Jens Harder: Gilgamesch

Den mit Abstand ältesten überlieferten Text der Menschheit als Comic zu adaptieren, ist nicht wirklich der Traum jedes Comic-Zeichners. Das Original ist nach heutigem Sprachverständnis nur bedingt genießbar und zudem lückenhaft. Dabei ist der namensgebende Protagonist durchaus ein archetypischer Held, dessen Taten für sich sprechen.

Jens Harder: Gilgamesch

Teile der Geschichte finden sich sogar im wesentlich später aufgezeichneten Alten Testament wieder. Nun wäre es ein leichtes gewesen, sich am Plot zu orientieren und für die heutigen Leser aktuelle Phrasen zu verwenden. Für den Autor und Zeichner Jens Harder (ALPHA – directions) war dies keine Option, er präsentiert die prähistorische Geschichte um den König der Stadt Uruk im Duktus der vorhandenen Übertragungen.

Jens Harder: Gilgamesch

Die Umsetzung in einen Zeichenstil, der assyrisch-sumerischen Reliefs nachempfundenen ist, dient dem Umfeld des Epos ungemein, und Jens Harder gelingen großartige Bilder.

Jens Harder: Gilgamesch

Auf dem Cover ist übrigens nicht Gilgamesch, sondern sein Kumpel Enkidu abgebildet, der Held selbst ist auf dem Backcover zu sehen.

Jens Harder: Gilgamesch

Der Band geizt nicht mit Bonus- und Hintergrundmaterial und zeigt sich in schöner Aufmachung auf voll fettem Papier. Dabei gefällt vor allem seine zeichnerische Wucht, ohne gefällig zu sein. Natürlich bleibt es ein uralter Mythos, dessen auch philosophische Betrachtungen wir Nachgeborenen nur schwer nachvollziehen können. Und ist immer noch faszinierend.

Rainer Schneider

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