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Reinhard Kleist: Berliner Mythen

Die Idee von Michael Groenewald und Lutz Göllner, die diesem Comic zugrunde liegt, ist ebenso simpel wie gut. Comic-Kurzgeschichten erzählen von Ereignissen, die sich im Großraum Berlin zugetragen haben. Im Vorwort schreibt Göllner: “Die Storys müssen auch gar nicht wahr sein, aber sie sollten in der Folklore der Stadt verankert sein. Mythen eben, mal komisch, mal gruselig, mal spannend.“

Reinhard Kleist: Berliner Mythen

Als sich das Stadtmagazin zitty für das Konzept interessierte, wurde mit dem in Hürth geborenen Wahlberliner Reinhard Kleist (Der Boxer, Der Traum von Olympia) schnell ein geeigneter Zeichner gefunden. Dieser brachte sich auch inhaltlich sehr stark ein und setzte insgesamt 24 Geschichten in unterschiedlicher Länge in Szene, bevor zitty Anfang 2015 das Veröffentlichen von Comics einstellte.

Reinhard Kleist: Berliner Mythen

Die letzte Comic-Erzählung in diesem Sammelband ist daher auch gar nicht mehr in zitty erschienen. Doch jetzt ist auch die tragische Geschichte des Sinto-Boxers Johann “Rukeli“ Trollmann zu lesen, dessen elegante tänzelnde Kampftechnik für die Nazis “undeutsch“ war und der im KZ Neuengamme ermordet wurde. Nicht minder ergreifend ist die nah an tatsächlichen Ereignissen orientierte Schilderung einer Flucht aus der DDR, die auf nur fünf Comicseiten nicht nur die spannenden Aspekte, sondern auch die daraus resultierenden Repressalien schildert.

Reinhard Kleist: Berliner Mythen

Ein gelungener Kunstgriff ist es den Berliner Taxifahrer Ozan als Erzähler einzusetzen. Dieser chauffiert seine Fahrgäste nicht nur, sondern versorgt sie auch mit Anekdoten zu den jeweiligen Zielorten. Lediglich zum geplanten “Hauptstadtflughafen“ kann Ozan keine Geschichte beisteuern, denn der zugehörige Comic spielt 2064, und die Fahrt mit dem fliegenden Taxi ist zu viel kurz. Doch immerhin ist zu erfahren, dass der zentrale Flughafen auch in ferner Zukunft immer noch Tegel heißt…

Reinhard Kleist: Berliner Mythen

Abgerundet wird der schöne Sammelband noch durch Stadtpläne, in denen die Lage der Comic-Schauplätze eingetragen wurde. Ähnliche Comics zu weiteren Städten wären wünschenswert. In diesem Zusammenhang sollte auch noch einmal darauf hingewiesen werden, das jener Berlin-Reiseführer, der beim französischen Casterman Verlag erschienen ist und von der Comiczeichnerin Isabel Kreitz (Rohrkrepierer) eindrucksvoll bebildert wurde, bereits seit 2012 auf einen deutschen Verleger wartet.

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The First Avenger: Civil War

Hierbei handelt es sich sehr viel weniger um einen dritten Film über Captain America als um ein neues Kapitel bzw. um Kapitel 3 in Disneys Marvel Cinematic Universe. Daher stellt sich im 13.  Beitrag zu dieser Reihe nicht die Frage, wer diesmal alles dabei ist, sondern wer eine Auszeit genommen hat. Abgesehen von Samuel L. Jackson als Nick Fury, sowie Chris Hemsworth als Thor und Mark Ruffalo als Hulk (das Duo war dann in Thor 3: Tag der Entscheidung wieder zur Stelle) fehlt kaum einer aus der Riege der markant besetzten Marvel-Superhelden.

The First Avenger: Civil War
© 2016 Marvel

Vielmehr gibt es interessante Neuzugänge. Chadwick Boseman debütiert als Black Panther und als große Überraschung hat Spider-Man jetzt von Sony zu Disney gewechselt. Dabei überrascht die Besetzung des jungen Briten Tom Holland als Peter Parker weniger als (Vorsicht Spoiler) der Kurzauftritt von Marisa Tomei als Tante May. Ein Jahr später folgte dann Spider-Man: Homecoming.

