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Superman – Action Comics 1

Viele Jahre hat Brian Michael Bendis das Erscheinungsbild diverser Marvel-Charatere maßgeblich geprägt. Zusammen mit Bill Jemas und Mark Millar war Bendis der Hauptarchitekt des Ultimate-Marvel-Universums, welches im Jahr 2000 mit Ultimate Spider-Man von Bendis seinen Anfang nahm. Es folgten Ulimate X-Men und später dann alle anderen Figuren und Teams. Bendis schrieb Secret War (2004–2005), House of M (2005), Secret Invasion (2008), Siege (2010) und Age of Ultron (2013).

Superman – Action Comics 1

Hier im Ultimate-Universum hatte auch zum ersten Mal ein schwarzer Nick Fury seinen ersten Auftritt. Dies und andere Veränderungen wurden dann später in das Marvel-Cinematic-Universum übernommen. Umso sensationeller war die Meldung, dass Bendis das Haus der Ideen verlassen und zum Konkurrenten DC wechseln würde. Er ist nun als Schreiber für die beiden Serien ACTION COMICS und SUPERMAN verantwortlich. Seine ersten Arbeiten für Superman waren die sechsteilige Miniserie Man of Steel (May–July 2018; ebenfalls auf deutsch bei Panini)

Superman – Action Comics 1

Sein Einstieg bei ACTION COMICS war die historische Nummer #1000. Bendis führt einige neue Charaktere ein (Melody Moore (Stellvertretender Feuerwehrchef), Robinson Goode und Trish Q als neue Kollegen für Clark Kent beim Daily Planet. In der Vorgeschichte (Man of Steel) waren Lois Lane und ihr gemeinsamer Sohn Jon von Supermans Vater Jor-El abgeholt worden, um seinem Enkel das Universum zu zeigen.

Superman – Action Comics 1

Nun ist Clark ganz alleine zu Hause und die Klatschreporterin Trish hat gleich ihre Vermutungen. Unterdessen gibt eine seltsame Brandserie in Metropolis den Bürgern und der Feuerwehr Rätsel auf. Ein – bis heute – völlig unbekanntes Verbrechersyndikat treibt darüber hinaus ebenfalls sein Unwesen. Was es will, wird sich wohl erst später zeigen.

Superman – Action Comics 1

Mit viel Wortwitz und feinsinnigem Humor versteht es Bendis, seine Figuren und die Geschichte zum Leben zu erwecken. Die Bettszene zwischen Lois und Clark ist Kopfkino von allerbester Güte – der blaue Pfadfinder für ein erwachsenes Publikum. Was auffällt, ist, dass Bendis relativ viele Figuren, die man sonst nur aus dem Batman-Umfeld kennt hier in seine Superman-Geschichten einbindet (Killer Moth, Firefly). Die Geschichte endet mit dem sicherlich mysteriösesten Cliffhanger seit Action Comics #1 aus dem Jahre 1938. Auf der letzten Seite jedenfalls ist genau das zerbeulte grüne Auto zu sehen, dass Superman über sich hebt auf dem Cover der legendären Nummer #1 und gegen einen Felsen schleudert. Mal sehen, was es damit auf sich hat.

Norbert Elbers

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Superman Anthologie

Lange hat es gedauert. Nach den voluminösen Büchern über Batman, Joker, Harley Quinn, Flash, Wonder Woman und Justice League folgt ein Sammelband über den ersten und wichtigsten Helden des DC-Universums. Rechtzeitig zum 80. Geburtstag von Superman werden auf 388 Seiten 19 Comics aus 9 Jahrzehnten präsentiert.

Superman Anthologie

Da aus dem Vollen geschöpft werden konnte, ist die Auswahl sehr abwechslungsreich. Den Auftakt bildet natürlich die erste Superman-Geschichte, die 1938 in Action Comics # 1 erschienen ist. Bemerkenswerterweise konzipierten Autor Jerry Siegel und vom Zeichner Joe Shuster ihren Mann aus Stahl für eine Veröffentlichung als Zeitungsstrip (daher das starre Layout), doch durch den Erfolg von Superman wurden Comic-Hefte zu einem ganz großen Geschäft.

