Peter Puck: Rudi – Fett & komplett

Wer eine Seite von “Rudi“ betrachtet, dem wird sofort klar, dass es sich bei Peter Puck um einen Wahnsinnigen handelt. Seine prall gefüllten (aber gerade deswegen unbedingt lesenswerten) Sprechblasen werden optimal durch unglaublich detailverliebte Zeichnungen ergänzt. Wenn sich so viel Fleiß auch noch in so brüllend komischen Humor niederschlägt, dann ist es besonders bedauerlich, dass seit 2006 keine neuen Comics mit Rudi und Freddy erschienen sind.

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© Peter Puck

Doch immerhin liegt jetzt eine “fette & komplette“ Gesamtausgabe vor, die neben den farbigen Nachdrucken sämtlicher sieben “Rudi“-Alben auch noch einiges bisher unveröffentlichtes Material enthält. Zum Abschluss des dicken 370-seitigen Buchs gibt es etwa eine neue Geschichte, in der Rudi und Freddy versuchen einen Ersatz-Zeichner für die “verfluchte Drecksau“ Peter Puck zu finden, der “keinen Bock mehr“ hat. Innerhalb dieser Story namens “Abenteuer auf der Meta-Ebene“ sind einzelne teilweise atemberaubend schöne “Rudi“-Panels zu bestaunen, die z. B. von Thomas von Kummant (“Gung Ho“), Ralph Ruthe, Sascha Wüstefeld (“Das UpGrade“), Ralf König, Hendrik Dorgathen oder Timo Wuerz („Aaron und Baruch„) stammen. Doch Rudi und Freddy sind nicht zufrieden mit den Alternativen und stellen abschließend fest, dass sie keinen Zeichner aber auch keine Leser brauchen und lösen sich in Wohlgefallen auf.

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IM BUNKER © Peter Puck

Doch zuvor kann die ganze Erfolgsgeschichte um Peter Puck und Rudi noch einmal von Anfang an verfolgt werden. Im Mai 1985 erschien im Stadtmagazin Stuttgart Live die einseitige Story “Der Bunker“, in der sich Rudi und Freddy versehentlich eine Neo-Nazi-Kneipe verirren und gleich verprügelt werden. Wären sie doch nur in ihrer Szene-Stammkneipe geblieben, denn dort hat in ihrer Abwesenheit natürlich eine “rattenscharfe Blondine“ nach ihnen gefragt. Dieser erste Comic definiert gleich den Tonfall der weiteren Geschichten um zwei ewig unzufriedene Szene-Gänger, die immer wieder finstere Abwege betreten und zielsicher auf die nächste Katastrophe zugehen. Beim Lesen der Geschichten ist festzustellen, wie schnell Peter Puck seinen Zeichenstil perfektionierte und auch wie nah am Original er die Comicfiguren von meisterlichen Kollegen wie Albert Uderzo, Morris, Franquin oder Peyo zu Papier bringen kann.

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© Peter Puck

So schön diese “fette & komplette“ Gesamtausgabe auch ist, sie macht dennoch traurig darüber, dass Rudi und Freddy nicht mehr – stellvertretend für die Leser – unter den härtesten Bedingungen die neusten Szene-Trends testen und lächerlich machen.

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Alles steht Kopf

Auch zum neuen Werk aus dem Hause Pixar wird wieder ein animierter Kurzfilm gereicht. Mit “Lava“ gibt der Animator James Ford Murphy nicht nur sein Regie-Debüt, sondern von ihm stammt auch das Drehbuch und der den Film dominierende Song.

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© 2015 Disney/Pixar

Wobei das auf Hawaii-Folklore getrimmte Liedchen, das von Kuana Torres Kahele im Stile von Israel Kamakawiwo’ole (“Over the Rainbow“) gesungen wird, vielleicht noch das Beste an „Lava“ ist. Die Story um einen einsamen sich nach Liebe sehnenden Vulkan überschreitet hingegen mit geballter technischer Brillanz recht ungeniert die Kitsch-Schwelle, ohne das bei Pixar eigentlich zu erwartende „gewisse Etwas“ zu bieten.

