Walt Disney: Die Kühe sind los

Die arme Kuh Maggie hat es schon einmal erlebt: Plötzlich über Nacht sind alle ihre Artgenossen von der Farm verschwunden und ihr Viehzüchter kann nur noch Konkurs anmelden. Maggie wird von der Rancherin Pearl gekauft und auf deren Farm scheint alles in bester Ordnung zu sein. Doch plötzlich taucht der Sheriff auf und fordert Pearl auf ihre Schulden von 750 Dollar zu begleichen, sonst droht auch ihrer Farm die Zwangsversteigerung. Maggie stiftet ihre Mitkühe, die etwas einfältige Grace und die würdevolle Mrs. Caloway an, gemeinsam den berüchtigten Viehdieb Alameda Slim zu fangen, denn auf dessen Kopf ist eine Belohnung von 750 Dollar ausgesetzt.

Walt Disney: Die Kühe sind losWenn dann herauskommt, was der ruchlose Alameda Slim beim Viehdiebstahl für gemeine Tricks verwendet, so ist dies nicht nur der stärkste Moment des Filmes, sondern möglicherweise sogar die beste Szene in einem nach Walt Disneys Tod entstandenen Disney-Zeichentrickfilm. Alameda Slim ist ein begnadeter Jodel-Sänger und mit seinem Lied “Yodel-Adle-Eedle-Idle-Oh“ hypnotisiert er ganze Viehherden. Die Regisseure Finn und Sanford wollten aus dieser Sequenz “die farbenprächtigste Szene in einem Disney-Film überhaupt“ machen und bei der “Rosa Elefanten-Parade“ aus “Dumbo“ mithalten. Das ist ihnen zweifelsohne gelungen.

Walt Disney: Die Kühe sind los

Auch ansonsten ist der Film sehr viel entspannter als so mancher zuvor entstandener “großer“ Disney-Zeichentrickfilm wie etwa “Der Schatzplanet“ oder “Bärenbrüder“, in denen entweder optisch überwältigt oder hemmungslos Sentimentalitäten herausgeschunden werden sollte. Somit steht der Film in der Tradition von den etwas leichtfüßigeren Disney Filmen wie “Ein Königreich für ein Lama“ oder “Lilo & Stitch“. Doch dank der kräftigen Farben, des cartoonhaften Stylings von Figuren und Hintergründen und des oft etwas anarchistischen Humors fließen auch die Traditionen der unberechenbaren Trickfilme von Chuck Jones und Tex Avery mit ein. Es bleibt zu hoffen, dass Disney uns künftig auch weiterhin mit sympathisch-unangestrengte Zeichentrickfilme wie diesen hier überrascht.

Walt Disney: Die Kühe sind los

Mittlerweile liegt der Film auch auf Blu-ray vor, als Bonus gibt es; Zusätzliche Szenen kommentiert von den Regisseuren (14:57 min) und ein Making Of (16:40 min).

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Walt Disney: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren

Es ist sehr erfreulich, dass es nicht nur bei Pixar, sondern mittlerweile auch bei Disney wieder Tradition ist, dem großen abendfüllenden Trickfilm einen kurzen Cartoon voranzustellen.

Walt Disney: Die Eiskönigin - Völlig unverfroren

Zum 85. Geburtstag von Disneys Wappentier kehrt Micky Maus an seinen Geburtsort – die große Leinwand – zurück. Der köstliche 7-minütige Micky Maus Film “Get a Horse!“ beginnt wie ein schwarzweißer Disney-Trickfilm aus den 20er Jahren, was sich auch dadurch bemerkbar macht, dass Kater Karlo hier noch ein Holzbein hat. Doch schon recht bald wird die Leinwand gesprengt, einige plötzlich farbige Figuren hüpfen dem Zuschauer plastisch entgegen und der Film wird zu einer ebenso wilden wie traditionsbewussten Geburtstagsparty.

Get a Horse!
Get a Horse!

