Archiv der Kategorie: FILM

Die besten Filme

Entgleist

Eines nicht so schönen Tages gerät das Leben von Charles Schine gewaltig aus den Fugen. Der leitende Angestellte einer Werbeagentur in Chicago muss morgens einen Vorortszug später nehmen und lernt dadurch die ebenfalls verheiratete Bankerin Lucinda Harris kennen. Sie bleiben in Kontakt und beginnen schließlich eine Affäre. Doch schon während ihres ersten Schäferstündchens werden sie vom brutalen Erpresser LaRoche überrascht, der alles dransetzt Charles wie eine Weihnachtsgans auszunehmen.

In seinem Hollywood-Debüt gelang dem schwedischen Regisseur Mikael Håfström (Evil) 2005 ein spannender Thriller irgendwo zwischen Eine verhängnisvolle Affäre und Cape Fear. Der Film ist bis in die Nebenrollen bestens besetzt. Vincent Cassel (Die purpurnen Flüsse) ist wahrhaft bedrohlich als LaRoche und kann in Sekundenschnelle von charmant auf rücksichtslos umschalten. Der ansonsten eher den Helden gebende Clive Owen (King Arthur) hingegen braucht als Charles Schine schon eine ganze Weile bis er schließlich die Initiative ergreift, während die sonst eher in Komödien auftretende Jennifer Aniston hier auch in einer dramatischen Rolle überzeugt.

Entgleist verfügt über zahlreiche überraschende Wendungen, überspannt erst in den allerletzten Szenen ein wenig den Bogen und ist als Plädoyer für eheliche Treue allerbestens geeignet.

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Source Code

Die Grundidee ist eigentlich ganz schön blöd: Wenn ein Mensch stirbt sind in seinem Hirn noch Erinnerungen von maximal acht Minuten Länge gespeichert, die mittels neuster Technologie nicht nur abgerufen, sondern von besonderen Menschen sogar nacherlebt werden können. Doch genau wie in Tony Scotts ähnlich gelagerten Thriller Déjà Vu geht auch Drehbuchautor Ben Ripley einen Schritt weiter und lässt den durch den die nähere Vergangenheit erforschenden Zeitreisenden aktiv ins Geschehen eingreifen.

Doch aus dieser Mischung aus Matrix, Und täglich grüßt das Murmeltier, Time Tunnel und 24 macht David Bowies Sohn Duncan Jones (Moon) einen mitreißenden sehr spannenden und menschlich anrührenden Trip, der beim ersten Betrachten äußerst rasant alle logischen Bedenken hinter sich lässt. Der vielseitige Jake Gyllenhaal ist in diesem Action-Trip deutlich besser auf gehoben als im schwachsinnigen Prince of Persia. Er spielt den US-Helikopterpiloten Colter Stevens, der sich plötzlich nicht mehr in Afghanistan, sondern in einem Nahverkehrszug befindet, der in acht Minuten durch einen Anschlag in die Luft gesprengt wird.

Doch Source Code ist keine reiner Männer-Actionfilm, sondern verfügt über gleich zwei sehr starke weibliche Hauptfiguren. Noch mehr als im ähnlich gelagerten (aber deutlich blödsinnigeren) Eagle Eye ist Michelle Monaghan hier die stark in die Handlung eingebundene Gefährtin des an seinen Sinnen zweifelnden Helden, während Vera Farmica (Up in the Air) die Wandlung von der coolen Einsatzleiterin zur mitfühlenden Schicksalsgöttin glaubhaft rüberbringt. Source Code mag in der Mitte etwas arg chaotisch sein und ein oder zwei Schlusspointen zuviel haben, ist jedoch ein interessant gefilmter kompakter utopischer Thriller wie er leider viel zu selten im Kino zu sehen ist.

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Transsiberian

Nachdem er einen gespenstisch abgemagerten Christian Bale in The Machinist auf einen Höllentrip schickte, war vom Regisseur Brad Anderson nicht unbedingt ein relativ gradliniger Thriller zu erwarten, der hauptsächlich in einem Zug spielt. Doch der gebürtige Amerikaner reist für sein Leben gerne und war schwer fasziniert von einer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Seine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen verarbeitete Anderson zu einem Drehbuch und den Feinschliff lieferte ein weiterer Trip auf der über 9.000 km langen Trasse der längsten Bahnstrecke der Welt.

