Frank Miller: Xerxes

2014 kam mit 300 – Rise of an Empire ein Film in die Kinos, der auf einen seinerzeit noch nicht erschienenen Comic von Frank Miller basierte. Erst 5 Jahre danach erschien Xerxes und hat nur sehr wenig mit dem Film gemein, in dessen Zentrum Seeschlacht von Salamis steht, in der sich 480 vor Christi Griechen und Perser gegenüberstanden.

Frank Miller: Xerxes

Dieses größte Seegefecht des Altertums findet in Frank Millers Comic gar nicht statt und die Titelfigur, der persische Herrscher Xerxes, spielt auch nur in der ersten Hälfte des Comics eine Rolle. Miller Erzählung erstreckt sich über den Zeitraum von 499 bis 330 vor Christus und trägt den Untertitel Der Niedergang des Hauses Dareios und der Aufstieg Alexanders.

Frank Miller: Xerxes

Genau wie bei seinem Meisterwerk 300 veröffentlichte Frank Miller seine Geschichte zunächst wieder in fünf Comic-Heften. Diese bestehen ausschließlich aus durchgehend illustrierten Doppelseiten, die oft nur aus einem Panel bestanden. Auch diesmal kann der Comic erst in der querformatigen Gesamtausgabe in voller Pracht (und ohne Knick in der Mitte) gelesen werden.

Frank Miller: Xerxes

300 wurde auch durch die erdige Kolorierung von Millers damaliger Ehefrau Lynn Varley zu einem Meilenstein des Comics. Diesmal stammen die Farben vom erfahrenen Superhelden-Koloristen Alex Sinclair (Batman: Hush), der für strahlende Lichteffekte und plastische Verläufe sorgte.

Frank Miller: Xerxes

Optisch ist Xerxes überdurchschnittlich, aber nicht so innovativ wie der Vorgänger. Inhaltliche wird eine atemlos (aber manchmal auch etwas zusammenhanglos) dargebotene Erzählung in der 1½ Jahrhunderte Altertum auf etwas über 100 Seiten abgehandelt werden. Dennoch wird (und sollte) sich niemand, dem 300 etwas bedeutet, diesen Comic entgehen lassen!

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300: Rise of an Empire

2007 gelang Zack Snyder mit 300 eine vor allem optisch sehr werkgetreue Comic-Verfilmung. In seinem Comic 300 erzählte Frank Miller davon, wie im Jahre 480 v. Chr. ein kleiner 300-köpfiger Haufen Spartaner unter dem Kommando von König Leonidas dem 40.000-fach überlegenden persischen Heer des König Xerxes im engen Thermophylen-Gebirgspass erbittert Widerstand leistete.

300: Rise of an Empire

Der kleine Trupp unterlag zwar der persischen Übermacht, doch diese mutige Tat trug dazu bei, dass sich schließlich auch das restliche Griechenland erhob und die Eindringlinge vertrieb. Hiervon – insbesondere von der großen Seeschlacht bei Salamis – erzählt 300 – Rise of an Empire, wobei der 2014 entstandene Film nicht nur Sequel sondern auch Prequel ist, da die vor den Ereignissen in 300 angesiedelte Vorgeschichte des Perser-Königs Xerxes gezeigt wird. Grundlage für diesen Teil des Film war seinerzeit noch gar nicht erschienener  Comic von Frank Miller namens Xerxes, der erst 5 Jahre nach dem Filmstart veröffentlicht wurde.

300: Rise of an Empire

Aufgrund des Fehlens einer optisch ähnlich imposanten Vorlage wie Frank Millers 300, (hier beeindruckte auch die intensive Farbgebung von Lynn Varley), fehlt der Fortsetzung trotz guter 3D-Effekte ein wenig die visuelle Wucht von Zack Snyders. 300 – Rise of an Empire orientiert sich zwar an dessen Look, zugleich aber auch an konventionellerer Monumentalfilm-Ästhetik irgendwo zwischen Quo Vadis und Gladiator.

300: Rise of an Empire

Ein schlechter Film ist das Werk aber trotzdem nicht. Das wieder von Zack Snyder und Kurt Johnstad geschriebene Drehbuch schlägt sogar etwas dezentere Töne an. Der im Mittelpunkt des Filmes stehende griechische Feldherr Themistokles ist kein kriegslüsterner Hitzkopf wie Gerard Butler als Leonidas, sondern wird vom Australier Sullivan Stapleton als besonnener Taktiker dargestellt. Die Perser sind hier keine mystisch überhöhten Fantasy-Barbaren sondern einfach nur eine gut ausgestattete gefährliche Armee.

