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Avatar: Tsu’teys Pfad

Erst mit Avengers: Endgame gelang es 2019, James Camerons zehn Jahre zuvor entstandenen Avatar vom Thron des erfolgreichsten Films aller Zeiten zu stoßen. Auf Cameron lastet anscheinend großer Druck, denn er hat seit Avatar nicht mehr Regie geführt und der Starttermin einer von ihm in Szene gesetzte Fortsetzung wurde immer wieder verschoben. Aktuell soll Avatar 2 im Dezember 2021 starten.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Um die Wartezeit zu vertreiben (und das Franchise am Köcheln zu halten) gab es bisher erstaunlich wenige Nebenprodukte, wie ein Video-Game oder Toruk – The First Flight, eine Show des Cirque du Soleil. Erst Anfang 2019 startete bei Dark Horse mit Tsu’tey’s Path eine Comic-Reihe zum Film. Anscheinend erhofft sich der drittgrößte US-Comicverlag eine nicht unbeträchtliche Lücke zu schließen, die entstanden ist, nachdem Disney die Rechte an Star-Wars-Adaptionen an die hauseigene Firma Marvel durchgereicht hat.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Ein Sammelband von Panini enthält die ersten sechs Hefte der Miniserie Avatar: Tsu’teys Pfad. Als Bonus gibt es noch ein 2017 zum Free Comic Book Day erschienenes Heft. Sherri L. Smith schildert die Ereignisse des Kinofilmes noch einmal aus der Sicht von Tsu’tey, den Laz Alonso per Motion Capture verkörperte. Die Autorin bemüht sich darum, tiefer in die Alien-Kutur einzutauchen und Dinge zu erzählen, die James Cameron im Film nur andeutete.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Tsu’tey ist ein großer Krieger der blauhäutigen Na’vi-Ureinwohner des Mondes Pandora. Im Comic ist zu erfahren, dass er sich zu seiner Stammesgenossin Neytiri hingezogen fühlt, weil er zuvor mit deren Schwester Sylwanin zusammen war, die von terranischen Besatzungstruppen getötet wurde.

Avatar: Tsu’teys Pfad

Es ist ein durchaus interessanter Ansatz im Comic fast keine menschlichen Charaktere auftreten zu lassen. Dabei ist es jedoch nicht immer einfach den Überblick zu behalten inmitten zahlreicher blauhäutiger Figuren, die von der erfahrenen Star-Wars-Zeichnerin Jan Duursema jedoch sehr ansprechend in Szene gesetzt wurden.

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Avatar – Aufbruch nach Pandora

200 Jahre in der Zukunft: Die Menschheit ist im All auf der Suche nach neuen Rohstoffen und wird auf dem weit entfernten Mond Pandora fündig. Doch dieser ist vom Volk der Na’vi bewohnt. Hierbei handelt es sich um knapp 3 Meter große blauhäutige elfenhafte Wesen.

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Durch ein Forschungsprojekt wurde die Möglichkeit entwickelt den Geist von ausgewählten Menschen, wie etwa den an den Rollstuhl gefesselten Ex-Marine Jake Sully (Sam Worthington, eher uncharismatisch, wie schon in Terminator: Die Erlösung), in die Körper von Na’vi zu versetzen, um deren im Einklang mit der Natur lebende Zivilisation zu unterwandern.

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Nach seinem Supererfolg Titanic hat James Cameron zwölf Jahre lang keinen Kinofilm mehr gedreht. Entsprechend hoch waren 2009 natürlich die Erwartungen an sein neues Werk, das im Real-3D-Verfahren gedreht wurde. Der Erfolg von Avatar dürfte maßgeblich zur Entscheidung beitragen, ob das Kino der Zukunft flach bleibt oder immer plastischer wird. Letzteres wird wahrscheinlich eher nicht der Fall sein, auch wenn anfangs die Tiefenwirkung der Bilder in Avatar beeindruckt.

