Archiv der Kategorie: Musik

Musik vom Feinsten

Across the Stars

Es ist beruhigend zu erfahren, dass auch Violinen-Virtuosen nur Menschen sind. Immer wenn Anne-Sophie Mutter einen Film sah und auf dem Soundtrack von John Williams eine Geige oder ein Cello erklang, dachte sie: “Das würde ich gerne selber spielen.“ Als sie nun endlich die Chance dazu hatte und einen Querschnitt durch Williams Œuvre mit großem Orchester einspielte, trug sie ein Yoda-T-Shirt.

Across the Stars

John Williams hat zu diesem Anlass knapp 20 Musikstücke aus seinem reichhaltigen Repertoire ausgesucht. Oft griff er zu Leitmotiven von starken weiblichen Charakteren, wie Rey oder Leia aus Star Wars, Hedwig aus Harry Potter oder Sabrina aus Sydney Pollacks Remake von Billy Wilders Klassiker. Dabei musste Williams feststellen, dass er nur “einige wenige dieser Stücke für Sologeige und Orchester bearbeitet hatte“.

Across the Stars

Er musste die Melodien neu arrangieren, was sich jedoch für ihn gelohnt hat, denn durch die Interpretation von Anne-Sophie Mutter “wirken diese vertrauten Themen plötzlich anders“. Das war für ihn als Komponisten – aber auch für uns als Zuhörer – “natürlich wunderbar.“

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A Street Tribute to Bud Spencer & Terence Hill

Neben den aus heutiger Sicht – nachdem wir deutlich bessere Kampfchoreographien aus Fernost kennen – etwas albern wirkenden Prügelszenen waren auch die Songs der Gebrüder Guido und Maurizio De Angelis (alias Oliver Onions) ein Grund für den großen Erfolg den die Filme mit Terence Hill und Bud Spencer in den Siebziger Jahren hatten. Sehr viele Zuschauer kauften sich nach dem Kinobesuch auch gleich die Vinyl-Singles mit Titeln wie Flying through the Air aus Zwei Himmelhunde auf den Weg zur Hölle oder Bulldozer aus Sie nannten ihn Mücke.

A Street Tribute to Bud Spencer & Terence Hill

Diese fröhlichen Mitgrölhymnen wecken immer noch angenehme Erinnerungen an eine Zeit als die Lichtspielhäuser noch nicht von stromlinienförmigen US-Blockbustern dominiert wurden, sondern auch Filme gezeigt wurden, die man (wie man glaubte) zur Not auch mal eben selbst mit einer Super-8-Kamera zusammenschustern konnte. Die Songs der Gebrüder De Angelis wirken heute in ihrer schlichten Instrumentierung etwas steril und plump (genau wie die zugehörigen Kinofilme). Da tut es gut einige etwas gegen den Strich gebügelte Versionen dieser lieb gewonnenen Melodien zu hören.

A Street Tribute to Bud Spencer & Terence Hill

Unter dem Motto “21 Bands für ein Halleluja“ versammelt dieser Sampler “various Artists of Oi!, Punk. Ska & Billy Music“ aus deutschen Landen. Nicht jeder der Beiträge hat den gleichen mitreißenden Unterhaltungswert wie die Coverversionen die z. B. Annex 5 von Angels and Beans (aus Auch die Engel essen Bohnen), Supernichts von Fantasy (aus Der Bomber) oder Roimungstrupp unter dem Titel Mein Trabi von Dune Buggy (aus Zwei wie Pech und Schwefel) abliefern. Schwächer sind einige Eigenkompositionen á la “Bud Spencer, du bist mein größter Held, Bud Spencer, stärkster Mann der Welt“. Dies gilt auch für Tributes zu Songs aus Spätwerken des Duos, die nicht mehr von den De Angelis´ stammen und leider weniger “catchy“ sind, wie z. B das von Bud Spencer komponierte Grau, Grau, Grau (aus Das Krokodil und sein Nilpferd). Doch insgesamt macht diese auch noch mit einem witzig zusammengestellten Booklet garnierte Compilation sehr viel mehr Spaß als so manche etwas desillusionierende Wiederbegegnung mit einem Spencer-Hill-Filmklassiker.

