George Gently – Der Unbestechliche – Staffel Fünf

Die Hauptfigur der Serie wurde vom Autor Alan Hunter geschaffen, der von 1955 bis 1999 schrieb Hunter insgesamt 46 Romane mit Inspector George Gently schrieb. Die erfolgreiche TV-Serie verlegt die Geschichten in die Sechziger Jahre und startet im London des Jahres 1964. Dort wird Gentlys geliebte Frau in einem brutalen Racheakt ermordet. Nachdem Gently den Mörder zur Strecke gebracht hat, entscheidet er sich dazu im idyllischen Northumberland weiterhin Polizeidienst zu schieben.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Der auf den ersten Blick erschreckend bieder wirkende Gently ist eine der interessantesten Detektivfiguren der Neuzeit. Gently vertritt trotz seines konservativen Outfits (grauer Anzug, militärisch kurzer Haarschnitt) inmitten der nicht nur swingenden Sixties deutlich fortschrittlichere Ansichten als die meisten seiner Polizeikollegen inklusive seines sehr viel jüngeren voll in der damaligen Jugendkultur aufgehenden Assistenten Sergeant John Bacchus.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Inspector Gently ist eine Paraderolle für Martin Shaw, der einst in der fast schon klassischen britischen Serie “Die Profis“ den jugendlichen Draufgänger Ray Doyle spielte. Der auch am Theater sehr aktive Shaw ist würdevoll gealtert und stattet Gently mit leisem Humor, distinguierter Unnahbarkeit und einer gehörigen Prise Unberechenbarkeit aus.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Die fünfte Staffel (die ebenfalls dazu gehörende Episode „Adel verpflichtet“ / „Gently with Class“ ist in der DVD-Box mit der nur aus zwei Episoden bestehenden vierten Staffel enthalten) spielt im Jahr 1968. In die in blassen fast schon schwarzweißen Bildern erzählten Geschichten fließt auch immer wieder Zeitgeschichte mit ein. Dies gilt ganz besonders für die erste Episode „Blinder Hass“ / „Gently Northern Soul„, die sich sehr vielschichtig und eindringlich mit Rassismus vor dem Hintergrund der Ermordung von Martin Luther King und den rechtsradikalen Ergüssen des konservativen Politikers Enoch Powell beschäftig. Mittlerweile wurde in Großbritannien bereits die sechste Staffel von „George Gently“ ausgestrahlt und eine siebte Staffel befindet sich in Produktion.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Bonusmaterial der DVD: Behind the Scenes (13:33 min), ohne deutsche Untertitel

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Stephen King: Mr. Mercedes

Mit Christine und Der Buick – Stephen Kings anderen „Autobüchern – hat Mr. Mercedes wenig gemeinsam, denn übersinnliche Elemente, wie fluchbeladene Alltagsgegenstände sucht der Leser diesmal vergebens. King bemüht sich sein Buch fest in der Realität zu verankern. Dies zeigt sich bereits im ersten Kapitel, in dem King mit viel Einfühlungsvermögen einige Frühaufsteher beschreibt, die hoffen bei einer städtischen Jobbörse endlich wieder einen Job zu finden. Mitten hinein in diesen traurigen Haufen von Arbeitssuchenden fährt am Ende des Kapitels Mr. Mercedes mit seinem Benz. Nachdem der Psychopath etliche Menschen überfahren hat, kann er dank deutscher Wertarbeit unerkannt in seiner gestohlenen wuchtigen Nobelkarosse entkommen.

Stephen King: Mr. Mercedes
Hardcover-Cover

 

Die Hauptfigur des Buches ist der pensionierte Polizist Bill Hodges, dem es während seiner aktiven Zeit nicht gelang “Mr. Mercedes“ zu schnappen. Er wird jedoch vom Killer beobachtet und durch einen anonymen Brief provoziert. Eigentlich beabsichtigte Brady Hartsfield alias “Mr. Mercedes“ den immer depressiver werdenden Hodges durch Psycho-Tricks, wie manipulative Mails, in den Selbstmord zu treiben. Dies war ihm zuvor bereits bei der Besitzerin des Todes-Mercedes gelungen, die sich Vorwürfe machte, weil Hartsfield so einfach an die Schlüssel ihrer Wagens gekommen war. Doch bei Hodges erreicht “Mr. Mercedes“ genau das Gegenteil, denn dieser setzt alles dran um den Killer zu schnappen. Doch auch Hartsfield hat sich noch lange nicht zur Ruhe gesetzt.

