Loisel: Peter Pan – Geamtausgabe

1990 veröffentlichte Régis Loisel (Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit, Das Nest) den ersten Band einer ungewöhnlichen Comicversion von Sir James Matthew Barries Peter Pan. In seinem Vorwort bedankte er sich auch bei der „phantastischen Crew von Disney, die Peter Pan zu der Legende gemacht haben, wie man sie heute kennt.“ Doch Loisels „Peter Pan“-Ensemble erinnert kaum an die vertrauten Gestalten aus dem Disney-Film. Er findet nicht nur einen ganz eigenen Zugang zu Figuren wie Captain Hook und der Fee Glöckchen, die hier zum Glück nicht wie bei Disney Naseweis heißt, sondern setzt auch völlig neue Charaktere ein.

Loisel: Peter Pan - Geamtausgabe

Doch es ist nicht nur die bestechende Optik, die diese Serie zu etwas ganz Besonderem machen. Während Steven Spielberg in seinem Kinofilm Hook und Disney in Trickfilm-Fortsetzung zu Peter Pan vom Erwachsenwerden der vertrauten Figuren erzählen, liefert Loisel die Vorgeschichte. Er schildert die triste und grausame Jugend des kleine Peter im London des Jahres 1888 und nicht ohne Absicht wurde von Loisel hier das Jahr der Jack the Ripper-Morde gewählt. Durch seltsame Umstände landet Peter im phantastischen Nimmerland und wird dort als Retter erwartet. Doch er kehrt auch immer wieder nach London zurück.

Loisel: Peter Pan - Geamtausgabe

Loisel verteilt seine Geschichte auf sechs Alben, die teilweise schon lange vergriffen sind und von denen 2005 der letzte Teil erschienen ist. Dabei verkneift er sich eine klare Kapitelstruktur. Die einzelnen Bände sprengen immer wieder den „regulären“ Comic-Umfang von 48 Seiten und sind alles andere als in sich abgeschlossen. Sie erschienen auch immer wieder sehr viel später als angekündigt und wurden wie kein anderer europäischer Comic von den Lesern begierig erwartet.

Loisel: Peter Pan - Geamtausgabe

Nachdem Band 5 Der Haken neben vielen gelungenen Einfällen eine etwas an den Haaren herbeigezogene Pointe bezüglich des Vaters von Peter zu bieten hatte, enthielt das große Finale Schicksale einige ganz schön harte Überraschungen sowie Loisels abschließende Worte: „Peter, nach 14 Jahren überlasse ich Dich Deinem Schicksal… Ich lasse Dich jetzt allein… Peter… armer Junge!“

Loisel: Peter Pan - Geamtausgabe

Jetzt erscheint bei uns auch endlich eine Gesamtausgabe von Loisels Peter Pan, allerdings in zwei Hardcover- Bänden. Beide Bücher enthalten zum Glück auch die Titelbilder der einzelnen Alben ohne die störenden Titel-Schriftzüge und außerdem noch die zugehörigen Skizzen, sowie ein reich bebildertes Vorwort von Volker Hamann.

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Jiro Taniguchi: Der Gourmet – Von der Kunst allein zu genießen

Mit dem Autor Masayuki Kusumi hatte Jiro Taniguchi (Vertraute Fremde, Die Sicht der Dinge, Die Wächter des Louvre) bereits bei Der geheime Garten vom Nakano Broadway zusammen gearbeitet. Wie in Lars von Tönes interessantem Vorwort zu diesem Buch zu erfahren ist, hat es Taniguchi, der die meisten seiner Comics selbst schreibt, genossen nach den Vorgaben eines Szenaristen zu arbeiten. Dadurch  besteht für ihn nicht die Gefahr komplett in seiner eigenen Welt gefangen zu sein.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet

