Schlagwort-Archive: Adam Kubert

Wednesday Comics

2009 gab es in den USA bei DC ein interessantes Experiment. An zehn aufeinanderfolgenden Mittwochen (oder heißt es Mittwochs) erschienen die Wednesday Comics mit The World´s Greatest Heroes und The World´s Greatest Comics, was doppeldeutig gemeint ist.

Wednesday Comics

Bei den auf das Format eines normalen Comicheftes zusammengefalteten Ausgaben handelte es sich um Zeitungen, die auf 35 x 50 cm großen Seiten in Fortsetzungen jeweils Abenteuer von 15 Helden aus dem Hause DC erzählten, die von bekannten Autoren und Zeichnern wie Neil Gaiman, Dave Gibbons, Kyle Baker, Eduardo Rizzo, Mike Allred oder Adam Kubert gestaltet wurden.

Wednesday Comics

Dies ist schon deshalb interessant, weil es mehr oder weniger die Superhelden waren, die das Comic-Heft populär machten. Zuvor erschienen in den USA Comics fast ausschließlich in Zeitungen, wobei wochentags Strips mit drei oder vier Bildern veröffentlicht wurden und die Sonntagsausgaben riesige prachtvolle Farbseiten mit den Erlebnissen von Little Nemo, Tarzan, Flash Gordon oder Prinz Eisenherz enthielten. Heute tummeln sich in den Sonntagsbeilagen der US-Zeitungen zwar immer noch Unmengen von farbigen Comics, hierbei handelt es sich jedoch fast ausschließlich um kleinformatig abgedruckte Gag-Strips. Die großen Abenteurer sind fast ganz verschwunden.

Wednesday Comics

Von Ausnahmen wie dem immer noch erscheinenden Spider-Man-Tagesstrip abgesehen, wurden die Superhelden in den Zeitungen nie richtig heimisch. Das ist schade, denn die Wednesday Comics beweisen, dass im Großformat auf höchst unterschiedliche Arten optisch aber auch inhaltlich sehr aufregende Geschichten erzählt werden können.

Wednesday Comics

Da die zehn Ausgaben der Wednesday Comics schon lange vergriffen sind und es auch etwas mühselig war hinter den einzelnen Geschichten herzublättern, ist es erfreulich, dass auch bei uns im geringfügig kleineren Format (29 x 45 cm) ein sehr schön aufgemachter auf 999 Exemplaren limitierter Band alle Stories und noch etwas Bonusmaterial erschienen ist.

Die deutsche Ausgabe der „Wednesday Comics“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Wednesday Comics“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Die US-Gesamtausgabe der „Wednesday Comics“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

 

Batman: Kakofonie

Obwohl sich Kevin Smith als Regisseur mit Filmen wie Dogma, Jay und Silent Bob oder Jersey Girl fest in Hollywood etabliert hat, zieht es ihn immer wieder zu den Comics zurück. Er erzählt jedoch nicht nur Geschichten mit seinen eigenen Figuren Jay & Silent Bob, sondern beschäftigt sich gerne auch mit etablierten Superhelden. Seine Daredevil-Miniserie Guardian Devil von 1998 ist bereits ein Klassiker und auch seine Beiträge zu Green Arrow oder Spider-Man begeisterten die Fans.

Batman: Kakofonie
Cover von Adam Kubert

Wenn er sich in einer dreiteiligen Miniserie erstmals mit dem Dunklen Ritter beschäftigt, verwundert ein wenig die Wahl des Zeichners. Hier handelt es sich um einen echten Freundschaftsdienst. Walt Flanagan ist ein Jugendfreund, erst durch ihn wurde von Kevin Smith zum Comicfan. Flanagan hat in fast jedem Film von Smith mitgespielt und ist Miteigentümer des Comicladens Jay and Silent Bobs Secret Stash in New Jersey.