300: Rise of an Empire

Ein reiner Männerfilm ist 300 – Rise of an Empire noch sehr viel weniger als sein Vorgänger. Der Part von Lena Headey (Dredd), die wieder die spartanische Königin Gorgo spielt, ist diesmal deutlich größer und wichtiger, während die von Eva Green (Casino Royale) mit vollen Einsatz verkörperte auf der Seite der Perser kämpfende Amazone Artemisia sogar die zentrale Figur des Filmes ist.

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25 km/h

Ab 2. Mai auf DVD und Blu-ray

Auf der Beerdigung ihres Vaters treffen sich die beiden ungleichen Brüder Georg (Tatortreiniger Bjarne Mädel) und Christian (Lars Eidinger) wieder. Das artet zunächst in eine Prügelei aus, doch dann tritt das Duo zu einem Roadtrip an, den sie mit 15 Jahren geplant hatten. In ihren trauerschwarzen Anzügen wollen mit ihren Mofas vom Schwarzwald bis an die Ostsee fahren und unterwegs einige Aufgaben erfüllen, die sie sich einst mit pubertärer Phantasie ausgedacht hatten…

25 km/h
© 2017 Sunny Side Up GmbH / Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH

10 Jahre nach ihrem angenehm in Erinnerung gebliebenen Film Friendship! verbündeten sich Regisseur Markus Goller und Drehbuch-Autor Oliver Ziegenbalg erneut. Das Resultat ist ein vergnüglicher Episodenfilm, dessen Nebenrollen mit Sandra Hüller, Franka Potente, Alexandra Maria Lara, Jella Haase und Jördis Triebel allerbestens besetzt ist.

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© 2017 Sunny Side Up GmbH / Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion GmbH

Mindestens zwei Szenen sind absolute Höhepunkte. Auf einem Volksfest im Schwarzwald führen Mädel und Eidinger mit einer unglaublichen Virtuosität einen entfesselten Stepptanz auf und nicht minder virtuos choreographiert ist ein Tischtennis-Match der Brüder gegen den arroganten Campingplatz-Matador Hantel (Wotan Wilke Möhring).

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Manchmal hingegen knattert der Film einfach ähnlich entschleunigt dahin, wie die Mofas der Hauptdarsteller, was allerdings auch seinen Reiz hat.

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Die Blu-ray von Sony Pictures Entertainment enthält neben dem 111-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Ein kurzes, aber aussagekräftiges Making Of (4:09 min), Bericht von der Premiere (4:00 min) und Trailer (2:22 min)

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Friendship!

1989 flog der 24-jährige DDR-Bürger und spätere Filmproduzent Tom Zickler (Keinohrhasen) gemeinsam mit seinem besten Freund Veit nach New York. Sie hatten einen Super-8-Projektor sowie einige selbst gedrehte Filme im Gepäck und 55 Dollar in der Tasche. Trotzdem gelang es ihnen from coast to coast bis nach San Francisco zu kommen. Für Zickler war es die “schönste Reise, die ich je gemacht hatte“.

Friendship!

Zwanzig Jahre später flossen Zicklers USA-Erlebnisse zu fünfzig Prozent in dem von ihm produzierten Film Friendship! ein, allerdings verrät er nicht welche Hälfte des Filmes auf Tatsachen beruht. Wahrscheinlich stimmt diese Sache mit dem Vater, der als Veit noch ein kleiner Junge war, angeblich aus der DDR in den Westen geflüchtet ist und alljährlich seinem Sohn vom selben Postamt in San Francisco eine Postkarte schickt nicht so richtig (und die noch dramatischere Auflösung dieser Geschichte wohl erst recht nicht). Doch ein guter Aufhänger für ein Roadmovie ist die Suche nach dem verschollenen Vater auf alle Fälle.

Friendship!