Der Ansatz zu Der Gourmet: Von der Kunst allein zu genießen klingt eher unspektakulär. In 18 Kapiteln wird geschildert wie der unscheinbar anmutende Handlungsreisende Goro Inokashira diverse Restaurant, Kneipen und Örtlichkeiten besucht, an denen er sich Speisen bestellt und diese zu sich nimmt. Dabei meidet Giro so weit wie möglich den Kontakt zu seiner Umwelt und gibt sich ganz dem Genuss hin. Speisen und Gaststätten werden von Taniguchi akribisch abgebildet und daher ist Der Gourmet eher eine Comic-Reportage als eine Comic-Erzählung.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet

Doch Taniguchi und Kusumi spielen mit ihren eigenen Vorgaben. So lassen sie Giro etwa im Hochgeschwindigkeits-Zug Shinkansen eine etwas streng riechende Lunchbox öffnen und auch die in einem Baseball-Stadion angebotenen Gerichte sind nicht ohne. Zudem ist in kurzen Rückblenden gelegentlich auch etwas mehr über die Hauptfigur zu erfahren, so zum Beispiel, dass er einst in Paris gemeinsam mit einer Schauspielerin ein neues Leben beginnen wollte. Völlig überraschend ist es schließlich, als sich der ansonsten absolut passive Giro in einer der Geschichten plötzlich sehr energisch mit einem rabiaten Restaurant-Besitzer anlegt, der seine chinesische Küchenhilfe permanent lautstark demütigt.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet

Über die Speisen hinaus sehr viel über verschiedene Alltagswelten vermittelt und wohl noch in keinem anderen Comic von Jiro Taniguchi war so viel über die japanische Gesellschaft zu erfahren.

Jiro Taniguchi: Der Gourmet - Von der Kunst allein zu genießen

Unter dem Titel Der Gourmet: Auf den Spuren feiner Kochkunst ist ein zweiter Band der Reihe erschienen.

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Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

So mancher Comic-Freund wird sich gefragt haben, warum es beim Taschen Verlag nach dem Erscheinen von The Golden Age und The Silver Age mit den Prachtbänden über den Superheldenverlag DC nicht weitergeht. Doch jetzt gibt es eine schwerwiegende Antwort. Bevor The Bronze Age of DC Comics, The Dark Age of DC Comics sowie The Modern Age of DC Comics erscheinen, muss erst noch der 75. Geburtstag von Marvel, der verlegerischen Heimat von den Fantastic Four, Spider-Man und den Avengers, gefeiert werden. Diese geschieht mit einem riesigen Buch, das keine Wünsche offen lässt.

Marvel 75Roy Thomas, der von 1972 bis 1974 Chefredakteur bei Marvel war und danach Star Wars als Comic adaptierte erzählt die Geschichte der mittlerweile wohl erfolgreichsten Superhelden-Schmiede, die 1939 – im Windschatten des Erfolges der Superman-Comics – als Timely Publications das Heft Marvel Comics herausbrachte. Das erste Kapitel des Buches trug die Überschrift Fire Vs. Water, denn es wurden die ungewöhnlichen noch heute aktiven Figuren Human Torch (die ein Android war und noch wenig mit dem späteren leicht entflammbaren Mitglied der Fantastic Four gemein hatte) und der dem Meer entsteigende die Menschheit hassende Namor the Submariner vorgestellt. Diese beiden Charaktere waren tatsächlich wie Feuer und Wasser, auch weil sie sich bekämpften.

75 Jahre Marvel

Bemerkenswert ist auch, dass hier Figuren entwickelt wurden, die abgesehen davon, dass sie über besondere Fähigkeiten verfügten, nichts mit Superman gemein hatten. 1941 kam schließlich noch Captain America hinzu und wurde bereits drei Jahre später in Form eines Serials verfilm (noch vor Superman!) In diesem Zusammenhang ist es auch erstaunlich durch dieses Buch zu erfahren, was damals neben den Superhelden-Comics bei Timely noch so alles veröffentlicht wurde. So gestaltete der spätere MAD-Zeichner Al Jaffee Funny Animal Comics im Stile von Warners Looney Tunes, der MAD-Gründer Harvey Kurtzman lieferte zum Auffüllen frei gebliebener Seiten den experimentellen Strip Hey Look, während das Heft It´s A Duck´s Live versuchte vom Erfolg der Enten-Comics von Carl Barks zu profitieren.

Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

1951 nannten sich die Hefte Atlas Comics, bevor schließlich Anfang der Sechziger Jahre der endgültige Name Marvel Comics gefunden wurde und die Welt der Superhelden entscheidende neue Impulse erhielt. Das entsprechende Kapitel wird dann auch mit The World would never be the Same betitelt und genau hier ist bei der großformatigen Abbildung des Covers von Fantastic Four # 1 von 1961 das in der Kostüm-Farbe der Fantastischen Vier gestaltete blaue Lesebändchen platziert.

75 Years Marvel

Das gewaltige Buches trägt den schönen Untertitel From the Golden Age to the Silver Screen, doch wer nun vermutetet den erfolgreichen Marvel-Kinofilmen der letzten Jahre wird besonders viel Raum eingeräumt, der täuscht sich. Natürlich wird über Blockbuster wie Iron Man oder The Avengers berichtet, aber auch nicht ausführlicher als über andere Nebenprodukte wie Kaugummi-Klebebilder, Lunch-Boxen oder preiswert produzierte Marvel-TV-Serien aus den Siebziger Jahren.

Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

Im Zentrum des Buches stehen die Comics, was durch die Abbildung einer Unmenge von Titelbildern, markanten Seiten, Originalzeichnungen, sowie durch eine wundervolle Klapptafel mit dem immer noch unglaublich spektakulären Artwork von Jim Sterankos Nick Fury unterstrichen wird. Abgerundet wird das Werk noch durch einen Anhang mit einigen Hundert Kurzporträts von Comickünstlern die für Marvel gearbeitet haben.

Roy Thomas: 75 Years of Marvel Comics

Da das Buch komplett in englischer Sprache ist, liegt neben einer über 1,20 m langen illustrierten beidseitig bedruckten Zeitleiste in Leporellofaltung auch noch eine 132-seitige Broschüre mit deutscher Übersetzung bei. Diese ist wie ein Comicheft aufgemacht und enthält auch die Abbildungen einiger deutscher Marvel-Veröffentlichungen. Das riesige Buch wird in einem für reiselustige Comicfreunde sehr praktischen Pappkoffer geliefert. Mehr Marvel ist nicht möglich.

Das Marvel Zeitalter der Comics

Unter dem Titel Das Marvel Zeitalter der Comics hat Taschen eine sinnvoll abgespeckte Version des Buchs herausgebracht. Dieses ist nur halb so umfangreich und deutlich kleinformatiger, aber immer noch ein Prachtband. Das Buch konzentriert sich auf die entscheidenden Jahre und beginnt im Jahre 1961 als Fantastic Four # 1 die Comicwelt veränderte. Diese Marvel-Chronik von Roy Thomas endet im Jahre 1978 als der Verlag mit seiner Comic-Adaption und Fortsetzung von Star Wars voll auf der Höhe der Zeit war. Ein zusätzliches ähnlich aufgemachtes Buch, das sich dem weiteren Verlauf der Marvel-Geschichte widmet erscheint somit nicht nur möglich, sondern sogar sehr wünschenswert.

Das Marvel Zeitalter der Comics

Auch für Besitzer von 75 Years of Marvel Comics lohnt sich eine Anschaffung von Das Marvel Zeitalter der Comics, da dieser Bildband kompakter und somit lesefreundlicher ist, auch weil er komplett ins Deutsche übersetzt wurde.

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Walt Disney: Baymax – Riesiges Robowabohu

Es ist sehr erfreulich, dass es bei Pixar und auch bei Disney wieder Tradition ist, den großen abendfüllenden Trickfilmen einen kurzen Cartoon voranzustellen.

