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Dragon Ball

Als der Carlsen Verlag diese Serie 1997 startete, waren Mangas in Deutschland gerade auf dem absteigenden Ast. Anscheinend hatte der große Erfolg des postatomaren Epos Akira die Branche fälschlicherweise glauben lassen, mit japanischen Comics ließe sich Geld verdienen. Doch alle weiteren Manga-Serien, sogar Sailor Moon, mussten wiedereingestellt werden.

Dragon Ball

Beim Erfolg von Dragon Ball bleibt unklar, ob Form oder Inhalt hierfür hauptverantwortlich waren. Ein 200-seitiges Taschenbuch für unter 10,- DM war seinerzeit für den Carlsen Verlag ein absoluter Kampfpreis und unsicher war auch, ob die hiesigen Leser bereit waren, das Buch in japanischer Leserichtung von hinten nach vorne zu verschlingen. Doch die anfangs noch charmant versponnenen Abenteuer des kleinen Son-Gokus schlugen die Leser sofort in den Bann. Zunächst waren Mädchenschlüpfer noch wichtiger als der Kampf um das ganze Universum.

Dragon Ball

Doch ab Band 14, Kapitel 166 wurde Son-Goku erwachsener und Dragon Ball zu Dragon Ball Z. Obwohl es jetzt kaum noch Humor und fast nur noch immer gewaltiger werdende Zweikämpfe gab, blieben die Leser der Serie treu, zumal sich das durchgehende Motiv auf den Rücken der Taschenbücher sehr gut im Regal macht.

Dragon Ball

Ebenfalls für die Serie spricht, dass Akira Toriyama seine Serie bereits 1995 zu einem schönen Abschluss – nachzulesen in Carlsens 41. Dragon-Ball-Taschenbuch  – brachte und sich neue Herausforderungen wie Sandland suchte.

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Batman Beyond

In naher Zukunft befindet sich Batman mit seinem neuen Hightech-Outfit zwar auf der Höhe der Zeit, doch Jahrzehnte des Verbrechensbekämpfens fordern ihren Tribut. Als ihm bei einem Einsatz nichts anders mehr übrigbleibt, als zur Schusswaffe zu greifen zieht er die Konsequenzen. Bruce Wayne, der Waffengewalt abllehnt, da seine Eltern erschossen wurden, verlässt die Bathöhle und macht dort das Licht aus.

BATMAN BEYOND

Mit diesem beeindruckenden Auftakt startete 1999 eine der interessantesten Versionen des “Dunklen Ritters“. Nach dem großen Erfolg ihrer Reihe Batman: The Animated Series geland dem Team um Bruce Timm und Paul Dini ein weiterer Hit. Dabei bedienten sie sich nicht nur aus dem reichhaltigen Fundus der DC Comics, sondern wilderten auch bei Marvel.

Batman Beyond

Nach einigen Anfangsschwierigkeiten gelingt es dem Highschüler Terry McGinnis den sich eigentlich schon im Ruhestand befindenden Bruce Wayne davon zu überzeugen wieder aktiv zu werden. Der Vater von McGinnis wurde ebenfalls von Verbrechern umgebracht und der junge Mann versucht den Mörder zu fassen. Von der Bathöhle aus fungiert Bruce Wayne als Mentor und Terry schwingt –  wie einst Spider-Man – zwischen Action und Schulalltag hin und her. Gemeinsam sind sie “Batman of the Future“, so der deutsche Titel der Serie.

Batman Beyond

Insgesamt sind 3 Staffeln mit 52 Episoden (sowie ein Epilog innerhalb der Serie Justice League Unlimited) entstanden. Dabei ist es erstaunlich, wie gut sich die Serie gehalten hat. Die Visualisierung des zukünftigen Stadtmolochs Neo-Gotham – irgendwo zwischen Blade Runner, Tron und Akira – ist immer noch atemberaubend. Ein Schmuckstück ist die von Darwyn Cooke (Justice League: The New Frontier) gestaltete Vorspann-Sequenz, die zweifelsohne von David Finchers Sieben beeinflusst wurde.

