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Walt Disney: Ein toller Käfer

1968 wurde der Realfilm Ein toller Käfer zu einem gewaltigen Erfolg für die Walt Disney Company. Der im Original sehr viel passender The Love Bug betitelte Film erzählt die vergnügliche und skurrile Geschichte vom hässlichen kleinen VW-Rennauto Herbie mit der Nummer 53, das den erfolglosen Rennfahrer Jim Douglas (Dean Jones) zu Ruhm und Herzensglück verhilft.

Walt Disney: Ein toller Käfer

Für den Film spricht auch seine sympathische Besetzung. Hauptdarsteller Dean Jones war so etwas wie Walt Disneys Leading Man und auch in Produktionen wie Zotti das Urviech oder Käpt’n Blackbeards Spuk-Kaschemme mit Peter Ustinov zu sehen. Die Schurkenrolle übernahm der aus den Disney-Filmen Mary Poppins und Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett bekannte britische Darsteller David Tomlinson, während die auch als Sängerin aktive Michele Lee in der weibliche Hauptrolle eine gute Figur machte.

Walt Disney: Ein toller Käfer

Eine Klasse für sich ist Buddy Hackett als Jims bester Kumpel Ted Steinmetz. Der rundliche Komiker spielt, passend zum Handlungsort San Francisco, dessen Hippie-Bewohner im Film sanft veralbert werden, einen esoterisch angehauchten Automechaniker. Dieser lebt in einem alten Spritzenhaus, meditiert viel, war bereits in Tibet, bastelt Skulpturen aus Schrottteilen und setzt sein Schweißgerät zum Kochen von Irish Coffee ein. Hackett wird in der deutschen Fassung von Klaus Havenstein gesprochen, genau wie King Louie in Das Dschungelbuch.

Walt Disney: Ein toller Käfer
Gemälde von Peter Ellenshaw

Obwohl Ein toller Käfer in der damaligen Gegenwart spielt, hat die Handlung etwas märchenhaftes. Dies liegt ganz sicher auch daran, dass nicht immer an Originalschauplätzen gedreht wurden, sondern, wie bereits in Disneys ersten Realfilm Die Schatzinsel, oftmals Gemälde des großen britischen Künstlers Peter Ellenshaw mit im Studio gedrehten Aufnahmen kombiniert wurden.

Walt Disney: Ein toller Käfer
Gemälde von Peter Ellenshaw

Ein toller Käfer kann auch als Reflektion darüber verstanden werden, dass Autos die Leben vieler Menschen dominieren.  1968 waren nur 2001: Odyssee im Weltraum und Funny Girl mit Barbra Streisand erfolgreicher an den Kinokassen, was natürlich Folgen hatte. So entstand in Deutschland die fünfteilige Plagiatsreihe um den ADAC-gelben Wunderkäfer Dudu.

Walt Disney: Ein toller Käfer

Mit Herbie groß in Fahrt kam 1973 die erste der deutlich schwächeren offiziellen Fortsetzung in die Kinos. Ken Berry, der später auch in der Disney-Komödie Die Katze aus dem Weltraum die Hauptrolle spielte, war ein schwacher Ersatz für Dean Jones. Die restliche Besetzung kann sich jedoch sehen lassen,  vor allem Stefanie Powers aus der TV-Serie Hart aber herzlich als resolute Krankenschwester.

Walt Disney: Ein toller Käfer

Helen Hayes, die einen Oscar für Airport erhielt, war als Tante von Tennessee Steinmetz zu sehen, die zusammen mit Herbie darum kämpft, dass das Spritzenhaus nicht abgerissen wird. Der Schurke im Spiel ist  der Spekulant Alonzo Hawk, den Keenan Wynn bereits in den beiden Disney-Filmen um den “fliegenden Pauker“ spielte.

Walt Disney: Ein toller Käfer

1976 kehrte Dean Jones als Jim Douglas in Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo auf die Leinwand zurück. Wie der Titel andeutet erzählt der Film davon, wie Herbie an einem Autorennen in Europa teilnimmt. Dabei verliebt er sich in einen Lancia namens Giselle, dessen Fahrerin  Jim Douglas wiederum recht gut gefällt. Hinzu kommt noch ein gestohlener Diamant, den die Diebe in Herbies Tank versteckt haben. Genug Stoff also für halbwegs vergnügliche 105 Minuten.

Walt Disney: Ein toller Käfer

1980 schließlich entstand mit Herbie dreht durch (1980) erst einmal die letzte und mit Abstand schwächste Kino-Fortsetzung. Die unnötig kompliziert Geschichte erzählt von einem Inka-Schatz und zwei jungen Männern, die Herbie geerbt haben. Der Film spielt in Mexiko, Panama und großteils auf einem Kreuzfahrt-Schiff. Aus dem blassen Ensemble ragen einzig die beiden Mel-Brooks Darsteller Cloris Leachman (“Frau Blücher“ aus Frankenstein Junior) und Harvey Korman (“Hedley Lamarr“ aus Der wilde, wilde Westen) hervor, die für eine gewisse „gehobene Albernheit“ sorgen.

Walt Disney: Ein toller Käfer

Dean Jones war danach der Star einer fünfteiligen TV-Serie namens Herbie, the Love Bug, die 1982 ausgestrahlt wurde. Hier betrieb Jim Douglas zusammen mit Herbie eine Fahrschule und eroberte mit Hilfe seines tollen Käfers das Herz einer alleinerziehenden Mutter. 1997 spielte Tanz der Teufel-Star Bruce Campbell die Hauptrolle im TV-Film Ein toller Käfer kehrt zurück, in dem auch Dean Jones einen Gastauftritt als Jim Douglas absolvierte.

Walt Disney: Ein toller Käfer
Bruce Campbell und Alexandra Wentworth in „Ein toller Käfer kehrt zurück“

2005  entstand mit Herbie: Fully Loaded – Ein toller Käfer startet durch eine recht interessante Fortsetzung. Herbies mimische Fähigkeiten haben sich zwar durch digitale Hilfe etwas gesteigert, doch ansonsten ist das kleine wackere Auto immer noch darum bemüht Außenseitern zum Erfolg zu verhelfen. Diesmal ist Maggie Peyton die Glückliche. Zunächst ist die Teenagerin gar nicht so erfreut, als sie von ihrem Vater nicht mehr als einen rostigen VW-Käfer zum Highschool-Abschluss erhält. Doch plötzlich rückt Maggies Traum erfolgreich an einem NASCAR-Rennen teilzunehmen in greifbare Nähe.

Walt Disney: Ein toller Käfer

Die Hauptrolle spielt die frisch fröhliche Lindsay Lohan, die bereits in den Remakes der Disney-Filme The Parent Trap (Ein Zwilling kommt selten allein) und Freaky Friday zu sehen war. Recht ergiebige Nebenrollen spielen Michael Keaton als Vater und Matt Dillon als schmieriger Rennfahrer. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen, denn es geht respektvoll mit der Vorlage um und belegt in der Hitliste aller Herbie-Filme einen hervorragenden zweiten Platz.

Walt Disney: Ein toller Käfer

Einen hübschen Nebeneffekt hatte Herbie: Fully Loaded. Zum Erfolg von Ein toller Käfer trug 1968 auch die schwungvolle Musik von Disneys Dschungelbuch-Komponisten George Bruns bei. Diese wurde jedoch nie auf einen Tonträger gepresst. Als halbwegs passablen Ersatz dienen zwei Remixe dieser Melodie von The Blacksmoke Organisation, die sich auf dem Soundtrack von Herbie: Fully Loaded befinden.

