Schlagwort-Archive: Asterix

Asterix in Italien

Das neue Asterix-Album beginnt gleich auf Seite 2 mit der Geschichte. Auf die Landkarte mit Lupe, Dorf und Römer-Garnisonen sowie die Vorstellung “einiger Gallier“ wird zu Gunsten einer auf der letzten Seite platzierten Anzeige für Egmonts “edle Asterix-Luxus-Sammelbox“ verzichtet. Klar, ein so riskantes Produkt wie ein neuer Asterix-Comic muss knallhart kalkuliert werden, denn jede zusätzliche Seite verursacht aufgrund der Auflage von knapp 2 Millionen Exemplaren gewaltige Kosten.

Asterix in Italien

Ansonsten wird jedoch versucht ganz in der Tradition der Serie zu bleiben. Die Zeichnungen von Didier Conrad wirken auf den ersten Blick wirklich so, als wenn hier ein neues  Asterix-Album von Albert Uderzo vorliegen würde. Auch Jean-Yves Ferri hat sich von den Klassikern inspirieren lassen. Er schickt die Gallier auf eine Reisemission, wobei erstmals Obelix und nicht Asterix die Sache lostritt. Doch schon mit der Motivation hapert es.

Asterix in Italien

Obelix lässt sich auf einem Markt (der CEltisches Brauchtum und Innovative Technik anbietet und daher CEBIT genannz wird, was haben wir gelacht…) von einer Wahrsagerin aus der Hand lesen. Diese sieht einen geflügelten Wagen und Obelix als bejubelten Sieger. Prompt schafft sich der Hinkelsteinlieferant einen schicken Wagen mit Holzflügeln an. Wie es der Zufall will, wird im selben Moment auch noch das große Transcaligarennen quer durch das damalige Italien ausgerufen und Obelix ist nicht mehr zu bremsen. Auch der Grund für diese Großveranstaltung leuchtet nur bedingt ein: Ein fauler römischer Senator mit dem unwitzigen Namen Lactus Bifidus will dadurch bewiesen werden, dass die in Straßen im römischen Reich, für die er zuständig ist, “einwandfrei in Schuss sind“.

Asterix in Italien

Doch der Auftakt der Geschichte wäre nicht weiter schlimm, wenn daraus ein spannendes Abenteuer voller witziger Situationen und Anspielungen resultieren würde. Dies ist eher nicht der Fall. Es ist spürbar, dass Ferri sich am Meisterwerk Asterix als Legionär orientiert und versucht nationale Stereotypen aufeinander los zu lassen. Doch leider sind die Teilnehmer am Rennen, die teilweise zu seltsamen Regionen wie dem germanischen Volk der Markomannen oder dem fernen Reich von Kusch (dem heutigen Sudan) gehören, keine sonderlich originellen Charaktere. Hinzu kommen noch die sich ebenfalls am Rennen beteiligenden Piraten, sowie ein maskierter Wagenlenker, dessen schließlich enthüllte Identität die Geschichte auch nicht weiterbringt.

Asterix in Italien

Doch die weder spannende noch sonderlich originelle Handlung wäre ebenfalls noch zu verkraften, wenn die Gags und das Zusammenspiel zwischen Asterix und Oberlix stimmen würden. Auch hier ist leider nichts Erfreuliches zu vermelden. Die Gallier fallen zwischen den zahllosen blassen Nebencharakteren nicht weiter auf, während die Anspielungen auf italienische Besonderheiten wie Pizza oder Mona Lisa unwitzig und überraschungsfrei daherkommen.

Asterix in Italien

Damit die Auseinandersetzung mit dieser Neuerscheinung überhaupt irgend einen Sinn macht, sollte Asterix-Erstlesern noch mitgeteilt werden, dass die ersten Alben der Serie immer noch zu den allerbesten Comics der Welt gehören und jederzeit lieferbar sind…

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Isnogud Gesamtausgabe

Ähnlich legendär wie “Ganz Gallien ist von den Römern besetzt … Ganz Gallien?“ ist der Aufschrei “Ich möchte Kalif werden anstelle des Kalifen“ eines ehrgeizigen Großwesirs. Beide Zitate zeigen wie gut es der große René Goscinny verstand Comicgeschichte(n) zu schreiben.