Batman Beyond

Die Episoden sind mitreißend erzählt, sehr spannend, oft menschlich anrührend und sarkastischen oder leisen Humor gibt es auch. Die “Chemie“ zwischen Terry McGinnis und Bruce Wayne stimmt. Ab der zweiten Staffel schleicht sich auch noch Terrys pink-haarige Mischülerin Maxine Gibson alias Max ins Team. Sie möchte mehr als der Computer-Freak aus der Kommando-Zentrale sein, will aber nicht “Robin“ genannt werden.

Batman Beyond

Für die Serie spricht auch, dass nicht einfach futuristische Versionen der bekannten Batman-Schurken präsentiert werden. Mit Inque, Shriek oder dem an Marvels Fantastic Four erinnernden Terrific Trio wurden interessante neue Gegenspieler entwickelt. Hinzu kommen Updates von weniger bekannten DC-Charakteren wie Spellbinder oder The Royal Flush Gang. Interessant ist auch der Umgang mit dem Joker, der erst im Film Batman Beyond: Return of the Joker persönlich auftaucht, aber als Idol und Rollenmodell der gemeingefährlichen Jugend-Gang Jokerz omnipräsent ist.

Batman Beyond

2001 lief die Serie aus. Im selben Jahr startete das Spinoff The Zeta Project, in dessen Zentrum ein aus der Serie bekannter sehr wandlungsfähiger Roboter stand. Der Terry-McGinnis- Batman war lediglich Gaststar in der achten Episode Shadows.

Batman Beyond
Justice League Unlimited: Epilogue

Sehr viel präsenter war Terry McGinnis 2005 in der Animationsserie Justice League Unlimited, so spielt die Zeitreise-Episode The Once and Future Thing, Part Two: Time Warped in der Welt von Batman Beyond. Noch interessanter ist die Episode Epilogue, die eine Art Epilog zu Batman Beyond ist, aber auch interessante Details über Herkunft von Terry McGinnis zu bieten hat.

Batman Beyond

Terry McGinnis steht außerdem weiterhin im Mittelpunkt einer “realistisch“ gezeichneten Comic-Reihe.

Batman Beyond

Nachdem zuvor bei uns nur die erste Staffel von Batman Beyond auf DVD erschienen ist, wurde 2019 in den USA und in England die komplette Serie in einer schönen Blu-ray-Edition zusammen mit einer verchromten Funko-Pop-Figur veröffentlicht. Neben allen 52 Folgen auf 5 Blu-rays ist auch der Film Return of the Joker (seltsamerweise auf DVD) enthalten, aber genau wie bei der Edition von Batman: The Complete Animated Series ist keine deutsche Tonspur vorhanden.

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43. Comicfestival in Angoulême

2015 Jahr fühlte sich das größte europäische Comicfestival durch den Anschlag auf “Charlie Hebdo“ herausgefordert und stellte in Windeseile eine beeindruckende aber auch schwer bewachte Werkschau über die Geschichte des rotzfrechen Satiremagazins zusammen. Dieses Jahr war die Comicszene im französischen Angoulême beim 43ten “Festival international de la Bande dessinée“ wieder hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt.

43. Comicfestival in Angoulême

Im Vorfeld der Veranstaltung gab es einen Skandal im Zusammenhang mit der Verleihung des Grand Prix. Wer diese Auszeichnung bekommt, kann zugleich auch als Präsident die Ausrichtung des Festivals im nächsten Jahr mitbestimmen. Als eine Liste mit 30 Kandidaten bekanntgegeben wurde, gab es viel Entrüstung darüber, dass sich kein einziger weiblicher Comickünstler darunter befand, obwohl sich Marjane Satrapi, durch ihr Meisterwerk “Persepolis“ über ihre Jugendzeit im Iran, förmlich aufgedrängt hätte. Um den Druck aus der Veranstaltung zu nehmen, wurde der Preisträger bereits vorzeitig bekannt gegeben. Der Belgier Hermann Huppen fügte sich dann bestens in die eher rückwärtsgewandte Ausrichtung des Festivals. Bei moderaten und pragmatischen Einlasskontrollen wurden drei schon etwas betagte, aber noch erstaunlich rüstige, Comic-Meilensteine gefeiert.