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Queen: Flash Gordon

Am kunterbunten sich niemals ernstnehmenden Film Flash Gordon von 1980 dürfte der Soundtrack am erinnerungswürdigsten sein. Die damals ebenso angesagte wie produktive Band Queen, die später auch den Fantasy-Film Highlander mit passenden Klängen versorgen sollte, schob die Filmmusik zwischen den Erfolgsalben The Game und Hot Space ein.

Queen: Flash Gordon

Unvergessen ist natürlich das vom viel zu früh verstorbenen Freddie Mercury geschmetterte Titelthema Flash-aha! Doch auch instrumentale Tracks wie das psychedelische In the Space Capsule (The Love Theme) oder das dynamische Football Fight konnten sich hören lassen. Die Platte war auch dadurch bemerkenswert, dass hier schon – lange bevor Quentin Tarantino dies auf seinen Soundtrack-Veröffentlichungen praktizierte – lustige Dialogschnipsel wie Flash, I love you! But we only have fourteen hours to save the Earth! aus dem Film mit auf die Platte gepresst wurden.

Queen: Flash Gordon

2011 erschien eine Remastered Deluxe Edition von Flash Gordon, die auch noch eine Bonusscheibe mit sechs hochinteressanten Alternativ-Versionen von den beliebten Stücken dieses Soundtrack-Klassikers enthält. Am beeindruckendsten ist wohl die hier viel “queeniger“ instrumentierte ultrasofte Nummer The Kiss, die jetzt auf eigenen Füßen steht und nicht mehr nahtlos ins rasante Football Fight übergeht. Klasse sind auch die beiden 1981 live mit viel Schlagzeug in Montreal aufgenommenen Versionen von Flash und The Hero.

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Dean Martin: Everybody Loves Somebody – The Reprise Years 1962 – 1966

Im verschlafenen Wüstenkaff Climax legt plötzlich ein bekannter Sänger einen kurzen Zwischenstopp ein. Dies ist für einen Hobby-Komponisten die ganz große Change. Kurz entschlossen jagt er seine Frau aus dem Haus und heuert eine Prostituierte an. Von dieser behauptet er sie wäre seine Ehefrau und während diese sich Auftrags gemäß an den berühmten Sänger ranmacht, sitzt unser Hobby-Komponist scheinbar ahnungslos am Klavier und spielt die ganze Zeit seinen Schlager Sophia um diesen an den Mann zu bringen.

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Doch der Sänger ist bei seinen Annäherungsversuchen so plump und arrogant, dass unserem Hobby-Komponisten der Kragen platzt. Er wirft den Weltstar aus dem Haus und verbringt die Nacht mit der Prostituierten. Der Sänger hingegen landet unter seltsamen Umständen im Bett der vertriebenen Ehefrau und auch diese singt ihm die ganze Nacht das Lied Sophia vor. Dadurch wird auch der Sänger die Melodie nicht mehr los und der Schlager schließlich zum Hit.

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Diese Geschichte (und noch so einiges mehr) erzählt Billy Wilder 1964 in seinem ebenso gnadenlos gefloppten wie genialen Film Küss mich, Dummkopf. Der Sänger im Film heißt Dino und wird von Dean Martin gespielt. Wer ein so entspanntes Verhältnis zum eigenen Image hat, dass er eine derart lässige Selbstdemontage hinlegt, verdient es wirklich ein Weltstar zu sein. Doch wo ist eigentlich dieser Hit Sophia geblieben? Wer den Film einmal gesehen hat, den lässt die Melodie nicht mehr los.

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Die Antwort bietet das mit viel Liebe bebilderte Begleitbuch zu einer Dean Martin-Prachtbox mit 168 Songs auf 5 CDs. Am 3. November 1964 nahm Dean Martin zwischen 20 Uhr und 23 Uhr 30 vier Songs auf, darunter auch Sophia, doch diese Aufnahme wurde nur zur Promotion an Radiosender verschickt, ist jedoch zum Glück auf dieser Zusammenstellung in aller Pracht und Schönheit enthalten. Dankeschön!

