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Pénélope Bagieu: Hexen hexen

Der britische Autor Roald Dahl (1916 – 1919) hatte einen gewaltigen Output. Er verfasste pointierte Kurzgeschichten, die oft böse endeten und bei uns erfolgreich in Sammelbänden wie “Küsschen, Küsschen!“ oder “Kuschelmuschel“ veröffentlicht wurden. Er schrieb aber auch Drehbücher, etwa zum James-Bond-Film Man lebt nur zweimal oder zu Tschitti Tschitti Bäng Bäng.

Pénélope Bagieu: Hexen hexen

Doch am erfolgreichsten waren seine Kinderbücher, von denen viele verfilmt wurden. Man denke nur an Charlie und die Schokoladenfabrik von Tim Burton, Matilda von Danny DeVito oder BFG – Sophie & der Riese von Steven Spielberg. Auch Hexen hexen diente 1990 einem nicht sonderlich erfolgreichen Kinofilm als Vorlage, den Nicolas Roeg mit Anjelica Huston und Rowan Atkinson in Szene setzte.

Pénélope Bagieu: Hexen hexen

Bevor demnächst eine Neuverfilmung von Robert Zemeckis (Zurück in die Zukunft) mit Anne Hathaway versuchen wird, die ultimativen Spezialeffekt-Bilder zum Buch zu präsentieren, bietet sich eine von der französischen Zeichnerin Pénélope Bagieu (California Dreamin‘) im Alleingang realisierte Comic-Adaption als Alternative an. Diese ist ähnlich schrullig wie die Bücher von Roald Dahl.

Pénélope Bagieu: Hexen hexen

Dieser erzählt 1983 in Hexen hexen erzählt von einem kleinen Jungen, der zusammen mit seiner Großmutter gegen eine mächtige Hexen-Organisation antritt, die Kinder hasst und diese in Mäuse verwandeln will. Die besonderen Eigenarten und der Plan der Hexen wurden von Dahl mit allerlei verrückten Ideen garniert, für die Bagieu die passenden Bilder findet.

Pénélope Bagieu: Hexen hexen

Ihr Strich ist weniger simpel, als es auf dem ersten Blick scheint. In bunt kolorierten Bildern, die wirken, als wären sie spontan entstanden, vermittelt Bagieu Emotionen, wie etwa die Trauer des kleinen Helden über seine verstorbenen Eltern. Doch sie kann auch spannende Action mitreißend aufs Papier zaubern. Bei so mancher Passage zwingt sie zu einem atemberaubenden Manga-mäßigen Lese-Tempo. Nur wenige der Dahl-Filmadaptionen können bei der ebenso werkgetreuen wie eigenständigen Qualität dieses Comics mithalten.

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Zwei hinreißend verdorbene Schurken

1964 spielten Marlon Brando und David Niven Zwei erfolgreiche Verführer, die an der französischen Riviera reiche Frauen um ihr Geld betrügen. Als der Drehbuchautor Dale Launer darum gebeten wurde. sich Gedanken über ein gemeinsames Filmprojekt von Mick Jagger und David Bowie Gedanken zu machen, schlug er ein Remake von Zwei erfolgreiche Verführer vor.

Zwei hinreißend verdorbene Schurken

Nachdem nach einigen hin und her Steve Martin und Michael Caine die Hauptrollen übernahmen, erscheinen Jagger und Bowie nicht wirklich als eine brauchbare Alternative. Unter der stilvollen und pointensicheren Regie von Frank Oz überzeugt Steve Martin als reichlich plump auftretender amerikanischer Hochstapler Freddy Benson, während Michael Caine in der Rolle des aristokratisch auftretenden Nobel-Gauners Lawrence Jamieson voll aufgeht.

Zwei hinreißend verdorbene Schurken

Der Originalfilm hatte einen sexistischen Grundton, während Glenne Headly in der in der Neuverfilmung von 1988 die “hinreißend verdorbenen Schurken“ ganz schön auf Trapp hielt. Das Ende dieses zeitlos-komischen Films hätte auch eine Fortsetzung ermöglicht. Stattdessen startet 2005 am Broadway eine erfolgreiche Musical-Version, während 2019 Anne Hathaway und Rebel Wilson im feminisierten Remake Glam Girls – Hinreißend verdorben zu sehen waren.

