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Targets – Bewegliche Ziele

Der alternde britische Horror-Star Byron Orlok (beeindruckend: Boris Karloff) will sich aus Hollywood zurückziehen. In einem Autokino absolviert er auf der Premiere seines neuen Filmes einen letzten öffentlichen Auftritt. Doch dort hat sich auch ein scheinbar harmloser junger Mann verbarrikadiert, der urplötzlich zum wild um sich ballernden Heckenschützen wird.

Targets – Bewegliche Ziele

Der Film, der im Autokino läuft ist The Terror, den Roger Corman 1963 in Windeseile drehte, weil ihm die Universal-Monsters-Ikone Boris Karloff noch zwei Drehtage “schuldete“, nachdem seine Edgar-Allan-Poe-Komödie Der Rabe schneller als erwartet fertiggestellt wurde. Fünf Jahre später trieb Corman erneut zwei ihm seiner Meinung noch zustehende Drehtage bei Karloff ein und gab dadurch einem jungen Filmemacher die Chance seinen ersten Spielfilm zu drehen.

Targets – Bewegliche Ziele

In Targets – Bewegliche Ziele überzeugte Peter Bogdanovich nicht nur als Regisseur und Drehbuchautor, sondern auch als Schauspieler. Dies war kein Wunder, denn Bogdanovich spielte einen ehrgeizigen Regisseur. Doch den verdienten Ruhm konnte er für sein Meisterwerk leider nicht ernten. Nach den Attentaten auf Martin Luther King und Bobby Kennedy war das Thema des Filmes etwas zu unangenehm. Doch immerhin gelang es Roger Corman den Film an Paramount weiterzuverkaufen, wodurch Bogdanovich die Gelegenheit bekam anschließend mit  Blockbustern wie Paper Moon oder Is’ was, Doc? eine beachtliche Karriere zu starten.

Targets – Bewegliche Ziele

Die beiden nahezu gleichberechtigten Handlungs-Stränge in Targets – Bewegliche Ziele setzten sich zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk zusammen. Die Geschichte vom scheinbar harmlosen jungen Mann, der in einem Haus voller netter Menschen und gefährlicher Waffen lebt, nimmt schon einiges von Michael Moores Bowling for Columbine vorweg und dem knuffig-grollenden Charme des alternden “Frankenstein Monster“ Boris Karloff kann sich sowieso niemand entziehen.

Targets – Bewegliche Ziele

Extras der DVD:  Audiokommentar von Peter Bogdanovich, wahlweise mit deutschen Untertiteln, Eine sehr interessante Einführung von Peter Bogdanovich (13:41 min), wahlweise mit deutschen Untertiteln

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Heißer Sommer

Elf Mädchen aus Leipzig und zehn Jungen aus Karl-Marx-Stadt trampen um die Wette an die Ostsee. Als sie sich dort wieder treffen, spielen sie sich zunächst einige Streiche, doch dann kommt man sich näher. Dabei gibt es jedoch einige Probleme, denn während sich Brit (Regine Albrecht) nicht so recht zwischen Kai (Frank Schöbel) und Wolf (Hanns-Michael Schmidt) entscheiden kann, hat Stupsi (Chris Doerk) ein Auge auf Kai geworfen.

Heißer Sommer

Mit mehr als 6 Millionen Besuchern war der Defa-Musikfilm Heißer Sommer 1968 einer der größten Erfolge in den Kinos der DDR. Dies lag an den populären Schlagerstars Frank Schöbel und Chris Doerk, die damals auch privat ein Paar waren, und auch ganz sicher auch daran, dass hier nur unbeschwerte Sommerfreude und kaum DDR-Alltag vermittelt wird. Fünf Jahre später drehte das selbe Team den ähnlich gelagerten Film Nicht schummeln, Liebling!

Heißer Sommer

Wer sich ohne Ost-Biographie auf Heißer Sommer einlässt, geht ein großes Risiko ein, denn nach anfänglichem Auflachen über die Kostüme, die seltsame (aber gekonnte Choreographie) und den etwas anderen Look brennen sich die Hits dieses Filmes unweigerlich in den Kopf des Betrachters. Etwas ähnliches ist bei westdeutschen Filmen mit Conny und Peter eher undenkbar.

Heißer Sommer

Bonusmaterial der DVD: Ein bis drei Texttafeln mit Biografien und Filmographien von Joachim Hasler, Frank Schöbel, Chris Doerk und Hanns-Michael Schmidt; Je eine Texttafel mit Discografien von Frank Schöbel und Chris Doerk; Kino-Plakat und 15 Kino-Aushangfotos; “DEFA-Disko 77“: Ein sehr skuriller Videoclip mit Chris Doerk (3:07 min); Aus der Reihe Filmberufe: Der Tonmeister Peter Foerster erinnert sich (13:12 min); “795 Sekunden mit Frank Schöbel“ – Porträt des Schlagersängers; Ausschnitte aus der DDR-Wochenschau “Der Augenzeuge“: AZ 29/1973/5: Sommerfilmtage – “Nicht schummeln, Liebling!“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel (2:18 min)

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Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Der erfolglose Erfinder Caractacus Potts (Spezialität: verzuckerte Hundepfeifen) repariert zur großen Freude seiner Kinder ein altes Rennauto. Das Gefährt macht fortan beim Fahren nicht nur jene Geräusche, die dem Film seinen Titel verschafften, sondern ist auch mit einer Spezialausstattung versehen und kann daher Schwimmen und Fliegen.

Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Dies ruft den bösen Baron Bomburst auf den Plan, der mit üblem deutschem Akzent spricht, und alles dransetzt, um das Wunderauto in sein kinderfeindliches Reich Vulgaria zu entführen.

Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Nach einem Kinderbuch, das der 007-Schöpfers Ian Fleming 1964 für seinen Sohn schrieb, ließ Produzent Albert R. Broccoli einen Film entstehen, der nicht weniger bombastisch geriet als seine James Bond-Verfilmungen. Die Schurkenrolle Bomburst spielte daher auch ganz selbstverständlich Goldfinger Gert Fröbe mit sichtlichem Vergnügen.

Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Doch die Hauptinspirationsquelle war ganz zweifelsohne Walt Disneys Erfolgsmusical Mary Poppins. Aus diesem Film übernahm Broccoli den Hauptdarsteller Dick Van Dyke und die komponierenden Brüder Richard M. und Robert B. Sherman. Von den zahlreichen Liedern die sie für den Film komponierten, blieb zunächst scheinbar nur der Titelsong in Erinnerung.

Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Doch eigentlich ist der Soundtrack prallvoll mit unvergesslichen Ohrwürmern. Wenn dann auch Dick van Dyke eine Hymne auf seinen Bambusstock schmettert und Gert Fröbe in der Schurkenrolle mit schwerem deutschem Akzent die Mördernummer Chu-Chi Face singt, kennt die Freude keine Grenzen.

Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Die beschwingten Melodien der Shermans, aber auch der von Robert Helpman recht gruselig verkörperte vulgarische Kinderfänger, ließen den Film der 1968 nicht einmal sein Budget von 10 Millionen wieder einspielte, doch noch zu einem Klassiker werden.

Tschitti Tschitti Bäng Bäng

Extras der DVD: Dick Van Dyke erinnert sich an die Entstehung des Filmes (26 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), “Ein wundersames Automobil“ (9:43 min), Bericht über den heutigen Besitzer des Filmautos, Bericht über den Erfinder und Karikaturisten Rowland Emett, der Vorbild für Caractacus Potts war (9:40 min), Interview mit Dick Van Dyke von 1968 (8:25 min), Am Set mit den Potts Kindern (3:00 min), Galerie mit 47 Fotos, Englischer Kinotrailer (3:00 min), Französischer Kinotrailer (3:27 min), 5 TV-Spots (dreimal 1 min und zweimal 20 sek.) 

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George Gently – Der Unbestechliche – Staffel Fünf

Die Hauptfigur der Serie wurde vom Autor Alan Hunter geschaffen, der von 1955 bis 1999 schrieb Hunter insgesamt 46 Romane mit Inspector George Gently schrieb. Die erfolgreiche TV-Serie verlegt die Geschichten in die Sechziger Jahre und startet im London des Jahres 1964. Dort wird Gentlys geliebte Frau in einem brutalen Racheakt ermordet. Nachdem Gently den Mörder zur Strecke gebracht hat, entscheidet er sich dazu im idyllischen Northumberland weiterhin Polizeidienst zu schieben.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Der auf den ersten Blick erschreckend bieder wirkende Gently ist eine der interessantesten Detektivfiguren der Neuzeit. Gently vertritt trotz seines konservativen Outfits (grauer Anzug, militärisch kurzer Haarschnitt) inmitten der nicht nur swingenden Sixties deutlich fortschrittlichere Ansichten als die meisten seiner Polizeikollegen, inklusive seines sehr viel jüngeren voll in der damaligen Jugendkultur aufgehenden Assistenten Sergeant John Bacchus.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Inspector Gently ist eine Paraderolle für Martin Shaw, der einst in der fast schon klassischen britischen Serie Die Profis den jugendlichen Draufgänger Ray Doyle spielte. Der auch am Theater sehr aktive Shaw ist würdevoll gealtert und stattet Gently mit leisem Humor, distinguierter Unnahbarkeit und einer gehörigen Prise Unberechenbarkeit aus.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Die fünfte Staffel (die ebenfalls dazu gehörende Episode Adel verpflichtet / Gently with Class ist in der DVD-Box mit der nur aus zwei Episoden bestehenden vierten Staffel enthalten) spielt im Jahr 1968. In die in blassen fast schon schwarzweißen Bildern erzählten Geschichten fließt auch immer wieder Zeitgeschichte mit ein. Dies gilt ganz besonders für die erste Episode Blinder Hass / Gently Northern Soul, die sich sehr vielschichtig und eindringlich mit Rassismus vor dem Hintergrund der Ermordung von Martin Luther King und den rechtsradikalen Ergüssen des konservativen Politikers Enoch Powell beschäftig. Mittlerweile wurde in Großbritannien bereits die sechste Staffel von George Gently ausgestrahlt und eine siebte Staffel befindet sich in Produktion.

George Gently - Der Unbestechliche - Staffel Fünf

Bonusmaterial der DVD: Behind the Scenes (13:33 min), ohne deutsche Untertitel

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