Batman of the Future # 03 – 10.000 Clowns

In Gotham City haben mehr als zehntausend Jokerz die Stadt übernommen und sorgen für Chaos und Zerstörung. Angeführt werden sie von Joker King, der sich für den Nachfolger des ersten Jokers hält und zu allem Übel auch noch der Bruder von Dana Tan ist, der Freundin von Terry McGinnis. Keine leichte Aufgabe für den Nachfolger von Bruce Wayne als Batman – zumal die Beziehung von Dana und Terry ziemlich am Ende ist.

 Batman of the Future # 03 - 10.000 Clowns

Ganz großes Kino – ganz in der Tradition der beliebten TV-Serie – was der Autor Adam Beechen hier abliefert. Tim Drake, Dick Grayson, Barbara Gordon und viele bekannte Figuren haben hier ihre Gastauftritte. Nebenbei führt er noch einen neuen Verbrechensbekämpfer ein: Vigilant! Seine Origin ist mehr als trickreich und spannungsgeladen konstruiert. Er ist ein Großneffe von Joe Chill und hat als Befehlsempfänger von Derek Powers und Mr. Fixx den Vater von Terry getötet!

 Batman of the Future # 03 - 10.000 Clowns

Während der Kampf um Gotham tobt – angeführt von Batman/Terry McGinnis mit der Unterstützung von der neuen Catwoman und Vigilant – liegt Bruce im Krankenhaus und kämpft um sein Leben. Die Jahre des Kampfes fordern nun ihren Tribut: Seine Leber ist von den vielen Schlägen und Schmerzmitteln irreparabel zerstört. Und am Ende kann ihn nur noch eine Lebertransplantation retten! Aber woher nehmen?

 Batman of the Future # 03 - 10.000 Clowns

Dem Autor gelingt sogar das scheinbar Unmögliche: Eine gute Origin und Steigerung der Figur von Joker King. Sein neuer Bösewicht ist ein ehrenvoller Nachfolger und spannender Charakter. Ganz besonders freuen darf man sich über die Rückkehr des Zeichners Norm Breyfogle, der über viele Jahre (1987–93 drei monatliche Batman-Serien zeichnete (Batman, Detective Comics und Batman: Shadow of the Bat). Er ist bei den Fans überaus beliebt und von seinem Können hat er nichts eingebüßt, wie er hier eindrucksvoll unter Beweis stellt. Sehr darf man sich schon auf den vierten Band freuen, der für November 2014 vorgesehen ist!
Norbert Elbers

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Hellblazer – Garth Ennis Collection

Nun liegen sie komplett vor, die von Garth Ennis getexteten Geschichten mit dem Mystiker John Constantine. Den Anfang des fünften diesmal besonders voluminösen Hardcover-Bandes bildet die sich Anno 1994 durch die Hellblazer-Hefte 78 bis 83 ziehende Storyline Das letzte Gefecht. Hier bekommt es Constantine mit dem Teufel höchstpersönlich zu tun und einige liebgewonnene Figuren verlassen die Serie für immer.

Hellblazer - Garth Ennis Collection

Ennis und der 2016 verstorbene Zeichner Steve Dillon befinden sich hier bereits auf der Höhe ihrer Kunst. Genau wie bei ihren nächsten Meisterwerken Preacher und Punisher wechseln sich brutale überraschende Momente mit ruhigen nachdenklich machenden Dialogen und Monologen ab. Es geht dabei um nichts Geringeres als Gottes Unfähigkeit die Menschen gut sein zu lassen und Constantines Unvermögen wirklich von ganzen Herzen zu lieben, obwohl er in der Lage ist “mit minimalem Aufwand ein Maximum an Anhänglichkeit herauszukitzeln“.

Hellblazer - Garth Ennis CollectionDeutlich ruhiger als in “Das letzte Gefecht“ geht es danach in der 58-seitigen 1997 als Hellblazer Special veröffentlichten Geschichte Heartland. John Constantine taucht hier gar nicht auf. Im Zentrum steht dessen ehemalige Freundin Kathy Ryan alias Kit, sowie ihre vier Geschwister und deren nicht eben harmonisch verlaufender Vergangenheit. Mit dieser erstaunlich gut geerdeten Geschichte ganz ohne Hokuspokus auskommende Geschichte über das nicht eben leichte Leben in Belfast verabschiedete sich der Zeichner Steve Dillon von Hellblazer.