Friendship! funktioniert bestens als ein Film, der zwar von der DDR handelt, diese jedoch nur in Form von einigen wenigen verwackelten Dokumentaraufnahmen zeigt. Matthias Schweighöfer und Newcomer Friedrich Mücke überzeugen als glaubhaft naive Ossies, die den Traum vom Wilden Westen (er)leben. Der munter drauflos fabulierte und vor Ort in den USA gedrehte Film ist meilenweit von klamaukigen Ostalgie-Blödsinn wie NVA oder Kleinruppin Forever entfernt. Friendship! macht Bock darauf alles liegen zu lassen und in den nächsten Flieger zu hüpfen.

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Shazam!

Das war nicht zu erwarten. Nachdem sich DC mit seinen Superhelden-Filmen in den letzten Jahren sehr schwer tat, gelang ausgerechnet mit Shazam! ein überraschend unterhaltsamer Film mit viel Herz, haufenweise guten Gags, und gelegentlichen sogar mit etwas Tiefgang. Die Geschichte des jungen Billy Batson, der plötzlich die Fähigkeit erhält sich in den mächtigen Superhelden Shazam! zu verwandeln, hätte albern und kindisch werden können.

Shazam!

Doch der Film beruft sich auf jenem Ansatz mit dem der Autor Geoff Jones und der Zeichner Cary Frank der 1940 entstandenen Serie vor einigen Jahren einen grandiosen Neustart bescherten. Billy Batson ist hier ein respektloser Rotzlöffel von einem Waisenknaben, den aus gutem Grund keine Pflegefamilie dauerhaft aufnimmt. Doch da ihn seine Sozialarbeiterin endlich von der Backe haben möchte, landet er bei einem idealistischen Ehepaar, das bereits fünf Pflegekinder aufgenommen hat.

Shazam!

Nach und nach beginnt Billy sich – zu seiner eigenen Überraschung – in seiner neuen Umgebung wohl zu fühlen. Seine Fähigkeit plötzlich groß und stark zu sein, ist für den Jungen nicht nur ein Segen, sondern er bleibt auch im muskelbepackten Körper ein kleiner Junge voller Selbstzweifel und Ängste. Bei seiner Ersatzfamilie findet Billy Unterstützung. Überhaupt ist keine schlechte Sache, wenn ein Mainstream-Film zeigt, dass engagierte Pflegeeltern unter Umständen besser sind als gleichgültige Mütter oder boshafte Väter.

Shazam!

Doch ohne die richtige Besetzung hätte der Film nicht funktioniert. Der 16-jährige Asher Angel überzeugt als abgebrühter aber noch nicht völlig verhärteter Billy, während es Zachary Levy (aus der TV-Serie Chuck) als vielfältig begabter Superheld Shazam! tatsächlich gelingt, den Eindruck zu erwecken, dass ein ratloser kleiner Junge in seinem durchtrainierten Körper steckt.

Shazam!

Damit es in diesem auf knallbunte Farben setzenden Film etwas düsterer zugeht, ist Mark Strong (The Secret Service) als schurkischer Doctor Sivana dabei. Doch dieser hat thematisch passend einen Vater-Komplex, was nicht verwundert, denn als sein Erzeuger ist John Glover zu sehen. Dieser hat bereits in der TV-Serie Smallville als Lionel Luthor seinen Sohn Lex dazu gebracht, künftig Superman das Leben schwer zu machen.

Shazam!

Geradezu grandios ist eine vom Schweden David F. Sandberg sehr sensibel inszenierte Szene, in der Billy Batson endlich auf seine lange gesuchte Mutter trifft. Shazam! dürfte auch für Zuschauer ohne eine besondere Vorliebe für Superhelden funktionieren, denn Superman, Batman oder Wonder Woman sind (fast) ausschließlich in Form von Merchandise-Produkten dabei. Die Nachfrage nach Shazam!-Spielzeug wird dieser Film garantiert steigern!

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The Moneyman – Die Geschichte von Roy und Walt Disney

Gibt es tatsächlich noch etwas Neues über Walt Disney zu erzählen? Wahrscheinlich nicht, doch wenn die Perspektive etwas verschoben wird, wie im Kino etwa in Saving Mr. Banks, dann ist ein interessanter neuer Blick auf den Welt-Märchenonkel durchaus möglich.

The Moneyman – Die Geschichte von Roy und Walt Disney

Unter der Leitung von  Alessio De Santa hat ein fünfköpfiges italienisches Team Walt Disneys 8 Jahre älteren Bruder Roy ins Zentrum einer Comic-Biographie gerückt. Roy war Walt Disneys “Moneyman“ (so auch der Titel des Buchs), denn er hat sich um die Finanzierung von dessen ehrgeizigen Lebenszielen gekümmert.