Isnogud Gesamtausgabe

Das sehr interessante Vorwort von Horst Berner zu den “gesammelten Abenteuern des Großwesirs Isnogud“ zeigt auf, dass Goscinny eine ähnliche Figur bereits 1961 in einer Geschichte mit dem “kleinen Nick“ beschrieb. Kurze Zeit darauf erfand er für die Zeitschrift “Record“ und den Zeichner Jean Tabary “Die Abenteuer des Kalifen Harun al Pussah“. Die eigentliche Hauptfiguren der erfolgreichen Comicserie waren dann aber der schändliche Großwesir “Iznogoud“ und sein Mietsklave “Dilat Larath“, (die bei uns durchaus passend zu Isnogud und Tunichgut wurden). Vor märchenhaften orientalischen Hintergrund beschrieb Goscinny (und nach dessen Tod Tabary) in zahlreichen Kurzgeschichten die beständig scheiternden Versuche des Großwesirs sich in Bagdad zum Kalifen aufzuschwingen.

Isnogud Gesamtausgabe

Die Gesamtausgabe von Egmond präsentiert die einzelnen Kurzgeschichten leider nicht in der Reihenfolge ihrer Entstehung, sondern folgt – handgelettert und versehen mit biografischen Angaben – der 1966 in Frankreich und 1989 in Deutschland gestarteten 27-teiligen Alben-Ausgabe. Insgesamt sind diese Hardcoverbände also die optimale Form um die Geschichten von tausendundeinem Putschversuch zu genießen.

Isnogud Gesamtausgabe

Mittlerweile führt Jean Tabarys Sohn Nicolas die Serie mit Geschichten wie „Präsident Isnogud“ fort. Pünktlich zu dessen Besuch auf dem Comicfestival München 2017 wird bei dani books dessen neuer Comic „Isnogud: Wie der Vater, so der Sohn!“ auf Deutsch erscheinen.

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Mein ziemlich kleiner Freund

Mit dem Kinohit “Ziemlich beste Freunde“ hat diese französische Komödie trotz ihres Titels wenig gemein. Passender erscheint es, dass die Heimkino-Veröffentlichung auch den Trailer zu “Natalie küsst“ mit Audrey Tautout enthält. Denn auch in “Mein ziemlich kleiner Freund“ steht ein französischer Filmstar im Zentrum einer zunächst ziemlich unmöglich erscheinenden Love Story.

Mein ziemlich kleiner Freund

Jean Dujardin ist, spätestens nachdem er den Oscar für “The Artist“ erhielt, sehr viel mehr als der amtierende Belmondo-Nachfolger. Als ihm die Hauptrolle in einem Remake des brasilianisch-argentinischen Films „Corazón de León“ angeboten wurde, sagte er innerhalb von 24 Stunden zu. Seiner Darstellung ist deutlich anzumerken, wie viel Spaß es ihm macht, einen Mann zu spielen, der sich trotz seiner Größe von nur knapp 1,40 Meter nicht klein kriegen lässt.

Mein ziemlich kleiner Freund

Inszeniert wurde „Un homme à la hauteur“ von Laurent Tirard, der in den letzten Jahren vor allem durch die Comic-Verfilmungen „Asterix & Obelix – Im Auftrag ihrer Majestät“ und “Der kleine Nick“ aufgefallen war. “Mein ziemlich kleiner Freund“ ist kein Klamauk, sondern in erster Linie eine Liebesgeschichte, die davon erzählt wie zwei Menschen gegen allerlei Widerstände und Vorurteile kämpfen müssen, um zueinander zu finden.

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Die Blu-ray von Concorde enthält neben dem 99-minütigen Hauptfilm noch ein ausführliches 46-minütiges Making Of (wahlweise mit deutschen Untertiteln), eine kurze Featurette (3;55 min), sowie den deutschen und den französischen Trailer (je 1:42 min)

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Deutsche Comicforschung 2017

Auch der dreizehnte Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe “Deutsche Comicforschung“ informiert über Gebiete, die in der Comic-Fachpresse und in Fachbüchern bisher gar nicht oder nur sehr unzureichend behandelt wurden. Im Vorwort macht sich Herausgeber Eckart Sackmann Sorgen um die Zukunft seiner Zunft, da Comics kaum noch gesammelt bzw. archiviert wird, weder von Privatpersonen noch von Institutionen.