Hellblazer - Garth Ennis Collection

Garth Ennis kehrte 1998 noch einmal kurz zurück und konfrontierte John Constantine in der fünfteiligen Hellblazer-Miniserie Menschensohn mit den brutalen Auswirkungen einer vor langer Zeit aus verständlichen Gründen begangenen magischen Untat. Das zentrale Motiv der Figur, die durch seine Versuche Böse zu verhindern Böses anrichtet, wird hier schön drastisch herausgearbeitet. Die glatten fast schon cartoonmäßig anmutenden Zeichnungen vom Watchmen-Koloristen John Higgins sind etwas gewöhnungsbedürftig. Einziges Manko dieses prall mit beeindruckenden Geschichten gefüllten Hardcover-Bandes ist, dass die beeindruckenden Cover-Gemälde von Glenn Fabry leider meist nur sehr klein auf einer Viertelseite abgedruckt wurden.

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Capote in Kansas

Bereits bevor 2004 sein (bei uns bisher nicht erschienener) auf Tatsachen basierender Gangster-Comic „Union Station“ veröffentlicht wurde, plante Ande Parks eine Adaption der Hintergrund-Geschichte zu Truman Capotes Tatsachen-Roman „Kaltblütig„. Als ein Jahr später schließlich der von ihm getextete Comic „Capote in Kansas“ erschien, war ihm Hollywood zuvor gekommen. 

Capote in Kansas

Zur gleichen Zeit startete der Kinofilm „Capote“ und Philip Seymour Hoffman erhielt einen Oscar für die Titelrolle. Ein Jahr später folgte auch noch der Film „Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote„. Hier spielte Sandra Bullock die Rolle von Harper Lee, der Autorin von „Wer die Nachtigall stört“, die als Jugendfreundin von Truman Capote den Bestseller-Autor auf seinem Trip nach Kansas begleitete.

Capote in Kansas

Wenn Ande Parks Comic bei uns mit fast 10-jähriger Verspätung im Rahmen der allgemeinen Graphic Novel Euphorie veröffentlicht wird, dann erscheint eine weitere Auseinandersetzung mit der schon etwas abgegriffen wirkenden Geschichte als nicht allzu prickelnd. Doch Parks verfolgt einen recht interessanten eigenen Ansatz. Er erzählt nicht nur davon, wie der schillernde Capote in der Kleinstadt Garden City zunächst wie ein Fremdkörper wirkt und wie sich der homosexuelle Autor von „Frühstück bei Tiffany“ zum Mörder Perry Smith hingezogen fühlt. Auch die zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder von Smith und Dick Hickock ermordete 16-jährige Nancy Cutter spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte. Sie erscheint Capote als Geist und konfrontiert ih dadurch mit den Schrecken der Tat.

Capote in Kansas

Der auch im Superhelden-Genre u. a. als „Daredevil„-Zeichner erfolgreiche Chris Samnee hat Parks Geschichte in zumeist recht stilvolle schwarzweiße Bilder umgesetzt. Panini veröffentlicht „Capote in Kansas“ als schöne Hardcover-Edition mit umfangreichen Bonusmaterial wie Skizzen, nicht verwendeten Szenen und Hintergrundinfos.

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James Joyce – Porträt eines Dubliners

Im Zentrum dieser Comicbiographie steht der irische Nationaldichter James Joyce. Die Lektüre von dessen nicht eben dünnen übersetzungsresistenten Werken „Ulysses“ und „Finnegans Wake“ gilt selbst bei abgebrühten Literatur-Freunden als Mutprobe. Wohl auch daher benannte der Spanier Alfonso Zapico seinen Comic nach Joyces deutlich zugänglicherer Geschichten-Sammlung „Dubliners„. Aus dem spanischen Originaltitel „Dublinés“ machte EgmontJames Joyce – Porträt eines Dubliners„, was ebenfalls recht gut passt, da die meisten Werk des irischen Autors zwar im europäischen Ausland entstanden sind, aber immer um die Stadt Dublin kreisten.

James Joyce

Alfonso Zapico wählte einen nur auf den allerersten Blick unpassenden knuffigen „Funny-Zeichenstil“ in dem er die Figuren liebevoll karikierte, während er die Handlungsorte sehr akkurat wiedergegeben hat. Vor allem der Auftakt der Comic-Biographie ist sehr textlastig geraten. Sprechblasen sind inmitten von Zapicos ausführlichen Erläuterungen zunächst eher Mangelware. Doch das ebenso spannende wie skurrile Leben von James Joyce, aber auch von dessen Freunden und Familienmitgliedern zieht den Leser sofort in den Bann.