The First Avenger: Civil War
© 2016 Marvel

Als Aufhänger für den Film diente die Storyline Civil War, die sich 2006 durch fast alle Marvel-Comicserien zog. Nachdem es beim Einsatz von Superhelden zu einer Katastrophe kam, beschloss die US-Regierung alle Superhelden zu registrieren und in ihre Dienste zu stellen. Ausgerechnet der Vorzeige-Soldat Captain America lehnte es ab Befehle von der Regierung der Vereinigten Staaten entgegenzunehmen, während der Industrielle Tony Stark alias Iron Man sich für die Registrierung stark machte.

The First Avenger: Civil War
© 2016 Marvel

Diese Konstellation wurde als eins der Handlungsmomente aus der Comic-Reihe übernommen, doch im Hinblick auf eine internationale Vermarktung sind  es nun die Vereinigten Nationen, die es vor allen nach den weltweiten Einsätzen der Superhelden in Avengers: Age of Ultron nicht mehr hinnehmen wollten, dass ganze Städte zum  Kollateralschaden bei galaktischen Gefechten werden.

The First Avenger: Civil War
© 2016 Marvel

Doch damit es – im Gegensatz zum letzten Captain-America-Film The Return of the First Avenger – nicht allzuzu politisch wird, gibt mit dem von Daniel Brühl verkörperten Helmut Zemo noch einen Einzelschurken, der versucht von dem Konflikt der Helden zu profitieren. Auch ansonsten ist der Film mit den Schauplätzen Berlin und Leipziger Flughafen recht “deutsch“ geraten.

The First Avenger: Civil War
© 2016 Marvel

Interessant ist The First Avenger: Civil War aber auch, oder vielleicht sogar in erster Linie, weil hier Handlungselemente aus früheren Marvel-Filmen fortgeführt werden und einige der Helden sich erstmals kennenlernen. Wir erfahren neue Details über den tragischen Tod von Tony Starks Eltern. Die diesmal ziemlich dominante Action wurde wieder sehr dynamisch und glaubhaft in Szene gesetzt. Trotz des ernsten Themas kommt aber auch der Humor nicht zu kurz, etwa beim diesmal ziemlich köstlichen Gastauftritt von Stan Lee.

The First Avenger: Civil War
© 2016 Marvel

Die Blu-ray von Disney enthält den 148-minütigen Film, wahlweise mit Audiokommentar von den Regisseuren Anthony und Joe Russo sowie den Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln). Hinzu kommen neben einem zweiteiligen Making Of (22:25 min + 23:18 min) noch die Kurz-Dokus “Captain America: The Road to Civil War” (4:11 min), “Iron Man: The Road to Civil War” (4:27 min), Deleted & Extended Scenes  (7:52 min), Pannen vom Dreh (2:53 min) und die Vorschau “Open Your Mind: Marvel’s Doctor Strange“ (4:02 min)

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James Bond in Berlin

Mit der aus sechs Heften bestehenden Mini-Serie VARGR erscheint nach einer Pause von 20 Jahren wieder ein Comic mit James Bond. In Deutschland erscheint die Serie gebündelt bei Splitter.

James Bond in Berlin

Im zweiten Heft der in den USA parallel zum neuen 007-Kinofilm “Spectre“ gestarteten Comic-Serie verschlägt es James Bond ins heutige Berlin.

James Bond in Berlin

Der in keinster Weise wie Daniel Craig aussehende Geheimagent ihrer Majestät wird in einem action-reichen Auftakt, während einer Autofahrt vom Flughafen, von einer attraktiven jungen Dame massiv attackiert. Der Fahrer des Wagens ist anscheinend kein Einheimischer.

James Bond in Berlin

Der Kampf endet unentschieden, die Damen entkommt, der Fahrer stirbt, wahrscheinlich hat er sich an seinem schlechten Deutsch verschluckt.