Stephen King: Mr. Mercedes
Softcover-Cover

Dies war ihm zuvor bereits bei der Besitzerin des Todes-Mercedes gelungen, die sich Vorwürfe machte, weil Hartsfield so einfach an die Schlüssel ihrer Wagens gekommen war. Doch bei Hodges erreicht “Mr. Mercedes“ genau das Gegenteil, denn dieser setzt alles dran um den Killer zu schnappen. Doch auch Hartsfield hat sich noch lange nicht zur Ruhe gesetzt.

Stephen King: Mr. Mercedes

Mr. Mercedes zeigt, dass Stephen King keine Fantasy- oder Horror-Gimmicks braucht um ein spannendes und mitreißendes Buch zu schreiben. Auch der Alltag und insbesondere das Internet bieten genügend Abgründe. Das Buch fesselt über die volle Länge von 600 Seiten. Einmal mehr gelangen King interessante Charaktere sowohl im guten wie auch im bösen, sowie diesmal sogar ein an Spannung kaum zu überbietendes Finale.

Stephen King: Mr. Mercedes

Bereits ein Jahr nach Mr. Mercedes erschien mit Finderlohn eine Art Fortsetzung und das Buch Mind Control vollendete schließlich die Trilogie um Bill Hodges. Mittlerweile wurde ist auf der Grundlage von Mr. Mercedes eine spannende TV-Serie mit Brendan Gleeson und Mary-Louise Parker entstanden.

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Michelangelo – Das vollständige Werk

2007 erschien beim Taschen Verlag der gewaltige über 700-seitige Bildband „Michelangelo – Das Gesamtwerk“ zu dem ein Kritiker vom Londoner Sunday Express Magazine anmerkte: „Falls ein Besuch in der Sixtinischen Kapelle gerade nicht ansteht, ist dieses prächtige Buch ein vollwertiger Ersatz.“ Die riesige Schwarte kostete seinerzeit 150 Euro und ist mittlerweile – wie viele Bücher aus dem Hause Taschen – vergriffen und wird hoch gehandelt.

Michelangelo - Das vollständige Werk

Doch wie ebenfalls bei Taschen üblich, liegt jetzt eine etwas kleinformatigere sehr viel preiswertere aber immer noch gebundene Ausgabe vor, die ebenfalls eine Reise nach Rom ersetzten könnte. Im Buch wird Michelangelo auch als Bildhauer sowie als „Architekt in Florenz und Rom“ unter besonderer Berücksichtigung der Kuppel des Petersdoms gewürdigt. Als umfangreiche Anhänge sind noch Kataloge mit Abbildungen aller Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Architekturen enthalten.

Michelangelo - Das vollständige Werk

Das Kernstücke des Prachtbandes ist natürlich Michelangelos von 1505 bis 1512 realisierte „Sixtinische Decke“ mit der legendären „Erschaffung Adams“ im Zentrum. Hierzu enthält das Buch sehr viele Fotos, Skizzen, Ausschnittsvergrößerungen sowie Klapptafeln mit der kompletten Decke und einzelnen Highlights und das Goethe-Zitat „… ohne die Sixtinische Kapelle gesehen zu haben, kann man sich keinen anschauenden Begriff machen, was ein Mensch vermag“. All dies könnte vielleicht doch noch dazu verleiten die Koffer nach Rom zu packen.

