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Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu

Das Medium der Comic-Reportage wurde von Künstlern wie Joe Sacco (Paiästina, Bosnien) oder Sarah Glidden (Israel verstehen) eingesetzt, um direkt vor Ort gewonnene Eindrücke und politische Zusammenhänge zu vermitteln. Der Zeichner Mathieu Sapin hingegen ist bisher hauptsächlich als Comic-Chronist von prominenten Zeitgenossen aufgefallen.

Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu

So begleitete er in Feuille de Chou den Comic-Künstler Joann Sfar bei den Dreharbeiten zu seinem Film Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte und in Campagne présidentielle François Hollande bei seinem Wahlkampf. Für eine Dokumentation von ARTE erhielt Sapin den Auftrag sich mit Gérard Depardieu auf eine Reise durch den Kaukasus auf den Spuren von Alexandre Dumas zu begeben und seine Impressionen zu zeichnen.

Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu

Da das Experiment nicht völlig in die Hose gegangen war (nur der Sendetermin wurde immer wieder verschoben, da Depardieu u. a. durch seine sehr laut geäußerten Überlegungen Frankreich zu verlassen, bei seinen Landsleuten in Ungnade gefallen war), hielt Mathieu Sapin den Kontakt zu dem Schauspieler und französischen Nationalheiligtum aufrecht.

Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu
© Arnaud Frilley

Im Laufe von fünf Jahren traf er in Russland, Bayern oder bei Dreharbeiten in Portugal immer wieder auf Depardieu. Er machte sich Notizen und fertigte Skizzen an. Das von Depardieu abgesegnete Resultat ist ein 150-seitiger Comic, der weder ein beschönigtes noch ein völlig unsympathisches, aber auf alle Fälle immer wieder faszinierendes, Porträt von Depardieu als Weltbürger zeigt. Fazit ist: Der nicht völlig unsensible Selbstdarsteller hat es gelernt mit seinem Ruhm umzugehen und es sich überall gemütlich zu machen.

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Die drei Musketiere

Der Regisseur Richard Lester (Superman III) brachte es vor allem durch seine Beatles-Filme A Hard Day’s Night und Help zu Weltruhm. Er hatte mit den Fab Four noch große Dinge vor und wollte sie in Verfilmungen von Meisterwerken der Weltliteratur einsetzen. Neben Der Herr der Ringe (George als Gandalf, John als Gollum, Paul als Frodo und Ringo als Sam) war auch eine Verfilmung von Die drei Musketiere geplant.

Die drei Musketiere

Das klappte dann zwar nicht, doch auch ohne die Beatles kann sich Richard Lesters 1973 entstandene Verfilmung von Alexandre Dumas‘ Weltbestseller sehen lassen. Die Besetzung der Hauptrollen ist großartig: Michael York verfügt über die nötige Naivität für die Rolle des D’Artagnan. Nie war ein großartigeres Trio als Oliver Reed, Richard Chamberlain und Frank Finlay als Musketiere zu sehen. Raquel Welch ist als die von D’Artagnan angebetete Hofdame Constance sehr sexy, aber auch komisch, während Christopher Lee, Faye Dunaway und Charlton Heston fast alle Facetten der Bösartigkeit abdecken.

Die drei Musketiere

Das große Plus dieses Films ist, neben der unsterblichen Geschichte von Dumas, zweifelsohne der Inszenierungsstil von Richard Lester. Dieser wechselt mühelos von satirischer Komödie zu herzergreifender Romanze oder turbulenter Action. Der Film ist bis ins kleinste Detail perfekt ausgestattet und nicht unerwähnt bleiben soll auch der großartige Soundtrack von Michael Legrand. Niemals zuvor (und auch danach nie wieder) wurden die Musketiere besser verfilmt.

Die drei Musketiere

Großteils aus den zuvor nicht verwendeten Szenen bastelte Lester 1974 die (trotz kalauernder deutscher Synchronisation) sehr viel düstere Fortsetzung Die vier Musketiere – Die Rache der Mylady zusammen. Hier geht es sehr viel dramatischer aber auch weniger spaßig zu.

Die drei Musketiere

Eine interessante Fußnote ist schließlich noch der 1989 entstandene Film Die Rückkehr der Musketiere, der auf der Grundlage von Alexandre Dumas‘ Roman 20 Jahre danach entstand. In der Tat gelang es Richard Lester hier “16 Jahre danach“ einen Großteil der alten Besetzung zusammen zu trommeln. Doch leider ereignete sich während der Dreharbeiten ein tragischer Unfall. Roy Kinnear, der wieder die Rolle von D’Artagnans Diener Planchet vom Pferd fiel, erlag seinen Verletzungen, woraufhin Richard Lester beschloss keine Spielfilme mehr zu drehen.

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