Archiv der Kategorie: Film

Die besten Filme

Real Steel

Auf eine Disney Produktion über Roboter-Boxkämpfe hat die Welt ganz sicher nicht gewartet. Dass die mechanischen Kampfungetüme bei einer 110 Millionen Dollar Produktion recht gut funktionieren werden, daran bestand kaum Zweifel, aber funktioniert deshalb auch der Film? Eigentlich dürfte das nicht der Fall sein.

Real Steel

Der in einer nahen Zukunft angesiedelte “Real Steel“ basiert auf einer bereits 1963 in der klassischen TV-Serie „The Twilight Zone“ mit Lee Marvin verfilmten Kurzgeschichte von Richard Matheson. Der Film  erzählt vom ehemals erfolgreichen Boxer Charlie Kenton, der mit einem alten Kampfroboter über ländliche Jahrmärkte tingelt und diesen gegen Preisbullen antreten lässt, um halbwegs über die Runden zu kommen.

Real Steel

Das ganz große Geld wittert Charlie, als die Schwester seiner verstorbenen Frau seinen von ihm völlig vernachlässigten Sohn Max adoptieren möchte. Da diese mit einem Krösus verheiratet ist, interessiert sich Charlie plötzlich scheinbar für Max und in der Hoffnung auf eine hohe “Ablösesumme“ verbringt er Zeit mit dem knapp 10-jährigen Jungen. Dieser ist ein großer Fan von Roboter-Boxkämpfen und entdeckt auf einem Schrottplatz den Sparring-Roboter ATOM. Max päppelt diesen hoch und ATOM gewinnt zahlreiche kleinere Boxkämpfen, was ihm für einen großen Fight qualifiziert. Doch Charlie ist eher am schnellen Geld interessiert und plant ATOM noch vor dem Kampf an die gegnerische russisch-japanische (!) Konkurrenz zu verkaufen…

Real Steel

Kommt es doch noch zum großen Kampf, vielleicht sogar gegen den Super Champion ZEUS? Werden die sich zunächst bekämpfenden Charlie und Max am Ende des Filmes ein gutes Vater-Sohn-Gespann? Tja, da möchte ich nicht zuviel verraten, aber ich bin ziemlich sicher, dass ohne Hugh Jackman in der Hauptrolle “Real Steel“ ein seelenloses Hightech-Spektakel mit Lowtech-Story wäre. Okay, Dakota (so heißen anscheinend weibliche und männliche Kinderstars) Goyo nervt als Sohnematz kaum und Evangeline Lilly war schon taff und sexy in “Lost“. Doch erst die Menschlichkeit bzw. Starqualität von Jackman gibt dem ganzen Roboterkampf-Quatsch ein Herz.

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Planet der Affen: Prevolution

Zehn Jahre nachdem Tim Burton mit seiner albernen – ja affigen! – Version von “Planet der Affen“ jegliche Hoffnung auf weitere Fortsetzungen torpedierte, wagt sich die Fox an ein Update der klassischen Filmreihe. Im Gegensatz zum Film von 1968 mit Charlton Heston (Stichwort: Die fast versunkene Freiheitsstatue) beginnt “Rise of the Planet of the Apes“ (der im deutschen Titel den unsägliche Wortspiel-Zusatz “Prevolution“ bekam) tatsächlich ganz am Anfang.

Planet der Affen: Prevolution
© Twentieth Century Fox

Sehr realitätsnah wird erzählt wie Gen-Forscher auf der Suche nach einem Mittel gegen Alzheimer Versuche mit Schimpansen veranstalten. Hierdurch entwickeln sich deren Gehirne weiter und ein besonders schlauer Affe namens Cäsar zettelt schließlich einen Aufstand gegen die Menschheit an. Eine ähnliche Geschichte erzählte bereits 1972 “Eroberung vom Planet der Affen“, der vierte (und ganz sicher nicht schlechteste) Film der klassischen Reihe. Doch dieser spielte in einer nahen Orwell-artigen Zukunft und die Ursachen für den Affen-Aufstand waren anders gelagert als jetzt beim Neustart.