Der Hauptfilm ist eine nicht ungeschickte Variante von Hans Christian Andersens Märchen “Die Schneekönigin“. Dieses war bereits 1959 die Grundlage für einen von Lev Atamanov inszenierten aufwändig animierten russischen Zeichentrickfilm, der sich nicht hinter den Disney-Klassikern verstecken muss. Wohl auch daher wurden für Disneys 53. Animationsfilm nur Fragmente aus Andersens ganz schön finsterer Geschichte übernommen.

Walt Disney: Die Eiskönigin - Völlig unverfroren
Zentrale Figuren sind jetzt nicht mehr die Geschwister Kay und Gerda, sondern die Prinzessin Anna und ihre drei Jahre ältere Schwester Elsa. Letztere verfügt über Zauberkräfte und verletzte die kleine Anna beim spielerischen Umgang damit. Als dann auch noch die Eltern bei einem Schiffsuntergang ums Leben kommen ist Elsa gänzlich traumatisiert und kapselt sich völlig ab. Auf ihrer Krönungszeremonie kommt es zur Katastrophe und Elsa, die alles bei Berührung in Eis verwandelt, flüchtet in die verschneite Wildnis. Daraufhin herrscht ewiger Winter im Königreich Arendell. Anna macht sich auf die Suche nach ihrer Schwester. Hilfe findet sie beim eigenwilligen Naturburschen Kristoff, seinem Rentier Sven und dem (in der deutschen Fassung von Harpe Kerkeling gesprochenen) Schneemann Olaf, dem noch nicht restlos klar ist, was ihm blüht, wenn endlich wieder Sommer ist…

Walt Disney: Die Eiskönigin - Völlig unverfroren

Die eisige norwegische Landschaft ist ein prachtvoller Hintergrund für eine romantisch-spannende Geschichte, die durch gute Gageinlagen aufgelockert wird und im großen Finale noch einige Überraschungen zu bieten hat. Inszeniert wurde der Film vom erfahrenen Trickfilmer Chris Buck (“Tarzan“, “Könige der Wellen“) gemeinsam mit Jennifer Lee, die bereits bei “Ralph reichts“ als Autorin an Bord war und das Drehbuch zu “Die Eiskönigin“ schrieb. Durch die etwas arg kompliziert zusammengebastelte Geschichte sowie einige eher entbehrliche Gesangseinlagen wird nicht ganz die Klasse des nahezu perfekt in Szene gesetzten Disney-Märchenfilm “Rapunzel – Neu verföhnt“ erreicht. Doch dafür schlägt “Die Eiskönigin“ Pixars nicht unähnliches Mädchen-Fantasy “Merida – Legende der Highlands“ um Längen.

Walt Disney: Die Eiskönigin - Völlig unverfroren

Mittlerweile liegt der Film auch auf Blu-ray vor, als Bonus gibt es: Den Micky Maus Kurzfilm “Get a Horse!“ (6:00 min), eine recht lustige gesungene Einleitung zum Making Of (3:18 min), Walt Disney & Hans Christian Andersen (7:28 min), zusätzliche Szenen als Storyboard-Zeichnungen (6:51 min), Musikvideo “Let it go“ in verschiedenen Sprachen (15:42 min) und US-Trailer (1:32 min)

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Karl May Shatterhand Box

Der erste Karl May-Western „Der Schatz im Silbersee“ entwickelte sich zu einem gewaltigen Kassenknüller und begründete die erfolgreiche Winnetou-Filmserie. Dies wurmte den Produzenten Arthur Brauner ein wenig, denn eigentlich war Horst Wendland, der Produzent dieser Filme, ja ein ehemaliger Lehrling und Mitarbeiter von ihm. Daher beschloß Brauner sich an den Erfolg dieser Reihe zu hängen, genau wie er es zuvor schon bei Wendlands Edgar Wallace-Filmen mit „Der Fluch der gelben Schlange“ getan hatte.

