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Nick der Weltraumfahrer

Als am 4. Oktober 1957 bekannt wurde, dass es den Russen gelungen war, den Satelliten Sputnik ins All zu senden, löste dies in der westlichen Welt Panik aber auch große Betriebsam aus. Schon wenige Tage später forderte der Verleger Walter Lehning von seinem zuvor eher im Mittelalter oder Dschungel tätigen Comic-Erzähler Hansrudi Wäscher eine Weltraum-Serie.

Nick der Weltraumfahrer

Ein Name für seinen Helden fiel Wäscher sofort ein und er verkürzte Sputnik zu Nick. Bereits im Februar 1958 kam das erste Comic-Heft im streifenförmigen Piccolo-Querformat an die Kioske und Nick der Weltraumfahrer startete ins Abenteuer. Damit es auch wirklich jeder kapiert gab man der ersten Ausgabe von “Nick“ auch noch den von unfrommen Wünschen getragenen Titel “Sputnik explodiert!“.

Nick der Weltraumfahrer

Dazu, dass dieser deutsche Comic-Klassiker eine direkte Reaktion auf den ersten Schritt bei der Eroberung des Weltalls war, passt das nur auf den ersten Blick ungewöhnliche Konzept dieses Buchs. Andreas C. Knigge, der für Hansrudi Wäscher mit seinem Buch Allmächtiger! bereits ein beeindruckendes literarisches Denkmal geschaffen hatte, konzentriert sich in Der Griff nach den Sternen auf den Weltraumfahrer Nick.

Nick der Weltraumfahrer

Dabei fasst Knigge mit sanfter Ironie die Inhalte von Wäschers Streifenheften zusammen, die sich ganz gewiss nicht vor den Geschichten bei Star Trek oder Raumpatrouille Orion verstecken müssen. Er setzt die Geschichten aber auch in Beziehung zum gleichzeitig ablaufenden politischen und raumfahrttechnischen Tagesgeschehen. Recht interessant ist in diesem Zusammenhang auch die arte-Dokumentation Generation Sputnik – Das goldene Zeitalter der Science-Fiction in der Knigge fundiert über Nick, Barbarella oder Valerian und Veronique plaudert.

Nick der Weltraumfahrer

Das Buch Der Griff nach den Sternen endet nicht in den 60er-Jahren als es mit Nick (erstmal) zu Ende ging, sondern beschreibt auch die Wiederauferstehung in Norbert Hethkes Sprechblasen-Imperium und auch wie es Nick wirklich ins All schaffte. Als der deutsche Physiker Prof. Dr. Ulrich Walter 1993 zum Astronauten wurde, nahm er auf einer Nasa-Mission drei eigens hierfür von Wäscher geschaffene Nick-Zeichnungen im leichten Piccolo-Überformat mit in den Weltraum!

Nick der Weltraumfahrer

Auch dieses das schöne Buch hat noch etwas Exklusives von Wäscher an Bord : Zwei zuvor unveröffentlichte Piccolo-Hefte.

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Die Schiffsbrüchigen der Zeit

Mit seiner 1964 gestarteten Serie “Barbarella“ schrieb Jean-Claude Forest Comic-Geschichte, wozu nicht zuletzt auch die Verfilmung mit Jane Fonda in der Titelrolle beitrug. Mit der aus 10 Alben bestehenden Science-Fiction-Reihe “Die Schiffsbrüchigen der Zeit“ gelang Forest ein weiterer solider Erfolg. Hier war jedoch nicht er, sondern Paul Gilllon, der Zeichner und dieser bootete Forest nach vier Alben aus.

Die Schiffsbrüchigen der Zeit

Bei den “Schiffsbrüchigen der Zeit“ handelt es sich um Christopher Cavallieri und Valerie Haurèle, die Ende des 20. Jahrhunderts in zwei Raumkapseln ins All geschickt wurden, um das Überleben der von einer mysteriösen Seuche namens “Die große Plage“ bedrohten Menschheit zu sichern. 1000 Jahre später landet Christopher wieder auf der Erde. Hier ist die Seuche immer noch nicht besiegt. Christopher macht sich auf die Suche nach Valerie und wird begleitet von der sehr attraktiven Mara, die eigentlich sehr viel besser zu ihm passt, als die Schicksalsgefährtin Valerie, die er kaum kennt…

Die Schiffsbrüchigen der Zeit

In Frankreich erschienen die ersten 9 Seiten von “Les Naufragés du temps“ bereits 1964 in einem kurzlebigen Comic-Magazin namens “Chouchou“. Zehn Jahre später startete die Serie dann richtig in der Zeitung “France Soir“ und die im Alleingang von Paul Gilllon gestalteten Geschichten wurden ab 1977 zunächst in “Metal Hurlent“ veröffentlicht. Bei uns erschienen die ersten fünf Alben der Serie ab 1977 in der Bastei-Reihe „Topix“. Hier wurden sie teilweise gekürzt und zunächst nur zweifarbig veröffentlicht. Carlsen brachte die komplette Serie ab 1988 heraus. Noch schöner ist die 10-bändige Hardcover-Ausgabe des Splitter Verlags.

Die Schiffsbrüchigen der Zeit

Als ich “Die Schiffsbrüchigen der Zeit“ als Jugendlicher las, gefiel mir das Gesamtkonzept durchaus. Doch die phantastischen Elemente wurden eher beiläufig serviert und obwohl Christopher und vor allem Mara sehr emotional agieren, wuchsen mir die Hauptfiguren längst nicht so stark ans Herz wie das utopische Comic-Duo “Valerian und Veronique“ von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières. Doch ich freue mich darauf diese Serie in der optimal aufgemachten Splitter-Edition noch einmal neu erleben zu dürfen.

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