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Asterix bei den Belgiern – Ultimative Edition

Das 24. Asterix-Album erschien 1979 in Frankreich und auch in Deutschland, hier erstmals direkt als Album, ohne Vorabdruck im mittlerweile eingestellten Heft MV Comics. Der am 5. November 1977 verstorbene René Goscinny konnte die Vollendung seiner letzten Asterix-Geschichte nicht mehr erleben. Auch ansonsten stand die Entstehungsgeschichte von „Asterix bei den Belgiern“ unter keinem guten Stern, denn der um seinen Freund Goscinny trauernde Uderzo wurde vom damaligen Verleger Dargaud per Gerichtsurteil gezwungen, das Album zu vollenden. Das von Uderzo danach im Alleingang realisierte Asterix-Album „Der große Graben“ erschien dann bei der neu gegründeten Les Editions Albert René.

Asterix bei den Belgiern

Dem Comic sind die negativen Begleitumstände jedoch nicht anzumerken. Der Aufhänger der Geschichte ist einmal mehr wieder äußerst originell. Julius Cäsar hat in seinem Buch über den gallischen Krieg die Belgier bzw. das Volk der Bellovaker als besonders tapfer bezeichnet. Im Comic nun lässt Goscinny den römischen Feldherren behaupten, dass „von allen gallischen Stämmen, die Belgier am tapfersten sind“. Das ist natürlich ein prima Vorwand um sich über das von allerlei Eifersüchteleien geprägte Verhältnis zwischen Franzosen und Belgiern lustig zu machen.

Asterix, Obelix und ihr Häuptling Majestix, der beweisen möchte, dass „er der mächtigste Gallierstamm ist“, brechen nach Belgien auf und fordern die dortigen Stämme zu einem Wettstreit heraus. Wer am meisten Römerlager zerstört hat gewonnen und Cäsar soll als Schiedsrichter fungieren. Dies artet natürlich in haufenweise Prügeleien aus, doch die Geschichte funktioniert nicht nur im Groben. Es gibt allerlei Spötteleien über die belgische Küche, sowie über die Konflikte zwischen Flamen und Wallonen. Ein Gedicht von Vicor Hugo über die Schlacht von Waterloo wird zitiert und ein Gemälde von Pieter Brueghel dem Älteren auf einer ganzen Seite nachgestellt. Die vielen Anspielungen erschließen sich dem deutschen Leser nur bedingt, doch die Übersetzerin Gudrun Penndorf macht auch hier wieder einen wahnsinnig guten Job.

Mit „Asterix bei den Belgiern“ liegen jetzt endlich alle wichtigen klassischen Asterix-Alben in der optimalen Form der großformatigen „Ultimativen Edition“ vor und das durchgehende Buchrückenmotiv mit dem gallischen Dorf ist komplett. Wenn es noch etwas dauert bis als „Ultimativen Edition“ auch noch „Das goldene Buch“ und „Gallien in Gefahr“ folgen, läßt sich dies gut verkraften.

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Robert Crumb: Mister Nostalgia

Dies ist, nach „Nausea“ und „Immer Ärger mit den Frauen„, der dritte Band, den Reprodukt von der thematisch gegliederten Robert-Crumb-Werkausgabe der französischen Édition Cornélius übernimmt. Obwohl Crumb seine ersten Erfolge in den Sechziger Jahren im Umfeld der Gegenkultur feierte, war er schon damals wenig an den gerade angesagten Strömungen interessiert. So gestaltete Crumb zwar das Cover für die Janis Joblin Platte „Cheap Thrills“ (genau genommen waren seine Comic-Motive zunächst für das Backcover vorgesehen), doch die Musik der Sängerin mochte er nicht sonderlich.

Robert Crumb: Mister Nostalgia

Stärker noch als für Comics interessiert Robert Crumb sich für die Musik der 20er und 30er Jahre sowie für alte Schellack-Platten. Die in diesen Band zum Abdruck kommenden Comics und Zeichnungen von Robert Crumb tragen dieser Vorliebe Rechnung. Sein sehr kontrastreich gezeichneter biographischer Comic über den Blues-Sänger Charley Patton gehört zu seinen kunstvollsten Arbeiten. Auch ansonsten zeigen die in diesem Buch enthaltenen Comics und Illustrationen, dass Crumb sehr viel mehr ist, als jemand, der seine sexuellen Vorlieben zur Schau stellt.

