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Die Reise ins Ich

Ein tollkühner, leicht verrückter Draufgänger (Dennis Quaid) ist bereit, sich samt eines Spezial-U-Bootes verkleinern zu lassen und im Körper eines Kaninchens herumzuschippern. Durch widrige Umstände gelangt er jedoch in den Hintern eines kränkelnden, leicht neurotischen Supermarktverkäufers (Martin Short). Gemeinsam müssen die beiden nun gegen die Zeit (Sauerstoffmangel im U-Boot) und diverse Dunkelmänner (Industriespionage) ankämpfen, damit unser Draufgänger wieder ans Tageslicht kommt.

Die Reise ins Ich

Die Grundidee dieses Filmes dürfte aus Richard Fleischers Die phantastische Reise bekannt sein, auch wenn der Film eigentlich mehr durch das Äußere von Raquel Welch besticht (im Taucheranzug – nie ohne Gummi), als durch die menschlichen Innereien, die wie in einem Schullehrfilm präsentiert werden. Unser Biologielehrer versuchte tatsächlich, damals in grauer Vorzeit, als es noch kein Video gab, eben diesen Film zu besorgen, um in seinem Unterricht für die dringend benötigte Auflockerung zu sorgen.

Die Reise ins Ich

Regisseur Joe Dante gelingt es jedoch, dem Ganzen völlig neue Aspekte abzugewinnen. Er begann bei Roger Corman und zeigte schon dort sein Talent als Resteverwerter. Sein Erstling Hollywood Boulevard bestand zum Großteil aus Szenen, die anderen Corman-Produktionen (z. B. Frankensteins Todesrennen) entnommen waren. In seinen späteren Filmen Piranhas, Das Tier, Gremlins und Matinée verfeinerte er diese Technik, indem er Szenen aus anderen Filmen nur indirekt, also über einen laufenden Fernseher oder in einem Kino, verwendete, oder indem er Szenen aus bekannten Filmen in anderer Umgebung nachstellte. Ein schönes Beispiel hierfür ist die böse Millionärin aus Gremlins, die sich in vielen Szenen so verhält, wie die böse Hexe aus The Wizard of Oz.

Die Reise ins Ich

Gremlins ist überhaupt der einzige Film, in dem Joe Dante seine Kopiermanie nicht davon abhält, eine vernünftige Geschichte zu erzählen. Wahrscheinlich liegt das an Produzent Steven Spielberg, der ein Talent hat, Produktionen so zusammenzustellen, dass sie ein großes Publikum erreichen und begeistern.

Die Reise ins Ich

Die Reise ins Ich ist der erste Joe-Dante-Film, der fast gänzlich ohne Zitate auskommt und seiner Grundidee viel mehr abgewinnen kann, als es Die phantastische Reise tat. Allerdings hat Dante seinen Film auch eher als Komödie aufgefasst, ohne jedoch Einzelgags überzustrapazieren. Die Idee einen Kuss zu benutzen, um von einem menschlichen Körper in den anderen zu gelangen und dort auch noch festzustellen, dass man bald Vater wird, ist wirklich originell. Die junge Meg Ryan ist übrigens entzückend in diesem Film.

Die Reise ins Ich

Die einzigen Mankos sind das etwas schleppende Tempo am Beginn des Filmes und das verzweifelte Bemühen, Dennis Quaid als einen Mann herauszustellen, der sich in einer Hierarchie nicht unterordnen kann. Damit dies auch jeder kapiert, wird es in einem Dialogsatz allen noch einmal erklärt.

Bisher liegt Die Reise ins Ich bei uns leider nur auf einer (mittlerweile recht hoch gehandelten) DVD vor, wer eine Blu-ray möchte ist auf Importware ohne deutsche Tonspur angewiesen.

