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Pans Labyrinth

Im Gegensatz zu Guillermo del Toros Mainstream-Erfolgen Blade 2 und Hellboy, die bekannte Genre-Versatzstücke und die Vorgaben ihrer Comic-Vorlagen phantasievoll variierten, ist “Pans Labyrinth“ zu 100% ein Produkt des mexikanischen Regisseurs. Dieser arbeitete an der Story schon lange bevor er 1992 seinen ersten Spielfilm Cronos drehte. Genau wie zuvor bereits in The Devil‘s Backbone erzählt del Toro vor dem Hintergrund der nach dem Spanischen Bürgerkrieg herrschenden Franco-Diktatur eine Geschichte mit Fantasy-Elementen.

Pans Labyrinth

Die kleine Ofelia erlebt mit Entsetzten wie ihre hochschwangere Mutter zu ihrem neuen Mann, einen brutalen General aus Francos Armee, in eine ländliche Gegend Nordspaniens zieht. Dieser herrscht dort mit eiserner Faust und bekämpft republikanische Rebellen bis aufs Blut. Ofelia durchlebt eine sehr düstere Version von Alice im Wunderland. Sie begegnet einen rätselhaften Faun, einer riesigen Kröte und weiteren Horrorwesen, die direkte Verwandte von Cliver Barkers Hellraiser-Cenobiten sein könnten.

Pans Labyrinth
Der Film überlässt es dem Zuschauer zu entscheiden ob Ofelias nächtliche Eskapaden tatsächlich oder nur in ihren Träumen stattfinden. Obwohl diese Erlebnisse sehr viel gruseliger als die düsteren Szenen in den Harry Potter-Filmen dargestellt wurden, verblassen sie gegen die realen Schrecken des Faschismus, die del Toro mit brutaler Gewalt aber nie voyeuristisch darstellt. Auf alle Fälle helfen Ofelia ihre phantastischen Gruseltrips dabei, sich gegen realere Bedrohungen zu wappnen. Mit Pans Labyrinth gelang Del Toro ein unvergesslicher Trip für Herz, Hirn und Augen.

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Nicolas Mahler: Alice in Sussex

Sehr lange hat es gedauert, bis der Suhrkamp Verlag den zweiten Band seiner Graphic Novel Reihe herausgebracht hat. Fünfzehn Monate nachdem im traditionsreichen Verlagshaus Nicolas Mahlers amüsante Adaption von Thomas Bernhards Alte Meister erschien, folgt nicht etwa, wie angekündigt Marcel Beyers Flughunde gezeichnet von Ulli Lust (Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens), sondern ein weiterer Comic von Nicolas Mahler.

Nicolas Mahler: Alice in Sussex

Das ist zwar etwas verwunderlich, aber nicht weiter schlimm, denn ein Comic von Nicolas Mahler hat den Vorteil ein Comic von Nicolas Mahler zu sein. Das gilt auch dann, wenn er nicht wie in Flaschko, der  Mann in der Heizdecke oder Engelmann eigene Geschichten erzählt, sondern fremde Werken adaptiert. Mit “frei nach Lewis Carroll und H.C. Artmann“ ist in diesem Falle “sehr frei“ gemeint. Mahler folgt in groben Zügen Carrolls Alice im Wunderland, genau wie dies Anno 1968 sein österreichischer Landsmann Hans Carl Artmann in Frankenstein in Sussex tat. Doch er garniert die Geschichte mit Elementen aus weiteren literarischen Werken wie Herrmann Melvilles Moby Dick oder er zitiert besonders surreale Texte aus dem aktuellen “Vorlesungsverzeichnung der Universität Wien“.

Nicolas Mahler: Alice in Sussex

Ab November 2012 verwirrte Alice in Sussex zunächst als Fortsetzungs-Comic die Leser der FAZ (unten ist die erste Episode abgebildet und im Netzt ist immer noch der komplette Comic zu finden), für die Buchausgabe bei Suhrkamp hat Nicolas Mahler seinen Comic nicht nur mit der Schmuckfarbe blau garniert, sondern diesen außerdem noch ummontiert und um zusätzliche Zeichnungen und Texte ergänzt.

