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Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

In den Bestsellern “Adolf – Äch bin wieder da!!“ (1998) und “Adolf – Äch bin schon wieder da!“ (1999) kamen zuvor im Satire-Magazin Titanic veröffentlichte Comics zum Abdruck.

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Walter Moers („Das kleine Arschloch„, „Käpt’n Blaubär„) machte sich in seinem bewährten respektlosen Kritzel-Stil über alles, jeden und hauptsächlich einen durch unsere Gegenwart geisternden Adolf Hitler lustig.

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

2006 ließ Moers den Band “Adolf – Der Bonker: Eine Tragikomödie in drei Akten“ folgen. Um sich nicht allzu stark zu wiederholen (heftiger als zuvor konnte er es ja eigentlich nicht mehr treiben) hatte er diesmal keinen Comic gezeichnet, sondern ein reich illustriertes Theaterstück geschrieben, was der respektlos-satirischen Stimmung keinerlei Abbruch tut.

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Das Buch war außerdem multimedial. Wer mochte konnte elf Fingerpuppen ausschneiden und damit das Theaterstück nachspielen (“Mehr benötigen Sie nicht um der Gustaf Gründgens Ihrer Generation zu werden“). Auch um weitere Ideen war Moers seinerzeit nicht verlegen. In bester Mel Brooks Manier bewarbt er weitere (fiktive?) Projekte wie die vegetarische Fassung von “Hamlet“ (“Schwein oder Nächtschwein“) sowie das Grusical “Hitler on the Roof“ (“Was STARLIGHT-EXPRESS für Lokomotiven getan hat, tut HITLER ON THE ROOF für Nazis“).

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Aufsehen erregte auch das auf einer beiliegenden  DVD enthaltene von Thomas Pigor gesungene computeranimierte Video “Ich hock in meinem Bonker“. Es wurde nach Angaben von Moers “einer der ersten Internethits mit 25 Millionen Klicks weltweit“. Rückblickend meint Walter Moers: “Damals konnte einem so etwas zu Kopf steigen. Zusammen mit einer keinen Truppe (…) machten wir uns daran einen Teaser zu entwickeln, der sich ebenfalls großer Verbreitung im Internet erfreute.“

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Doch während Timur Vermes‘ ähnlich gelagerter Roman “Er ist wieder da“ zum erfolgreich verfilmten Bestseller wurde, kam das Film-Projekt “Adolf – Er ist wieder da!“, das durch “Krautfunding“ finanziert werden sollte, leider nicht zustande.

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Auch Walter Moers‘ Storyboards zum Film blieben unveröffentlicht, da diese mit 1.200 Seiten und 2.000 Einzelbildern “jeden verlegerisch kalkulierbaren Rahmen sprengen“ würden. Doch Auszüge aus den Storyboards und Filmideen kommen immerhin im dicken Sammelband “Adolf total“ zum Abdruck, der zudem auch noch alle drei Adolf-Bücher von Moers enthält. Vielleicht lässt sich dadurch ja doch noch ein Produzent finden…

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Osamu Tezuka: Adolf Bd. 1 – Mord in Berlin

Während der Olympischen Spiele 1936 wird in Berlin der Bruder des japanischen Sportjournalisten Sohei Toge ermordet. Gleichzeitig wird in Kobe eine erwürgte Geisha aufgefunden. An den Händen beider Leichen befinden sich Gipsspuren. Die Morde stehen anscheinend im Zusammenhang mit einem Dokument, das beweist dass Adolf Hitler einen jüdischen Großvater hatte. Sohei Toge ermittelt auf eigene Faust und gerät dadurch in arge Schwierigkeiten.

