John Carpenters Christine

Ganz über die Klasse von Brian De Palmas „Carrie“ verfügt John Carpenters „Christine“ nicht. Doch genau wie bei der sieben Jahre zuvor entstandenen Stephen-King-Verfilmung ist auch hier ein Remake völlig unnötig, denn der Film über einen tödlichen 1958er Plymouth Fury mit rot-weißer Speziallackierung ist stylisch und gut besetzt. „Christine“ kann auch heute noch überzeugen, amüsieren und gepflegten Grusel verbreiten.

John Carpenters Christine

Daher ist es sehr erfreulich, dass dieser Film endlich auch auf Blu-ray erscheint und zumindest die Originalfassung, aber leider nicht die deutsche Synchronisation, in guter das Wohnzimmer aus allen fünf Ecken beschallener Tonqualität zu hören ist. Zudem wird auch noch einiges an Bonusmaterial präsentiert. So gibt es 25 Minuten lang entfallene Szenen in mäßiger Bildqualität zu bestaunen sowie einige interessante Dokumentationen.

John Carpenters Christine

Der Höhepunkt ist jedoch zweifelsohne der Audiokommentar, auf dem John Carpenter gemeinsam mit dem Hauptdarsteller Keith Gordon zu hören ist. Für Carpenter waren anscheinend die Dreharbeiten zu „Christine“ eine seiner positivsten Erfahrungen als Filmemacher. Der mittlerweile auch als Regisseur tätige Gordon war fast immer am Set anwesend und lernte viel von Jon Carpenter. Zum Glück gibt es zum Audiokommentar auch Untertitel, denn mit Originalfassung in DTS-HD 5.1 und den dazu eingeblendeten Statements von Carpenter und Howard ist die Wiederbegegnung mit „Christine“ ein echtes Erlebnis!

John Carpenters Christine

Bonusmaterial der Blu-ray: Audiokommentar von John Carpenter und Keith Gordon, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, entfallene Szenen (25:20 min), Doku über das Auto (28:55 min), Bericht über die Musik (7:17 min)

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Yellow Submarine

In den USA entstand zum Höhepunkt der Beatlemania bereits eine Zeichentrickserie, von der John, Paul, George und Ringo jedoch nicht allzu viel hielten. Dementsprechend gering war zunächst auch ihr Interesse, als ein abendfüllender Zeichentrickfilm fürs Kino entstehen sollte. Doch als sie die Entwürfe des deutschen Graphikers Heinz Edelmann zu Gesicht bekamen, waren sie so beeindruckt, dass sie sich doch noch ins Studio begaben um eine kurze Realfilm-Sequenz zu drehen, die am Ende des Filmes zu sehen ist.

Yellow Submarine

Ansonsten entstand die Geschichte um Sergeant Pepper und das gelbe U-Boot ganz ohne direkte Beteiligung der Fab Four. Nicht einmal die Dialoge wurden von Ihnen gesprochen, sondern von Stimm-Doubles. Doch der Film bzw. der deutsche Illustrator Heinz Edelmann fand für die Welten, die beim Hören der Beatles-Songs entstehen, mehr als beeindruckende Bilder und das bereits ein Jahrzehnt vor der Erfindung des Videoclips!

Yellow Submarine

Die Blu-ray-Veröffentlichung präsentiert den Zeichentrick-Klassiker in bester Bildqualität sowie mit allen Extras der alten DVD-Veröffentlichung und netten Beigaben wie vier postkarten-großen Folien mit den Zeichentrick-Beatles.