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Die Sch’tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen

Mit Willkommen bei den Sch’tis gelang Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Dany Boon ein Erfolgsfilm, der 2008 in Frankreich über 20 Millionen Zuschauer erreichte und bei uns immerhin auch mehr als zwei Millionen Besucher verzeichnen konnte. Die sympathisch menschelnde Komödie erzählte von einem Postboten, der unfreiwillig in die Region nördlich von Paris versetzt wurde. Nach und nach verfiel er dem derben aber herzlichen Charme der mit einem seltsamen Dialekt sprechenden Sch’tis

Die Sch’tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen

Eine Fortsetzung war natürlich unvermeidlich, doch Dany Boon ließ sich zehn Jahre Zeit. Er übernahm wieder die Hauptrolle, spielte diesmal jedoch einen völlig anderen Charakter. Der aus der Sch’tis-Region stammende Valentin hat es weit gebracht. Er ist ein erfolgreicher Innenarchitekt, auch wenn seiner Möbel eher schön als bequem sind. Seinen Dialekt hat Valentin sich abtrainiert, doch so einfach lässt sich die Vergangenheit nicht abschütteln.

Die Sch’tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen

Die Probleme beginnen bereits als Valentin Besuch von seiner Provinz-Familie erhält. Schlimmer wird es als Valentin nach einem Autounfall sein Gedächtnis verliert, wieder wie ein Sch’ti spricht und sich wie ein Teenager benimmt…

Die Sch’tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen

Die aus dieser Situation heraus entstehen Verwicklungen sind etwas stark voraussehbar. Valentin entdeckt plötzlich in was für einem schnöseligen Umfeld er sich befindet,  lernt zugleich aber auch die rauen aber herzlichen menschlichen Qualitäten seiner zuvor völlig ignorierten Verwandtschaft schätzen. Doch innerhalb dieser sich nicht allzu überraschend entwickelnden Komödie gibt es – neben den kurzen Auftritten von Komödien-Altmeister Pierre Richard als Schiti-Opa – doch noch ein absolutes Highlight.

Die Sch’tis in Paris - Eine Familie auf Abwegen

Die sehr attraktive Laurence Arné, mit der Dany Boon bereits  im Film  Nicht zu verschenken zu sehen war, ist als Valentins Ehefrau Constance zu sehen. Die elegante Blondine verhält sich nach Valentins Gedächtnis-Verlust völlig anders, als dies die Komödien-Regeln vorschreiben. Sie kämpft um die Liebe ihres Mannes nimmt Unterricht in Schiti-Dialekt, entdeckt wieviel Spaß es macht sich auch einmal derbe auszudrücken und vulgär zu benehmen. In solchen Momenten ist Laurence Arné hinreißend und macht Die Sch’tis in Paris zu sehr viel mehr als zur unvermeidlichen Fortsetzung eines Erfolgsfilms.

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Judge Dredd

Eine ganze Weile bestand Unklarheit darüber, ob Schwarzenegger oder Stallone die Rolle des Judge Dredd bekommen würde. Mit Schwarzenegger wäre sicherlich etwas mehr von der schwarzhumorigen Selbstironie der seit 1977 erscheinenden englischen Comic-Vorlage in den Film hinein gerettet worden.

Judge Dredd

Doch nachdem Sylvester Stallone als Komödiant ganz bitter (und ganz im Gegensatz zu Schwarzenegger) auf die Schnauze gefallen war, versteift er sich auf die Verkörperung von (bestenfalls tragisch gebrochenen) Helden-Figuren. Trotzdem funktionierte Stallones vorheriges Werk, der phantasievoll ausgestattete Zukunfts-Thriller Demolition Man auch als Satire auf übertriebene Political Correctness.

Judge Dredd

Stallones Film-Version des britischen Comics von 1995 hingegen nimmt Judge Dredd erschreckend ernst. Der Film präsentiert eine Horde militanter Gesetzeshüter, die gleich vor Ort vollstrecken dürfen, ziemlich bierernst als brauchbare Lösung zur Verbrechens-Bekämpfung. Damit es nicht allzu peinlich wird, gibt es mit Judge Hershey (Diane Lane) eine leicht kritische Kollegin und den Kleinkriminellen Fergee (Rob Schneider) als sprücheklopfenden Sidekick.

Judge Dredd

Außerdem darf Stallone als Dredd etwas menschlicher werden (und im Gegensatz zum Comic auch sehr häufig ohne den nur noch das Kinn freilassenden Helm herumlaufen), nachdem er fälschlicherweise für einen Mord verurteilt wird.