Deutsche Comicforschung 2017

Der erste Artikel des Buchs beschäftigt sich damit, wie im deutschen Sprachraum der Begriff “Comic“ vom “Schimpfwort zum Lehnwort“ wurde. Während in deutschen Zeitungsartikeln bereits in den 20er Jahren von amerikanischen Comics die Rede war, sollten hierzulande erst 1966 Hefte erscheinen, auf deren Titelbildern das Wort „Comic“ zu lesen war. Marvels Spider-Man erschien damals als “Die Spinne“ in der Reihe “Hit Comics“, zuvor wurden seltsame Wortschöpfungen wie “Bilderfolge“, “Bilderroman“, „“Bilderzeitung“, “Buch-Film“ oder “Chico-Chips“ auf den Covern von deutschen Comicheften zu lesen.

Deutsche Comicforschung 2017

Die weiteren 11 Artikel des Buchs sind wieder chronologisch geordnet. Julian Auringer befasst sich mit “Rinaldo Rinaldini als Comic-Held“, Sackmann schreibt über den schwer zu beschreibenden “Verwandlungskünstler“ Lothar Meggendorfer, Helmuth Kronthaler über “antisemitische Bildergeschichten aus der Kaiserzeit“ und Sackmann wiederum über “Geschichten aus dem Zwergenland“ von Johannes Thiel, sowie über eine Nazi-Zeitung für die “Donau-Schwaben“ namens “Die Wespe“, die 1937 den US-Zeitungs-Strip “Tim Tyler’s Luck“ veröffentlichte. Kurios ist auch ein seltsamer „Mickey Mouse“-Strip von Gerhard Brinkmann, der 1942 im zum nationalsozialistischen Propagandablatt verkommenen Magazin “Kladderadatsch“ erschien und eher skurril als anti-amerikanisch geraten ist.

Deutsche Comicforschung 2017

Ein bemerkenswerter Artikel beschäftig sich mit dem vor allem als “Fix & Foxi“-Zeichner bekannten Kurt Ludwig Schmidt alias KASCH über den bisher wenig bekannt war, zumal er auch als Becker-Kasch tätig war und vermutet wurde, es handele sich um zwei Personen. Doch nachdem Schmidts Tochter mit der Webseite Kaukapedia in Kontakt trat, ist sehr viel mehr bekannt. Ein reich bebilderter Text stellt Arbeiten aus allen Schaffensperioden von KASCH vor und informiert auch über seine Tätigkeiten als 3D-Zeichner u. a. für die Firma View Master, für die er Disney-Filme adaptierte.

Deutsche Comicforschung 2017

Ein Kuriosum ist die Comic-Serie „Gaby, das Atommädchen“, die in der die friedliche Nutzung der Atomenergie propagierenden Zeitschrift ZB erschien. Überraschend ist, dass die CDU 1961 zur Wahl-Werbung ein Comicheft einsetzte. Darüber, dass in diesem komplett im Buch abgedruckten Heftchen „Die spannendste Geschichte unserer Zeit“ Konrad Adenauer neben Königin Elisabeth abgebildet wurde, ärgerte britische Zeitungen, was wiederum die CDU werbetechnisch freute.

Deutsche Comicforschung 2017

Interessant ist auch ein Bericht, der aufzeigt in wie vielen Varianten die Comic-Geschichte “Asterix der Gallier“ in Deutschland veröffentlicht wurde.

Deutsche Comicforschung 2017

Den Abschluss bildet ein Beitrag über die erste deutsche Veranstaltung für Comic-Freunde. Der 1. Deutsche Comic-Congress fand 1973 in Berlin statt und ein geteiltes Echo. Die sehr lückenhafte Rekonstruktion dieser Veranstaltung, zu der Hansrudi Wäscher eingeladen war, anreiste und nur von wenigen Besuchern erkannt wurde, liest sich spannend. Auch hier zeigt sich, wie wenig Informationen selbst über die sehr zeitnahe deutsche Comic-Geschichte vorliegen und wie wichtig die weitere Forschung ist.

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Jörg Fündling: Asterix. 100 Seiten

Mit gleich 10 Bänden hat der Reclam Verlag seine Reihe “100 Seiten“ gestartet. Der Name ist natürlich Programm, denn diese Bücher hören tatsächlich mit Seite 100 auf (und – was ungewöhnlich ist – sie beginnen tatsächlich mit Seite 1). Unter den Motto “persönlich geschrieben“ und “modern gestaltet“ werden hier Themen wie Jane Austen, Ötzi, Twin Peaks, Menschenrechte, Ovid, JFK aber auch Asterix oder Superhelden “unterhaltsam präsentiert“. Weitere Bände sind bereits angekündigt.