Zwei hinreißend verdorbene Schurken

Die Blu-ray der Special Edition von Koch Media enthält neben dem 110-minütigen Hauptfilm, wahlweise mit Audiokommentar von Regisseur Frank Oz (2001 aufgenommen, ohne deutsche Untertitel) noch diese Extras: “Making Of“ (Kurzdoku von 1988, 6:49 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), ein aktuelles, hochinteressantes Interview mit Autor Dale Launer (23:27 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Deutscher Trailer (1:55 min), vier US-Trailer (5:06 min, einmal mit Audiokommentar von Frank Oz), ein sehr witziges Fotoalbum (6:18 min) und Galerie mit 55 Bildern und Werbematerialien.

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Les Misérables

Victor Hugos Roman Die Elenden erzählt von Jean Valjean, der im Frankreich des 19. Jahrhunderts wegen des Diebstahls eines Brotes zu einer Haft von 19 Jahren verurteilt wird. Nach seiner Entlassung ist er gebrandmarkt, versucht jedoch unter falschen Namen den sozialen Aufstieg und seinen Mitmenschen zu helfen. Doch der unerbittliche Inspektor Javet setzt alles dran um Valjean wieder in den Knast zu bringen.

Les Misérables

Die Franzosen Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg machten aus Hugos Buch das Musical Les Misérables, das 1980 in Paris uraufgeführt wurde und fünf Jahre später in London Premiere hatte. Dort läuft es bis heute und wurde auch weltweit zu einem Erfolg. Der britische Regisseur Tom Hooper (The King’s Speech, Cats) verfilmte das Musical mit Hugh Jackman (Valjean), Russell Crowe (Javet) und Anne Hathaway.

Les Misérables

Das Hauptproblem des Films dürfte sein, dass auch hier fast jeder Dialog gesungen wird (die deutsche Bearbeitung ist noch etwas problematischer, da die sehr wenigen gesprochenen Sätze synchronisiert und der restliche Film untertitelt in der Originalfassung gezeigt wird). Während einige Songs echte Ohrwürmer sind, klingen viele der meistens von Jackman oder Crowe interpretierten Lieder hingegen eher wie notdürftig instrumental untermalte Monologe. Diese musikalischen Einlagen gewinnen nicht wirklich, wenn dazu in Großaufnahme die Gesichter der Darsteller gezeigt werden, die bei den Dreharbeiten live zu Klavierbegleitung gesungen haben. In der Nachbearbeitung hat ein Orchester den Soundtrack auf der Grundlage des Live-Gesanges eingespielt, ansonsten ist es bei Filmmusicals meistens umgekehrt.

Les Misérables

Doch einige Lieder sind derart mitreißend komponiert und interpretiert, dass der Film dennoch alles andere als eine Enttäuschung ist. Die Hyperschnulze On My Own wird von der charismatischen Newcomerin Samantha Barks derart mitreißend durch den Regen geschmettert, dass kein Auge trocken bleibt (und die junge Dame anstelle von Anne Hathaway eigentlich eine Oscar-Nominierung verdient hätte).

Les Misérables

Das schon durch die Mitwirkung an Tim Burtons arg gewöhnungsbedürftiger Musical-Verfilmung Sweeney Todd einschlägig erfahrene Duo Helena Bonham Carter und Sacha Baron Cohen (Borat) brilliert bei der Mördernummer Master of the House als verkommenes Gastwirt-Ehepaar. Ebenfalls einen hohen Mitsumm-Faktor hat die Revolutions-Hymne Do you hear the People sing, während der mittelprächtige neue Song Suddenly in den ohnehin schon überlangen Film nur aufgenommen wurde, damit es eine Oscar-Nominierung gibt (was nur bei neuen Liedern möglich ist und auch prima geklappt hat).

Les Misérables

Les Misérables ist ein etwas uneinheitlicher Film, der anfangs erstaunlich unästhetisch und nahezu realistisch das miserable Leben seiner Hauptfiguren zeigt. Danach werden jedoch sehr viel schnulzigere Töne angeschlagen, während die Inszenierung des Pariser Juniaufstandes von 1832 fast schon monumental geriet. Das Einspielergebnis von über 400 Millionen Dollar und acht Oscar-Nominierungen zeigen auf alle Fälle, dass das Filmmusical noch lange nicht tot ist.

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The Dark Knight Rises

Christopher Nolans zweiter Batman-Film hatte zwar den Titel The Dark Knight, war jedoch in erster Linie ein Joker-Film. Dies lag sicher in erster Linie daran, dass der Darsteller von Batmans populärsten Widersacher kurz nach Drehende verstorben war, was dazu führte, dass aus Pietät aber auch Kalkül fast alles, was mit Heath Ledger gefilmt wurde, im dadurch überlangen Film Verwendung fand. Das brachte den Film, in dem es auch noch um Batmans zweitbeliebtsten Gegenspieler Two-Face (Aron Eckart) ging, etwas aus dem Gleichgewicht und drängte Batman an den Rand des Geschehens. Doch die Rechnung ging auf und The Dark Knight spielte mit über einer Milliarde Dollar fast dreimal so viel ein, wie sein Vorgänger Batman Begins.