Jessie (Emily Mortimer) ist mit ihrem Mann Roy (Woody Harrelson) nach China zu einem kirchlichen Hilfsprojekt geflogen. Da Roy ein absoluter Eisenbahnfreak ist, tritt das amerikanische Pärchen die Rückreise per Bahn an. Im Zug lernen sie die den Spanier Carlos und seine amerikanische Freundin Abby. Dieser betätigt sich als Drogenschmuggler und versteckt seine Ware im Gepäck von Jessie. Dies ruft den russischen Polizist Grinko (Ben Kingsley) auf den Plan, der sehr viel gefährlicher ist als seine freundliche Fassade vermuten lässt.  

Anderson gelang ein äußerst atmosphärischer Thriller, der ganz nebenbei auch noch interessante Psychogramme seine Hauptfiguren abliefert. Während Woody Harrelson seine ungewohnte Rolle als religiös bewegter Sonnyboy problemlos wuppt und Ben Kingsley den schon aus Sexy Beast bekannten Wolf im Schafspelz spielt, hat die aparte Britin Emily Mortimer (Match Point, Mary Poppins´Rückkehr) zweifelsohne den interessantesten Part. Wir erfahren nach und nach, dass Jessie vor ihrer Hochzeit mit dem gutmütigen Roy ein wildes, böses Mädchen war und daher den Annäherungsversuchen des feurigen Carlos (Eduardo Noriega) nicht völlig abgeneigt ist. 

Der Film fasziniert vor allem in den Szenen an Bord der Transsibirischen Eisenbahn, die Erinnerungen an die Hitchcock-Klassiker Eine Dame verschwindet oder Der Fremde im Zug wecken. Daher ist es fast etwas schade, dass die Geschichte durch ein paar Landgänge in russische Winterwelten sowie ein übertrieben knalliges Finale unnötig aufgemotzt wurde.

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Midnight Meat Train

Der auf den großen Durchbruch hoffende Fotograf Leon durchstreift das nächtliche New York. Dabei ist er besonders fasziniert von einem schweigsamen Hünen, der tagsüber als Schlachter arbeitet und abends in wenig besetzten U-Bahn-Abteilen verschwindet. Besteht eine Verbindung zwischen dem mysteriösen Metzger und den Menschen, die regelmäßig in der U-Bahn verschwinden?

Lange hat es gedauert bis 2008 nach Hellraiser und Candymans Fluch endlich wieder ein Werk von Clive Barker angemessen verfilmt wurde. The Midnight Meat Train basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte aus Barkers ersten Book of Blood von 1984. Der Film macht aus der Hauptfigur – in der literarischen Vorlage ein frustrierter vom Moloch New York genervter Angestellter – einen Fotografen, der nach möglichst aufsehenerregenden Motiven sucht und dessen Erwartungen weit übertroffen werden.

Die Hauptrolle im vom Japaner Ryuhei Kitamura (Godzilla: Final Wars) visuell aufregend in Szene gesetzten Film spielt Bradley Cooper (Hangover, Silver Lignings), die restlichen Parts sind mit Leslie Bibb, Brooke Shields und Roger Bart ebenfalls gut besetzt. Der Knaller ist jedoch der zuvor als Profi-Fußballer erfolgreiche (13 Platzverweise!) Brite Vinnie Jones (Snatch, X-Men 3), der für die Rolle des allnächtlich sein blutiges Handwerk verrichtenden Schlächters nicht nur über die passende massive Statur verfügt, sondern durch seinen gleichgültigen Gesichtsausdruck das nackte Grauen verbreitet.

