JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Ian Flemings zwölfter und letzter 007-Roman erschien acht Monate nach dem Tode des Autors. Er beginnt wieder als Fortsetzung des vorherigen Buches. Am Ende von “Man lebt nur zweimal“ hatte James Bond in Folge eines gefährlichen Einsatzes in Japan gegen seinen Erzfeind Blofeld das Gedächtnis verloren. Da er sich noch erinnert, dass er irgendetwas mit Russland zu tun hatte, begab er sich dorthin.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Der KGB wäscht dem Agenten das Gehirn und als 007 nach London zurückkehrt, versucht er seinen Chef M mit einer Giftpistole zu töten. Doch der Anschlag misslingt und nach einer intensiven Elektroschock-Behandlung ist Bond fast wieder ganz der Alte. Zur völligen Wiederherstellung fehlt nur noch eine nahezu unmögliche Mission. Daher wird 007 damit beauftragt den gefährlichsten Hitman Francisco “Pistol“ Scaramanga zu töten. Auf Jamaika kommt es zum Showdown, doch zuvor gelingt es Bond noch zu verhindern, dass die Mafia gemeinsam mit den Russen die westliche Welt ins Chaos stürzt.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT
Erstausgabe von 1965

Für die 1974 entstandene Verfilmung wurde recht wenig aus dem Roman übernommen. Doch Christopher Lee – ein entfernter Verwandter von Ian Fleming – kommt dem im Buch beschriebenen „Mann mit dem goldenen Colt“ recht nahe. Der Roman erzählt eine etwas weniger spektakuläre Geschichte, ist jedoch mindestens ebenso spannend und auch als Zeitdokument interessant. So vergisst James Bond seine Sorgen, wenn er in John F. Kennedys Buch “Zivilcourage“ über die „große Bestrebungen“ des gerade ermordeten USA-Präsidenten (und bekennenden 007-Fans) liest. Ian Fleming, der seinen Roman quasi direkt vor Ort in seinem Haus “Goldeneye“ auf Jamaika schrieb, spekuliert wenig weitsichtig darüber, dass sich Fidel Castro ganz sicher nicht mehr lange halten wird.

JAMES BOND: DER MANN MIT DEM GOLDENEN COLT

Auch dieses Taschenbuch von Cross Cult gefällt wieder durch die neue originalgeteue Übersetzung inklusive lustiger Kapitelüberschriften wie “Reichen Sie die Kanapees herum“ oder “Hört die Zugpfeife!“, sowie natürlich durch das stylische Retro-Cover vom amerikanischen Illustrator Michael Gillette. Es ist ein großes Vergnügen die James Bond Romane in dieser Form in ihrer korrekten Reihenfolge zu lesen.

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WAYNE OF GOTHAM

Wer schon immer etwas mehr über die Hintergründe der Person Bruce Wayne erfahren wollte und dabei nicht nur auf Comics fokussiert ist, wird am Batman-Roman “Wayne of Gotham“ von Tracy Hickman seine Freude haben.

Wayne of Gotham

In diesem für Batman-Jünger vermutlich etwas Action-armen Werk bekommen zunächst Bruce Wayne und alle weiteren Einwohner Gothams eine Einladung zu einer geheimnisvollen Veranstaltung. Zur selben Zeit werden sowohl Verbündete des dunklen Ritters wie Commissioner Gordon als auch Gegenspieler wie der Joker oder Harley Quinn so manipuliert, dass sie Batman geheimnisvolle Botschaften überbringen die mit der Vergangenheit seiner Eltern in Verbindung stehen.

Zwischenzeitlich tauchen seltsame Dokumente auf, die andeuten, dass Bruce’ ermordeter Vater in bizarre Machenschaften verstrickt gewesen sein könnte, die sein damaliger Butler Jarvis Pennyworth gedeckt hat. Diese auf zwei Zeitebenen (50er Jahre und Gegenwart) stattfindende Geschichte bietet sogar einen besonders interessanten Schluss, der einen neuen Blickwinkel auf die Ermordung der Waynes wirft und vielleicht auch in die „New52“ Einzug halten könnte.