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© 2015 Disney/Pixar

Der Hauptfilm hingegen dürfte vom Konzept her mit das Gewagteste sein, was jemals als Grundlage für einen abendfüllenden gut budgetierten Animationsfilm für die ganze Familie in Erwägung gezogen wurde. Die Hauptfiguren heißen Freude, Kummer, Wut, Angst und Ekel. Diese bewohnen den Kopf der kleinen Riley und kümmern sich um das Wohlergehen des jungen Mädchens, das darunter leidet die lieb gewonnene ländliche Umgebung verlassen zu haben und plötzlich mitten in San Francisco zu leben.

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© 2015 Disney/Pixar

Die etwas an Disneys Fee Tinkerbelle erinnernde Freude bemüht sich leicht hysterisch darum, dass Riley immer gut gelaunt ist. Daher hält sie ihre ständig frustrierte Kollegin Kummer für ihre natürliche Feindin. Doch als nach einem Notfall im Leben von Riley sowohl Freude als auch Kummer zu einer Odyssee durch das Seelenleben des kleinen Mädchens aufbrechen müssen, wird klar, dass Freud und Leid doch mehr miteinander zu tun haben, als ursprünglich zu vermuten war.

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© 2015 Disney/Pixar

Natürlich hat das wackere Team von Pixar beim Erarbeiten der Geschichte einen ganzen Haufen von Psychologen zu Rate gezogen, doch die Hauptinspirations-Quelle ist zweifelsohne der geniale antifaschistische Disney-Cartoon “Reason and Emotion“ von 1943 sein.

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REASON & EMOTION © 1943 Disney

Hier wird der menschliche Kopf von einem kleinen vernünftigen Anzugträger (Reason) und einem triebhaften Steinzeit-Männchen  (Emotion) bewohnt. Recht anschaulich wird gezeigt, wie Adolf Hitler – vorbei an jeglicher Vernunft – den Neandertaler im Menschen ansprach und zu Untaten anstachelte. Dieses nicht völlig abwegige Gleichnis haben die Pixar-Macher für “Alles steht Kopf“ mit viel Fantasie verfeinert und einige herrlich abgefahrere Ideen auch noch im Abspann verbraten.

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© 2015 Disney/Pixar

Das Resultat ist ein in nahezu allen Belangen überzeugender Trickfilm, der technisch brillant eine ebenso spannende wie komische Geschichte mit völlig neuen Figuren erzählt. Es ist schön, dass Pixar doch mehr kann als das positive Image seiner Erfolgsfilme durch mittelprächtige Fortsetzungen zu beschädigen.

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© 2016 Disney/Pixar

Die Blu-ray von Walt Disney enthält neben dem 95-minütigen Hauptfilm (wahlweise mit einem optional deutsch untertitelten Audiokommentar vom Regisseur Pete Doctor und Produzent Jonas Rivera), sowie den bereits aus dem Kino bekannten Kurzfilm “Lava“ (7:12 min, wahlweise in deutscher, englischer oder türkischer Sprache), noch den neu produzierten sehr lustigen Kurzfilm “Rileys erstes Date“ (4:40 min, wahlweise in deutscher, englischer oder türkischer Sprache), bei dem es sich um eine Art Fortsetzung zu “Alles steht Kopf“ handelt. Außerdem sind noch die beiden englischsprachigen optional deutsch untertitelten Dokus “Wege zu Pixar: Die Frauen von Alles steht Kopf“ (11:22 min) und “Gemischte Gefühle“ (7:17 min) enthalten.

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Ted

Ein Film in dem Mark Wahlberg neben einem computeranimierten Teddy zu sehen ist, darauf hat die Welt nicht gerade gewartet. Es schränkt die ohnehin nicht eben groß erscheinende Zielgruppe auch noch erheblich ein, wenn Ted überraschenderweise bei uns auch noch erst ab 16 Jahren bzw. in den USA als R-rated (Personen unter 17 Jahren müssen in Begleitung von Erwachsenen ins Kino kommen) freigegeben wurde. Dem Erfolg tat dies keinen Abbruch, denn Ted spielte über 500 Millionen Dollar ein!