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Auftrag Rache

Nachdem er acht Jahre lang nicht mehr vor der Kamera zu sehen war, kehrt Mel Gibson 2010 mit einem grimmigen Thriller auf die Leinwand zurück. Er spielt den Polizisten Thomas Craven, der miterleben muss, wie sein einziges Kind, die 24-jährige Emma, direkt vor seiner Haustür erschossen wird. Der Mordanschlag galt scheinbar ihm, doch Craven findet schnell heraus, dass Emma den Machenschaften des mächtigen Nuklearenergie-Konzerns Northmoor auf der Spur war…

Wenn Craven dann seine beträchtlichen Erfahrungen als Elitesoldat im Kampfe gegen mächtige Politiker oder bezahlte Killer einsetzt, hätte das ganz schön in die Hose gehen können. Doch der – genau wie zuvor schon der US-Thriller State of Play – auf einer erfolgreichen BBC-TV-Serie – in diesem Fall auf Am Rande der Finsternis von 1985 – beruhende – Film setzt zum Glück kaum auf vordergründige Action sondern die Spannung entsteht durch interessante Charaktere und messerscharfe Dialoge.

Gibson liefert eine Galavorstellung als grimmig trauernder Vater, wer mag kann hier etwas alttestamentarische “Auge um Auge“-Mentalität durchschimmern sehen. Doch die beste Rolle hat einmal mehr Ray Winstone (Departed, Sexy Beast). Er übernahm die eigentlich für Robert De Niro vorgesehene Rolle des Darius Jedburgh, eines gemeingefährlichen britischen Experten für zweifelhafte Einsätze.

Wenn Jedburgh gemeinsam mit Craven über US-Macken oder Trauer philosophiert, dann gelang James-Bond-Regisseur Martin Campbell (GoldenEye, Casino Royale), der auch die dem Projekt zugrundeliegende BBC-Serie inszenierte, sehr viel mehr als nur ein hochspannender Thriller.

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Tausend Zeilen

2019 beschrieb Juan Moreno in Tausend Zeilen Lüge wie er als freier Spiegel-Mitarbeiter seinen Kollegen Klaas Relotius als Fälscher entlarvte. Kernstück des Buchs ist die Entstehungsgeschichte der Spiegel-Reportage Jaegers Grenze. Während Moreno eine Flüchtlings-Karawane begleitete, die auf die US-Grenze zumarschierte, fantasierte sich Relotius filmreife Geschichten über eine illegale Bürgerwehr zusammen, die angeblich in Arizona den Eindringlingen schwerbewaffnet auflauerte.  

Michael Bully Herbig (Der Schuh des Manitu) sah in diesem Buch die ideale Vorlage für einen Film, doch auch nach dessen Fertigstellung ist er sich unsicher, welchem Genre sein Werk zuzurechnen ist. Naheliegend wäre es gewesen, eine knallige Satire zu drehen, wie sie Helmut Dietl 1992 mit Schtonk! so großartig über den Stern-Skandal mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern drehte. Doch in einem Spiegel-Interview bezeichnet Herbig Schtonk! als einen Film, den man “heute so nicht mehr machen kann“, vielleicht auch, weil er die Hauptrolle in Dietls Mediensatire Zettl spielte, die bereits in ihrem Entstehungsjahr 2012 nicht auf der Höhe der Zeit war.

Bullys Tausend Zeilen ist in erster Linie ein Film über den vierfachen Familienvater Juan Romero, dessen Ehe durch seinen journalistischen Eifer in eine Krise gerät. Elyas M’Barek ist als erstaunlich zotteliger Hauptdarsteller eine sehr gute Wahl und auch Jonas Nay (Deutschland 83) überzeugt als aalglatter Fake-News-Fabrikant Lars Bogenius. Garniert wird das Beziehungsdrama durch Michael Ostrowski als wirklich komischer österreichischer Sidekick-Fotograf und allerlei originelle inszenatorische Einfälle.

So friert schon mal das Bild bei einer Szene aus der Redaktion des Die Chronik, (so heißt Der Spiegel im Bullyversum) ein und Juan Romero schlurft im Bademantel durchs Bild, um zu erklären, was gerade abgeht. Doch solche Elemente werden nur sehr sporadisch eingesetzt und viele Nebenfiguren bleiben eher blass. Trotz bildgewaltiger Inszenierung entsteht der Eindruck, hier wurde die Chance vertan, die Steilvorlage der Spiegel-Blamage in einen zeitlosen Klassiker wie Diels Schtonk! zu verwandeln.  