Die mehr als 200 Seiten der Comic-Biographie sind äußerst spannend geraten. Zapico liefert auch viele Informationen zum geschichtlichen Hintergrund und zur komplizierten Veröffentlichungs-Geschichte von Joyces seinerzeit als sehr freizügig geltenden Werken. Das Buch dürfte den einen oder anderen Comicleser dazu bringen sich vielleicht doch irgendwann einmal an Joyces Wälzer „Ulysses“ zu versuchen.

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JUSTICE LEAGUE OF AMERICA: CRISIS 3

Im August 1972 erschien das Jubiläumsheft #100 der Serie “Justice League of America“. Gleichzeitig war dies auch das zehnte jährliche Aufeinandertreffen der beiden Superheldenteams der beiden parallelen Erden. Dieses Ereignis wollte der legendäre Redakteur Julius Schwartz mit einer ganz besonderen Geschichte feiern und er engagierte den jungen Autor Len Wein (er war zu diesem Zeitpunkt gerade mal 24 Jahre alt), damit dieser seine erste Geschichte für die Serie schreibe. Len Wein ist – zusammen mit dem Künstler Berni Wrightson – der Erfinder von Swamp Thing, der seinen ersten Auftritt in “House of Secrets“ #92 (Juli 1971) hatte. Len Wein wird zwei Jahre später für das Haus der Ideen Marvel die Figur Wolverine zum Leben erwecken.

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Für die #100 der Serie “Justice League of America“ hatte Wein auch gleich eine bombastische Idee: Eine Gefahr so groß für die Erde, dass selbst zwei Superhelden-Teams – nämlich JSA von Erde-2 und JLA von Erde-1 – nicht ausreichen würden, um diese zu bezwingen. Kurzer Hand reaktivierte er ein bekanntes drittes Team: The Seven Soldiers of Victory! Diese hatten ihren ersten Aufritt 1941 in “Leading Comics“ #1. Dieser Heftserie blieben die Helden treu bis zur Ausgabe #14. Keiner hatte sie seitdem mehr gesehen oder wusste, was mit ihnen geschehen war. Jetzt endlich wurde das Geheimnis um sie gelüftet!

Eine gigantische Hand umschließt die Erde-2 und droht diese zu zerquetschen. JLA und JSA sind ratlos. Aber sie kennen den Bösewicht, der dahinter steckt. Es ist Iron Hand, ein alter Gegner der Seven Soldiers of Victory. Ihnen war es damals gelungen, ihn zu besiegen aber heute weiß keiner mehr wie, und keiner weiß, wo die Helden abgeblieben sind. Beim Kampf damals war einer aus dem Team der Seven Soldiers of Victory gestorben – er ließ sein Leben, aber die Schlacht wurde gewonnen. Und so beschwören Doctor Fate, die Zauberin Zatanna und der Thunderbolt Yz von Johnny Thunder einen unendlich mächtigen Geist, der alles weiß: Oracle. Und natürlich weiß er um den Verbleib der sieben tapferen Recken und er weiß, wer damals starb. Die sieben Helden (Green Arrow, Speedy, Crimson Avenger, Star-Spangled Kid, Stripesy, Vigilante, Shining Knight) sind verstreut in Raum und Zeit. JSA und JLA machen sich auf, um das alte Team wieder zusammenzuführen. Sie finden sie alle wieder und nun helfen die Sieben ihnen, eine Waffe zu bauen, die die Gefahr besiegen kann. Aber ihr Einsatz ist gefährlich – auch damals kostete er ein Menschenleben. Es war Wing; Wing ist das achte „inoffizielle“ Mitglied der Seven Soldiers – er ist der Sidekick von Crimson Avenger; beide hatten ihren ersten Auftritt in “Detective Comics“ #20 (in jener Serie in deren Nummer #27 Batman seinen ersten Auftritt 1939 hatte!).