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Walt Disney: The Jungle Book

1967 entstand mit “Das Dschungelbuch“ der letzte Zeichentrickfilm an dem Walt Disney noch höchstpersönlich mitarbeitete. Wer diesen Klassiker seinerzeit im Kino erlebte, den werden Mogli, Baghira und Balu, aber auch die fröhlichen Songs wie “Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ Zeit seines Lebens begleiten. Die Aussicht auf eine am Computer animierte Neuverfilmung weckt daher nur wenig Vorfreude, denn der Zeichentrickfilm ist auf seine Art absolut perfekt.

Walt Disney: Das Dschungelbuch (2016)

Doch dem Team vom “Iron Man“-Regisseur Jon Favreau gelang ein Wunder, auch wenn die ersten Minuten des neuen Dschungelbuchs  gewöhnungsbedürftig sind. Das vor allen Disney-Filmen gezeigte Schloss ist diesmal nicht 3D-animiert, sondern im Stile eines klassischen von Hand gezeichneten Trickfilms gestaltet. Die Kamera fährt zurück und plötzlich befindet sich der Zuschauer in einem perfekt visualisierten (und in der 3D-Version sehr plastischen) Dschungel, durch den der halbwüchsige Mogli mit seinen Wolfs-Kameraden rennt.

Walt Disney: Das Dschungelbuch (2016)

Während die kleinen Wölfe zwar täuschend echt aussehen, aber dennoch unverkennbar, ausgereifte Produkte der Computeranimation sind, wird Mogli von einem echten Jungen verkörpert, dem 12-jährigen New Yorker Neel Sethi. Das Team geht dadurch den Problemen aus dem Weg, die es immer noch bereitet glaubhafte menschliche Charaktere zu animieren. Das Zusammenspiel zwischen Sethi und den nur gelegentlich vermenschlichten Tieren funktioniert sehr überzeugend. Doch wichtiger noch ist Justin Marks wirklich interessante Neubearbeitung des klassischen Stoffs.

Walt Disney: Das Dschungelbuch (2016)

Die Geschichte enthält alle markanten Szenen des Zeichentrick-Klassikers. Überraschenderweise gehören dazu auf dem Soundtrack sogar die beiden Songs “The Bare Necessities“ und “I Wanna Be Like You“, die jetzt in der Originalfassung  von Bill Murray als Balu und Christopher Walken als King Louie gesungen werden. In der deutschen Version lassen sich die Gesangseinlagen von Armin Rohde bei “Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ und Christian Berkel bei “Ich wäre gern wie Du“ auch gut anhören. Joachim Króls schnoddriger Zungenschlag ist hingegen nicht wirklich eine Alternative zu Ben Kingsley, der den Panther Baghira im Original spricht.

Walt Disney: Das Dschungelbuch (2016)

Doch das neue Dschungelbuch ist mehr als das achtbare Remake eines Klassikers. In die Geschichte flossen auch noch zusätzliche Elemente aus Rudyard Kiplings literarischer Vorlage mit ein. So ist der Tiger Shir Khan von Anfang an als der Schurke der Geschichte sehr präsent . Seine Angst vor den Menschen, die das Feuer beherrschen, ist klar herausgearbeitet. Der Tiger ist nicht nur eine Bedrohung für Mogli, sondern auch für das Wolfsrudel, das das Menschenkind großgezogen hat.

Walt Disney: Das Dschungelbuch (2016)

Eine großartige Szene zeigt, wie im Dschungel für einen Moment Frieden herrscht, als durch niedrigen Wasserstand eine mystische Steininsel aus einem Fluss auftaucht. Hier wird das Misstrauen aber auch die Neugier, die die unterschiedlichen Tiere des Dschungels füreinander empfinden sehr plastisch vermittelt. Insgesamt überrascht der mitreißend visualisierte Film durch seine intelligente Erzählweise, die Humor und Spannung perfekt ausbalanciert.

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Tim und Struppi im Kino

Bereits 1947 entstand “Le Crabe aux pinces d’or“, der erste Film mit Tim und Struppi,  doch dieser wurde lediglich zweimal in einem Kino in Brüssel gezeigt.

Tim und Struppi im Kino

Mit “Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ wurde jene Comic-Geschichte von Hergé adaptiert, die Steven Spielberg knapp 65 Jahre später auch zur Grundlage eines sehr viel aufwändigeren Animationsfilms machen sollte.

Tim und Struppi im Kino

“Le Crabe aux pinces d’or “ ist ein schwarzweißer knapp einstündiger Film, der großteils mit kleinen Puppen im Stop-Motion-Verfahren gedreht wurde. Gelegentlich gab es aber auch “richtige“ menschliche Hände oder Dokumentaraufnahmen von Schiffen zu sehen. Obwohl der Film gut ankam, wurde er kein Erfolg, da der Produzent Wilfried Bouchery Geldprobleme hatte und nach Argentinien floh.

Tim und Struppi im Kino

Mittlerweile liegt der Animations-Film in Belgien und Frankreich auf DVD vor.

Tim und Struppi im Kino

Zwölf Jahre später ging es dann weiter mit dem bewegten Tim. Von 1959 bis 1964 produzierte die belgische Firma Belvision mit „Les Aventures de Tintin, d’après Hergé“ eine Zeichentrickserie, die zunächst noch in schwarzweiß gedreht wurde.

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Insgesamt entstanden 103 eher schlicht animierte 5-minütige Episoden, die auch in den USA und in Großbritannien gezeigt wurden, aber nicht bei uns.

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Eine Ausnahme ist die Belvision-Adaption des Comics “Der Fall Bienlein“, die auf DVD gemeinsam mit den Kino-Zeichentrickfilmen “Tim und Struppi im Sonnentempel“ und “Tim und der Haifischsee“ veröffentlicht wurde.

Tim und Struppi im Kino

1961 und 1964 wurden mit “Das Geheimnis um das Goldene Vlies“ und “Tim und die blauen Orangen“ zwei  Realverfilmungen gedreht, für die allerdings nicht auf Hergés Comicalben zurückgegriffen wurde, sondern Remo Forlani und Andre Barret dachten sich neue Geschichten aus.

Tim und Struppi im Kino

Die Idealbesetzung für Hergés etwas naiven Helden wurde mit Jean-Pierre Talbot gefunden. Dieser drehte danach jedoch keine weiteren Filme mehr, sondern arbeitete als Lehrer .

Tim und Struppi im Kino

Der erste der beiden Realfilme erzählt davon, wie Kapitän Haddock (Georges Wilson) ein Schiff namens “Das Goldene Vlies“ von einem alten Freund erbt. Gemeinsam mit Tim und Struppi reist er deswegen nach Istanbul. Bei der Erbschaft handelt es sich jedoch um ein Wrack, an dem trotzdem einige düstere Gestalten großes Interesse zeigen. Dies hängt mit einem Schatz zusammen. “Das Geheimnis um das Goldene Vlies“ entstand vor Ort in der Türkei und Griechenland, zeigt aber auch das Schloss Mühlenhof, in dem Kapitän Haddock residiert.

Tim und Struppi im Kino

Drei Jahre später wurde “Tim und die blauen Orangen“ als französisch-belgisch-spanische Koproduktion 1964 rund um Valencia gedreht. Den Kapitän Haddock spielte jetzt Jean Bouise. Diesmal ging es um eine mysteriöse blaue Orange, die angeblich auch in der Wüste wachsen kann und dadurch das Hungerproblem lösen könnte. Doch eine internationale Verbrecherbande will sich die Erfindung unter den Nagel reißen.

Tim und Struppi im Kino

Beide Realfilme gerieten recht farbenfroh und sind voller typischer “Tim und Struppi“-Situationen. So treten natürlich auch Professor Bienlein, Schultze und Schultze sowie die Operndiva Bianca Castafiore auf. Doch obwohl alle Zutaten der Comics enthalten sind, gerieten die Filme sehr viel alberner als Hergés Vorlagen. Wahrscheinlich fehlt dessen ausgefeilter Ligne-Claire-Zeichenstil , der unerlässlich ist, zum Vermitteln seiner ebenso komischen wie spannenden Geschichten.