Dean Martin: Everybody Loves Somebody - The Reprise Years 1962 - 1966

Auch ansonsten bleibt kaum ein Wusch offen. Wer schon immer einmal die Aufnahmen hören wollte, die unbekannte Sänger für Dino zu Orientierungszwecken in italienisch, spanisch, französisch oder japanisch einspielten, wird hier bestens bedient. Als besonderes Extra gibt es neben den sechs CDs auch noch eine DVD mit 20 Trailer und Berichten zu den Filmen mit Dean Martin. Was will man mehr?

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Bonanza

Wer seine Jugend in den Sechziger oder Siebziger Jahren (v)erlebt hat, wird auf jeden Fall mit der TV-Serie Bonanza in Berührung gekommen sein. Unvergessen sind die markanten, ständig die gleiche Kleidung tragenden, Typen wie Hoss oder Little Joe, ihre passend ausgewählten Pferde und natürlich die brennende Landkarte im Vorspann.

Bonanza

Noch unvergessener ist jedoch die knallige Titelmusik, die auf dieser CD von Bear Family Records in etlichen Varianten zu hören ist. Zwar erschien dort zuvor bereits eine 4-CD-Box mit Musik zu Bonanza, doch der jetzt veröffentlichte Nachschlag hat es wahrlich in sich und ist eine echte Wundertüte für alle Freunde der Ponderosa.

Bonanza

Den Auftakt bildet natürlich das unvergessliche Titelthema, das passenderweise auch noch von “Papa Cartwright“ Lorne Green himself gesungen wird. Sehr viel wilder und entfesselter ist es jedoch in der Version von Buddy Morrow. Johnny Cash versucht sich ebenfalls am unverwüstlichen Titelsong, reißt aber keine Bäume aus, während das Bild von im liebevoll gestalteten Booklet vom “Man in Black“ in brauner Kuhleder-Kluft hingegen echt zum Schießen ist.

Bonanza Johnny Cash

Nicht so recht überzeugen wollen Michael Landons Sangeskünste, denn Little Joes Stimme verschwindet in den sechs Songs meist völlig hinter Chor und Orchester. Sehr viel interessanter sind da schon die dann folgenden Auszüge aus David Roses Bonanza-Soundtrack.

Bonanza

Richtig lustig ist mal wieder die deutsche Sektion (eine Spezialität der “Bear Family“, die bereits einige köstliche Sampler mit Beatles- oder Stones-Songs auf deutsch herausbrachte). Ein optimaler Auftakt ist die Promosingle “Vater Cartwright erzählt von der Ponderosa“ bei der Bens deutscher Synchronsprecher Friedrich Schütter eine Ansammlung von Musikclips aus einer “Bild und Funk Langspielplatte“ launig anmoderiert.

Heinos Zu der Ponderosa reiten wir und der kleine Ralph mit Wir warten jeden Sonntag auf Bonanza kommen danach bereits angenehm peinlich rüber. Doch der krönende Abschluss einer an Höhepunkten nicht eben armen Kompilation ist Gunter Gabriels exklusiv für diese CD mit geballtem Deutschcountry-Schwulst interpretiertes 6-minütiges Epos Die Saga der Ponderosa.

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Udo Lindenberg: Stärker als die Zeit

Mit dem Album “Stark wie Zwei“ feierte Udo Lindenberg 2008 ein unerwartetes Comeback. Dies setzte sich 2011 fort mit der Scheibe “MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic“ und dem im Berliner Theater am Potsdamer Platz erfolgreich laufenden Musical “Hinterm Horizont“. Doch es sollte acht Jahre dauern, bis Udo überpünktlich zu seinem 70. Geburtstag sein 36. Studio-Album einspielte.