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© Universal Pictures

Der Film fängt fast schon disney-mäßig an und schildert wie der Außenseiter John Bennett zu Weihnachten einen Teddy bekommt und dadurch erstmals einen Freund hat. Als das Plüschtier auch noch richtig lebendig wird, scheint das Glück vollkommen zu sein. Doch als John dreißig Jahre später immer noch in einer WG mit seinem Teddy lebt, steht das dem Liebesleben mit der wunderschönen Lori (wunderschön: Mila Kunis) erheblich im Wege, zumal Ted alles andere als asexuell ist…

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© Universal Pictures

Ted erzählt die eher konventionelle Lovestory zwischen einem ziellosen jungen Mann und einer ehrgeizigen Frau, platziert zugleich aber auch immer wieder überraschend zotige Einfälle und Anspielungen auf Trivial-Mythen. Der Film gerät dadurch aber seltsamerweise nicht aus dem Gleichgewicht sondern hat trotz seines gelegentlich ganz schön fäkalen Humors einen charmant-liebenswerten Grundton.

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© Universal Pictures

Neben Teds ungebremsten Sexualtrieb und seiner Vorliebe für Drogen, spielt auch Johns Begeisterung für den Science-Fiction-Trashfilm Flash Gordon von 1980 sowie dessen Hauptdarsteller Sam J. Jones (der mit einer wilden entfesselten Performance dabei ist!) eine zentrale Rolle. Die vielen Anspielungen innerhalb der Geschichte lassen an eine Episode von Die Simpsons denken, daher verwundert es nicht, dass der Regisseur, Drehbuchautor und Teddy-Sprecher Seth MacFarlane (A Million Ways to Die in the West, The Orville) auch der Schöpfer der ähnlich gelagerten Trickfilmserie Family Guy ist.

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© Universal Pictures

Bonusmaterial der Blu-ray: Audiokommentar mit dem Regisseur/Koautor Seth McFarlane, Koautor Alec Sulkin und Mark Wahlberg, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, unveröffentlichte Szenen (14:54 min), Alternative Szenen (10:32 min), Gag Reel (6:24 min) und Ted: Das Making-of (24:42 min)

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LEGO Gerechtigkeitsliga vs. Bizarro Liga

Der 1958 in der Comic-Serie „Superboy“ erstmals aufgetretene Bizarro ist eine Mischung zwischen Frankensteins Monster und Superman. Entstanden in einer Zeit als sich unter dem Druck des Comics Code viele Verlage darum bemühten, besonders familienfreundlich zu sein, war die Figur eine Art komischer Gegenpol zu Superman. Dadurch passt Bizarro auch recht ideal in einen LEGO-Film mit DC-Superhelden.

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© LEGO / DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

Wie gut die Mischung aus LEGO-Steinen und nicht völlig ernstgemeiner Superhelden-Action funktioniert bewies bereits der zwei Jahre zuvor „LEGO Batman: Der Film – Vereinigung der DC Superhelden„, aber natürlich auch der überraschend subversive LEGO-Kinofilm. Auch „Gerechtigkeitsliga vs. Bizarro Liga“ nimmt die beliebten DC-Helden nicht völlig ernst, lässt ihnen aber doch noch eine gewisse Restwürde. Zentrales Motiv ist auch hier die nicht unproblematische Beziehung zwischen Superman und Batman, der immer ein Kästchen mit Kryptonit unter seinem Umhang trägt, um im Falle eines Falles den Stählernen dominieren zu können.

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© LEGO / DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

Bizarro platzt hinein in den Superhelden-Alltag und produziert mit Batzarro, Green Zarro, Cyzarro und Bizarra die genauen Gegenstücke zu Batman, Green Lantern, Cyborg und Wonder Woman. Nachdem sich die beiden Truppen eine Weile auf den Keks gegangen sind, kämpfen sie – wie im Superhelden-Genre üblich – dann doch noch gemeinsam gegen größere Bedrohung, den im Original von “Candyman“ Tony Todd gesprochenen Darkseid.