Zusammengefasst handelt es sich hierbei natürlich um extrem leichte Kost, die einen aber durchgängig unterhält und insbesondere Fans des DC-Aushängeschilds ans Herz gelegt werden kann.

Was den Autor anbelangt, kennt man Tracy Hickman vor allem durch die „Dragonlance“-Reihe, die für Rollenspieler Kult zu sein scheint. Generell ist er eher im Gefilde populärer Brett- und PC-Games zu verorten. „Wayne of Gotham“ ist diesbezüglich sein erster Roman über eine Comic-Figur. Nach dem offenen Schluss seines „Erstlings“ zu urteilen wird es nicht sein letzter Ausflug in Batmans Stadt gewesen sein.

Igor Barkan

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GEMMA BOVERY – Ein Sommer mit Flaubert

Das Leben des literarisch interessierten Bäcker Raymond Jobert dümpelt in einer Kleinstadt in der Normandie so vor sich hin. Doch dann bezieht plötzlich ein englisches Pärchen eins der dortigen Landhäuser. Das ist eigentlich nichts besonderes, doch Raymond horcht auf, als er den Namen der britischen Dame erfährt: Gemma Bovery. Er muss sofort an Gustave Flauberts Roman “Madame Bovery“ denken und bemerkt erschreckend viele Ähnlichkeiten zwischen Gemma und jener Romanfigur, die aus Liebeskummer und finanzieller Not Selbstmord begeht. Raymond versucht dies bei der attraktiven Gemma zu verhindern, macht dadurch aber alles nur noch schlimmer…

Gemma Bovery

Posy Simmonds’ Comic “Tamara Drewe“ wurde 2019 von Stephen Frears erfolgreich als “Immer Drama um Tamara“ verfilmt. Wie es der Zufall so wollte, spielte seinerzeit Gemma Arterton (“Ein Quantum Trost“, “Kampf der Titanen“, “Prince of Persia“) die Titelrolle der Tamara, während Posy Simmonds schon lange von “Tamara Drewe“ einen Comic namens „Gemma Bovery“ geschrieben und gezeichnet hatte. Jetzt geschieht das unvermeidliche und Gemma Arterton spielt Gemma Bovery.

Gemma Bovery“ ignorierte einfach die Teile von Posy Simmonds’ Comic, die in London spielten und entstand als französische Produktion vor Ort in der Normandie. Dabei ist die Originalfassung wegen ihrer authentischen Zweisprachigkeit besonders lustig. In der deutschen Fassung werden die englisch gesprochenen Passagen in Englisch belassen und die französischen Dialoge wurden auf Deutsch synchronisiert.  Die eigentliche Hauptfigur ist nicht die Titelheldin, sondern der Bäcker Raymond, der fast das ganze Drama um Gemma heimlich beobachtet. Dieser wird mit rührender Menschlichkeit von Fabrice Luchini verkörpert, der bereits Erfahrung mit Comicverfilmungen hat, denn er spielte den Cäsar in “Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät“.

Genau wie schon “Immer Drama um Tamara“ fängt auch “Gemma Bovery“ sehr gut den Geist von Posy Simmonds’ Comicvorlage ein. Die Französin Anne Fontaine (“Coco Chanel) hat den Film vor authentisch wirkenden Hintergrund mit leichter Hand sehr pointiert in Szene gesetzt. Genau wie der Bäcker Raymond beobachtet der Zuschauer wie tragische Momente schon kurz darauf komisch sind und umgekehrt.

“Gemma Bovery“ ist nur auf DVD und nicht als Blu-ray erschienen. Die DVD von Prokino enthält neben dem 95-minütigen Film noch ein Making Of (20:36 min, in französischer und englischer Sprache, wahlweise mit deutschen Untertiteln), zwei deutsche Trailer (1:03 min + 1:22 min) und einen französischen Trailer (1:17 min).

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Drachenzähmen leicht gemacht 2

Der Trickfilm “Drachenzähmen leicht gemacht“ ist mit einem Einspielergebnis von knapp 500 Millionen Dollar, die erfolgreichste DeamWorks-Produktion außerhalb der “Shrek“-Reihe. Die Geschichte des jungen Wikinger Hicks und seinem Drachen Ohnezahn wurde in der TV-Serie “Dragons: Die Reiter von Berk“ weitererzählt und – wie im Fantasy-Genre nicht unüblich – im Kino als Trilogie gereicht.