Tim und Struppi im Kino

Doch auf alle Fälle ist es sehr erfreulich, dass diese beiden filmischen Kuriositäten, die es seinerzeit nicht bis in die deutschen Kinos schafften, endlich bei uns auf DVD und Blu-ray erschienen sind.

Abenteuer in Rio

Hergé war sehr unzufrieden mit den beiden Realverfilmungen und bedauerte es sehr, dass er sich nicht Philippe de Broca einigen konnte, der Anfang der 60er Jahre eine Verfilmung von „Tim und Struppi“ plante. Stattdessen drehte de Broca 1964 mit Jean-Paul Belmondo die Action-Komödie „Abenteuer in Rio„, die Hergé für die beste Verfilmung seines Comics hält.

Tim und Struppi im Kino

1969 schließlich folgte der ebenso wie die TV-Serie von Belvision produzierte aufwändige Zeichentrickfilm “Tim und Struppi im Sonnentempel“. Als Grundlage für die Geschichte dienten die Comicalben “Die sieben Kristallkugeln“ (das ziemlich zusammengekürzt wurde) und “Der Sonnentempel“ (das recht werkgetreu umgesetzt wurde).

Tim und Struppi im Kino

Neben Hergé, der auch kurz als Zeichentrick-Figur zu sehen ist, arbeiteten am Drehbuch und am Design des Films die Comickünstler Bob de Moor, Jacques Martin und Michael Regnier alias Greg mit. Der bekannte französische Chansonsänger Jacques Brel schrieb einige Songs für den Film.

Tim und Struppi im Kino

Zudem wurden noch einige Tanz-Einlagen, sowie ein nicht im Comic vorkommendes Inka-Mädchen eingebaut. Dadurch, aber auch wegen der plastisch kolorierten Hintergrundgemälde, die so gar nichts von Hergés “Ligne Claire“ haben, erinnert “Tim und Struppi im Sonnentempel“ sehr stark an eine Produktion aus dem Hause Disney und weniger an die dem Film zugrunde liegenden Comics.

Tim und Struppi im Kino

Doch insgesamt bietet der sorgfältig gestaltete Zeichentrickfilm spannende Unterhaltung, die durch allerlei Gags aufgelockert wird.

Tim und Struppi im Kino

Drei Jahre später kam ein weiterer aufwändig animierter Trickfilm von Belvision namens “Tim und Struppi und der Haifischsee“ in die Kinos, der genau wie die beiden Realfilme wieder eine neue Geschichte erzählte. Nicht ganz ohne Grund wird Tim auf dem deutschen Kinoplakat als “der James Bond des Zeichentricks“ bezeichnet.

Tim und Struppi im Kino

Die ebenso spannende wie lustige Story erinnert gelegentlich durchaus an einen groß angelegten Kinofilm mit 007. Es wird erzählt, wie Tims Erzfeind Rastapopoulos plant, die größten Kunstwerke der Welt gegen Fälschungen auszutauschen, die er durch einen 3D-Kopierer anfertigen will. Die Originale hortet der Monokel tragende Schurken in seinem Geheimversteck auf dem Grunde des Haifischsees.

Tim und Struppi im Kino

Die Geschichte nutzt zwar bekannte Figuren und auch das haifisch-förmige U-Boot aus den Comics, stammt jedoch nicht von Hergé, sondern von Greg.

Tim und Struppi im Kino

1973 entstand auf der Basis des Drehbuchs ein 44-seitiger Comic zum Film, der als Band 23 in die reguläre Reihe eingegliedert wurde. Doch das Cover, auf dem Filmstreifen zu sehen sind, signalisiert recht deutlich den Unterschied zu den übrigen Comic-Alben.

Tim und Struppi im Kino

Der Comic enthält eine Zusammenstellung von Standbildern aus dem Film, die mit Sprechblasen versehen sind.

Tim und Struppi im Kino

Eine nachgezeichnete Version des Film-Comics erschien 1973 im Comic-Magazin ZACK.

Tim und Struppi im Kino

Sehr werkgetreu geriet die  zwischen 1991 und 1993 produzierte 39-teilige französisch-kanadische Zeichentrickserie „Les Aventures de Tintin„, die fast alle Comicalben sorgfältig für das Fernsehen adaptierte.

Tim und Struppi im Kino

Abgesehen von “Im Lande der Sowjets“ und “Tim im Kongo“ (wurde wegen seiner rassistischen Tendenzen weggelassen) wurden hier alle “Tim und Struppi“-Comics sehr nahe am Original, aber oft auch etwas uninspiriert adaptiert, wobei Kapitän Haddock in den Episoden eher abstinent rüberkommt.

Tim und Struppi im Kino
Hier trinkt der Käptn ausnahmsweise mal…

Aus den meisten Comic-Alben entstanden hierbei zweiteilige Trickfilme. Der 1983 verstorbene Hergé konnte dies leider nicht mehr miterleben. Als Trickfilmcharakter hat er jedoch in jeder Episode einen kleinen Gastauftritt á la Hitchcock.

Tim und Struppi im Kino

Mit modernster Tricktechnik wäre es wohl denkbar eine “werkgetreue“ Verfilmung von Hergés Comic-Reihe auf die Leinwand zu zaubern. Doch dies durfte nicht erwartet werden, als Steven Spielberg 2011 “Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ inszenierte.

Tim und Struppi im Kino

Der Film erweist im schönen flächig animierten Vorspann und gleich danach mit einem Gastauftritt – ein computeranimierter Hergé porträtiert als Flohmarkt-Karikaturist den computeranimierten Tim in seinem typischen Ligne-Claire-Stil – dem belgischen Comicmeister seinen Respekt. Danach jedoch zieht der Erfolgsregisseur auch in seinem ersten selbst in Szene gesetzten Trickfilm voll sein Ding durch.

Tim und Struppi im Kino

Das ist zunächst etwas anstrengend, denn die Figuren sehen weder wie ihre Ebenbilder aus dem Comic aus, aber auch nicht – trotz zahlloser Details – wie richtige Menschen. Zudem ist auch noch die Kamera ständig in Bewegung, damit das Ganze als 3D-Film auch ja schön plastisch wirkt.

Tim und Struppi im Kino

Die zunächst aus Hergés Album “Das Geheimnis der Einhorn“ übernommene Geschichte beginnt – durchaus werkgetreu – etwas lahmarschig und erzählt von Schiffsmodellen die Schatzkarten enthalten. Doch wenn dann zusätzlich noch Elemente aus dem Comic “Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ – jenem Album in der Tim den beliebten Polter- und Trunkenbold Haddock kennenlernt – gewinnt der Film ganz schön an Fahrt.

Tim und Struppi im Kino

Im Laufe der munter neu remixten Geschichte gibt es reichlich aus den Comics übernommene Situationen, aber auch eine wild turbulente Verfolgungsjagd durch einen afrikanischen Küstenort, die alle Indiana-Jones-Actionszenen blass aussehen lassen. Jene Sequenz, in der Kapitän Haddock sich in seinen gegen Piraten ankämpfenden Vorfahren hineinversetzt, hingegen, kann locker mit den besten Momenten aus “Fluch der Karibik“ mithalten. Wenn es um das in Szene setzten von lustigen Turbulenzen geht, ist Spielberg immer noch unerreicht und zeigt ganz nebenbei den Pixar-Leuten, die sich gerade mit “Cars 2“ lächerlich machten, dass es doch möglich ist mit computeranimierter Action zu unterhalten.