Jörg Fündling: Asterix. 100 Seiten

Das 100-seitige Büchlein zu Asterix stammt aus der Feder von Jörg Fündling. Dieser ist “Althistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen“. Auch daher ist es ihm ein besonderes Anliegen mit dem Gerücht aufzuräumen, der Leser von Asterix-Comics könne “spielend leicht klassische Bildung mitnehmen und “eine Menge über das alte Rom lernen.“ In Sachen Architektur, Bekleidung und lateinischen Zitaten hat Fündling zahllose Beispiele dafür entdeckt, dass sich René Goscinny und Albert Uderzo sehr viele Freiheiten nahmen.

Jörg Fündling: Asterix. 100 Seiten

In “Die goldene Sichel“ etwa stöhnt ein Römer “Hier sieht es ja aus wie in Pompeji“, obwohl der Vesuv Anno 50 vor Christi noch gar nicht ausgebrochen war. Im selben Album wird ein rücksichtsloser Wagenlenker mit “Du hältst Dich wohl für Ben Hur!“ beschimpft, doch der Held aus dem 1880 erschienenen Roman war seinerzeit noch gar nicht geboren. Hinzu kommt noch, dass die “berühmt-beliebten lateinischen Zitate (…) zu einem alarmierenden Prozentsatz auch noch aus der Bibel stammen.“

Jörg Fündling: Asterix. 100 Seiten

Doch das Büchlein von Fündling ist keine durchgehende Meckerei über historische Unkorrektheiten, sondern hauptsächlich eine Liebeserklärung an den Comic-Klassiker. Der Autor schwärmt von seiner Erstbegegnung mit Asterix als Sechsjähriger, beschreibt seine Enttäuschung über die von Uderzo im Alleingang realisierten Comics (seinerzeit fand er die juristischen Streitereien zwischen Uderzo und seiner Tochter Sylvie unterhaltsamer als die Comicgeschichten) und äußert verhaltenen Optimismus bezüglich des Fortbestands der Serie.

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Reddition 56: Dossier Rolf Kauka

Die 56. Ausgabe des sich auf Themenschwerpunkte konzentrierenden Comicfachmagazins Reddition beschäftigt sich mit Rolf Kauka, dem Schöpfer von Fix & Foxi und seinem Verlag. Das Heft ist erstmals komplett in Farbe gedruckt und das ist äußerst erfreulich in Anbetracht der zahlreichen – häufig leider nur sehr kleinformatigen – Abbildungen.

Reddition 56: Dossier Rolf Kauka

Im Vorwort ist zu erfahren, dass diese Ausgabe der Reddition mit Unterstützung von Kaukas Witwe Alexandra und Kauka Promedia entstand. Dort wurde anscheinend etwas umgedacht. 2007 musste auf dem Comicfestival München bei einer Kauka-Austellung unter jedes Exponat dieser Hinweis platziert werden: World Copyright: © Rolf Kauka 1953/2000 & Kauka Promedia, Inc. 2001/2007. Alle Rechte vorbehalten! Kauka Licensing by: Andromeda ccm gmbh. Mittlerweile genügt anscheinend ein relativ schlichtes © Rolf Kauka / Promedia Inc.

0001Auch inhaltlich scheint es keine Einflussnahme aus Richtung Kauka gegeben zu haben, denn auch finstere Kapitel im Leben Rolf Kaukas, wie sein alles andere als fairer Umgang mit seinen Zeichnern oder fremden Comic-Material (am schlimmsten: seine deutschnationale Übersetzung von Asterix), werden thematisiert. Die ebenso sachkundigen wie lesenswerten Texte stammen zumeist vom im Juli 2011 verstorbenen Roland Mietz, der ein spannendes Stück deutsche Comicgeschichte am Leser vorbeiziehen lässt.

Reddition 56: Dossier Rolf KaukaDiese Ausgabe der Reddition ist bereits vergriffen und wird gebraucht hoch gehandelt. Doch mittlerweile hat Volker Hamann unter dem Titel “Fix & Foxi – Rolf Kaukas großer Welterfolg“ einen großformatigen reich bebilderten Ausstellungskatalog herausgebracht, der nicht minder informativ ausgefallen ist.

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Asterix und seine Freunde – Hommage an Albert Uderzo

Während Anwälte im Auftrag von Albert Uderzo bei “Asterix“-Parodien wie “Falsches Spiel mit Alcolix“ Ende der Achtziger Jahre Plagiatsklagen an deutschen Gerichte einreichten, dürfen sich in diesem Hommage-Album fremde Zeichner ungestraft an den beliebten Galliern versuchen. Zum 80. Geburtstag von Uderzo überbringen 30 Comickünstler ihre gezeichneten Glückwünsche.

