Johann & Pfiffikus 4: Die Schlumpfjahre

Nachdem Pierre Culliford alias Peyo 1960 im neunten Album seiner Serie Johann und Piffikus die Schlümpfe auftreten ließ, begann damit die Weltkarriere der blauhäutigen Wichte. Peyo läutete mit “Die Schlümpfe und die Zauberflöte“ zugleich aber leider auch das Ende seiner im Mittelalter angesiedelten Serie um den kühnen Recken Johann und dessen Knappen Pfiffikus ein.

Johann & Pfiffikus 4: Die Schlumpfjahre

Der vierte Band der Hardcover-Gesamtausgabe von toonfish enthält mit “Der Streit um die sieben Quellen“, “Der Ring derer von Hohenfels“, “Das verwunschene Land“ und “Der Hexenbann von Habichtstein“ (zuvor bei Carlsen als “Der Zauberer von Schwarzenfels“ erschienen) die vier letzten von Peyo konzipierten Alben der Serie. In drei dieser zwischen 1961 und 1970 entstandenen Geschichten spielen die Schlümpfe eine maßgebliche Rolle. Nach dem Tode von Peyo erschienen in den Neunziger Jahren noch vier weitere Geschichten mit Johann und Piffikus, die im fünften und letzten Band der Gesamtausgabe enthalten sind.

Johann & Pfiffikus 4: Die Schlumpfjahre

Im Gegensatz zur ebenfalls bei toonfish veröffentlichten Gesamtausgabe der einzelnen Schlumpf-Alben heißt der Große Schlumpf hier nicht Papa Schlumpf und die Johann und Piffikus Edition verfügt zudem über interessantes Bonusmaterial. Neben Skizzen, Kurzgeschichten und Hintergrundinfos zu den einzelnen Geschichten, sowie zu deren deutschen Veröffentlichung, wurde auch dokumentiert an wie vielen Comics Peyo in den Sechziger Jahren gleichzeitig arbeitete. So erschienen zur selben Zeit wie die heute klassischen ersten Schlumpf-Abenteuer auch noch fünf Alben mit “Benni Bärenstark“, zahlreiche Kurzgeschichten mit der Katze “Pussy“ (von der toonfish ebenfalls eine Gesamtausgabe veröffentlicht hat) sowie etliche bei uns eher unbekannte Comic-Reihen wie “Jackie und Celestine“ oder “Pierrot und die Zauberlampe“. Kein Wunder, dass Peyo wenig Zeit fand um an seiner persönlichen Lieblingsserie zu arbeiten.

Peyo: Die Schlümpfe Kompaktausgabe

Dennoch gehören die vier in diesem Band enthaltenen albenlangen Geschichten mit Johann und Pfiffikus inhaltlich, aber auch optisch – da die Hauptfiguren hier langsam aber sicher ihr knuffiges Aussehen erhielten – zu den absoluten Höhepunkten in Peyos umfangreichem Werk.

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Asterix: Die Trabantenstadt – Sonderausgabe

Das 17. Asterix-Album beginnt ganz besonders erinnerungswürdig. Dem kleinen gallischen Dorf droht diesmal kein Angriff von römischen Legionen, sondern die Verstädterung. Zwar ist das eingangs gezeigte Bild auf dem das Dörfchen von römischen Monumentalbauten umgeben ist, (zunächst) noch ein Modell, doch Gaius Julius Cäsar setzt alles daran um diesen Zustand Wirklichkeit werden zu lassen.

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Da er die unbeugsamen Gallier militärisch nicht besiegen konnte, versucht er es diesmal architektonisch und schickt seinen jungen Baumeister Quadratus. Dieser versucht zunächst den Wald in der Nähe des kleinen Dörfchens durch Sklaven roden zu lassen. Doch wie durch Zauberkraft – bzw. tatsächlich durch die Zauberkraft des Druiden Miraculix – wachsen die Bäume zur Freude des Hündchens Idefix sofort wieder nach.

Die Geschichte entwickelt sich sehr spannend und äußerst komisch weiter. Wie in vielleicht keinem anderen Album gelang es René Goscinny in “Die Trabantenstadt“ völlig selbstverständlich Probleme der Moderne leicht überzeichnet ins Altertum verlagern. Die Sklaven und später auch die Legionäre beginnen zu streiken und fordern humanere Arbeitsbedingungen. Die zunächst den direkt neben ihrem Dorf angesiedelten Römern gegenüber skeptischen Gallier lassen sofort alle Bedenken fallen, nachdem sie durch diese gut verdienen können. Eine von Albert Uderzo grandios als Prospekt ausgemalte Doppelseite macht sich pointiert über moderne Werbekampagnen lustig.