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Zettl

Eine gewisse Vorfreude herrschte schon, als 2012 zu erfahren war, das es Helmut Dietl (Schtonk!) endlich gelungen war eine Fortsetzung seiner legendären TV-Serie Kir Royal ins Kino zu bringen. Eine Verlegung der Geschichte von München (dass die Serie keine rein bayrische Angelegenheit war, belegte schon die Tatsache, dass seinerzeit nicht der BR sondern der WDR produzierte) nach Berlin erschien nur konsequent, denn dort ist zur Zeit in Deutschland die größte Dichte von Blendern und Skandalen.

Da Franz Xaver Kroetz nicht die zweite Geige neben Michael Bully Herbig spielen wollte, ließ Dietl die Figur des Baby Schimmerlos zu Beginn des Films in einer Zeichentricksequenz das Zeitliche segnen. Der von Herbig gespielte Chauffeur Zettl übernimmt die Chefredaktion eines neuen Online-Klatschmagazins namens The New Berliner. Er könnte das Internet bequem vollblastern mit Meldungen über besoffene Talkmasterinnen, Geschlechtsumwandlungen beim Berliner Bürgermeister oder die Hintergründe vom Tod des Bundeskanzlers, wenn er nur dürfte.

Das Resultat ist nicht wie Kir Royal eine opulent in Szene gesetzte sinnliche Zurschaustellung von menschlichen Unzulänglichkeit und Abgründen, sondern ein ganz furchtbares Kaspertheater in denen ansonsten zuverlässige Darsteller wie Ulrich Tukur, Götz George oder Sunnyi Melles darum wetteifern, sich auf möglichst nervige Art zu blamieren. Einzig Senta Berger und Dieter Hildebrandt, die ihre Parts aus Kir Royal noch einmal spielen, gelangen ein paar wirklich rührende Szenen, die jedoch auch nichts mehr rausreißen.

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Die Unbekannte

Durch stil- und gefühlvolle Filme wie Cinema Paradiso, Die Legende von Ozeanpianisten und Der Zauber von Malèna hat Giuseppe Tornatore immer wieder sein Talent als ebenso eigenwilliger wie unterhaltsamer Erzähler bewiesen. Mit Die Unbekannte versucht er sich 2006 erstmals an einem Thriller, wobei die Geschichte thematisch durchaus passend im eher kalten Norden Italiens angesiedelt ist.

Irena (sehr wandlungsfähig: Xenia Rappoport), eine junge Frau mit mysteriöser Vergangenheit, kommt in eine Kleinstadt in der viele Goldschmiede ansässig sind. Sie erlangt ebenso zielstrebig wie rücksichtslos eine Stelle als Hausmädchen bei den Adachers und fühlt sich besonders zur kleinen Tochter Tea hingezogen, die an einer seltsamen Krankheit leidet. Gerade als es ihr gelingt das Vertrauen der Familie zu erlangen, taucht ein brutaler Fremder aus Irenas Vergangenheit auf.



Vor allem der an Alfred Hitchcocks Hauskomponist Bernard Herrmann erinnernde Soundtrack von Tornatores Hauskomponisten Ennio Morricone zeigt, wer für die in der Nähe zu Vertigo und Das Fenster zum Hof angesiedelte Geschichte Pate stand. Doch anders als jene ungeniert bei Alfred Hitchcock wildernden überinszenierten Angeber-Werke wie Dressed to Kill oder Der Tod kommt zweimal, die Brian De Palma in den 80er-Jahren drehte, gelang Tornatore ein höchst eigenständiger Thriller.

Die Unbekannte hat überzeugende Darsteller – ein kaum zu erkennender Michele Placido (Allein gegen die Mafia) – spielt mit viel Mut zur Hässlichkeit einen bulligen glatzköpfigen Widerling – und eine unglaublich spannende Erzählstruktur, die durch pointierte Rückblenden fesselt. Am Ende – nach der ganzen Spannung und der zu Herzen gehenden Tragik – tut es gut, wenn Tornatore den Film nicht ganz ohne Hoffnung enden lässt.