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Chris Sanders (“Lilo & Stitch“), der Co-Regisseur des ersten Films fungierte diesmal nur als Produzent. Sein Partner Den DeBlois, der auch wieder mit am Drehbuch schrieb, ließ sich für “Drachenzähmen leicht gemacht 2“ von George Lucas’ “Das Imperium schlägt zurück“ inspirieren. Nach einem recht lustigen ja fast schon albernen Auftakt mit einem Drachen-Wettfliegen, schlägt der Film zunehmend düstere Töne an.

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Die Geschichte spielt fünf Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils und Hicks ist jetzt ein junger Mann, der allerdings immer noch Probleme hat mit seinem Vater Haudrauf der Stoisch klar zu kommen. Auch daher verlässt er das heimische Berk und bricht mit Ohnezahn zu neuen Abenteuern auf. Dabei trifft er auf seine Mutter Valka, die in der Originalfassung von Cate Blanchett und bei uns von Martina Hill gesprochen wird. Sie lebt auf einer paradiesischen Insel der Drachen, doch die Idylle wird vom finsteren Drago Blutfaust bedroht, der Drachen für seine kriegerischen Zwecke einsetzt.

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Die Geschichte, die Den DeBlois erzählt, ist noch etwas ausgereifter als im ersten Teil. Der Film richtet sich nicht nur an ein junges Publikum, bietet vor allen in der zweiten Hälfte einen perfekten Mix aus Humor und Action mit tragischen Untertönen. Visuell ist “Drachenzähmen leicht gemacht 2“ genau wie sein Vorgänger wieder ein einzigartiges Erlebnis, das unbedingt in 3D genossen werden sollte.

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Miracleman

Mit diesem Band startet Panini ein hochinteressantes Stück Comicgeschichte. Anfang der Fünfziger Jahre durfte die auch als “Shazam“ bekannte US-Serie Captain Marvel aufgrund eines Rechtsstreits mit DC Comics, die wegen Ähnlichkeiten mit Superman klagten, nicht mehr erscheinen. Daraufhin entschloss sich der britische Verlag L. Miller & Son, Ltd., der Captain Marvel herausbrachte, eine eigene Variante des Superhelden zu entwickeln. Ab 1954 erfreute eine sehr ähnlich gelagerte Figur namens Marvelman die englische Jugend mit seinen Abenteuern.

MIRACLEMAN

Der Autor Mick Anglo erfand den eher schmächtigen Reporter Michael Moran, der sich nachdem das Wort KIMOTA! (eine rückwärts leicht falsch geschriebene Variante von “atomic“) ausgesprochen hatte, in einen Superhelden verwandelt. Gemeinsam mit Young Marvelman und Kid Marvelman kämpfte er gegen das Böse. L. Miller & Son, Ltd. verlor jedoch in den frühen 60er Jahren den Kampf gegen die farbigen Comichefte der US-amerikanischen Konkurrenz, die in Großbritannien immer beliebter wurden.

MIRACLEMAN

Zu einer Wiederbelebung der Figur kam es 1982 im britischen in schwarzweiß veröffentlichten Monatsmagazin Warrior. Bis 1984 war hier Alan Moore (“Watchmen“) als Texter für den neuen Marvelman zuständig, zeitgleich erschien ebenfalls in Warrior die erste Version seiner später zum Klassiker gewordenen von David Lloyd gezeichneten Serie “V wie Vendetta“. Als 1985 die Marvelman-Storys aus Warrior in einer kolorierten Version neu erschienen, wurde die Figur aus Angst vor einem Rechtsstreit mit Marvel in Miracleman umbenannt. In den 90er Jahren fungierte hier auch Neil Gaiman als Autor und mittlerweile hat Marvel die Rechte an dem langlebigsten britischen Superhelden erworben.