Anlässlich des Filmstarts des computeranimierten Films “Asterix im Land der Götter” erscheint die Vorlage “Asterix – Die Trabantenstadt” als Sonderausgabe. Diese schmückt ein schickes, neues Cover und sie enthält als zusätzlichen Bonus 16 redaktionelle Seiten mit ausführlichen Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte des Albums.

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Alien – Das Archiv: Der ultimative Guide zu den klassischen Filmen

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung von Archie Goodwins und Walter Simonsons gelungener Comic-Adaption von Ridley Scotts ALIEN erscheint bei Cross Cult ein opulenter Bildband als “Guide zu den klassischen Filmen“.

Alien - Das Archiv: Der ultimative Guide zu den klassischen Filmen

Das Buch lässt kaum Wünsche offen. Bei mir wären diese Wünsche gewesen, noch etwas mehr darüber zu erfahren, inwieweit der 2014 verstorbene Schweizer Künstler H. R. Giger, dem das Buch gewidmet ist, tatsächlich an der Realisierung von Scotts Film beteiligt war und warum vermieden wurde ihn an den drei Fortsetzungen maßgeblich mitarbeiten zu lassen. Im sehr empfehlenswerten Buch “HR Giger Filmdesign“ ist zu lesen, dass es 1986 dem Regisseur von “Poltergeist II“ erfolgreich gelungen war, zu verhindern, dass Giger davon erfuhr, dass James Cameron die Fortsetzung “Aliens“ drehte. Stattdessen hat der Schweizer Künstler sein Talent in die misslungene “Poltergeist“-Fortsetzung eingebracht.

Alien - Das Archiv: Der ultimative Guide zu den klassischen Filmen

Das Buch “HR Giger Filmdesign“ enthält zahlreiche leider nicht verwendete Giger-Entwürfe zu David Finchers “Alien 3“, die eigentlich auch in “Alien – Das Archiv“ abgebildet sein müssten. Stattdessen wurden dort etliche (sicher auch interessante) Entwürfe des ursprünglich für “Alien 3“ vorgesehenen neuseeländischen Regisseurs Vincent Ward (“Der Navigator“) abgedruckt. Dieser wollte den Film auf einem nur aus klösterlichen Holzbauten bestehenden Planeten ansiedeln, war aber anscheinend auf dem Holzweg. Ward wurde ausgetauscht und David Fincher lieferte mit “Alien 3“ sein ziemlich verstörendes Spielfilm-Debüt ab.

Alien - Das Archiv: Der ultimative Guide zu den klassischen Filmen

“Alien – Das Archiv“ überzeugt durch eine abwechslungsreiche Zusammenstellung von Fotos und Entwurfszeichnungen aus allen vier Filmen. Darunter befinden sich Bilder vom Comiczeichner Jean Giraud alias Moebius, der die Raumanzüge für den ersten Film entwarf, sowie von den futuristischen Designern Chris Foss, Ron Cobb und Syd Mead. Doch auch die durchaus kritischen Texte sind interessant. Anscheinende wurde ausgiebig mit Sigourney Weaver kommuniziert, die sich im Falle eines guten Drehbuchs durchaus vorstellen könnte, ein fünftes (und letztes) Mal die Rolle der Ellen Ripley zu spielen. Auch die Texte und Bilder zu den drei „Alien“-Fortsetzungen haben mir so gut gefallen, dass ich mir die Filme gleich wieder im Heimkino ansehen musste.

Deutsche Comicforschung 2015

Der elfte Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe “Deutsche Comicforschung“ enthält trotz gewohntem Umfang etwas weniger Beiträge als gewohnt. Doch dafür sind diese teilweise etwas ausführlicher ausgefallen.
Deutsche Comicforschung 2015

Da aktuell gerade wieder eine Ausstellung stattfindet, die Wilhelm Busch als Urvater des deutschen Comics feiert, war es dem Herausgeber Eckart Sackmann einmal mehr ein besonderes Anliegen durch einen reich bebilderten Beitrag darauf hinzuweisen, dass es hierzulande schon etliche Jahre vor “Max und Moritz“ Bild-Erzählungen gab.

