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Die Söhne von El Topo

Lange bevor Alejandro Jodorowsky mit seinen epischen Fantasy-Comicreihen um den Incal und die Meta-Barone Furore machte, erregte durch sein Kinofilme viel Aufsehen. Sein 1970 entstandener surreale Western “El Topo“ entwickelte sich durch Spätvorstellungen als “Midnight Movie“ zum Kultfilm.

Die Söhne von El Topo

El Topo” (Der Maulwurf) wirkt so, als wenn Sergio Leone ein Drehbuch von Salvador Dali verfilmt hätte. Jodorowsky, der auch die unvergessliche Filmmusik komponiert hat, spielt die Titelrolle, einen in schwarz gekleideten Revolverhelden, der mit seinem nackten Sohn durch die Wüste reitet und die wüstesten Abenteuer besteht.

Die Söhne von El Topo

Jodorowsky schrieb anschließend das Drehbuch für eine Fortsetzung zu “El Topo“, fand jedoch keine Finanziers. Fast ein halbes Jahrhundert später fand er jedoch mit José Ladrönn einen Zeichner. Der gebürtige Mexikaner hatte bereits die von Jodorowsky geschriebene Comic-Reihe “Der letzte Incal“ in Szene gesetzt. Seine Zeichnungen zu “Die Söhne von El Topo“ weisen eine große Nähe zu Jodorowskis Kultfilm auf.

Die Söhne von El Topo

In der Fortsetzung heißt der Sohn von El Topo nicht wie im Film Miquel, sondern Kain und sein Bruder natürlich Abel. Auch ansonsten wimmelt es in Jodorowskys Geschichte nur so von religiösen Anspielungen. Kain wurde durch ein Zeichen, das ihm sein Vater auf die Stirn gebrannt hat, für nicht vorhanden erklärt. Fortan achtet niemand mehr auf den Mann in schwarz, egal wie auffällig und brutal sich Kain auch verhält…

Die Söhne von El Topo

“Die Söhne von El Topo“ ist wie ein Italo-Western inszeniert und wie alle Geschichten von Jodorowsky voller großartiger und unerwarteter Momente, deren tiefer Sinn sich nicht wirklich erschließt (was jedoch nicht weiter stört). Zusätzlichen Reiz gewinnt der Comic, dem weitere Bände folgen werden, noch durch seine große Nähe zum Kultfilm-Klassiker.

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Die Filme von Alejandro Jodorowsky

Nachdem sich von ihm getexteten Comics wie “Der Incal“, “Meta-Barone“ oder “Lust & Glaube“ großer Beliebtheit erfreuen und bei uns in immer wieder neuen Auflagen herausgebracht werden, ist es sehr erfreulich, dass auch endlich das filmische Frühwerk von Alejandro Jodorowsky in vorbildlich aufgemachten DVD- und Blu-ray-Editionen herausgekommen ist.

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

Die reich mit Bonusmaterial ausgestattete Box enthält neben dem in Frankreich nach Thomas Manns “Die vertauschten Köpfe“ entstandenen Kurzfilm “La Cravate“ und Jodorowskys ersten Spielfilm “Fando y Lis“ die beiden wohl interessanten und verrücktesten Werke des 1929 in Chile geborenen Multitalents.

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“El Topo” (”Der Maulwurf”) entstand 1970 in Mexiko und wirkt so als wenn Sergio Leone ein Drehbuch von Salvador Dali verfilmt hätte. Jodorowsky, der auch die unvergessliche Filmmusik komponierte, spielt die Titelrolle, einen in schwarz gekleideten Revolverhelden, der mit seinem nackten Sohn durch die Wüste reitet und die wüstesten Abenteuer besteht.

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

Zunächst muss er einige Meister besiegen, um danach komplett umzusatteln und Pantomime zu werden (Jodorowsky erarbeitete zuvor in Frankreich auch ein Bühnenprogramm für Marcel Marceau) und sich im großen blutigen Finale mit einem religiösen Kult anzulegen. “El Topo” ist ein völlig wirrer aber auch schwer faszinierender Filmtripp, der immer wieder in den Mitternachts-Vorstellungen von Szene-Kinos lief, in Deutschland aber auch lange Zeit indiziert war.

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

2017 startete unter dem Titel „Die Söhne von El Topo“ eine von Jodorowsky geschriebene als Comic-Fortsetzungs-Serie zum Kultfilm.