James Bond in Berlin

007 erreicht halbwegs wohlerhalten die akurat im Comic abgebildete britische Botschaft in Berlin.

James Bond in Berlin

Hier zeigt sich wie gut der britische Comic-Autor Warren Ellis (“R.E.D. – Älter, Härter, Besser“) recherchiert hat. James Bond mag Bourbon lieber als Scotch und verschmäht Tee, den er für braunen Schlamm hält. In der Botschaft wird ihm daher Kaffee angeboten, der in Kreuzberg geröstet wurde. Das ist gut ist, denn “diese Leute hier“ machen keinen Blödsinn mit ihrem Kaffee.

James Bond in Berlin

Gelobt wird auch die Berliner Infrastruktur. Abends gehen die Botschafts-Insassen “into Mitte“, denn “there are some fine bars”. Die werden auch dringend benötigt, denn der Dienst ist nicht leicht, da man ja schließlich jeden Tag “Angela bloody Merkels“ emails lesen muss.

James Bond in Berlin

Nach diesen halbwegs realitätsnah anmutenden Einblicken in das Agentenleben, nimmt die Geschichte wieder ihren irgendwo zwischen Ian Flemings Büchern und den Filmen angesiedelten Verlauf.

James Bond in Berlin
Splitter veröffentlicht VARGR als reguläre und als limitierte, mit viel Bonusmaterial angereicherte, Vorzugsausgabe.

James Bond in Berlin

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Tom Bunk: Comixzeichner in Berlin und New York

Der 1945 im kroatischen Split geborene Tomas Maria Bunk studierte Bildende Kunst in Hamburg und war anschließend als Comiczeichner in Berlin tätig. Der entscheidende Tag im Leben von Bunk ist wahrscheinlich der 8.8.1983, als er per Zug durch die damals noch existierende DDR fuhr und eine junge Amerikanerin namens Hinda Obstfeld sein Abteil betrat. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten entwickelte sich ein anregendes Gespräch. Als Hinda auch noch gestand Comics zu lieben, war es um Tom Bunk geschehen.

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Er besuchte Hinda in New York, blieb dort und Hinda zu Liebe konvertierte Tom Bunk zum Judentum. Er wurde Assistent von Art Spiegelman und half diesem bei der Übersetzung der deutschsprachigen Textpassagen in von dessen autobiographischen Holocaust-Comic Maus. Tom Bunk erfreute die amerikanische Jugend mit seinen völlig verrückten Sammelbildern der Reihen Garbage Pail Kids und Wacky Packages. Im legendären Satire-Magazin MAD erscheinen regelmäßig seine phantastisch flirrenden Wimmelbilder

Tom Bunk: Comixzeichner in Berlin und New York

Im legendären Satire-Magazin MAD erscheinen regelmäßig seine phantastisch flirrenden Wimmelbilder. Seine nicht nur komischen Erlebnisse in Berlin und in New York brachte Tom Bunk im feinsten Underground-Style als Comic zu Papier und die FAZ veröffentlichte diese Geschichten 2008 und 2014 als Fortsetzungs-Serie.

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2015 nahm Tom Bunk auf dem Comicfestival in München den PENG!-Preis für sein Lebenswerk persönlich entgegen und präsentierte eine Werkschau im Amerikahaus München. Aus diesem Anlass veröffentlichte comicplus+ in einem schönen Buch im Querformat und mit Wendecover Tom Bunks Comics Comixzeichner in Berlin und Ein Berliner in New York. Abgerundet wird das Buch durch Vorworte von Andreas Platthaus und Gerhard Seyfried sowie eine witzige Foto-Dokumentation. Lange hat es gedauert, bis diese Comics endlich auch gebündelt erschienen sind, doch jetzt ist alles gut.

Tom Bunk: Comixzeichner in Berlin und New York

Auch auf dem Comicfestival München 2017 war Tom Bunk wieder dabei. Er gestaltete ein Plakat für die im Valentin Karlstadt Musäum gezeigte Aufstellung 50 JAHRE DEUTSCHES MAD. Dieses kam anschließend in Australien als Cover eines dort erschienenen MAD-Heftes zum Einsatz!

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