Riad Sattouf: Esthers Tagebücher

Der aus Syrien stammende Zeichner und Filmregisseur Riad Sattouf arbeitete auch für Charlie Hebdo, dort erschien seine Cartoon-Reihe La Vie secrète des jeunes. Bei uns dürfte er vor allem durch die im Knaus Verlag veröffentlichte auf mittlerweile auf drei Bände angewachsene Reihe Der Araber von morgen bekannt sein. Hier erzählt Sattouf aus seiner Jugendzeit. Diese verbrachte er als Sohn einer Französin und eines Syrers, der in Paris studiert hatte, in Libyen, Syrien sowie gelegentlich auch in der Bretagne. Scheinbar aus der Sicht eines Kindes vergleicht er hier erfrischend subjektiv und ideologiefrei das Leben in der westlichen mit dem in der arabischen Welt.

Riad Sattouf: Esthers Tagebücher

Ähnlich geht Sattouf in der Serie Esthers Tagebuch vor, die wöchentlich im Nachrichtenmagazin L’Obs zum Abdruck kommen. Die Reihe ist auf einen längeren Zeitraum angelegt. Sattouf verarbeitete die tatsächlichen Erlebnisse und Beobachtungen eines 10-jährigen Mädchens aus seinem Bekanntenkreis zu Onepagern.

Riad Sattouf: Esthers Tagebücher

Der Comic erzählt davon, wie wichtig es für Esther ist, endlich ein i-Phone zu besitzen. Daher hat sie fest beschlossen, dass ihre Kinder schon zur Geburt Smartphones bekommen werden. Während ihr großer Bruder Antoine endlich eine Fußballerfrisur haben möchte, leidet Esther darunter im Gegensatz zu ihren angesagten Mitschülern keine “Wurzeln in irgendeinem fremden Land“ zu haben.

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Riad Sattouf bleibt dran an seinem Thema und schildert im zweiten Band wie das Esther, kurz nach ihrem 11. Geburtstag von einem Journalisten interviewt wird, da die Comic-Geschichten über sie einiges an Aufmerksamkeit erregt haben. Sie wird über den Wahrheitsgehalt der Geschichten befragt und bedauert es nach dem Gespräch nicht richtiggestellt zu haben, dass Disneys Rapunzel mittlerweile nicht mehr ihr Lieblingsfilm ist.

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Auf den ersten Blick wirkt Esthers Tagebuch wie ein zumeist heiterer Blick auf Schule und Familienleben. Doch Sattoufs Comic bietet einen interessanten Blick auf den westeuropäischen Alltag und verfügt dabei über mehr Tiefe (und Untiefen) als auf den ersten Blick zu vermuten ist. So beschäftigt sich Esther auch intensiv mit Themen wie Religion und Terror: “Ich habe gehört, die Terroristen sterben so gern, weil sie glauben, im Paradies warten Frauen auf sie, die ihnen was kochen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so einen Schwachsinn glaubt“.

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