Walt Disney: Baymax - Riesiges Robowabohu
© Walt Disney

Im Vorprogramm zu Disneys 54. „Animated Classic“ wird das computeranimierte Filmchen „Feast“ (“Liebe geht durch den Magen“) gereicht. Hier wird in sechs Minuten der wechselhafte Verlauf einer Liebesgeschichte aus der Sicht des kleinen Boston Terriers Winston erzählt. Dieser isst für sein Leben gerne Junk Food und ist zunächst nicht begeistert als sein Herrchen eine neue Freundin hat, die lieber vegetarisch speist und ihn daher mit Grünzeug im Fressnapf nervt. Zunächst freut sich das Hündchen als es nach einer Weile wieder über die Hamburger-, Pizza- und Eiskrem-Reste seines Besitzers herfallen kann. Doch als Winston merkt wie traurig Herrchen is(s)t, betätigt er sich in bester „101 Dalmatiner„-Tradition als Kuppler.

Walt Disney: Baymax - Riesiges Robowabohu
Feast

„Feast“ überrascht durch seine rasante Inszenierung, clevere Schnittfolgen und perfektes Timing. Dafür gab es den Oscar. Beides gilt auch für den Hauptfilm, zumindest in der ersten Hälfte. „Baymax – Riesiges Robowabohu“ trägt nur bei uns diesen idiotischen Titel und heißt im Original genauso wie die dem Animationsfilm zugrunde liegende Marvel-Comicreihe „Big Hero 6“. Diese 1998 gestartete Serie wurde als Vorlage ausgewählt, weil sie weitestgehend unbekannt geblieben ist und die Disney-Animatoren, die nur wenige bis gar keine „Big Hero 6“-Comichefte gelesen hatten, sich möglichst viele Freiheiten nehmen konnten.

Walt Disney: Baymax - Riesiges Robowabohu

Das fängt schon beim Handlungsort an. Während der Comic in Tokyo spielt, ist der Film in San Fransokyo angesiedelt, einem leicht japanisch verfremdeten San Francisco. Hier lebt der junge Hiro Hamada sein Faible für Roboter aus und tritt bei illegalen Wettkämpfen erfolgreich mit seinem kleinen Maschinenwesen gegen sehr viel größere Blechkameraden an. Sein älterer Bruder Tadashi überredet ihn dazu sein Talent doch stattdessen für ein Universitäts-Studium zu nutzen. An der San Fransokyo Tech. lernt Hiro allerlei Gleichgesinnte kennen, mit denen er sich im großen Finale zum Superhelden-Team formiert und gegen eine gewaltige Bedrohung antritt…

Walt Disney: Baymax - Riesiges Robowabohu

„Baymax – Riesiges Robowabohu“ fesselt zunächst durch eine gut ausgewogene Mischung aus Humor und Dramatik. Der an das Michelin-Männchen (oder den Marshmallow-Man aus „Ghostbusters“) erinnernde Sanitäts-Roboter Baymax ist eine herzige Kreation in der Tradition von Pixars Wall-E und so ganz anders angelegt als der gleichnamige bedrohlich-bullige künstliche Bodyguard aus der Comicvorlage.

Walt Disney: Baymax - Riesiges Robowabohu

Wie in Marvel-Filmen üblich gibt es sogar einen Gastauftritt von Stan Lee und wer mehr davon haben möchte, der sollte den Nachspann absitzen. Wenn dann schließlich im gar nicht so großen Finale fast nur noch auf Turbulenz gesetzt wird, ist genau – wie zuvor schon bei „Cars 2“ – festzustellen, dass auf Hochspannung getrimmte Actionszenen im Trickfilm doch sehr viel weniger fesseln als im Realfilm.

Walt Disney: Baymax - Riesiges Robowabohu
© Walt Disney

Die Blu-ray von Disney enthält neben dem 101-minütigen Hauptfilm noch den oscar-prämierten Kurzfilm “Liebe geht durch den Magen“ („Feast“, 6:13 min) sowie “Die Geschichte hinter der Geschichte: Hiros Reise“ (15:10 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Blick hinter die Kulissen: Die Animatoren (6:39 min), zusätzliche Szenen (13:10 min), US-Trailer (1:41 min) und den Micky Maus-Cartoon “Irrfahrt in Tokio“ (3:47 min)

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Irre sind männlich

Sie sind beste Freunde und Arbeitskollegen, könnten in Beziehungsfragen aber nicht unterschiedlicher sein. Daniel (Fahri Yardim) ist unglücklich, weil ihn seine Freundin Mia verlassen hat. Thomas (Milan Peschel) hingegen ist selbstbewusster Single und kann nicht genug Frauen ins Bett kriegen. Er will Daniel ablenken, überredet ihn, sich mit ihm bei einer Familienaufstellung anzumelden. Dort könne man sehr leicht Frauen kennen lernen. Und Thomas hat recht. Bald machen sie aus Therapiecrashen einen Sport. Bis Daniel Bernadette wiedertrifft, für die er echte Gefühle hegt.

Irre sind männlich

„Irre sind männlich“ wurde zweifelsohne von der erfolgreichen (und auch wirklich sehr witzigen) US-Komödie „Die Hochzeitscrasher“ inspiriert. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Fahri Yardim, dem es sogar gelang die „Tatorte“ mit Til Schweiger halbwegs erträglich zu machen, ist ein äußerst sympathischer und auch sehr natürlich wirkender Leading Man, während Milan Peschel („Halt auf freier Strecke“) einmal mehr dem Nervbolzen vom Dienst spielt.

Irre sind männlich

Auch die weiblichen Rollen sind gut besetzt. Während Peri Baumeister ein mehr als nettes Objekt der Begierde ist, dreht Marie Bäumer als therapiesüchtige Anwältin, die den beiden Craskkurs-Crashern schnell auf die Schliche kommt, mächtig aufdreht. Als Parodie auf Selbsthilfe-Gruppen funktioniert der Film zwar nur bedingt, doch als romantische Komödie muss sich „Irre sind männlich“ nicht vor vergleichbaren US-Schmonzetten verstecken.

Irre sind männlich

Extras der DVD: Interviews (17:44 min), Making Of (13:46 min), Blick hinter die Kulissen (4:50 min), Premierenclip (2:09 min), deutscher Trailer (2:03 min)

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Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

In den Siebziger und Achtziger Jahren entstanden zahlreiche Film-Parodien auf klassische Detektivgeschichten. Das schönste Beispiel hierfür ist wohl „Eine Leiche zum Dessert“, ein Film in dem prominente Darsteller wie Peter Falk, Elsa Lanchester, David Niven oder Maggie Smith als geringfügig umbenannte Detektive wie Sam Diamond, Miss Marbles oder Dick und Dora Charleston zu sehen waren. Peter Selles spielte hier den chinesischen Meisterdetektiv Sidney Wang, der gemeinsam mit seinem Sohn ermittelte. Hier handelte es sich unverkennbar um Charlie Chan, der 1981 schließlich seine eigene Parodie bekam.

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Earl Derr Biggers schrieb von 1925 – 1932 sechs Kriminalromane über den in Hawaii beheimatete Detektiv chinesischer Abstammung. Film-Versionen gab es sehr viel mehr. Alleine der aus Schweden (!) stammende Warner Oland spielte in sechzehn Filmen Charlie Chan (und in vier Filmen den diabolischen Dr. Fu Manchu, den übrigens Peter Sellers in seinem letzten Film verkörperte). Auch Peter Ustinov ist nicht chinesischer Abstammung, sondern hat russische, armenische, polnische, deutsche, jüdische und äthiopische Wurzeln. Der sich selbst als Weltbürger betrachtende Ustinov drehte drei Kino- und drei TV-Filme als Agatha Christies Meister-Detektiv Hercule Poirot. Auch als Charlie Chan machte er eine gute Figur.