MIRACLEMAN

Die auf vier Bänden angelegte Panini-Ausgabe enthält im ersten Band zur Vorstellung von Miracleman die kurze Geschichte „1956 – Die Invasoren aus der Zukunft“ von Mick Anglo. Der Erfinder der Figur erzählt davon, wie die Erde von durch die Zeit reisenden „Atomaren Sturmtruppen“ attackiert wird. Diese liebenswert nostalgische 10-seitige Geschichte hat Don Lawrence (“Trigan“) 1985 bewusst naiv gezeichnet und sie ist ein guter Einstieg, auch um nachzuvollziehen, warum Alan Moore ganz begierig darauf war den Neustart von Miracleman zu texten. Moore und Zeichner wie Garry Leach oder Steve Dillon (“Preacher“) schildern wie sich die Zeiten für den nach 20-jähriger Unterbrechung wieder als Superheld tätigen Michael Moran geändert haben. Statt der Schurken, „die nie etwas wirklich Böses getan“ hatten, mit denen Miracleman früher „ein Spiel spielte, dass keiner ganz ernst nahm“, hatte er es jetzt mit wirklich bedrohlichen Gestalten zu tun. Fast noch beängstigender ist jedoch, dass Michael Morans Freundin Liz, mit der er schon ewig zusammenlebte, plötzlich wider Erwarten schwanger wurde. Nachdem dies ewig nicht geklappt hatte, schien es so als wenn nicht Moran sondern Miracleman der Vater war.

MIRACLEMAN

“Der Traum vom Fliegen“, die in diesem mit viel Hintergrundinformationen garnierten Band enthaltene erste Miracleman-Geschichte von Alan Moore, ist sehr viel interessanter als die meisten Comics, die der Starautor in den letzten Jahren auf die Leserschaft losgelassen hat. Trotzdem hat Moore dafür gesorgt, dass sein Name in dieser Neuedition nicht genannt wird.

Miracleman

Der abschließende vierte Band schließlich enthält die von Neil Gaiman geschriebenen und von Mark Buckingham gezeichneten Abenteuer von Miracleman.

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Obelix GmbH & Co. KG – Ultimative Edition

Fast möchte man meinen René Goscinny wurde zu diesem Asterix-Album von Heinrich Bölls “Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ inspiriert, genau wie Émile Bravo zu seinem Comic-Bilderbuch “Der kluge Fischer“. Böll erzählt in seiner Kurzgeschichte von einem Touristen, der einem Fischer, der in seinem Boot vor sich hin döst, eine Lektion in Sachen Geschäftstüchtigkeit erteilen möchte. Doch dem Fischer leuchtet nicht ein, warum er eine große Fischerei-Firma gründen soll, obwohl er ist ja bereits genau dort wo er sein möchte und frei über seine Arbeitszeit verfügen kann.

OBELIX GMBH & CO. KG - UTIMATIVE EDITION

Im 23. Asterix-Album, das 1976 in Frankreich erschien (und erst zwei Jahre danach bei uns), schmieden die Römer einen besonders perfiden Plan um das militärisch nicht zu bezwingende kleine gallische Dörfchen doch noch zu unterjochen. Ein junger Römer namens Technokratus greift mit den Gesetzten der angeblich freien Marktwirtschaft an. Ausgestattet mit unbegrenzten finanziellen Mitteln kauft er Obelix zu ständig steigende Preisen seine Hinkelsteine ab. Daraufhin beginnt fast das ganze Dorf mit der Produktion von Hinkelsteinen und durch den plötzlichen Reichtum breitet sich frühgallische Dekadenz aus…

Erstmals schafft es Obelix in diesem Album zum Titelhelden zu werden und er ist die zentrale Figur dieser köstlichen Parodie auf kapitalistische Mechanismen. Bis heute weiß kein Mensch wozu Hinkelsteine eigentlich gut waren, doch durch eine ausgeklügelte Werbekampagne von Technokratus möchte für eine kurze Weile jeder Römer mindestens einen besitzen, bevor schließlich die Preise purzeln, es beim Kauf eines Sklaven zwei Hinkelsteine gratis gibt und der nächste Quatsch auf den Markt kommt.

OBELIX GMBH & CO. KG - UTIMATIVE EDITION

Auch in dieser Ausgabe der Ultimativen Edition kommt die Pracht von Uderzos Bildern besonders gut zur Geltung und jetzt liegen zum Glück nahezu alle Asterix-Bände der Reihe in dieser optimalen Form vor.