Judge Dredd
Abgesehen von Armande Assante, der Dredds Zwillings-Klone wirklich sehr düster und bedrohlich verkörpert, hat der Film eigentlich nur seine manchmal wirklich überwältigende Ausstattung zu bieten. Vor allem bei den viel zu raren Außenaufnahmen und den Schwenks durch den gut bevölkerten Luftraum von Mega City reicht der Film an die urbanen Phantasien von “Metropolis“, “Blade Runner“ und “Brasil“ heran. Schade dass die phantastischen Kulissen fast ausschließlich von Pappkameraden bewohnt werden und der Film nicht mehr als soliden Mainstream bietet.

Judge Dredd

2012 kam mit Dredd eine sehr viel gelungenere deutlich werkgetreuere Verfilmung der britischen Comicserie in die Kinos.

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Dredd

In Großbritannien ist der 1977 vom Autor John Wagner und dem Zeichner Carlos Ezquerra erfundene Judge Dredd die populärste Comicfigur überhaupt. Dessen Abenteuer erschienen seit der zweiten Ausgabe regelmäßig im britischen Comic-Magazin 2000 AD. Die Geschichten spielen in der US-Zukunfts-Metropole Mega City One, die 400 Millionen Einwohner beherbergt und nur noch durch eine Elite-Einheit der Polizei zu beherrschen ist. Diese Mega-Cops sind zugleich auch Richter und vollstrecken ihre (Todes-) Urteile meistens gleich am Tatort.

Dredd

Die Comic-Geschichten bieten temporeiche Action, sind zugleich aber auch Satire auf übersteigerte Law and Order-Mentalität. Judge Dredd ist sowohl Held, der für das Gesetz eintritt, als auch Schurke, der zu äußerst drastischen Methoden greift. So steht die kritische Grundhaltung der oftmals äußerst opulent bebilderten spannenden Geschichten durchaus in der Tradition britischer Anti-Utopien wie George Orwells 1984 oder Aldous Huxleys Schöne Neuer Welt.

Dredd

1995 entstand eine sehr aufwändige Verfilmung von Judge Dredd mit Sylvester Stallone, die alles andere als werkgetreu geraten ist. Zwar spielt die Geschichte zunächst durchaus in der düsteren Comic-Welt von Mega City One und beeindruckt durch erstklassiges Set Design sowie ein erlesenes Darsteller-Ensemble. Doch plötzlich macht Judge Dredd Dinge, die er im Comic niemals tun würde. Er nimmt seinen Helm ab und – schlimmer noch! – beginnt an seiner brachialen rechtschaffenen Lebensphilosophie zu zweifeln. Schließlich mutiert Judge Dredd gar noch zum Gutmenschen.

Dredd

Es sollte 17 Jahre dauern, bis diese Scharte ausgewetzt wurde. Für den recht preiswert von Pete Travis in Südafrika in Szene gesetzten britischen Film Dredd wurde sogar John Wagner, der Schöpfer der Comicfigur, zu Rate gezogen, der von der 1995er Verfilmung bitter enttäuscht war. Der Drehbuchautor Aley Garland (The Beach, 28 Days Later) überzeugte Wagner dadurch, dass er den Film nicht mit Versatzstücken aus der Comicserie vollstopfte, sondern einen ganz normalen Arbeitstag aus dem Leben von Judge Dredd schilderte. Dieser hatte lediglich ein von Kriminellen besetztes gewaltiges Hochhaus zu stürmen, wobei er feststellen musste, dass seine schwerbewaffneten Gegner “nicht sonderlich kooperativ“ waren.

Dredd

Mit dem Neuseeländer Karl Urban (Star Trek, R. E. D. – Älter. Härter. Besser) wurde ein uneitler Hauptdarsteller gefunden, der kein Problem damit hatte, einen Großteil seines Gesichts hinter einem Helm zu verstecken.

Dredd

Für einen echten Männerfilm gibt es erstaunlich viele tragende weibliche Rollen. Olivia Thirlby (Juno) überzeugt als mental höchst begabte Judge-Rekrutin Cassandra Anderson und trägt zum Glück keinen fast alles verbergenden Helm. Lea Headey (300) hingegen geht voll auf in der Rolle der gemeingefährlichen Drogenbaronin Ma-Ma und (Vorsicht, Spoiler!) stirbt extrem langsam.