Planet der Affen: Prevolution
© Twentieth Century Fox

Planet der Affen: Prevolution“ hat mit James Franco, John Lithgow und der wunderschönen Freida Pinto aus “Slumdog Millionär“ zwar auch ein paar gute “menschliche“ Darsteller zu bieten, doch die Hauptrolle spielt zweifelsohne der am Computer erzeugte und (genau wie Peter Jacksons “Gollum“ oder “King Kong“) von Andy Serkis per Motion Capture gespielte Schimpanse Cäsar. Wie selbstverständlich und rührend dieser seine Gefühle vermittelt, das ist ganz große Trickfilmkunst. Hierbei kam ein optimiertes Motion Capture Verfahren zum Einsatz. Die Darsteller der Affen mussten nicht mehr im abgeschlossenen grün ausgekleideten Studio bleiben, sondern konnten in freier Natur agieren. Die seltsamen Anzüge müssen die Schauspieler zwar immer noch tragen, doch die Illusion eines mit überlegener Intelligenz die Menschheit angreifenden Affenheeres gelang perfekt. Grenzen zwischen Trick- und Realfilm scheinen nicht mehr zu bestehen.

Planet der Affen: Prevolution
© Twentieth Century Fox

Dem Film gelingt das Kunststück seine scheinbar weit hergeholte Geschichte glaubhaft zu vermitteln und ein wahrhaft bedrohliches Ende zu finden, das äußerst gespannt macht auf weitere Fortsetzungen dieses gelungenen Neustarts.

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The Visit

Lange hat es gedauert bis M. Night Shyamalan wieder das macht, was er wirklich kann. 1999 überraschte er in “The Sixth Sense“ mit einem knalligen Ende, das es den Zuschauern ermöglichte den Film beim zweiten Betrachten mit völlig anderen Augen zu sehen. Auch die nächsten Filme von Shyamalan “Unbreakable“, “Signs“, “The Village“, “The Lady in the Water“ und “The Happening” verblüfften. Dies geschah vielleicht nicht immer durch originelle Geschichten, aber jedes Mal durch eine spannende oft unorthodoxe Erzählweise sowie eine ohne viel Dialog auskommende bildstarke Inszenierung.

The Visit

Wenn Shyamalan jedoch außerhalb des Mystery-Thrillers arbeitete und Fantasy (“Die Legende von Aang“) oder Science Fiction (“After Earth“) für junge Zuschauer fabrizierte, dann ging dies eher in die Hose. Mit “The Visit“ jedoch versucht sich der Regisseur und Drehbuchautor wieder an einem Gruselfilm, den er jedoch mit reichlich Humor auflockert. Seine Kunst die Geschichte durch interessant komponierte Bilder voran zu treiben, kann Shyamalan diesmal leider nur bedingt einsetzen, da “The Visit“ mit Wackel-Optik so gestaltet wurde, als hätte eine der Hauptfiguren den Film mit einer Video-Kamera gedreht. Dieser “Found Foundage“-Stil war nach “The Blair Witch Project“ vor allem in Billig-Produktionen ziemlich angesagt, dass es auch anders ging, bewies J. J. Abrams mit “Cloverfield“.

The Visit

Gut zum Tragen kommt in “The Visit“ Shyamalans Fähigkeit mit jungen Darstellern – wie einst Haley Joel Osment in “Sixth Sense“ – zu arbeiten. Die beiden australischen Jungdarsteller Oliver Dejonge und Ed Oxenbould überzeugen als Geschwisterpaar Becca und Tyler, die ihre sich ziemlich seltsam aufführenden Großeltern besuchen. Dabei machen sie eine unheimliche Entdeckung. Der ganz große Wurf ist “The Visit“ nicht geworden, doch Shyamalan gelang immerhin ein halbwegs spannender Thriller mit einer kleinen überraschenden Wendung am Ende.

The Visit

Die Blu-ray von Universal enthält neben dem 94-minütigen Film noch ein Making Of (9:56 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), unveröffentlichte Szenen (8:34 min), ein alternatives Ende (2:25 min) und eine Zusammenstellung von Fotos (1:13 min)

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Fack ju Göhte 2

Das musste ja so kommen! Nachdem Fack ju Göhte 2013 mit über 7 Millionen Besuchern in den deutschen Kinos zum erfolgreichsten Film wurde, folgte zwei Jahre später die Fortsetzung. Anscheinend hatte man sich von Hangover 2 inspirieren lassen, da auch dieser Film großteils in Thailand spielte (und ebenfalls turbulenter aber längst nicht so witzig wie das Original war).