Nicolas Mahler: Alice in Sussex

Das Resultat ist herrlich abgefahrener Blödsinn, der sehr viel Vergnügen bei der Lektüre bereitet, auch ohne die Kenntnis der zitierten literarischen Passagen. Diese sind als Einzelnachweise im Anhang des Buches aufgeführt, denn so Mahler in seinem Comic: “EIN unüberlegtes Zitat und schon ist man einen Kopf kürzer!“


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Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

2010 drehte Tim Burton („Big Eyes„, „Batman Returns„) mit “Alice im Wunderland” ganz gewiss nicht seinen besten, aber ohne Zweifel seinen erfolgreichsten Film. Die ziemlich freie Bearbeitung von Lewis Carrolls Buch, mit Burtons Stammschauspieler Johnny Depp als besonders verrückten Hutmacher, spielte mehr als eine Milliarde Dollar ein! Da ist es eher verwunderlich, dass es sieben Jahre dauerte, bis eine Fortsetzung in die Kinos kam. Burton fungierte dabei als Produzent und James Bobin, der die letzten beiden Muppets-Filme inszenierte, führte diesmal Regie.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

In der Titelrolle ist wieder die australische Darstellerin Mia Wasikowska („Lawless – Die Gesetzlosen„) zu sehen. Wer sich nicht sonderlich gut an den ersten Film erinnert, wird sich wundern diese anfangs in einer Situation zu erleben, die an eine Fortsetzung von “Fluch der Karibik“ erinnert. Doch am Ende von “Alice im Wunderland” zog es die Heldin in der Tat auf die hohe See. und am Anfang der Fortsetzung kehrt sie von einer maritimen Weltreise zurück. Auf einer viktorianischen Abendgesellschaft trägt Alice provokant ein knallbuntes asiatisches Kleid und verhält sich sehr bewusst nicht gesellschaftskonform.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

Da Alice heftig aneckt, ist sie nicht unfroh als sie wieder ins Wunderland bzw. ins Unterland, wie es bei Burton hieß, zurückkehrt und sich dort den Problemen des Hutmachers widmen kann. Dieser ist noch seltsamer drauf als sonst. Des Rätsels Lösung liegt in der Vergangenheit und daher bricht Alice zu “Zeit“ auf, der über Leben und Tod wacht. Sacha Baron Cohen (“Borat“) verleiht dieser mächtigen Figur trotz des seltsamen Kostüms erstaunlich viel Menschlichkeit, was sich gut ins Konzept einfügt.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

Ja, und dies ist die Überraschung, im Gegensatz zum ersten Film gibt es diesmal tatsächlich ein Konzept und nicht nur Vorwände um prominenten Darstellern lustige Klamotten anzuziehen, oder sie am Computer zu verfremden. Aus Carrolls Fortsetzungsroman “Alice hinter den Spiegeln“ wurden kaum Elemente unternommen, zumal sich Tim Burton dort bereis im ersten Film reichlich bedient hat. Stattdessen bricht Alice zu einer Zeitreise auf. Sie erfährt dabei, warum der Hutmacher verrückt und die Herzkönigin böse geworden ist. Dies ist teilweise erstaunlich ernsthaft, oft sehr spannend und natürlich immer wieder angemessen skurril erzählt.

Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln
© 2016 Disney

Neben dem 113-minütigen Hauptfilm enthält die Blu-ray noch diese Extras: Audiokommentar von Regisseur James Bobin (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), “Hinter den Spiegeln“- Making Of (8:39 min), “Wunderbare Kostüme“ (4:24 min), “Die Figuren im Unterland“ (4:47 min), “Ein Gespräch mit Zeit“ (1:46 min). Vergleich Blue-Screen zu fertiger Version (2:27 min + 1:33 min),  Musikvideo P!NK: “Just Like Fire“ (3:38 min, mit  Making of 3:02 min), zusätzliche Szenen (8:56 min)

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Tim Burton: Alice im Wunderland

Anders als in der Buchvorlage von Lewis Carroll und dem 1951 danach entstandenen Disney-Film ist Alice bei Tim Burton („Big Eyes„, „Batman Returns„) kein kleines Mädchen, sondern eine junge Frau von 19 Jahren. Diese wird von Mia Wasikowska gespielt und ihr droht im viktorianischen England die Ehe mit einem ungeliebten Mann. Doch zum Glück erscheint das weiße Kaninchen und dann auch noch all die anderen vertrauten Phantasiewesen, wie der verrückte Hutmacher, die Grinsekatze, die Herz-Königin, Tweedledum & Tweedledee sowie der monströse Jabberwocky.

Tim Burton: Alice im Wunderland

Doch es ist eigentlich gar kein Wunderland, das Tim Burton präsentiert, sondern ein Unterland, eine etwas düsterere Variante von Carrolls Fantasy-Welt. Doch da es sich um einen Disney-Film geht es nicht allzu grausig zu. Für die Gestaltung der Figuren ließ Burton bekannte Darsteller am Computer zu an Zirkusfreaks erinnernde Wesen verfremden. So hat sein Stammschauspieler Johnny Depp als besonders verrückter Hutmacher seltsame riesige Augen und Burtons damalige Gattin Helena Bonham Carter als rote Königin einen riesigen Kopf (was – netter Gag am Rande – ihre Dienerschaft dazu bringt, sich ebenfalls als deformiert zu verkleiden).