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Ticket ins Paradies

Georgina und David sind bereits seit 20 Jahren geschieden. Es kosten ihnen große in der Aula Überwindung nebeneinander zu sitzen, als ihrer Tochter Lily das Juradiplom verliehen wird. Doch als diese ihnen aus Bali eine Nachricht schickt und ihnen mitteilt, dass sie den indonesischen Seetank-Farmer Gede heiraten will, ist sich das verkrachte Paar plötzlich einig. Sie brechen nach Fernost auf, um zu verhindern, dass Lily den gleichen Fehler wie sie begeht und ebenfalls überstürzt den Falschen heiratet…

Wer schon einmal eine romantische Komödie gesehen hat, kann sich vorstellen in welche Richtung sich diese Geschichte entwickelt und wie sie ausgeht. Daher ist die Hauptattraktion des Films weder das relativ überraschungsarme Drehbuch noch die recht aufdringlich zu einem Bali-Urlaub einladenden exotischen Kulissen, sondern das amüsante Zusammenspiel von Julia Roberts und George Clooney in ihrem sechsten gemeinsamen Filmprojekt.

Vor allem Clooney tritt erstaunlich uneitel in unvorteilhaften Touristenklamotten auf und spielt glaubhaft einen nicht gerade sympathischen Zeitgenossen. Doch auch die Rolle von Julia Robert ist nicht (zunächst) viel empathischer angelegt. Als Georgina hat sie keinerlei Probleme damit, einem kleinen Mädchen die zur Durchführung von Lilys Hochzeit dringend benötigten Ringe zu stehlen. Zudem flirtet sie ungeniert mit dem sehr viel jüngeren Flugkapitän Paul (Lucas Bravo aus Emily in Paris), hauptsächlich um ihren Ex zu ärgern.

Doch es ist nicht die Einsicht, die für eine Annäherung zwischen Georgina und David sorgt, sondern ein Trinkspiel, bei dem sie gegen das junge Glück Lily und Gede antreten. Wenn Georgina und David nach jedem Etappensieg immer wilder entfesselt zu Oldies durch die Bar tanzen, dann ist das vielleicht nicht unbedingt oscar-reif, aber dennoch ziemlich großes Kino.

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Disneys Eine Weihnachtsgeschichte

Völlig von der Hand zu weisen ist es nicht, wenn Regisseur Robert Zemeckis (Zurück in die Zukunft) behauptet, dass Charles Dickens Eine Weihnachtsgeschichte die “größte Zeitreisegeschichte aller Zeiten“ ist. In der 1843 erschienenen Novelle werden dem geizigen und menschenverachtenden Geschäftsmann Ebenezer Scrooge dank dreier Geister die durch ihn verursachten Ereignisse an gestrigen, heutigen und zukünftigen Weihnachtsfesten auf ziemlich heftige Art vermittelt.

Auch die Walt Disney Company hat eine vielfältige Beziehung zu Dickens Weihnachtsgeschichte. So heißt die von Carl Barks entwickelte Comicfigur Onkel Dagobert im Original Uncle Scrooge und stand im Mittelpunkt des 1983 entstandenen Trickfilms Mickys Weihnachtsgeschichte. Auch “Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ mit Michael Caine wurde von Disney produziert. Daher ist es durchaus konsequent, wenn sich die Disney Company mit Zemeckis für eine neue Version der “Weihnachtsgeschichte“ verbündet hat und als zusätzlichen Gimmick noch Jim Carrey an Bord holt, dessen flexibles Gesicht bereits in Die Maske die Grundlage für überraschende Computeranimationen war.

Robert Zemeckis setzte schon in Der Polarexpress ein computeranimierte Ebenbild von Tom Hanks in Szene und ließ in Die Legende von Beowulf den eher pummeligen Ray Winstone zum hünenhaften Krieger mutieren. Die beiden technisch durchaus innovativen Filme fielen künstlerisch jedoch reichlich flau aus. In dieser Hinsicht ist Eine Weihnachtsgeschichte ein deutlicher Fortschritt. Jim Carreys in den Computer eingespeisten Performances als Scrooge und alle drei Geister wurden nicht zu einer wilden Dickens-Parodie zurechtgepixelt. Vielmehr entstand eine – vielleicht nicht absolut meisterliche – aber immerhin erstaunlich werkgetreue und überraschenderweise auch ganz schön gruselige Version von Dickens Novelle, die zudem (in ausgewählten Kinos und TV-Geräten) durch beeindruckende 3D-Effekte überrascht.

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