Dredd

Dredd ist ein niemals blöder, knallharter, wirklich mitreißender Actionfilm, der besonders gut in der 3D-Fassung funktioniert.

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Wimbledon: Spiel, Satz und Liebe

Der Tennisspieler Peter Colt (Paul Bettany) war vor etlichen Jahren einmal in der Weltrangliste auf Platz 119 und ist dann noch weiter zurückgefallen, doch er will noch ein letztes Mal am Turnier in Wimbledon teilnehmen. Er lernt dort den aufstrebenden US-Jungstar Lizzie Bradbury (Kirsten Dunst) kennen und lieben. Dies spornt Peter zu absoluten Höchstleistungen. Er landet im großen Finale, während Lizzies Leistungen nachlassen und sie dadurch Probleme mit ihrem alles kontrollierenden Vater (Sam Neill) bekommt.

Wimbledon: Spiel, Satz und Liebe

Working Title Films hat es wirklich raus, wenn sich nicht gerade an Science Fiction wie in Thunderbirds versucht wird. Im Bereich der romantischen Komödie ist die britische Produktionsfirma unerreicht. Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Notting Hill, Bridget Jones und Tatsächlich … Liebe erzählen – fernab vom Hollywood-Kitsch – originelle aber nicht unrealistische Liebesgeschichten.

Wimbledon: Spiel, Satz und Liebe

Wimbledon steht voll in dieser Tradition und wird auch jene Zuschauer begeistern, die mit Tennis überhaupt nichts anfangen können. Das Spiel selbst ist (ähnlich wie Fußball in Das Wunder von Bern) nur im großen Finale wirklich spektakulärer Mittelpunkt. Ansonsten lässt sich der Film voll auf die stürmische Beziehung seiner höchst unterschiedlichen Hauptfiguren ein, hat dabei aber noch genügend Raum für schrullige Typen, genaue Milieuschilderungen und satirische Momente.

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Rush: Alles für den Sieg

Manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten und es kommt ziemlich überraschend, wenn der gut budgetierte Film eines Hollywood-Regisseurs sich stärker der Realität als der Blockbuster-Dramaturgie verpflichtet fühlt. Vielleicht waren die Rennfahrer James Hunt und Niki Lauda nicht ganz so stark über einen langen Zeitraum die großen Rivalen wie es in Rush dargestellt wird, doch die Ereignisse während der Formel 1 Weltmeisterschaft 1976 hätte sich auch kein Drehbuchautor spannender ausdenken können.

Rush: Alles für den Sieg

Niki Lauda warnte davor das Rennen auf dem Nürburgring trotz des starken Regens durchzuführen. Es fand dennoch statt und Lauda verunglückte so schwer, dass er ins Koma fiel. Doch trotz Hautverbrennungen und Lungenverätzungen setzte er nur zwei Rennen aus und lieferte sich in Japan mit James Hunt ein ganz knappes Rennen um den Weltmeistertitel.

Rush: Alles für den Sieg
James Howard (Illuminati, Frost/Nixon) erzählt in Rush weniger von den Feinheiten des Rennsports sondern stärker von zwei völlig verschiedenen Arten der Lebensführung. Chris Hemsworth – der mächtige Thor aus den Marvel-Superhelden-Filmen – verkörpert James Hunt als leichtfüßiges, arrogantes aber auch grundsympathisches Naturtalent, dem die Herzen der Fans und Boxenluder nur so zufliegen.

Rush: Alles für den Sieg

Daniel Brühl hingegen spielt Niki Lauda als etwas verklemmten Ehrgeizling aus gutem Hause, dem seine Meisterschaft als Mechaniker einen Platz im Rennwagen ermöglichte. Brühl erarbeitete sich seine Rolle in enger Zusammenarbeit mit Lauda, der obwohl der Leinwand-Lauda nur selten sympathisch wirkt, mit dem sich “Hollywood-Änderungen“ verkneifenden Film höchst zufrieden war.

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Black Panther

1966, im selben Jahr wie die gleichnamige politische Bewegung, hatte auch die Comicfigur Black Panther ihren ersten Auftritt. Dies geschah im Heft 52 der Reihe Fantastic Four. Daher ist es durchaus konsequent, dass auch im Marvel Cinematic Universe der erste afroamerikanische Mainstream-Superheld zunächst in The First Avenger: Civil War gastierte, bevor er seinen eigenen Film bekam.