Tim Burton: Alice im Wunderland
So richtig konsequent durchgezogen wurde diese eher an “Harry Potter“- als an Burton-Fans adressierte Chose leider nicht. Zwar sind die Trick- und 3D-Effekte – die auch per Blu-ray daheim zu erleben sind – auf einem hohen Niveau, aber dabei auch von einer etwas kalten Perfektion. Anders als ansonsten bei Tim Burton will sich kein verzücktes Staunen über die – zweifelsohne vorhandenen – verrückten Ideen einstellen, sondern es drängt sich immer wieder die Frage auf, was der ganze Quatsch eigentlich soll. Wobei dies angesichts der ebenfalls ganz schön seltsamen Buch-Vorlage vielleicht sogar ein durchaus werkgetreuer Ansatz ist. 

Tim Burton: Alice im Wunderland

“Alice im Wunderland” ist ganz gewiss nicht Burtons bester, aber ohne Zweifel sein erfolgreichster Film und spielte mehr als eine Milliarde Dollar ein! Da ist es verwunderlich, dass es sieben Jahre dauerte, bis mit „Hinter den Spiegeln“ eine Fortsetzung in die Kinos kam.

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Walt Disney: Alice im Wunderland

Walt Disney fühlte sich schon immer zu Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker “Alice im Wunderland“ hingezogen. Sein erster Trickfilmerfolg war 1923 “Alice´s Wonderland“ ein Trickfilm, der ein reales Mädchen mit gezeichneten Figuren kombinierte und eine ganze Reihe von weiteren Alice-Cartoons nach sich zog. 1936 schickte Disney seine Micky Maus in einem Zeichentrick-Kurzfilm, der ebenfalls auf dieser DVD- und Blu-ray-Edition enthalten ist, auf ein Abenteuer hinter den Spiegel in Carrolls Wunderland.

Walt Disney: Alice im Wunderland

Anfang der fünfziger Jahre wagte sich Walt Disney schließlich an eine abendfüllende und weitestgehend werkgetreue Version von “Alice im Wunderland“. 15 Jahre zuvor wollte er bei seinem ersten Langfilm “Schneewittchen und die sieben Zwerge“ dem Publikum die grellen Farben und extremen Charaktere seiner kurzen Trickfilme nicht in Spielfilmlänge zumuten. Doch “Alice im Wunderland“ brach er diese Regel und produzierte seinen wohl wildesten und ganz sicher cartoonigsten abendfüllenden Zeichentrickfilm. Mangels einer herkömmlichen Kinodramaturgie überzeugt der Film stärker in seinen Einzelteilen (unvergesslich das Nichtgeburtstagsfest!) als insgesamt.

Walt Disney: Alice im Wunderland

Im Gegensatz zu Tim Burtons für die Walt Disney Company gefertigter Quasi-Fortsetzung zu “Alice im Wunderland“ war der Trickfilm zunächst kein großer Hit. Erst in den 70erJahren erreichte der Zeichentrickfilm ein größeres Publikum als dessen farbenfrohe Verrücktheit ein sich oftmals im Drogenrausch befindendes studentische Publikum erfreute. Die Firma Disney erfreute dies jedoch weniger und “Alice im Wunderland“ verschwand eine Weile von der Bildfläche. Doch heute ist der Klassikerstatus des Films unstrittig.

Walt Disney: Alice im Wunderland

Bonusmaterial der Blu-ray: “Durch das Schlüsselloch: Ein Blick auf das Wunderland“ (76:16 min): Der komplette Film mit Kommentaren von Experten und mit eingeblendeten Entwurfszeichnungen, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Walt Disneys Einführung zur Farbfernsehen-Premiere von „Alice im Wunderland“ von 1959 (1:15 min); Vorlage zu: Alice und der Türknauf (1:33 min); Stifttest: Alice schrumpft (0:54 min); Wie Alice auf die Leinwand kam (13:27 min); Operation Wunderland (10:59 min); Wiederentdecktes Lied der Grinsekatze (3:56 min); Kurzfilm: „Micky im Traumland“ von 1936 (8:49 min); Eine Stunde im Wunderland – Schwarzweiße Disney-TV-Show von 1951 (59:26 min); Interaktives Spiel: „Wir malen die Rosen rot“; Wenn Disney View angewählt wird, können auf 16:9-Geräten im rechten und linken Bereich anstelle der schwarzen Balken neben dem 4:3-Bild sogenannte “Schmuckornamente“ eingeblendet werden.

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