Deutsche Comicforschung 2015

Sehr interessant ist auch ein Beitrag, der sich mit jenen Karikaturen und Bildergeschichten beschäftigt, die der 1871 in New York geborene Lyonel Feininger in Deutschland zeichnete und veröffentlichte, bevor er mit seinen gar nicht so zahlreichen Arbeiten für die Chicago Sunday Tribune Comicgeschichte schrieb.Das Titelbild des Buchs ziert ein ungewöhnliches Motiv des “Nick Knatterton“-Schöpfers Manfred Schmidt. Es handelt hierbei um das Cover des von ihm illustrierten Buchs “Wir beginnen das Wunschkonzert für die Wehrmacht“. Passend dazu beschreibt Ralf Palandt in einem Artikel wie Schmidt, der sich später immer wieder als Anti-Militarist geoutet hat, durchs Dritte Reich gekommen ist. Palandt hat hierzu zahlreiche Bild-Beispiele zusammengetragen, die zeigen wie sich Schmidt humoristisch vor den Karren der Nazis hat spannen lassen. Er überlässt es jedoch dankenswerterweise dem Leser selbst darüber moralisch zu urteilen.

Deutsche Comicforschung 2015

Die restlichen Artikel beschäftigen sich mit einer speziellen Ausgabe des “Simplicissimus“ von 1914, die eine durchgehende Bildergeschichte erzählte, damit wie US-Comics in der deutschen “Zeitungsforschung“ vor 1945 beurteilt wurden und mit dem 1930 in einer Elsässer Illustrierten erschienenden Comic “Zip und Zap“. Außerdem schildert Doris Hethke sehr lebendig die turbulenten Anfänge des Verlages ihres Mannes Norbert.

Deutsche Comicforschung 2015

Einmal mehr gelang es Eckart Sackmann eine bunte Mischung zusammen zu stellen, für jeden Comic-Interessierten dürfte mindestens ein interessanter Beitrag dabei sein. Das nächste Jahrbuch ist laut Vorwort bereits halb gefüllt. Freuen wir uns drauf!

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Ulf. K.: Geschichten vom Herrn Keuner

Ab 1926 verfasste bzw. sammelte Bertold Brecht in unregelmäßigen Abstand bis zu seinem Tode im Jahr 1956 mehr als 120 kurze Geschichten um einen gewissen Herrn Keuner. Manchmal handelte es sich dabei einfach um ein kleines irgendwo aufgeschnapptes Witzchen, dessen Moral Brecht gut gefiel, doch es sind auch einige absolute Genie-Streiche darunter.

Ulf. K.: Geschichten vom Herrn Keuner

Mein persönlicher Favorit ist die Antwort, die Keuner einem Bekannten gibt, nachdem diesem ihn gefragt hat, ob es einen Gott gibt: “Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann könnten wir die Frage fallenlassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott.“

Ulf. K.: Geschichten vom Herrn Keuner

In manchen Geschichten nennt Bertold Brecht seinen Keuner auch einfach Herrn K. und da passt es recht gut, dass der Zeichner Ulf Keyenburg, der sich selbst Ulf K.  („Neue Geschichten von Vater und Sohn„) nennt, einige der Geschichten von Herrn K. zu Papier gebracht hat. Nach einer Vorabveröffentlichung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist ein Sammelband mit K.s Comics über Herrn K. beim Suhrkamp Verlag erschienen. Dort wird auch das Gesamtwerk von Brecht inklusive der Geschichten von Herrn Keuner verlegt. Ulf K. hat eine Auswahl daraus getroffen und Highlights wie “Herr Keuner und die Frage ob es einen Gott gibt“ oder “Wenn die Haifische Menschen wären“ in seinem simplen aber eleganten Stil als Comic umgesetzt. Unter den von Ulf K. gezeichneten 34 Geschichten befinden sich auch vier Stories, die nicht von Brecht stammen sondern vom Zeichner. Dies ist zwar im Inhaltsverzeichnis kenntlich gemacht, wirkt aber etwas anmaßend und hätte angesichts der Tatsache, dass noch genügend weiteres Keuner-Material von Brecht zum Adaptieren hätte genutzt werdden können, nicht unbedingt sein müssen.