43. Comicfestival in Angoulême

Die viele kleineren Ausstellungen wurden überstrahlt von der großen Werkschau “L ’ Art de Morris“. Die Western-Parodie “Lucky Luke“ des als Morris bekannten Belgiers Maurice de Bevere (1923 – 2001) ist auch nach 70 Jahren dank ihrer gekonnt karikierten Typen frischer denn je. Was bei seinem Konkurrenten “Spirou“ schon lange üblich ist, passiert gerade auch dem Cowboy, der schneller zieht als sein Schatten. Neben der aktuell von Hervé Darmenton alias Achdé im klassischen Look sehr werkgetreu weitergeführten Serie, versucht sich auch Matthieu Bonhomme an Lucky Luke.

Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Dessen eher realistischer Zeichenstil scheint auf den ersten Blick so gar nicht zur stark karikierenden Darstellung des Wilden Westen zu passen, die ihren Höhepunkt feierte als der große René Goscinny neben Asterix auch noch Lucky Luke textete. Bonhomme hat zuvor mit der bei uns bei Salleck erschienenen und von Lewis Trondheim geschriebenen Western-Serie “Texas Cowboys“ bewiesen, dass realistische Zeichnungen und skurriler Humor kein Widerspruch sind. Im April erscheint der von Bonhomme realisierte Comic “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ der vom Tod der eigentlich unsterblichen Figur handelt. Die auf dem Festival gezeigten ersten Seiten sehen sehr vielversprechend aus.

43. Comicfestival in Angoulême

Doch wichtiger war die im “Cité internationale de la bande dessinée“ gezeigte Ausstellung mit weit über 100 thematisch gegliederten Originalzeichnungen von Morris. Hier überraschte immer wieder die Dynamik der Zeichnungen des immer etwas im Schatten seiner Kollegen André Franquin und Albert Uderzo stehenden Comickünstlers. Ein dicker zur Ausstellung erschienener Katalog, der mittlerweile unter dem Titel „Auf den Spuren von Lucky Luke“ auch auf deutsch  vorliegt, zeigt durch vergrößerte Abbildungen, dass die Wirkung einzelner Panels von Morris der immer wieder gerne gefeierten “klaren Linie“ von Hergés “Tim und Struppi“ in nichts nachsteht.

43. Comicfestival in Angoulême

Ein weiteres großes Thema des Festivals ist “Corto Maltese“, der melancholische Seemann, den der Italiener Hugo Pratt erstmals 1967 zu Papier brachte. Diese Figur ist in Angoulême ohnehin omnipräsent. Sehr viele Hausfassaden wurden mit dem hageren Mann mit der weißen Kapitänsmütze bemalt und auf der Holzbrücke, die die beiden großen Comic-Museen der Stadt verbindet, befindet sich eine überlebensgroße Bronzestatue von Corto Maltese.

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Die in Angoulême gezeigte Ausstellung macht noch einmal deutlich, dass es weniger die oft etwas kompliziert erzählten Geschichten sind, die den Reiz der Comic-Reihe ausmachen, sondern vielmehr die Meisterschaft des bildenden Künstlers Hugo Pratts. Dieser ist ein Virtuose der schwarzweißen Zeichenkunst. Er ist dort am besten, wo auf den ersten Blick nur wenige Linien zu sehen sind, die sich dann aber zu kleinen Geschichten innerhalb der epischen Erzählungen zusammenfügen. Doch auch als Aquarellkünstler ist Pratt einzigartig. Viele seiner ausgestellten Bilder brauchen keine Konturen, denn die wild angeordneten Farbflächen fügen sich scheinbar wie von selbst zu abenteuerlichen Welten zusammen

Corto Maltese: Unter der Mitternachtssonne

Doch die Hugo Pratt Ausstellung war keine reine Retrospektive, sondern ist zugleich auch brandaktuell. Obwohl Hugo Pratt 1995 verstorben ist, lebt seine bekannteste Schöpfung weiter. Mit „Unter der Mitternachtssonne“ ist ein neuer Comic mit “Corto Maltese“ erschienen, der von zwei Spaniern realisiert wurde. Die Geschichte stammt von Juan Diaz Canales (“Blacksad“) und die auch in Angoulême ausgestellten Zeichnungen von Ruben Pellejero (“Dieter Lumpen“).