Fack ju Göhte 2

Fack ju Göhte war der Glücksfall einer Filmkomödie, die dem Publikum kaum eine andere Wahl ließ, als im Minutentakt aufzulachen. Elyas M’Barek überzeugte als Macho Zeki Müller und zugleich als Karikatur darauf. Es war völlig klar, dass ein Kerl wie dieser sich als Lehrer ohne Diplom nicht von seinen Schülern auf der Nase herumtanzen lassen würde, auch wenn er den zu vermittelnden Stoff nicht 100% kapierte. M’Barek zur Seite standen Karoline Herfurth als überforderte Lehrerin und Katja Riemann als taffe Direktorin, sowie ein Haufen charismatischer Jungdarsteller. Lustig gemacht wurde sich über so ziemlich alles und dies erstaunlich oft sogar auf halbwegs hohem Niveau.

Fack ju Göhte 2

Fack ju Göhte 2 hingegen schildert mit ziemlich viel Action und Radau wenig mehr als eine Klassenfahrt nach Thailand und hat somit nicht mehr allzu viel gemeinsam mit der Welt in der wir leben. Anstatt sich alltagsnah über verblödete Jugendliche und verbildete Lehrkräfte lustig zu machen, wird in Fernost der Wettstreit zweier deutscher Gymnasien ausgetragen, inklusive Schleichwerbung für McDonalds, Suche nach gestohlenen Diamanten, Zerstörung eines Drogenlabors und Waisenhaus-Eröffnung. Nichts gegen Eskapismus (der vom selben Team gedrehte Kinofilm Türkisch für Anfänger war großartig), aber warum in die Ferne schweifen, wenn doch der erste Film gezeigt hat, wie komisch unsere Realität sein kann?

Fack ju Göhte 2

Bonusmaterial der DVD : Zwei Audiokommentare, einmal mit Elyas M’Barek und Regisseur Bora Dagtekin, sowie einmal mit mit Jella Haase, Gizem Emre und Lena Schönmann; Making of (14:57 min), Titelsong von Lena: “Wild and Free“ (3:31 min). Extended Scenes (insgesamt 4:24 min), Deleted Scenes (insgesamt 3:41 min), 6 Teaser und Trailer (insgesamt 9:98 min)

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Mission: Impossible V – Rogue Nation

So nach und nach näherte sich die Filmreihe “Mission: Impossible“ der ihr zugrundeliegenden TV-Serie an, die bei uns unter dem Titel “Kobra, übernehmen“ lief.

Mission: Impossible V – Rogue Nation

1996 machte Brian De Palma aus der auf Teamwork setzenden Agenten-Serie einen Solo-Actionfilm für Tom Cruise und die Hauptfigur Jim Phelps zum Schurken. Vier Jahre später wurde “Mission: Impossible II“ zur etwas anstrengenden Leistungs-Show des asiatischen Action-Regisseurs John Woo.

Mission: Impossible V – Rogue Nation

Erst J. J. Abrams führte die Serie ab 2006 zurück zu ihren Wurzeln.
In “Mission: Impossible III“ stellte Abrams, der hier als Regisseur fungierte, Tom Cruise alias Ethan Hunt als nahezu gleichberechtigte Partner neben dem bulligen Ving Rhames (der als Luther Stickell neben Cruise als einziger Darsteller in allen fünf Filmen dabei war) auch noch den ulkigen Simon Pegg an die Seite. Ab “Mission: Impossible IV – Ghost Protocol“ wurde Jeremy Renner als William Brandt ins IMF-Agententeam aufgenommen und der mittlerweile auch für die Star Trek und Star Wars Filmreihen zuständige Abrams fungierte nur noch als Produzent.