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Auch diesmal bedeutet der Einsatz der Waffe, dass kein Mensch ihn überleben kann! Wer wird sich opfern? Die drei Jubiläumshefte #100-#102 sind ein starkes Stück Comicgeschichte. Hier entwickelt Len Wein viele grundlegende Ideen, von denen viele Jahre später Grant Morrison noch zehrt, wenn er seine Versionen der Seven Soldiers in einem 30-bändigen Zyklus erzählt. Die überaus spannende Geschichte mit den drei Superheldenteams kam natürlich bei den Fans groß an. Und so beschloss man für das nächste Aufeinandertreffen (#107-108; Oktober–Dezember 1973) ebenfalls ein drittes Team zu kreieren / zu reaktivieren: Sechs alte Figuren des Quality Comics Verlags, den DC Comics übernommen hatte, wurden zu einem Team vereinigt – und zwar Black Condor, Doll Man, Human Bomb, Phantom Lady, The Ray und Uncle Sam bildeten nun die Freedom Fighters.

Uncle Sam ist so etwas wie das personifizierte Amerika und hatte seinen ersten Auftritt in “National Comics“ #1 (Juli 1940) und ist ein Geschöpf von keinem Geringeren als Will Eisner! Die Freedom Fighters leben ebenfalls auf einer Parallelerde – nämlich Erde-X. Der Name dieser Erde – so schlug es Wein dem Redakteur Julius Schwarz selbst vor – sollte erst Erde–versehen mit einem Hakenkreuz lauten, doch Schwartz hatte den Krieg erlebt und strich das Symbol durch – und daraus wurde schließlich ein X. Auf Erde-X war der Verlauf und Ausgang des Zweiten Weltkrieges anders: Hier hatten die Deutschen gesiegt. Die Nummern #91-92, 107-108, 113 erscheinen in deutscher Erstveröffentlichung – der Jubiläumsdreiteiler #100-102 ist hier in Deutschland schon in “Superman Extra“ Taschenbuch 8 bei Ehapa im Jahr 1983 veröffentlicht worden. Wunderbar altmodisch, historisch wertvoll, ein Quell nicht versiegender Phantasie und unglaublich charmant sind die alten Geschichten der jährlichen Zusammenkünfte der beiden Teams der parallelen Erden! Das überaus lesenswerte Vorwort von Len Wein selbst rundet den tollen Band ab. Einige der Original-Hefte hat übrigens Glynis Wein koloriert – die damalige Frau von Len Wein.

Norbert Elbers

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Batman / Superman: Gefahr für zwei Welten

Ja, so ein Neustart bietet viele Möglichkeiten, alte Geschichten neu zu erzählen.Eine beliebte und klassische Geschichte ist das erste Zusammentreffen der beiden größten Helden des Hauses DC: Batman und Superman. Historisch geschehen ist dies in der Mai/Juni Ausgabe von Superman #76 im Jahr 1952 auf der S.S. Varania geschehen. Weil das Schiff überbucht war mussten sich Bruce Wayne und Clark Kent eine Kabine teilen und lernten doch recht schnell die jeweils andere geheime Identität des anderen kennen. Nachzulesen ist dies auf Deutsch in Superman/Batman 6/1969 „Doppelrollen“ (Ehapa) bzw. in der DC Archiv Edition #10 von Panini von 2002.

Batman / Superman: Bd. 1: Gefahr für zwei Welten

In World’s Finest #94 von 1958 wurde dann noch einmal das allererste Aufeinandertreffen erzählt, bevor dann schließlich in Adventure Comics #275 („Origin of the Superman-Batman Team“, August 1960) doch noch erzählt wurde, wie das aller-allererste Zusammentreffen doch in Wirklichkeit war. Auf Deutsch erschienen beide Geschichten mehrmals bei Ehapa. Im Gedächtnis geblieben sein dürfte die Geschichte von dem jungen Bruce, der als Fliegender Fuchs in Smallville auftaucht, als er seinen Onkel und seine Tante dort besuchte. Klar, dass er in Smallville natürlich auf Superboy traf!

Batman / Superman: Bd. 1: Gefahr für zwei Welten

Nach der Krise der unendlich vielen Welten, war all dies ja nie geschehen und so konnte man abermals ein erstes Zusammentreffen von Superman und Batman erzählen: So passiert durch John Byrne in Man of Steel #3 im Jahr 1986. Nach dem kompletten Relaunch in New 52 glaubte man lange Zeit, dass sich die beiden in Justice League #1 zum ersten Mal trafen. Aber weit gefehlt: Nun endlich erfahren wir, wie es wirklich war!