Osamu Tezuka: Adolf Bd. 1 - Mord in Berlin

Neben dieser Haupthandlung erzählt Osamu Tezukas (“Astro Boy“, “Kimba“) fünfteilige Serie aber auch über die Freundschaft von zwei blonden deutschstämmigen Jungen, die in Japan leben und beide den Vornamen Adolf haben. Während der eine Adolf jüdische Eltern hat, ist der andere Adolf der Sohn eines Nazi-Karrierediplomaten und einer Japanerin und wird nach Deutschland auf eine Eliteschule der Hitlerjugend geschickt. Dort wird seine Freundschaft zum anderen Adolf auf die Probe gestellt und er trifft auch noch auf den dritten Adolf.

Osamu Tezuka: Adolf Bd. 1 - Mord in Berlin

Nahe an tatsächlichen Begebenheiten, aber trotz eingefügter Zeittafeln nie trocken, erzählt der Altmeister des Mangas eine sehr spannende Geschichte, die in ihrer packenden Mischung aus persönlichen Schicksalen und historischen Großereignissen an Herman Wouks „Feuersturm“-Romane erinnert. “Adolf“ geht dabei recht verantwortungsvoll mit der Materie um. Ähnlich wie Keiji Nakazawa Serie “Barfuss durch Hiroshima“, die in ähnlicher Aufmachung bei Carlsen erschien, arbeitet Tezuka aber auch die unverantwortliche japanische Politik der dreißiger Jahre auf, die das Land auf der Seite des nationalsozialistischen Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg führte.

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© 2006 by Tezuka Productions / Carlsen

Nachdem die Serie bereits sehr erfolgreich in den USA veröffentlicht wurde, erscheint “Adolf“ jetzt (unverständlicherweise mit einer Verspätung von über 20 Jahren!) auch in Deutschland in westlicher Leserichtung.


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Greser & Lenz: Deutsche Willkommenskultur – Die Chronik eines Jahres XI

So schrecklich viel haben die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung und das Satire-Magazin Titanic eigentlich nicht gemeinsam. So ziemlich die einzige Schnittmenge dürfte sein, dass in beiden Publikationen Cartoons von Achim Greser und Heribert Lenz erscheinen bzw. erschienen. Für Titanic erfand Greser den Comic-Klassiker Genschman. Er und Lenz traten dort einzeln aber auch gebündelt auf und lieferten in wechselnden Zeichenstilen locker hingekrakelte Cartoons zu allen nur denkbaren Themen.

Greser & Lenz: Deutsche Willkommenskultur - Die Chronik eines Jahres XI

Das Duo wohnt und arbeitet in Aschaffenburg in direkter Nachbarschaft. Greser und Lenz gestalten auch Bierdeckel für die dortige Brauerei Schlappeseppel, was regelmäßig für kostenlose Bier-Lieferungen sorgt, die der Kreativität aber ganz offensichtlich nicht im Wege stehen. Greser und Lenz entwickeln ihre Ideen gemeinsam, zeichnen aber getrennt.

Greser & Lenz: Deutsche Willkommenskultur - Die Chronik eines Jahres XI

Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschäftigt sich das die Cartoonisten regelmäßig mit tagesaktuellen Themen. Doch dank ihrer verrückten Einfälle haben die jährlich auch in Sammelbänden (mittlerweile sind es bereits elf!) veröffentlichten Cartoons eine lange Haltbarkeit. Auch in einigen Jahren dürfte es noch komisch sein, ein Makler ein Haus “in wutbürgerlicher Wohnlage“ anpreist, wenn sich die PEGIVA (Patriotische Europäer gegen die Vegetarisierung des Abendlands) formiert, oder wenn vor Gericht Beate Zschärpes erste Worte lauten: “Mama, Papa, Adolf“.

Greser & Lenz: Deutsche Willkommenskultur - Die Chronik eines Jahres XI

Trotz der neuen Medien halten Greser und Lenz dem Format “Zeitung“ die Treue. Sie sind optimistisch, denn “eines Tages werden die jungen Leute noch mit Erschrecken feststellen, dass sie mit ihren iPads keine nassen Schuhe ausstopfen können.“

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