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Insgesamt gelang Ulf K. jedoch eine sehr ansprechende Literaturadaption. Nachdem die FAZ ihr Comic-Prrogramm eingestellt hat, und daher die gut besoldete Vorab-Veröffentlichungsmöglichkeit in der Zeitung für die Zeichner wegfällt, bleibt zu hoffen, dass trotzdem weiterhin so hochkarätige Comics wie die “Geschichten vom Herrn Keuner“ bei Suhrkamp erscheinen werden.

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RODDENBERRYS IDEE – Die Star Trek – Originalserie im Wandel der Zeit

Spät kommt es, aber es kommt, möchte man fast sagen. Vor langer, langer Zeit gab es sehr viele Bücher zum Thema Star Trek. Viele davon waren reich und bunt bebildert, manche hatten sogar fundierte Texte vorzuweisen. Doch nur wenige Sekundärwerke bemühten sich auch noch darum die Fan-Perspektive zu verlassen und halbwegs kritisch mit dem von Gene Roddenberry umzugehen, ein Buch in dieser Qualität hat es im deutschen Sprachraum allerdings noch nicht gegeben.

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Ein erster Blick lässt vermuten, dass Jan Schlieckers großformatiges 480-seitiges, kaum bebildertes aber dafür recht klein und zweispaltig gedrucktes Buch sich mit dem kompletten Star Trek Universum beschäftigt. Doch der Untertitel zu “Roddenberrys Idee“ lautet “Die Star Trek – Originalserie im Wandel der Zeit“. Daher befasst sich Schliecker recht kompakt mit der schon häufig erzählten Entstehungsgeschichte von “Raumschiff Enterprise“, sehr ausführlich und auch kritisch widmet er sich dann den 79 Episoden der ersten Star Trek Serie, die zwischen 1966 und 1969 entstanden sind. Dabei geht er sowohl auf die Inhalte und die Produktionsgeschichte ein. Interessant sind auch die Infos, die er zur deutschen Synchronisation zusammengetragen hat.

RODDENBERRYS IDEE - Die Star Trek – Originalserie im Wandel der Zeit
© Paramount Pictures. Alle Rechte vorbehalten

Auf den letzten 100 Seiten des Buches beschäftigt sich Jan Schlieckers dann mit den Star Trek Kinofilmen, wobei er sich ausschließlich für jene Filme interessiert, die auf der klassischen Serie und nicht auf dem Nachfolger The Next Generation basieren. Wenig Gnade finden hier – und das ist mein einziger Kritikpunkt an dem Buch – die beiden letzten Filme von J. J. Abrahms denen Schliecker genau wie viele eingefleischte Trekker auf eine fast schon etwas intolerante Art wenig bis gar nichts abgewinnen kann. Dennoch dokumentiert er sehr ausführlich und faktenreich auch die Entstehungsgeschichte dieser beiden Filme, die recht frisch (aber auch recht frei) die klassische Serie neu interpretierten. Selbst wer schon zahlreiche Bücher zum Thema Star Trek verschlungen haben dürfte und sich sämtliches DVD-Bonusmaterial zu Gemüte geführt hat, wird an diesem Buch seine helle Freude haben.

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Mark Millar: The Secret Service

Die Idee zu “The Secret Service“ entwickelte der schottische Autor Mark Millar gemeinsam mit dem Regisseur Matthew Vaughn während der Dreharbeiten zur Verfilmung seines Comics “Kick-Ass“. Vaughn war von dem Konzept so angetan, dass er darauf verzichtete “Kick-Ass 2“ zu inszenieren und sich voll und ganz auf die Verfilmung des Comics, die jetzt den Titel  “Kingsman: The Secret Service“ trägt zu konzentrierten. In den Hauptrollen sind neben Colin Firth, Samuel L. Jackson, Mark Strong, Taron Egerton und Michael Caine zu sehen.

Mark Millar: The Secret Service

„The Secret Service“ ist eine aufregende Mischung aus James Bond und Sozialdrama. Hauptfigur ist Gary, der in einem Londoner Problemviertel aufwächst und höchstwahrscheinlich genauso kriminell und asozial wird, wie die wechselnden Lover seiner Mutter. Doch sein Onkel Jack macht ihm ein ungewöhnliches Angebot. Jack enthüllt ihm, dass er als Super-Agent für den britischen Geheimdienst tätig ist und bietet Gary an, dort auch eine Ausbildung zu absolvieren. Gary ist nicht abgeneigt von Profis zu lernen wie man schießt und Frauen befriedigt, doch sein sozialer Background macht ihm zum Außenseiter der Agentenschule.