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Katsuhiro Otomo

Das dritte große Thema des Festivals war der Japaner Katsuhiro Otomo, der im letzten Jahr zum Festival-Präsidenten gekürt wurde. Otomo war persönlich anwesend und stieg auch gerne auf das markante rote futuristische Motorrad seiner 1982 gestarteten Erfolgsserie “Akira“. Flankiert von einem aufwändigen Zeichentrickfilm, machte dieser Comic seinerzeit den Manga im Westen salonfähig. Anders als es heute bei der Veröffentlichung japanischer Comics üblich ist, wurde damals die epische futuristische Geschichte in die westliche Leserichtung ummontiert und zudem noch aufwändig per Computer koloriert.

43. Comicfestival in Angoulême

Ähnlich wie bei Pratt, ist es auch bei Otomo die Optik, die fesselt. Davon zeugt die in Angoulême gezeigte Ausstellung “Tribute to Otomo“, für die internationale Comic-Künstler wie Matthieu Bonhomme, Manuele Fior, Liberatore, Stan Sakai oder Jiro Taniguchi markante Momente aus “Akira“ nachstellten. Etwas schade ist, dass Katsuhiro Otomo zur Ausstellung nur ein Motiv beisteuerte und als Festival-Präsident nicht wie sonst üblich mit einer Werkschau geehrt wurde. Doch sein an klassische japanische Tuschmalerei erinnerndes Plakatmotiv, mit einer Berglandschaft voller bekannter Comicfiguren, konnte durchaus gefallen.

43. Comicfestival in Angoulême

Sicher nicht so spektakulär wie Katsuhiro Otomo oder vorherige Preisträger wie Bill Watterson (“Calvin & Hobbes“) und Art Spiegelman (“Maus“) ist der 1938 geborene Zeichner Hermann Huppen als Festival-Präsident fürs nächste Jahr. Doch verdient hat es der seit Mitte der sechziger Jahre als “Hermann“ zeichnende Belgier allemal. Seine kunstvolle Inszenierung bei Abenteuer-Comicserien wie “Andy Morgan“, “Comanche“ oder “Jeremiah“ ist meist sehr viel spannender als die klischeehaften Geschichten. Auch das deutsche Kino hat er beeinflusst, denn der von Jean Van Hamme geschriebene und von Hermann gezeichnete Comic “Die Bluthochzeit“ wurde 2005 mit Armin Rohde und Uwe Ochsenknecht verfilmt.

Ms Marvel

Außerdem gab es in Angoulême noch einen Preis für den zuvor bereits auf dem Münchner Comicfestival prämierten Comic “Hier“ des US-Amerikaners Richard McGuire (deutsche Ausgabe bei Dumont). Mit der Prämierung von “Ms. Marvel“ als beste Serie wurde dann doch noch ein Beitrag zur Gleichberechtigung geleistet. Die Superhelden-Reihe aus dem Hause Marvel  schrieb die an der Universität zum Islam konvertierte US-Autorin G. Willow Wilson. Sie handeln von einem kleinen muslemischen Mädchen, dass sich immer mal wieder in ein langbeiniges blondes All-American-Modell mit Superkräften verwandelt. Bemerkenswert ist auch, dass der “Prix du patrimoine“ an die beim französischen Verlag “Vraoum Editions“ erschienene Gesamtausgabe des deutschen Klassikers “Vater und Sohn“ von e. o. plauen ging. Dies passt sehr gut zur zunehmend internationalen Ausrichtung des Festivals, das schon seit einiger Zeit nicht ausschließlich den französischen Comic feiert.

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Taniguchi & Moebius: Ikarus

Lange hat es gedauert bis diese Zusammenarbeit zweier auch bei uns sehr populärer Comickünstler endlich als deutsche Ausgabe vorliegt. In den 90er Jahren bemühten sich japanische Comic-Verlage darum mit westlichen Künstlern zusammenzuarbeiten. So erlebte Barus 1996 auf dem Comic-Salon in Angoulême als bestes Album prämiert Comic-Meisterwerk Autoroute Du Soleil seine Premiere zwei Jahre zuvor im Manga-Magazin Morning des Verlags Kōdansha.