Es war immer wieder zu lesen, dass Roy häufig versuchte, Walt seine kostspieligen Ideen auszureden, wie wenn dieser den Trickfilm durch Ton, Farbe und Spielfilmlänge weiterentwickeln wollte. Doch irgendwie nahmen die Brüder alle Hürden, wie technische Probleme, hinterhältige Konkurrenten, streikende Zeichner oder fehlende Einnahmen durch den Zweiten Weltkrieg.

The Moneyman – Die Geschichte von Roy und Walt Disney

Das war sicher nicht gesund und der Comic zeigt immer wieder, wie die Disney-Brüder auch gegen Krankheiten ankämpfen mussten. Der Kettenraucher Walt (der in der Öffentlichkeit nie zur Zigarette griff) starb 1966 im Alter von 65 Jahren. Der acht Jahre ältere Roy realisierte mit dem Disney World Park in Florida noch Walts letzten Lebenstraum, bevor sein Leben 1971 endete.

The Moneyman – Die Geschichte von Roy und Walt Disney

Alessio De Santas Interpretation, dass Roy sich ohne Walt als Triebfeder “unendlich müde“ fühlte und daher zwei Monate nach der Eröffnung von Disney World verstarb, ist nicht allzu abwegig. Auch ansonsten sind die Versuche von De Santa & Co. das Verhalten der Disney-Brüder zu deuten nie völlig abwegig.

The Moneyman – Die Geschichte von Roy und Walt Disney

Dadurch dass dieser Comic als Teamwork entstand und optisch nicht nur auf einem hohen Niveau ist, sondern wie aus einem Guss wirkt, hat er durchaus die Qualität eines Disney-Films!

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Eric Heuvel: Die Suche

Jeroen bricht mit seiner Oma Helena und deren Freundin Esther zu einer Reise in die Vergangenheit auf. Sie fahren zu jenem niederländischen Bauerhof auf dem sich Esther einst vor den Nazis versteckte und so die Judenverfolgung überlebte. Von ihrem Freund Bob erfährt sie, dass ihre Eltern in Auschwitz ermordet wurden. Erst sehr viel später besucht Esther Bob in Israel und erfährt von ihm Details über den Leidensweg ihrer Eltern.

Eric Heuvel: Die Suche

Eric Heuvel (January Jones) erzählte diese Geschichte in einem sehr sauber ausgearbeiteten Ligne-Clair-Stil, irgendwo zwischen Hergé und Willy Vandersteen. Auf den ersten Blick scheint dieser klare manchmal fast klinisch reine Zeichenstil nicht zu dem sehr düstersten Thema zu passen. Doch obwohl Heuvel auch noch sehr viele geschichtliche Hintergrundinformationen (z. B. über die Wannsee-Konferenz) in die Erzählung einarbeitet, wird das traurige Schicksal der Familien von Esther und Bob durch den Comic nachfühlbar.

Eric Heuvel: Die Suche

Die Suche ist die Fortsetzung des Comics Die Entdeckung, der erzählt wie Esther und ihre Familie nach der Machtergreifung der Nazis gezwungen sind Deutschland zu verlassen und nach Holland zu fliehen. Unter dem Titel Das Versteck veröffentlichte Eric Heuvel noch einen weiteren 8-seitigen Comic zum Themenkomplex in dem die bereits aus Die Entdeckung bekannte Figur Wim van Dort im Mittelpunkt steht und der zweisprachig mit Wendecover im Mark 12 Museum in Aalten erhältlich ist. Das Versteck kann genau wie Die Suche auch ohne Kenntnis des ersten Bandes problemlos gelesen werden.

Eric Heuvel: Die Suche

Die Suche entstand wieder in Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Haus und dem Jüdischen Historischen Museum Amsterdam. Nach den guten Erfahrungen mit Die Entdeckung wurde auch “Die Suche“ für den Einsatz in Schulen konzipiert. Der Comic bzw. “grafische Roman“ soll (und dürfte!) jene Jugendlichen erreichen, die “nicht besonders gern lesen“.