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Der zugehörige Film hat mir seinerzeit im Kino viel Spaß gemacht und daher bin ich froh, dass „Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin“ endlich auf DVD und sogar auf Blu-ray vorliegt. Manche Gags mögen aus heutiger Sicht etwas albern wirken, doch einige ziemlich geniale Momente sind mir unvergesslich geblieben. So etwa der Hund, der in einem dramatischen Moment seine Geburtstagskerze ausbläst und Ustinovs Ausspruch, dass ein Detektiv, wenn er sich verkleidet, sich nicht unbedingt als Detektiv verkleiden muss.

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Die Besetzung ist großartig. Michelle Pfeiffer war hier in einer ihrer ersten Kinorollen zu sehen, Angie Dickinson spielte die Drachenkönigin, der „liebe Onkel Bill“ Brian Keith war der zu Wutanfällen neigende Polizeichef von San Francisco und Richard Hatch aus „Kampfstern Galactica“ ein tollpatschiger sympathischer „Enkel Nummer Eins.“

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Da auch die klassischen Charlie-Chan-Filme mit Warner Oland bei Koch Media erscheinen, wurde dort auch diese Komödie veröffentlich und noch mit dem Film „Charlie Chan in London“ von 1934 als Bonus garniert.

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Extras: Bonusfilm „Charlie Chan in London“ (76:10 min) von 1934 mit Warner Oland, US-Trailer (2:28 min), Bildergalerie mit 76 Fotos und Plakaten

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Zulu

In Kapstadt wird die blutüberströmte Leiche einer 20jährigen Frau gefunden. Alles deutet zunächst auf einen Mord im Drogenmilieu hin. Doch Mordkommissionschef Ali Sokhela (Forest Whitaker) merkt schnell, dass die Wurzeln des Falls bis in die Zeit der Apartheid zurückreichen. Gemeinsam mit Kollege Brian Epkeen (Orlando Bloom) stellt er fest, dass neben den Dealern der Townships auch Schlüsselfiguren des alten Regimes in die Sache verwickelt sind. Je weiter die Polizisten in Ihren Ermittlungen fortschreiten, desto gefährlicher werden die Folgen für sie selbst, ihre Kollegen und Angehörigen.

Zulu

Zulu“ ist in vielerlei Hinsicht eine echte Überraschung. Das fängt mit Orlando Bloom an, der mich noch nie so stark überzeugt hat, wie in der Rolle des unberechenbaren Ermittlers, der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Gemeinsam mit Forest Whitaker, der wie immer sehr gut spielt, bildet er ein Duo, das an Gibson & Glover in „Lethal Weapon“ denken lässt. Ich hätte mich gefreut, wenn auch dieses Team in weiteren Filmen auftreten würde, was aber wohl leider nicht möglich ist.

Zulu

Hervorragend ist auch die Inszenierung vom „Largo Winch„-Regisseur Jérôme Salle („Largo Winch„) , der einen äußerst spannenden, immer wieder überraschenden und gelegentlich ganz schön brutalen Thriller abgeliefert hat. Die krassen Momente sind dabei aber nie Selbstzweck, sondern unverzichtbarer Bestandteil eines Filmes, der davon erzählt, dass Südafrika noch lange nicht zur Ruhe gekommen ist.

