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Batman: Die Nächte von Gotham

Anthologien mit in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten sind ein wenig aus der Mode gekommen – und dass das völlig zu Unrecht -, was dieser Band eindrucksvoll unter Beweis stellt. Zehn Erzählungen unterschiedlicher Länge belegen, wie vielfältig Batman sein kann. Bekannte Gegenspieler und bekennende Verbündete des Dunklen Ritters geben sich hier ein Stelldichein und zeigen uns die vielen Facetten von Gotham City.

Batman: Die Nächte von Gotham
Softcover-Cover

Es gibt ein Wiedersehen mit Joker, Poison Ivy, Clayface, Killer Moth und Harley Quinn. Aber auch Nightwing und Signal kämpfen in Gotham City für das Gute, und wir erfahren von Kate Kane alias Batwoman einiges über ihre Vergangenheit beim Militär. Viele der Zeichnungen wirken wie Klone (im positiven Sinne) von Jim Lee. Wohingegen die Bilder von Viktor Bogdanovic stark an Greg Capullo erinnern.

Batman: Die Nächte von Gotham

Als erster Soldat nach dem Vietnam-Krieg  wurde Salvatore A. Giunta am 16. November 2010 für einen heldenhaften Rettungseinsatz im Korengal-Tal von Barrack Obama mit der „Ehrenmedaille“ ausgezeichnet. Obamas damalige Rede wurde von Brad Meltzer wörtlich adaptiert und übertragen auf den mutigen und tapferen Kampf von Batman gegen die Feinde von Gotham City. Die passenden Bilder dazu stammen von Jim Lee.

Batman: Die Nächte von Gotham

Mit Balyushka gelingt Mark Russell eine überaus intelligente Geschichte, in der der Joker einen Wettbewerb im Internet startet. Zu gewinnen gibt es die Übernahme von Arztkosten, wozu die Teilnehmer ein möglichst verrücktes Video hochladen und das Fantasiewort „Balyushka“ sagen müssen. Um möglichst verrückt zu sein, lassen sich die Teilnehmer auf die gefährlichsten Stunts ein. Genau wie im richtigen Leben: Aus Gier auf Klicks ist vielen Menschen kaum etwas zu blöde oder zu gefährlich.

Batman: Die Nächte von Gotham
Hardcover-Cover

Insgesamt überrascht das sehr hohe Niveau der Kurzgeschichten. Als Bonus wurden in Paninis Sammelband zudem noch alle acht Originalcover abgebildet. Diese stammen von Jim Lee, Eddy Barrows, sowie von Declan Shalvey und runden den positiven Gesamteindruck ab.

Norbert Elbers

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Batman: Die drei Joker

Beim ersten Durchblättern dieses Bandes entsteht der Eindruck, dass DC erneut alles dransetzt, um Alan Moore zu ärgern. Vor vier Jahren wurde es dem Autor Geoff Jones in Doomsday Clock erlaubt, seine Fanboy-Träume auszuleben und die Figuren aus dem Comic-Meilenstein Watchmen auf Superman, Batman & Co. treffen zu lassen. Jetzt wird Jones auf ein weiteres Meisterwerk von Moore losgelassen.

Batman: Die drei Joker

Einmal mehr ist die Optik exquisit. Nachdem bei Doomsday Clock der Brite Gary Frank (Batman: Year One) zum Einsatz kam, sorgt jetzt der US-Amerikaner Jason Fabok für Déjàvu-Effekte. Ihm gelingen ähnlich detailverliebte Bilder wie Brian Bolland 1988 im von Alan Moore geschriebenen Batman-Comic The Killing Joke.

Batman: Die drei Joker

Bei seinem Seitenlayout verwendet Fabok fast immer neun gleichgroße Panels. Zwar arbeitete Brian Bolland nur gelegentlich so (hauptsächlich am Anfang und Ende von The Killing Joke), doch Dave Gibbons hat seine Zeichnungen bei Watchmen durchgehend in dieser Form angeordnet und natürlich auch Gary Frank bei Doomsday Clock.

Batman: Die drei Joker

Wenn Jason Fabok in Batman: Die drei Joker einige Schlüsselszene aus Killing Joke einbaut, dann wirkt dies weniger wie ein Zitat, sondern vielmehr wie durchgepauster Bolland.

Batman: Die drei Joker

Dass Geoff Jones seine Geschichte bei Alan Moore abgekupfert hat, kann nicht behauptet werden. Doch anders ist nicht immer besser. Die Originalität seiner Idee, dass es mehrere Exemplare von Batmans Erzfeind gibt, hält sich in Grenzen.