Batman / Superman: Bd. 1: Gefahr für zwei Welten

All den alten Geschichten ist gemeinsam, dass man sie nicht vergessen konnte. Aber ob das Greg Pak mit seiner Geschichte gelungen ist? Er führt eine neue Gegnerin ein: Kaiyo. Sie verfügt über magische und mächtige Kräfte. Sie ist eine Göttin und gehorcht Darkseid. Sie möchte herausfinden, welches Batman/Superman-Team stärker ist – das von Erde-1 oder Erde-2. Auf Erde-1 sind sich unsere beiden Helden noch nie begegnet, aber die beiden Gegenstücke auf Erde-2 sind schon ein Team. Das Erde-1 (noch nicht-)Team ist unerfahren und weiß auch noch nichts von der Parallelwelt. Sie hauen aufeinander ein, begegnen alten Vertrauen und doch ist alles so fremd. Erde-2 Batman ist mit Catwoman verheiratet, die Eltern von Erde-2 Superman leben noch, wohingegen die von Erde-1 Superman schon tot sind.

Batman / Superman: Bd. 1: Gefahr für zwei Welten
Variant-Cover

Zeitlich einzuordnen ist es also vor den Geschichten in Action Comics #1 und Justice League #1. Clark ist 22 Jahre alt und erst seit ein paar Monaten läuft er mit dem Cape rum. Abgerundet wird die Geschichte durch poetische Rückblenden aus der Kindheit von Bruce un Clrak, in denen Alfred kurz nach der Ermordung von Martha und Thomas Wayne eine Autopanne in Smallville hat und Bruce hier auf Clark trifft. Die Zeichnungen von Jae Lee sind sehr schön anzusehen.

Norbert Elbers

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Blacksad 5: Amarillo

Im Umfeld der unglaublich produktiven frankobelgischen Comiclandschaft sind fünf “Blacksad“-Alben in dreizehn Jahren kein gewaltiger Output. Dennoch wurde die Serie der beiden Spanier Juan Diaz Canales und Juanjo Guarnido zu einem der größten Erfolge in Frankreich und die Comicfans sehnen sich nach weiteren Bänden dieses im wahrsten Sinne des Wortes fabelhaften Comics. Bei uns läuft die Reihe ebenfalls recht gut, was sich schon dadurch bemerkbar macht, dass bei Carlsen im Gegensatz zu anderen Serien-Importen alle “Blacksad“-Alben und der sehr schöne “Hinter den Kulissen“-Band immer noch lieferbar sind.

Blacksad 5: Amarillo

Der hartgesottene Detektiv John Blacksad ist ein schwarzer Kater der meist einen grünlichen Anzug und eine locker geschnürte gestreifte Krawatte trägt. Sein bester Kumpel ist der kleine Wiesel Weekly und eine wichtige Rolle spielt der bei der Polizei arbeitende deutsche Schäferhund Smirnov. Auch die restliche Belegschaft entstammt dem Tierreich. Da gibt es Nilpferde, Flamingos, Krokodile, Gorillas, Ziegen oder Eisbären, die alle im Stile der 40er Jahre gekleidet sind. Die Proportionen zwischen den Figuren entsprechen zwar nicht immer den Vorgaben von Mutter Natur, im neusten Band sitzt etwa die Katze Blacksad im Auto neben einer Hyäne und einem Papagei, die alle nahezu die gleiche Körpergröße haben. Doch Juanjo Guarnido, dem auch bei Disney geschulten Zeichner, der beim Trickfilm “Tarzan“ mitarbeitete, gelang ein glaubhaftes Universum, in dem tierische Figuren Abenteuer erleben, die an die Romane von Chandler und Hammett aber auch an Hollywoods “Schwarzer Serie“ erinnern.

Blacksad 5: Amarillo

Guarnidos direkt kolorierte detailverliebte Zeichnungen lassen sofort den Grund erahnen, warum hier nicht wie am Fließband, alljährlich ein weiteres Album erscheinen kann. Sein Stil ist im fünften Band lockerer und ausdrucksstärker denn je, was bestens zur alles andere als schreiend komischen Geschichte passt.