Mission: Impossible V – Rogue Nation

Die weiblichen Hauptrollen wechselten beständig und in “Mission: Impossible V – Rogue Nation“ wurde mit der Schwedin Rebecca Ferguson eine gute Wahl getroffen. Diese spielt mit großem Körpereinsatz die undurchsichtige Ilsa Faust, die Ethan Hunt ganz schön auf Trab hält. Der Film enthält großartige Action-Sequenzen, wie ausgedehnte Motorrad-Verfolgungsjagden oder ein – auch als Hommage an Alfred Hitchcocks “Der Mann, der zu viel wusste“ zu verstehendes – ganz großes Attentats-Gerangel während einer Aufführung in der Wiener Staatsoper.

Mission: Impossible V – Rogue Nation

Als Gesamtkunstwerk kann “Mission: Impossible V – Rogue Nation“ jedoch leider nicht voll überzeugen. Die etwas wirre Geschichte ist nur eine sehr schwache Begründung dafür, dass Hunt & Co. in dynamischen Einzel-Sequenzen so richtig Vollgas geben dürfen. Allzu deutlich ist zu spüren, dass hier ein etwas unausgereiftes Produkt vorschnell in die Kinos gebracht wurde, um bloß nicht in direkter Konkurrenz zum neuen James Bond Film zu stehen, der ebenfalls von einer weltweit operierenden Schurken-Organisation erzählt.

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Terminator Genisys

Noch in einem stärkeren Masse als bei “Jurassic World“ kommt der Eindruck auf, dass hier die Fortführung eines beliebten Kinomythos entstand, die sehr viel besser gelungen ist, als die zuvor entstandenen Fortsetzungen.

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© Paramount Pictures Germany

1984 drehte James Cameron für ein Budget in Höhe von etwas über 6 Millionen Dollar den ebenso rasanten wie raffiniert erzählten “Terminator“. Arnold Schwarzenegger wurde durch diesen Film endgültig zum Star, da er nicht – wie ursprünglich vorgesehen – den Helden sondern die Killer-Maschine spielte. 1991 setzte Cameron “Terminator“ fort und gab dafür mit über 100 Millionen Dollar sehr viel mehr aus, als der erste Film an den Kinokassen einnahm. Die Rechnung ging jedoch mehr als auf, denn “Terminator 2: Judgment Day“ spielte mehr als 500 Millionen Dollar ein und ist heute einer der ganz großen Klassiker des Action-Kinos. Cameron und Schwarzenegger gelang es dabei ganz nebenbei den Terminator auch noch zum Helden des Films zu machen.

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© Paramount Pictures Germany

Natürlich wurde versucht an diese Erfolge anzuknüpfen. James Cameron gelang dies 1996 ganz gut mit seiner für die Universal-Vergnügungsparks konzipierten Attraktion “T2 – 3D – Battle across Time“. Im Kino hingegen konnten weder “Terminator 3: Rise oft the Machines“ (203) noch “Terminator Salvation“ (2009) wirklich begeistern, während die ganz ohne Schwarzenegger gedrehte TV-Serie “The Sarah Connor Chronicles“ (2008 – 2009) nach zwei Staffeln eingestellt wurde.

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© Paramount Pictures Germany

Was jetzt in die Kinos kommt ist eine verdammt raffiniert konzipierte Mischung aus Remake, Fortsetzung und Alternativ-Version zu den beiden Cameron-Filmen. In “Terminator Genisys“ ist wieder zu sehen, wie der, vom 37-jährigen Schwarzenegger verkörperte (bzw. am Rechner erzeugte), nackte Terminator am Griffith Observatory einige Punker auffordert ihm ihre Klamotten zu geben. Doch plötzlich taucht ein vom mittlerweile knapp 70-jährigen Schwarzenegger gespielter zweiter Terminator auf und lässt die vertraute Szene komplett anders ausgehen.