Udo Lindenberg: Stärker als die Zeit

Diesmal hat er auf Gastauftritte von befreundeten Musikern verzichtet. Einzig “Der Pate“ gastiert am Ende des Albums. In den legendären Londoner Abbey Road Studios ließ Udo die nicht minder legendäre Erkennungsmelodie aus Francis Ford Coppolas Filmklassiker mit großem Orchester einspielen. Dazu singt er im Titelsong “Stärker als die Zeit“ davon, wie er mit seiner Panik-Familie allen Widrigkeiten trotzt.

Udo Lindenberg: Stärker als die Zeit

Unter den übrigen 14 Songs befinden sich mehr Balladen als rockig abgehende Nummern, wie “Coole Socke“, “Dr. Feel Good“, “Blaues Auge“ oder die Grundsatzerklärung “Einer muss den Job ja machen“. Überflüssige Songs sind Fehlanzeige. “Der einsamste Moment“ beschreibt gut nachvollziehbar, die leichten Selbstzweifel vor dem großen Auftritt. Mit “Mein Body und ich“ entschuldigt sich Udo bei seinem Körper dafür, dass er diesen “superhart geschunden“ hat. Anschließend macht er sich Gedanken, darüber, wie es ist, “Wenn die Nachtigall verstummt“.

Udo Lindenberg: Stärker als die Zeit

Doch zum Glück ist es noch nicht so weit, denn wohl kein deutschsprachiger Interpret singt so mitreißend wie Udo vom Finden und Scheitern der Liebe. Dass dies immer noch so ist, beweisen die Sofort-Ohrwürmer “Kosmosliebe“ und “Wenn Du gehst“ aufs Allerschönste.

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Udo Lindenberg: MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic

Der Titel dieser Scheibe verwundert etwas. Erstens nahm Udo Lindenberg diese CD nicht etwa – wie die Worte und das Lindenberg Gemälde auf dem Klappcover vermuten lassen – in seinem Domizil dem Hamburger Hotel Atlantic auf, sondern auf dem Kampnagelgelände. Zweitens täuscht auch das Label MTV Unplugged, denn “Live aus dem Hotel Atlantic“ ist kein auf Effekte verzichtendes zurückgenommenes intimes (Hand-)Werk, sondern wurde mit großen Aufwand an (natürlich nicht elektrischen) Instrumenten und mit Beteiligung zahlreicher Gaststars eingespielt.

Udo Lindenberg: MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic

Doch Lindenberg, der drei Jahre zuvor mit “Stark wie Zwei“ und in Berlin mit der Premiere des lange laufenden Musicals “Hinterm Horizont“ große Erfolge feierte, legte dennoch ein ziemlich entspanntes Werk hin. Er präsentiert eine interessante Best-Of-Auswahl (wobei die Neuinstrumentierungen natürlich Geschmackssache sind), aber auch die schöne neue Eröffnungsnummer “Die Bühne ist angerichtet“.

Udo Lindenberg: MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic

Benjamin von Stuckrad-Barre hat in seinem etwas zu jubelnden Booklet-Text “Udo zieht den Stecker“ nicht völlig unrecht, wenn er ausführt, dass Lindenbergs Stimme “jetzt viel weniger will und viel mehr kann als früher“. Sein Gesang klingt entspannt und nicht mehr wie eine Selbstparodie. Dies kommt besonders gut zur Geltung wenn er sich zurücknimmt in den Duetten mit Inga Humpe (“Ein Herz kann man nicht reparieren“), Clueso (“Cello“), dem ausnahmsweise sehr unauffälligen Stefan Raab (“Johnny Controlletti“) oder Jan Delay (“Reeperbahn“), der sich freut, einmal mehr mit seinem “musikalischen Papa“ singen zu dürfen.

Udo Lindenberg: MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic

“Live aus dem Hotel Atlantic“ gibt es als Einzel-CD bzw. Einzelzimmer Edition und Doppel-Album. Wir empfehlen die Doppelzimmer Edition, denn keines der 24 Stücke ist entbehrlich.