Taniguchi & Moebius: Ikarus

Dort erschien 1997 ebenfalls als Fortsetzung-Serie der Comic Ikarus. Dieser entstand nach einer Geschichte, die Jean Giraud alias Moebius (Sternenwanderer) gemeinsam mit Jean Annestay entwickelte. Den ursprünglich für einen Umfang von 10.000 Seiten (!) konzipierten Comic setzte Jiro Taniguchi (Vertraute Fremde) in Szene.

Taniguchi & Moebius: Ikarus

Ikarus spielt in einem zukünftigen Japan, das von einer sadomasochistischen Diktatorin beherrscht wird. Hier kommt ein kleiner Junge zur Welt, der bereits als Säugling schweben kann. Icaro wird sofort von der Mutter getrennt, auf einer Insel eingesperrt und dort Experimenten unterzogen. Als er zum jungen Mann heranreift, verliebt Icaro sich in die Wissenschaftlerin Yukiko. Dem Paar gelingt die Flucht…

Taniguchi & Moebius: IkarusDie Serie kam bei ihrer Erstveröffentlichung nicht allzu gut bei den japanischen Lesern an und schloss bereits nach 280 Seiten mit einem eher offenen Ende ab. Taniguchi setzte sich erfolglos für eine Fortführung von Ikarus ein. Immerhin fand er einen japanischen Verlag, der 2000 eine Gesamtausgabe veröffentlichte. Internationale Veröffentlichungen folgten und “Ikarus“ erhielt dadurch endlich die verdiente Aufmerksamkeit.

Taniguchi & Moebius: Ikarus

Bei Schreiber & Leser liegt eine gebundene Gesamtausgabe von Ikarus vor, die zudem noch ein sehr interessantes und aufschlussreiches Interview mit Moebius enthält, das Numa Sadoul im April 2004 führte. Hier ist zu erfahren, dass Taniguchi dem Comic nicht nur durch die Zeichnungen, sondern auch durch seine Freiheit beim Inszenieren der Geschichte seinen Stempel aufgedrückt hat.

Taniguchi & Moebius: Ikarus

Die Wucht mit der hier eine futuristische aber auch zutiefst emotionale Geschichte ohne viele Worte doch mit großartigen oft auch großformatigen Bildern in Szene gesetzt wird, lässt immer wieder an Katsuhiro Otomos Manga-Klassiker Akira denken. Doch Ikarus ist zugleich etwas ganz eigenes. Schade, dass es mit der Geschichte nicht weiterging, doch großartig, dass „Ikarus“ endlich erschienen ist.

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Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 14. Februar 2016 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

Okin Cznupolowsky eröffnete die Veranstaltung wieder mit einem Ständchen und der Erkennungsmelodie vom Comic Café.

Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

Matthias Schäfer hat eigens ein kleines animiertes Video gedreht, das hier zu sehen ist.

Angoulême: 43. Festival international de la Bande dessinée

Zentrales Thema war das größte europäische Comicfestival im französischen Angoulême. Im Vorfeld der Veranstaltung gab es einen Skandal im Zusammenhang mit der Verleihung des Grand Prix. Wer diese Auszeichnung bekommt, kann zugleich auch als Präsident die Ausrichtung des Festivals im nächsten Jahr mitbestimmen. Als eine Liste mit 30 Kandidaten bekanntgegeben wurde, gab es viel Entrüstung darüber, dass sich kein einziger weiblicher Comickünstler darunter befand.

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Um den Druck aus der Veranstaltung zu nehmen, wurde der Preisträger bereits vorzeitig bekannt gegeben. Der Belgier Hermann Huppen fügte sich dann bestens in die eher rückwärtsgewandte Ausrichtung des Festivals. Es wurden drei schon etwas betagte, aber noch erstaunlich rüstige, Comic-Meilensteine gefeiert.

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Die viele kleineren Ausstellungen wurden überstrahlt von der großen Werkschau “L ’Art de Morris“. Die Western-Parodie “Lucky Luke“ des als Morris bekannten Belgiers Maurice de Bevere (1923 – 2001) ist auch nach 70 Jahren dank ihrer gekonnt karikierten Typen frischer denn je. Eine Ausstellung feierte den Zeichner Morris.

