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Münchhausen

Während der Zweite Weltkrieg eigentlich schon verloren war, wollte es Joseph Goebbels der ganzen Welt noch einmal zeigen. Zum 25-jährigen Jubiläum der UFA mobilisierte er alle Kräfte und Reserven und ließ die Abenteuer des Baron Münchhausen zu einem opulenten Fantasy-Film verarbeiten.

Münchhausen

Um überhaupt ein Publikum zu erreichen, wurden der von Goebbels nicht sonderlich geschätzte Hans Albers (Große Freiheit Nr. 7) für die Hauptrolle (Gage: 360.000 RM) und der mit Schreibverbot belegte Erich Kästner unter dem Pseudonym Bertold Bürger als Autor verpflichte. Der Film kam kurz nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad in die deutschen Kinos.

Münchhausen

Dem Resultat ist deutlich anzumerken, dass es sich hierbei eher um einen nationalen Kraftakt als um einen leichtfüßigen Märchenfilm (erklärtes Vorbild war Der Dieb von Bagdad) handelt. Trotz einer sehr bunten Ausstattung (inklusive einiger barbusiger Statistinnen) und dem ansonsten deutlich unverkrampfteren Albers kommt kein rechter Spaß auf. Daher bleiben eher einige gelungene Filmtricks in Erinnerung als die notdürftig zusammengeschusterte episodenhafte Geschichte, die von einem, unsterblichen Münchhausen in der damaligen Gegenwart in Form von Rückblenden erzählt wird.

Münchhausen

Die digital restaurierte Fassung, die 2005 als Doppel-DVD erscheint, ist dennoch höchst sehenswert. Zwar kann die verbesserte Bildqualität nicht mit US-Special-Editions (wie z. B. der beim selben Anbieter erschienenen Version von Vom Winde verweht) mithalten und die 134-minütige Premierenfassung wird wohl nie wieder zu rekonstruieren sein. Doch dafür gibt es einige höchst interessante Extras, darunter ein sehr interessanter Bericht über die Geschichte des deutschen Farbfilms und ein ultrararer meisterlicher Zeichentrickfilm von Hans Held, der auch die kurze Trickfilmsequenz für den Münchhausen-Kinofilm realisierte.

Münchhausen

Extras der DVD von 2005: Dokumentation: „Ein Mythos in Agfacolor“ (73:47 min); „Die Abenteuer des Baron Münchhause oder: Die Wahrheit über alles“, ein recht schlichter stummer Legetrickfilm von 1931 (14:58 min); „Die Abenteuer des Baron Münchhausen – Eine Winterreise“, ein höchst gelungener farbiger Zeichentrickfilm von Hans Held (1944, 7:11 min); Ausführliche Texttafeln mit Infos zu Cast, Crew und Produktion; Bildergalerie (4:24 min); 10-seitiges farbiges Booklet

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