Deep Purple: Machine Head

Zeitlos dröhnt aus jenen Tagen, als man noch große fette Meilensteine setzen konnte, das Album „Machine Head“ herüber, das bekannteste und wohl auch beste von Deep Purple. Gleich der Opener, „Highway Star“, eine ironische Raser-Hymne, fegt noch heute mit einer unglaublichen Power jede Straße blitzeblank, gefolgt von “Maybe I`m A Leo”, dem einzigen Song der Scheibe, den ich „nur“ gut finde. “Pictures of Home” und “Never Before” sind grandiose Beispiele für die Fähigkeit der Band, sich immer wieder neu zu erfinden. Ihre geradlinigen Songstrukturen, erweitert um die kreative Verspieltheit der einzelnen Instrumente und eine immense musikalische Kommunikationsfreude machte „Deep Purple“ zur herausragenden Gruppe, die wirklich zusammen spielte.

Deep Purple: Machine Head

„Smoke On The Water“ ist der vermutlich bekannteste Hardrock-Song ever, und obwohl ich ihn schon unzählige Male hörte, steht er nach wie vor auf meiner Best-Of-Liste. Inzwischen überspringe ich ihn gelegentlich – aus Achtung, um ein Überhören zu vermeiden. Dem hochnäsig genialen Gitarristen Ritchie Blackmore gebührt nur wegen diesen vier weltweit bekannten Tönen der Eingang in die Hall of Fame. Übrigens überlegte sich die Gruppe lange, „Smoke On The Water“ einen anderen Titel zu geben, um sich gegen die Hippie-Assoziation von Rauch und Rausch abzugrenzen (Arbeitstitel war „Durh Durh Durh“). Schließlich „Lazy“, eine nervöse Sinfonie mit Gesang, bestehend aus Kraft und Trägheit, in die sich beständige Lebenslust schleicht und das sehr rhythmische „Space Truckin`“, eine flockig rockige Weise über den Spaß beim Planeten-Hopping.

Deep Purple: Machine Head

Ganz ehrlich, ohne solche Musik könnte ich nicht existieren! Auf heutigen CDs findet sich abschließend „When A Blind Man Cries“, früher nur als Single-B-Seite erhältlich und ein selten zartes Pflänzchen im Werk der Meisterrocker. Wenn die Chemie stimmt, und das setzt Spannungen fast schon voraus, kann das Gemisch exorbitante Blüten treiben. Wie sehr die Briten über lange Jahre diese schwierige Mischung im richtigen Verhältnis halten konnten, machte sie zu einer der einflussreichsten Rockgruppen nicht nur der Siebziger. Ihre Spielfreude mündete zuweilen in legendäre Duelle, vor allem zwischen Blackmore und dem Sänger Ian Gillan, bei der immer das Publikum gewann. Als der Sängergott Gillan, nur noch mit Orpheus zu vergleichen, darauf angesprochen wurde, was ihn ohne Ausbildung zu solchen Weihen befähige, meinte er, dass er keine Ahnung habe, aber vielleicht läge es an seinen geilen Schlaghosen.

Rainer Schneider

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