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© LEGO / DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

Der 45-minütige Film funktioniert ähnlich wie die Batman-TV-Serie mit Adam West. Kleine Kinder dürften ihre Freude an der farbenfrohen Action haben und älteren Zuschauern wird der ironische Umgang mit Superhelden-Klischees gefallen. Als Beigabe gibt es noch den ähnlich gelagerten LEGO-Film „Batman Be-Leaguered“ (22:34 min, nur Originalfassung, wahlweise mit deutschen Untertiteln), das durchaus informative Special “Ich bin Bizarro! Die Liga voller Gegensätze“ (9:49 min) sowie einige “verpatzte Szenen“ (2:19 min).

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© LEGO / DC Comics / Warner Bros. Entertainment Inc.

Diesen Film gibt es übrigens wahlweise auch als DVD zusammen mit einer Batzarro-Minifigur von LEGO.

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From Hell

Obwohl Jack the Ripper und seine fünf Dirnen-Morde eigentlich ein recht beliebter Mythos sind, ist dieser Comic alles andere als leicht zugänglich. Daher haben Alan Moore (V wie Vendetta, Watchmen) und der Zeichner Eddie Campbell auch zehn Jahre gebraucht bis – nach etlichen Anläufen und einer Vorabveröffentlichung als Fortsetzung im von Stephen R. Bissette herausgegebenen Comicmagazin Taboo – endlich eine Gesamtausgabe erscheinen konnte.

From Hell

Hauptproblem der Geschichte ist, dass sich diese Lesern, die kaum mit den Tatsachen rund um die 1888 im Londoner Stadtteil Whitechapel begangenen Morden vertraut sind, nur sehr schwer erschließt. Daher verfügt From Hell dankenswerterweise auch über einen sehr umfassenden Anhang, der zu fast jeder Seite umfangreiche Zusatzinformationen liefert und am besten gleichzeitig mit der Comic-Erzählung gelesen werden sollte.

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© Eddie Campbell / Alan Moore

Moore macht um die Identität des Rippers kein großes Geheimnis. Er schließt sich den Thesen aus Stephen Knights Buch Jack the Ripper: The Final Solution an. Hier beauftragt Königin Viktoria ihren Leibarzt Dr. Wiliam Withey Gull, ein Mordserie zu begehen, um zu vertuschen, dass ihr Sohn Prinz Edward unter falschem Namen das Ladenmädchen Annie Crook geheiratet hat und dieses eine Tochter zur Welt brachte.

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© Eddie Campbell / Alan Moore

Doch Moore geht es nicht nur um die kriminalistischen Tatsachen. In einem umfangreichen Kapitel lässt er Dr. Gull mit seinem Komplizen dem Kutscher Netley eine Führung durch London machen. um zum Abschluss zu zeigen, dass sich alle zuvor eingehend (und im Anhang noch eingehender) beschriebenen Gebäude zu einem gewaltigen Pentagram zusammensetzten lassen. Dies und die Tatsache, dass viele damals Beteiligte Freimaurer waren, lässt Moore eine Verschwörung hinter der Verschwörung wittern. Genau wie in seinem Meisterwerk Watchmen stellt er auch hier die Frage: Wer überwacht die Wächter?

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Birdman

Für Comicfreunde ist es natürlich äußerst interessant, wenn der ehemalige Batman-Darsteller Michael Keaton einen ehemaligen Superhelden-Darsteller spielt, der versucht sich am Broadway als ernstzunehmender Schauspieler zu profilieren. Doch “Birdman“ ist sehr viel weniger als vermutet eine Satire auf das Superhelden-Kino als eine bildgewaltig in Szene gesetzte Tragikomödie über das Theater-Milieu.

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© 20th Century Fox Home Entertainment

Keaton spielt den in Vergessenheit geratenen Kinostar Riggan Thomson, der durch eine Inszenierung von Raymond Carvers „What We Talk About When We Talk About Love“, in der es selbst auch noch die Hauptrolle spielt, erhofft wieder im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Als ein Nebendarsteller ausfällt, springt als Ersatz der beliebte aber auch sehr egomanische Broadway-Darsteller Mike Shiner (gespielt vom auch als Superhelden-Darsteller erfahrenen Edward Norton) ein. Nicht zu Unrecht befürchtet Riggan, dass dieser das Stück an sich reißen wird.