Yellow Submarine

Bonusmaterial der Blu-ray: Audiokommentar vom Animation Director John Coates und vom Art Director Heinz Edelmann, ohne deutsche Unterttitel, „The Mod-Odyssey“, eine Dokumentation von 1968 über die Entstehung des Filmes (7:40 min), wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, englischsprachiger Kinotrailer (3:45 min),  eine bisher im Kino nicht gezeigte Sequenz zum Lied „Hey Bulldog“, die jetzt im Film enthalten ist: „Sea of Monsters“, Entwurfsskizzen und fertige Animation werden gegenüberstellt (4:31 min), Battle of the Monsters“ und „Pepperland“, ingesamt knapp 200 Storyboard-Entwürfe zu zwei Sequenzen, die nicht im fertigen Film verwendet wurden: 30 „Hinter-den-Kulissen“-Fotos, Interviews mit Co-Drehbuchautor Erich Segal, drei Animatoren (Jack Stokes, Millicent McMillan, David Livesey) und mit zwei der damaligen Sprechern der Beatles-Zeichentrickfiguren (Paul Angelis und John Clive), insgesamt 11 Minuten, 16-seitiges englischsprachiges Booklet u. a. mit einem Text von John Lasseter von Pixar, Bogen mit Aufklebern, 4 Folien mit den Zeichentrick-Beatles

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Mit stahlharter Faust

Die Hauptrolle in “Mit stahlharter Faust“ (der Originaltitel ist viel schöner: “Man without a Star“) spielt mit vollem Körpereinsatz Kirk Douglas. Mein Gott, konnte der damals einen auf dicke Hose machen, mit Knarren jonglieren oder mit dem Banjo durch den Saloon tänzeln. Doch vor einem hat der von Douglas mit vollem Einsatz verkörperte Teufelskerl Dempsey Rae so richtig Angst: Stacheldraht. Diese mörderische Erfindung hat ihm einst einen vernarbten Rücken beschert und wenn die Rancher beginnen ihre Weiden mit Stacheldraht einzuzäunen, dann ist es für Dempsey an der Zeit weiter nach Westen zu ziehen, obwohl die Zivilisation auch schöne Dinge zu bieten hat, wie etwa Badewannen.

Mit stahlharter Faust

Mit stahlharter Faust“ mag nicht der ultimative Westernklassiker sein, aber es handelt sich auf alle Fälle um eins der kurzweiligsten Werke des Genres. Schon der mit viel Power in der mächtigen Stimme von Frankie Lane geschmetterte Titelsong (zu hören auf der schönen Bear-Family-CD „Rio Bravo„) geht voll ab und auch das vom Tausendsassa Kirk Douglas gesungene “And The Moon Grew Brighter“ (zu hören auf der ebenso schönen Bear-Family-CD „My Rifle, My Pony And Me„) will nie wieder heraus aus dem Gehörgang. Eine andere tolle Gesangsnummer von Kirk Douglas ist übrigens in der Disney-Verfilmung von “20.000 Meilen unter dem Meer“ zu hören: “A Whale of a Tale„.

Mit stahlharter Faust

Angeblich war Kirk Douglas maßgeblich an der Herstellung des Filmes beteiligt. Während der Regisseur King Vidor (“Duell in der Sonne“) den Film in seiner Autobiographie nicht erwähnte, investierte Douglas seine Gage in die Produktion von “Mit stahlharter Faust“ und sorgte für ein besseres (völlig auf ihn zugeschnittenes Drehbuch). Lange hat es gedauert bis der Film endlich auf DVD vorlag. Die “Süddeutsche Zeitung Cinemathek“ veröffentlichte in ihrer Western-Reihe als weitere DVD-Premiere “Red River“. Mittlerweile gibt es als “weltweite Erstveröffentlichung in HD-Neuabtastung“ sogar eine Blu-ray-Veröffentlichung, die keine Wünsche mehr offen lässt.

Mit stahlharter Faust

Bonusmaterial der Blu-ray:  Selbstgestrickter Trailer ohne Dialoge (1:41 min),  schön zusammengestellte Bildergalerie (5:00 min), Booklet-Faltblatt mit einem interessanten Text von Markus Tschiedert, Wendecover

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Lewis – Der Oxford Krimi – Collector’s Box 1

Diese umfangreiche DVD-Edition ermöglicht es nicht nur sich sehr ausführlich mit einer interessanten englischen Krimireihe zu beschäftigen, sondern zugleich können auch noch die Ursprünge der von 2006 bis 2013 gezeigten Erfolgsserie „Lewis“ ergründet werden. Anno 1987 startete der britische Sender ITV die auf Romanen von Colin Dexter basierende im altehrwürdigen Oxford angesiedelte TV-Serie „Inspektor Morse„.