Robert Crumb: Mister NostalgiaEbenfalls enthalten ist der arg pessimistische, aber leider auch recht realistische Comic „Eine kurze Geschichte Amerikas„, der auf nur fünf Seiten zeigt, wie eine einst blühende Landschaft durch menschliche Behausungen im Laufe der Jahrhunderte immer hässlicher wird. Dies bring Robert Crumbs „Früher war vieles besser“-Philosophie, der dieser schön zusammengestellte Band gewidmet ist, sehr gut auf den Punkt.

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Skydoll

Noa ist eigentlich nur eine Puppe, die alle 33 Stunden aufgezogen werden muss und in einer Astro-Waschanlage arbeitet (dort aber wohl nicht nur reinigt). Doch ihr Schicksal steht im Zusammenhang mit der verschwundenen Päpstin Agape. Deren Schwester Ludowicka herrscht alleine und durch fingierte Wunder über den Planeten Papathea. Gemeinsam mit den Botschaftern Roy und Jahu reist Noa auf die Wasserwelt Aqua um mehr über ihre Vergangenheit und ihre Berufung zu erfahren.

Skydoll

Das ist schon ziemlich abgefahrenes Zeug was Alessandro Barbucci und Barbara Canepa (Monster Allergy, W. I. T. C. H.) hier zu Papier gebracht haben. Bei der Lektüre entsteht der Eindruck Walt Disney hätte die Incal-Serie von Moebius und Jodorowsky im Stile eines japanischen Animes verfilmt, allerdings ohne dabei sonderlich auf eine Jugendfreigabe zu achten. In liebevoll ausgestalteten Bildern wird eine wild ausufernde (aber noch nachvollziehbare) Geschichte voller religiöser Anspielungen erzählt und unaufdringlich mit sanfter Erotik abgeschmeckt.

Skydoll

Nachdem Carlsen die ersten drei Skydoll-Alben und den sehr empfehlenswerten mittlerweile vergriffenen Werkstattband Doll´s Factory im Softcoverformat herausbrachte, hat sich Splitter der Reihe angenommen. Hier erscheint Skydoll in einer schönen Hardcover-Edition. Die Serie ist wie ein Trip und wenn die Alben der Serie ausgelesen sind, entstehen schon beinahe Entzugserscheinungen.

Skydoll

Etwas Linderung bietet die ebenfalls bei Splitter erschienenen zwei Bände der Storysammlung Skydoll Collection. Vom vierten Skydoll-Band  Sudra hat Splitter für besonders ungeduldige Comicfreunde zunächst eine limitierte schwarzweiße Edition herausgebracht.

Skydoll

Die reguläre Ausgabe von Sudra erfreut in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist die Comic-Erzählung diesmal etwas länger und zum anderen gibt es noch einen schön aufgemachten 9-seitigen Anhang. Dieser enthält Skizzen, aber auch Antworten. Bei einer Facebook-Aktion konnten Alessandro Barbucci und Barbara Canepa direkt befragt werden.

Skydoll

Einige der interessantesten Antworten kamen im Comic-Album zum Abdruck. So schreibt Barbucci, dass er als zunächst toleranter Atheist im Hinblick auf Religion im Laufe seiner Arbeit an Skydoll “viel härter“ geworden sei und dieser mittlerweile “keinerlei positiven Aspekt mehr abgewinnen kann“. Barbara Canepa bietet einen Blick in die Zukunft und verrät, dass die Hauptgeschichte im fünften – wieder etwas umfangreicheren – Album zum Abschluss kommt, Skydoll damit aber noch nicht unbedingt beendet ist.

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Marine Blandin: Eine nautische Fabel

Auf dem Grundstück eines „Friedhofs der Kuscheltiere“ ein großes Erlebnis-Schwimmbad zu errichten, ist keine gute Idee. Dass dann ständig eine alte Dame ins Schwimmbad kommt, die für ihr totes Karnickel eine Möhre ins gechlorte Becken wirft, ist danach noch das kleinste Problem. Sehr viel schlimmer ist es, dass in dem verfluchten „Nautiland“ niemand in den letzten Jahren den den Ausgang gefunden hat und dass daher das Badevergnügen kein Ende nimmt.