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

In Sachen abgefahrener Ausstattung und wirrer irgendwie esoterischer Geschichte kann der 1973 ebenfalls in Mexiko (diesmal allerdings in englischer Sprache) gedrehte “La Montaña Sagrada“ (lief bei uns als “Montana Sacra – Der Heilige Berg“) locker bei “El Topo“ mithalten. Die scheinbar in der Gegenwart spielende Geschichte, soweit eine auszumachen ist, handelt von einigen sehr unterschiedlichen erfolgreichen Kriminellen, die auf Anraten eines von Jodorowsky verkörperten Alchemisten ihre Egos aufgeben und zu bescheidenen Bergsteigern werden.

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

Doch “La Montaña Sagrada“ hat sehr viel mehr zu bieten als einen Hermann-Hesse-Plot. Seinerzeit war es der aufwändigste Film, der je in Mexiko gedreht wurde, was sich in unvergesslichen Bildern niederschlägt. So gibt es eine Unmenge von lebensgroßen Christus-Figuren zu bestaunen oder der Untergang der Azteken wird durch kostümierte Echsen und Kröten dargestellt. Dank einer sorgfältigen Restaurierung können “El Topo” und “La Montaña Sagrada“ in voller Pracht genossen werden.

Weitere Infos zu Filmen und Bonusmaterial der Jodorowsky-Box:

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

„FANDO Y LIS“ (1968, schwarzweiß, 97 min, Vollbild, nur spanische Originalfassung, deutsche Untertitel, nur DVD): Audiokommentar von Regisseur Alejandro Jodorowsky in englischer Sprache, wahlweise mit deutschen Untertiteln, Fotos und Presseberichte (2:36 min), „LA CRAVATE“ Kurzfilm von Alejandro Jodorowsky (1957, Farbe, 20:28 min, Vollbild)

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

EL TOPO (1970, Farbe, 125 min, Vollbild, Deutsch (Dolby 2.0), Spanisch (DTS-HD 5.1), Audiokommentar von Jodorowsky in spanischer Sprache, wahlweise mit deutschen Untertiteln); Auf einer Bonus-CD liegt der von Jodorowsky komponierte Soundtrack bei; Auf der Bonus-DVD: Fotogalerie (3:42 min), Aushangfotos (2:16 min), Deutscher Trailer (2:34 min), US-Trailer (3:55 min), Jodorowsky über EL TOPO (6:57 min)

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

LA MONTAÑA SAGRADA (1973, Farbe, 115 min, 2,35 :1, Deutsch (Dolby 2.0), Englisch (DTS-HD 5.1), Audiokommentar von Jodorowsky in spanischer Sprache, wahlweise mit deutschen Untertiteln); Auf einer Bonus-CD liegt der von Jodorowsky mit komponierte Soundtrack bei: Auf der Bonus-DVD: Deleted Scenes mit Audiokommentar von Alejandro Jodorowsky (5:37 min), Fotogalerie (3:56 min), Aushangfotos (1:53 min), US-Trailer (2:22 min), Jodorowsky über Tarot (7:53 min), Die Restaurierung (5:31 min)

Die Filme von Alejandro Jodorowsky

Bonus-DVD mit „La Constellation Jodorowsky“, einem 86-minütiger Dokumentarfilm über Alejandro Jodorowsky (1994, in französischer Sprache, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Die Filme (4:32 min) ein kommentierter Zusammenschnitt, Auf dem Filmfest München 2013: Ein Gespräch mit Jodorowsky (19:34 min), Ein Gespräch mit Jodorowsky und Nicolas Winding Refn (20:39 min)

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Alejandro Jodorowsky & Arno: Alef-Thau

Als zweite Comicserie nach bzw. dann parallel zu der von Moebius gestalteten Reihe “John Difool“ texte der umtriebige Alejandro Jodorowsky ab 1983 “Alef-Thau“. Während Arnos stark von Moebius beeinflussten Zeichnungen eine Fantasy-Serie in der Tradition von Tolkien vermuten lassen, drückt der unberechenbare Autor Jodorowski der Geschichte seinen ganz eigenen Stempel auf.

Alejandro Jodorowsky & Arno: Alef-Thau

Der Titelheld Alef-Thau kommt ganz ohne Gliedmaßen auf die Welt, der ein Volk von schurkischen Weltraum-Piraten seiner Mutter während der Schwangerschaft mit außerirdischer Technologie einen Großteil der Lebensenergie entzog und die junge Frau in eine Greisin verwandelte. Doch Alef-Thau wird prophezeit, dass er der Retter seines umkämpften Planeten ist. Im Verlaufe der rasant erzählten Handlung erlangt Alef-Thau in den Besitz einiger (aber nie aller) Gliedmaßen und erlebt actionreiche gelegentlich arg spiritistisch aufgeladene Abenteuer.