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Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro

Nun hat es schon wieder eine Disney-Reihe erwischt. Nachdem Egmonts sehr interessant zusammengestellte Comicreihen “Disneys Hall of Fame“ und “Disneys heimliche Helden“ nach 20 bzw. 10 Bänden beendet wurden, wird auch die danach gestartete Serie “Die besten Geschichten von…“ mit diesem 10. Band nach einer zweijährigen Laufzeit leider eingestellt. Präsentiert wurden sehr schön editierte Sammelbände von aktuellen Disney-Zeichnern wie den holländischen Brüdern Bas und Mau Heymans, aber auch von Klassikern wie Floyd Gottfredson oder Romano Scarpa.

Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro
© 2014 Disney Enterprises, Inc.

Nachdem der neunten Band der Reihe inhaltlich wie stilistisch sehr traditionsbewusste Enten-Geschichten vom Norweger Arild Midthun präsentierte, wird mit zum Abschluss der Serie ein Altmeister geehrt. Al Taliaferro ist als Zeichner der Duck-Familie längst nicht so bekannt wie Don Rosa oder Carl Barks (der bevor er selbst Comiczeichner wurde, bereits Gags für Taliaferros Zeitungsstrips schrieb). Doch er war es, der Walt Disney 1937 davon überzeugte, dass ein täglicher Comic mit Donald garantiert ein Hit werden würde. Im Gegensatz zu Floyd Gottfredson der – oftmals von Taliaferro getuschte – epische Fortsetzungsgeschichten mit Micky Maus in Szene setzte, war Taliaferro ein Mann der kurzen ohne viel Worte auskommenden Slapstick-Gags. Seine zeitlos komischen Onepager werden auch heute noch sehr gerne in Disney-Comicheften veröffentlichtt.

Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro
© 2014 Disney Enterprises, Inc.

Bei Taliaferro trug Donalds seine Matrosenbluse erstmals in schwarz, wie die danach im Comic üblich. In Taliaferros Strips hatten Donalds Neffen Tick, Trick und Track sowie Oma Duck ihre ersten Auftritte. Das Buch “Die besten Geschichten von Al Taliaferro“ enthält chronologisch geordnet markante und teilweise auch kommentierte Donald-Comics aus den mehr als drei Jahrzehnten, in denen der Zeichner für Disney arbeitete. Darunter befinden sich als deutsche Erstveröffentlichung auch Silly Symphony Comics mit Bucky Bug und den drei kleinen Schweinchen. Abgerundet wird der Band noch durch eine Biographie und ein Interview mit Taliaferro.

Walt Disney: Die besten Geschichten von Al Taliaferro
© 2014 Disney Enterprises, Inc.

Es ist sehr schade, dass hierzulande jemand wie Stefan-Raab-Sidekick Elton herangeholt werden muss, um ein Buch zum 80. Geburtstag von Donald Duck an den Leser zu bringen, weil anscheinend kein Interesse an bibliophil aufgemachten und inhaltlich anspruchsvollen Sammelbänden mit Disney-Comics wie “Die besten Geschichten von…“ besteht.

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Creepy präsentiert Richard Corben

Während die legendären EC-Comics in den 50er Jahren ihr Erscheinen aufgrund der Umtriebe einiger selbsternannter Moralapostel wegen angeblicher Jugendgefährdung einstellen mussten, gelang es dem Verleger James Warren Mitte der Sechziger Jahre Horror-Comic-Magazine wie CREEPY, EERIE oder VAMPIRELLA an die Kioske zu bringen. Diese Hefte erschienen – genau wie das MAD-Magazin vom EC-Verleger William Gaines – im größeren Magazin-Format und zunächst komplett in schwarzweiß. Dadurch war Warren nicht dem Comics Code ausgesetzt und konnte blutrünstige Geschichten veröffentlichen.