Tim und Struppi im Kino

Aus Hergés “Einhorn“-Fortsetzung “Der Schatz Rackham des Roten“ übernimmt der Film nur Fragmente und spart sich den Ausgang der Geschichte (sowie den ersten Auftritt von Professor Bienlein) für eine dann wohl von Peter Jackson in Szene gesetzte Fortsetzung auf. Insgesamt richtet sich der Film eher an das große Publikum als an die Fans der Tim und Struppi-Comics. Doch unterhaltsamer als die werkgetreue aber sehr brave TV-Trickfilmserie oder die sonstigen Kino-Auftritte von Hergés Helden ist das Ganze allemal.

Derzeitig ist Peter Jackson dabei die Fortsetzung “The Adventures of Tintin: Prisoners of the Sun” zu produzieren.

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My Big Fat Greek Wedding 2

Inmitten all dieser scheinbar todsicher nach Schema F realisierten Blockbuster konnte sich 2002 in den USA in der wöchentlichen Hitliste mit den besten Einspielergebnissen auch ein Film mit dem seltsamen Titel „My Big Fat Greek Wedding“ platzieren. Rita Wilson war von der One-Woman-Bühnenschau der griechisch-stämmigen Nia Vardalos so begeistert, dass sie ihren Ehemann Tom Hanks überredete, daraus einen Film zu produzieren, den der TV-Veteran Joel Zwick eher unauffällig in Szene setzte.

My Big Fat Greek Wedding 2

Doch gerade die scheinbare Normalität des Gezeigten machte den Reiz des Films aus und lässt ihn so authentisch wirken. Nia Vardalos spielt die 30-jährige Mauerblümchen-Tochter Toula des unglaublich stolzen Griechen Gus Portokalos. Dieser führt in Chicago ein Restaurant und versucht nachzuweisen, dass jedes Wort auf der Welt (einschließlich Kimono) einen griechischen Ursprung hat. Gus ist natürlich nicht gerade begeistert als Toula plötzlich erblüht und einen Mann heiraten will, der kein bisschen griechisch ist.

My Big Fat Greek Wedding 2
Ein Hauch von „Anatevka“ kommt auf, wenn die sehr durchsetzungsfähige Maria Portokalos ihren Ehemann Gus davon überzeugt, dass er dem Glück seiner Tochter gefälligst nicht im Wege stehen soll. Doch insgesamt verweigert sich der Film erfreulich oft den üblichen Klischees einer Hollywood-Lovestory und bezieht seinen Charme eher daraus, dass der Zuschauer mitten hineingezogen wird, in die turbulenten Vorbereitungen zu einer dann wirklich gelungenen großen, fetten, griechischen Hochzeit.

My Big Fat Greek Wedding 2

Es sollte 14 Jahre dauern, bis es zu einer Wiederbegegnung mit der großen, voll fetten, griechischen Familie kam.  Toula Portokalos-Mills  ist immer noch halbwegs glücklich verheiratet und hat mittlerweile eine Tochter im fast schon heiratsfähigen Alter. Doch diese ist es nicht, die in der Fortsetzung eine Big Fat Greek Wedding zu feiern hat. Vielmehr wird plötzlich festgestellt, dass die Ehe von Toulas Eltern nicht rechtskräftig ist und daher die Hochzeit wiederholt werden muss.

My Big Fat Greek Wedding 2

Das ist ganz sicher nicht der originellste Aufhänger für eine Filmkomödie. Doch da es gelang das sympathische Ensemble des ersten Films wieder zusammenzutrommeln, macht auch die Fortsetzung Spaß und Appetit auf eine große, fettige, griechische Mahlzeit!

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Batman v Superman: Dawn of Justice

Nachdem die Firma Disney ihr Marvel Cinematic Universe weiterhin erfolgreich ausbaut, möchte Warner nicht hintenan stehen. Dort wurde daher das DC Extended Universe ins Leben gerufen. Aufbauend auf dem halbwegs erfolgreichen letzten Superman-Film Man of Steel, folgt ebenfalls unter der Regie von Zack Snyder Batman v Superman: Dawn of Justice. Doch Man of Steel ist ein sehr viel weniger solider Grundstein für ein Kino-Superhelden-Universum als dies 2008 der erste Iron Man-Film mit Robert Downey Jr.  für das Marvel Cinematic Universe war.

Batman V Superman: Dawn of Justice

Während des Vorspanns zitiert Batman v Superman: Dawn of Justice zwei Schlüsselmomente aus dem wohl einflussreichsten Batman-Comic. Wie in Frank Millers The Dark Knight Returns  wird beim Mord an den Eltern von Bruce Wayne gezeigt, wie die Kette seiner Mutter beschädigt wird, und die Perlen herunter fallen. Kurz darauf ist zu sehen, wie auf dem Begräbnis der Waynes der kleine Bruce in einen Wald flüchtet und dort in ein Loch fällt. Genau wie in Frank Millers Comic landet Bruce in einer verborgenen Höhle, in der von Fledermäusen nur so wimmelt. Diese ängstigen ihn zunächst, werden dann jedoch zum Symbol für Batman. Doch damit hat es sich auch schon mit den Einflüssen aus Millers Comic.

Batman V Superman: Dawn of Justice

Der Film zitiert gegen Ende noch mehr schlecht als recht einen einflussreichen Superman-Comic, doch insgesamt ist die im Kino erzählte Geschichte uninteressanter als sehr viele DC-Comics, wie etwa Public Enemies / Freunde und Feinde in denen der Stählerne auf den Dunklen Ritter trifft. An den Darstellern liegt es noch am wenigsten.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Der zynisch-finstere Batman, aber auch der nicht mehr ganz junge Bruce Wayne, wird recht gut von Ben Affleck verkörpert. Henry Cavill hingegen hätte durchaus das Zeug, als Gegenpol einen naiv-optimistischen Superman, aber auch den idealistischen Reporter Clark Kent, zu spielen. Doch im Kinofilm Man of Steel war Cavill gezwungen die Titelrolle eher finster zu spielen und es auch sein Grundsatz niemals zu töten wurde nicht ernst genommen. Ähnlich sieht es jetzt auch mit Batman aus, der es in den Comic-Geschichten ablehnt Schusswaffen zu benutzen, da hierdurch seine Eltern getötet wurden. Ben Affleck hingegen greift im Kino schon mal zur Knarren und das nicht nur in einer völlig wirren, absolut überflüssigen apokalyptischen Traumsequenz.

Batman V Superman: Dawn of Justice

Batman v Superman: Dawn of Justice ist kein schlechter Film. Zack Snyder inszenierte etwas weniger überdreht und splattrig, als von ihm zu erwarten war.  Zum Glück ignoriert er nicht komplett die Vorarbeit, die Christopher Nolan in seinen drei Batman-Filmen geleistet hat, was sich im Soundtrack und Design des Batmobiles deutlich bemerkbar machte. Auch in  Batman v Superman wimmelt es von guten Momenten und interessanten Darstellern.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Jesse Eisenberg spielt Lex Luthor diesmal als neunmalklugen Computer-Geek mit langer Kopfbehaarung. Er wirkt auf seine unberechenbare Art durchaus bedrohlich, doch seine witzigen Sprüche sind selten witzig und für seinen Hass auf Superman wird keine nachvollziehbare Begründung geliefert. Auch Holly Hunter ist als aufrechte und die richtigen Fragen stellende Senatorin eine interessante Figur, deren Potential genauso, wie bei Jeremy Irons (Alfred Pennyworth), Diane Lane (Martha Kent), Lawrence Fisburne (Perry White) sowie beim überflüssigen Gastauftritt eines Hollywood-Stars fast komplett verschenkt wird.