Alejandro Jodorowsky & Arno: Alef-Thau

Bei uns erschienen bei Carlsen nur die ersten sechs Bände der Reihe. Ehapa präsentiert in etwas kleineren “Graphi-Novel-Format“ eine zweibändige Gesamtausgabe von “Alef-Thau“. Erstmals liegen somit bei uns auch die beiden letzten Alben vor, die von Al Covial gestaltete wurden, der die Serie übernahm nachdem Arno 1996 im Alter von nur 35 Jahren verstarb. Im immer wilder wuchernden Ouevre von Jodorowski ist “Alef-Thau“ möglicherweise die zugänglichste und menschlich berührendste Serie und es ist sehr erfreulich, dass sie endlich komplett vorliegt.


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John Difool: Der Incal

Mitte der Siebziger Jahren plante der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky eine Verfilmung von Frank Herberts Roman “Dune – Der Wüstenplanet“, lange bevor schließlich David Lynch diesen Job erledigte. Jodorowsky hatte eine illustre Crew versammelt, den Herrscher des Universums sollte Salvador Dali spielen, für den Soundtrack war Pink Floyd eingeplant.

Der schwarze Incal

Für das Designer wurde neben Christopher Foss und H. R. Giger auch Jean Giraud alias Moebius verpflichtet. Dieser fertigte für das Filmprojekt 3000 Zeichnungen an, die laut Jodrowsky “alle hervorragend“ waren.

John Difool: Der Incal
Auf dieses „Dune“-Storyboard griff Moebius im vierten „Incal“-Band zurück.

Das Filmprojekt kam leider nicht zustande, doch als eine Art “Abfallprodukt“ starteten Jodrowsky und Moebius 1981 die Comicserie “Der Incal“. Hauptfigur ist John Difool, ein Privatdetektiv der Klasse R, der immer wieder aus den höchsten Höhen stürzt und von einem Betonpapageien namens Dipo begleitet wird. Die Ursprungs-Serie besteht aus sechs Alben an denen Moebius bis 1988 arbeitete.

Der schwarze Incal
Die ursprüngliche Kolorierung von Yves Chanland

Bereits kurz nachdem “Der schwarze Incal“ in Frankreich erschienen war, folgte eine Veröffentlichung als Fortsetzung im deutschen Comic-Magazin “Schwermetall“ des Volksverlages. Ab 1983 übernahm Carlsen die Reihe und Mitte der Neunziger Jahre dann Ehapa. Mittlerweile gibt es zahllose Prequels, Fortsetzungen und Nebenserien. 2007 erschien bei Ehapa unter den Titeln “John Difool: Der Incal“ eine auf 1.600 Exemplare limitierte Gesamtausgabe der sechs Alben des Ur-Incals, die von Valèrie Beltran mit allerlei plastischen Farbverläufen neu koloriert wurde.

Der schwarze Incal
Die neue Kolorierung von Valèrie Beltran

Als der Splitter Verlag den Incal 2011 neu startete,  kam wieder die klassische flächige Farbgebung zum Einsatz, wobei der erste Band von Yves Chaland koloriert wurde. Die Fortsetzungen wurden von Isabelle Beaumeney-Joannet (Band 2 bis 4) und Zoran Janjetov (Band 5 und 6) eingefärbt. Als Cover wurden bei Splitter jedoch neue Motive verwendet, die auch in der Ehapa-Gesamtausgabe zum Abdruck kamen. Als netter Bonus liegt jeweils ein Druck mit den Titelbildern der Erstausgabe bei und außerdem kommen – verteilt auf alle sechs Bände in Fortsetzungen – die Texte und Illustrationen aus Jean Annestays Sachbuch “Die Geheimnisse des Incal“ (bei uns 1991 bei Carlsen erschienen) zum Abdruck.

Der schwarze Incal

Insgesamt ist die Hardcover-Edition von Splitter für Incal-Novizen ein schöner Einstieg in ein faszinierendes Comic-Universum (zu dem auch die Meta-Barone gehören) und für Moebius-Komplettisten sowieso unverzichtbar.

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Die Meta-Barone

Der einstige Weltraumpirat Othon führt kein sonderlich glückliches Leben. Bei einem Scharmützel verliert er seine geliebte Frau, später erschießt er versehentlich seinen nicht minder geliebten Sohn, dem er zuvor – um ihn vor der eigenen Courage zu schützen – beide Beine brach. Um zum Superkrieger zu werden, opferte Othon gar seine Geschlechtsteile und der Kastrat wird zum Urahnen der mächtigen Kaste der Meta-Barone.