Lewis - Der Oxford Krimi - Collector's Box 1

Anno 1987 startete der britische Sender ITV die auf Romanen von Colin Dexter basierende im altehrwürdigen Oxford angesiedelte TV-Serie „Inspektor Morse“. Gleich in der ersten – auch in dieser Box enthalten – Episode „Die Toten von Jericho“ bekam Inspektor Morse einen Assistenten namens Robert Lewis zugeteilt, der als gut geerdeter „Family Man“ einen interessanten Kontrast zu seinem trinkfesten gelegentlich zu Depressionen neigenden Single-Vorgesetzten bildet. Nach 13 Jahren endete die Serie mit dem Tod der Hauptfigur und einige Jahre später schließlich bekam der Assistent Robert Lewis eine eigene Serie.

Lewis - Der Oxford Krimi - Collector's Box 1

Nach 13 Jahren endete die Serie mit dem Tod der Hauptfigur und einige Jahre später schließlich bekam der Assistent Robert Lewis eine eigene Serie. Lewis, der seine Frau bei einem Autounfall mit Fahrerflucht des Verursachers verloren hat, kehrt nach einigen Jahren im Ausland zurück nach Oxford. Sofort stürzt er sich auf einen Kriminalfall und der ehemalige Assistent bekommt hierfür mit Jim Hathaway einen Assistenten mit klerikaler Vergangenheit zugeteilt.

Lewis - Der Oxford Krimi - Collector's Box 1

Es macht großen Spaß diesem Duo dabei zuzusehen, wie sie sich aneinander gewöhnen und auch immer etwas veralbern. Vor allem Robert Lewis, der gerne mit weiblichen Verdächtigen anbändelt, bietet dem scheinbar sehr viel zurückhaltenderen Hathaway recht häufig Steilvorlagen zum Verspotten. Auch die Spielfilm-langen Kriminalfälle mit Gaststars wie James Fox, Simon Callow oder Joanna Lumley („Mit Schirm, Charme und Melone„) können fesseln und überraschen. Der Schauplatz Oxford mit seinen Bildungstempeln und urigen Pubs, in denen einst Autoren wie J. R. R. Tolkien oder C. S. Lewis (!), verkehrten, trägt noch zusätzlich zur Attraktivität dieser ebenso spannenden wie amüsanten Serie bei.

Lewis - Der Oxford Krimi - Collector's Box 1

Bonusmaterial: Pilotfilm der Vorgängerserie „Inspektor Morse“ von 1987 in englischer Fassung (104 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln,  eine sehr interessante Dokumentation über die erste Staffel (46:49 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, Fotogalerie (1:10 min)

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Words & Pictures

Obwohl sich die beiden Lehrer Dina und Jack scheinbar zunächst überhaupt nicht ausstehen können, kommt es schon recht bald zu ersten Annäherungsversuchen. Als er sich ihr nähert, meint sie: „Es hat in meinem Leben seit Jahren keine Männer gegeben, eine bewusste Entscheidung!“ Woraufhin er fragend entgegnet: „Der Männer?“ Dass in diesem Moment nicht nur der Zuschauer sondern auch Dina laut auflacht, spricht für diese ebenso romanische wie auch an den Problemen und Macken ihrer Hauptfiguren wirklich interessierte Komödie.

Words and Pictures

Eine sich für elitär haltende Schule in Neuengland, die ihre Schüler zum Tragen von Blazern und Krawatten verdonnert, hat einst den Schriftsteller Jack angeheuert um ihr Image aufzupolieren. Doch dieser ist in letzter Zeit sehr viel stärker am Leeren von Schnapsflaschen als am Verfassen von Gedichten interessiert. Außerdem geht er seinen Kollegen durch allerlei arrogante Klugscheißereien gehörig auf den Keks und steht kurz vor dem Rausschmiss. Doch die neue Kunstlehrerin Dina, eine gefeierte mit ihrer Arthritis-Erkrankung kämpfende Malerin, sorgt durch ihre sarkastische Schlagfertigkeit dafür, dass Jack Feuer fängt und aller Welt beweisen möchte, dass das Wort mächtiger als das Bild ist.