Karl May Shatterhand Box

Brauner sicherte sich den Titel „Old Shatterhand“, konnte Lex Barkers für die Titelrolle verpflichten und steckte schon wenige Tage nach dem Start von „Der Schatz im Silbersee“ mitten in den Vorbereitungen für einen eigenen Karl May-Western. Nachdem Wendland den Film nicht mehr bremsen konnte ließ er zur Schadensbegrenzung zu, dass weitere Darsteller und die Kostüme seiner Erfolgsserie übernommen werden durften. Brauner wiederum konzentrierte sich anschließend daraufhin Karl May-Abenteuer wie „Der Schut“, die nicht im Wilden Westen spielen zu verfilmen, doch 1968 war er es, der die Reihe mit „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ beendete.

Karl May Shatterhand Box

Old Shatterhand“ kam 1964 als dritter Karl May-Western in die Kinos und war ein voller Erfolg. Mit Produktionskosten von 5 Millionen Mark handelte es sich um den mit Abstand aufwendigsten Film der Reihe. Zwar vermissten viele May-Fans Motive aus den Romanen ihres Lieblingsautors, doch gerade die Tatsache, dass der Film einen „realistischeren“ Look als die anderen „Winnetou„-Filme hat und es deutlich härter zur Sache geht, sprechen für den Film. Auch der gelungene Soundtrack von Riz Ortolani hebt sich deutlich von Martin Böttchers romantischer Musik ab und liefert den passenden Hintergrund für eine Tanzszene bei der Rast eines Wagen-Trecks, die mehr als deutlich an die Western von John Ford erinnert.

Karl May Shatterhand Box

Mittlerweile liegt „Old Shatterhand“ gemeinsam mit „Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten“ in einer „Shatterhand-Box“ auch auf Blu-ray vor. Hierfür wurde auf den Dolby 5.1 Remix, die deutschen Untertitel und so manches Extra wie die Trailer zu “Old Shatterhand“ verzichtet. Doch die gute Bildqualität – “Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ wurde zuvor auf DVD nicht in voller Breite und auch nicht anamorph präsentiert – sowie die interessante neu Doku sprechen für diese Neuauflage.

Karl May Shatterhand Box

Extras der Shatterhand-Blu-ray-Box: Ein neu produziertes interessantes Making Of (17:41 min); Wochenschaubericht über Daliah Lavi (2:24 min); Trailer zu „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ (4:05 min) in sehr mäßiger Bildqualität

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HOUSE OF CARDS – Das britische Original

Fast ein Vierteljahrhundert bevor Kevin Spacey in der US-Serie “House of Cards“ als demokratischer Kongressabgeordneter Francis “Frank“ Underwood sein intrigantes Unwesen trieb, entstand bereits eine gleichnamige britische Serie, die auf der selben Romanvorlage basiert. Michael Dobbs war Berater, Redenschreiber und Stabschef von Margret Thatcher. Seine Erfahrungen verarbeitete er zum Polit-Thriller “House of Cards“, der so erfolgreich war, dass er die Fortsetzungen “To Play the King“ und “The Final Cut“ nach sich zog.

HOUSE OF CARDS - Das britische Original

Ähnlich verlief es mit der vierteiligen BBC-Mini-Serie “House of Cards“ in der 1990 Ian Richardson in der Rolle des nicht mehr ganz jungen konservativen britischen Politikers Francis Ewan Urquhart brilliert. Dieser gilt bei seinen Parteikollegen als blass und ambitionslos, spielt sie jedoch so geschickt und rücksichtslos gegeneinander aus, dass er schließlich Premierminister wird. Richardson spricht immer wieder den Zuschauer direkt an (“Gleich beginnt die Fragestunde der Opposition, das ist fast so als wenn man von einem Hamster überfallen wird.“) und macht diesen dadurch zum Komplizen. Abgerundet wird dieses interessante Konzept noch durch immer wieder zwischen die Handlung geschnittene Aufnahmen von Ratten, die vor markanten Gebäuden in London herumrennen.