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© Paramount Pictures Germany

Dem Regisseur Alan Taylor gelang mit “Thor – The Dark Kingdom“ bereits eine Fortsetzung, die besser als das Original war. Dennoch scheute er sich, an die von ihm verehrten ersten beiden “Terminator“-Filme anzuknüpfen. Doch als James Cameron dem Projekt seinen Segen gab und darum bat sich eine gute Rolle für Schwarzenegger einfallen zu lassen, gab es kein Halten mehr. In “Terminator Genisys“ kann Arnie eine deutlich gealterte Killer-Maschine spielen, die für Sarah Connor großväterliche Gefühle entwickelt hat. Sarah hingegen ist jetzt deutlich jünger und wird von Emilia Clarke (Daenerys Targaryen aus “Game of Thrones“) gespielt. Als alternative Versionen zu John Connor und Kyle Reese überzeugen Jason Clarke und Jai Courtney, während J. K. Simmons für etwas Humor sorgt.

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© Paramount Pictures Germany

Die Spezialeffekte in “Terminator Genisys“ können natürlich überzeugen, doch es ist sehr viel mehr der respektvolle Umgang mit dem Design der ersten beiden Filme der für diese Fortsetzung einnimmt. Hinzu kommt ein immer wieder aufblitzender oft sehr überraschender Humor sowie die ergänzend zu den guten 3D-Effekten auch sehr plastisch dargestellten Gefühle, die die Hauptfiguren füreinander entwickeln. Für den Film spricht auch, dass er sich nicht wie einst “Terminator Salvation“ als erster Teil einer dann doch nicht zustande gekommenen Serie von Kinofilmen versteht, sondern seine Geschichte einfach gut und spannend zu Ende erzählt. Auch deshalb wäre ein weiterer “Terminator“-Film mit diesem Team sehr wünschenswert.

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Ted 2

Ein idiotischeres Konzept als die Geschichte eines jungen Mannes, der immer noch mit seinem Teddybären zusammenlebt, ist für einen sich an ein erwachsenes Publikum richtenden Kinofilm kaum denkbar. Doch Seth MacFarlanes “Ted“ spielte 2012 fast 550 Millionen Dollar ein, und daher folgt drei Jahre später die Fortsetzung.

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© Universal Pictures

John Bennet (Mark Wahlberg) ist mittlerweile von Lori (die in “Ted“ von Mila Kunis gespielt wurde) geschieden, während sein plüschiger Donnerbuddy am Anfang des Filmes die Verkäuferin Tami-Lynn heiratet. Die Trauung vollzieht natürlich Sam J. Jones alias Flash Gordon und gleich danach gibt es im Vorspann eine atemberaubende Tanznummer, die Ted gemeinsam mit etlichen befrackten Zylinder-Trägern bravourös absolviert.

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© Universal Pictures

Was dann folgt ist eine konsequente Fortführung der Geschichte des ersten Films, die ebenfalls teilweise ganz schön vulgär erzählt wird (etwa wenn John und Ted sich mit dem Thema Samenspende beschäftigen), aber trotzdem immer einen liebenswerten Grundton beibehält. Fast schon anspruchsvoll wird es, wenn Ted vor Gericht um seine Bürgerrechte kämpfen muss, da er juristisch eigentlich nur eine Sache ist und somit seine Ehe mit Tami-Lynn ungültig ist. Hilfe bekommt er von der Jung-Anwältin Samantha, die genau wie John und Ted auch ein Cannabis-Freund ist. Amanda Seyfried, die schon in Seth MacFarlanes “A Million Ways to die in the West“ sehr komisch war, ist eine gute Ergänzung zu Ted und John. Das gilt auch für die zahlreichen prominenten Nebendarsteller wie Morgan Freeman oder Liam Neeson.

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AMANDA SEYFRIED © Universal Pictures

Spätestens, wenn “Ted 2“ dann auch noch in ein großartiges Finale auf dem New York Comic Con mündet, in dem sich gleichberechtig über Star Wars, Star Trek, Transformers oder Der Herr der Ringe lustig gemacht wird, ist klar dass in Sachen unberechenbarer Komödie Seth MacFarlane noch eine Weile der Großmeister sein wird.

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Alles steht Kopf

Auch zum neuen Werk aus dem Hause Pixar wird wieder ein animierter Kurzfilm gereicht. Mit “Lava“ gibt der Animator James Ford Murphy nicht nur sein Regie-Debüt, sondern von ihm stammt auch das Drehbuch und der den Film dominierende Song.