CREEPY PRÄSENTIERT RICHARD CORBEN

James Warrens erstes erfolgreiches Magazin war FAMOUS MONSTERS OF FILMLAND in dem unter der Leitung von Forrest J. Ackerman über klassische Horrorfilme berichtet wurde. Angespornt durch den Erfolg dieser Reihe, den er auch noch mit einer großen Palette von Horror-Merchandise-Produkten flankierte, startete Warren 1964 das Magazin CREEPY in dem er schwarzweiße Horror-Stories von zuvor bei EC tätigen Zeichnern wie Joe Orlando, Wally Wood, Al Williamson oder Frank Frazetta veröffentlichte. 1966 bzw. 1969 folgten dann EERIE und VAMPIRELLA. Comickünstler wie Bernie Wrightson, Neal Adams oder Steve Ditko sowie etliche spanische oder auch philippinische Zeichner wirkten im Laufe der Zeit bei diesen Magazinen mit. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, dem sei die Ausgabe 59 der Fachzeitschrift REDDITION empfohlen.

CREEPY PRÄSENTIERT RICHARD CORBEN

In CREEPY # 36 kam 1970 kam mit “Frozen Beauty“ erstmals eine Geschichte von Richard Corben zum Abdruck. Dieser war zuvor eher als Undergroundzeichner tätig, doch sein unverkennbarer immer etwas klobiger Zeichenstil passte auch gut zum Warren-Grusel. Bereits seine in schwarzweiß abgedruckten Geschichten wirkten durch den Einsatz von Grautönen sehr plastisch. Dies steigerte sich noch als 1973 mit der auch von ihm getexteten Werwolf-Geschichte “Lycanklutz“ ein farbiger Corben-Comic in CREEPY # 56 zum Abdruck kam.

CREEPY PRÄSENTIERT RICHARD CORBEN

Die durch ein von Corben entwickeltes sehr kompliziertes Verfahren mit etlichen Folien entstandene Farbgebung ist in ihrer strahlend schimmernden Plastizität und den oft dominierenden Lila-Tönen einzigartig. In diesem Stil setzte Corben weitere Werwolf-Geschichten in Szene, adaptierte aber auch nach Scripten von Rich Margopoulos drei Klassiker von Edgar Allan Poe (beide setzten diese Arbeit auch nach Einstellung der Warren-Magazine fort).

CREEPY PRÄSENTIERT RICHARD CORBEN

Meistens waren die Geschichten, die Corben nach den Texten von fremden Autoren zu zeichnen hatte, nicht sonderlich originell. Alle Jahre wieder liefen meuchelnde Weihnachtsmänner Amok oder der Hass gegen die Gesellschaft, der auf Rockkonzerten zum Ausdruck kam, weckte böse Geister. Doch immerhin gab es für Corben reichlich Gelegenheit Dinosaurier, Monster und seine auf eine ungewöhnliche Art attraktiven drallen Frauen zu zeichnen. Es befinden sich auch kleine Meisterwerke unter Corbens CREEPY und EERIE-Comics, wie etwa die von Bruce Jones geschriebene sehr drastische Schiffsbruch-Geschichte “In Deep“.

CREEPY PRÄSENTIERT RICHARD CORBEN

Dieser überformatige 356-seitige Band enthält teilweise in restaurierter Form alle 40 Geschichten sowie die Titelbilder die Richard Corben von 1970 bis 1978 für CREEPY und EERIE anfertigte. Splitter lässt die ähnlich schön aufgemachte Gesamtausgabe “Creepy präsentiert Bernie Wrightson“ folgen.

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Dinosaurier – Im Reich der Giganten

Ende der Neunziger Jahre war die dreistündige BBC-Serie “Walking with Dinosaurs – A Natural History“ ein großer Hit. Hierbei wurden genauso gelungen am Computer animierte Dinosaurier wie im Kinofilm „Jurassic Park“ (und sehr viel besser als nahezu gleichzeitig im Trickfilm „Disney´s Dinosaurier“) benutzt. Die Serie lehnte sich an herkömmliche Tier-Dokumentationen an und versuchte in sechs recht unterschiedlichen halbstündigen Episoden mit teilweise recht drastischen Szenen zu zeigen, wie das Leben der Dinosaurier möglicherweise stattgefunden hat.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN

Weitere weltweit erfolgreich vermarktete BBC-„Dokus“ wie „Die Erben der Saurier – Im Reich der Urzeit“ oder das Prequel „Walking with Monsters“ (“Die Ahnen der Saurier“) folgten und da war es naheliegend auch einen Kinofilm zu produzieren. Doch bei ihrem Bestreben diesen möglichst kindgerecht zu gestalten sind die Macher leider weit über das Ziel hinausgeschossen.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN
Die Handlung des Filmes wird von einem lustig gemeinten Urzeitvogel namens Alex erzählt und das in der deutschen Fassung auch noch mit der Stimme von Otto Waalkes, so dass der Titel “Walking with Dinosaurs“ besser gepasst hätte. Im Zentrum der Handlung steht der kleine Pachyrhinosaurus Patchi. Dieser hat wie alle Heranwachsenden ganz viele familiäre aber auch hormonelle Probleme, die er dem Publikum äußerst geschwätzig mitteilt. Das permanente Geplapper auf der Tonspur relativiert die durchaus beeindruckenden Trickaufnahmen. So richtig überzeugen kann diese Urzeit-Version von Disneys “Bambi“ trotz teilweise toller Bilder leider nicht.

DINOSAURIER - IM REICH DER GIGANTEN

Bonusmaterial: Making of in deutscher Sprache (10:17 min), Musikclip Dino-Rap (0:59 min), Blick hinter die Kulissen (2:17 min), Interviews (10:40 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, Spiel „Englisch mit den Dinos“, Deutscher Trailer (1:32 min), Englischer Trailer (1:20 min), Trailershow

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DIE GLENN MILLER STORY

Die Glenn Miller Story“ aus dem Jahre 1954 ist das Musterbeispiel einer Film-Biographie. Für die Titelrolle konnte James Steward verpflichtet werden, der damals mit 45 bereits älter war als es Glenn Miller jemals geworden ist. Doch Steward gelingt es erstaunlich gut den jungen eigensinnigen Musiker zu verkörpern. Ungefähr nach der Hälfte der Spielzeit setzt Steward dann eine Brille auf und hat äußerlich eine große Ähnlichkeit mit dem Bandleader, der spätestens nachdem er unter mysteriösen Umständen während des Zweiten Weltkriegs in Europa mit einem Militärflugzeug verschollen ist, zur Legende geworden ist.

Glenn Miller Story

Gelegentlich auch mal die Wahrheit streifend, reiht der Film munter eine legendäre Begebenheit an die nächste. Wir erleben wie der junge Miller immer wieder seine Posaune ins Pfandhaus bringt und seine spätere Ehefrau Helen (sehr sympathisch und natürlich: June Allyson) alle zwei Jahre besucht. Wir erleben eine eilig durchgeführte Hochzeit, die dann gipfelt in einem mitreißend eingefangenen Nachtclub-Auftritt von Louis Armstrong, der wie viele Weggefährten von Glenn Miller sich selber spielt. Wir sind dabei, wenn Miller sich lustige Titel wie „Pennsylvania 6-5000“ für seine Hits einfallen lässt, wenn er die Marschmusik der US-Army modernisiert und in London mit seiner uniformierten Band trotz V2-Beschuss fröhlich weiter musiziert.

Bei der Blu-ray-Veröffentlichung von “Die Glenn Miller Story“ hat sich Koch Media besonders viel Mühe gegeben, auch wenn keine Dokumentation zur Entstehung des Filmes aufzutreiben war. Auf der Tonspur sind zwei deutsche Fassungen zu hören, die sehr viel lebendigere der deutschen Erstaufführung von 1954 und die Neusynchronisation von 1985, in beiden Fällen hat James Steward seinen Stammsprecher Siegmar Schneider. Bemerkenswert ist außerdem, dass der Film zum einen in einer etwas kürzeren 112-minütigen Vollbild-Version und in einer geringfügig längeren 116-minütigen 16:9-Fassung zu bestaunen ist. Auf alle Fälle hat dieser bunte Biographie-Reigen, der so ziemlich alle Glenn-Miller-Hits enthält, bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt.

Bonusmaterial: Deutscher Trailer (1:25 min), US-Kinotrailer (2:28 min), Galerie mit Bildern und Werbematerialien (5:59 min)

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Die bunte Comic, Film und Musik Welt