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Udo Lindenberg: Stark wie Zwei

In den Jahren zuvor beschäftigte er sich hauptsächlich damit seine alten Hits in neuen Zusammenstellungen zu präsentieren oder mit Likör Bilder zu malen. Doch nach 10 Monaten Produktionszeit unter der Aufsicht von Andreas Herbig präsentiert Udo Lindenberg 2008 erstmals nach 8 Jahren wieder ein Album mit neuen Kompositionen. Schon die ersten beiden Stücke “Ich zieh´ meinen Hut“ und “Wenn Du durchhängst“ wecken angenehme Erinnerungen an seine früheren meisterlichen Balladen wie “Hinterm Horizont geht’s weiter“ oder “Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr“.

Udo Lindenberg: Stark wie Zwei

Unter dem Motto “Stark wie Zwei“ folgen Zulieferungen von Annette Humpe (kein einziger Song stammt komplett von Lindenberg), Duette mit Jan Delay, Annette Kloß von “Silbermond“ und die Mördernummer “Chubby Checker“, die Lindenberg ganz locker gemeinsam mit Helge Schneider runterreißt. All dies passt seltsamerweise hervorragend zusammen und übertrifft fast alles was Lindenberg in den 20 Jahren zuvor einspielte.

Udo Lindenberg: Stark wie Zwei

Im letzten Drittel der Platte sind dann doch noch einige Nichtigkeiten versteckt wie z. B. die “Saufen macht kreativ“-Hymne “Nasses Gold“, das allzu vertraut wirkende “Interview mit Gott“ (mit tollen Fragen wie: “Ey, wieso lässt Du uns so hängen?“) der seltsame Astronauten-Song “Woody Woody Wodka“ und jene “Je oller desto doller“-Nummer, deren Titel allerdings zugleich das Programm dieser CD ist: “Der Greis ist heiß!“

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Das Dschungelbuch – Soundtrack

Überraschenderweise fand sich in der eher finsteren Neu-Inszenierung, die Iron Man-Regisseur Jon Favreau dem Disney-Klassiker Das Dschungelbuch unterzog, noch Platz für zwei unvergessliche Songs aus dem Originalfilm. 1967 sang in der deutschen Fassung  Edgar Ott die Entspannungs-Hymne Probier’s mal mit Gemütlichkeit und Klaus Havenstein ließ es bei Ich wäre gern wie Du kräftig swingen. Die deutschen Versionen waren sehr nah dran an den Original-Filmsongs The Bare Necessities und I Wanna Be Like You, die von den US-Entertainern Phil Harris und Louis Prima interpretiert wurden.

Das Dschungelbuch - Soundtrack

Die neuen 2016er Versionen der Lieder sind allerdings auch nicht zu verachten. Als Synchronsprecher für den am Computer animierten Bären Balu konnte die Idealbesetzung verpflichtet werden. Bill Murray ist zwar eher ein Fan der Dschungelbücher des englischen Autors Rudyard Kipling als vom Zeichentrickfilm. Doch seine Interpretation von The Bare Necessities ist ebenso entspannt wie das Original.

Walt Disney: Das Dschungelbuch (2016)

Der neue King Louie erinnert im Kino stärker an King Kong, als an den irgendwie doch sympathischen (aber nicht wirklich in den indischen Dschungel gehörenden) Zeichentrick-Orang-Utan. Daher wurde der auf finsterere Charaktere abonnierte Christopher Walken als Sprecher verpflichtet. Dieser ist bisher noch nicht als Sänger aufgefallen, wurde aber immerhin für seine tänzerischen Fähigkeiten im Musical-Flop Tanz in den Wolken gelobt. Walkens bringt seine Version von I Wanna Be Like You halbwegs unpeinlich über die Runden. Bemerkenswert ist, dass Richard M. Sherman für den Song einige neue Textzeilen geschrieben hat. Dieser hatte zusammen mit seinem mitlerweile verstorbenen Bruder Robert B. die Musik zu Mary Poppins sowie viele weitere unvergessliche Disney-Songs geschrieben.