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© 20th Century Fox Home Entertainment

Inszeniert hat den Film Alejandro G. Iñárritu („Amores perros“, „21 Grams“, „Babel“, „Biutiful“), der genau wie sein mexikanischer Landsmann Alfonso Cuarón („Gravity“), sehr gerne lange Einstellungen ohne Schnitt dreht. In dieser Hinsicht ist der beinah wie komplett mit einer einzigen Einstellung gedreht wirkende Film von großer inszenatorischer Pracht. Diese geht jedoch keineswegst zu Lasten der durchweg guten Darsteller wie Emma Stone, Naomi Watts oder Zach Galifianakis, die sich locker gegen die aufnahmetechnische Brillanz des Films behaupten können. Eine zusätzliche eigene Note bekommt der völig zu Recht mit vier Oscars prämierte Film noch durch seinen von Antonio Sánchez ausschließlich am Schlagzeug eingespielten Soundtrack.

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© 20th Century Fox Home Entertainment

Das Bonusmaterial der DVD enthält neben dem 114-minütigen Film und einer Galerie mit 44 sehr ausdrucksstarken oft schwarzweißen Set-Fotos noch eine aufschlussreiche 32-minütige Dokumentation über die Entstehungsgeschichte des Films. Hier wird gezeigt wie geschickt Aufnahmen, die in Hollywood-Studiokulissen entstanden sind, mit tatsächlich vor Ort am Broadway im und rund um das St. James Theatre gedrehten Einstellungen zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk verknüpft wurden.

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Captain America (1990)

Nachdem 1944 ein Serial mit Captain America entstand und Ende der Siebziger Jahre mit zwei TV-Filmen vergeblich versucht wurde, eine Fernsehserie mit dem First Avenger zu starten, sollte 1990 der 50. Geburtstag des Marvel-Superhelden mit einem halbwegs werkgetreuen Kinofilm gefeiert werden. Erzählt wird wie der Captain etliche Jahre auf Eis lag und in der damaligen Gegenwart seinen Kampf gegen den Red Skull, seinen Erzfeind aus den Tagen des Zweiten Weltkriegs, wieder aufnahm.

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© 2011 Ascot Elite / Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.

Die Titelrolle übernahm Matt Salinger, der Sohn des Verfassers des Klassikers “Der Fänger im Roggen“. Ihm einige bekannte Darsteller wie Ronny Cox (“Robocop“), Ned Beatty (“Superman“), Darren McGavin („Der Mann mit dem goldenen Arm„) und Michael Nouri (“The Hidden“) zur Seite gestellt. Der Film wurde von Albert Pyun, dem Experten für preiswerte Kickboxer-Spektakel, für angeblich 10 Millionen Dollar (wahrscheinlich waren es sehr viel weniger) großteils in Jugoslawien gedreht. Das Resultat bei dem Matt Salinger unechte Ohren auf die Captain-America-Gummimaske geklebt wurden, kann nicht bei heutigen Marvel-Superhelden-Filmen mithalten, hätte aber durchaus einen Kinostart verdient.

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© 2011 Ascot Elite / Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.

Doch der Film lag zwei Jahre auf Eis, bevor er direkt auf Video erschien und hierzulande bei Ascot Elite als DVD vorliegt. Dort wurde mittlerweile auch eine Blu-ray veröffentlicht, die das 97-minütige Werk erstmals in guter Bildqualität und im Breitwandformat in aller seiner durchaus vorhandenen Pracht zeigt. Leider gibt es auf der deutschen Blu-ray – außer dem Original-Trailer (1:45 min) – kein weiteres Bonusmaterial. Die US-Veröffentlichung hingegen enthält zudem noch eine eigens dafür produzierte 20-minütige Doku in der sich Matt Salinger und Albert Pyun ausführlich darüber Gedanken machen, was aus dem Film hätte werden können, wenn sie mehr Zeit und Geld gehabt hätten.