Die Meta-Barone

Im zweiten Band seiner Serie “John Difool: Der Incal“ ließ der Autor Alejandro Jodorowsky 1981 zum ersten Mal einen gewissen Meta-Baron auftreten und er spürte, dass diese Figur Potential hat. Daher schrieb Jodorowsky zunächst für Moebius, dem Zeichner der Incal-Serie, eine achtseitige Geschichte über die Jugend des Meta-Barons, die in Jean Annestays reichg bebilderten Sachbuch “Die Geheimnisse des Ical“ (Carlsen) enthalten ist.

Die Meta-Barone

Hier wird von einem Verstümmlungsritual erzählt, das jeder heranwachsende Meta-Baron möglichst ohne Gefühlsregung über sich ergehen lassen muss. Um zu erklären, wie es zu diesem brutalen Brauch kam, holt Jodorowsky sehr weit aus und startete seine Saga mit den Erlebnissen von Othon, dem Urgroßvater jenes Meta-Barons von dem bereits im Inkal-Zyklus die Rede ist. Auf dieser Basis entstand ab 1992 ein gewaltiges mitreißendes achtteiliges Epos voller Blut und Stahl.

Die Meta-Barone

“Die Kaste der Meta-Barone“ zeichnete dann jedoch nicht Moebius, sondern der gebürtige Argentinier Juan Gimenez („Die vierte Macht“), der auch die zuvor von Moebius in Szene gesetzte achtseitige Story noch einmal neu zeichnete.

Die Meta-Barone

Die Zeichnungen von Gimenez unterscheiden sich durch die direkt aufgetragene erdige Kolorierung sehr von Moebius´ cleanen Stil und passen gut zur wild entfesselten Geschichte von Jodorowsky.

Die Meta-Barone

Doch Jodorowskys ungebremste Fabulierfreude führte zu einem Problem: Im “Vor dem Incal“-Zyklus, der nicht von Moebius sondern vom jugoslawischen Zeichner Zoran Janjetov gestaltetet, wurde war zu erfahren, dass John Difool große Teile seiner Abenteuer nur geträumt hatte. Daher haben auch jene zunächst von Moebius und dann von Gimenez gezeichneten Seiten – die zuvor die Schnittmenge zwischen “Incal“- und “Meta-Baron“-Saga waren – nicht “wirklich“ stattgefunden. Folglich wurde in der sehr schön aufgemachten vierbändigen “Meta-Barone“-Gesamtausgabe des Splitter Verlages dieser Teil aus der Geschichte entfernt. Im Anhang von Band 1 sind Juan Gimenez‘ Seiten jedoch zusammen mit weiterem Bonusmaterial enthalten.

Die Meta-Barone

Schon recht bald nachdem er die Reihe “Die Kaste der Meta-Barone“ mit einem furiosen Finale beendete, kehrte der Autor Alejandro Jodorowsky zur Saga zurück. Die zweiteiligen Serie “Castaka“ spielt lange Zeit vor “Die Kaste der Meta-Barone“. In der Rahmenhandlung des Comics erfährt Othon, der Urgroßvater jenes Meta-Barons, von dem bereits im Inkal-Zyklus die Rede war, von seinen ebenso machthungrigen wie brutalen Vorfahren.

Die Meta-Barone

Zentrale Figur der Geschichte Dayal von Castaka, der Großvater von Othons Gattin Edna, dem es gelingt Ahour, den kleinsten Planeten zu verlassen und es zu großem Reichtum zu bringen. Da ihm seine danach zeugungsunfähige Frau Antigrea “nur“ zwei Zwillingstöchter gebar, sieht es mit dem Fortbestand der Sippe eher mau aus. Doch das Schicksal und die ungebremste Phantasie von Jodorowsky ermöglicht – zumindest in dieser Hinsicht – noch ein reichlich schräges Happy End.

Die Meta-Barone

Zeichner bei “Castaka“ war der Spanier Das Pastoras, der auch für Marvel tätig ist und den Job ebenso opulent erledigte wie zuvor Juan Gimenez bei “Die Kaste der Meta-Barone“. Die 2007 gestartete Comic-Reihe wurde erst 2013 beendete. Splitter veröffentlichte die zunächst bei Ehapa gestartete Serie in einer seiner Double-Reihe als schön aufgemachte Hardcover-Gesamtausgabe.

Die Meta-Barone

Zur selben Zeit schrieb Jodorowsky auch das Comic-Album „Die Waffen der Meta-Barone“. Hier erzählte er einmal mehr vom letzten Meta-Baron Namenslos und davon wie dieser zum mächtigsten Vertreter seiner nach strengen Ritualen erzogenen Kaste wurde.