Clive Owen und Juliette Binoche brillieren in diesem auf durchaus hohen Niveau ausgetragenen Wettstreit zwischen Schriftstellerei und Malerei. Einen besonderen Reiz bekommt die vom vielseitig talentierten Fred Schepisi („Roxanne“, „Das Russland-Haus“) sehr spritzig in Szene gesetzte Komödie noch dadurch, dass die im Film gezeigten mehr als ansehnlichen großformatigen Bilder von Juliette Binoche höchstpersönlich gemalt wurden. Einziger Makel ist, dass die DVD von „Words & Pictures“ als Bonusmaterial nur über den deutschen Trailer verfügt.

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Olivia Vieweg: Bin ich blöd, oder was? – Klassenfahrt des Grauens

Die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg überzeugte bereits mit ihren Comic-Alben. Bei „Huck Finn„, ihrem Beitrag zu Suhrkamps Comicreihe, handelt es um eine in die ostdeutsche Gegenwart verlegte Neuinterpretation von Mark Twains Klassiker. „Antoinette kehrt zurück“ hingegen ist das erfreuliche Resultat eines von den Egmont Verlagsgesellschaften ausgeschriebenen Wettbewerbs und beschäftigt sich vor dem Hintergrund einer spannenden Geschichte mit Mystery-Touch mit dem Thema „Mobbing“. Auch ihr Comic „Schwere See, mein Herz“ ist sehr empfehlenswert.

Olivia Vieweg: Bin ich blöd, oder was? - Klassenfahrt des Grauens
Bei ebenfalls den ebenfalls zur den Egmont Verlagsgesellschaften gehörenden Schneiderbüchern erscheint jetzt ein Buch für Kinder und Jugendliche von Olivia Vieweg, das ebenfalls überzeugt. Hauptfigur ist die 15-jährige Mari, die das Mauerblümchen in der Eliteklasse ihrer Schule aber auch in ihrer von Genies bevölkerten Familie ist. Einziger Lichtblick ist ihre wunderschöne immer fröhliche Freundin Stella, die dank ihres Talents sich in der Schule durchzumogeln den Spitznamen „Spicka“ trägt.

Olivia Vieweg: Bin ich blöd, oder was? - Klassenfahrt des Grauens

Das Buch „Bin ich blöd, oder was?“ schildert die Erlebnisse von Mari und Spicka auf einer „Klassenfahrt des Grauens“, bei der fast alles schief läuft. Wir bekommen Einblick in Maris intimes Tagebuch. Hier hält sie ihre meist sehr komischen Gedanken fest und nicht nur wenn einmal eine Seite frei geblieben ist, platziert sie dort witzige Zeichnungen mit Comic-Elementen. Überhaupt wäre das Buch ohne auf allen Seiten eingefügten Zeichnungen nur halb so lesenswert und daher sei es auch alles Comic-Freunden wärmsten empfohlen.

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David Lapham: Batman – Stadt der Sünde

Gotham City war schon immer ein hässlicher Ort. Aber so prägnant, bedrohlich und wahrhaft vorstellbar beschrieben wie von David Lapham war diese Stadt noch nie dargestellt worden. Lapham steht für Horror- und Kriminalgeschichten von allererster Güte. Sein Meisterwerk „Stray Bullets“ erschien ab März 1995 (bis März 2014) bei El Capitan Books und gewann ein Jahr später den Eisner Award in der Kategorie „Best Writer/Artist“.

David Lapham: Batman – Stadt der Sünde

Gotham City ist ein Ungeheuer, dass unzählige Monster gebiert und ebenso viele Unschuldige verschlingt. Mittendrin versucht das Dynamische Duo aus Dunklem Ritter und dem Wunderknappen Robin wenigstens einige Wenige zu retten in diesem schier ausweglosen immerwährenden Kampf. Bei ihren Streifzügen durch diese Stadt begegnen ihnen unvorstellbares Leid, abgrundtiefe Verbrechen und menschliche Abgründe. Auf der Suche nach dem Dealer einer 14-jährigen Drogentoten muss Batman erkennen, dass es akutere und brennendere Fälle gibt. Was anfangs aussah wie ein gewöhnlicher Hausbrand entpuppt sich als die Spitze eines Eisberges um Menschenhandel und Korruption, in den nicht nur der Besitzer der Iceberg Lounge, der Pinguin, verwickelt ist, sondern auch die allerhöchsten Kreise in Gotham City.