Black Panther

Das Resultat ist etwas durchwachsen, doch die Stoßrichtung ist klar. Es geht um Gleichberechtigung. Daher sind diesmal nicht nur sehr viele schwarze Darsteller zu sehen, sondern es gibt auch etliche sehr aktive weibliche Hauptfiguren und es wird versucht zu zeigen, dass nicht nur die westliche, sondern auch die vermeintlich Dritte Welt (in diesem Falle das afrikanische Königreich Wakanda) durchaus auf der Weltbühne mitspielen kann.

Black Panther

Dieser ernsthafte Unterbau droht immer mal wieder den Unterhaltungswert des Films zu schmälern, bzw. die zahlreichen Action-Szenen etwas albern aussehen zu lassen. Doch einmal mehr sind es die hervorragenden Darsteller, die auch diesen Marvel-Film davor bewahren ein weiteres Superhelden-Spektakel nach Schema X (oder A wie Avengers) zu werden.

Black Panther

Chadwick Boseman ist straight und sympathisch in der Titelrolle, Angela Bassett verleiht der kleinen Rolle als dessen Mutter große Würde, Black Panthers Mitstreiterinnen (Lupita Nyong’o, Danai Gurira, Florence Kasumba) sind voller Energie, während es diesmal mit Martin Freeman und Andy Serkis die weißen Darsteller sind, die als lustige Sidekicks auftreten.

Black Panther

Die guten Absichten standen jedenfalls einem Kassenerfolg nicht im Wege, denn am Startwochenende spielte Black Panther mehr ein, als jeder Superhelden-Film zuvor.

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Die dunkelste Stunde

Ein Schauspieler kann leicht hinter einem allzu guten Make-Up verschwinden, doch Gary Oldman ist dies nicht passiert. Der meist eher auf Schurkenrollen (siehe Leon – Der Profi, Air Force One und Das fünfte Element) abonnierte eher schlaksige Darsteller ist ganz gewiss nicht die Idealbesetzung für den bulligen Vollblut-Politiker Winston Churchill. Das ist eher Brian Cox, der 2017 ebenfalls als Churchill auftrat, allerdings in keinem sonderlich guten Film.

Die dunkelste Stunde

Gary Oldman ist jedoch ein guter Churchill in einem guten Film. Dieser erzählt von Churchills Leistungen als englischer Premierminister während des Zweiten Weltkriegs und ist auch gemacht für Leute, die sich lieber Spielfilme als historische Dokumentationen ansehen. Die dunkelste Stunde funktioniert auch als interessante Ergänzung zu Christopher Nolans Dunkirk oder Tom Hoppers The King’s Speech.

Die dunkelste Stunde

Eine der wenigen sich nicht in eng anmutenden Räumen abspielende Sequenzen in Die dunkelste Stunde zeigt, wie eine auch aus Fischkuttern bestehende Amada aufbricht um die eingekesselten britischen Soldaten in Dünkirchen zu evakuieren. Es wird aber auch gezeigt wie der australische Darsteller Ben Mendelsohn als König George VI. stotternd nach Worten sucht.

Die dunkelste Stunde

Doch in erster Linie handelt es sich um bei Die dunkelste Stunde um eine Galavorstellung von Gary Oldman, dessen Einsatz beträchtlich war. Er verbrachte während der Dreharbeiten 200 Stunden damit sich als Churchill zurechtschminken zu lassen und rauchte 400 Zigarren!

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The King’s Speech

Der englische König George V. hatte das Glück, dass er über eine sonore selbstsichere Stimme verfügte und damit wohlklingende Reden im Radio halten konnte. Er war der erste Monarch, der – wie er (zumindest in diesem Film) erklärte- mehr im Angebot haben musste als die Fähigkeit nicht vom Pferd zu fallen. Sein ältester Sohn Edward war ebenfalls ein guter Selbstdarsteller, hatte sich aber leider in eine bereits zweimal geschiedene Amerikanerin verliebt. Als er diese heiratete, musste er als König abdanken und die Krone an seinen Bruder Albert (dem Vater von Königin Elisabeth II.) übergeben, der jedoch an einer schlimmen Sprachbehinderung litt.