Blacksad 5: Amarillo

Sind es auch auf dem ersten Blick Guarnidos Bilder, die “Blacksad“ zu einer herausragenden Comicserie machen, soll nicht vergessen werden, dass Juan Diaz Canales‘ Geschichten ebenfalls großartig sind, was sicher auch daran liegt, dass dieser ebenfalls ein sehr guter Zeichner ist. Der ersten “Blacksad“-Band “Irgendwo zwischen den Schatten“ erzählte noch einen eher konventionellen Kriminalfall, hatte aber schon ein paar tragische Untertöne. Dies setzte sich weiter fort und es menschelte immer mehr in Blacksads Tierreich. Im fünften Band “Amarillo“ gibt es wieder allerlei clevere Anspielungen u. a. auf Filme wie “Ist das Leben nicht schön“ und “Freaks“ oder die Motorradbande aus “Der Wilde“, am schönsten ist vielleicht Guarnidos Verlagerung eines klassischen Comic-Covers von Harvey Kurtzmans MAD ins Blacksad-Universum. Doch in erster Linie bangt der Leser um den literarisch begabten und von zerstörerischen Selbstzweifeln geplagten jungen Löwen Chad. Wenn Guarnido und Canales dieses Niveau halten, warte ich gerne ein paar Jährchen auf den nächsten “Blacksad“-Band!

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In der Sekte: Mein Leben in Scientology

Marion strampelt sich vergeblich ab, um ihren Job in einer Werbeagentur zu stabilisieren, mit ihrem Freund nimmt sie LSD, doch allzu lange wird er nicht mehr ihr Freund sein… Der Alltag nimmt Marion also her, doch da ist Raphael, der sie mit Scientology in Verbindung bringt. Sie lernt neue Leute kennen, alles wirkt so freundlich. Vor allem tut ihr die Aufmerksamkeit gut, die man ihr entgegenbringt. Und schwupp… hängt sie schon am Haken der Sekte.

In der Sekte

Schließlich unterschreibt sie einen Mitarbeitervertrag über eine Milliarde Jahre und wird nach Kopenhagen in die europäische Zentrale geschickt, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten muss. Trotzdem ist Marion höchst motiviert und wird sogar als toughe Missionarin nach Paris geschickt, um den dortigen Geldfluss in Richtung Zentrale wieder in Schwung zu bringen. Nach ihrer Rückkehr schleicht sich allerdings eine Depression ein und plötzlich fragt sie sich: „Was mache ich hier bloß?“

Louis Alloing („Der Fall E. P. Jacobs„) und Pierre Guillon erzählen hier eine wahre Geschichte. Die Graphic Novel liest sich sehr flüssig und spannend, obwohl die Zustände, die sie beschreibt, durch Presseberichte und Bücher über die Sekte längst bekannt sind, doch das persönliche Schicksal der Frau, das authentisch und unaufgeregt erzählt wird, berührt.

Das Vorwort mit der frechen Überschrift „Scientology, der Star unter den Sekten“ verfasste der Schweizer Sektenexperte Hugo Stamm, das Nachwort durfte ich schreiben, da ich selbst in den 70ern in der Sekte tätig war. Was mich als Kenner der Materie wundert, ist, dass das sehr umfangreiche Scientologen- Kauderwelsch hier praktisch keine Rolle spielt – häufigdachte ich, Scientologen würden sich anders ausdrücken –, was einerseits daran liegen könnte, dass das Sektenopfer nicht selbst die Geschichte niederschrieb, andererseits an der Übersetzung. Vielleicht wollte man auch den Leser schonen. Mir fiel auch auf, dass Sektengründer L. Ron Hubbard, um den sich in Scientology alles dreht, mit keinem Wort erwähnt wird. An rechtlichen Gründen kann das nicht liegen, es dürfte eher ein Hinweis darauf sein, dass Marion keinerlei Sehnsucht nach einem Guru hatte, sondern Freunde und die Geborgenheit einer Gruppe suchte. Sektenmitglieder ticken eben nicht alle gleich, wie mancher zu glauben scheint.

Gerhard Förster

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Constantine: Der Funke und die Flamme

Im Rahmen des im September 2011 erfolgten “New 52“-Relaunch startete DC gleichzeitig 52 Comic-Serien neu und feierte dies mit Ausgaben, die alle die Nummer 1 auf dem Cover trugen. Hierzu musste teilweise ganz schön tief in die Mottenkiste gegriffen werden und Serientitel wie “Mister Terrific“, “Captain Atom“, “Blue Beetle“ oder “Resurrection Man“ wurden mittlerweile schon längst wieder eingestellt.