HOUSE OF CARDS - Das britische Original

Die BBC verfilmte nach dem Erfolg von “House of Cards“ auch die beiden weiteren Bücher von Michael Dobbs, die zugehörigen Miniserien sind ebenfalls bei Ascot Elite erschienen. 1993 folgte “To Play the King“ (“Um Kopf und Krone“), hier bekommt es der zynische Premier Urquhart mit dem idealistischen König (Michael Kitchen) zu tun, kaum verschlüsselt ist hier zweifelsohne Prinz Charles gemeint. Dessen tatsächlich selbstlosen Bestrebungen Großbritannien besser und menschlicher zu machen, hat der Polit-Profi Urquhart (zunächst) nur wenig entgegen zu setzen. In Sachen Dramatik und messerscharfer Dialoge kann diese vierteilige Miniserie locker bei der ersten Staffel mithalten.

HOUSE OF CARDS - Das britische Original1995 schließlich entstand unter dem Titel “The Final Cut“ (“Das letzte Kapitel“) der wieder vierteilige Abschluss von BBCs Trilogie. “House of Cards“. Am Anfang der Geschichte wohnt der amtierende Premierminister Francis Urquhart dem Begräbnis von Maggie Thatcher bei. Er heuchelt Trauer, träumt jedoch davon länger im Amt als zu bleiben als die “Eiserne Lady“, die Großbritannien 11 Jahre regierte. Doch ganz so leicht wie sonst,fällt es Urquhart diesmal nicht, sein politisches Umfeld durch Intrigen zu kontrollieren. Einen mächtigen Gegner hat er im Außenminister Tom Makepeace, der von dem aus “Jäger des verlorenen Schatzes“ bekannten Paul Freeman dargestellt wird. Auch Diane Fletcher als Urquharts Gattin Elizabeth spielt diesmal eine deutlich aktiviere Rolle und erinnert in ihrer Durchtriebenheit an Robin Wright die in der US-Version von “House of Cards“ ihrem manipulativen Ehemann in nichts nachsteht.

Dank des Erfolges dieser US-Variante mit Kevin Spacey kommen wir auch endlich in den Genuss des Originals. Die 2 DVDs oder die eine Blu-ray der einzelnen Staffeln stecken in schönen Pappschubern, das FSK-Zeichen ist auf der Umverpackung, (Voll-) Bild- und Tonqualität sind voll in Ordnung, Bonusmaterial gibt es leider keins. Mittlerweile liegt auch eine Gesamtedition der BBC-Serie auf 6 DVDs oder 3 Blu-rays vor.

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Thor – The Dark Kingdom

Kenneth Branaghs “Thor“ war nicht gerade der Hammer unter den Marvel-Superhelden-Filmen. “Captain America“ und vor allem die Iron Man Filme mit Robert Downey jr. gerieten um einiges unterhaltsamer. Auch unter den sich erfolgreich auf der Leinwand versammelnden “Avengers“ wirkte der von Chris Hemsworth verkörperte nordische Gott mit seinem Hammer und der wallenden blonden Mähne etwas albern. Nicht ganz zu Unrecht musste er sich von Downey jr. alias Iron Man die Frage gefallen lassen, ob hier vielleicht von ihm “Shakespeare im Park“ gespielt werde.

Thor – The Dark Kingdom

Von daher waren die Erwartungen entsprechend niedrig bei “Thor – The Dark Kingdom“ (keine Ahnung, warum hier der Originaltitel “Thor – The Dark World“ geändert wurde). Doch oh Wunder, das Ding geht ab wie eine Rakete und wirkt so als wenn in Branaghs “Thor“ einige bei der Zubereitung etwas übel riechende Ingredienzien angerührt wurden, die zwei Jahre später dann überraschenderweise doch noch ein äußerst schmackhaftes Festmahl ergeben haben. Fast alle Darsteller des ersten Filmes sind wieder versammelt. Einzige und nicht wirklich bedeutende Ausnahme ist der jetzt von Zachary Levi verkörperte an Robin Hood erinnernde Thor-Kumpel Fandral, den zuvor Joshua Dallas gespielt hatte.