The Dark Knight Rises

Mit The Dark Knight Rises schickt sich Nolan nun an, seine Batman-Trilogie zu vollenden. Er greift zwar Motive aus den beiden vorherigen Filmen auf, doch das Resultat ist weniger der Abschluss eines zusammenhängenden Epos, wie etwa Star Wars, sondern ein in sich stimmiger Film. The Dark Knight Rises ist sogar noch einige Minuten länger als sein Vorgänger, am Anfang im Spannungsaufbau etwas langsam, mündet dann aber in ein wuchtiges actionreiches Finale und schließt mit einem überraschenden Ende, das durchaus Raum für einen interessanten Neubeginn einer weiteren Batman-Filmreihe bietet.

The Dark Knight Rises

Obwohl es sehr lange dauert, bis Christian Bale ins Batman-Kostüm schlüpft, steht der Fledermausmann und noch stärker Bruce Wayne, der Mann hinter der Maske, im Zentrum des Filmes. Tom Hardy ist als Bane – die Comicfigur wird recht frei interpretiert – ein angemessen bedrohlicher Schurke (wenn er und Batman sich mit ihren hochgezüchteten Macho-Stimmen anschreien, gehört dies zu den ganz wenigen lächerlichen Momenten in The Dark Knight Rises). Auch die mit großem körperlichen Einsatz als Catwoman auftretende Anne Hathaway bringt den Film nicht aus dem Gleichgewicht. Stärker noch als an der Faszination des Bösen zeigt sich Nolan diesmal an ganz normalen Menschen interessiert, die – ähnlich wie die 911-Feuerwehrmänner – versuchen zu retten was gerade noch zu retten ist. So steht der junge Polizist John Blake (Joseph Gordon-Levitt) fast so stark im Zentrum des Geschehens als sein wieder vom brillant-zurückhaltend agierenden Gary Oldman verkörperter Vorgesetzter Jim Gordon.

The Dark Knight Rises
Was diesen Film so besonders macht, ist der hohe Grad an “Realismus“. Nolan setzt auf Zelluloid und verzichtet auf 3D-Mätzchen. Er drehte die meisten Action-Szenen “in echt“, es ist zu sehen, dass die Darsteller selten gedoubelt wurden und die Kulissen wirklich in voller Größe gebaut und nicht digital ergänzt wurden. Daher ist es ihm zu verzeihen, dass er die Pracht seiner Inszenierung auch diesmal wieder etwas zu lange herzeigen möchte.

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Interstellar

Interstellar spielt in einer nahen Zukunft, in der die Menschheit vom Aussterben bedroht ist, denn auf der ganzen Welt werden die Nahrungsmittel knapp und die Luft immer staubiger. Am sinnvollsten wäre es, diesen ungastlichen Ort zu verlassen, doch die Raumfahrt ist verpönt und den US-Schülern wird beigebracht, dass die Mondlandung nur in einem Trickfilm-Studio stattgefunden hat.

Interstellar

Die kleine Murph Cooper will dies jedoch nicht glauben. Sie hat seltsame Erscheinungen vor ihrem gut bestückten Bücherbord und dort werden ihr per Morsecode Koordinaten übermittelt. Gemeinsam mit ihrem Vater Joseph (Matthew McConaughey), einem ehemaligen Astronauten, bricht Murph auf und sie finden einen geheimen Stützpunkt der NASA. Hier wird als letzte Hoffnung der Menschheit eine Raummission geplant…

Interstellar

In ihrem Drehbuch zu Interstellar brachten Christopher Nolan (Batman Begins) und sein Bruder Jonathan ihr Bedauern darüber zum Ausdruck, dass es kein ernsthaftes Raumfahrt-Programm mehr gibt. Der 2014 entstandene Film macht dem Zuschauer aber auch bewusst, dass es schon lange keinen groß angelegten intelligenten Film über eine Mission zu den Sternen mehr gegeben hat. Doch dieses Weltraum-Abenteuer muss sich nicht vor Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum verstecken. Vier Jahre nach Inception bewies Regisseur Christopher Nolan einmal mehr, dass es nicht nötig ist in 3D zu drehen, um großartige Bilder zu zeigen, und dass Spezialeffekte noch mehr beeindrucken, wenn sie im Dienste einer guten Geschichte stehen.

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