© Morris - Goscinny / Lucky Comics 2016
© Morris – Goscinny / Lucky Comics 2016

Im April erscheint aber auch der von Matthieu Bonhomme (“Texas Cowboys“) in einem realistischeren Stil gezeichnete Comic “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ der vom Tod der eigentlich unsterblichen Figur handelt.

© Morris - Goscinny / Lucky Comics 2016
© Morris – Goscinny / Lucky Comics 2016

Weitere große Themen des Festivals waren “Corto Maltese“, der melancholische Seemann, den der Italiener Hugo Pratt erstmals 1967 zu Papier brachte, sowie der Japaner Katsuhiro Otomo, der im letzten Jahr zum Festival-Präsidenten gekürt wurde. Otomo war persönlich anwesend und stieg auch gerne auf das markante rote futuristische Motorrad seiner 1982 gestarteten Erfolgsserie “Akira“.

Foto © UFOto
Foto © UFOto

Ich präsentierte frische Impressionen vom diesjährigen Festival in Angoulême, siehe auch meinen Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht.

Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

Regelmäßig und kontrovers diskutiere ich mit Igor Barkan (Zombiac), dem Comiczeichner Robert Platzgummer (MingaManga) Rainer Schneider (Comicaze) über aktuelle Comics.

Tag X: Bd. 2: Die Kennedy-Gang

Zur Debatte standen “TAG X – Die Kennedy-Gang“ (Panini).

Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

Hier die Wertung.

Votes for Women – Der Marsch der Suffragetten

VOTES FOR WOMEN – DER MARSCH DER SUFFRAGETTEN (Egmont)

Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

Hier die Wertung.

Animations-Experte Matthias Schäfer informierte über die klassischen Peanuts-Cartoons.

Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

ERKENNEN SIE DIE MELODIE?

Zusammen mit Okin Cznupolowsky an der Trompete präsentierten wir unser Musik-Quiz. Zu gewinnen gab es wieder relativ wertvolle Sachpreise.

Bilder vom Comic Café vom 14.02.2016

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Das nächste Comic Café ist am Sonntag den 20.03.2016 um 18 Uhr.

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Akira Club

Am 16.12.1982 erschienen die ersten 26 Seiten von Katsuhiro Otomos Manga-Serie “Akira“ im japanischen “Young Magazin“. Es sollte bis Mitte 1990 dauern bis Otomo die knapp 2000-seitige Weltuntergangs- und Auferstehungsphantasie abgeschlossen hatte. Zwischendrin unterbrach er die Serie für über ein Jahr und realisierte einen aufwändigen “Akira“-Trickfilm. Dieser ist schon heute ein Klassiker und sorgte dafür, dass Mangas und Animes auch im Westen populär wurden.

Akira Club

Parallel zum Start des Kinofilmes begann der Carlsen Verlag in Deutschland mit seiner sehr erfolgreichen 19-bändigen Veröffentlichung des “Akira“-Mangas. Als Grundlage hierzu diente die US-Ausgabe, die gekontert und von Steve Oliff (als eine der ersten Comic-Serien überhaupt) am Computer koloriert wurde. Später schob Carlsen noch eine sechsbändige schwarzweiße Edition in japanischer Leserichtung nach. Außerdem erschien bei Carlsen unter dem Titel “Akira – Die Legende“ ein Sammelband mit zusätzlichen Illustrationen von Otomo. Hierbei handelt es sich um eine abgespeckte Version des Buches “Akira Club“, das der Verlag jetzt in voller Pracht nachschiebt.

Akira Club
Katsuhiro Otomo“ versteht “Akira Club“ als eine Art Nachruf auf die Serie und daher ziert auch ein Kranz das schwarze Cover des Buches. Enthalten sind alternative Titelbilder sowie jene Eröffnungszeichnungen, die Otomo für die 120 Kapitel im “Young Magazin“ zeichnete. Hinzu kommen Abbildungen von Merchandise-Artikeln und aufwändigen Spielereien wie ein Flipper oder ein nur mit “Akira“-Produkten bestückter Kiosk, der extra für das Backcover der japanischen Gesamtausgabe gebaut und fotografiert wurde. Zwar dokumentiert das Buch sehr genau die japanische Veröffentlichung von “Akira“ und alle flankierenden Maßnahmen. Doch allzu viel Hintergrundinfos darf sich Leser nicht erwarten, denn die Texte schweifen meist ziemlich vom Thema ab. Immerhin erzählt Otomo einiges über seine Lieblingsspeisen wie Kreiselschnecken, Fischwurst und geröstete Aaleber.