Constantine

Immer noch am Laufen (und auch bei Panini auf Deutsch lieferbar) ist die von Peter Milligan getextete Serie “Justice League Dark“. Hier formierten sich “düstere“ DC-Figuren mit einem Hang zu Zauberei und Magie wie Madame Xanadu, Deadman, Shade, the Changing Man, Zatanna aber auch Frankenstein zu einem Team. Mit dabei ist natürlich auch der britische Mystery-Detektiv John Constantin, der sich zuvor innerhalb der Serie “Hellblazer“ eher bei der für erwachsenere Comic-Geschichten zuständigen DC-Tochter Vertigo herumtrieb.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Nachdem “Hellblazer“ kurz zuvor mit Ausgaben 300 eingestellt wurde, bekam John Contantine ab Anfang 2013 eine eigene Serie im DC-Universum. “Constantine“ startete mit der vierten Welle der “New 52“-Comics und wird von den beiden auch als Zeichner tätigen Kanadiern Jeff Lemire (“Essex Country“, “Sweet Tooth“) und Ray Fawkes getextet. Beide haben auch schon für “Justice League Dark“ geschrieben. Ihr John Constantine reist innerhalb der fünfteiligen Eröffnungs-Serie “Der Funke und die Flame“, die Panini gebündelt veröffentlicht, über Norwegen und Myanmar (alias Birma oder Burma) zwar auch in seine Heimatstadt London, doch sein Hauptwohnsitz ist jetzt New York.

Constantine: Der Funke und die Flamme

Gezeichnet wurden die Miniserie, in der es um einen magischen Kompass geht, recht ansprechend von den Brasilianern Renato Guedes und Fabiano Newes. Zwar fehlt der Geschichte ein wenig der gesellschaftskritische gegenwartsbezogene Touch den Autoren wie Garth Ennis immer wieder bei “Hellblazer“ einbrachten, doch als Mystery-Serie funktioniert „Constantine“ bestens.

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Ralf König: Konrad und Paul – Raumstation Sehnsucht

Ralf Königs langlebigsten Figuren sind der Schöngeist Konrad und der ewige Rammler Paul, wobei diese so etwas wie das Über-Ich und das Es des zeichnenden Autors sein könnten. König hat seit 1990 zahllose Kurzgeschichten mit dem ungleichen schwule Pärchen erzählt, viele davon sind im Ehapa-Sammelband “Ist der Ruf erst ruiniert…“ enthalten, doch mit dem Duo lassen sich auch längere Geschichten erzählen, siehe “Bullenklöten“ (Männerschwarm) oder “Sie dürfen sich jetzt küssen“ (Rowohlt) oder „Herbst in der Hose„.

Ralf König: Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht

Auch im Zentrum von “Raumstation Sehnsucht“ stehen Konrad und Paul. Die Comicgeschichte enthält einige Anspielungen auf das Werk von Tennessee Williams und besteht aus drei Teilen. Zum einen geht es um die schwärmerischen Gefühle, die Konrad für seinen jungen sensiblen rumänischen Klavierschüler Anton hegt, der eine ganze “Glasmenagerie“ von Likörgläsern besitzt. Antons Mutter möchte ihren Sohn am liebsten mit Konrad verkuppeln. Doch Konrad hat moralische Bedenken, genau wie der eigentlich sehr viel unbedenklichere Paul. Dieser soll eigentlich seiner hochschwangeren Schwester Edeltraut beistehen, fühlt sich aber zugleich zu seinem behaarten muskelbepackten Schwager Porky hingezogen, der an Stanley Kowalski aus “Endstation Sehnsucht“ erinnert, aber auch eine “tätowierte Rose“ am Oberarm trägt.

Ralf König: Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht

Als dritte Ebene der Geschichte gibt es noch schwarzweiß illustrierte Prosa-Auszüge aus einem Science-Fiction-Roman an dem Paul gerade arbeitet. Im Laufe der nur bedingt futuristischen Erzählung “Im Weltraum hört Dich keiner grunzen“ hat der von Barry Hoden, dem Piloten des Raumschiffs “Libido XL“, begehrte Monteur Brick immer mehr Ähnlichkeit mit Pauls Schwager Porky.

Ralf König: Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht

König erweist sich einmal mehr als souveräner Erzähler. Seine ansprechend kolorierten Zeichnungen sind scheinbar lässig hingehauene Skizzen und das Lettering wirkt fast schon geschmiert. Trotzdem wird der Leser stärker in Königs Welt hineingezogen als dies den Schöpfern von vielen optisch aufwändiger gestalteten Comics gelingt.

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