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Timo Wuerz: Aaron und Baruch

1993 erschien das erste vom damals 20-jährigen Timo Wuerz gezeichnete Comic-Album im Münchner Splitter Verlag (der mit dem heutigen gleichnamigen Verlag wenig  gemein hat). Die auf drei Bände angelegte Reihe “Aaron und Baruch“ war bereits komplett fertiggestellt, veröffentlicht wurde seinerzeit jedoch nur der erste Band. Wie Timo es diplomatisch ausdrückte, passten zwei junge Freigeister wie der Autor Niki Kopp und er “nicht so recht zu einem rechtskonservativen Berliner Ex-Bäcker“, denn mit dem eigenwilligen Verleger waren “nennen wir es mal Diskussionen“ vorprogrammiert.

Timo Wuerz: Aaron und Baruch
Splitter-Ausgabe von 1993

Nachdem Timos neuer, von Robert Franke geschriebener, Comic “Ghost Realm“ bei Popcom veröffentlicht wurde, erschien dort in einem Hardcover-Band auch erstmals eine Gesamtausgabe von “Aaron und Baruch“ (zuvor wurde die Reihe als Fortsetzung in der Fachzeitung “Comix“ veröffentlicht). Mich persönlich hat “Ghost Realm“ schwer beeindruckt. Von daher vermutete ich, dass ein 25 Jahre zuvor entstandenes Erstlingswerk hier wohl kaum mithalten kann.

Timo Wuerz: Aaron und Baruch
Popcom-Ausgabe von 2016

Doch wie man sich täuschen kann. Von der Optik her ist die Geschichte des Waffenhändlers Aaron und des Waffenbenutzers Baruch ein einziger Rausch. Jede der mit Acryl gemalten Seiten ist ein Kunstwerk für sich. In Sachen Stil und Experimentierfreude liegt “Aaron und Baruch“ auf Augenhöhe mit den gemalten Comics von Dave McKean (“Batman: Arkham Asylum“) oder Bill Sienkiewicz (“Elektra: Assassin“). Worte werden Timos visuellem Einfallsreichtum, der immer noch frisch und spontan wirkt, kaum gerecht.

Timo Wuerz: Aaron und Baruch

Doch auch Niki Kopps Geschichte versteht es zu fesseln und ist es wert in einem derart aufregenden Stil erzählt zu werden. Wobei das seinerzeit bei Splitter veröffentlichte erste Drittel teilweise noch etwas dröge daher kommt und die nicht immer knackig kurzen Texte sich manchmal etwas zu angestrengt darum bemühen “anspruchsvoll“ zu sein. Doch anschließend und abschließend wird “Aaron und Baruch“ zu einem gelungenen Psychothriller.

Timo Wuerz: Aaron und Baruch

Die Ausgabe von Popcom enthält den kompletten “Aaron und Baruch“, so wie der Comic Anfang der 90er Jahre entstanden ist, nur das Lettering wurde erneuert. Hinzu kommen etliche zusätzliche Illustrationen, Comic-Kurzgeschichten und Texte, die sehr viel über die Entstehungsgeschichte verraten und den Kunstgenuss noch vertiefen.

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1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog

Seit 1976 erschien im Hethke Verlag jährlich ein Comicpreiskatalog. Zunächst waren auf dem Titelbild immer Zeichnungen der 50er Jahre Ikone Hansrudi Wäscher zu sehen und der Verlag benutzte den Katalog in erster Linie um die Preise der hauseigenen Wäscher-Nachdruckhefte von Serien wie „Sigurd“ oder „Nick“ in die Höhe zu treiben. Doch spätestens nachdem sich ein Verleger von Überraschungseier-Katalogen an einem (allerdings gescheiterten) Konkurrenzobjekt versuchte, bemüht sich auch der Hethke Verlag darum seinen Katalog für alle Comicfans interessant zu machen. Die Ausgabe von 2004 zierte daher gar ein Manga-Titelbild, während es danach meist wieder Wäschers wackerer Helden auf dem Cover waren. Nach dem Tode von Norbert Hethke hatte ab 2009 der Wiener Comichändler Günther Polland die Herausgabe des Katalogs übernommen.

1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog 2016

Mit der Ausgabe von 2016 ist der Münchner Comic-Händler und Veranstalter von Sammlerbörsen Stefan Riedl erstmals Herausgeber. Auch er bleibt bei der bewährten Organisation und Aufmachung. Das Buch listet alphabetisch nach Serientiteln sortiert alle deutschsprachigen Comics auf, die zwischen 1945 und Mitte 2015 erschienen sind. Anhänge befassen sich mit der wenig erforschten Zeit ab 1846 und der Comic-Sekundärliteratur. Zur Auflockerung sind auf jeder Seite streichholzschachtelgroße farbige Cover abgebildet, die das Blättern im Katalog zu einem durchaus sinnlichen Vergnügen machen. Der Katalog enthält neben dem Marktreport noch einen interessanten Artikel über die britische Comic-Szene, den Andreas Hanauer nicht nur geschrieben, sondern auch mit gelungenen Porträt-Zeichnungen von herausragenden englischen Comickünstlern wie Alan Moore, Garth Ennis oder Mark Millar illustriert hat.