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Zwar vermeidet Cameron weitestgehend die üblichen Mätzchen eines 3D-Filmes und verzichtet auf Gegenstände, die ständig in Richtung Publikum fliegen. Doch beim Betrachten der mit wild herumwirbelnder Kamera eingefangenen Filmszenen spielt es schon recht bald keine Rolle mehr ob 3D oder nicht. Die Sache mit den Brillen, die das Kino plastisch machen, dürfte auch diesmal – ähnlich wie bereits in den 50er-Jahren – nur ein kurzlebiger Gimmick sein, zumal die Augen hinter den Spezialbrillen bei einer Filmlänge von 161 Minuten ganz schön malträtiert werden.

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Doch taugt der Film auch ohne 3D-Mätzchen etwas? Wer zwölf Jahre vor dem Kino kampiert hat, um endlich Avatar zu sehen, dürfte etwas enttäuscht sein. Die Geschichte um Konflikte zwischen Militärs, Wissenschaftlern, Geschäftsleuten und ökologisch bewegten Wald-Aliens verläuft eher überraschungsfrei. Doch das war bei Titanic auch der Fall (Achtung Spoiler: Das Schiff geht unter). Cameron, dessen Meisterwerk Terminator 2 auch heute nichts von seiner beeindruckenden Wirkung eingebüßt hat, fiel immer wieder als visionärer Bilderstürmer auf.

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Doch diesmal sehen die am Computer erzeugten Fantasy-Wesen erschreckend konventionell – ja fast schon langweilig – aus. Hier fehlt ein origineller neuer Look, ein interessanter künstlerischer Ansatz wie ihn H. R. Giger in Alien oder Moebius in Tron zulieferten. Auch tricktechnisch geht es kaum beeindruckender zu als in Robert Zemeckis´ zwei Jahre zuvor entstandenen nicht gerade bahnbrechenden Computerfilm Die Legende von Beowulf.

Avatar – Aufbruch nach Pandora

Dank der rasanten Inszenierung und interessanter Darsteller wie Sigourney Weaver, Michelle Rodriguez oder Stephen Lang (was für ein harter Hund von einem Schurken!) ist Avatar insgesamt doch ein guter Fantasy-Film, der in der 16 Minuten längeren Fassung auf  der Extended Collector’s Edition noch deutlich gewinnt.

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Rosemary’s Baby

1968 drehte Roman Polanski mit Rosemary’s Baby einen seiner erfolgreichsten und populärsten Filme. Durch die behutsame plumpe Schockeffekte vermeidende Inszenierung, sowie die hochkarätige Besetzung mit Mia Farrow, John Cassavetes und Ruth Gordon (Harold und Maude) wurde der Film zum Klassiker. Dennoch entstand knapp 50 Jahre danach eine neue Version.

Rosemary's Baby

Hierbei handelt es sich um eine knapp dreistündige TV-Miniserie, die von der – genau wie Polanski – aus Polen stammenden Regisseurin Agnieszka Holland (Hitlerjunge Salomon) in Szene gesetzt wurde. Die Hauptrolle übernahm Zoe Saldana, die bereits Erfahrung mit übersinnlichen Filmen wie Avatar und Star Trek – Into Darkness mitbrachte. Ihr zur Seite stehen als Ehemann Patrick J. Adams (Suits), sowie Jason Isaacs (Harry Potter, Der Patriot) und Carole Bouquet (James Bond 007 – In tödlicher Mission) als teuflisches Ehepaar. Ebenfalls neu ist der Schauplatz, denn die Geschichte wurde von Manhattan nach Paris verlagert.

Rosemary's Baby

Die sorgfältig produzierte Miniserie hat Kino-Look und wurde noch um ein paar Horror-Einlagen aufgepeppt. Doch einen ganz so verstörenden Eindruck wie 1968 hinterlässt die Geschichte um eine junge Frau, der droht die Mutter von Satans Sohn zu werden, diesmal nicht. Spannende Unterhaltung wird aber allemal geboten, und es gab schon sehr viel schlimmere Remakes (wer erinnert sich noch an Das Omen von 2006 mit einem albernen Gastauftritt von Mia Farrow?).

Rosemary's Baby

Die DVD von Studiocanal enthält neben dem 169-minütigen Zweiteiler die Dokus “Die Geburt der Angst: Das Making of von Rosemary’s Baby“ (11:32 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln) und “Grand Guignol: Pariser Bühnenbild (6:12 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln) sowie den einminütigen Trailer in deutscher und englischer Sprache.

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