Batman V Superman: Dawn of Justice

Den Irrglauben, dass es nicht ausreicht lediglich zwei Superhelden in einer Geschichte auftreten zu lassen, haben nicht nur Drehbuch- sondern auch viele Comic-Autoren. Daher sind nicht nur recht kurz Aquaman (Jason Momoa), The Flash (Ezra Miller) und Cyborg (Ray Fisher) zu sehen, sondern mit Wonder Woman erlebt auch noch eine weitere DC-Ikone ihren ersten Kinoauftritt  Die aus der Fast & Furious-Filmreihe bekannte Gal Gadot ist als Diana Prince, auch dank ihrer eleganten Kostüme, ein echter Blickfang. Doch auch die Wonder Woman Rüstung trägt das ehemalige Model mit Fassung. 

Batman v Superman: Dawn of Justice

„Batman v Superman: Dawn of Justice“ ist nicht so gut, wie er als Summe seiner interessanten Momente und Figuren eigentlich hätte sein müssen. Etwas an Potential gewinnt der 150-minütige Film jedoch, wenn er als „Ultimate Edition“ auf Blu-ray in der um 30 Minuten längeren Fassung betrachtet wird. Hier ist zwar auch der alberne Alptraum von Bruce Wayne länger und es wird klar, dass Zack Snyder den fest zum Superman-Ensemble gehörenden Foto-Reporter Jimmy Olsen hat erschießen lassen, da er für diesen keinen Platz im “DC Extended Universe“ sah.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Doch insgesamt macht der Film in der längeren Version mehr Sinn, denn Henry Cavill wird gezeigt, wie er als Reporter Clark Kent recherchiert und sich als Superman um die Opfer des Anschlags im Kapitol kümmert. Durch zusätzliche Szenen wie diese, wird Cavill zum gleichberechtigten Gegenpart zu Ben Affleck, der als Bruce Wayne und Batman die Kinofassung dominierte.

Batman v Superman: Dawn of Justice

Die Box enthält eine Blu-ray mit der Extended Version (182:33 min) und eine zweite Blu-ray mit der Kinofassung (150:41 min) und diesen zumeist recht sehenswerten Extras: “Uniting The World’s Finest“ (15:05 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln); „Gods and Men: A Meeting of Giants“ (12:28 min); Ein sehr interessanter Bericht über Wonder Woman (21:26 min); „The New Batmobile“ (22:46 min); Superman-Design (7:08 min); Batman-Design (8:15 min); The Batcave (7:12 min); „The Power Of A Punch“ (5:15 min); „The Empire Of Luthor“ (12:33 min) und „Save The Bats“ (4:37 min).

Batman v Superman: Dawn of Justice

Es bleibt abzuwarten wie sich das DC Extended Universe nach dem etwas holperigen Start von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und „Suicide Squad“ weiter entwickelt und ob bis 2020 tatsächlich noch mindestens weitere zehn Kinofilme mit DC-Heroen in die Kinos kommen.

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Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Der 1960 in Bamberg geborene Autor Andreas Steinhöfel ist einer der eifrigsten Verfasser von Kinder- und Jugendbüchern. 2009 gewann er den zuvor u. a. an Loriot, Robert Gernhardt und Tomi Ungerer verliehenen “Erich Kästner Preis für Literatur“. Steinhöfels ab 2008 im Carlsen Verlag erschienenen drei Bücher um die beiden ungleichen Freunde Rico und Oscar stehen tatsächlich in der Tradition von Kästner. Genau wie dieser in “Emil und die Detektive“ oder “Pünktchen und Anton“ nimmt auch Steinhöfel seine jungen Leser ernst, Dadurch sind seine Jugendbücher auch für Erwachsene interessant.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Die Hauptfigur,  der 10-jährige Rico Doretti, ist ein ganz besonderer Junge. Rico selbst hält sich für ein “tiefbegabtes Kind“, denn er kann “zwar sehr viel denken, aber das dauert meistens etwas länger als bei anderen Leuten.“ Der Junge wohnt zusammen mit seiner ihn alleinerziehenden Mutter Tanja in der Dieffenbachstraße in Berlin-Kreuzberg. Tanja arbeitet in einem Nachtclub und nimmt Rico gerne mit zu Bingo-Nachmittagen.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Eines Tages lernt Rico den zwei Jahre jüngeren Oskar kennen, der sich selbst für “hochbegabt“ hält. Doch dadurch ist er nicht lebenstauglicher als Rico, denn Oskar ist übervorsichtig und rennt immer mit einen Helm herum. Doch durch ihre unterschiedlichen Talente sind Rico und Oskar ein unschlagbares Detektiv-Duo, wobei die zu lösenden Kriminalfälle eng mit den skurrilen Nachbarn der Jungen zusammenhängen. Sympathisch an Steinhöfels Büchern ist der selbstverständliche Umgang mit der Tatsache, dass die Menschen unterschiedlich begabt sind und eine scheinbare Behinderung auch eine Bereicherung sein kann.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein
Mittlerweile wurden alle drei Bücher exzellent fürs Kino verfilmt. In den beiden Hauptrollen brillieren Anton Petzold und Juri Winkler, die den Wortwitz der Bücher bestens rüberbringen. Karoline Herfurth kann als Ricos Mutter ungeniert berlinern und macht aus ihrem Herz keine Mördergrube. In der Verfilmung von “Rico, Oskar und die Tieferschatten“ spricht sie offen mit ihrem Sohn darüber, wie sehr sie sich zum frisch in die Dieffenbachstraße gezogenen, von Roland Zehrfeld, verkörperten Polizisten Simon fühlt.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein
Eine große Show zieht Katharina Talbach als Bingo-Königin Ellie Wandbeck ab. Im zweiten Teil “Rico, Oskar und das Herzgebreche“ steht sie im Zentrum eines Kriminalfalls in den auch Ricos Mutter verwickelt ist. Im dritten Teil “Rico, Oskar und die Diebstahlstein“ schließlich müssen die beiden Hobby-Detektive Berlin verlassen und zu einer kriminalistischen Reise an die Ostsee aufbrechen.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Bei den drei Verfilmungen ist kein Qualitätsabfall zu bemerken. Die Besetzung der erwachsenen Rollen in der Kino-Trilogie ist durch Anke Engelke, Ursela Monn, Axel Prahl, Henry Hübchen, Moritz Bleibtreu, Detlev Buck, David Kross, Annette Frier, Heike Makatsch und Milan Peschel ein “Who is Who“ des deutschen Films. Sehr gelungen sind auch die immer wieder in die Handlung eingesteuten Animationen der Kinderbuch-Illustrationen von Peter Schössow.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein
Es kann nur gehofft werden, dass Andreas Steinhöfel ein viertes Buch mit Rico und Oscar schreibt, auch damit auch daraus ein weiterer vergnüglicher Film für die ganze Familie wird.

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Walt Disney: Zoomania

Der 55. Animationsfilm aus dem Hause Disney erzählt von einem kleinen Hoppel-Häschen, das gerne ein Polizist wäre, doch Schwierigkeiten hat sich gegen größere Tiere durchzusetzen. Daher ist zu befürchten, dass hier nur die ganz, ganz kleinen Zuschauer bespaßt werden sollen.

Walt Disney: Zoomania
© 2016 Disney

Doch wenn die ehrgeizige kleine Häsin Judy Hobbs dann die Police Academy bewältigt hat und mit einem Zug aus dem heimischen Bunnyburrow in die Metropole Zoomania (die in der Originalfassung “Zootopia“ heißt) fährt, setzt langsam völlige Verzauberung ein. Judy hört dabei auf ihrem iPhone “Try Everything“, den neusten Hit ihrer Lieblingssängerin Gazelle (bzw. von Shakira), und braust durch eine phantasievoll zusammengepixelte prachtvolle Großstadt, die wie ein von Walt Disney konzipierter wundervoller Tierpark aussieht.