David Lapham: Batman – Stadt der Sünde

Der Autor versteht es bestens, auch andere klassische Batman-Gegner wie Mr. Freeze und Killer Croc einzubauen und ihnen wichtige Schlüsselrollen zukommen zu lassen. Nebenbei werden auch neue Figuren kreiert. Die von Lapham meisterhaft komponierten und bitterbös modellierten Gedankengänge gehen mit den Bildern von Bachs eine einzigartige Symbiose ein. Der Horror ist wieder zurück in Batmans Welt! Die 12-telige Story (plus Prolog) erscheint endlich zusammengefasst in einem Band. Auch fast zehn Jahre nach ihrem ersten Erscheinen ist die Geschichte immer noch atemberaubend zu lesen. In der monatlichen Batman-Heft-Serie (von 2005 bei Panini) war sie schon einmal über die Hefte 9 bis 21 verteilt veröffentlich worden – aber in einem Rutsch gelesen entfaltet dieses Epos all seine Wucht und es fällt leicht, ganz in diesen Moloch einzutauchen und dort zu verschwinden…

Norbert Elbers

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Süße Versuchung

Als 2009 „Sonnenfinsternis“ bei Splitter erschien, war dies eine echte Überraschung und das nicht nur, weil inmitten großformatiger farbiger Fantasy-Comics plötzlich eine schwarzweiße Beziehungs-Tragikomödie veröffentlicht wurde. Die von den beiden Franzosen Jim und Fane gemeinsam geschriebene und in einem wilden spontanen Stil zu Papier gebrachte Geschichte fesselte den Leser über ihre volle Länge von knapp 300 Seiten.

Süße Versuchung

Splitter veröffentlichte daraufhin weitere Comics von Jim alias Thierry Terrasson, wie etwa die zweibändige von ihm im Alleingang realisierte Geschichte „Eine Nacht in Rom„. Bei „Süße Versuchung“ hingegen fungierte Jim, genau wie schon bei „Die Einladung„, ausschließlich als Autor. Für die sehr dekorativen und aufwendig am Computer kolorierten Bilder sorgte der 1980 in Grenoble geborene Grelin. Dessen auch in einem Sketchbook bei „Comix Buro“ veröffentlichten Zeichnungen von Frauen, die „sexy aber auch etwas unnahbar“ wirken“, inspirierten Jim zu einer Geschichte über „Versuchung, Begehren und Besitzstreben“.

Das Titelbild von „Süße Versuchung“ zeigt eine junge Frau, die den Betrachter etwas unsicher anblickt und gerade ihre bequemen Turnschuhe gegen hochhackige Sandalen getauscht hat. Hierbei handelt es sich um die etwas schüchterne Studentin Calista, die im luxuriösen Appartement des gut situierten Ehepaars Jean und Ines als Babysitterin jobbt. Durch ihre leichtlebige Freundin Anna wird Calista auf die Idee gebracht Jean zu verführen um anstelle von Ines mit Jean in der Luxus-Bude zu wohnen. Calista lässt sich schließlich sogar auf eine Wette mit Anna ein, in der es darum geht, wer Jean zuerst verführt hat. Aus dem Spiel wird recht bald Ernst…

Jim erzählt eine Geschichte aus einer Welt in der Männer wenig mehr sind, als leicht manipulierbare Spielkameraden attraktiver Frauen. Zynisch ist die Story jedoch nicht, denn Jim trotz ihr noch ein hochmoralisches Ende ab. Grelins Zeichnungen sind ziemlich spektakulär, vor allem wenn bedacht wird, dass er hauptsächlich alltägliche Situationen abbildet, die jedoch häufig erotisch aufgeladen sind. „Süße Versuchung“ ist das Comic-Gegenstück zu einer gut besetzten und versiert in Szene gesetzten leicht gesellschaftskritischen französischen Filmkomödie.