Batman: Die drei Joker

Ein ausgeklügelter Spannungsaufbau sieht anders aus, als das was Jones im ersten der drei Bände von Die drei Joker abliefert. Dass Jones sehr viel mehr kann, zeigt allerdings der Auftakt des Comics. Hier muss Butler Alfred einmal mehr die Wunden von Batman versorgen.

Batman: Die drei Joker

Auf beeindruckend von Jason Fabok in Szene gesetzten wortlosen (und ausnahmsweise jeweils nur aus 6 Panels bestehenden) Seiten, wird gezeigt, aus welchen klassischen Kämpfen die zahlreichen Verletzungen auf dem Körper von Bruce Wayne stammen.

Batman: Die drei Joker

Doch eine weit in seiner Jugend zurückliegende Wunde ist tiefer als die anderen, lässt Geoff Jones den Leser wissen, und Jason Fabok darf einen weiteren klassischen Batman-Moment zu Papier bringen.

Batman: Die drei Joker

Hier wird allerdings tatsächlich ein kleiner Fanboy-(Alp-)Traum wahr. Auf knapp zwei Seiten setzt Fabok die Ermordung von Bruce Waynes Eltern so in Szene, wie Brian Bolland dies getan hätte, wenn es in Alan Moores Skript zu The Killing Jones gestanden hätte.

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Batman: Soul of the Dragon

Bruce Wayne trägt im 40. Beitrag zur Reihe der DC Universe Animated Original Movies zwar ganz schön fette Koteletten, doch nur selten sein Batman-Kostüm. Der eigentliche Held ist Richard Dragon, der als Geheimagent seine beträchtlichen Martial Arts Fähigkeiten einsetzt. Dragon erlernte einst die Kampfkünste gemeinsam mit Bruce beim Meister O-Sensei in der abgelegenen Stadt Nanda Parbat.

Batman: Soul of the Dragon

Dort gab es ein geheimnisvolles Tor, das zur von Dämonen bevölkerten Welt des Schlangengotts Nāga führt, die nur durch Willenskraft und das magische Schwert Soul Breaker im Zaum gehalten werden kann. Etliche Jahre nach ihrer gemeinsamen Zeit in Nanda Parbat taucht Richard Dragon bei Bruce Wayne in Gotham City auf, denn eine geheimnisvolle Sekte, will Nāgas Dämonen auf die Menschheit loslassen. Das Duo sucht die alten Ausbildungsgefährten Shiva und Ben Turner auf, um gemeinsam die Katastrohe zu verhindern…

Batman: Soul of the Dragon

Dem Animationsfilm ist in jeder Sekunde anzumerken, dass die Macher – darunter das Batman-Animated-Mastermind Bruce Timm – große Fans der Filme von Bruce Lee, der damit zusammenhängenden Blaxploitation-Welle und der TV-Serie Kung Fu mit David Carradine, sowie den ersten Kinoauftritten von James Bond sind. Daher ist es praktisch, dass die DC-Comics in den 70er-Jahren mit den Serien über die Kung Fu Fighter Richard Dragon und Ben Turner die selben Quellen angezapft haben.

Batman: Soul of the Dragon

Fast jede der teilweise sehr skurrilen Figuren, die in Batman: Soul of the Dragon auftreten, hat ihre Wurzeln im DC-Universum. Für die richtige Martial-Arts-Atmosphäre sorgen zudem in der Originalfassung die Stimmen von kampferfahrenen Darstellern wie Mark Dacascos (Der Pakt der Wölfe, Crying Freeman), Michael Jai White (Spawn) und Kelly Hu (X-Men 2), sowie James Hong aus John Carpenters Big Trouble in Little China, der in seiner unbekümmerten Mischung aus Martial Arts und Fantasy großen Einfluss auf den Animationsfilm hatte.

Batman: Soul of the Dragon

Entstanden ist ein gut funktionierender animierter Actionfilm, der teilweise ganz schön brutal ausgefallen ist. Das liebevoll rekonstruierte Flair der 70er-Jahre, die sympathischen Hauptfiguren, der allgegenwärtige Humor, sowie die interessante Erzählkonstruktion mit vielen Rückblenden machen Batman: Soul of the Dragon zu einem Highlight unter den DC-Filmen.

Batman: Soul of the Dragon
Cover von Bill Sienciewicz

Die Blu-ray von Warner enthält neben dem 83-minütigen Hauptfilm noch die Dokumentationen “Batman: Raw Groove: Das Gefühl der 70er-Jahre“ (30:30 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln) sowie ein mit etwas peinlichen Auftritten des Produzenten Jim Krieg im 70er-Jahre-Outfit  garniertes Making Of (18:03 min), die thematisch passenden Episoden „Day of the Samurai“ und „Night of the Ninja“ aus “Batman: The Animated Series“, sowie eine Vorschau auf „Justice Society: World War II“, den nächsten Animationsfilm aus dem DC-Universum (8:07 min). Leider gibt es diesmal keinem Kurzfilm aus der Reihe DC Showcase.

