Susi und Strolch – Realfilm

Mal wieder hat es einen Disney-Animations-Klassiker erwischt. Auch Susi und Strolch diente als Vorlage für eine Neuverfilmung mit einem auf “realistisch“ getrimmten Look . Das Resultat ist weniger gelungen als Tim Burtons respektvolle Dumbo-Hommage, jedoch – trotz computeranimierter Tiere – auch kein Spezialeffekt-Overkill wie Jon Favreaus Version von Der König der Löwen.

Susi und Strolch - Realfilm

Für den 2019 entstandenen Film spricht, dass die Geschichte genau wie im Original Anfang des letzten Jahrhunderts spielt, was für nostalgischen Charme sorgt. Störend ist jedoch, dass recht penetrant versucht wurde, es allen potentiellen Zuschauern recht zu machen.

Susi und Strolch - Realfilm

So leben Herrchen (Thomas Mann) und Frauchen (Kiersey Nicole Clemons) der Cocker-Spaniel-Dame Susi – ich hoffe ich formulieren das jetzt halbwegs unbedenklich – in einer schwarz-weißen Mischehe. Dies erscheint wenig glaubhaft, angesichts ihres Wohnorts, einer hübschen Vorstadt-Villa im Süden der USA (Drehort war Savannah).

Susi und Strolch - Realfilm
Alle Abbildungen: © Disney 2019

Dem Bestreben nicht anzuecken wurde auch der schöne Siamese Cat Song geopfert, der mit viel Fantasie als Rassismus interpretiert werden kann. Doch wenn F. Murray Abraham als italienischer Restaurant-Besitzer die Mördernummer Bella Notte schmettert, während er Susi und Strolch Spaghetti serviert, wird einiges an Flair aus dem Zeichentrick-Klassiker von 1955 in den Realfilm gerettet.

Susi und Strolch - Realfilm

Recht achtbar ist auch Janelle Monáes neue Version von Peggy Lees Song He’s a Tramp. Es ist zu hoffen, dass diese für Disney+ gedrehte 60-Millionen-Dollar-Produktion den einen oder anderen Zuschauer dazu bringt, sich die sehr viel besser gelungene Zeichentrick-Vorlage anzusehen.

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