Thor – The Dark Kingdom

Mit einer fast schon unglaublichen Leichtigkeit mixt der TV-Veteran Alan Taylor – er inszenierte Episoden zu Erfolgsserien wie “Sex and the City“, “Mad Man“ oder “Game of Thrones“ – schwülstige Heroic Fantasy mit Romantic Comedy. Das rasant in Szene gesetzte Resultat ist niemals albern, oftmals sehr komisch (etwa wenn Thor seinen Hammer in der Londoner Bude seiner Flamme Jane an der Garderobe aufhängt), manchmal sogar richtig dramatisch (hierfür ist hauptsächlich Rene Russo als Thors Mutter Frigga zuständig) und insgesamt unglaublich unterhaltsam.

Thor – The Dark Kingdom

Schon nach kurzer Zeit ist es bei soviel Spaß völlig egal worum es eigentlich geht, anscheinend stehen hier – bedroht durch Dunkelelfen – mindestens neun Welten kurz vor dem Untergang. Chris Hemsworth, der zuvor auch schon in Ron Howards Rennfahrer-Drama „Rush“ völlig unerwartet plötzlich schauspielerische Qualitäten zeigte, ist ein überzeugender Leading Man.

Thor – The Dark Kingdom

Natalie Portman fühlt sich sichtlich wohl an Hemsworths Seite, während ihre Kollegin Kat Dennings als leicht nerdige Assistentin Darcy die besten Momente des ganzen Filmes hat. Halt stopp, das stimmt nicht ganz, denn der absolute Knaller in einen an Höhepunkten nicht eben armen Film ist Stellan Skarsgårds („River„) gänzlich unbekleideter Amoklauf durch die Ruinen von Stonehenge.

Thor – The Dark Kingdom

Im Heimkino geht der Spaß dann noch weiter, vor allem auf Blu-ray. Hier gibt es als Extras einen wahlweise deutsch untertitelten Audiokommentar mit Regisseur Alan Taylor, Produzent Kevin Feige und Loki-Darsteller Tom Hiddleston. Außerdem noch „Hinter den Kulissen“-Berichte (insgesamt 31:39 min), zusätzliche und erweiterte Szenen (7:49 min, wahlweise mit Regie-Kommentar) Pannen vom Set (3:30 min), Bericht über den Soundtrack von Brian Tyler (5:21) und eine Vorschau auf „The Return of the first Avenger“ (3:35 min).

mandarin Thor – The Dark Kingdom

Der Höhepunkt des Bonusmaterials ist jedoch zweifelsohne ein eigens für die Blu-ray von “Thor – The Dark Kingdom“ produzierter knapp 14-minütiger Kurzfilm aus der Reihe MARVEL ONE-SHOT. Im Zentrum von “All Hail the King“ steht Trevor Slattery alias “Der Mandarin“, so lautet auch der deutsche Titel des leider für die Blu-ray-Veröffentlichung nicht synchronisierten Kurzfilms. Ben Kingsley übernahm hier wieder die Rolle des Schauspielers, der in “Iron Man 3“ den Auftrag bekam einen Super-Schurken zu spielen und sorgt auch im Kurzfilm für einige Lacher. Am Ende des Filmchens gibt es noch ein paar überraschende Wendungen sowie einen lustigen Gastauftritt. Es ist großartig, dass Marvel/Disney so tolle Goodies für die Fans produziert!

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Manchmal kommen Sie wieder

Viel zu spät erkennt Jim Norman, daß die Rückkehr in seine Heimatstadt eine zweite Tragödie herausfordert. Vor mehr als 20 Jahren mußte er mit ansehen, wie sein Bruder von Halbstarken in einem Tunnel erstochen wurde. Die Flucht der Mörder konnte er vereiteln und ein heranbrausender Zug zermalmte sie. Jetzt muß er als Lehrer hilflos miterleben, wie drei seiner Schüler auf mysteriöse Weise sterben. Ihre Plätze in der Klasse nehmen die eigentlich schon seit 20 Jahre toten Halbstarken ein. Diese Mörder von einst haben noch eine Rechnung offen…