Batman: Soul of the Dragon

In den USA bei Best Buy ist eine 4K-Edition erschienen und über Warner-Online-Shop in Großbritannien gibt es eine Blu-ray-Special-Edition, beiden liegt eine Figur von Ben Turner alias Bronze Tiger bei.

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Joker: Killer Smile

Die Idee, den Joker heilen zu können, hatten schon viele. Dieses Mal ist es Dr. Ben Arnell. Er arbeitet als Psychologe in der Irrenanstalt Arkham Asylum und will den Joker durch eine Gesprächstherapie heilen. Arnell lebt mit Frau und Sohn ein beschauliches Leben in der Vorstadt und glaubt, alles im Griff zu haben. Die Welt, die er wahrnimmt ist geordnet und klar. Er ist sehr hoffnungsvoll, dass er in der Lage sein wird, den Joker zu rehabilitieren, aber er unterschätzt, wie leicht der Joker in seinen Kopf und möglicherweise sein Zuhause gelangen kann.

Joker: Killer Smile

Doch schon nach wenigen Sitzungen mit dem Joker scheint die Welt von Dr. Arnell sich verändert zu haben. Zu spät erkennt er, dass der Joker ihn manipuliert und ihn benutzt. Es beginnt ein psychedelischer Horrortrip. Der Joker vergiftet immer mehr den Geist seiner Beute. Dadurch setzt er eine Kettenreaktion des Chaos in Gang, die nicht nur Gotham City, sondern auch die Seele eines idealistischen Mannes und seiner jungen Familie zu zerstören droht. Immer mehr entgleitet dem hoffnungsvollen Arzt die Sicht auf die Realität. Das alles ist ungemein spannend aber auch verstörend – ein Psychothriller.

Joker: Killer Smile

In Batman: The Smile Killer, der in diesem Band ebenfalls enthaltenen Fortsetzung von Joker: Killer Smile, wird die Realität noch einmal mehr auf den Kopf gestellt. Was ist wahr, was Einbildung? Autor Jeff Lemire (Essex Country) spielt mit der Idee, dass Bruce Wayne wahnsinnig ist und fragt, ob seine eigenen Erinnerungen an seine Zeit als Batman überhaupt echt sind.

Joker: Killer Smile

Die Zeichnungen von Andrea Sorrentino sind stark und passend zum Setting. Sowohl poetisch realistisch als auch erschreckend tiefsinnig und beängstigend. Das Kreativteam Lemire/Sorrentino, von dem auch die Comic-Erfolge Old Man Logan und Gideon Falls stammt, erzählt einen abgeschlossenen, vierteiligen Psycho-Thriller über Batmans Erzfeind: Eine Empfehlung, für alle, die sich was trauen.

Joker: Killer Smile

Die Comic-Reihe erscheint als großformatiges HC-Album unter dem DC-Black-Label. Lobenswert ist die Aufnahme aller Cover und Variant-Cover zu den vier Bänden, Sketche und Biografien der Künstler.

Norbert Elbers

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Darwyn Cooke: Batman – Ego

Im Internet wimmelt es nur so von Listen zum Thema: „Die besten Batman-Storys aller Zeiten“. Neben den üblichen bekannten Verdächtigen taucht aber auch immer wieder ein Titel aus dem Jahr 2000 auf, der es erst jetzt geschafft hat, in deutscher Übersetzung auch hierzulande in die Regale zu kommen.

Darwyn Cooke: Batman – Ego

Ego ist das erste Werk von Darwyn Cooke (DC New Frontier, Before Watchmen: Minutemen, Parker) für DC und darin umspannt er den Mythos von Batman in ganzer Breite und Tiefe. In diesem zeitlosen Epos fängt Cooke auf sehr poetische, aber auch eindrucksvolle Weise das Wesen des Dunklen Ritters ein. Seinen Kampf mit inneren Dämonen stellt er sowohl in einprägsamen Worten als auch in wunderbaren Bildern dar.

Darwyn Cooke: Batman – Ego

Der im Jahr 2016 im Alter von nur 53 Jahren verstorbene Cooke ist ein Ausnahmekünstler. Er gewann 13 Eisners, acht Harvey Awards und fünf Joe Shuster Awards. Er arbeitete für Marvel, IDW, aber vor allem für DC Comics. Hier in dem Buch Batman: Ego und andere Geschichten sind: Batman: Ego, Catwoman: Selina’s Big Score, Harley Quinn Holiday Special 1, Material aus Gotham Knights 23 & 33 (zwei Geschichten aus der Batman: Black And White-Reihe) und Solo 1 & 5. Geschichten voller Kraft, verrückten Mischungen aus Super-Energie und atmosphärischer Dichte, Action und stillen Momenten.