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Die letzten Tage der Menschheit

Zwar hat Reinhard Pietsch in seiner Jugend „die üblichen Comics“ gelesen, doch erst als er „Zahra’s Paradise“ für den Knesebeck Verlag übersetzte, wurde ihm klar was für erzählerische Möglichkeiten das Medium Comic zu bieten hat. Dadurch kam er auf die Idee „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus zu adaptieren und als Comic umsetzten zu lassen.

Die letzten Tage der Menschheit

Karl Kraus schrieb sein Mammutwerk von 1915 bis 1922. Das aus 220 lose zusammenhängenden Szenen bestehende „nicht aufführbare Theaterstück“ entstand direkt unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs und ist eine Chronik des damals (und leider auch noch heute herrschenden) Wahnsinns. Direkte Eindrücke von den Kämpfen sucht der Leser vergebens. Kraus ist eher an den Hinterzimmern der Macht – aber auch an den Meinungen der Besserwisser an der Heimatfront – interessiert, denn „die Bomben fallen immer anderswo – das Leben geht scheinbar weiter wie gewohnt“.

Die letzten Tage der Menschheit

Mit dem äußerst agilen David Boller („AÏR – Der Aufstand„) fand Pietsch einen mehr als geeigneten Zeichner, der sowohl bereit war in der Historie zu recherchieren als auch darum zu kämpfen, dass der Comic nicht zu wortlastig wurde. In jenem schönen klaren Schwarzweiß-Stil, der schon seinen biographischen Comic „Ewiger Himmel“ zu einem großen Lesevergnügen machte, brachte David Boller „Die letzten Tage der Menschheit“ zu Papier. Die beim Münchner Utz Verlag erschienene Ausgabe verfügt darüber hinaus noch über ein umfangreiches Glossar und sei allen Freunden anspruchsvoller Comic-Literatur ans Herz gelegt.

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Saga 2

Weiter geht es mit der neuen bereits mehrfach preisgekrönten Erfolgsserie von Brian K. Vaughan. Der Autor von “Y – The Last Man“ und „Ex Machina“ lässt hier das galaktische Mischlingskind Hazel eine romantische Science-Fiction-Saga erzählen. Hazels Eltern Alana und Marko gehören zwei unterschiedlichen Alien-Völkern an. Beide haben zwar menschliche Körper, doch während sie über seltsame fledermausartige (aber eigentlich viel zu kleine) grüne Flügel verfügt, hat er nicht nur spitze Elfen-Ohren sondern auch noch Hörner wie ein Widder.

Saga 2

Im zweiten „Saga„-Sammelband von Cross Cult wird nicht nur die spannende Geschichte der verfolgten frischgebackenen Eltern weiter erzählt, sondern auch in Rückblenden geschildert, wie sich Alana und Marko kennenlernten. Das ständig wachsende Ensemble von interessanten Außerirdischen mit Hang zu irdischen Klamotten wird diesmal noch ergänzt um den zyklopischen Erfolgsautor D. Oswald Heist, dessen Roman „Night Time Smoke“ Alana und Marko Markos zusammenbrachte. Außerdem lernen wir Markos besorgte und vielfältig begabte Eltern kennen, sowie dessen Ex-Freundin Gwendolyn, die sich dem Kopfgeldjäger Der Wille anschließt. Vaughan gelingt es dabei die Verfolger fast genauso sympathisch wirken zu lassen wie das junge Liebespaar.

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Dieser schön aufgemachte Hardcover-Band enthält die nur geringfügig verkleinerten US-Hefte 7 bis 12 der Serie „Saga„, die die Kanadierin Fiona Staples wieder in einem sehr lässigen Stil äußerst farbenfroh zu Papier gebracht hat. Als Bonus gibt es noch einige Skizzen sowie ein Porträt von Brian K. Vaughan. Man darf mehr als gespannt sein wie es mit Alana, Marko und der kleinen Hazel weiter geht.

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