1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog 2016
Vom Katalog gibt es auch eine limitierte Hardcover-Ausgabe mit einem anderen Cover, die bereits vergriffen ist.

Zu jedem Titel ist natürlich auch ein Preis vermerkt, den Stefan Riedl gemeinsam mit sieben weiteren Händlern und Sammlern ermittelt hat. Nach meiner Erfahrung haben sich die gelisteten Preise auch bei Verkäufen bei ebay und Amazon als durchaus realistisch erwiesen hat. Dieser Preis, der bei der ersten deutschen Ausgabe von „Supermann“ (kein Schreibfehler) von 1950 schon einmal bei 16.000 EUR und bei der ersten deutschen Micky Maus gar bei 20.000 Euro liegen kann, bezieht sich auf Comics in „sehr gutem Zustand“. Bei diesen sogenannten „Zustand 1“-Comics (die Zustände 0 bis 4 werden am Anfang des Kataloges ausführlich mit Bildbeispielen erklärt) sind „minimale Gebrauchsspuren“ zulässig und es ist somit durchaus möglich, dass sie nicht nur gesammelt sondern sogar gelesen wurden.

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Kick-Ass 3

Nach 8 Jahren und 28 Comicheften findet eine der erfolgreichsten Superhelden-Serien der Neuzeit ihr Ende. Nachdem Autor Mark Millar und Zeichner John Romita Jr. zuvor bereits bei Marvels „Wolverine – Staatsfeind“ zusammengearbeitet hatten, begannen sie 2006 eine eigene Serie zu konzipieren. Die Grundidee zu „Kick-Ass„, um einen Jungen, der sich zunächst ziemlich vergeblich als Superheld versucht, ist recht simpel. Umso erstaunlicher ist es, was Millar und Romita schließlich daraus machten.

Kick-Ass 3
Softcover-Cover

Der Comic-Fan Dave Lizewski bestellt sich bei ebay einen enganliegenden grünen Tauchanzug und versucht sich in New York als Kämpfer für das Gute. Das geht zunächst ganz schön schief und Dave landet nach seinem ersten Einsatz schwer verletzt im Krankenhaus. Doch er gibt nicht auf und als Kick-Ass wird er schließlich durch ein Video auf YouTube zum Volkshelden. Dies ruft allerlei Nachahmer, aber auch den Schurken Red Mist, auf den Plan. Schon sehr viel länger im Rächer-Business unterwegs ist allerdings die von ihrem Vater trainierte Mindy McCready alias Hit-Girl, der Millar und Romita sogar eine eigene Mini-Serie spendierten. Diese ist zeitlich zwischen „Kick-Ass 1“ und „Kick-Ass 2“ angesiedelt.

Kick-Ass 3

In „Kick-Ass 3“ schließlich heißt es Abschied nehmen von Dave Lizewski und Mindy McCready. Panini veröffentlichte die aus acht Heften bestehende Miniserie zunächst in Form von zwei Sammelbänden, wobei der zweite Band die letzten drei etwas umfangreicheren Ausgaben 6 bis 8 enthält. Anschließend folgte dann eine Gesamtausgabe von „Kick-Ass 3„, die es auch als Hardcover-Edition gibt.

Kick-Ass 3

Kick-Ass und Hit-Girl treten zum letzten Gefecht an, wobei sich das kleine Mädchen mal wieder sehr viel mehr zumutet als ihr fast schon erwachsener Kumpel Dave. Dieser hinterfragt mitten im Kampfgetümmel unter dem Motto „Ich habe meine Kindheit damit vergeudet“ sogar seine naive Liebe zu Superhelden-Geschichten. Doch Millar beendet seine Erfolgsserie ebenso knalliges wie zufriedenstellend, während ein Epilog weitere Comics zumindest mit Hit Girl nicht gänzlich unwahrscheinlich erscheinen lässt.

Kick-Ass 3
Hardcover-Cover

Genau wie „Wanted„, „Kingsmen – The Secret Agent“ oder „Jupiter’s Legacy“ erscheint „Kick-Ass“ unter dem Label „Millarworld“. Dennoch ist auch hier die Leistung des Zeichners ebenso wichtig wie die Ideen des Autor. Wohl noch nie sahen die (nicht nur im Superhelden-Genre) ohnehin schon unvergleichlichen Zeichnungen von John Romita Jr. so toll aus, wie bei „Kick-Ass“ und „Hit Girl„, was aber auch am Inker Tom Palmer sowie an den Koloristen Dean White und Michael Kellener liegt. Abschließend sei noch angemerkt, dass der Comic „Kick-Ass“ sehr viel besser ist als die beiden Kinofilme!

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