Mark Millar: The Secret Service

Millar erzählt zugleich aber auch vom sehr seltsamen größenwahnsinnigen Plan eines Superschurken, der zahlreiche Prominente aus Science-Fiction-Filmen und TV-Serien entführt, wodurch es gleich zu Beginn des Comics zu einem unvergesslichen Gastauftritt von Mark Hamill kommt. Als Zeichner konnte Millar die “Watchmen“-Legende Dave Gibbons gewinnen. “The Secret Service“ ist eine weitere abgefahrene Geschichte aus der “Millarworld“ wie der Autor sein bei verschiedenen US-Verlagen veröffentlichtes Oeuvre nennt.

The Secret Service

Spannung, allerlei überraschende Wendungen, Humor, sowie interessant charakterisierte Hauptfiguren wurden zu einem gut geschüttelten Cocktail zusammen gemixt, der gelegentlich sogar rührt.

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Reinhard Kleist: Der Boxer – Die wahre Geschichte des Hertzko Haft

Dass an den Titel “Der Boxer“ noch der Zusatz “Die wahre Geschichte des Hertzko Haft“ angehängt wurde, ist durchaus sinnvoll. Es ist in der Tat nahezu unglaublich, dass ein polnischer Jude, der im KZ erstmals mit dem Boxsport in Verbindung kam und zum Vergnügen des Wachpersonals gegen andere Häftlinge in den Ring stieg, in New York als Profiboxer gegen Rocky Marciano antrat und das auch noch hauptsächlich um dadurch die Aufmerksamkeit seiner verschollenen in den USA vermuteten Jugendliebe auf sich zu ziehen.

Reinhart Kleist: Der Boxer - Die wahre Geschichte des Hertzko Haft

Erst 2003 im Alter von 78 Jahren, erzählte Hertzko Haft seinem Sohn Alan Scott seine Lebensgeschichte, die dieser niederschrieb und unter dem Titel “Eines Tages werde ich alles erzählen“ veröffentlichte. Im äußerst lesenswerten Nachwort zu diesem Comic zeigt Martin Krauß anhand von zahlreichen Beispielen, dass Boxkämpfe in Konzentrationslagern keine Seltenheit waren und zitiert den Sportpublizisten Bernd M. Beyer, der Hafts Schilderung trotz einiger fehlerhafter historisch nicht korrekter Details für “wahrhaftig und eindringlich“ hält.

Reinhart Kleist: Der Boxer - Die wahre Geschichte des Hertzko Haft

Reinhard Kleist (“Der Traum von Olympia“, “Castro“) adaptierte das Buch als Comic, der zuerst als Fortsetzungsserie in der F. A. Z. erschien und hier in dieser Form komplett nachzulesen ist. Für die Buchausgabe bei Carlsen überarbeitete Kleist den Strip noch einmal kräftig und ergänzte ihn um zahlreiche Zeichnungen. Das Resultat ist ein weiteres in einer ausgereiften und sehr eigenständigen Schwarzweißtechnik zu Papier gebrachtes Comic-Meisterwerk, das sich auch vor Art Spiegelmans thematisch etwas ähnlichen Meilenstein “Maus“ nicht verstecken muss.

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Looney Tunes – Back in Action

Die Rivalität zwischen Bugs Bunny und Daffy Duck war die Grundlage einiger der besten Zeichentrickfilme aller Zeiten. Wenn das Duo dem trotteligen Jägersmann Elmer Fudd weismachen will, dass es nicht die Saison wäre um Enten bzw. Hasen zu jagen, ist das in den drei köstlichen „Looney Tunes„-Cartoons“ „Rabbit Fire“, „Rabbit Seasoning“ und „Duck! Rabbit! Duck!“ der Anlass für zahlreiche bleihaltige Gags. Wobei Daffy meist den Kürzeren zieht und seinen Schnabel immer wieder neu positionieren muss.

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Genau diese Situation ist auch der Ausgangspunkt von Joe Dantes „Looney Tunes„-Spielfilm. Daffy ist es hier leid die Rolle des Prügelknaben zu spielen. Er protestiert und prompt wird ihm von der aufstrebenden Studio-Managerin Kate (Jenna Elfman) gekündigt. Diese bittet den Wachmann DJ Drake (Brendan Fraser) die Ente vom Studiogelände zu entfernen. Doch stattdessen zieht Daffy bei DJ ein und erfährt, dass dessen Vater Damian (Timothy Dalton) ein Superspion ist, der von Mr. Chairman (Steve Martin), dem Chef der Acme Corporation, gefangen gehalten wird. Gemeinsam mit Bugs Bunny und Kate wird nun versucht die Welt zu retten.

