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Pixar: Soul

Als der nicht mehr ganz junge New Yorker Joe Gardener fest als Aushilfelehrer angestellt werden soll, scheint sich sein Leben zum Besseren zu entwickeln. Doch am selben Tag  bekommt Joe die Gelegenheit im angesagten Jazz-Club Half Note die legendäre Saxophonistin Dorothea Williams bei einem Auftritt am Piano zu begleiten. Für den begeisterten Jazzmusiker scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen, doch dann fällt Joe in einen offenen Gully…

Pixar: Soul

Er landet auf einem Fließband im Jenseits und soll ins Licht transportiert werden. Joe gelingt der Absprung ins Vorseits, wo neue Seelen ausgebildet werden, bevor man sie auf die Erde schickt. Joe wird Mentor der Rabauken-Seele 22, an der bereits Muhammad Ali und Mutter Theresa verzweifelt sind. Joe gelingt es tatsächlich auf die Erde zurückzukehren. Er steckt jedoch plötzlich im Körper einer Katze, während  22 versucht mit den Körperfunktionen von Joes schlaksigen Leib klarzukommen.

Pixar: Soul

Auch nachdem Pixar fest zu Disney gehört, beschreitet das Animations-Studio immer wieder erstaunlich weit vom Mainstream entfernte Wege. Auch diesmal gibt es keine Prinzessin als Hauptfigur, sondern eine etwas rundliche männliche Person of Colour. Statt zuckriger Musical-Songs ist ein jazziger Soundtrack zu hören und trotz viel schreiend komischen Klamauk, ist der Film eine intelligente Reflexion über den Sinn des Lebens.

Pixar: Soul

Wie schon bei ähnlich gelagerten Alles steht Kopf inszenierte wieder Pete Docter (Die Monster AG), der auch am Drehbuch mitschrieb. Während die New Yorker Szenerien fast schon fotorealistisch wirken, konnten sich die Animatoren im zwischen plüschig und kubistisch angesiedelten Jenseits richtig austoben.

Pixar: Soul

Ob der erstaunlich erwachsene Film sein Publikum im Kino erreicht hätte, bleibt offen, denn Soul erlebte  – Corona-bedingt – seine Weltpremiere am 25.12,2020 (ohne Aufpreis) auf Disney+. Als DVD- und Blu-ray erscheint der Film am 2. April.

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Alles steht Kopf

Auch zum neuen Werk aus dem Hause Pixar wird wieder ein animierter Kurzfilm gereicht. Mit “Lava“ gibt der Animator James Ford Murphy nicht nur sein Regie-Debüt, sondern von ihm stammt auch das Drehbuch und der den Film dominierende Song.

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© 2015 Disney/Pixar

Wobei das auf Hawaii-Folklore getrimmte Liedchen, das von Kuana Torres Kahele im Stile von Israel Kamakawiwo’ole (“Over the Rainbow“) gesungen wird, vielleicht noch das Beste an „Lava“ ist. Die Story um einen einsamen sich nach Liebe sehnenden Vulkan überschreitet hingegen mit geballter technischer Brillanz recht ungeniert die Kitsch-Schwelle, ohne das bei Pixar eigentlich zu erwartende „gewisse Etwas“ zu bieten.

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© 2015 Disney/Pixar

Der Hauptfilm hingegen dürfte vom Konzept her mit das Gewagteste sein, was jemals als Grundlage für einen abendfüllenden gut budgetierten Animationsfilm für die ganze Familie in Erwägung gezogen wurde. Die Hauptfiguren heißen Freude, Kummer, Wut, Angst und Ekel. Diese bewohnen den Kopf der kleinen Riley und kümmern sich um das Wohlergehen des jungen Mädchens, das darunter leidet die lieb gewonnene ländliche Umgebung verlassen zu haben und plötzlich mitten in San Francisco zu leben.

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© 2015 Disney/Pixar

Die etwas an Disneys Fee Tinkerbelle erinnernde Freude bemüht sich leicht hysterisch darum, dass Riley immer gut gelaunt ist. Daher hält sie ihre ständig frustrierte Kollegin Kummer für ihre natürliche Feindin. Doch als nach einem Notfall im Leben von Riley sowohl Freude als auch Kummer zu einer Odyssee durch das Seelenleben des kleinen Mädchens aufbrechen müssen, wird klar, dass Freud und Leid doch mehr miteinander zu tun haben, als ursprünglich zu vermuten war.

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© 2015 Disney/Pixar

Natürlich hat das wackere Team von Pixar beim Erarbeiten der Geschichte einen ganzen Haufen von Psychologen zu Rate gezogen, doch die Hauptinspirations-Quelle ist zweifelsohne der geniale antifaschistische Disney-Cartoon “Reason and Emotion“ von 1943 sein.

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REASON & EMOTION © 1943 Disney

Hier wird der menschliche Kopf von einem kleinen vernünftigen Anzugträger (Reason) und einem triebhaften Steinzeit-Männchen  (Emotion) bewohnt. Recht anschaulich wird gezeigt, wie Adolf Hitler – vorbei an jeglicher Vernunft – den Neandertaler im Menschen ansprach und zu Untaten anstachelte. Dieses nicht völlig abwegige Gleichnis haben die Pixar-Macher für “Alles steht Kopf“ mit viel Fantasie verfeinert und einige herrlich abgefahrere Ideen auch noch im Abspann verbraten.

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© 2015 Disney/Pixar

Das Resultat ist ein in nahezu allen Belangen überzeugender Trickfilm, der technisch brillant eine ebenso spannende wie komische Geschichte mit völlig neuen Figuren erzählt. Es ist schön, dass Pixar doch mehr kann als das positive Image seiner Erfolgsfilme durch mittelprächtige Fortsetzungen zu beschädigen.

Alles steht Kopf
© 2016 Disney/Pixar

Die Blu-ray von Walt Disney enthält neben dem 95-minütigen Hauptfilm (wahlweise mit einem optional deutsch untertitelten Audiokommentar vom Regisseur Pete Doctor und Produzent Jonas Rivera), sowie den bereits aus dem Kino bekannten Kurzfilm “Lava“ (7:12 min, wahlweise in deutscher, englischer oder türkischer Sprache), noch den neu produzierten sehr lustigen Kurzfilm “Rileys erstes Date“ (4:40 min, wahlweise in deutscher, englischer oder türkischer Sprache), bei dem es sich um eine Art Fortsetzung zu “Alles steht Kopf“ handelt. Außerdem sind noch die beiden englischsprachigen optional deutsch untertitelten Dokus “Wege zu Pixar: Die Frauen von Alles steht Kopf“ (11:22 min) und “Gemischte Gefühle“ (7:17 min) enthalten.

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