulk-Specials gab es Gastauftritte von Daredevil und Thor).

MARVEL CLASSICS Hulk

Die “Marvel Classics“ Edition enthält den Pilotfilm, der erzählt wie Dr. David Banner durch ein wissenschaftliches Experiment (im Comic war es eine Atombombe) radioaktiv verstrahlt wird. Dadurch verwandelt er sich immer wenn er wütend wird in ein grünes Monster. Die Rolle von David Banner übernahm der sympathische Bill Bixby (“Mein Onkel vom Mars“, „Der Magier„) und der Bodybuilder Lou Ferrigno bekam den Part des Hulks für den auch Arnold Schwarzenegger (zu klein) und Bond-Beisser Richard Kiel (nicht muskulös genug) in Erwägung gezogen wurden. Interessant ist dieser immer noch äußerst sehenswerte TV-Klassiker auch im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Kinofilm mit Edward Norton, der sich nicht nur beim Vorspann an der Serie orientiert hat.

MARVEL CLASSICS Hulk

Die “Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 91-minütigen Pilot-Film im Vollbild-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), wahlweise mit einem nicht deutsch untertitelten Audiokommentar von Regisseur und Produzent Kenneth Johnson, eine Einführung von Lou Ferrigno (3:53 min), eine alternative deutsche Synchronfassung, einen Trailer für die deutsche Kinoauswertung (2:34 min), eine Super-8-Fassung (31:53 min) sowie eine schön zusammengestellte Bildergalerie mit 80 Plakaten und Aushangfotos.

CAPTAIN AMERICA (1979)

Vor dem aufwändigen Kinofilm von 2011 gab es einige weitere Versuche Captain America ins Kino oder auf die Bildröhre zu bringen. So entstand bereits 1944 ein 15-teiliges “Captain America“-Serial, das dem Publikum in den US-Kinos stückchenweise vor dem jeweiligen Hauptfilm gezeigt wurde und bei uns auf DVD bei intergroove erschienen ist. 1990 sollte der 50. Geburtstag von Captain America mit einem halbwegs werkgetreuen Kinofilm von Albert Pyun gefeiert werden, der dann jedoch nur auf Video veröffentlicht wurde. Bei uns ist das zwar trashige aber gar nicht so schlechte Werk mittlerweile bei Ascot Elite auch auf Blu-ray erschienen.

MARVEL CLASSICS Captain America

Zwischen dem Serial und dem Möchtegern-Kinofilm wurde auch noch versucht Captain America zum Helden einer TV-Serie zu machen. 1979 entstand ein Pilotfilm mit dem nicht völlig unsympathischen Footballer Reb Brown in der Titelrolle. Der Film vereinfachte die Entstehungsgeschichte stark und verlegte sie komplett in die damalige Gegenwart. Die Figur ist hier wenig mehr als ein naher Verwandter des damals im TV populären Sechs-Millionen-Dollar-Mann, der auf einem schnittigen Motorrad durch die Gegend braust. Für Marvel-Fans ist es dennoch sehr erfreulich, dass dieser Film als deutsche DVD-Premiere der “Marvel Classics“-Box beiliegt. Im selben Jahr entstand unter dem Titel „Captain America II: Death Too Soon“ noch ein zweiter und letzter Marvel-Film mit Reb Brown in dem Christopher Lee in der Schurkenrolle als Terrorist zu sehen war.

MARVEL CLASSICS Captain America

Die „Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 93-minütigen Film im Vollbild-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), sowie eine Galerie mit 28 Bildern.

HOWARD THE DUCK (1986)

Überraschenderweise war eine Ente die erste Marvel-Comicfigur, die im Mittelpunkt eines aufwändigen Film-Spektakels stand. 1986 produzierte George Lucas – der sich persönlich dafür einsetzte dass die Comicversion zu “Star Wars“ bei Marvel erschien – eine als Blockbuster geplante Verfilmung der Serie “Howard the Duck“.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Der Film basiert auf einer eher Insidern bekannten Comicfigur, die seit 1973 sporadisch im Marvel-Universum herumkaspert. Erzählt wird wie Howard von seinem Enten-Planeten plötzlich per Energiestrahl auf die Erde geschickt wird. Er lernt dort Beverly Switzler (Lea Thompson aus „Zurück in die Zukunft“ spielte einige Jahre später auch die Mutter des Comic-Lausbuben „Dennis the Menace“) und ihre New-Wave-Frauenband kennen. Außerdem rettet er schließlich auch noch die Erde vor einer außerirdischen Bedrohung.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Sein Budget von 37 Millionen Dollar spielte der Film nicht wieder ein, was auch nicht weiter verwunderte. Das Enten-Kostüm in dem ein Liliputaner steckte und die nicht allzu bewegliche Gesichtsmaske sind eher albern (genau wie viele der Gags), Spaß macht “Howard the Duck“ trotzdem. So gibt es neben einem hemmungslos herumkaspernden Tim Robbins und einen abgedreht bedrohlichen Jeffrey Jones im großen Finale noch ein richtig gutes Stop-Motion-Monster irgendwo zwischen Ray Harryhausen und Lovecraft.

MARVEL CLASSICS Howard the Duck

Die „Marvel Classics“-Box enthält eine DVD mit dem 106-minütigen Film im 16:9-Format in deutscher und englischer Sprachfassung (Dolby 2.0), zwei US-Kinotrailer (1:32 + 0:58 min) in mäßiger Bildqualität sowie eine kurze „Teaser-Duckumentary“ (1:48 min)in der auch George Lucas zu sehen ist.

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