Walt Disney: Das Dschungelbuch (2016)

In der deutschen Version lassen sich die Gesangseinlagen von Armin Rohde bei Probier’s mal mit Gemütlichkeit und Christian Berkel bei Ich wäre gern wie Du ebenfalls gut anhören. Auch die übrigen Songs und Melodien aus dem Zeichentrick-Klassiker hat der Komponist John Debney in seinen Soundtrack mit einfließen lassen. Debney schrieb bereits den Soundtrack zum Disney-Zeichentrickfilm Ein Königreich für ein Lama.

Das Dschungelbuch - Soundtrack

Die  CD mit der Filmmusik zum neuen Dschungelbuch enthält sowohl die deutschen als auch die englischen Versionen der Lieder. Hinzu kommt noch das von Scarlett Johansson als Sprechgesang interpretierte Schlangen-Lied Trust in me, sowie Dr. Johns Mardi-Gras-kompatible Cajun-Version von The Bare Necessities. Somit dürfte diese Scheibe in jede gut sortierte Disney-Soundtrack-Sammlung gehören.

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Deep Purple: Machine Head

Zeitlos dröhnt aus jenen Tagen, als man noch große fette Meilensteine setzen konnte, das Album „Machine Head“ herüber, das bekannteste und wohl auch beste von Deep Purple. Gleich der Opener, „Highway Star“, eine ironische Raser-Hymne, fegt noch heute mit einer unglaublichen Power jede Straße blitzeblank, gefolgt von “Maybe I`m A Leo”, dem einzigen Song der Scheibe, den ich „nur“ gut finde. “Pictures of Home” und “Never Before” sind grandiose Beispiele für die Fähigkeit der Band, sich immer wieder neu zu erfinden. Ihre geradlinigen Songstrukturen, erweitert um die kreative Verspieltheit der einzelnen Instrumente und eine immense musikalische Kommunikationsfreude machte „Deep Purple“ zur herausragenden Gruppe, die wirklich zusammen spielte.

Deep Purple: Machine Head

„Smoke On The Water“ ist der vermutlich bekannteste Hardrock-Song ever, und obwohl ich ihn schon unzählige Male hörte, steht er nach wie vor auf meiner Best-Of-Liste. Inzwischen überspringe ich ihn gelegentlich – aus Achtung, um ein Überhören zu vermeiden. Dem hochnäsig genialen Gitarristen Ritchie Blackmore gebührt nur wegen diesen vier weltweit bekannten Tönen der Eingang in die Hall of Fame. Übrigens überlegte sich die Gruppe lange, „Smoke On The Water“ einen anderen Titel zu geben, um sich gegen die Hippie-Assoziation von Rauch und Rausch abzugrenzen (Arbeitstitel war „Durh Durh Durh“). Schließlich „Lazy“, eine nervöse Sinfonie mit Gesang, bestehend aus Kraft und Trägheit, in die sich beständige Lebenslust schleicht und das sehr rhythmische „Space Truckin`“, eine flockig rockige Weise über den Spaß beim Planeten-Hopping.

Deep Purple: Machine Head

Ganz ehrlich, ohne solche Musik könnte ich nicht existieren! Auf heutigen CDs findet sich abschließend „When A Blind Man Cries“, früher nur als Single-B-Seite erhältlich und ein selten zartes Pflänzchen im Werk der Meisterrocker. Wenn die Chemie stimmt, und das setzt Spannungen fast schon voraus, kann das Gemisch exorbitante Blüten treiben. Wie sehr die Briten über lange Jahre diese schwierige Mischung im richtigen Verhältnis halten konnten, machte sie zu einer der einflussreichsten Rockgruppen nicht nur der Siebziger. Ihre Spielfreude mündete zuweilen in legendäre Duelle, vor allem zwischen Blackmore und dem Sänger Ian Gillan, bei der immer das Publikum gewann. Als der Sängergott Gillan, nur noch mit Orpheus zu vergleichen, darauf angesprochen wurde, was ihn ohne Ausbildung zu solchen Weihen befähige, meinte er, dass er keine Ahnung habe, aber vielleicht läge es an seinen geilen Schlaghosen.

Rainer Schneider

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