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The Office

Wer hat nicht schon einmal entgegen dem eigenen Humorverständnis über den lausigen Witz einer Autoritätsperson im wahrsten Sinne des Wortes “lachen müssen“. Doch in der Papiervertriebsfirma Wernham Hogg im Londoner Vorort Slough ist dies Dauerzustand. David Brent (Co-Autor Ricky Gervais, After Life) ist dort Regional-Manager. Er hält sich aber zugleich auch noch für einen begnadeten Entertainer und nervt seine Untergebenen mit flauen Witzen. Gelegentlich nutzt David die Abhängigkeit seiner Mitarbeiter noch stärker aus, greift zur Gitarre und trägt selbstkomponierte Lieder vor.

The Office

Für weitere Verwirrungen sorgen der verklemmte Gareth, der sich für Davids Stellvertreter hält, sowie die amourösen Irrungen und Wirrungen von Tim (Martin Freeman aus Sherlock), der sich zur Kollegin Dawn hingezogen fühlt. The Office ist im Stil einer Dokumentation in Szene gesetzt und wird immer wieder unterbrochen von aufschlussreichen Interviewstatements. Pro 7 verarbeitete dies Konzept zur insgesamt zwar etwas oberflächlicheren aber immer noch höchst vergnüglichen Serie Stromberg, während in der sehr erfolgreichen US-Version Steve Carell (Die letzte amerikanische Jungfrau) den unfähigen Chef spielt.

The Office

The Office bietet bei aller Situationskomik auch einen authentischen Eindruck in den (britischen) Büroalltag und ist gleichzeitig eine ebenso bissige wie bittere Satire darauf. Auch die Binsenweisheit, dass mit etwas Humor das Leben leichter zu ertragen ist, wird durch David Brents Holzhammerpointen reichlich erschüttert.

The Office

Die zweite Staffel der insgesamt 14-teiligen Serie schildert wie Brent einen sehr fähigen und bei allen Mitarbeitern äußerst beliebten neuen Chef vor die Nase gesetzt bekommt. Der daraus resultierende langsame Abstieg des sich selbst immer wieder völlig überschätzenden Brent nimmt dabei – trotz zahlloser schreiend komischer Szenen – auch durchaus tragische Dimensionen an. Im 2003 entstandenen zweiteiligen Weihnachts-Special heißt es dann leider auch schon Abschied nehmen von der The Office– Belegschaft, doch auch in Extras – dem Nachfolgeprojekt von Ricky Gervais und Stephen Merchant – kommen Freunde des britischen Humors voll auf ihre Kosten.

The Office

Extras: Zwei Dokumentationen (je 20 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen oder englischen Untertiteln); Deleted Scenes (13:08 min); Outtakes (7:48 min); Das zweiteilige Christmas-Special von 2003 (43 min + 53 min)

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Münchhausen

Während der Zweite Weltkrieg eigentlich schon verloren war, wollte es Joseph Goebbels der ganzen Welt noch einmal zeigen. Zum 25-jährigen Jubiläum der UFA mobilisierte er alle Kräfte und Reserven und ließ die Abenteuer des Baron Münchhausen zu einem opulenten Fantasy-Film verarbeiten.

Münchhausen

Um überhaupt ein Publikum zu erreichen, wurden der von Goebbels nicht sonderlich geschätzte Hans Albers (Große Freiheit Nr. 7) für die Hauptrolle (Gage: 360.000 RM) und der mit Schreibverbot belegte Erich Kästner unter dem Pseudonym Bertold Bürger als Autor verpflichte. Der Film kam kurz nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad in die deutschen Kinos.

Münchhausen

Dem Resultat ist deutlich anzumerken, dass es sich hierbei eher um einen nationalen Kraftakt als um einen leichtfüßigen Märchenfilm (erklärtes Vorbild war Der Dieb von Bagdad) handelt. Trotz einer sehr bunten Ausstattung (inklusive einiger barbusiger Statistinnen) und dem ansonsten deutlich unverkrampfteren Albers kommt kein rechter Spaß auf. Daher bleiben eher einige gelungene Filmtricks in Erinnerung als die notdürftig zusammengeschusterte episodenhafte Geschichte, die von einem, unsterblichen Münchhausen in der damaligen Gegenwart in Form von Rückblenden erzählt wird.