Walt Disney: Zoomania
© 2016 Disney

Für Eisbären und Pinguine gibt es den Polar-Distrikt Tundratown, am Sahara Square wohnen nachtaktive Wüstentiere, Little Rodentia ist eine Miniaturstadt für kleine Nagetiere und im dampfigen Amazonas-Viertel leben Dschungelbewohner. Judy Hobbs findet ein nicht allzu gemütliches Apartment im Stadtteil Nageria und tritt in Savanna Central ihren Dienst im ZPD (Zoomania Police Department) an.

Walt Disney: Zoomania
© 2016 Disney

Dort hat Chief Bogo, ein sturer Büffel, nicht gerade auf den ersten Hasen-Polizisten gewartet und er setzt Judy als Politesse ein. Judy macht bereits an ihrem ersten Arbeitstag Bekanntschaft mit dem Trickbetrüger Nick Wilde. Zusammen mit diesem mit allen Wassern gewaschenen Fuchs versucht sie einen großen Kriminalfall aufzuklären. Das Verschwinden etlicher Bewohner von Zoomania gefährdet das fragile Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Bewohnern der Großstadt. Bei den Ermittlungen stößt die Häsin Judy in höchste gesellschaftliche Kreise vor und muss feststellen, dass sie nicht frei von Vorurteilen gegenüber Füchsen ist…

Walt Disney: Zoomania
Rüdiger Hoffmann spricht das lahmarschige Faultier Flash. © 2016 Disney

In erster Linie ist “Zoomania“ ein ganz großer Spaß. Die Macher orientierten sich nach eigenen Aussagen stark am Disney-Zeichentrickfilm “Robin Hood“ von 1973. Dieser entstand nach dem Tod von Walt Disney und gehört nicht zu den ganz großen Klassikern. Doch der Film erzählt erstaunlich selbstverständlich von einer Welt ohne Menschen, die mit bekleideten Tieren bevölkert ist. Genau wie “Robin Hood“ bietet auch “Zoomania“ viel Humor, Spannung und Action. Doch die clever erzählte Geschichte verfügt zudem auch noch über gesellschaftskritische Untertöne und regt zum Nachdenken darüber an, warum es so schwer ist friedlich zusammenzuleben.

Walt Disney Zoomania
© 2016 Disney

Neben dem 109-minütigen Hauptfilm enthält die Blu-ray noch diese Extras: Recherchen: Ein tierisches Abenteuer (9:58 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Runder Tisch: Zoologie (18:23 min), Scoremania (4:59 min), Forensische Akten (3:23 min), unentdeckte Bewohner (3:26 min), Ursprünge einer tierisch spannenden Geschichte (9:15 min), Shakira-Musikvideo „Try Everything“ (3:21 min) und zusätzlichen Szenen (28:03 min). Der 3D-Edition liegen noch 5 Karten mit verschiedenen Motiven aus dem Film bei, durch die das Cover des Blu-ray-Schuber verändert werden kann.

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Lucky Luke im Kino

Der Belgier Maurice de Bevere (1923 – 2001) alias Morris ließ 1946 erstmals jenen Cowboy im Comic auftreten, der schneller als sein Schatten zieht. Er hatte Lucky Luke eigentlich als Held eines Zeichentrickfilms geplant.

Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016
Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016

Die größten Erfolge feierte die Westernparodie jedoch erst, als René Goscinny ab Mitte der Fünfziger Jahre als Texter hinzu kam, noch bevor er mit Asterix durchstartete. Auch Goscinnys große Liebe gehört dem Zeichentrickfilm und als er in den USA weilte, träumte er davon bei Walt Disney zu arbeiten. Doch Goscinny fand es sehr bedauerlich, das Disney diesen Traum nicht teilte.

Lucky Luke im Kino

Schon daher ist es nicht verwunderlich, dass 1971 ein erster Zeichentrickfilm mit Lucky Luke entstand.  Bei “Lucky Luke – Daisy Town“ führten Morris und Goscinny Regie. Der Film basiert auf keinem der Comic-Alben. Vielmehr wurde eine Originalgeschichte entworfen, die möglichst viele Aspekte des Wilden Westens beinhaltet und 1983 sogar zum Comic-Album  „Daisy Town“ verarbeitet, das bei uns als Band 40 der Lucky Luke Reihe erschienen ist.

Lucky Luke im Kino

Insgesamt kann dieser Film um den einsamen Cowboy durchaus als gelungen angesehen werden. Schwächen in der Animation werden durch originelle Einfälle (inklusive Anleihen bei Tex Avery) ausgeglichen und auch die musikalischen Einlagen sind sehr gelungen. Die Satire auf den klassischen Western ist zwar nicht ganz so subtil, wie in den besseren Comic-Alben, aber dafür wird im Film gleich der komplette Wilde Westen veralbert. Außerdem ist es sehr viel passender, dass Lucky Luke hier noch eine Zigarette zwischen den Lippen hat und nicht wie später (aus Gründen der politischen Korrektheit) auf einem Strohhalm herum kaut.

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Die 2001 bei Kinowelt erschienene deutsche DVD genügt von der (Voll-)Bildqualität her leider nicht den heutigen Sehgewohnheiten und enthält auch nur die deutsche Synchronfassung.

Lucky Luke im Kino

Doch mittlerweile gibt es in Spanien (aber bemerkenswerterweise nicht in Frankreich!) eine Blu-ray von “Lucky Luke – Daisy Town“ in phantastischer 16:9-Bildqualität mit französischer und spanischer Tonspur. Es ist zwar schade, dass die deutsche Tonspur fehlt, doch der köstliche Humor des Films ist in erster Linie visueller Natur.

Lucky Luke im Kino

Die deutsche DVD kann immerhin dadurch punkten, dass es als Bonusmaterial noch die sehr interessanten und ausführliche 88-minütige Dokumentation „René Goscinny – ein Leben für den Humor“ („René Goscinny – Profession Humoriste“) gibt. Dieser Film enthält nicht nur seltene Privataufnahmen von Goscinny. Es gibt auch Ausschnitte aus von ihm gestalteten Kino- und TV-Filmen zu sehen. Darüber hinaus kommt auch noch nahezu die gesamte französische Comic-Elite zu Wort. Dieser 1998 für den Sender arte entstandene Bericht ist in französischer Sprache auf der DVD enthalten und wahlweise können deutsche Untertitel eingeblendet werden.

Lucky Luke im Kino

1975 gründeten Goscinny und Uderzo gemeinsam mit Georges Dargaud die “Studios Idéfix“ und wollten dort ihrem großen Vorbild Walt Disney nacheifern. Sie starteten ihre Zeichentrick-Produktion mit “Asterix erobert Rom“. Als zweiter (und letzter) Film der “Studios Idéfix“ folgte 1978 “Lucky Luke – Sein größter Trick“. In diesem tricktechnisch recht hochwertigen Film, ist der Lonesome Cowboy mal wieder auf der Jagd nach den Daltons, die im Auftrag eines am Strang gestorbenen Onkels die aus allen möglichen Westerntypen zusammengesetzte Jury umbringen sollen.

Lucky Luke im Kino

Die Geschichte wird – wie zuvor schon beim Zeichentrickfilm “Asterix und Cleopatra“ (und natürlich bei Disney) – auch noch mit Musical-Szenen garniert, daher trägt der Film im Original auch den Titel “La ballade de Dalton“. Als eine Art Moderator fungiert ein Bänkelsänger, dessen Lieder in der deutschen Fassung von Reinhard Mey gesungen werden. Dieser hatte bereits vier Jahre zuvor beim Disney-Zeichentrickfilm “Robin Hood“ einen ähnlichen Job übernommen.