Manchmal kommen sie wieder

Die Vorlage für diesen Film stammt aus Stephen Kings Kurzgeschichten-Sammlung “Nachtschicht“ und eigentlich sollte die Story bereits 1985 ein Teil des Episoden-Films “Katzenauge“ werden. Doch Produzent Dino De Laurentiis fand, dass die Geschichte genügend Potential für einen eigenen Film hat. Dieser entstand 1991 und lief in den USA im Fernsehen, während er bei uns sogar im Kino gezeigt wurde. „Manchmal kommen Sie wieder“ war immerhin so erfolgreich, dass 1996 und 1998 zwei direkt für den Videomarkt produzierte Fortsetzungen entstanden, wobei letztere die Geschichte auf eine US-Militärbasis in der Antarktis verlegte.

Manchmal kommen Sie wieder

Wie dem auch sei, der erste Film von 1991 ist ein solider kleiner Grusler, der eine spannende Geschichte sehr solide und mit guten Darstellern erzählt. Während Brooke Adams aus David Cronenbergs “Dead Zone“ bereits “Stephen King Erfahrung“ mitbrachte, war Tim Matheson aus Filmen wie “Ich glaub mich tritt ein Pferd“, Steven Spielbergs “1941“ und natürlich dem Klassiker “Das turbogeile Gummiboot“ eher als Komödiant bekannt.

Manchmal kommen Sie wieder

Koch Media präsentiert “Manchmal kommen Sie wieder“ stylisch in einer schwarzen Blu-ray-Hülle und wahlweise im Format 16:9 oder 1:2,35. Bonusmaterial: Galerie mit 23 Bildern, Deutscher Trailer (2:20 min), US-Trailer (2:29 min), Wendecover

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Der große Bluff

Mit “Der große Bluff“ präsentiert Koch Medias “Edition Western Legenden“ in der Tat einen Klassiker des Genres. Dieser im selben Jahr wie John Fords Western-Meilenstein “Stagecoach“ entstandene Film war aber auch wichtig für die weitere Karriere von zwei der größten Hollywood-Stars.

Der große Bluff

Marlene Dietrich, die zuvor meist aufgestylt mit Schlafzimmerblick durch schwülstige Melodramen stolzierte, spielt hier die gut geerdete Rolle einer moralisch nicht ganz einwandfreien Saloon-Sängerin. Zur Taktik des Neustarts von Marlenes Image gehörte vielleicht auch, dass die deutsche Diva hier den französisch anmutenden Namen “Frenchy“ trägt. Mit viel Ironie und sich ihrer Wirkung auf das männliche Publikum voll bewusst, schmettert La Dietrich zukünftige Evergreens wie „You’ve Got That Look“ oder „See What the Boys in the Back Room Will Have“. Die Jungs im Publikum haben dabei ganz sicher ihren Spaß, Mischa Auer (“Casablanca“) in der Rolle des Trottel vom Dienst reagiert auf Marlenes erotische Gesangs-Performance fast so wuschig wie Tex Averys Zeichentrick-Wölfe in den klassischen MGM-Cartoons.

Der große Bluff

Das zweite große Plus des Films ist James Steward in einer seiner besten frühen Rollen, der als scheinbar harmloser Bürger Thomas Jefferson Destry Jr. ins verruchte Örtchen Bottleneck kommt. Nicht einmal eine Knarre hat dieser Sohn einer Western-Legende dabei, er scheint es eher darauf angelegt zu haben seine Gegner durch Geschichten die immer mit “Ich kannte mal einen Mann, der…“ beginnen, zu Tode zu langweilen. Doch wenn es hart auf hart kommt, ist auch Destry hart!

Der große Bluff

Koch Media hat sich bei der Blu-ray-Edition von “Der große Bluff“ besonders viel Mühe gegeben. Noch nie sah der Film so gestochen scharf aus, neben der Originalfassung sind auch noch gleich drei verschiedene deutsche Synchronisationen von 1947, 1987 und 2006 enthalten. Die Buchhülle ist auch sehr hübsch geworden und der leidige FSK-Aufkleber lässt sich problemlos rückstandsfrei entfernen.