Batman: Kakofonie

Zwar kann Flanagan Artwork nicht mit den beeindruckenden Batman Kakofonie-Covern von Adam Kubert (ist auf dem Panini-Softcoverband) oder Bill Sienkiewicz (Panini-Hardcover) mithalten, doch seine Zeichnungen sind solide und Kevin Smith erzählt mit großem Ideenreichtum.

Batman: Kakofonie

Am Anfang schildert er ganz nebenbei, wie ein entlassener Wächter des Irrenhauses Arkum Asylum durch sein Wissen um die Sicherheitsanlage eine mehr als passable Rente einfährt, während sein ebenfalls gekündigter Kollege am Rande des Existenzminimums lebt. Zum Ende der Geschichte wird einmal mehr – aber auf sehr hohem Niveau – darüber philosophiert, warum Batman nicht in der Lage ist den Joker sterben zu lassen, obwohl dieser danach garantiert wieder einige Morde begehen wird.

Batman: Kakofonie
Cover von Bill Sienkiewicz

Auf alle Fälle bleibt Kevin Smith den Batman-Fans noch eine Weile erhalten, er arbeitet zur Zeit – wieder für seinen Kumpel Flanagan – an der 12-teiligen Serie The Widening Gyre, (auf deutsch als Batman: Der Teufelskreis erschienen) man darf gespannt sein.


„Batman: Kakofonie“ als Softcoverausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Batman: Kakofonie“ als Hardcoverausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Batman: Kakofonie“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Batman: Der Teufelskreis“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Wolverine: Origin II

Ende 2001 startete Marvel die sechsteilige Miniserie „Origin„, die mit einem Tabu brach. Erstmals wurde aus der Jugend des beliebtesten X-Man Wolverine erzählt, von dem zuvor wenig mehr bekannt war, als dass er mit Nachnamen Logan heißt und aus Kanada stammt. Die vom Briten Paul Jenkins erzählte und von Andy Kubert gezeichnete Geschichte floss 2009 mit in den Prolog des ersten „Wolverine„-Solofilm von 2009 mit ein. Damit war der Zweck der Übung erfüllt, denn Marvel wollte, dass Wolverines Origin ihre Premiere im Comic und nicht im Kino erlebte.

Wolverine - Origin II

Es hat lange gedauert bis in Marvel-Comics weiter von den Lehr- und Wanderjahren des populären Mutanten erzählt wurde. Erst Anfang 2014 startete mit „Origin II“ in Form einer fünfteiligen Miniserie eine Fortsetzung, die Panini uns gleich komplett in einem Softcoverband oder als auf 777 Exemplare limitiertes gebundenes Buch präsentiert. Wieder stammt die Geschichte von einem Briten. Kieron Gillen („Über„) gelingt ein spektakulärer Auftakt, indem er den jungen Wolverine in einer Szenerie zeigt, die an „Das „Dschungelbuch“ erinnert.

Wolverine - Origin II

Der Mutant lebt kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs glücklich und zufrieden in der verschneiten kanadischen Wildnis bei einer Wolfsfamilie. Doch das kann natürlich nicht so bleiben. In den einsamen Wäldern taucht ein Eisbär auf, der dort genauso wenig hingehört wie ein britischer Wissenschaftler, der gemeinsam mit deutschen Soldaten und in Konkurrenz zu einem Wanderzirkus-Direktor Jagd auf Wolverine macht.

Wolverine - Origin II

Während Andy Kuberts farbenfroh und plastisch koloriertes Artwork bei „Origin“ am Rande des Kitsches angesiedelt war, überrascht sein Bruder Adam bei „Origin II“ mit einem interessanten Seitenlayout. Dieses ist nicht immer sehr lesefreundlich, da es sich oft (aber oft auch nicht) über zwei Seiten zieht. Doch Kuberts Bilder sind gelegentlich ganz schön spektakulär geraten und Kieron Gillens Geschichte kann sich lesen lassen. Mangels Erwartungsdruck hat mir persönlich diese Miniserie besser gefallen als der Vorgänger.

„Wolverine: Origin“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Wolverine: Origin“ als Deluxe Edition bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Wolverine – Origin“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Wolverine: Origin II“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken