Der große Indienschwindel

Obwohl ich die von Juanjo Guarnido gezeichneten Blacksad-Comics liebe, ist mir der Einstieg in diesen ebenfalls prachtvoll zu Papier gebrachten epischen Comic nicht ganz leicht gefallen.

Der große Indienschwindel

Die detailreich bunten Bilder von sehr armen und sehr reichen Menschen scheinen nicht so recht zu den wohl ironisch gemeinten Texten (“Die Armen sind arm dran!“) von Alain Ayroles (Mit Mantel und Degen) zu passen und nachdem knapp die Hälfte der 145 Seiten gelesen waren, legte ich den erwartungsvoll begonnenen übergroßen Prachtband erst einmal beiseite.

Der große Indienschwindel

Doch die erneute Lektüre belehrte mich eines Besseren. Fast schien es so, als wenn Ayroles den Zeichner auf Seite 56 für eine ganze Weile von der Leine gelassen hatte. Ganz ohne Worte erzählt Guarnido auf zwölf großartig in Szene gesetzten Seiten von einer spanischen Expedition quer durch den südamerikanischen Dschungel, den die Konquistadoren damals in Indien vermuteten.

Der große Indienschwindel

Die Suche nach Eldorado im frühen 17. Jahrhundert scheint erfolgreich zu verlaufen, doch wie vieles in diesem Comic trügt der Schein, zumal die Bauten der Ureinwohner erstaunlich europäisch aussehen…

Der große Indienschwindel

Doch nicht nur optisch erstaunt der Comic, denn in der zweiten Hälfte stellt Alain Ayroles fast alles, was er zuvor erzählt – und Guarnido gezeichnet hat – völlig in Frage. Es kommt zu erstaunlichen Erkenntnissen, es stellt sich aber auch die Frage, wie weit diesem Don Pablos aus Segovia überhaupt zu trauen ist.

Der große Indienschwindel

Die Figur dachte sich der spanische Autor und Satiriker Francisco de Quevedo 1626 für seine – nach eigenen Worten “kurzweilige Geschichte“ Der abenteuerliche Buscón aus. Der Roman endete damit, dass Don Pablos nach Indien, also Südamerika, reiste und eine Fortsetzung sollte folgen. Hier ist sie!

“Der große Indienschwindel” bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Der große Indienschwindel“ bei ebay kaufen, hier anklicken