Darwyn Cooke: Batman – Ego

Der Klassiker Selina’s Big Score (Batman: Selinas großer Coup) aus dem Jahr 2002 erzählt von Catwomans Rückkehr nach Gotham City. Sie sucht ihren alten Hehler Leonard „Swifty“ Burgess auf. Bei ihm hat sie ein Paket deponiert, das ihr erst einmal über die Runden hilft. Aber sie ist auf der Suche nach einem ganz großen Ding, um wieder sich ein Leben zu ermöglichen, das sie früher geführt hat. Über Swifty lernt sie Chantel kennen – eine Prostituierte, die die Gespielin von Frank Falcone ist. Chantel weiß zu berichten, dass 24 Millionen Dollar Schmutzgeld mit dem Zug nach Kanada gebracht werden sollen um dort Heroin zu kaufen. Chantel will dieses Wissen nutzen, um ihre Situation zu verbessern, sie möchte ihr altes Leben hinter sich lassen und mit dem Geld auch für ihr Kind und ihre kranke Mutter sorgen. Selina versteht sie nur zu gut, denn sie war auch einmal in derselben Situation. Damals trat plötzlich und unvorhersehbar ein Mann in ihr Leben, der ihr half, all das hinter ihr zu lassen: James Stark. Ein Mann, der als eiskalter Killer und berüchtigter Meisterdieb gilt.

Darwyn Cooke: Batman – Ego

Er erschoss vor vielen Jahren einen Freier von Selina. Er nahm sie mit und lehrte sie alles, was er weiß. Aber bei einem großen Diamantenraub verrät sie ihn und setzt sich mit der Beute ab. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wieder mit ihm Kontakt aufzunehmen und ihn um Hilfe für diesen großen Coup zu bitten. Er holt noch einen dritten Mann mit ins Boot: Jeff, einen jungen Draufgänger.

Darwyn Cooke: Batman – Ego

Das Trio, bei dem keiner weiß, ob er dem anderen trauen kann, macht sich an die Planung. Alles läuft glatt, bis auf die Tatsache, dass die Falcones hinter Chantels Verrat kommen. Das Trio weiß von alledem nichts und so laufen die Vorbereitungen für den großen Coup weiter. Auch die Folcones, die nun aus Chantel die Wahrheit herausgepresst haben treffen ihrerseits Maßnahmen um den Raub ihres Geldes zu vereiteln. Aber es kommt alles ganz anders als sie gedacht haben….

Darwyn Cooke: Batman – Ego

In der Geschichte gibt es ein Wiedersehen mit Slam Bradley, jenem knallharten Hardboiled Detective aus US-Detectiv Comics #1 aus dem Jahr 1937, geschaffen von Jerry Siegel und Joe Shuster. Selten habe ich eine so spannende und fesselnde Geschichte gelesen – die Charakterisierungen der auftretenden Personen sind klar und überzeugend. In Vorwort zu diesem Buch verneigt sich Amanda Conner vor dem Menschen Darwyn Cooke und dessen Leistungen, während dieser im Nachwort erzählt, was ihm selbst seine Geschichten bedeuten.

Norbert Elbers

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Batman & Robin Anthologie

Nachdem Panini bereits zu fast allen großen DC-Heroen, wie Batman, Joker, Harley Quinn, Flash, Wonder Woman, Aquaman oder Superman, Anthologie-Bände herausgebracht hat, stehen auch Gruppierung im Zentrum von voluminösen Hardcover-Bänden. Nach Harley Quinn und den Birds of Prey wird jetzt anhand von Comic-Meilensteinen die Geschichte des dynamischen Duos Batman & Robin erzählt.

Batman & Robin Anthologie

Diese begann 1940, als auf dem Cover von Detective Comics 38 “die sensationelle Neuentdeckung“ Robin the Boy Wonder dem Zuschauer durch einen Reifen entgegenhüpfte. Die zugehörige Geschichte wurde von Bill Finger geschrieben und von Bob Kane gezeichnet. Ihre Schilderung des tragischen Schicksals des Artisten-Kinds Dick Grayson, dessen Eltern unter der Zirkuskuppel das Opfer eines heimtückischen Anschlags wurden, eröffnet die Anthologie.