Marine Blandin: Eine nautische Fabel

„Eine nautische Fabel“ ist nach Bastien Vivès‘ „Der Geschmack von Chlor“ ein weiterer Comic über das Faszinosum Hallenbad. Das Comicdebüt der 1980 in Paris geborenen Marine Blandin (nomen est omen?) kam 2013 beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulème in der Auswahl der vielversprechendsten Neuerscheinungen.

Marine Blandin: Eine nautische Fabel
Marine Blandin erzählt die Geschichte in erster Linie durch ihre ungewöhnlichen Bilder und legt es auch gar nicht darauf an für alles oder für überhaupt irgendetwas eine Erklärung zu finden. Ihre blau gekachelte von seltsam vertrauten Gestalten wie überforderten Bademeistern, alten Damen mit Badekappen oder Wasserballett-Ratten bevölkerte Badewelt atmet den Geist der besten Filme von Terry Gilliam, beflügelt die eigene Phantasie und ist erfrischend wie ein Sprung ins kühle Nass.

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Dracula Untold

Beim Betrachten des Films wird schnell klar, warum die Geschichte von Dracula Untold bisher nicht erzählt wurde (zumindest nicht im Kino, doch zahlreiche Direct-to-video-Produktionen wie Dark Prince – The True Story of Dracula, Vlad der Pfähler oder Dracula – Prince of Darkness haben sich bereits an der halbwegs historisch verbürgten Origin des adeligen Vampirs versucht).

Dracula UntoldDoch jetzt wurden angeblich 100 Millionen Dollar verpulvert, um jene Legende zu erzählen, die den legendären Vampir-Fürsten entstehen ließ. Der sehr vielseitige Luke Evans – man vergleiche seine coole Darstellung des britischen Posträubers in Der große Eisenbahnraub 1963 mit seinem Musketier Aramis oder den jungen Naiven in Immer Drama um Tamara – ist noch so ziemlich das Beste an diesem Film um den rumänischen Adeligen Vlad den Dritten alias der Pfähler, der circa 1450 eine Weile recht erfolgreich die Türken bekämpfte und seine Feinde aufspießt haben soll.Dracula UntoldErstmals erfahren wir jetzt im Kino, dass der zum Dämon mutierte römische Imperator Caligula den romänischen Fürsten zum Vampir machte. Diese blöde Idee wird auch nicht besser, wenn der charismatische Charles Dance (Game of Thrones) kurz als Caligula zu sehen ist. Das Hauptproblem an Dracula Untold ist weniger das hirnrissige, aber für Blockbuster-Verhältnisse noch tolerable Drehbuch, sondern das Unvermögen des Regie-Debütanten Gary Shore visuelles Kapital daraus zu schlagen. Um eine Jugendfreigabe zu erreichen, sind die gewaltigen bzw. gewalttätig gemeinten Gemetzel im Kampfe gegen die Türken recht blutleer ausgefallen. 3D hätte hier vielleicht geholfen, denn vor allem der Auftakt des Filmes wirkt so, als wenn dieser plastischer hätte werden sollen.Dracula UntoldSo schön es auch ist, dass Dracula Untold nur eine kurze Laufzeit hat, so bedauerlich ist es, dass der Film gerade da aufhört, wo er hätte interessant werden können.

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John Carpenters Christine

Ganz über die Klasse von Brian De Palmas „Carrie“ verfügt John Carpenters „Christine“ nicht. Doch genau wie bei der sieben Jahre zuvor entstandenen Stephen-King-Verfilmung ist auch hier ein Remake völlig unnötig, denn der Film über einen tödlichen 1958er Plymouth Fury mit rot-weißer Speziallackierung ist stylisch und gut besetzt. „Christine“ kann auch heute noch überzeugen, amüsieren und gepflegten Grusel verbreiten.