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Captain America – The First Avenger

Anfang der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts: Der eher schwächliche Steve Rogers möchte unbedingt dabei sein, wenn gegen die Nazis gekämpft wird. Da er zwar nicht den Körper jedoch den Geist eines Soldaten hat, bekommt er ein Super-Soldaten-Serum verabreicht und verwandelt sich in den glorreichen Captain America. Diese Geschichte dachten sich seinerzeit Joe Simon und Jack Kirby aus. Sie ließen den Captain gemeinsam mit den US-Truppen den Zweiten Weltkrieg gewinnen. Danach verschwand der patriotisch gekleidete Superheld für eine ganze Weile von der Comic-Bildfläche, bevor er Anfang der Sechziger Jahre bei Marvel ein spektakuläres Comeback erlebte. Kirby und Stan Lee ließen den Kriegshelden nachdem er Jahrzehnte als Folge eines Flugzeugabsturzes in einem Eisblock im Atlantik eingefroren war zum Mitglied des Helden-Teams Avengers werden.

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© 2011 Marvel Entertainment

Die Verfilmung konzentriert sich nicht (bzw. nur in einer sehr kurzen Rahmenhandlung) auf die aktuelle (ohnehin gerade verstorbene) Comicversion von Captain America, sondern geht sehr werkgetreu ganz weit in die Vergangenheit zurück. Joe Johnston ist schon durch seine herrlich nostalgische Verfilmung von Dave Stevens Comic “Rocketeer“ der richtige Regisseur um eine zur Zeit des Zweiten Weltkriegs angesiedelte teilweise ganz schön naive Heldengeschichte mit Schmalz aber auch mit reichlich Schmackes zu erzählen. Hauptdarsteller Chris Evans brachte bereits Superhelden-Erfahrung mit, denn er spielte in den beiden gar nicht einmal so guten “Fantastic Four“-Filmen gar nicht einmal so schlecht die menschliche Fackel. Jetzt überzeugt er am Anfang des Filmes als am Rechner zum Hänfling reduzierter Steve Rogers aber auch als gradliniger Held. Überhaupt ist die Besetzung großartig: Tommy Lee Jones ist ein überzeugender Kommisskopf, Hugo Weaving tröstet darüber hinweg, dass Christoph Waltz nicht als Red Skull zur Verfügung steht, während Stanley Tucci im Original immerhin einen lustigen deutschen Akzent drauf hat.

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© 2011 Marvel Entertainment

Wenn Chris Evans in einem kitschigen Captain America-Kostüm zum Song “The Star Spangled Man With A Plan” von Alan Menken (“Arielle, die Meerjungfrau“, “Die Schöne und das Biest“) mit einer Horde Showgirls auftritt, mag so mancher denken, dass Disney jetzt wohl tatsächlich die Marvel-Superhelden übernommen hat. Doch eine Szene, in der der Operetten-Superheld aus dem Kino-Serial bei Truppenbetreuung vor echten Soldaten böse ausgebuht wird, zeigt doch eine unerwartete Bodenhaftung des Films. Johnston und seinem Team gelingt es den klassischen naiven mit dem deutlich realistischeren Captain America aus Mark Millars Comic The Ultimates zu vereinen. Formal überzeugen nicht nur das detailfreudige Setdesign und die rasanten Actionszenen, sondern auch die 3D-Effekte. Diese mögen nachträglich eingefügt sein, doch welcher Film wird nicht nach Drehschluss noch bearbeitet. In Sachen Plastizität kann nicht einmal “Avatar“ dem Film das Wasser reichen. Immer wieder erfreuen Einstellungen durch große räumliche Tiefe.

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© 2011 Marvel Entertainment

In diesem Falle lohnt es sich den überlangen Nachspann abzusitzen, denn hier gibt es erste sehr kurze Ausschnitte aus Team-Up-Film „Avengers„, der vom Buffy-Schöpfer Joss Whedon inszeniert wurde. Hier trifft Captain America u. a. auf Thor, Iron Man, den Hulk und natürlich auf Samuel L. Jackson als Nick Fury.