Der große Bluff

Bonusmaterial: Eine live aufgenommene Radiohörspielfassung von “Der große Bluff“ aus dem Jahre 1945 in der James Steward wieder als Thomas Jefferson Destry Jr. zu hören ist und Joan Blondell die Rolle von Marlene Dietrich sprach (54:17, ohne deutsche Untertitel), Galerie mit Fotos, Plakaten und Werbematerial (12:23 min),Booklet mit einem Text von Hank Schraudolph

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ASTERIX: DAS GESCHENK CÄSARS – ULTIMATIVE EDITION

Die 1974 zuerst in der französischen Zeitung Le Monde als Fortsetzung vorabgedruckte 21. Asterix-Geschichte spielt fast ausschließlich in der näheren Umgebung des kleinen Dörfchens. Dieses hat Cäsar dem nicht sonderlich diensteifrigen Legionär Keinentschluss zu seiner Pensionierung “geschenkt“, doch dieser besäuft sich gleich nach der Entlassung aus der römischen Legion und bezahlt die Zeche mit dem gallischen Dorf.

Asterix Das Geschenk Cäsars

Der Gastwirt Orthopädix bricht daher mit Gattin Gelatine und Tochter Zechine nach Gallien auf, um sein Besitztum zu übernehmen. Doch bei den Bewohnern des Dorfes erntet er nur Gelächter als er mit seiner in Stein gemeißelten und von Cäsar unterschriebenen Besitzurkunde herumfuchtelt. Häuptling Majestix meint nur: “Man kann gar nicht verschenken, was einem nicht gehört! Julius Cäsar ist im Besitz ganz Galliens mit Ausnahme dieses Dorfes!“.

Dennoch bietet Majestix dem Gastronomen an sich niederzulassen, da es im Dorf noch keine Taverne gibt. Das Haus, das Orthopädix mit seiner Familie bezieht, liegt neben der Hütte des Fischhändlers Verleihnix und daher riecht es dort etwas streng. Dies aber auch das arrogante Verhalten der Häuptlingsgattin Gutemine bewirkt bei Gelatine, dass sie ihren Gatten Orthopädix bedrängt doch Häuptling anstelle des Häuptlings zu werden. Bei dem daraus resultierenden Wahlkampf-Getümmel wird fast übersehen, dass die Römer sich mit neuen Kriegsgeräten zum Angriff auf das Dorf rüsten…

Rene Goscinny schickt unsere Gallier hier nicht auf eine Reise sondern erzählt die an allen Ecken humorvoll menschelnde Geschichte eines gut nachvollziehbaren Konfliktes, der gegen Ende (nicht völlig unerwartet) in eine turbulente Prügelei und ein großes Festbankett unter freiem Himmel mündet. Uderzos detailreich ausgeführten Bilder kommen in der großformatigen prachtvoll neu kolorierten Ultimativen Edition bestens zur Geltung. Diese nun fast komplett vorliegende Asterix-Gesamtausgabe ist ideal zur Erst- oder Wiederbegegnung mit dem Comic-Klassiker.

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BRUCE J. HAWKER. GESAMTAUSGABE 2

Die im zweiten und letzten Band von Splitters “Bruce J. Hawker Gesamtausgabe“ veröffentlichten vier albumlangen Geschichten hat der begnadete belgische Zeichner Vance (“Bruno Brazil“, “XIII“) nicht mehr im Alleingang gestaltet. Er holte sich den Szenaristen André-Paul Duchâteau an Bord, der ihm bereits beim dritten Bruce J. Hawker Album “Press Gang“ unterstützend zur Seite stand und Vance anonym auch bei Comics der Serie “Ringo“ und “Ramiro“ aushalf.