Die Meta-Barone

Als Nachfolger für Juan Gimenez war zunächst der kanadische Zeichner Travis Charest vorgesehen, der durch seine Arbeiten für Jim Lees “WildC.A.T.s“-Reihe bekannt wurde. Im hochinteressanten Nachwort zu diesem Band ist zu erfahren, dass Charest sich sehr geschmeichelt fühlte als Jodorowsky ihn als Meta-Baron-Zeichner auswählte und er zur Realisierung des Comics sogar nach Paris zog. Doch Charest kam mit dem Comic (und wohl auch mit der neuen Umgebung) überhaupt nicht klar.

Die Meta-Barone

“Die Waffen der Meta-Barone“ wurde schließlich von Zoran Janjetov fertig gestellt. Der gebürtige Serbe trat bereits mit „John Difool vor dem Incal“ das Erbe von Moebius an. Während Jodorowskys etwas wirre Geschichte nur selten die Klasse seiner früheren Meta-Baron-Arbeiten erreichte, wirken die teilweise sehr plastischen Zeichnungen wie aus einem Guss und kommen in der schön aufgemachten Ausgabe von Splitter bestens zur Geltung.

Die Meta-Barone

Doch damit ist noch lange nicht Schluss, denn mit “Wilhelm 100, der Techno-Admiral“ startet eine genau wie “Die Kaste der Meta-Barone“ wieder aus acht Alben bestehende Reihe. Die Serie trägt den schlichten Namen “Meta-Baron“ und von Jodorowsky stammt zwar das Konzept, doch geschrieben werden die Comics vom in Los Angeles lebenden Belgier Jerry Frissen („Als die Zombies die Welt auffraßen„).

Die Meta-Barone

Die Serie wird von vier verschiedenen Künstlern gestaltet, die jeweils zwei Alben zeichnen sollen. Den Start der Serie übernahm der Franzose Valentin Sécher (“Khaal“). Für Band 3 und 4 ist der Kanadier Niko Henrichon vorgesehen, der  nach einem Szenario von Brian K. Vaughan („Saga„) den viel gelobten Vertigo-Comic “Die Löwen von Bagdad“ zeichnete. Man darf gespannt sein, wie sich diese Serie und die Geschichte der Meta-Barone weiter entwickelt.

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Bereits bevor er sich in “Der schreckliche Papst“ dem selben Thema und der selben Epoche widmete, erzählte Alejandro Jodorowsky in der vierbändigen Serie “Borgia“ von den Untaten und Intrigen der christlichen Würdenträger zu Zeiten der Renaissance. Zentrale Figur ist Rodrigo Borgia, der als Alexander VI. ab 1492 immerhin elf Jahre lang Papst war. Durchaus orientiert an historischen Tatsachen lässt Jodorowsky Rodrigo und seine Borgia-Sippe wie einen Mafia-Clan agieren.

Manara Werkausgabe 15: Borgia

Während “Der schreckliche Papst“ vom ambitionierten Newcomer Theo (Caneschi) detailverliebt in Szene gesetzt wurde, konnte Jodorowsky für “Borgia“ mit Milo Manara einen routinierten Zeichner gewinnen, der schon sehr häufig mit viel Liebe zum Detail sexuelle Exzesse zu Papier brachte. Wer noch einmal Manaras Frühwerke wie etwas “Das große Abenteuer“ zur Hand nimmt, erlebt hier einen begnadeten leidenschaftlichen Zeichner. Manaras kontrastreiche Bilder brauchten keine Kolorierung um ihre volle Wirkung zu entfalten und waren auch dann wunderschön, wenn ausnahmsweise einmal kein nackter Frauenkörper im Bild war.

Manara Werkausgabe 15: Borgia

“Borgia“ hat Manara hingegen ziemlich lässig und großformatig in Szene gesetzt. Die volle Wirkung entfalten seine Zeichnungen jedoch erst durch die stimmungsvolle Aquarellkolorierung. Jodorowskis Geschichte weidet sich eher an den geschilderten Untaten der Borgias als diese anzuprangern. Vom Glauben abfallen wird durch die geballte Ansammlung von Sex und Gewalt wohl kaum jemand, doch erfolgreich war das grobe Ganze schon.

Manara Werkausgabe 15: Borgia

Nachdem die einzelnen Bände von “Borgia“ bei Kult Editionen zuvor teilweise bereits in zweiten Auflagen nachgedruckt wurden, legt Panini als 15. Band seiner Manara Werkausgabe eine schön aufgemachte Gesamtausgabe vor. Als Bonus sind ein interessantes Interview mit Manara sowie ein Portfolio mit den Titelbildern der einzelnen Alben sowie zusätzlichen Illustrationen enthalten.

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