Zulu

Extras der Blu-ray: Featurette (4:12 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, Interview mit Orlando Bloom (9:40 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, deutscher Trailer (0:45 min)

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Es war einmal in Amerika – Extended Director’s Cut

In einer gemeinsam mit insgesamt fünf Drehbuchautoren verfassten und nahezu ein halbes Jahrhundert umspannenden Geschichte erzählt Sergio Leone (Für eine Handvoll Dollar) von der komplizierten Freundschaft der jüdischen Gangster Noodles (Robert De Niro) und Max (James Woods). Vor dem Hintergrund der sich rasant verändernden Stadt New York gelingt es Noodles nicht, sich des Einflusses Max zu entziehen und mit seiner Jugendliebe Deborah (Elizabeth McGovern / Jennifer Connelly) glücklich zu werden.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Eigentlich war Sergio Leone schon nach Beendigung seiner Dollar-Trilogie die Western leid und wollte endlich mit Es war einmal in Amerika beginnen, der gemeinsam mit Todesmelodie und Spiel mir das Lied vom Tod eine Art Trilogie bildete. Besonders faszinierend an Leones letztem Film ist seine komplizierte aber nicht undurchdringliche Rückblendenstruktur.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Durch diese Form – aber auch durch die schlagartigen kurzen drastischen Gewaltszenen – könnte Leones Film Quentin Tarantino zu Pulp Fiction inspiriert haben. Doch zweifelsohne war es der ebenfalls nicht chronologisch erzählte zweite Teil von Francis Ford Coppola Der Pate, der Leone maßgeblich beeinflußt haben dürfte. Obwohl Es war einmal in Amerika in Europa zu einem Riesenerfolg wurde, lief der Film in den USA nur in einer entstellten und gekürzten Fassung, die ihm durch die chronologische Erzählweise jegliche Faszination austrieb.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Auf Blu-ray liegt der Film jetzt in einer knapp 30 Minuten längeren „Extended Version“ vor. Die neu eingefügten Szenen sind durch ihre sehr viel schlechtere Bildqualität sofort erkennbar. Sie wurden nicht synchronisiert und nur untertitelt. Dennoch ist es erfreulich etwas mehr von Es war einmal in Amerika zu sehen.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Am schönsten fand ich einen Moment, der zeigte, was passierte nachdem Noodles mit seinen Gauner-Kumpels und dem Auto „baden“ ging. Auch die zusätzliche Szene mit einem vom Produzenten Arnon Milchan gespielten Chauffeur ist ein interessantes neues Mosaiksteinchen. Dieser Chauffeur ist genau wie Noodles Jude und lässt diesem wissen, dass er Gangster verabscheut und auf ehrliche Art zu Wohlstand kommen möchte. Noodles meint dazu, dass er dann ja wohl erst zu Geld kommt, wenn er alt ist und „keinen mehr hoch bekommt“. Später muss der Chauffeur dann miterleben, wie Noodles in dessen Wagen seine Freundin Deborah vergewaltigt.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Außerdem gibt es jetzt noch kurz vor Ende des Filmes ein längeres recht interessantes Gespräch zwischen Max und dem von Treat Williams verkörperten Gewerkschaftler James Conway O’Donnell zu sehen, sowie einen Bühnenauftritt von Deborah als Kleopatra und einige Szenen mit der im Kino gar nicht zu sehenden Louise Fletcher (Einer flog über das Kuckucksnest) als Friedhofs-Direktorin. Ich persönlich habe mich darüber gefreut, diese Sequenzen sehen zu dürfen.

Es war einmal in Amerika - Extended Director's Cut

Extras der Extended Director’s Cut Blu-ray: Auf einer zweiten Blu-ray liegt die 229-minütige Kinofassung bei, allerdings wieder ohne die alte Kinosynchronisation. Hier gibt es einen Audio-Kommentar vom Filmkritiker Richard Schickel, ohne deutsche Untertitel, ein Auszug aus der Dokumentation “Once upon a time: Sergio Leone“ (19:34 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln, US-Kinotrailer (1:33 min)

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Wurmparade auf dem Zombiehof

Christian Kessler begeisterte mich schon in seiner regelmäßigen Filmrubrik in der mittlerweile leider nur noch online erscheinenden Zeitschrift „Splatting Image„. Hier beschäftigte er sich mit Genrefilmen, besonders gerne mit solchen, die in den 70er Jahren in Italien entstanden sind. Dieses Buch spannt den Bogen etwas weiter und Kessler stellt 40 seiner Lieblingsfilme vor.

