Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Nachdem bereits im selben Riesen-Format von 42 x 31 cm voluminöse Bildbände zu Stanley Kubrick, Charlie Chaplin und James Bond erschienen sind, erweitert der Taschen Verlag seine Archiv-Reihe um Bücher über Walt Disneys Animationsfilme. Im Zentrum des 620-seitigen ersten Bandes stehen jene Filme, die zu Disneys Lebzeiten entstanden sind.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Etwas kurz kommen dabei jene ersten Cartoons mit Micky, Donald und Goofy, die sicher noch in einem weiteren Band gewürdigt werden. Doch ansonsten wird ein ebenso umfassender wie auch überraschender Überblick über das Lebenswerk Walt Disneys geboten.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Das Buch hält sich nicht lange mit Disneys Herkunft und Privatleben auf. Stattdessen beschäftigt sich “The Disney Film Archive“ ausgiebig mit dem schöpferischen Prozess, der mit primitiven Kurzfilmen wie den Laugh-O-grams begann und spätesten ab Ende der 30er Jahre den Animationsfilm zur auch kommerziell erfolgreichen Kunstform machte. Disneys erster Langfilm “Schneewittchen und die sieben Zwerge“ wurde zu einem der größten Blockbuster seiner Zeit.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Dem Herausgeber Daniel Kothenschulte ist es wichtig nicht nur die Erfolgsgeschichte Walt Disneys zu dokumentieren. Er weist auch auf Filme hin, die im Schatten von kommerziellen Erfolgen wie “Peter Pan“, “Mary Poppins“ oder dem letzten noch von Walt Disney persönlich produzierten Animationsfilm “Das Dschungelbuch“ stehen. Im Vorwort widerspricht Kothenschulte energisch der allgemein herrschenden Auffassung Disney hätte zwischen “Bambi“ (1942) und “Cinderella“ (1950) nichts Bedeutendes produziert.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968Um dieser These entgegen zu wirken, enthält  das Buch ausführliche reich bebilderte Kapitel zu den Kurzfilm-Zusammenstellungen “Saludos Amigos“, “The Three Caballeros“, “Make Mine Music“, “Fun and Fancy Free“ (“Fröhlich, frei, Spaß dabei“), “Melody Time“ (“Musik, Tanz und Rhythmus“) und “The Adventures of Ichabod and Mr. Toad“, die zumeist nur unter Schwierigkeiten als Heimkino-Editionen aufzutreiben sind.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

In diese Rubrik gehört auch der umstrittene doch tricktechnisch eindrucksvolle Misch-Film “Song of the South“ (“Onkel Remus‘ Wunderland“) von 1946, der auf einer Südstaaten-Plantage spielt und seit VHS-Zeiten auch in den USA nicht mehr erschienen ist. Mit diesem oft des Rassismus bezichtigten Films beschäftigt sich der Trickfilm-Papst Leonard Maltin in einem die Fakten sorgsam abwägenden Text.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968Neben der exklusiven Bebilderung, auch zu den während des Zweiten Weltkriegs produzierten Propaganda-Filmen oder den in Zusammenarbeit mit Wernher von Braun entstandenen TV-Spezials über die Eroberung des Weltraums, sind es die von verschiedenen Trickfilm-Experten verfassten sehr aufschlussreichen (in einem Extraheft als deutsche Übersetzung beiliegen) Texte, die für dieses schöne Buch sprechen.

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