Batman & Robin Anthologie

Das Buch enthält auch die inhaltlich nahezu identische Version dieser Story, die 1969 in Batman 213 enthalten war und vom späteren Spider-Man-Zeichner Ross Andru sehr viel beeindruckender in Szene gesetzt wurde. Vielen eingefleischten Batman-Fans geht der Wunderknabe Robin auf den Keks, denn sie bevorzugen ihren Dunklen Ritter pur. Doch 1940 machte der jugendliche Sidekick als Identifikationsfigur für junge Leser den Mitternachtsdetektiv noch populärer.

Batman & Robin Anthologie

Anfang der 80er-Jahre war Dick Grayson das Dasein als Assistent leid und er machte sich als Nightwing selbstständig. Daraus resultierte ein bunter Reigen von neuen Robins, die in der Anthologie fachkundig vorgestellt und analysiert werden. Den Anfang machte der etwas arogante Jason Todd, der 1988 in der Storyline A Death in the Family, deren Abschluss in diesem Band enthalten ist, nach einem entsprechenden Votum der Leser von DC “getötet“ wurde.

Batman & Robin Anthologie

Es folgte der noch sehr junge Tim Drake, der weniger akrobatisch, dafür aber hochintelligent war. Auch dieser machte schließlich sein eigenes Ding, wurde zu Red Robin und überließ seinen Platz Batmans Sohn Damian Wayne. Dieser war eigentlich gelernter Auftragskiller und die Umschulung zum Retter von Gotham City verlangte Batman einiges ab. Hinzu kommen mit der nur recht kurz als Robin tätigen Stephanie Brown und der von Frank Miller in Batman: The Dark Knight returns eingeführten Carrie Kelley auch noch zwei Girl Wonders.

Batman & Robin Anthologie

Die spannende und wechselhafte Geschichte eines wichtigen DC-Charakters wird durch 16 ausgewählte Geschichten von Comic-Meistern wie Frank Miller, Jim Lee, Grant Morrison, Frank Quitely oder Paul Dini gut nachvollziehbar und sehr unterhaltsam erzählt.

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Batman: A Death in the Family

Die Reihe der DC Animated Original Movies ist bereits auf knapp 40 sehr oft auf Comic-Vorlagen basierende Zeichentrickfilme angewachsen. Als Bonusmaterial für die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen produziert Warner unter dem Label DC Showcase immer mal wieder animierte Kurzfilme mit weniger bekannten DC-Charakteren.

Batman: A Death in the Family

Die letzten Kurzfilme mit Sgt. Rock, Death, The Phantom Stranger und Adam Strange wurden auch gebündelt veröffentlicht. Die Hauptattraktion des nur auf Blu-ray erschienenen Samplers ist jedoch der “interaktive Kurzfilm“ Batman: Death in the Family. Dieser basiert auf der gleichnamigen 1989 erschienenen Comic-Reihe. Die Story endete damit, dass die Leser per Telefon-Abstimmung entscheiden konnten, ob Jason Todd alias Robin II einen mörderischen Angriff des Jokers überleben wird oder nicht. Nach einem knappen Votum von 5343 : 5271 verlor der etwas arrogant auftretende Wunderknabe sein Leben.

Batman: A Death in the Family

Der Betrachter der Filmadaption von Batman: Death in the Family kann sehr viel häufiger als lediglich einmal entscheiden, wie die Story weitergeht. Der Film wird mehrmals durch Zwischentitel unterbrochen und der Zuschauer hat die Möglichkeit per Fernbedienung in die Handlung eingreifen, die sich in sieben verschiedene Richtungen entwickeln kann. Dabei wird auch davon erzählt, dass im weiteren Verlauf der DC-Historie Jason Todd nicht “wirklich“ gestorben ist, sondern mit neuer Maskierung mal als Red Hood oder auch als Hush sein Unwesen treibt.

Batman: A Death in the Family

Das gut funktionierende interaktive Erlebnis Batman: Death in the Family konnte recht preiswert produziert werden. Bereits 2010 entstand der Zeichentrickfilm Batman: Under the Red Hood, der für die Handlungs-Varianten des Kurzfilms fast komplett recycelt wurde.

Batman: A Death in the Family

Nur sehr wenige neue Szenen – darunter ein knalliger Vorspann – mussten animiert werden. Diese wurden jedoch so geschickt realisiert, dass der Eindruck entsteht, mit dieser Ansammlung von alternativen Lebensläufen wäre etwas völlig Neues entstanden.

Batman: A Death in the Family

Die Blu-ray von Warner (eine DVD von „Batman: A Death in the Family“ ist nicht erschienen) enthält neben dem interaktiven Hauptfilm noch die Kurzfilme „Sgt. Rock“ (14:55 min, wie alle übrigen Extras ohne deutschen Ton, aber wahlweise mit Untertiteln ), „Death“ (19:08 min),The Phantom Stranger“ (15:07 min) und „Adam Strange“ (16:05 min). Als einziges weiteres Extra gibt es noch eine 31-minütige Version von „Batman: A Death in the Family“, die einem der zahlreichen alternativen Handlungsstränge folgt, wahlweise gibt es dazu einen Audiokommentar von Amy Dallen und Hector Navarro.