Lucky Luke im Kino

Die Musical-Einlagen sind zwar ganz witzig, doch insgesamt ist der Film trotz gewaltiger tricktechnischer Fortschritte weniger gut gelungen als der Vorgänger “Lucky Luke – Daisy Town“. Kurz nach Fertiggestellung des Filmes schlossen die “Studios Idéfix“ ihre Pforten. Die laufenden Betriebskosten waren einfach zu hoch um das Studio nach Goscinnys plötzlichen Tod im Jahre 1977 noch am Leben zu erhalten.

Lucky Luke im Kino

Auch “Lucky Luke – Sein größter Trick“ basierte auf keinem Comic-Alben. Die Geschichte des Films wurde 1978 zunächst in einem kleinformatigen Comic adaptiert, der später ummontiert auch bei uns im Sammelband “Die Dalton-Ballade und andere Geschichten“ als Band 49 der Lucky Luke Reihe erschienen ist.

Lucky Luke im Kino

Die deutsche DVD-Veröffentlichung von Kinofilm enthält als Bonus den deutschen Trailer (2:59 min, Vollbild), eine Galerie mit 25 deutschen Aushangfotos und Standbildern, sowie ein 8-seitiges farbiges Booklet. Genau wie bereits bei “Daisy Town“ ist die Bildqualität leider nur mäßig, während in dieser Hinsicht die Blu-ray aus Spanien wieder exzellent ist.

Lucky Luke im Kino

Nicht wirklich gelungen war der nächste Zeichentrickfilm „Lucky Luke – Das große Abenteuer„, der 1983 ins Kino kam. Hier wurden lediglich drei Episoden einer sparsam animierten 26-teiigen Trickfilmserie aus dem Hause Hanna-Barbera (“Familie Feuerstein“) zu einem Kinofilm zusammengeschnitten. Bei den einzelnen Geschichten handelte es sich um Verfilmungen der Comics “Die Daltons im Blizzard“, “Ma Dalton“ und “Die Daltons“ bewähren sich. Genau wie in der Trickfilm-Serie war auch im Kino die von Freddy Quinn gesungene Titel-Melodie “Bang Bang, Lucky Luke“ zu hören.

Lucky Luke im Kino

Es sei noch angemerkt, dass in diesem Fall die Bildqualität der zugehörigen DVD mit anamorphen 16:9-Format ganz passabel ist. Der DVD von Filmconfect liegt  sogar ein kleines 20-seitiges Comicheft mit der Kurzgeschichte „Aus Liebe zur Musik“ bei.

Lucky Luke im Kino

2007 entstand mit “Lucky Luke, Go West!“ („Tous à l’Ouest: Une aventure de Lucky Luke“) ein weiterer Zeichentrickfilm, der leider nicht in unsere Kinos kam. Das Drehbuch basiert lose auf dem Comic „Lucky Luke: Kalifornien oder Tod“. Es fasst recht gut fast alle Situationen und Figuren zusammen, die den Reiz der langlebigen Erfolgs-Comicserie ausmachen. Im Zentrum des Geschehens stehen – neben Lucky Luke und Jolly Jumper – natürlich wieder die Daltons.

Lucky Luke im Kino

Nach einem turbulenten Auftakt in New York bricht Lucky Luke mit der vierköpfigen Gangsterbande und einem bunt zusammen gewürfelten Haufen von Siedlern zu einem Treck von Küste zu Küste auf. Wenn die Planwagen nicht in 80 Tagen das ganze Land durchquert haben, erlöschen die Ansprüche, die die Siedler auf ihr fruchtbares Land im Westen haben…

Lucky Luke im Kino
Mit dem sehr schön realisierten und erzählten “Lucky Luke, Go West!“ ist es ein wenig so wie mit dem ein Jahr zuvor entstandenen Zeichentrickfilm “Asterix und die Wikinger“. Auch jener liebevoll und rechtwerkgetreu in klassischer 2D-Animation angefertigte Film kam – inmitten all der Comic-Realverfilmungen und Computeranimationen – etliche Jahre zu spät.

Lucky Luke im Kino

Doch dank DVD und Blu-ray hat “Lucky Luke, Go West!“ weiterhin die Chance sein Publikum finden und es erfreuen.

Lucky Luke im Kino

Doch noch vor dem letzten Zeichentrickfilm zeigten die Kinos zwei der (bisher) drei Versuche aus Lucky Luke einen Realfilm zu machen. Morris stand der Sache ziemlich skeptisch gegenüber: “Eher zufällig hatte Terence Hill meine Alben gelesen, und er schwor sich, dass entweder er oder kein anderer die Hauptrolle verkörpere. Er nahm Kontakt mit dem Verlag Dargaud auf, an dem ich damals noch gebunden war, und die Verträge wurden unterschrieben. Er ähnelte Lucky Luke in keiner Weise (…), aber Terence Hill ist so sympathisch, so warmherzig, dass ich letztendlich mein Einverständnis gab.“

Lucky Luke im Kino

Kurioserweise erzählt der 1990 entstandene Spielfilm, die selbe Geschichte wie der fast 20 Jahre zuvor entstandene Zeichentrickfilm “Lucky Luke – Daisy Town“. Die Story von der rasch expandierenden Westernstadt, die Angriffen von Indianern und Daltons ausgesetzt ist, inszenierte Terence Hill höchstpersönlich, während das Drehbuch von seiner Frau Lori stammte.

Lucky Luke im Kino

Obwohl der Film in den USA (in Bonanza Creek, New Mexico) gedreht wurde, erinnert er stärker an einen Italowestern als an die klassischen Hollywood-Produktionen, über die sich Morris und Goscinny in ihren Comics hauptsächlich lustig machten. Passend (bzw. unpassend) dazu trägt Terence Hill ein Outfit, dass eher an seine Paraderolle in “Mein Name ist Nobody“ denken lässt als an die Comicfigur. Somit ist Hills “Lucky Luke“ ganz gewiss keine werkgetreue Comicverfilmung, aber insgesamt deutlich entspannter als die nächsten völlig überkandidelte Realverfilmungen.

Lucky Luke im Kino

Terence Hills Film lief so erfolgreich in den Kinos, dass ein Jahr später eine 8-teilige TV- Serie entstand. Die beiden Episoden “Ma Dalton ist und bleibt einmalig“ und “Ein schöner Zug von Geisterhand“ wurden zum Kinofilm “Lucky Luke 2“ zusammengeschnitten.

Lucky Luke im Kino

Mittlerweile gibt es eine DVD-Box mit dem Kinofilm und allen acht TV-Episoden.

Lucky Luke im Kino

Der nächste Film-Versuch “Die Daltons gegen Lucky Luke“ von 2004 hingegen ist ein Totalausfall. Da gibt es eine ganze Batterie wundervoller und unglaublich humorvoller Westerngeschichten vom Comicmeister Rene Goscinny und nichts davon ist im Film zu finden.

Lucky Luke im Kino

Stattdessen wurden Eric Judor und Ramsy Bedia, zwei nahezu gleich große französische Komiker, nicht nur als Joe und Averell Dalton gecastet, sondern sie durften auch noch ein völlig blödsinniges Drehbuch um einen magischen Sombrero verfassen.

Lucky Luke im Kino

Der Regisseur Philippe Haïm hingegen hält sich für eine Mischung aus Rodriguez, Tarantino und Leone, verbreitet aber trotz des beträchtlichen Budgets nur Langeweile.