John Carpenters Christine

Daher ist es sehr erfreulich, dass dieser Film endlich auch auf Blu-ray erscheint und zumindest die Originalfassung, aber leider nicht die deutsche Synchronisation, in guter das Wohnzimmer aus allen fünf Ecken beschallener Tonqualität zu hören ist. Zudem wird auch noch einiges an Bonusmaterial präsentiert. So gibt es 25 Minuten lang entfallene Szenen in mäßiger Bildqualität zu bestaunen sowie einige interessante Dokumentationen.

John Carpenters Christine

Der Höhepunkt ist jedoch zweifelsohne der Audiokommentar, auf dem John Carpenter gemeinsam mit dem Hauptdarsteller Keith Gordon zu hören ist. Für Carpenter waren anscheinend die Dreharbeiten zu „Christine“ eine seiner positivsten Erfahrungen als Filmemacher. Der mittlerweile auch als Regisseur tätige Gordon war fast immer am Set anwesend und lernte viel von Jon Carpenter. Zum Glück gibt es zum Audiokommentar auch Untertitel, denn mit Originalfassung in DTS-HD 5.1 und den dazu eingeblendeten Statements von Carpenter und Howard ist die Wiederbegegnung mit „Christine“ ein echtes Erlebnis!

John Carpenters Christine

Bonusmaterial der Blu-ray: Audiokommentar von John Carpenter und Keith Gordon, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, entfallene Szenen (25:20 min), Doku über das Auto (28:55 min), Bericht über die Musik (7:17 min)

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Yellow Submarine

In den USA entstand zum Höhepunkt der Beatlemania bereits eine Zeichentrickserie, von der John, Paul, George und Ringo jedoch nicht allzu viel hielten. Dementsprechend gering war zunächst auch ihr Interesse, als ein abendfüllender Zeichentrickfilm fürs Kino entstehen sollte. Doch als sie die Entwürfe des deutschen Graphikers Heinz Edelmann zu Gesicht bekamen, waren sie so beeindruckt, dass sie sich doch noch ins Studio begaben um eine kurze Realfilm-Sequenz zu drehen, die am Ende des Filmes zu sehen ist.

Yellow Submarine

Ansonsten entstand die Geschichte um Sergeant Pepper und das gelbe U-Boot ganz ohne direkte Beteiligung der Fab Four. Nicht einmal die Dialoge wurden von Ihnen gesprochen, sondern von Stimm-Doubles. Doch der Film bzw. der deutsche Illustrator Heinz Edelmann fand für die Welten, die beim Hören der Beatles-Songs entstehen, mehr als beeindruckende Bilder und das bereits ein Jahrzehnt vor der Erfindung des Videoclips!

Yellow Submarine

Die Blu-ray-Veröffentlichung präsentiert den Zeichentrick-Klassiker in bester Bildqualität sowie mit allen Extras der alten DVD-Veröffentlichung und netten Beigaben wie vier postkarten-großen Folien mit den Zeichentrick-Beatles.

Yellow Submarine

Bonusmaterial der Blu-ray: Audiokommentar vom Animation Director John Coates und vom Art Director Heinz Edelmann, ohne deutsche Unterttitel, „The Mod-Odyssey“, eine Dokumentation von 1968 über die Entstehung des Filmes (7:40 min), wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln, englischsprachiger Kinotrailer (3:45 min),  eine bisher im Kino nicht gezeigte Sequenz zum Lied „Hey Bulldog“, die jetzt im Film enthalten ist: „Sea of Monsters“, Entwurfsskizzen und fertige Animation werden gegenüberstellt (4:31 min), Battle of the Monsters“ und „Pepperland“, ingesamt knapp 200 Storyboard-Entwürfe zu zwei Sequenzen, die nicht im fertigen Film verwendet wurden: 30 „Hinter-den-Kulissen“-Fotos, Interviews mit Co-Drehbuchautor Erich Segal, drei Animatoren (Jack Stokes, Millicent McMillan, David Livesey) und mit zwei der damaligen Sprechern der Beatles-Zeichentrickfiguren (Paul Angelis und John Clive), insgesamt 11 Minuten, 16-seitiges englischsprachiges Booklet u. a. mit einem Text von John Lasseter von Pixar, Bogen mit Aufklebern, 4 Folien mit den Zeichentrick-Beatles

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