The King’s Speech

Trotzdem gelang Albert als König George VI. 1939 eine mitreißende Radioansprache, in der er seine Untertanen dazu aufrief nicht mit dem Dritten Reich zu sympathisieren, sondern den Nazis Paroli zu bieten. Bei dieser und allen weiteren wichtigen Ansprachen stand dem Monarchen der australischer Sprachtrainer Lionel Logue zur Seite, mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Dem australisch-englischen Autor David Seidler gelang es Details über den Heilungsprozess von König George VI. in Erfahrung zu bringen. Durch Vermittlung von Queen Mum, der er versprechen musste erst nach deren Tod damit an die Öffentlichkeit zu gehen, bekam er Einblick in die privaten Aufzeichnungen von Lionel Logue, die er so wahrheitsgemäß wie filmdramaturgisch möglich aufbereitete.

The King’s Speech

Der Film ist eine mitreißende und dabei oft äußerst humorvolle Mischung aus Krankheitsgeschichte und Historiendrama. Geoffrey Rush hat anscheinend sehr genau gewusst, warum er sich bei diesem Film auch als Produzent mit einbrachte. Seine Darstellung des australischen Sprachtherapeuten legt er in einem mitreißenden Balanceakt wechselweise als mitfühlend-unorthodoxer Heiler und prahlerischer Selbstdarsteller an.

The King’s Speech

Doch der auch hier etwas zu Overacting neigende Rush überstrahlt den Film nicht, denn Colin Firth liefert als sprachbehinderter aber ansonsten sehr kompetenter Monarch eine zu Recht oscar-prämierte Leistung ab, während Helena Bonham Carter als dessen liebevolle Gattin zeigt, dass sie immer noch mehr im Angebot hat als augenrollende Tim-Burton-Zottelweiber.

The King’s Speech

Es tut gut talentierte Darsteller wie Michael Gambon (als George V.) oder Timothy Spall (als Winston Churchill) auch einmal außerhalb des Harry-Potter-Kosmos zu erleben und festzustellen, dass nicht nur Frau Rowling sondern auch das Leben verdammt gute Geschichten schreibt.

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Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Auch in seinem neusten Film zelebriert der Mexikaner Guillermo del Toro (Hellboy, Pacific Rim) seine Liebe zum US-Monsterfilm. Die Kreatur, die im Zentrum des Geschehens steht, ist eine Mischung aus Mensch und Amphibie. Dieser nahe Verwandte von Jack Arnolds Creature from the Black Lagoon würde nicht in die heutige Zeit passen. Vor dem Hintergrund eines liebevoll rekonstruierten Baltimores der 60er Jahre funktioniert der Kiemenmann jedoch bestens.

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Dieses geheimnisvolle Wesen (Doug Jones) wird eines Tages in ein geheimes Militärlabor verfrachtet und soll dort vom rücksichtslosen Sicherheitschef Strickland (Michael Shannon) untersucht werden. Die stumme Elisa (Sally Hawkins) arbeitet als Reinigungskraft im Labor und freundet sich mit dem vermeintlichen Monster an. Als sie erfährt, dass Strickland  das Geschöpf sezieren will, setzt sie alles daran um es zu befreien.

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Diese Rettungsaktion setzt del Toro ebenso spannend wie skurril in Szene, wozu auch die hervorragende Besetzung beiträgt. Um Elisa hat sich eine illustre Truppe gescharrt. Ihr gelingt es ihre alles andere als stumme Kollegin Zelda (Octavia Spencer), ihren schwulen Nachbarn Giles (Richard Jenkins) und den russischen Spion Hoffstedler (Michael Stuhlbarg) um sich zu scharren.

Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Del Toro knüpft mit Shape of Water in seiner Mischung aus Poesie und Schrecken an seinen wohl besten Film Pan Labyrinth an. Das Resultat ist jedoch sehr viel weniger finster, sondern verfügt auch noch über perfekt getimte Musical-Elemente. Del Toro setzt einmal mehr scheinbar unvereinbare Elemente zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk zusammen. 2018 erhielt er daher den Regie-Oscar und Shape of Water wurde als „Bester Film“ prämiert.

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