Akira Club

Zum Jubiläum – 25 Jahre AKIRA, 25 Jahre Manga bei Carlsen – erscheint die lange vergriffene Farbausgabe der Serie in einer edlen Edition. In sechs dicken Telefonbüchern auf schönem Papier, als Klappenbroschuren mit neuem Cover-Design und mit Extras – in einer auf 1.991 Exemplare limitierten Sammlerbox.

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1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog

Seit 1976 erschien im Hethke Verlag jährlich ein Comicpreiskatalog. Zunächst waren auf dem Titelbild immer Zeichnungen der 50er Jahre Ikone Hansrudi Wäscher zu sehen und der Verlag benutzte den Katalog in erster Linie um die Preise der hauseigenen Wäscher-Nachdruckhefte von Serien wie „Sigurd“ oder „Nick“ in die Höhe zu treiben. Doch spätestens nachdem sich ein Verleger von Überraschungseier-Katalogen an einem (allerdings gescheiterten) Konkurrenzobjekt versuchte, bemüht sich auch der Hethke Verlag darum seinen Katalog für alle Comicfans interessant zu machen. Die Ausgabe von 2004 zierte daher gar ein Manga-Titelbild, während es danach meist wieder Wäschers wackerer Helden auf dem Cover waren. Nach dem Tode von Norbert Hethke hatte ab 2009 der Wiener Comichändler Günther Polland die Herausgabe des Katalogs übernommen.

1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog 2016

Mit der Ausgabe von 2016 ist der Münchner Comic-Händler und Veranstalter von Sammlerbörsen Stefan Riedl erstmals Herausgeber. Auch er bleibt bei der bewährten Organisation und Aufmachung. Das Buch listet alphabetisch nach Serientiteln sortiert alle deutschsprachigen Comics auf, die zwischen 1945 und Mitte 2015 erschienen sind. Anhänge befassen sich mit der wenig erforschten Zeit ab 1846 und der Comic-Sekundärliteratur. Zur Auflockerung sind auf jeder Seite streichholzschachtelgroße farbige Cover abgebildet, die das Blättern im Katalog zu einem durchaus sinnlichen Vergnügen machen. Der Katalog enthält neben dem Marktreport noch einen interessanten Artikel über die britische Comic-Szene, den Andreas Hanauer nicht nur geschrieben, sondern auch mit gelungenen Porträt-Zeichnungen von herausragenden englischen Comickünstlern wie Alan Moore, Garth Ennis oder Mark Millar illustriert hat.

1. Allgemeiner Deutscher Comic Preiskatalog 2016
Vom Katalog gibt es auch eine limitierte Hardcover-Ausgabe mit einem anderen Cover, die bereits vergriffen ist.

Zu jedem Titel ist natürlich auch ein Preis vermerkt, den Stefan Riedl gemeinsam mit sieben weiteren Händlern und Sammlern ermittelt hat. Nach meiner Erfahrung haben sich die gelisteten Preise auch bei Verkäufen bei ebay und Amazon als durchaus realistisch erwiesen hat. Dieser Preis, der bei der ersten deutschen Ausgabe von „Supermann“ (kein Schreibfehler) von 1950 schon einmal bei 16.000 EUR und bei der ersten deutschen Micky Maus gar bei 20.000 Euro liegen kann, bezieht sich auf Comics in „sehr gutem Zustand“. Bei diesen sogenannten „Zustand 1“-Comics (die Zustände 0 bis 4 werden am Anfang des Kataloges ausführlich mit Bildbeispielen erklärt) sind „minimale Gebrauchsspuren“ zulässig und es ist somit durchaus möglich, dass sie nicht nur gesammelt sondern sogar gelesen wurden.

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Den Comic-Preiskatalog 2017 bei AMAZON bestellen, hier anklicken

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