Lucky Luke im Kino

Schon der französische Originaltitel “Les Dalton“ deutet an, dass der Lonesome Cowboy nicht im Zentrum des Geschehens steht. Dies ist schade, denn überraschenderweise kann Til Schweiger als Lucky Luke (in seiner Nebenrolle!) durchaus überzeugen. Zwar wird der (einzige halbwegs brauchbare) Gag mit seinem langsameren Schatten qualvoll zu Tode geritten, doch Schweiger legt die Rolle merklich werkgetreuer an als zuvor Terence Hill.

Lucky Luke im Kino
Jean Dujardin in “Die Daltons gegen Lucky Luke“

Der nächste reale Lucky Luke war Jean Dujardin (“OSS 117 – Der Spion, der sich liebte“), der bereits in “Die Daltons gegen Lucky Luke“ in einer Nebenrolle zu sehen war.

Lucky Luke im Kino

Nachdem zuvor schon der Zeichentrickfilm “Lucky Luke, Go West!“ nicht in unsere Kinos kam, verhielt es sich mit der 2009 in Argentinien entstandenen Realverfilmung mit Dujardin genauso. Dies ist teilweise verständlich, denn sonderlich werkgetreu zur Comicvorlage (oder gar zum Humor des begnadeten Texters René Goscinny) ist auch dieses Werk nicht ausgefallen.

Lucky Luke im Kino

Irgendwie geht es um das aus Comic und Trickfilm bekannte Städtchen Daisy Town, den Bau der Eisenbahn und einige Banditen wie Billy the Kid oder Jesse James sowie Calamity Jane kommen auch vor, während die Daltons diesmal pausieren. Der Hauptfigur wird nicht nur der Name John “Lucky“ Luke sondern auch noch eine tragische Vorgeschichte angedichtet.

Lucky Luke im Kino

Beim in Szene setzten dieser meilenweit vom Comic entfernten Origin wird eifrig aus “Spiel mir das Lied vom Tod“ zitiert. So richtig überzeugen will das opulent ausgestattete Werk nicht, zumal der Humor oft ähnlich krude ausfällt wie in der vorherigen katastrophalen Realverfilmung “Die Daltons gegen Lucky Luke“.

Lucky Luke im Kino

So bleibt abschließend festzustellen, dass gleich der erste Versuch Lucky Luke ins Kino zu bringen der (bisher) gelungenste war. Was sicher daran liegt, dass Morris und René Goscinny maßgeblich am Zeichentrickfilm “Daisy Town“ beteiligt waren.

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Hail Caesar!

Hauptfigur dieses Films der Coen Brothers ist Eddie Mannix (Josh Brolin), der 1951 versucht das fiktive Hollywood-Studio Capitol Pictures am Laufen zu halten. Die Handlung spielt während eines 24 Stunden umfassenden Arbeitstag von Mannix. Dessen Hauptproblem ist, dass der Star-Schauspieler Baird Whitlock (George Clooney) während der Dreharbeiten eines Monumentalfilms entführt wird.

Hail Caesar!

Doch damit nicht genug, denn die Schwangerschaft von DeeAnna Moran (Scarlett Johansson), der unverheirateten Königin des Wasser-Balletts, lässt sich nicht mehr lange verbergen. Die (beide von Tilda Swinton gespielten) um die Wette ihre Klatsch-Reportagen schreibenden Schwestern Thora und Thessaly Thacker warten nur auf derartige Neuigkeiten.

Hail Caesar!

Große Probleme bereitet auch der nur in Western-Filmen sattelfeste Hobie Doyle (Alden Ehrenreich, Solo: A Star Wars Story), der plötzlich die Hauptrolle in einer Komödie mit ganz vielen Dialogen spielen soll und den Regisseur Laurence Laurentz (Ralph Fiennes) zur Weißglut bringt. Kein Wunder, dass Eddie Mannix ernsthaft darüber nachdenkt, zum Luft- und Raumfahrt-Unternehmen Lockheed zu wechseln.

Hail Caesar!

Die Filme der Coens sind Geschmacksache. Mit Hail Caesar! ist ihnen jedoch ein Werk gelungen, das auf vielen Ebenen funktioniert und im Kleinen stärker überzeugt, denn als Gesamtkunstwerk. Marvel-Schurke Josh Brolin (Avengers: Infinity War, Deadpool 2) bemüht sich nach Kräften den Film zusammenzuhalten, auch wenn ihm zwischendrin immer mal wieder die Show gestohlen wird. So gibt es liebevoll nachgestellte kitschige Szenen aus einem Bibel-Epos, eine unglaubliche Wild-West-Verfolgungsjagd und natürlich bleibt auch beim großen Wasser-Ballett kein Auge trocken.

Hail Caesar!

Der absolute Hammer ist jedoch ein meisterlich in Szene gesetzter Matrosen-Tanz bei dem Channing Tatum so richtig Vollgas gibt! Wer da über den tieferen Sinn des Ganzen nachdenkt, ist selbst schuld!

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Deadpool

In den Marvel Comics erfreut sich Wade Wilson alias Deadpool seit 1991 einer ständig steigenden Beliebtheit. Der ebenso blutrünstige wie scharfzüngige Anti-Held, der oft direkt zum Leser spricht, ist äußerlich eine Mischung aus Spider-Man und dem DC-Schurken Deathstroke.

Deadpool

Bereits 2009 war Ryan Reynolds im Marvel-Kinofilm X-Men Origins: Wolverine relativ kurz als Wade Wilson zu sehen und hinterließ dort bei seinem ersten Auftritt als sprücheklopfender Schwertkämpfer zunächst einen guten Eindruck. Dies wurde etwas relativiert, als er im großen Finale noch einmal mit zugenähten Mund auftauchte.

Deadpool

Nach diesem Auftritt  lagen die Filmrechte an Deadpool weiterhin bei der Fox nicht bei Disney. Das ist gut so, denn ein ähnlich subversiver und verbal versauter Film wäre in Disneys Marvel Cinematic Universe kaum denkbar. Dass der Film überhaupt zustande kam, lag in erster Linie am Durchhaltevermögen von Ryan Reynolds, der den Deadpool-Film mitproduzierte.

Deadpool

Hilfreich war auch, dass während der Produktion einige Spezialeffekt-Szenen in falsche (oder möglicherweise genau die richtigen) Hände gerieten, wodurch ein inoffizieller Trailer im Internet sehr gut ankam und für kostenlose Werbung sorgte. Dies könnte auch dazu beigetragen haben, dem Film einen herrlich selbstironischen Tonfall zu verpassen.

Deadpool

Als Gast-Stars fungieren, neben Stan Lee, der als DJ in einem Porno-Schuppen zu sehen ist, noch mit Colossus und Negasonic Teenage Warhead zwei X-Men aus den hinteren Reihen. Diese ermuntern Deadpool zu allerlei herrlichen blöden Sprüchen. Wenn er etwa nur diese beiden X-Men antrifft, als er die Villa des Mutanten-Instituts aussucht, fragt er rotzfrech, ob kein Budget für weitere, wichtigere Superhelden da war. Oder als Deadpool zu Professor X gebracht werden soll, möchte er wissen, ob es sich um “Stewart oder McAvoy“ handelt, da er bei den ganzen Zeitsprüngen langsam den Überblick verliert.

Deadpool

Natürlich erzählt Deadpool auch die Origin der Figur und auch das macht der Film richtig gut und spannend. Als Oberschurke fungiert der neue Transporter Ed Skrein, während die viel beschäftigte Morena Baccarin  (Homeland, Gotham) dem Film einigen Glanz verleiht. Ihr gelingt es aber auch die romantische Seite in Deadpool zu wecken, denn Poesie wie diese ist nicht alltäglich: „Wenn Dein linkes Bein Weihnachten ist und Dein rechtes Bein Neujahr – darf ich dann zwischen den Feiertagen mal vorbeischauen?“

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