Münchhausen

Die digital restaurierte Fassung, die 2005 als Doppel-DVD erscheint, ist dennoch höchst sehenswert. Zwar kann die verbesserte Bildqualität nicht mit US-Special-Editions (wie z. B. der beim selben Anbieter erschienenen Version von Vom Winde verweht) mithalten und die 134-minütige Premierenfassung wird wohl nie wieder zu rekonstruieren sein. Doch dafür gibt es einige höchst interessante Extras, darunter ein sehr interessanter Bericht über die Geschichte des deutschen Farbfilms und ein ultrararer meisterlicher Zeichentrickfilm von Hans Held, der auch die kurze Trickfilmsequenz für den Münchhausen-Kinofilm realisierte.

Münchhausen

Extras der DVD von 2005: Dokumentation: „Ein Mythos in Agfacolor“ (73:47 min); „Die Abenteuer des Baron Münchhause oder: Die Wahrheit über alles“, ein recht schlichter stummer Legetrickfilm von 1931 (14:58 min); „Die Abenteuer des Baron Münchhausen – Eine Winterreise“, ein höchst gelungener farbiger Zeichentrickfilm von Hans Held (1944, 7:11 min); Ausführliche Texttafeln mit Infos zu Cast, Crew und Produktion; Bildergalerie (4:24 min); 10-seitiges farbiges Booklet

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Große Freiheit Nr. 7

Der blonde Hannes Kröger war einst auf allen Meeren zuhause, doch jetzt sorgt er für Stimmung im Hippodrom auf der Großen Freiheit im Hamburger Rotlichviertel auf St. Pauli. Als er dort auf seine Matrosenkumpels Fiete und Jens von der Padua trifft, macht sich bei ihm Fernweh breit. Doch gleichzeitig trifft Hannes die junge Gisa, mit der er ein bürgerliches Leben plant. Doch Gisa fühlt sich zum deutlich jüngeren Werftarbeiter Willem hingezogen…

Große Freiheit Nr. 7

Helmut Käutner (Unter den Brücken, Des Teufels General) wollte den Film zunächst nur Große Freiheit nennen, doch dies passte den Nazis nicht. Ansonsten machte Käutner keine Zugeständnisse und ließ 1943 den Hamburger Hafen so einnebeln, dass keine Hakenkreuzfahne zu sehen war. Die Innenaufnahmen entstanden nicht in der zerbombten Hansestadt, sondern zunächst in Berlin und später musste die Produktion auch noch nach Prag umziehen. Dort erlebte der von Goebbels als zu düster befundene Film am 15. Dezember 1944 seine Premiere. In Deutschland wurde Große Freiheit Nr. 7 erst nach Kriegsende am 6. September 1945 gezeigt.

Große Freiheit Nr. 7

Hans Albers hatte zuvor zwar schon gelungene Auftritte in Filmen wie Wasser für Canitoga oder Der Mann, der Sherlock Holmes war, doch unsterblichen Ruhm erlangte er dank seiner tragisch gebrochenen Darstellung des Hannes Kröger. Es ist unendlich rührend, wie er sich vorsichtig um die junge Gisa (war nie besser: Ilse Werner) bemüht, während seine in grandiosen Farbaufnahmen eingefangenen Interpretationen von Liedern wie La Paloma oder Auf der Reeperbahn nachts um halb eins für immer ein Teil der Hamburger Folklore sein werden.

Große Freiheit Nr. 7
Erst 2019 wurde der Film in zufriedenstellender Qualität auf DVD und Blu-ray veröffentlicht. Werner Krien, der zuvor bereits Kameramann beim Hans-Albers-Farbfilm Münchhausen war, gelangen gedämpft bunte Bilder vom Nachtleben auf St. Pauli und von einem sehr zivil anmutenden Hamburg. Die neue Restaurierung der Murnau-Stiftung präsentiert den Film zwar nicht ganz ohne Verschmutzungen im Bild, doch Käutners grandiose Farbdramaturgie dieses wohl besten deutschen Films der Nazizeit beeindruckte noch nie so sehr, wie in dieser neuen Fassung.

Große Freiheit Nr. 7

Extras der Blu-ray: 16-seitiges Booklet mit interessanten Texten von Olaf Müller und Anke Wilkening, Trailer von circa 1945 (3:30 min), Als Split Screen gibt es drei kurze Szenen in zwei verschiedenen Versionen zum Vergleichen von Inlands- und Exportfassung zu sehen (insgesamt 4:01 min)

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