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1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist

Bücher die Dinge empfehlen, mit denen sich unbedingt auseinandergesetzt werden sollte, bevor das Leben vorbei ist, bleiben weiterhin angesagt, vor allem beim Olms Verlag. Seien es nun 1001 Comics, Autos, Weine, Foods, Songs, Gemälde, TV-Serien oder (natürlich besonders wichtig!) Filme. Das zugehörige Buch wurde weltweit in einer Auflage von mehr als 1,9 Millionen Exemplaren verkauft und liegt bei uns bereits in der dreizehnten Auflage vor.

1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist

Diesmal ziert ein Foto von Bradley Cooper und Lady Gaga aus A Star is Born das Cover der Neuauflage, während Hugh Jackman in Greatest Showman auf dem Buchrücken tanzt. Diese Filme gehörten zu den “lebenswichtigen“ Neuzugängen, genau wie etwa die Marvel-Filme Black Panther und Avengers: Infinity War. Auch ansonsten ist Trivialität kein Hinderungsgrund für eine Aufnahme ins Buch, denn die Star-Wars-Episoden IV bis VII finden in der chronologisch geordneten Hitliste genauso Berücksichtigung, wie Funny Games, Bowling for Columbine oder Blau ist eine warme Farbe. Auch das deutsche Kino ist vor allem auf den letzten Seiten mit Lola rennt, Good Bye Lenin, Das Leben der Anderen, Der Untergang, Gegen die Wand und Toni Erdmann stark vertreten.

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Doch ein (diesmal nicht aktualisiertes) Vorwort vom “Aktualisierer“ Ian Haydn Smith informiert darüber, dass nicht nur Kinofilme neu aufgenommen wurden, die in den letzten Jahren in die Kinos kamen. Um Platz zu schaffen für Lotte Reinigers Scherenschnitt-Film Die Abenteuer des Prinz Achmed oder den Katastrophen-Blockbuster Flammendes Inferno fanden anerkannte Klassiker wie Val Lewtons Ich folgte einem Zombie oder Alfred Hitchcocks Ich kämpfe um Dich diesmal keine Aufnahme ins Buch. Überhaupt ist die Buch-Jury sehr großzügig, was Hitchcock betrifft, denn mit 16 ins Buch aufgenommenen Filmen (darunter die Nebenwerke Cocktail für eine Leiche, Marnie und Frenzy) ist er fast schon überrepräsentiert, etwa im Vergleich zu Charlie Chaplin (4 Einträge), Martin Scorsese (5 Einträge) oder gar Billy Wilder (nur 6 Einträge).

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Doch über Hitlisten lässt sich trefflich streiten und für das von „77 international renommierten Filmkritikern“ zusammengestellte Buch, spricht auf alle Fälle die klare chronologische Gliederung und die abwechslungsreiche Bebilderung. Zudem listet noch ein Register die Filme – überflüssigerweise klassifiziert nach Genres – auf. Doch auch die Texte sind oft mit viel Leidenschaft verfasst, so schreibt etwa Joshua Klein völlig zu Recht, dass die Welt (des Films) schöner ist, dank Singin‘ in the Rain.

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Schwarwel: Leipzig von oben

Es scheint fast so, als wenn Thomas Meitsch alias Schwarwel mehrere Leben führt. Von 1993 bis 2011 war er Art Director der Band Die Ärzte und ihm gelangen unvergessliche Cover, wie das gelbe mit dem roten Teufelchen von “Die Bestie in Menschengestalt“. Schwarwel leitete aber auch gemeinsam mit Bela B. den Comicverlag Extrem Erfolgreich Enterprises (EEE). Als Comiczeichner schuf er so unterschiedliche Sachen, wie den im lustigen Bereich angesiedelten “Schweinevogel“ und die finstere Serie “Seelenfresser“.

Schwarwel: Leipzig von oben

Als Trickfilmer hat Schwarwel – auch außerhalb seiner Musik-Videos für Rosenstolz, Sido oder Die Ärzte –  ebenfalls Erstaunliches geleistet. Seine Kurzfilme “Herr Alptraum und die Segnungen des Fortschritts“ (2011), “Richard – Im Wallkürenritt durch Wagners Leben“ (2013) und “1813 – Gott mit uns“ (2013) überraschen durch stilistische und thematische Vielfalt. Nachdem er sich in “1989 – Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer“ mit der Geschichte und dem Ende der DDR befasste, folgte mit “Leipzig von oben“ ein höchst bemerkenswerter autobiographischer Zeichentrickfilm.

Schwarwel: Leipzig von oben

Schwarwel erzählt davon, wie er den Tod seines Vaters erlebte und verarbeitete. In scheinbar unberechenbaren Zeitsprüngen schildert er Episoden aus seinem eigenen Leben, aber auch aus der jüngeren und älteren Geschichte seiner Heimatstadt Leipzig. Unaufdringlich plädiert er für ein Leben, das es ermöglicht “human“ zu sterben. Dabei ist es für ihn wichtig ist Zeit zu haben, für häusliche Pflege und um Abschied zu nehmen.

Schwarwel: Leipzig von oben

In den 22 Minuten, die der Trickfilm dauert, bezieht Schwarwel aber auch eindeutig Stellung gegen Pegida (bzw. den Leipziger Ableger Legida). Mit Entsetzen vernimmt er die “Wir sind das Volk!“-Rufe der Fremdenhasser. Zugleich stellt er aber auch fest, dass bereits 1989 bei der friedlichen Revolution in Leipzig nicht nur selbstlose Idealisten auf den Straße unterwegs waren.

Schwarwel: Leipzig von oben

Formal beeindruckt “Leipzig von oben“ ebenfalls. Realisiert wurde der Trickfilm im klassischen Stil, also von Hand gezeichnet. Untermalt von teilweise eigens dafür eingespielter klassischer Musik wird eine Fülle beeindruckender Bilder präsentiert. Die dabei vermittelten Gedankengänge wirken noch lange nach.

Schwarwel: Leipzig von oben

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