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Batman: Kreatur der Nacht

In den von ihm geschriebenen Comic-Meilensteinen Marvels und Astro City spekulierte Kurt Busiek darüber, wie es wäre, wenn es tatsächlich Superhelden gebe. Eine Art Gegenstück dazu ist sein 2004 entstandener Comic Superman: Secret Identity, der in einer Welt ohne Superhelden aber mit DC-Comics spielt. Das Ehepaar David und Laura Kent kamen durch die Superman-Hefte auf die Idee ihren Sohn Clark zu nennen. Im Laufe der Zeit entwickelt Clark dann tatsächlich spezielle Kräfte…

Batman: Kreatur der Nacht

Ab 2017 schuf Busiek die lange erwartete Batman-Variante zu Superman: Secret Identity, in deren Zentrum ein Junge namens Bruce Wainwright steht, dessen Eltern 1968 in Boston von Einbrechern umgebracht wurden. Der kleine Bruce ist ohnehin bereits Fan der Batman-Comics und fühlt sich seinem Idol durch die tragischen Ereignisse noch stärker verbunden. Jetzt setzt er alles dran, um Multimillionär zu werden…

Batman: Kreatur der Nacht

Batman: Kreatur der Nacht erschien ab Ende 2017 in vier 48-seitigen US-Heften, die Panini gebündelt veröffentlicht. Der etwas grob anmutende Stil von John Paul Leon (Earth X) ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, passt jedoch bestens zum alternativen Batman. Seine Meisterschaft beweist Leon auch dadurch, dass er jedes der vier Kapitel in einem anderen Stil (von Bob Kane über Dick Sprang und Neal Adams bin hin zu Frank Miller) eröffnet.

Batman: Kreatur der Nacht

Den in der Geschichte auftauchenden Batman hingegen zeichnet John Paul Leon meist als kaum konkret zu fassenden Schatten, was bestens zur ebenso sensiblen wie faszinierenden Geschichte von Busiek passt, die sich traut dem Leser nicht alle ihre Geheimnisse zu verraten.

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Azzarello / Risso: Moonshine

Der US-Autor Brian Azzarello und der Argentinier Eduardo Risso gelten seit ihrer Comic-Serie 100 Bullets und diversen Batman-Comics, wie Kaputte Stadt, als Dreamteam. Doch im Laufe der Zeit entstand immer mehr der Eindruck, dass Azzarellos nicht unclever mit Genre-Versatzstücken jonglierenden Geschichten erst durch Rissos beindruckendes Artwork frisch und originell wirken.

Azzarello / Risso: Moonshine

Auch die Grundidee zu Moonshine ist nicht ohne. Eine Inspirationsquelle könnte das blutrünstige Prohibitions-Drama Lawless – Die Gesetzlosen mit Tom Hardy gewesen sein. Auch Azzarello lässt seine kleinen und sich für groß haltenden Gangster Anno 1920 irgendwo im Hinterland von Virginia aufeinander los. Der von Schwarzbrennern fabrizierte, oft über 80-prozentige, Fusel wird auch Moonshine genannt. Daher lag es recht nahe die Story durch Versatzstücke des Werwolf-Mythos aufzupeppen. Doch vor Azzarello ist bisher noch niemandauf diese Idee gekommen.

Azzarello / Risso: Moonshine

Hauptfigur ist der zur Bande des New Yorker Paten Joe Masseria gehörende Kleinganove Lou Pirlo, der nach Spine Ridge in West Virginia geschickt wird, um einem gewissen Hiram Holt ein Angebot zu machen, dass dieser nicht ablehnen kann. Holt brennt irgendwo in den Appalachen einen sagenhaften Fusel und Masseria möchte diesen exklusiv beziehen…

Azzarello / Risso: Moonshine

Doch Holt ist vom Angebot keineswegs beeindruckt und Pirlo gerät zwischen die Fronten von Regierungsagenten, gewaltbereiten Hinterwäldlern, seiner eigenen Gang und plötzlich auftauchenden Werwölfen. Das bunte Chaos wird immer wieder ausgebremst durch clever gemeinte Dialoge oder nicht unbedingt erforderliche innere Monologe.

Azzarello / Risso: Moonshine

Doch Brian Azzarellos ebenfalls die Geschichte verzögernden Rückblenden geben Eduardo Risso die Möglichkeit – genau wie im von Paul Dini geschriebenen biografischen Comic Dark Night – Eine wahre Batman-Geschichte – in zwei unterschiedlichen Stilen zu arbeiten. Die Haupthandlung setzt er knallhart mit vielen Schwarzflächen und monochromen Farben in Szene, während er bei den Rückblenden mit sanften Konturen und plastischer Kolorierung arbeitet.