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© 2015 Disney/Pixar

Wobei das auf Hawaii-Folklore getrimmte Liedchen, das von Kuana Torres Kahele im Stile von Israel Kamakawiwo’ole (“Over the Rainbow“) gesungen wird, vielleicht noch das Beste an „Lava“ ist. Die Story um einen einsamen sich nach Liebe sehnenden Vulkan überschreitet hingegen mit geballter technischer Brillanz recht ungeniert die Kitsch-Schwelle, ohne das bei Pixar eigentlich zu erwartende „gewisse Etwas“ zu bieten.

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© 2015 Disney/Pixar

Der Hauptfilm hingegen dürfte vom Konzept her mit das Gewagteste sein, was jemals als Grundlage für einen abendfüllenden gut budgetierten Animationsfilm für die ganze Familie in Erwägung gezogen wurde. Die Hauptfiguren heißen Freude, Kummer, Wut, Angst und Ekel. Diese bewohnen den Kopf der kleinen Riley und kümmern sich um das Wohlergehen des jungen Mädchens, das darunter leidet die lieb gewonnene ländliche Umgebung verlassen zu haben und plötzlich mitten in San Francisco zu leben.

Unbenannt
© 2015 Disney/Pixar

Die etwas an Disneys Fee Tinkerbelle erinnernde Freude bemüht sich leicht hysterisch darum, dass Riley immer gut gelaunt ist. Daher hält sie ihre ständig frustrierte Kollegin Kummer für ihre natürliche Feindin. Doch als nach einem Notfall im Leben von Riley sowohl Freude als auch Kummer zu einer Odyssee durch das Seelenleben des kleinen Mädchens aufbrechen müssen, wird klar, dass Freud und Leid doch mehr miteinander zu tun haben, als ursprünglich zu vermuten war.

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© 2015 Disney/Pixar

Natürlich hat das wackere Team von Pixar beim Erarbeiten der Geschichte einen ganzen Haufen von Psychologen zu Rate gezogen, doch die Hauptinspirations-Quelle ist zweifelsohne der geniale antifaschistische Disney-Cartoon “Reason and Emotion“ von 1943 sein.

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REASON & EMOTION © 1943 Disney

Hier wird der menschliche Kopf von einem kleinen vernünftigen Anzugträger (Reason) und einem triebhaften Steinzeit-Männchen  (Emotion) bewohnt. Recht anschaulich wird gezeigt, wie Adolf Hitler – vorbei an jeglicher Vernunft – den Neandertaler im Menschen ansprach und zu Untaten anstachelte. Dieses nicht völlig abwegige Gleichnis haben die Pixar-Macher für “Alles steht Kopf“ mit viel Fantasie verfeinert und einige herrlich abgefahrere Ideen auch noch im Abspann verbraten.

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© 2015 Disney/Pixar

Das Resultat ist ein in nahezu allen Belangen überzeugender Trickfilm, der technisch brillant eine ebenso spannende wie komische Geschichte mit völlig neuen Figuren erzählt. Es ist schön, dass Pixar doch mehr kann als das positive Image seiner Erfolgsfilme durch mittelprächtige Fortsetzungen zu beschädigen.

Alles steht Kopf
© 2016 Disney/Pixar

Die Blu-ray von Walt Disney enthält neben dem 95-minütigen Hauptfilm (wahlweise mit einem optional deutsch untertitelten Audiokommentar vom Regisseur Pete Doctor und Produzent Jonas Rivera), sowie den bereits aus dem Kino bekannten Kurzfilm “Lava“ (7:12 min, wahlweise in deutscher, englischer oder türkischer Sprache), noch den neu produzierten sehr lustigen Kurzfilm “Rileys erstes Date“ (4:40 min, wahlweise in deutscher, englischer oder türkischer Sprache), bei dem es sich um eine Art Fortsetzung zu “Alles steht Kopf“ handelt. Außerdem sind noch die beiden englischsprachigen optional deutsch untertitelten Dokus “Wege zu Pixar: Die Frauen von Alles steht Kopf“ (11:22 min) und “Gemischte Gefühle“ (7:17 min) enthalten.