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Captain America – Das Serial

Parallel zum DVD- und Blu-ray-Start des Blockbusters Captain America – The First Avenger wurde auch der erste Kinoauftritt des Marvel-Superhelden veröffentlicht. 1944 entstand ein 15-teiliges Serial, das dem Publikum in den US-Kinos stückchenweise vor dem jeweiligen Hauptfilm gezeigt wurde. Produziert hatten es die Republic Pictures, dort entstand drei Jahre zuvor bereits eine recht werkgetreue Serial-Adaption des Superhelden Captain Marvel.

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© intergroove / Savoy Film

Republics Version von Captain America hat jedoch keinerlei Ähnlichkeit mit dem Superhelden aus den Comics. Obwohl das Serial zu einer Zeit entstand als sich die USA mit voller Kraft am Zweiten Weltkrieg beteiligten, ist der der von Dick Purchell verkörperte Captain hier kein Soldat sondern Zivilist. Er ist Staatsanwalt und heißt Grant Gardener anstatt Steve Rogers wie in den Comics. Auch von dem ihn zum Übermenschen machenden Supersoldatenserum und dem rotweißblauen Schild fehlt – anders als auf dem DVD-Cover zu sehen – jede Spur.

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Fast vier Stunden lang versucht Republics Captain America einen gewissen Scarab dingfest zu machen. Dieser ist im Besitz eines gefährlichen Vibrators, der mit Soundwellen Gebäude zerstören kann. Während ansonsten in Serials die Identität des Superschurken erst in der letzten Episode enthüllt wird, ist hier bereits von Anfang an klar, dass Scarab kein anderer als Dr. Cyrus Maldor ist, der vom Horrorstar Lionel Atwill (Frankensteins Sohn) verkörpert wird.

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Mit einem Gesamtbudget von um die 200.000 Dollar war Captain America angeblich das teuerste Republic-Serial, doch aus heutiger Sicht wirkt es ziemlich trashig. Trotzdem ist es sehr erfreulich, dass diese frühe Superhelden-Verfilmung endlich auch in einer ordentlich synchronisierten deutschen Fassung vorliegt.

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50 Jahre Idefix

Der römische Generalinspekteur Lucius Nichtsalsverdrus macht seinem Namen alle Ehre. Er befehlt den unwilligen Legionäre des Lagers Kleinbonum ein weiteres Mal das unbeugsame gallische Dörfchen anzugreifen. Nachdem dies zu nichts – außer ein paar Beulen – führt, lässt der Römer eine Palisade rund um das Dorf errichten. Dies animiert Asterix zu einer Wette. Er will als Beweis dafür, dass sich ein Gallier durch nichts aufhalten lässt, mit Obelix quer durchs Land reisen und als Beweis Spezialitäten der jeweiligen Regionen mitbringen.

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Ihr 1963 erschienendes fünftes Abenteuer führt Asterix und Obelix nach Rotamagus (Rouen), Lutetia (Paris), Camaracum (Cambrai), Durocortorum (Reims), Divodurum (Metz), Lugdunum (Lyon), Nicae (Nizza), Massilia (Marseille), Tolosa (Toulouse), Aginum (Agen), Burdigala (Bourdeaux) und Gesocribate (Le Conquet). Diese Reiseroute ist angelehnt an den Streckenverlauf des berühmten Radrennens.

In Lutetia schließt sich unseren Helden erstmals eine Figur an, die künftig in keinem Asterix-Album fehlen soll. Vor einer Metzgerei wartet ein kleiner weißer Hund, der von da an ganz selbstverständlich Asterix und Obelix auf ihrer abenteuerlichen Reise folgt. Erst zum Ende des Abenteuer – kurz vor dem großen Festmahl – nimmt Obelix das Hündchen wahr und erst im nächsten Album “Asterix und Kleopatra“ erhielt es seinen Namen Idefix.

Anlässlich des 50-jährigen des ersten Auftritts von Idefix erscheint am 26. Juni 2015  „Asterix – Tour de France“ als limitierte Sonderausgabe (Softcover, 6,50 Euro) mit 16 redaktionellen Seiten mehr.

Erhältlich im Handel und im Ehapa Shop.

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