Wurmparade auf dem Zombiehof

Während es ansonsten meistens wenig Spaß macht Inhaltsangaben von Filmen zu lesen, sind Kesslers Trashfilm-Beschreibungen oft sehr viel unterhaltsamer als das Betrachten des besprochenen Filmes. Geschult durch die legendären Synchronisationen von Rainer Brandt geht er dabei keinem Kalauer aus dem Weg und zaubert Kapitelüberschriften wie „Wenn Druiden die Schiffsschaukel anschubsen“ oder „Die Kraft des Heroins im Streichelzoo“.

Besprochen werden in diesem Büchlein allerlei unglaubliche Filme wie der nur mit kleinwüchsigen Darstellern besetzte Western „The Terror of Tiny Town“ (1938), der als Horrorschocker geplante „The Giant Claw“ (1957) mit dem wohl lächerlichsten Monster der Filmgeschichte oder der ganz schlechte Softsex-Western „Brand of Shame“ (1968), der durch eine sensationelle deutsche Synchronisation unter dem Titel „Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill“ zu einem Partykracher wurde. Einziger Kritikpunkt ist, dass dieses äußerst empfehlenswerte Buch ein schöneres Titelbild verdient hätte.

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Wolverine: Origin II

Ende 2001 startete Marvel die sechsteilige Miniserie „Origin„, die mit einem Tabu brach. Erstmals wurde aus der Jugend des beliebtesten X-Man Wolverine erzählt, von dem zuvor wenig mehr bekannt war, als dass er mit Nachnamen Logan heißt und aus Kanada stammt. Die vom Briten Paul Jenkins erzählte und von Andy Kubert gezeichnete Geschichte floss 2009 mit in den Prolog des ersten „Wolverine„-Solofilm von 2009 mit ein. Damit war der Zweck der Übung erfüllt, denn Marvel wollte, dass Wolverines Origin ihre Premiere im Comic und nicht im Kino erlebte.

Wolverine - Origin II

Es hat lange gedauert bis in Marvel-Comics weiter von den Lehr- und Wanderjahren des populären Mutanten erzählt wurde. Erst Anfang 2014 startete mit „Origin II“ in Form einer fünfteiligen Miniserie eine Fortsetzung, die Panini uns gleich komplett in einem Softcoverband oder als auf 777 Exemplare limitiertes gebundenes Buch präsentiert. Wieder stammt die Geschichte von einem Briten. Kieron Gillen („Über„) gelingt ein spektakulärer Auftakt, indem er den jungen Wolverine in einer Szenerie zeigt, die an „Das „Dschungelbuch“ erinnert.

Wolverine - Origin II

Der Mutant lebt kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs glücklich und zufrieden in der verschneiten kanadischen Wildnis bei einer Wolfsfamilie. Doch das kann natürlich nicht so bleiben. In den einsamen Wäldern taucht ein Eisbär auf, der dort genauso wenig hingehört wie ein britischer Wissenschaftler, der gemeinsam mit deutschen Soldaten und in Konkurrenz zu einem Wanderzirkus-Direktor Jagd auf Wolverine macht.

Wolverine - Origin II

Während Andy Kuberts farbenfroh und plastisch koloriertes Artwork bei „Origin“ am Rande des Kitsches angesiedelt war, überrascht sein Bruder Adam bei „Origin II“ mit einem interessanten Seitenlayout. Dieses ist nicht immer sehr lesefreundlich, da es sich oft (aber oft auch nicht) über zwei Seiten zieht. Doch Kuberts Bilder sind gelegentlich ganz schön spektakulär geraten und Kieron Gillens Geschichte kann sich lesen lassen. Mangels Erwartungsdruck hat mir persönlich diese Miniserie besser gefallen als der Vorgänger.

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