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Duchâteau dürfte am bekanntesten sein, für die verzwickten Kriminalfälle, die er sich für die langlebige Serie “Rick Master“ ausdachte. Seine Geschichten für Bruce J. Hawker sind leider ähnlich kompliziert ausgefallen, ignorieren liebgewonnene Figuren wie die schöne Zigeunerin Rawena und schlimmer noch, sie geben Vance nur sehr wenig Möglichkeiten, das zu zeichnen was er wie wohl kein Zweiter beherrscht. Duchâteau macht aus Hawker, dem Leutnant der Royal Navy, eine Landratte und gibt Vance dadurch viel zu selten – wie im atemberaubenden Auftakt des Albums “Das Puzzle“ – die Möglichkeit Schiffe auf sehr hoher See und Menschen kurz vor dem Ertrinken unglaublich mitreißend in Szene zu setzten.

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Doch abgesehen davon, dass die sich auch an ein erwachsene Leser wendenden Geschichten eher kompliziert als spannend ausgefallen sind, kann auch dieser schön aufgemachte Hardcover-Band gefallen, denn neben vier albumlangen Geschichten, enthält er noch Berichte, Skizzen, Titelbilder sowie einige interessante Short Stories. Am schönsten ist wohl der letzte Zweiseiter “Top Secret“, der enthüllt wer die Chronik von Bruce J. Hawker in (Comic-) Wirklichkeit gezeichnet hat.

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Der Fall E. P. Jacobs

Bei Carlsen erschien bereits – in immer neuen erweiterten Auflagen – die Comic-Biographie “Die Abenteuer von Hergé“ von Jose-Luis Bocquet, Jean-Luc Fromental und Stanislas. Obwohl es sich dabei um alles andere als eine unkritische Bejubelung des Schöpfers von „Tim und Struppi“ handelt, verlegte sie dessen deutscher Hausverlag. Eine gar nicht so kleine Rolle in dieser Comic-Biographie spielte – genau wie auch im Leben von Hergé – ein gewisser Edgar Pierre Jacobs, dessen Serie “Blake und Mortimer“ ebenfalls von Carlsen herausgebracht wird.

Der Fall E. P. Jacobs

Auch daher liegt dort jetzt eine gezeichnete Biographie von E. P. Jacobs vor, in der natürlich auch Hergé auftritt. Dieser setzte den vielseitig begabten Jacobs in den Vierziger Jahren gerne als Mitarbeiten bei “Tim und Struppi“ ein, verweigerte ihm jedoch die eigentlich berechtigte Nennung als Ko-Autor. Daraufhin widmete sich Jakobs ausschließlich eigenen Projekten und feierte große Erfolge mit seiner Serie “Blake und Mortimer“, die – im Gegensatz zu “Tim und Struppi“ – auch nach dem Tode ihres Schöpfes noch heute von wechselnden Teams fortgeführt wird.

Der Fall E. P. Jacobs

Dennoch erscheint “Ein Leben für den Comic“ als Untertitel eines Buches über jemanden der nicht nur als Zeichner sondern auch als Opernsänger Beachtliches geleistet hat als nicht ganz passend gewählt. Auf dem Cover der französischen Originalausgabe heißt es “Une vie en Bande Dessinée“, was vielleicht treffender mit “Ein Leben im Comic“ übersetzt worden wäre.

Der Fall E. P. Jacobs

Noch stärker als Stanislas in “Die Abenteuer von Hergé“ orientiert sich Louis Alloing (“In der Sekte: Mein Leben in Scientology“) bei seiner Bebilderung an dem Stil des porträtierten Zeichners. In seinen oft sehr großen Panels trifft Alloing recht gut Jacobs‘ Mischung aus Ligne Claire und detailfixierten Realismus. Der Autor Rodolphe (“Kenya“) hingegen folgt in seinem Erzählstil (zum Glück) nur bedingt den Vorgaben von Jacobs, denn er fülllt die Sprechblasen nicht bis zum Bersten mit Texten. Abgerundet wird diese gelungene Comic-Biographie noch durch ein Gespräch mit Rodolphe und Skizzen von Louis Alloing.

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