Asterix und seine Freunde - Hommage an Albert Uderzo

Die meisten der beteiligten Comickünstler nutzen diese Gelegenheit um ihre (etwas weniger populären) Figuren einmal an die Seite von Asterix und Obelix zu stellen. So treffen die beiden Gallier u. a. auf Brösels “Werner“, auf Zeps “Titeuf“, auf Vance & Van Hammes “XIII“, auf Rosinskis & Van Hammes “Thorgal“, Walthérys “Natascha“, Tibets “Rick Master“, Gratons “Michel Vaillant“ und die von Vicar gezeichnete Familie Duck.

Asterix und seine Freunde - Hommage an Albert Uderzo

Während diese Begegnungen zwar hübsch anzusehen sind aber nur selten wirklich komisch sind, verbreitete der Einseiter von Henk Kuijpers in dem dessen Heldin “Franka“ durch das heutige gallische Dorf schlendert zumindest eine angenehme Ferienstimmung.

Asterix und seine Freunde - Hommage an Albert Uderzo

Das in diesem Rahmen auch allerlei an subversiver Komik (die durchaus in der Tradition von Goscinny steht) möglich ist, beweist leider nur der Beitrag von Baru (“Autoroute Du Soleil“), der in einem Wohnghetto “2000 Jahre nach Christi“ spielt.

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Hier bedauern zwei Jugendliche, die in ihren Trainingsanzügen und Baseballkäppis entfernt an Asterix und Obelix erinnern, dass – obwohl sie bereits alle Autos abgefackelt haben – keine Bullen mehr zum Vermöbeln aufmarschieren. Doch plötzlich taucht eine hochmotivierte Spezialeinheit der Polizei auf und Abdelix und Kaderix haben wieder ihren Prügelspaß…


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Asterix und Latraviata – Skizzenbuch

Asterix und Latraviata“ ist, wie eigentlich alle von Uderzo im Alleingang getexteten „Asterix“-Alben, ganz gewiss kein Comic-Highlight. Dies lieg an allem möglichen, aber ganz gewiss nicht an Uderzos Zeichenkünsten. Wer sich nun die lockeren Bleistiftvorzeichnungen in diesem Prachtband ansieht, wird noch mehr Respekt vor dem bildenden Künstler Uderzo haben.

Asterix und Latraviata - Skizzenbuch

Schon 1996 erschien in Frankreich zu „Obelix auf Kreuzfahrt“ ein Band mit jenen Bleistiftvorzeichnungen zu diesem Alben, die später unter der Tusche des Inkers für immer verschwanden. Das Buch war allerdings auf nur 520 Exemplare limitiert und somit ein unerschwingliches Sammlerstück. Bei „Asterix und Latraviata“ hat Uderzo seine Bleistiftvorzeichnungen erstmals komplett aufbewahrt um sie dann in diesem sehr viel weiter verbreiteten Buch zu veröffentlichen.

Asterix und Latraviata - Skizzenbuch

Dabei kommt pro Buchseite jeweils eine halbe Comicseite im Querformat und in der Originalgröße von Uderzos Vorzeichnung zum Abdruck. Etwas befremdlich wirken in diesen sehr lockeren (und manchmal auch noch etwas suchenden) Bleistiftzeichnungen die französischen Texte in ihren sauber ausgearbeiteten satten schwarzen Lettern. (Hier hätte am Bildrand eine Übersetzung nicht geschadet, aber dies hätte möglicherweise zu für Ehapa eher unangenehmen Rückschlüssen bezüglich der nicht unumstrittenen deutschen Übersetzung des letzten „Asterix“-Albums geführt).

Asterix und Latraviata - Ultimative Edition

Die letzen Seiten des Comics kommen dann leider nicht mehr als Bleistiftzeichnungen zum Abdruck, sondern dienen zur Erläuterung der weiteren Arbeitsschritte wie Inken und Kolorieren. Besonders schade ist das bei der abschließenden halben Seite mit dem traditionellen Festbankett im gallischen Dorf, dass in seiner hier abgebildeten vollausgeführten Album-Version recht steril wirkt. Den Abschluss des Buches bilden dann einige eher mäßig witzige „Outtakes“ in Form der Nachspänne von „Pixar“-Filmen wie „Toy Story“ oder „Monster AG“. Doch das trübt ganz gewiss nicht die Freude daran dem wohl besten amtierenden Comiczeichner einmal über die Schulter gucken zu dürfen.