Wer sieht, wie selbstverständlich hier der Humor und der Charme der Warner-Trickfiguren in eine reale Umgebung versetzt werden, kann sich nur wundern, dass zuvor so eine Gurke wie „Space Jam“ entstand. In diesem Kinofilm mussten Bugs Bunny und seine Freunde gemeinsam mit Michael Jordan ein Basketball-Match bestreiten. Der ganz spezieller Humor der Trickfilm-Figuren kam dabei kaum zur Geltung. Ganz anders jetzt in „Looney Tunes – Back in Action„, zumal auch mit Regisseur Joe Dante ein optimaler Komplize gefunden wurde, der schon in Filmen wie „Gremlins“ oder „Die Reise ins Ich“ ähnlich drauf war und keinen schrägen Gag ausließ. Leider war der turbulente und sehr komische Film kein Erfolg. Trotzdem ist zu hoffen, dass nicht wirklich gilt: „That’s all, Folks!

Mittlerweile liegt der Film auch auf Blu-ray vor und das Bonusmaterial ist jetzt um einiges umfangreicher ausgefallen, als 10 Jahre zuvor auf DVD. Es werden diese Extras geboten: Eine Ente unter den Looney Tunes (13:04 min), Behind the Tunes (8:48 min), Bang Crash Boom (7:26 min), Best Scenes You’ve Never Seen (10:38 min), Yosemite Sam with TNT (0:09, min), US-Trailer (1:33 min). Noch schöner sind jedoch diese sechs selten gezeigten Looney Tunes Cartoons aus dem Jahre 2004: Duck Dodgers in Attack of the Drones (7:37 min), The Whizzard of Ow (7:10 min), Cock-a-Doodle-Duel (6:46 min), Hare and Loathing in Las Vegas (6:30 min), Museum Scream (7:00 min), My Generation G…G…Gap (6:14 min).

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Planes 2 – Immer im Einsatz

Auch beim zweiten „Planes“ Film haben die Macher bei Disney aufgepasst, dass sie nicht einen ähnlich unbefriedigenden Film ablieferten, wie es Pixar seinerzeit mit „Cars 2“ passierte. Noch einen weiteren großartig animierten Film über ein Flugzeug-Rennen rund um die Welt hätte höchstwahrscheinlich niemand mehr sehen wollen. Daher wurde ein recht origineller neuer Ansatz gefunden.

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Das ehemalige Sprühflugzeug Dusty ist aufgrund eines irreparablen Getriebe-Schadens gezwungen, seine Karriere im luftigen Rennsport aufzugeben. Als auf seinem heimischen Flughafen eine Stelle als Löschflugzeug vakant wird, beschließt Dusty sich im Piston Peak Nationalpark vom legendären Rettungshubschrauber Blade Ranger (im Original gesprochen von Ed Harris) ausbilden zu lassen. Doch dieser führt ein hartes Regime, was auch nötig ist, denn es kommt immer wieder zu Waldbränden…

Als tricktechnisch äußerst gelungener, immer wieder recht lustiger und gelegentlich sogar spannender Film, der in einer Welt voller sprechender Flugzeuge und Autos spielt, funktioniert „Planes 2“ sogar noch etwas besser als sein Vorgänger. Auch das Hauptziel dürfte erreicht worden sein, denn das ohnehin schon haufenweise produzierte zugehörige Spielzeug wird durch diesen Film fleißig weiter beworben!

Bonusmaterial der Blu-ray: Kurzfilm: “Dusty & Chug – Meister der Lüfte“ (5:55 min), wie alle Extras wahlweise auch mit deutschen Untertiteln, „Willkommen in Piston Peak“ (2:49 min), CHoPs-Promo (0:45 min), Blick hinter die Kulissen (4:47 min), Zusätzliche Szenen (4:32 min), Musikvideo: Spencer Lee: „Still I Fly“ (1:31 min), Kurzfilme „Dipper“ + „Feuerspringer“ (3:30 min), Micky Maus Kurzfilm im neuen Stil: „O Sole Minnie“ (3:46 min)

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