Superman Anthologie

Interessant ist auch, die in dieser Anthologie abgedruckte Fortsetzung der ersten Superman-Geschichte aus Action Comics # 2. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs löste Superman hier einen drohenden kriegerischen Konflikt in Europa, indem er sich die Kommandanten zweier gegnerischen Armeen schnappte und sie aufforderte im fairen Zweikampf anzutreten. Als sie den Stählernen fragten, warum sie denn gegeneinander kämpfen sollten, obwohl sie doch nichts gegeneinander haben, sorgte Superman für Frieden indem er sagte: “Meine Herren, dieser Krieg hat nur dem Verkauf von Waffen gedient… Wieso reichen Sie sich nicht einfach die Hände?“

Superman Anthologie

So einfach war es in der Realität natürlich nicht, doch auch in der in diesem Buch enthaltenen zweiseitigen (neu kolorieren) Geschichte aus dem Look Magazine hatte Superman eine simple Lösung für den mittlerweile tatsächlich ausgebrochenen Krieg in Europa. 1940 brachte ihn gewaltige Sprünge (fliegen lernte er erst ein Jahr später in den Zeichentrickfilmen aus dem Hause Fleischer) nach Deutschland und Russland. Dort schnappte er sich sowohl Hitler wie auch Stalin und diese wurden vom Völkerbund bestraft.

Superman Anthologie

Weiter geht es mit einer Story von 1948, in der Bill Finger, der Autor der ersten Batman-Comics, Superman eine neue Herkunftsgeschichte andichtete. Zu diesem Zeitpunkt waren Siegel und Shuster nicht mehr an Bord, denn DC hatte ihnen 1939 für 135 Dollar alle Rechte an ihrer Schöpfung abgekauft. Erst als Ende der 70er Jahre ein aufwändiger Kinofilm anstand, gewährte DC – nach Protesten von Comic-Schaffenden wie Neal Adams – den beiden Vätern von Superman eine bescheidene Rente in Höhe von 20.000 Dollar im Jahr. Diese tragische Geschichte haben Julian Voloj und Thomas Campi zu ihrem höchst empfehlenswerten Comic Joe Shuster – Vater der Superhelden (Carlsen) inspiriert.

Superman Anthologie

Paninis Superman Anthologie dokumentiert Supermans nicht immer gradlinigen Weg durch die Jahrzehnte. So reagierte er kurzzeitig nicht mehr allergisch auf Kryptonit, was trotz eines ikonischen Covers von Neal Adams nicht von Dauer blieb.

Superman Anthologie

Neben Arbeiten von Frank Miller, Grant Morrison und einer Hymne von Ray Bradbury ist auch die Geschichte What’s So Funny About Truth, Justice & the American Way?  von Joe Kelly (I kill Giants) enthalten, aus der der Animationsfilm Superman vs. The Elite wurde.

Superman Anthologie

Mit der sehr speziellen Freundschaft zwischen Batman und Superman beschäftigt sich eine Story von Chipp Kidd, die Alex Ross (Marvels, Kingdom Come, von ihm stammt auch das Cover dieser Anthologie)  virtuos zu Papier brachte, sowie ein Auszug aus jenem Relaunch, mit dem John Byrne der etwas müde gewordenen “Man of Steel“ 1986 neues Leben einhauchte.

Superman Anthologie

Äußerst bemerkenswert ist auch ein Comic von 2011, in dem Hollywood-Größe David S. Goyer den „Arabischen Frühling“ thematisierte. Er lässt Superman nach Teheran fliegen und an einer Demonstration auf dem Azadi-Platz teilnehmen. Dort beschloss er seine amerikanische Staatsbürgerschaft aufzugeben und künftig als Weltbürger zu agieren. Diese Entwicklung war jedoch genauso temporär, wie Supermans Verzicht auf seine Über-Unterhose im Rahmen des DC-Neustarts von 2011.  Der erste und größte Superheld wird sich auch weiterhin den Zeitströmungen anpassen, dabei aber auch immer er selbst bleiben.

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