Azzarello / Risso: Moonshine
Variant-Cover von Frank Miller

Dank Rissos meisterlichem Artwork sollte sich kein Comic-Freund Moonshine entgehen lassen. Cross Cult veröffentlicht die Serie in Hardcover-Bänden, die jeweils sechs US-Hefte enthalten. Im ersten Band kommen die Variant-Cover von prominenten Zeichnern wie Frank Miller oder Jock leider nur recht klein zum Abdruck.

Azzarello / Risso: Moonshine
Variant-Cover von Gabriel Bá

Doch in Band 2 sind die alternativen Titelbilder von Künstlern wie dem Brazilianer Gabriel Bá (The Umbrella Academy) oder dessen Zwillingsbruder Fábio Moon in voller Größe zu bestaunen.

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Batman: Schwarz-Weiss Collection

Batman ist in den Augen seiner vielen Fans der vielschichtigste Comic-Charakter, der je das Licht der Welt erblickt hat. Und dafür, dass Künstler und Autoren aus aller Welt sich geradezu darum reißen diesem Helden immer wieder neue Aspekte abzugewinnen und Nuancen geben zu können, ist dieses Werk der beste Beweis. Hier geben sich die Besten des Comic-Biz ein Stelldichein und liefern sowohl zeichnerisch wie auch erzählerisch kleine Meisterwerke rund um den Mitternachtsdetektiv ab.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Die Geschichten sind losgelöst von der monatlichen Kontinuität und durchleuchten Batman in allen seinen Facetten. Diese Minimierung auf das Wesentliche ist ein Lesegenuss – ein besonderes Highlight in dem Zyklus ist sicherlich direkt die erste Geschichte Der Werdegang von Warren Ellis und Jim Lee. Hier wird beschrieben, wie akribisch sich Bruce Wayne auf seine Aufgabe vorbereitet hat und wie zielstrebig er seine Bestimmung verfolgt. Keine Mittel sind ihm zu abwegig und zu absurd: So sieht man den jungen Bruce, wie er in einer Leichenhalle mit einem Revolver steht und die Wunden im menschlichen Fleisch untersucht, die er selbst mit verschiedenen Schusswaffen verursacht hat. Dieses Wissen muss er haben, in seinem immerwährenden Kampf für die Gerechtigkeit.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Diese Darbietungen in Schwarzweiß lassen eben viel Platz für unkonventionelle aber gute Ideen, sowohl vom Inhalt, als auch beim manchmal experimentellen Zeichenstil – und das ist zweifelsohne eine Bereicherung, sowohl für die Comic-Schaffenden, als auch für die Leser. Wieder einmal können wir erleben, was man mit Batman so alles machen kann. Dieser Charakter ist vielseitig verwendbar. Die Kost reicht von einfach bis gehaltvoll, aber nie dünn oder gar schlecht. Hier wird Batman von allen Seiten beleuchtet und man kann ihm sogar neue Nuancen abgewinnen. Was nicht ganz einfach ist, da der dunkle Ritter immerhin schon über 80 Jahre alt ist. Aber in diesen 104(!) Geschichten erleben wir Batman von seinen besten und spannendsten Seiten.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Hier kommt jeder auf seine Kosten: Wer realistische Zeichnungen mag, dem wird Der Ruf – illustriert von Claudio Castellini – gefallen, jene Geschichte von Mark Schultz über die bedingungslose Freundschaft zwischen dem Mitternachtsdetektiven und dem Mann aus Stahl. Wem es eher schräg gefällt, für den wird Fette Stadt von Mick McMahon was sein: Die fetteste Frau von Gotham City muss die Stadt retten, wo Batman allein nichts ausrichten kann.