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Jurassic World

Schon beim Betrachten des Trailers zu diesem Film kam die Frage auf, warum nicht bereits eine der beiden nur noch bedingt gelungenen Fortsetzungen von Steven Spielbergs “Jurassic Park“ davon erzählte, was passiert, wenn ein Dinosaurier-Disneyland tatsächlich seine Tore für ein großes Publikum öffnen würde.

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Mit viel Liebe zum Detail beschreibt der Film wie die Attraktionen eines von künstlich geklonten Urzeit-Giganten bevölkerten Vergnügungsparks aussehen könnten. Eingeflochten ist dabei eine etwas altbacken anmutende Geschichte um Mütter und Tanten, die sich zwischen Familiensinn und Karriere zu entscheiden haben. Da ist es umso erfreulicher, wenn schon recht bald die Dinos Amok laufen. Wobei es hier gute, weil authentisch geklont, sowie einen unerhört bösen, weil genetisch manipuliert geklonten, Indominus Rex gibt. Wer mag, kann hier einen windelweichen Aufruf zum verantwortungsvollen Umgang mit Gentechnologie vermuten.

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Als ganz große Dino-Show mit einer Flugsaurier-Hommage an Hitchcocks “Die Vögel“ kann “Jurassic World“ dank toller Bilder und Effekte voll überzeugen. Ein wenig auf der Strecke bleibt dabei der in Spielbergs Actionfilmen unverzichtbare Humor, obwohl Hauptdarsteller Chris Pratt bereits in “Guardians oft the Galaxy“ bewiesen hat, was für ein schräger Action-Hero er sein kann. Wenn er in “Jurassic World“ immer wieder im letzten Moment sich schließende Tore oder Gitter durchquert, wirkte er hingegen eher wie ein geklonter Indiana Jones.

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Avengers – Age of Ultron

Nach vier mit dem Marvel Cinematic Universe verknüpften Kinofilmen folgt der zweite große Leinwand-Auftritt der Avengers. Dieser ist der Höhepunkt von Marvels “Phase 2“ und wieder ist es Buffy-Schöpfer Joss Whedon, dem es obliegt einen großen Superhelden-Ensemble-Film mit Schauspielern und Charakteren zu drehen, die fast alle bereits bewiesen haben, dass sie auch im Alleingang einen Blockbuster stemmen können.

Avengers – Age of Ultron
Dies sollte im Kino bedacht werden, wenn der eine oder andere Zuschauer die ungebremste Downey- Jr.-Star-Power aus Iron Man 3, den unbeschwerten Fantasy-Humor aus Thor – The Dark Kingdom, die gesellschaftskritischen Ansätze aus The Return of the First Avenger und den Outsider-Charme aus Guardians of the Galaxis vermisst. Avengers – Age of Ultron ist sehr viel mehr eine Bestandsaufnahme und Neuausrichtung als ein gradlinig erzählter Superhelden-Actionfilm. Die Rächer sammeln sich in Anbetracht einer gewaltigen neuen scheinbar unüberwindbaren Bedrohung zum gemeinsamen Wundenlecken. Dies geschieht in der Mitte des Films – genau wie schon in Iron Man 3 – etwas arg plakativ  im ländlichen US-Heartland. Zum Ausgleich operiert das Marvel-Heldenteam diesmal jedoch nicht hauptsächlich im Großraum New York (sowie kurz in Stuttgart), sondern rettet weltweit die weite Welt.

Avengers – Age of Ultron

Im Gegensatz zum ersten Avengers Film findet die Action diesmal nicht hauptsächlich im großen, aber auch auf Dauer etwas ermüdenden Finale statt, sondern ist sehr viel besser über den ganzen Film verteilt. Dank seiner beträchtlichen TV- und Kino-Erfahrung mixt Joss Whedon sehr routiniert lustige, tragische, rührende sowie einige wirklich unvergessliche Momente zu einem bekömmlichen Marvel-Cocktail. Er fährt dabei die den ersten Film alles überstrahlende Star-Power von Robert Downey Jr. etwas zurück. Am Ende des Filmes erscheinen – genau wie im Comic – Avengers-Geschichten ohne die (irgendwann unbezahlbaren Darsteller der) ganz großen Marvel-Helden nicht nur denkbar, sondern als innovativer Ansatz fast schon wünschenswert.

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