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Das grosse Asterix-Lexikon

Das gewichtige Buch liegt gut in der Hand. Es hat ein schönes Cover und auch die ersten 33 Seiten mit einem reich bebilderten Uderzo-Interview und einem aufschlussreichen Bericht über das Asterix-Phänomen können voll überzeugen. Hierbei geht es auch recht ausführlich um „Siggi und Babarras“

Das grosse Asterix-Lexikon

Unter diesem Titel versuchte Rolf Kauka („Fix & Foxi„) 1965 die beiden Gallier als Westgermanen zu vermarkten. Er setzte bei seiner grobschlächtigen Bearbeitung zwar auch auf Satire, aber leider auf eine ziemlich braunstichige. Diese ging sogar so weit, dass der Hinkelstein von Obelix bzw. Barrabas zum (Auschwitz-) Schuldkomplex wurde. Zitat: „Babarras, musst Du denn ewig diesen Schuldkomplex mit rumschleppen? Germanien braucht Deine Kraft wie nie zuvor.“

Das grosse Asterix-Lexikon

Doch zurück zu diesem Prachtband, der wohl in erster Linie alle Asterix-Hardcore-Fans interessieren dürfte. Diese werden sich sicherlich schon die handgeletterte blaue Asterix Werkedition zugelegt haben, die bereits jeweils mit einem mehrseitigen Lexikonteil versehen ist. „Das grosse Asterix Lexikon“ reiht nun ganz einfach, beginnend mit der Beilage zu „Asterix der Gallier“ bis hin zu „Asterix und Latraviata“ diese Lexikon-Beiträge aneinander.

Das grosse Asterix-Lexikon

Wer schön fleißig die blauen Asterix-Hardcoverbände gesammelt hatte, konnte also bequem auf dieses voluminöse Lexikon verzichten. Doch mittlerweile erscheint nach und nach eine 11-bändige Asterix-Gesamtausgabe mit jeweils drei Asterix-Alben. Hierzu gibt dann jeweils neue sehr informative Einleitungen, die ebenfalls von Horst Berner zusammengestellt wurden. Innerhalb dieser Edition kommen auch die Asterix-Kurzgeschichten, einige Werbecomics sowie das Skizzenbuch zu „Asterix im Morgenland“ zum Abdruck.

Das grosse Asterix-Lexikon

Diese Edition, so schön sie auch ist, hat allerdings einige Nachteile: Der Lexikonteil ist nicht enthalten und statt Handlettering wurde seltsamerweise wieder Maschinensatz wie in der Kioskausgabe verwendet. Somit ist zu vermuten, dass in einigen Jahren eine weitere noch optimalere Asterix-Gesamtausgabe folgen wird.


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Asterix – Das Kultbuch

Dieser Prachtband sollte die Wartezeit auf den damals neusten Band „Asterix und Latraviata“ verkürzen. Über den Inhalt des 31. Albums der Serie, das am 14. März 2001 erscheinen sollte, hüllte sich der Zeichner Albert Uderzo, der nach Goscinnys Tod im Jahre 1977 (leider) auch noch das Texten übernommen hatte, in absolutes Schweigen. Zarte Andeutungen in der vom Ehapa Verlag verteilten Zeitung „L´Asterisque“ deuteten darauf hin im neuen Abenteuer könnten wieder (nach „Asterix und Maestria„) Frauen eine wichtige Rolle spielen. Möglicherweise geht es sogar darum, dass Asterix und Obelix „genug haben von ihrem Junggesellen-Dasein“.

Asterix - Das Kultbuch

Zu Goscinnys Zeiten spielten weibliche Charaktere in den Asterix-Abenteuern keine allzu große Rolle. Das „Asterix-Kultbuch“ enthält hierzu ein interessantes Zitat von Goscinny: „Die meisten unserer Figuren sind Karikaturen. Wir schätzen die Frau zu sehr, als dass wir sie in groteske Situationen versetzen, und so ein falsches Bild von ihr zeichnen… Also wenn wir eine Frau in Szene setzen, dann schon Kleopatra! Wenn schon, denn schon!“

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Texte wie dieser, die sonst schwer aufzutreiben sind, bilden den Hauptanreiz des vorliegenden Buches. Die zugehörige Bebilderung ist zwar recht üppig und immer passend gewählt, doch leider handelt es sich dabei leider nur sehr selten um Entwürfe oder Skizzen sondern meist um vergrößerte Panels aus den Asterix-Alben, die jeder potentielle Käufer dieses Buches ohnehin schon im Schrank stehen hat.


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