Batman: Schwarz-Weiss CollectionWem es eher schräg gefällt, für den wird Bruce Wayne ist Batman! von Cyrus Voris (Story) und Chris Bachalo (Pencil, Inks) was sein: Eine namenlose Insassin beschwört die Geister, um zu erfahren, wer in Wirklichkeit Batman ist. Und als dann tatsächlich einer erscheint (mal wieder) und das Geheimnis lüftet, so interessiert das keinen. Schließlich hatte der Geist schon alle möglichen Kandidaten genannt: Bill Clinton, Mick Jagger und sogar George Clooney. Batman – verkleidet als putzender Matches Malone, weiß, dass sein Geheimnis nie wirklich in Gefahr ist.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Eine sehr liebevolle und überraschende Geschichte ist zweifelsohne Der Wahn des Alfred Pennyworth. Hier taucht Jason Todd auf! Zwar nur als Geist, aber dennoch greift er in die Handlung ein und hilft Batman bei seiner Jagd nach Verbrechern. Ab und zu trifft er sich sogar mit Alfred zum Teetrinken. Und wer wissen möchte, wie Poison Ivy ihren Farn wässert, wenn sie ganz alleine in ihrer Zelle im Arkham Asylum so einsitzt, der erfährt es in der Geschichte Die Wette von keinem geringeren als Paul Dini.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Und dass selbst Batman doch Sinn für Humor hat, das lernen wir in Falschgeld von Harlan Ellison. Schweizer stehen sehr auf Melodram – eine Schwäche, die Batman gekonnt ausnutzt, um vom  Eidgenossen Kaes Poppinger das zu bekommen , was er möchte. Böse Buben haben jede Menge Originalpapier zum Erstellen von US-Banknoten geklaut und brauchen jetzt nur noch diese perfekt zu bedrucken und schon haben sie jede Menge echtes Geld. Dazu brauchen sie die Fähigkeiten eines Graveurs – und Poppinger ist der beste in seinem Metier. Eigens hierfür wird er eingeflogen, aber durch einen Tipp von Interpol schon am Flughafen abgefangen und in Gewahrsam genommen. Und damit das Versteck der Fälscher auch noch ausgehoben werden kann und diese keinen Verdacht schöpfen, wenn Poppinger am vereinbarten Treffpunkt nicht erscheint, muss sich Batman dieses Falles auf Drängen der Bundesschatzbehörde annehmen.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Er spielt dabei alle seine detektivischen und psychologischen Trümpfe aus, die er zu bieten hat und erweist sogar am Ende noch eine gehörige Portion Humor! Die Dialoge vom Altmeister Ellison sind pointiert und geschliffen, die Illustration von Gene Ha gekonnt und sein Seitenlayout trickreich und mitunter so filigran, wie die Striche auf Geldscheinen – echten oder falschen. Wieso der Batman-Lehrer Max Dodge immer einen Ausweg als Entfesselungskünstler kannte, der erfährt es in der Geschichte Kein Ausweg von keinem geringeren als Paul Kupperberg.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Aber auch komische Episoden kann man mit diesen Kurzgeschichten erzählen – einen Batman mit einer gebrochenen Nase, der in seinem Badezimmer im Spiegel sein Gesicht betrachtet, und später dem Verursacher – einem ziemlichen Stümper von größenwahnsinnigem Verbrecher – Gleiches mit Gleichem vergilt, wird man in den monatlichen Heften wohl vergeblich suchen. Das zwar mit Recht, aber in dieser Erzählform einfach gut. Die Dialoge zwischen Alfred, der ihn wieder mal verarztet, und Batman sind geschliffen und scharf. Alfred vergleicht die Situation Batmans mit der ersten gebrochenen Nase mit dem Verlust der Unschuld und dem ersten Beischlaf – treffend und witzig in dieser Situation.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Die Themen sind so vielseitig, wie eben das Leben selbst: Angst und Mut, Zweifel und Entschlusskraft, Qual und Befreiung. Zum Glück haben ebenfalls die diversen Cover Einzug in dieses Werk gefunden: Unter anderem von Marc Silvestri, Frank Miller, Moebius und Vieles mehr.

Batman: Schwarz-Weiss Collection

Aufgrund des großen Erfolgs legte DC ab 2005 auch eine Figuren-Serie von Schwarzweiß-Statuen (in Resin) auf. Die erste Figur ist von Eduardo Risso. Auch hier war der Erfolg so groß, dass die Serie bis heute läuft.

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In Kürze erscheint die 100. Figur von Todd McFarlane. Die Figur ist an sein berühmtes Cover von Batman #423 (September 1988) angelehnt. Die Figur ist eine Neuauflage seiner vorherigen Figur (mit leicht anderer Tönung). Mittlerweile sind viele Figuren – wegen der großen Nachfrage – in einer 2nd Edition erschienen. Hier im Band sind (leider nur) zwölf Figuren abgebildet.

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Das überaus lesenswerte Vorwort von Mark Chiarello gibt einen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieser 912-seitigen Anthologien und erzählt von den Anfangsschwierigkeiten und Bedenken bei DC. Zu lesen ist auch von der Geschichte eines Comic-Genies, die „urkomisch aber bösartig war“ und deshalb nie gedruckt wurde.

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Chiarello meint die Geschichte von keinem Geringeren als Moebius, die 1998 in Penthouse Comix #3 leicht verändert und unter dem Namen Ratman erschien, allerdings in Farbe!

Norbert Elbers

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