Stephen King: Sara

Obwohl der Meister ja irgendwo (ich glaube im Vorwort zu Stark) zum Besten gab, er wolle sich jetzt nicht mehr mit den Schaffenskrisen von Schriftstellern auseinandersetzen, ist er seinen Prinzipien erneut untreu geworden. In Sara erzählt Stephen King  vom erfolgreichen Romanschriftsteller Michael Noonan, der nicht mehr schreiben kann, nachdem seine Frau an einem Hirnschlag gestorben ist. Im Sommerhaus namens Sara Laughs verbrachte er viele glückliche Tage mit ihr.

Stephen King: Sara

Nach dem „nur“ zum größten Teil gelungenen Glas ist Sara (sehr viel besserer Originaltitel Bags of Bones, eine Übersetzung á la „Säcke voller Knochen“ würde jedoch beim Leser zu starke Splatter-Erwartungen wecken, denn mit den „Bags of Bones“ sind auch literarische Figuren gemeint, die niemals an die Komplexität des dümmsten Menschen auf Erden heranreichen und eben doch nur „Säcke voller Knochen“ sind) nun ein wirkliches Comeback des „alten“ Kings, der einfach das macht, was er am besten kann: Von sympathischen Menschen zu erzählen (die erstaunlich oft die Schriftstellerei zum Beruf erkoren haben) und nach ausführlichster Einführung plötzlich mit seltsamen und dramatischen Dingen konfrontiert werden.

Stephen King: Sara

Der Auftakt ist sehr, sehr packend, Michael Noonan wächst dem Leser sofort ans Herz und auch seine gerade verstorbene Frau wird posthum als eine so richtige Sympathiegranate dargestellt. Man leidet förmlich mit dem armen millionenschweren Autor, der plötzlich nicht mehr schreiben kann und Jahr für Jahr seine mühsam angesparten Werke aus dem Schließfach holt, um weiterhin im „Besteller der Woche“-Club mitspielen zu dürfen. Auch der Wechsel in die ländliche Umgebung und die Begegnung mit einer blutjungen Witwe und ihrer wirklich nachvollziehbar sympathischen kleinen Tochter lässt den Leser das Buch nur ungern aus der Hand legen.

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Im Mittelteil wildert der Meister dann etwas im Gerichtssaal-Revier eines John Grishams, beendet diese Fremdgeherei jedoch überraschend schnell und macht immer wieder auf die (guten?) Geister aufmerksam, die seltsame Nachrichten mit den Magnetbuchstaben an Kühlschränken senden. Okay, das Finale ist mal wieder eher unbefriedigend, aber das war eigentlich auch schon in Kings besten Werken (etwa bei Es) der Fall. Auf alle Fälle hat der Meister so viele unvergessliche kleine Szenen in seinem neuen Buch geschaffen, dass Sara jedem Ex-Fan von King dringend empfohlen sei und jedem aufgeschlossenen Leser sowieso. Auch die bei uns unter dem Originaltitel Bags of Bones veröffentlichte Verfilmung mit Pierce Brosnan ist recht gut gelungen.

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